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Full text of "Deuteronomium und Josua: Und allgemeine Einleitung in den Hexateuch"

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Handkommentar 



ALTEN TESTAMENT. 

In Arerbindune mit anderen Fachgelehrten 

herauigegeben von 

D. W. Nowaek. 

a. Prof. d. Theol. io Straoabiirg i. Elo. 
L Abtheilnng, DU kittoritekm Bitdttr, 3. Band. 



Oberaetznner und Erklärung' der Büelier 

Deuteronomium und Josiia 

Allgemeine Einleitung in den Hexateuoh 



Lie. Dr. Carl Steuemagel* 

Privaldocent d. Th«al. in Halle «. S. 




OAttingen 

Vandenhoeok & Ruprecht 

lÖOO. 



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/)a« lUcht d^r Üb^riBtzung wird vorbehalten. 






6 



Vorrede. 



Der vorliegende Kommentar will in erster Linie den Studierenden dienen, 
darum ist in ihm manches enthalten, was dem oder jenem überflüssig erscheinen 
mag; namentlich ist die Grammatik, speziell die Syntax, sehr reichlich asitiert, 
um zu einem philologisch möglichst korrekten Verständnis des Textes anzuleiten. 
Andererseits wird man manches in ihm vergeblich suchen, besonders etymolo- 
gische Untersuchungen, für die ich hier auf das Lexikon von Gesenius verweisen 
möchte, und eine durchgehende Auseinandersetzung mit den Ansichten anderer 
Kommentatoren; letztere musste auch aus Mangel an Raum unterbleiben. Dass 
ich mir meine 'Ansicht unter fortgehender Berücksichtigung anderer Meinungen 
gebildet habe, wird man hoffentlich auch so erkennen. Aus Mangel an Raum 
ist auch auf die Anführung vieler Parallelstellen verzichtet. Die wenigen, die 
ich anführe, wollen der Erklärung dienen, und das Nachschlagen dieser bitte 
ich nicht zu unterlassen. 

Ausdrücklich betonen möchte ich, dass die Unterscheidung der verschie- 
denen Bestandteile des Textes durch verschiedene Typen mich gezwungen hat, in 
jedem Fall ein bestimmtes Urteil abzugeben, auch da, wo ich es nur mit sehr 
geringer Zuversicht wage. Insbesondere mussten die formelhaften Sätze fast 
durchgängig der Redaktion zugewiesen werden, obwohl ich nicht zu behaupten 
wage, dass sie stets auf späterer Überarbeitung beruhen. Da sie aber nach 
meiner Überzeugung meist nicht ursprünglich sind, habe ich sie lieber sämtlich 
ausgeschieden, da der Text dadurch nichts verliert, sondern an Klarheit nur 
gewinnt. Die Ausscheidung konnte übrigens in den Anmerkungen nicht jedes- 
mal gerechtfertigt werden. In solchen Fällen verweise ich ein für allemal auf 
die Einleitung § 8. 

Auf die völlig neue Ausarbeitung der sprachstatistischen Angaben in § 8 
habe ich ganz besondere Mühe verwandt. Die vorhandenen Statistiken erwiesen 
sich ihrer Lückenhaftigkeit wegen als nicht ausreichend. Ich hoffe, dass die 
hier gegebene wesentliche Lücken ausfüllt Vollkommenes zu bieten rühme ich 
mich nicht. 

Zum Schluss spreche ich auch hier Herrn stud. theol. O. Fliedner aus 
Madrid meinen herzlichsten Dank aus, der die Güte hatte, die erste Korrektur 
zu lesen und bei dieser sämtliche Stellenangaben nachzuprüfen. 

Halle a. S., d. 2. Februar. 

Der Verfasser. 



IV* Vorrede. 

Ich hoffe, dass die hier gegebene wesentliche Lücken ausfüllt. Vollkommenes 
zu bieten rühme ich mich nicht. Von der Aufstellung einer ähnlichen Liste für 
das Buch Josua musste aus sachlichen Gründen abgesehen werden. 

Die Geaamteifüeitung in den Hexaieuch wUl nur eine Ergänzung der den 
einzelnen Büchern beigegebenen Spezialeinleitungen sein. Daraus erkläre man 
sich die Verschiedenartigkeit in der Ausführung der einzelnen Abschnitte. Zur 
Abfassung dieser Gesamteinleitung haben die Verfasser der Kommentare zu Gen 
(Herr Prof. Gunkel-Berlin) und zu Ex — ^Num (Herr Prof. Baentsch-Jena) mir teils 
die bereits gedruckt vorliegenden Teile ihrer Kommentare (Gren 1 — 13 und Exodus) 
in Abzügen zur Verfügung gestellt, teils über weitere einzelae Fragen in brief- 
lichen Mitteilungen die gewünschte Auskunft erteilt, wofür ich ihnen hiermit 
meinen herzlichsten Dank ausspreche. Übrigens wird es hoffentlich Billigung^ 
finden, dass ich in dieser allgemeinen Einleitung darauf verzichtet habe, den 
Stand der Diskussion darzustellen ; dies ist vielmehr den Spezialeinleitungen vor- 
behalten worden. Auch für alle Einzelheiten sei auf diese und die einleitenden 
Bemerkungen zu den einzelnen Abschnitten innerhalb der Kommentare verwiesen. 
Für das allgemeine Bedürfnis wird hier alles Notwendige geboten ; wer ein weiter- 
gehendes Interesse an dem Hexateuchproblem hat, wird in Holzingers »Einleitung 
zum Hexateuch« (1893) einen zuverlässigen, nie versagenden Ratgeber finden, auf 
den ich auch für weitere Belehrung in meiner allgemeinen Einleitung des öfteren 
verwiesen habe. 

Zum Schluss spreche ich auch hier den Herren stud. theol. G. Fliedn^ 
aus Madrid und cand. theol. P. Fiebig aus Halle a. S. meinen herzlichsten 
Dank aus, die die Güte hatten, mir bei der Korrektur des ersten resp. zweiten 
Teiles zu helfen und sämtliche Stellenangaben nachzuprüfen. 

Halle a. S., den 6. Februar 1900. 

Der Verfasser. 



Inhaltsverzeichnis. 

Einleitung zum Deuteronomium S. 1 — XLII 

Kommentar zum Deuteronomium mit Übersetzung » 1 — 130 

Einleitung zum Josua > 131 — 152 

Kommentar zum Josua mit Übersetzung » 153—247 

Yerzeichm's von Druckfehlern » 247 

Verzeichnis der Abkürzungen . v » 247—248 

Erklärung der Sigla und Schriftarten > 248 

Allgemeine Einleitung in den Hexateuch » 249 — 286 

Tabelle : Übersichtliche Darstellung der Entstehung des Hexateuchs ... am Schluss 

[des Bandes. 



Einleitung. 

§ 1. 

Das fünfte Buch Moses. 

Den Namen des fünften Buches der Thora im hebr. Kanon bildet das 
Stichwort a^nnn oder s^nain nbK aus li. Sonst heisst es bei den Juden 
auch n^TiTT nyO'O und ebenso in der LXX öevTeQOvifiiov, Dieser Name be- 
ruht auf falscher Deutung von 17i8, wo die Worte nfictn nninn nsiDiD statt als 
»Abschrift dieses Gesetzes« vielmehr als »diese Gesetzeswiederholung« gefasst 
wurden. Gegen die früheren Bücher ist es abgegrenzt durch die Überschrift 
li — 5, gegen die folgenden durch den Bericht über den Tod Moses, an dessen 
Stelle im folgenden Buch Josua tritt. Insofern kann das Dtn als ein relativ 
selbständiges Buch betrachtet werden. 

Das Buch zerlegt sich zunächst in zwei Teile: Kap. 1 — 30 enthalten 
Reden Moses, Kap. 31 — 34 berichten erzählend über seine letzten Tage. Inner- 
halb des ersten Teiles sondert sich als besonderes Stück wiederum 444 — 3020 
ab, da diese Rede eine besondere Überschrift hat (444 — 49) und von der vorher- 
gehenden Rede le— 440 durch den dazwischentretenden Abschnitt 441 — 43, der 
rein erzählende Form zeigt, getrennt wird. 444 — 3020 können nach der Über- 
schrift 444 und nach Stellen wie 17i8. 2858.61 u. a. das deuteronomische Ge- 
setzbuch genannt werden. Ob dasselbe von Anfang an in einem grösseren Zu- 
sammenhang stand, oder ob es erst nachträglich in einen solchen eingefügt 
wurde, hat die folgende Untersuchung zu lehren. Zunächst aber darf es für 
sich allein untersucht werden. 

§ 2. 

Das deuteronomische Gesetzbuch (444— 30ao). 

1) Innerhalb des Gesetzbuches nimmt zunächst Kap. 27 eine Sonder- 
stellung ein. Die einzelnen Abschnitte tragen besondere Überschriften (v. 1. 9. 
11), was sonst im Dtn nicht der Fall ist. Der erste und dritte weisen auf die 
Erzählung des Buches Josua voraus; v. 14 — 26 erweisen sich als ein jüngerer 
Zusatz (cf. die Auslegung). Es ist daher geraten, von diesem Kapitel zunächst 

HaadkonaiflBttt i. AT: Stoaemagol, Deateron. I 



II Einleitung. § 2. Das deuieronomiBche Gesetzbucb (4u— äOso). 

abzusehen. Was übrig bleibt, gliedert sich leicht in drei Teile: Kap. 5 — 11 
bilden die Einleitungsrede zum eigentlichen Gesetz Kap. 12 — 26 (genauer 
12 1 — 26 16, denn 26 16 — 19 gehören mit zum »Rahmen«, cf. auch Valeton), und 
Kap. 28 — 30 eine Schlussrede dazu. Diese Einteilung ist nur von Horst nicht 
angenommen, der vielmehr meint, der gesetzliche Teil beginne bereits mit 6i, 
wie die hier stehende Überschrift lehre. Allerdings sei die Mitteilung der Ge- 
setze durch mehrere historische (99 b — 10 ii*) und paranetische Einschiebsel 
(7? — 11. 17 — ^24. 8i — 99 a. 10. 22 — 24. 10 12 — 11 12. 22 — 26. 26 — ^32) von jüngerer Hand 
unterbrochen worden. Gegen diese Auffassung vgl. R. d. Dtn. 6. 2 ff. 

2) Es ist die Frage aufgeworfen worden, ob der paranetische Rahmen, 
Kap. 5 — 11. 28 — 30, von derselben Hand herrühre, wie das Gesetz. Nament- 
lich Wellhausen, Valeton und früher auch Cornill beantworteten diese 
Frage verneinend, vor allem darum, weil die Einleitung, die zum Halten der 
Gesetze »die Jahve befohlen hat« (cf. z. B. 529) ermahnt, die Gresetze als bereits 
bekannt voraussetzt, und weil die Schlusskapitel teils deutlich mit der Einleitung 
verwandt sind, teils das Gesetz bereits als Buch voraussetzen, während es vorher 
als mündlich vorgetragen gilt und erst 31 9 von seiner Aufzeichnung erzahlt 
wird. Der zuletzt genannten Schwierigkeit konnte man durch die Annahme 
späterer Überarbeitung entgehen, der in der Einleitung liegenden aber durch die 
Hypothese, dass der Verfasser dem Gesetz (Kap. 12 — 26) die Einleitung erst 
später beigefügt habe (Kuenen), oder dass er die Gesetze als Israel bereits 
bekannt voraussetze und mit Kap. 12 — 26 nur wiederhole (Dillmann). Für 
die letzteren Annahmen sprach besonders die Gleichheit des Stiles, die Wellh. 
durch Überarbeitung des Gesetzes durch den Verfasser des Rahmens erklärte. 
In der That wurde die Annahme einer Überarbeitung des Gesetzes durch in 
einzelnen Abschnitten desselben liegende Schwierigkeiten bestätigt; vgl. über die 
von Wellh. und Com. angefochtenen Stücke Holzinger, S. 263ff. 

3) Das Problem, welches das Gesetzbuch der Einleitung bietet, ist aber ein 
viel verwickelteres und schwierigeres, als es bis vor kurzem schien. Weder das 
Gesetz noch sein Rahmen kann als einheitlich gelten, sodass eine Scheidung 
innerhalb beider, nicht beider voneinander, vorgenommen werden muss. Die 
hauptsächlichsten Gründe dafür sind folgende: 

a) Das Buch hat eine doppelte Überschrift, 444 und 45. Weder kann 
man hier durch Streichung von v. 44, noch durch die von v. 45 helfen, denn 
in beiden Fällen bliebe unerklärlich, dass ein Überarbeiter die zweite Über- 
schrift beigefügt hätte. 

b) Innerhalb der Einleitung besteht ein Widerspruch, sofern Moses nach 
53. Il2ff. zu der Generation redet, die am Horeb stand, nach 82 und anderen 
Stellen dagegen zu der folgenden, die im Begriff stand, den Jordan zu über- 
schreiten. 

c) Auch das Gesetz lässt die Einheitlichkeit vermissen, sofern hier ein 
Plan, nach dem die Bestimmungen geordnet wären, fehlt, Bestimmungen, die 
inhaltlich zusammengehören, getrennt sind, andere doppelt vorkommen, (z. B. 
132 — 18 vgl. mit 172 — 7), und endlich in der Form mehrfach ein eigentümlicher 



fiinleitang. § ä. I)a8 deateronomiBctie (jesetzbuch (444— 30so). III 

Wechsel yorkommt (z. B. wird 23 18 von Israel in der 3. pers. gesprochen, v. 19 
wird es angeredet). 

d) Durchgangig befremdet der Wechsel singularischer und pluralischer 
Anrede, z. B. ist Kap. 5i — 28 Israel in der 2. plur. angeredet, nur im Dekalog 
V. 6 — 18 in der 2. sing., ähnlich 12 1 — 12 2. plur., v. 13 ff. 2. sing, oder Kap. 28 
2. sing., Kap. 29 2. plur. 

Von der Fülle der vorhandenen Schwierigkeiten, die in ihrer Gesamtheit 
das Problem stellen, kann diese Zusammenstellung aber bei weitem noch kein 
rechtes Bild geben. Hier ist die Einzelauslegung zu vergleichen, welche die 
Schwierigkeiten, wenigstens in der Hauptsache, aufzählt. Vgl. auch Staerk 
und meine Schriften R. d. Dtn. und Entst. d. dtn. G. 

4) Dieses Problem haben Staerk und ich durch die Annahme zu lösen 
versucht, dass das dtn. Gesetzbuch eine Zusammenarbeitung verschiedenartiger 
Bestandteile ist. Aber obgleich meist von denselben Beobachtungen ausgehend, 
sind wir doch zu ganz verschiedenartigen Ergebnissen gekommen. Der Haupt- 
grund dafür scheint mir darin zu liegen, dass Staerk zusehr von der Anord- 
nung der Bestandteile in dem jetzigen Buche absieht und keinen Versuch macht, 
zu erklären, wie aus den von ihm angenommenen vielen Bearbeitungen einer zu 
Grunde liegenden Schrift unser jetziges Buch entstanden ist, während ich bei 
der Analyse stete im Auge behalten habe, dass die einzelnen Teile so beschaffen 
sein müssen, dass bei ihrer Zusammenordnung sich auf natürliche und leichte 
Weise das Buch ergiebt, wie es jetzt vorliegt. Da ich dies Verfahren für metho- 
disch richtiger halte, kann ich mir Staerk s Resultate nicht aneignen. Übrigens 
ist die Benutzung von Quellen für Kap. 12 — 26 bereits mehrfach angenommen 
(cf. z. B. Kuenen § 7, 3), ohne dass aber eine Einzelanalyse durchgeführt wäre. 

5) Der Analyse bieten nun aber zunächst die »deuteronomischen Formeln« 
(cf. § 8, 90 d) einige Schwierigkeit, da dieselben sonst ganz verschiedenen Ab- 
schnitten solche Ähnlichkeit verleihen, dass sie nur von ein und demselben 
Verfasser hergeleitet werden zu können scheinen. Mit dem Hinweis auf sie hat 
man denn auch stets die Einheitlichkeit des Buches beweisen zu können ge- 
glaubt, wiewohl bereits Wellh. erkannte, dass dieselben in Kap. 12 — 26 »teil- 
weise von einer überarbeitenden Hand herrühren« (Comp. * 195). Dieser 

Satz gilt viel allgemeiner. Es lässt sich erweisen, dass diese Formeln zu einem 
grossen Teil erst von Abschreibern eingefügt sind, dass ein anderer Teil der- 
selben von der Hand der Redaktoren stammt, und dass nur ein ganz geringer 
Teil derselben bereits in den Quellen gestanden haben kann. Dies ist zunächst 
an Beispielen zu erweisen. 

a) Dass Abschreiber, die das Wort jr^M etwa 30 mal mit dem Zusatz 
')3V '^"^ 303 niDK geschrieben hatten, es auch an anderen Stellen mit diesem 
Zusatz versahen, ist fast als sicher zu betrachten, lässt sich aber auch durch 
einen Vergleich der LXX mit dem MT erweisen. Der Zusatz fehlt z. B. 19 10 
bei Luc, während MT ihn hat, ebenso 21 1 (hier ist er in der Ausgabe 
Lagardes eingeklammert) 26i. 28ii etc. Das Oleiche gilt von andern 
Formeln. 

b) Dass die Redaktoren diese Formeln mit besonderer Vorliebe an- 



IV Einleitung. § 2. Das deuteronomisohe Gesetzbuch (444— 30 so). 

wandten, ergiebt sich daraus, dass sie gerade an solchen Stellen besonders ge- 
häuft vorkommen, die zweifellos redaktionelle Zusätze bilden, z. B. 15 4f. (die 
Verse stehen im Widerspruch zu v. 7 ff.) 17i9f. (setzt das Gresetz bereits als 
Buch voraus) etc. Auch finden sich dieselben Formeln gerade an den dtnst. 
bearbeiteten Stellen von JE in Menge wieder. 

Dass die Formeln überall den Redaktoren oder Abschreibern ange- 
hören, ist natürlich nicht zu behaupten, ja nicht einmal wahrscheinlich. Jedoch 
wird man auf die Formeln bei der Analyse gar kein Gewicht legen und aus 
ihnen, wo sie in Abschnitten vorkommen, die verschiedenen Verfassern anzuge- 
hören scheinen, keinen Beweis für die Identität der Verfasser entnehmen dürfen. 
Wo aber die Formeln gehäuft sind (oft sinnlos gehäuft, z. B. 6ioff.: »wenn dich 
Jahve in das Land bringt, das er deinen Vätern zugeschworen hat, so vergiss 
ihn nicht, reizt ihn nichts sondern halte seine Gebote, damit es dir gut gehe 
und du in den Besitz des Landes kommst« etc.), wird man meist an- 
nehmen dürfen, dass sie erst von der Hand des Redaktors resp. der Abschreiber 
beigefügt sind. 

6) Die Ergebnisse der Einzelanaljse , zu deren Begründung die Einzel- 
erklärung und meine Schriften R. d. Dtn. und Entst. d. dtn. G. zu vergleichen 
sind, sind hier kurz zusammenzufassen. In Kap. 5 — 11 lassen sich zwei Ein- 
leitungen zu einem Gesetz unterscheiden: 

a) Der Verfasser von 5i — 4. 20 — 28. 99. 11. 13 — 17. 21. 25 — 29. 10 1 — 5. u. 
16 — 17. 1 1 2 — 5. 7. 16 — 17. 22 — 28 lässt Moscs zucrst erzählen, wie er durch Israel 
und Jahve zum Mittler der Gesetzgebung geworden ist, wie er dann die Gesetze, 
auf zwei Steintafeln geschrieben, erhielt und wie diese zunächst zerschmettert, 
dann aber erneuert wurden. Sodann lässt er ihn Israel ermahnen, im Andenken 
an die bisherigen Erfahrungen dem Gesetz gehorsam zu sein, insbesondere sich 
vor Götzendienst zu hüten, und lässt ihn endlich Segen und Fluch zur Wahl 
stellen. Diese Rede ist an die Greneration gerichtet, die am Horeb gestanden 
hat (58. Il2ff.), aber wohl erst nach dem Befehl zum Aufbruch vom Horeb 
(10 11). Die Erzählung schliesst sich der elohistischen an (cf. § 7, 3) und dieser 
ausschliesslich. Der Verfasser will durch Mitteilung seines Gesetzes den Elo- 
histen ergänzen, der zwar erzählte, dass Moses Gesetze bekam, Ex 24i2ff. 31 18*, 
der aber den Inhalt der Gesetze nicht mitgeteilt hatte. Als Fortsetzung dieser 
Einleitung muss notwendig die Mitteilung des Gesetzes folgen, in dem besonders 
der Götzendienst verboten sein muss; weitere Paränese ist dagegen nicht mehr 
zu erwarten, da diese nur die Gedanken von 10i6ff. wiederholen könnte. Ein 
formelles Charakteristikum der Schreibart des Verfassers ist der Gebrauch der 
pluralischen Anrede, daher Siglum PI. 

b) Die zweite Einleitung umfasst 64 — 6. 10 — 18. 15. 7i — 4 a. 6. 9. 12 b — lea. 

17—21. 23 — 24. 82 — 6. 7 — 14. 17 — 18. 9l — 4a. 6 — 7 a. 10 12. 14 — ^16. 21 (22?). 11 10 — 12. 

14 — 15. Ihr Verfasser, der sich durchgängig der singularischen Anrede bedient 
(daher s Sg), nimmt an, dass Moses das von ihm mitgeteilte Gesetz durch eine 
paränetische Rede eingeleitet habe, die an die Generation gerichtet ist, welche 
im Begriff steht, den Jordan zu überschreiten (cf. 82). Das Thema der Paränese 
ist die Ermahnung zur Treue gegen den Gott, der seinen den Vätern Israels ge- 



Einleitung. § 2. Das deuteronomisohe Gesetzbuch (444—3090). V 

schworenen Eid in Treue hält. Israels Treue aber hat sich darin zu erweisen, 
dass es sich seinem Gotte mit ungeteiltem Herzen hingiebt und jeder Versuchung 
zum Götzendienst aus dem Wege geht. In dieser Treue ist die Summe des 
ganzen Gesetzes gegeben (10i2ff.); ihr Motiv aber ist die Dankbarkeit für die 
anverdiente Gnade, mit der Jahve sein Volk überschüttet. Darum ist auch 
jeder selbstgerechte Stolz mit der Treue unvereinbar (8i2fi. 9iff.). Die Über- 
leitung (etwa: beweise die Treue im Gehorsam gegen die Gebote) ist vom Re- 
daktor fortgelassen, weil er sie neben der Überleitung des PI wohl für über- 
flüssig hielt. 

7) Auch in Kap. 12 — 26 benutzte der Redaktor zwei Schriften. 

a) Die eine Gesetzsammlung umfasste folgende Abschnitte: 12is — u. 

16 — 20a. 21. 26 — 27. 1422— 23a O. 24 — 27a. 28 — 29a. 15l9 — 20. 16l — 2. 6 — 7. 9 — U. 18 — 16. 

18*. 178*. lob. 18i — 2*. 8 — 4.6.8. 192. sb. 4— 8a. 9b. 10*. 15 — 19a*. 132—48.6 — ^loaa*. 
iib. 13 — 14.16 — 18. 20 10 — 17a a. 19 — 20. 22 1 — 4.6 — 7 a. 8. 23i6— 17*. 20. 26 — 26. 24(6). 
10 — 22. (254). 16 1 — ^2.7 — 15.18. 25 1 — ^3.11 — 12a. 262*. 5 — 16a. Sieht man von der 
Stellung von 18 1 — 8* ab, so ist die Anordnung eine leicht verstandliche. 
12 13 — 16 15 behandeln den Kultus und fordern vor allen Dingen die Konzen- 
tration desselben; die allgemeine Forderung 12i3 — ^27* wird im Einzelnen ange- 
wandt auf die Darbringung der Zehnten (1422—29) und Erstlinge (15 19 — ^20) und 
auf die Festfeier (16 1 — ^15). Der zweite Abschnitt 16 18 — 19 19 (IBis) behandelt 
das Rechtswesen, und zwar I618 — 17 10 die Gerichtsverfassung, 192 — 10 das Asjl- 
recht, 19 15 — 19. 132 — is die Bestrafung des Götzendienstes. Alle diese Gesetze 
haben es mit der Neuordnung von durch die Kultuskonzentration berührten 
Institutionen zu thun, resp. mit Massnahmen zur Sicherung der Kultusreform. 
Der dritte Abschnitt 20 10 — 25 12 stellt Vorschriften zusammen, die eine dem 
ethischen Charakter der Jahvereligion entsprechende Reform auf dem Gebiete 
der Sittlichkeit bewirken sollen ; sie fordern äusserste Strenge , wo es sich um 
die Grundforderungen der Religion oder Sittlichkeit handelt, in allem Übrigen 
weitherzigste Milde und Bethätigung einer humanen Gesinnung, selbst der leb- 
losen Natur gegenüber. Dabei hängen 20 10 — 17 ebenso eng mit dem zweiten 
Abschnitt zusammen, wie mit dem dritten, sodass hier eine scharfe Grenze nicht 
zu ziehen ist. Der Gesetzgeber bedient sich fast ausnahmslos der direkten An- 
rede in der 2. sing.; im Ausdruck und religiösen Geist zeigt er die grösste 
Übereinstimmung mit dem Verfasser der singularischen Einleitung. Er ist dem- 
nach mit diesem zu identifizieren. 

b) Die zweite Gesetzsammlung umfasst folgende Abschnitte: 12i* (?) 8. 9* 
10—11.12*. I621 — 177. sa*. 9*. 11 — 18*. I810 — 12a. 198a. (3 — 7*). 11 — 12. (u). 21 1 — 4. 

6 8. 10 — 28. 226. 9 — 29. 23 1 — 4. 8 — 16. 18 — 19. 22 — 24. 24 1 — 5. 7. 206 — 10. 18 — 16a. Die 

einzelnen Gesetze dieser Sammlung zeigen zwar auch Zusammenhang unterein- 
ander (cf. die Einzelerklarung), aber es ist oft kein ganz genauer (vgl. z. B. zu 
1621 — 177), und ein die ganze Anordnung beherrschender Plan fehlt (z.B. sind 
in die familienrechtlichen Gesetze andere eingesprengt, die zwar mit einem Teil 
der ersteren zusammenhängen [226. 232 — 19] aber mit dem Familienrecht, speziell 
dem Eherecht, nichts zu thun haben). Dazu kommt eine Verschiedenheit der 
Form, sofern einzelne Gesetze in der Form der Anrede an Israel (und zwar teils 



VI Einleitung. § 2. Das denteronomiscbe Gesetzbuch (444— 30sio). 

der pluralischen, z.B. 128 — 12, teils der singularischen, z.B. 16 21 — 17?) gegeben 
sind, während andere die Anrede vermeiden, z. B. 21i6 — ^21. 23 is. Gleichwohl 
müssen die Gesetze in einer Sammlung vereinigt gewesen sein, ehe sie mit der 
Sammlung des Sg kombiniert wurden ; denn sonst bliebe ganz unerklärlich, dass 
sie unter einander Zusammenhang zeigen, während namentlich in Kap. 21—25 
ein Zusammenhang zwischen ihnen und den Gesetzen des 8g absolut nicht vor- 
handen ist. Man muss daher annehmen, dass der Verfasser dieser Gesetzesreihe 
lediglich ein Sammler war, der bereits vor ihm aufgeschriebene Gesetze zu- 
sammenstellte, ohne sie einheitlich zu bearbeiten ; denn nur so erklärt sich der 
Zusammenhang der Gesetze untereinander und ihre formelle Verschiedenheit. 
Der Sammler ist wahrscheinlich PI, der Verfasser der in Nr. 6 a besprochenen 
Einleitung. Denn es hat sich ergeben, dass dieser Einleitung notwendig eine 
Gesetzsammlung folgen muss, die auch in unserm Dtn enthalten sein muss. 
Auch entspricht das Gesetz sehr wohl der Nr. 6 a aufgestellten Forderung, dass 
in ihm der Götzendienst verboten sein muss, cf. 128— 12. I621 — 177. 225. 23 18 — 19. 
Man könnte zwar annehmen, dass der Sammler und der Verfasser der Einleitung 
zu unterscheiden seien, dass also die Gesetzsammlung erst nach ihrem Abschluss, 
aber bereits vor der Aufnahme in das Dtn mit einer Einleitung versehen wurde. 
Aber dazu ist kein Grund vorhanden, und ohne Not werden wir die Zahl der 
am Dtn beteiligten Schriftsteller nicht vergrössern dürfen. Dass der Verfasser 
der Einleitung sich konsequent der pluralischen Anrede bedient, während dieselbe 
in der Gesetzsammlung meist nicht vorliegt, ist kein Gegengrund, da er eben 
nicht Verfasser, sondern lediglich Sammler bereits schriftlich fixierter Gesetze ist. 

8) Relativ unwichtiger und weniger sicher zu beantworten ist die Frage, 
ob die von Sg und PI benutzten Quellen noch zu erkennen sind. Die Gresetze 
des Sg tragen fast durchgängig das gleiche Gepräge; hat er also die Gesetze 
nicht alle selbst verfasst, so hat er sie doch so einheitlich gestaltet, dass ur- 
sprünglich etwa vorhandene Unterschiede formeller Art fast vollständig ge- 
schwunden sind. Dagegen hat PI auf eine solche Umarbeitung verzichtet; bei 
ihm ist also mehr Aussicht vorhanden, seine Quellen zu ermitteln und zu scheiden. 

a) Quellen des PL 1) Mehrere Gesetze haben die Begründung durch den 
Satz nb« n\öy bs ••"•« nayin "«d gemeinsam: (I621— 17i) I810— 12a. 226. 23i9. 
25 18 — 16a. Sie sind sämtlich in der Form singularischer Anrede geschrieben, 
und werden alle durch ganz kurze Sätze gebildet. Man darf wohl annehmen, 
dass sie von ein und demselben Verfasser aufgezeichnet sind. Ich bezeichne sie 
als »Thoebha-sprüche«. 2) Zwei Gesetze, 21 10 — u. 23 10— 15, gehören ihrer Ein- 
leitung (*^^3^6t by — MStn ^d) nach zusammen, beide verraten Interesse an levi- 
tischer Reinheit, und beide zeigen die Form singularischer Anrede. Ich bezeichne 
sie als »Kriegsgesetze«. 3) Einer grossen Zahl von Gesetzen ist die Erwähnung 
der Stadtältesten gemeinsam: 193 — 7*. 11 — 12. 21i — 8. I8 — 21. 22i8 — ^21. 255 — 10. 
Die beiden ersten Gesetze haben es mit dem Mord zu thun, die übrigen sämtlich 
mit dem Familien recht. Auch in formeller Beziehung sind ihnen verschiedene 
charakteristische Merkmale gemeinsam; sie beginnen stets mit ^3 (resp. bei Ein- 
führung eines untergeordneten Falles auch mit t3K), besonders gern mit rrm ^3 
(19ii. 21 is); wird die Todesstrafe verhängt, so folgt regelmässig T)m, (19i2. 



Einleitung. § 2. Das denteronomische Gesetzbuch (444— 30ao). VII 

2121. 222i); als Gerichtsstatte wird das Thor der Stadt erwähnt (21 19. 22 16. 
25?); eine Vorliebe für M'^atin findet sich (21 19. 22u. I6. 19. 21). Auch diese 
Gesetze gehören also wohl zu einer Gruppe zusammen, die wir als »Ältestenge- 
setze« bezeichnen können. Verschiedene Merkmale derselben finden sich nun 
auch sonst; so n»i: 175. 12. 2222.24.25. 247; das Thor als Gerichtsstatte : 176. 
2224; fit^atin: 175. 2224; die Einleitung mit -«s: 172. 21 15. 22. 2222.23.28. 24i. 5. 7. 
(Ott 2226), besonders rr^n^ ^z: 21 15. 22. 2223, »Xa^ "'S: 172. 2222. 247 wie 21i 
(cf. ctÄO'; "'S 2225.28), nw« «•'« np*» "»s: 24 1. 5 wie 22 13. Vgl. ferner: 2229 mit 
V. 19, 21 22 (niT3 tton) mit 2226. Daraus ergiebt sich, dass zu den Ältestenge- 
eetzen auch 172 — 7.8 — 13*. 21 15 — 17.22 — 23. 2222 — 29. 24 1 — 5.7 gehören. Dazu 
kommt noch, dass abgesehen von 17 2 — 7.8 — 13*. 193 — 7*. 11 — 13*. 21 1 — 8. 247 
alle Gesetze es mit dem Familienrecht zu thun haben (21 15— 17. I8 — 21. 22 13 — 29. 
24 1 — 5. 255 — 10) resp. mit solchen zusammenhängen (2122—28, cf. die Auslegung). 
4) Die noch übrig bleibenden Gesetze des PI lassen sich nicht weiter zu Gruppen 
zusammenfassen; doch sind sie, von 12 (1). 8 — 12 abgesehen, alle als Zusätze zu 
einem der bereits verteilten Gesetze leicht begreifbar, so: 19 u als Anhang an 
193 — 7*. 11 — 12 (Stichwort biaa), 22*9—12 als Anhang an 225, 23 1 — 2 als Anhang 
an 2213—29 und 233—4.8 — 9 als Anhang an v. 2, 23 is als Zusatz zu 23 19, 
2322 — 24 als Anhang an 23 19 (Stichwort nna). Sie sind als Einzelverordnungen 
zu betrachten, die bei Herstellung der Sammlung verwandten Gesetzen angefügt 
sind. Über 128 — 12 s. u. 

b) Die Gesetze der Ältestensammlung zeigen aber formelle Differenzen : 
singularische Anrede zeigen 172 — ^7.8 — 13*. 193a. 11— 13 (aber nur in Formeln), 
21 1 — 8.22 — 23, d. h. alle Gesetze, die nicht zum Familienrecht gehören, ausge- 
nommen 247 (die Formel v, hß ist Zusatz); dagegen alle familienrechtlichen 
Gesetze zeigen entweder gar keine Anrede (21 15 — 17. I8 — ^21 abgesehen von der 
Formel v. 21a/?, 22 13 — 19.20 — 21 abgesehen von der Formel v. 21b, 22 abge- 
sehen von der Formel v. b, 28 — 29. 245. 255 — 10) oder die pluralische (2223 — 24 
abgesehen von der Formel v. 24 b, 25 — 27 [Sam LXX], 24 1 — 4 [Sam LXX] 
abgesehen von der Formel v. 4 b/?). Demnach haben wir in der Ältesten- 
sammlung zwei Bestandteile zu unterscheiden, die von dem Verfasser aus 
verschiedenen Quellen entnommen sind, die familienrechtlichen Gesetze und 
die »Gerichtssprüche«; 24? ist ein für sich stehendes Gesetz, das vielleicht 
erst später eingefügt ist. Die Gerichtssprüche bieten nun ihrerseits ein 
erneutes Problem. Abgesehen von 21 1 — 8 findet sich zu jedem einzelnen der- 
selben ein paralleles Gesetz in der Sammlung des Sg, nämlich zu 172—7 in 
132 — 18. 19i5, zu 178 — 13* ein damit vom Redaktor kombiniertes Gesetz (178*. 
10*), zu 193*. 11 — 18 in 192 — 10*. Wir haben also die Gerichtssprüche in doppelter 
Bearbeitung im Dtn; sie bilden mithin eine 8g und den Altestengesetzen gemein- 
same Quelle. Es ergab sich aber femer, dass gerade diese Gesetze im Zusam- 
menhang mit der Grundforderung der Kultuskonzentration stehen, sodass sich 
vermuten lässt» dass auch dieses Grundgesetz in der Grundlage der Gerichts- 
sprüche stand. In der That haben wir auch dieses Gesetz in doppelter Bear- 
beitung 128 — 12 und V. 13fir. Wegen der pluralischen Anrede wird aber dies 
Gesetz nicht vom Verfasser der Gerichtssprüche verfasst sein, da dieser die sin- 



YIII Einleitung. § 2. Das deuteronomisolie GoBetzbuch (444—30x0). 

guiarische Anrede gebraucht, sondern die G^richtsspruche sind dem Grundgesetz 
erst später angefügt. Es ergiebt sich demnach folgendes Bild von der Ent- 
stehung des deuteronomischen Gesetzes: 

Grundgesetz 



Familiengesetze || Grundsammlung || Nebenquellen 
Thoebhaspr. || Kriegsges. || Ältestongesetze Sg 



PI 



Dtn des D' unter Beifügung anderer Gesetze. 

c) Für Sg hat sich bereits unter b) ergeben, dass auch er Quellen be- 
nutzt hat; eine derselben ist die »Grundsammlung«, d. h. die um die Gerichts- 
sprüche vermehrte Grundforderung der Kultuskonzentration. Im Übrigen lässt 
sich Quellenbenutzung wenigstens für einen Teil der Sammlung noch aus zwei 
Thatsachen erschliessen : 1) aus der ausdrücklichen Zitierung älterer Gesetze mit 
der Formel 'n i^n htt 152. 194 (cf. 18 3). In diesen Zitaten findet sich als 
Bezeichnung des Nächsten überall 9^ (5 mal; das eine riN neben yn 152, ist 
wohl sicher Zusatz), während Sg. gewöhnlich ntc gebraucht. Daher darf wohl 
auch auf Quellenbenutzung geschlossen werden 2) aus dem Vorkommen von 
9n zur Bezeichnung des Nächsten: 2325.26 (bis) 24 10 (und in dem der Grund- 
sammlung entlehnten Abschnitt 132—18 in v. 7, wo allerdings ntc nicht ge- 
braucht werden konnte). 

9) In den Schlussreden finden wir zu Sg gehörige Bestandteile in 28 1 — sa. 
12— isa. 15—20*. 23 — 25a. 43 — 46. 30i5. 19b — 2o; 3l9aa. 10. ab bildeten eine historische 
Schlussbemerkung zu Sg. Sg lässt danach Moses damit schliessen, dass er dem 
Gehorsam reichen Segen verheisst, dem Ungehorsam aber schweren Fluch droht, 
und dass er Israel auffordert, den Segen zu erwählen. Dass auch PI eine 
Schlussrede folgen liess, ist bereits durch die Einleitung höchst unwahrscheinlich 
geworden, cf. Nr. 6 a. In der That weist Kap. 29, das eigentlich allein in Be- 
tracht kommen könnte, nicht auf PI. Vielmehr erweisen sich alle weiteren Teile 
von Kap. 27 — 30 als Zusätze zu der Schlussrede des Sg (vgl. die Auslegung). 

10) Es lag nahe, die beiden Werke des Sg und des PI zu kombinieren, 
einmal, um eine möglichst vollständige Sammlung der von Moses gegebenen 
Gesetze zu haben, zum andern besonders auch darum, weil beide Gesetze ihrem 
Inhalt nach (Grundsammlung) teilweise zusammenfielen. Der Redaktor, der diese 
Arbeit vollzog und auf diese Weise das deuteronomische Gesetz (Dtn 5 — 30) im 
wesentlichen fertigstellte (darum Sigel D'), hat zunächst die beiden Einleitungen 
mit grossem Geschick kombiniert. Die des PI zerlegte er in zwei Teile. Den 
Abschnitt 99- 10 11 benutzte er als Erweis der Richtigkeit der Behauptung von 
Sg 96 — 7a; ein formeller Übergang war durch v. 7 b — 8 leicht hergestellt. Da- 
gegen benutzte er 5i — 4.20-28 als Einleitung der Paränese; durch sie begründet 
Moses sein Recht , als Gesetzgeber aufzutreten : das Volk hat ihn dazu einge- 
setzt, Jahve ihn anerkannt, und letzterer hat ihm Gresetze für das Volk gegeben. 
Für die Überleitung legte er PI zu Grunde, seinen Text durch die ähnlichen 



Einleitang. § 2. Das deuteronomiBcbe Gesetzbuch (444—3080). IX 

AusführongeD des Sg ergäDzend. Wahrscheinlich stammen von ihm auch bereits 
einige der rein formelhaften Sätze, wie 529ff.; doch lassen sich seine Zusätze von 
denen späterer Glossatoren und Abschreiber nicht sicher trennen. Viel schwie- 
riger war seine Aufgabe im gesetzlichen Teil. Hier stellte er zunächst den 
Wortlaut seiner Quellen nebeneinander, 128 — la. ts — 27*. Dann änderte er sein 
Verfahren, indem er die Texte womöglich kombinierte. Eine Kombinierung der 
Quellen war leicht durchführbar bei 178 — 13 und 19 1 — is. Schwieriger war sie 
bei 13a — is (8g) = 172 — 8 (PI); hier hat er 132 — 18 aus ihrer ursprünglichen 
Stellung entfernt und an Kap. 12 angeschlossen; Kap. 12 verbot den Götzen- 
dienst, Kap. 13 ordnete die Bestrafung desselben an. Im Übrigen folgte er dem 
Text des 8g bis I616; Parallelausführungen des PI lagen hier nicht vor. In Sg 
folgte weiter I61S. 178ff., die Neuordnung des Gerichtswesens. Dazwischen 
schob ly I621 — 17? aus PI (indem er I621 — 17 1 als Einleitung zu 172 — 7 
stehen Hess); in 174 war ja eine Untersuchung gefordert, die den von Sg er- 
wähnten Richtern (16 is) zufiel. An diese die Richter und Oberrichter behan- 
delnden Gesetze schloss er andere, welche gleichfalls von Beamten Israels 
handeln, nämlich vom König, von den Priestern und von den Propheten, 17 14 — 
18 22. Das Priestergesetz entnahm er der Sammlung des Sg, die andern hat er 
wohl selbst verfasst, oder, wenn er sie bereits vorfand, doch stark bearbeitet 
unter Benutzung von Sg (17 u — ^ao) und PI (18 14— 22). Für das Prophetengesetz 
benutzte er eine Einleitung (18 9 — 12), die er PI entnahm (wo die Sg und PI 
entnommenen Abschnitte in den Quellen standen , lässt sich nicht entscheiden). 
Im Weiteren folgte er wieder dem Text des Sg mit Einarbeitung der Parallelen 
aus PI (19 1 — u) und mit Übergehung des bereits verwerteten Abschnittes 132 — is. 
Den Rest der Gesetzsammlungen verflocht er so, dass ein Plan nicht erkennbar 
ist^ bald aus dieser, bald aus jener Quelle einen Abschnitt entnehmend, um 
schliesslich von Kap. 26 an wieder ganz Sg zu folgen. Es scheint deutlich ein 
Erlahmen seiner Kraft den ihm gestellten Aufgaben gegenüber bemerkbar zu 
sein. Er ist wohl ein einfacher Schreiber gewesen, der für einen prophetisch 
gerichteten Israeliten die Arbeit auszuführen hatte, aus zwei vielleicht von Freun- 
den geliehenen Handschriften ein Buch zusammenzuschreiben. Ein selbständiger 
Schriftsteller war er kaum. 

11) Nicht sicher zu entscheiden ist die Frage, ob der Dekalog (56 — is) 
bereits von IV oder erst von einem späteren in das deuteronomische Gesetzbuch 
eingearbeitet ist. Bezugnahmen auf ihn finden sich nur innerhalb solcher Ab- 
schnitte, die PI entnommen sind: 5i9. 9 10. 104a. Diese Verse sind aber sämtlich 
Zusätze, 5 19. 9 10 sicher, 104a höchst wahrscheinlich, da nach PI (528) Moses auf 
dem Berge die m^73 und die D-'pn und O'«ocu:73 in Empfang nehmen soll, nicht 
die D^nnn. Also ist der Dekalog in PI nicht als ursprünglich zu erweisen. 
Die im Dekalog gebrauchte singularische Anrede zeigt ferner, dass PI ihn nicht 
verfasst und auch nicht überarbeitet hat, während die starke deuteronomische 
Färbung der Sprache wörtliche Aufnahme aus einer vordeuteronomischen Schrift 
ausschliesst. Man könnte also höchstens annehmen, dass PI eine viel kürzere 
Form des Dekalogs aufgenommen habe, die nachträglich von einem Deuterono- 
misten überarbeitet wäre. Aber nach Abzug der deuteronomistiscben Bestand- 



X Einleitung. § 3. Die Entsteh ungBzeit des deuteronomiBchen Gesetzes. 

teile bleibt fast nichts übrig, cf. Meisner, der Dekalog, Halle a. 8. 1893 (Diss.) 
S. 9f. So wird nichts Anderes übrig bleiben, als anzunehmen, dass er von 
einem Deuteronomisten verfasst ist, und das ist schwerlich D' (der, wie wir in 
Nr. 10 sahen, kein selbständiger Schriftsteller ist), sondern wohl einer seiner 
Nachfolger. Über die Bedeutung des Dekalogs für den Zusammenhang und 
sein Verhältnis zum deuteronomischen Gesetz vgl. zu Kap. 5. 

12) Das von D' hergestellte Buch hat auch später noch Zusätze erfahren. 
Dahin gehören abgesehen vom Dekalog und von formelhaften Zusätzen 446 — 49. 

5ö. 66 — 9.14.16.20 — 26. 75 — 72B = 123. 7? — 8. 10. 16a/?b. 22. 26. Suhß — 16. 19 — ^20. 

94b. 10. 12. 18 — 20.(22 — 24, bereits von D' eingefügt?) 106 — lo. 18 — 20. II6.I8— 21. 

29 — 33. 122 — 7.15 — 16.22 — 25.29 — ^31. 134b — 5. lOa/Jb. lia. 12. 16. 14 1 — 21. lÖS — 6.16 — 17. 

21—23. 168—4. 8. 16—17. 19—20. 179 (b«i D-^ibn B'*3n3n) loa. iiaa. 12a (1« — inDH b») 
18—19. 18i*.6.7. 19 17 (onn — ''"'• ausser O'^öDicn) 19b — ^21. 20i— 9. i7a/!?b. la. 21 5. 
236 — 7.21. 248 — 9. 25 17 — 19 263—4. I6 — 19. 27. 289 — 11. 21— 22. 26b — 42.47 — 69. 29. 
30 1 — 14.16 — 19a. Über dieselben vgl. die Auslegung und über einzelne wichtigere 
Gruppen derselben § 4, 3. 5, 2. 

• § 3. 

Die Entstehungszeit des deuteronomischen Gesetzes. 

1) Das deuteronomische Gesetzbuch soll nach 31 9 von Moses geschrieben 
sein, eine Aussage, die durch das, was wir über die Quellen desselben in § 2 
ermittelt haben, unmöglich gemacht wird. Es bedarf heutzutage keines Nach- 
weises mehr, dass die Form der Mosesrede lediglich eine Einkleidung des Schrift- 
stellers ist, der überzeugt war, lediglich den mosaischen Forderungen in einer 
für seine Zeit passenden Weiterbildung Ausdruck zu verleihen, also zu schreiben, 
was Moses, lebte er in der Zeit des Verfassers, geschrieben haben würde, und 
der damit nur eine seiner Zeit geläufige und darum unmisverstandltche Dar- 
stellungsform benutzte, cf. Jos 24. Die Untersuchung nach der Entstehungszeit 
des Gesetzbuches und seiner Quellen muss daher von dieser Einkleidung gänzlich 
absehen. 

2) Den festen Ausgangspunkt für die Frage nach der Entstehungszeit 
bietet der Bericht II Reg 22 — 23. Freilich ist die Glaubwürdigkeit dieses Be- 
richtes neuerdings, namentlich von französischen Gelehrten (Havet, le chrisUa- 
nisme et ses origines III, 1878, D'Eichthal, m61anges de critique biblique, 
1886, Vorn es, une nouvelle hypoth^se sur la composition du Dtn., examen des 
vues de M. G. d'Eichthal 1887, Horst RHR XVII), stark angefochten worden, 
aber ohne ausreichende Gründe (cf. Piepen bring, la r6forme et le code de 
Josias, RHR XXIX). Der von Piepenbring mit Recht geltend gemachte Grund, 
dass die erste dtnste Bearbeitung der Königsbücher noch in die vorexilische Zeit 
(+ 600) falle, also II Reg 22 — 23, die wenigstens der Hauptsache nach von 
der Hand des ersten dtnsten Bearbeiters stammen, den Ereignissen zu nahe 
stehen, um erfundene Thatsachen berichten zu können, schlägt in der That jeden 
Zweifel nieder. Es kann sich nur fragen, wieviel von HReg 22 — 23 dieser 
ersten dtnsten Darstellung abzusprechen ist. Das sind aber folgende Teile: 



Einleitung. § 3. Die Entstehungszeit des deuteronomiscben Gesetzes. XI 

224b. 5a. 6 — 7. 9b. i5-2oa. 234a/3. 6. 7b. eb. 14 — 20.26 — 27 (cf. Stade, 6VI I 649, 
Kamphausen, HSAT u. a.). Ist auch die Unechtheit der angegebenen Verse 
nicht überall sicher bewiesen, so wird es doch gut sein, von ihnen abzusehen. 
Nach dem übrig bleibenden Bericht ist im Jahre 623 (621) bei einer Ausbesse- 
rung des Tempels n'^mn ncD (228. 11. 2324.25, in letzterer Stelle n»?3 mm) 
gefunden, das weiterhin, weil auf Grund desselben eine n^nn geschlossen wird, 
auch n^nnn idd genannt wird (232. 8.21). Auf Grund dieses Buches wird dann 
der Kultus einer gründlichen Reform unterzogen. Dass uns dieses für die Ent- 
Wickelung des Kultus und der Religion Israels hochbedeutsame Gesetzbuch er- 
halten ist, ist an sich wahrscheinlich (cf. Stade, GVI I 655); dass es in der 
That im Dtn enthalten ist, ist längst erkannt und so gut wie allgemein aner- 
kannt. (Gegen die Einwände Seinecke's und Vatke's cf. Kuenen § 12,3.) 
Eis drangt sich die Frage auf, ob es mit dem in § 2 besprochenen Gesetzbuch 
identisch ist oder mit einer seiner Quellen. 

3) Da die Massregeln Josias durch das Gesetzbuch veranlasst sind, wer- 
den wir aus ihnen einen Rückschluss auf den Inhalt des Gesetzbuches machen 
können. Da ergiebt sich denn, dass a) die Schrift des Sg in dem Gesetzbuch 
enthalten war. Denn nach II Reg 232iflr. wird nach den Vorschriften des Ge- 
setzes das Passah gefeiert; und zwar ist das Neue die Feier zu Jerusalem (statt 
in allen einzelnen Ortschaften). Eine Vorschrift der Art finden wir nur in Sg, 
Dkn 16 1 — 2.5 — 7. Auch die Massnahme Josias, von der II Reg 238a berichtet, 
scheint sich auf Sg, Dtn 186, zu stützen (über II Reg 239 vgl. mit Dtn I87 cf. 
die Auslegung zu 18 6 — s). Auch mehrere andere Massnahmen Josias können 
aus Sg erklärt werden, müssen es aber nicht; aus ihnen lässt sich also nichts 
folgern. Zu beachten ist aber noch, dass die Bezeichnung des Gesetzbuches als 
rf^inn idd der Überschrift des Sg (Dtn 444) genau entspricht, b) Weitere 
Massnahmen Josias erklären sich nur aus PI, nämlich: II Reg 236 aus Dtn 16 21, 
II Reg 237a aus Dtn 23 18, II Reg 23 10 aus Dtn 18ua (eventuell auch aus Dtn 
128i), II Reg 23 11 — 12 (Beseitigung des Kultus der Sonne und der Sterne) aus 
Dtn 178 (hier könnte freilich auch das allgemeinere Gesetz des Sg 132 — is zu 
Grunde liegen; aber es ist immerhin zu beachten, dass nur PI den Kultus der 
Sonne und der Sterne ausdrücklich nennt), II Reg 2324 aus Dtn 18iob— 11. 

In dem Gesetzbuche Josias waren also Sg und PI enthalten, d. h. es 
muss mit dem von D' hergestellten Gesetzbuch identisch- gewesen sein. Bestätigt 
wird dies dadurch, dass Jeremia das Gesetz Dtn 15i2ff. bekannt ist, cf. Jer 34 u, 
und dass der erste deuteronomistische Bearbeiter der Königsbücher das Gesetz 
Dtn 24 16 zitiert, cf. II Reg 146 (freilich gehören beide Stellen Sg an, und be- 
weisen daher nicht für die Existenz des PI). Dagegen ist zu beachten, dass 
verschiedene Zusätze zu dem Werk des D' zu Josias Zeit noch unbekannt sind, 
nämlich Dtn I87 (cf. II Reg 239) und 14 1 (cf. Jer 166. Ez 7i8). 

4) Damit haben wir als terminus ad quem für die Arbeit des D' und für 
die Entstehungszeit seiner Quellen das Jahr 623 (621) ermittelt. Es gilt nun- 
mehr den terminus a quo zu finden. Diesen bietet uns die Entstehungszeit seiner 
Quellen Sg und PI. 

a) Sg hat wahrscheinlich zu Beginn der Regierung Manasses geschrieben» 



XII Einleitang. § 3. Die EntstehungBzeit des deuteTonomischen GesetzeB. 

also kurz nach 700. Dies ergiebt eich aus folgenden Beobachtungen: 1) 6g 
redet Gesamt Israel an (cf. 12i4. 16 18, wo eine Mehrzahl der Stämme angeredet 
wird), aber das von ihm angeredete Volk hat gegenwärtig nur ein kleines Gebiet 
in Besitz (12ao. 198), es wird also lediglich durch Juda repräsentiert sein, was 
erst seit 722 der Fall ist. 2) Sg schreibt zu einer Zeit, wo der Kultus fremder 
Gottheiten in Israel Eingang findet, und zwar nicht blos kananitischer, sondern 
auch von fern her kommender, 138 (vgl. auch das Thema der Einleitung: Hüte 
dich, dass du Jahve nicht vergisst, welches am besten in diese Zeit passt). Das 
war zur Zeit Hiskias schwerlich in starkem Masse der Fall, da Jesaja nichts davon 
erwähnt (die Zeit des Ahas ist durch die obere Grenze 722 ausgeschlossen), son- 
dern erst zur Zeit Manasses (II Reg 21). Dazu kommt 3) dass 8i8 wenigstens 
die vorexilische Abfassung bestätigt. 

b) Für die Äl testen gesetze und die Thoebhasprüche ergiebt sich das 
Gleiche, mithin auch für PI, auch sie können erst zur Zeit Manasses entstanden 
sein. Denn in 173 wird das Eindringen des Gestirnkultus, in 18 lo das stärkere 
Aufkommen des Molochdienstes vorausgesetzt, was beides erst aus der Zeit Ma- 
nasses bekannt ist (II Reg 21). Setzen wir die Entstehungszeit von Sg und der 
Altestengesetze etwa um 690 an, so bleibt für PI und D' die Zeit zwischen 690 
und 623 (621) übrig. Über die Einwände Eleinert's cf. Kuenen § 12, 5. 

5) Nach II Reg 228 hat Hilkia das Gesetzbuch, das die Grundlage der 
Reform Josias bildete, zufällig bei Ausbesserungsarbeiten im Tempel gefunden, 
und aus dem Eindruck, den es auf den König macht (22 u), lässt sich schliessen, 
dass es seit längerer Zeit im Tempel gelegen hatte und den Zeitgenossen Josias 
ganz unbekannt war. Das ist kaum zu erklären, wenn das Buch etwa 50 oder 
60 Jahre früher verfasst und publiziert war. Man muss daher annehmen, 
dass das Buch zunächst eine Privatschrift war, die zwar publiziert werden sollte, 
zu deren Publikation es aber infolge besonderer Umstände nicht kam. Vielleicht 
durfte der Verfasser oder Besitzer es nicht wagen, damit an die Öffentlichkeit 
zu treten, weil die Regierung einer Reform abhold war. So mag er die Schrift 
zunächst in der Hoffnung auf günstigere Zeiten zurückbehalten haben und vor 
Eintritt derselben gestorben sein. Dann müssten wir die Schlussredaktion des 
D' vor 643, etwa um 650 ansetzen, und die Arbeit des PI etwa um 670 (zwischen 
690 und 650). So Ewald, Riehm, Bleek, Valeton, Kittel, Smith- 
Roths t., Driver, Kautzsch. Neuere Kritiker haben vielfach eine andere 
Ansicht vertreten. Nach ihnen soll das Dtn erst unmittelbar vor seiner Publi- 
kation von der Reformpartei, in der sich Priester (Hilkia) und Propheten (Hulda) 
zusammengefunden hatten, ausgearbeitet und auf eine geschickte Weise dem 
König in die Hand gespielt sein. So Reuss, Kuenen, Dillmann, Stade, 
Cornill, Holzinger, Staerk. Ihre Annahme wird aber von zwei Schwierig- 
keiten gedrückt: 1) Es ist nicht einzusehen, warum die Reformpartei (Priester 
und Propheten sollen sich infolge der gemeinsamen Gegnerschaft gegen Manasse 
zusammengethan haben) mit der Ausarbeitung ihres Programms so lange gewartet 
haben sollten, während doch der für sie günstige Zeitpunkt bereits mit dem 
Regierungsantritt Josias gekommen war (641 resp. 639). 2) In Dtn 186.8 wird 
den Leviten (den früheren Höhen priestern) gestattet, nach Jerusalem überzu- 



Einleitung. § 3. Die tlntstehungszeit des denteronomischen Gesetzes. XIll . 

siedeln, und bestimmt, dass sie dann Priestereinkünfte beziehen sollen. Die 
Meinung ist sicherlich, dass sie dieselben als Entgelt fQr priesterliche Leistungen 
bekommen, dass sie also dort Priesterrecht erhalten sollen. Die Jerusalemer 
Priesterschaft, also doch sicherlich auch Hilkia, der Vorsteher derselben, 
bat diese Konsequenz aber nicht anerkannt, cf. II Reg 23 9. Wäre Hilkia an 
der Abfassung des Dtn beteiligt gewesen, so hätte er gewiss den Abschnitt 
Dtn 186.8 anders gestaltet. Auch in andern Beziehungen kommen die priester- 
lichen Interessen zu wenig zum Ausdruck, z. B. wird 1428f. eine Abgabe, die 
bisher an die Heiligtümer fiel, nicht auf den Tempel und die Priesterschaft zu 
Jerusalem übertragen. Es wird daher geratener sein, bei der Darstellung von 
HBeg 22 zu bleiben, nach der das Dtn von Hilkia gefunden wurde. Diese 
Annahme ist auch allein mit dem Ergebnis der Analyse zu vereinigen; denn 
nach ihr stellt sich das Dtn nicht als originaler Entwurf, sondern als Ergebnis 
eines litterargeschichtlichen Prozesses dar. Endlich ist ist zu beachten, dass das 
Dtn nicht durchgängig so geartet ist, dass es als Reformprogramm aufgefasst werden 
könnte; oder was sollen in einem solchen Vorschriften wie 22 1 — 4. 6 — 7, 8. 254? 
Sie deswegen, weil sie nicht in ein Staatsgrundgesetz passen, streichen (Cor- 
nill ^ 27) heisst eingestehen, dass das Dtn, wie es nach dem oben Ausgeführten 
dem Josia vorlag, nicht als Staatsgrundgesetz geschrieben war. 

6) Dem Ergebnis, dass das Dtn Josias als Resultat eines komplizierten 
litterarischen Prozesses anzusehen sei, der sich im Laufe eines halben Jahrhun- 
derts abgespielt haben soll, — ein Ergebnis, das ich bereits in meiner Entst. d. 
dtn. 6. gewonnen hatte — ist entgegengehalten worden, dass 1) die Zeit dazu 
zu kurz sei, und 2) dass dann soviele Personen um das Vorhandensein dieses 
Gesetzes gewusst haben müssten, dass das gänzliche Unbekanntsein desselben 
im Jahre 623 (621) undenkbar sei. Diese Einwände sind aber nur dann be- 
rechtigt, wenn man eine unbeweisbare Voraussetzung macht, dass nämlich die 
einzelnen Quellenschriften als der Öffentlichkeit übergebene Bücher in vielen 
Exemplaren existierten. Eine andere Auffassung ist wenigstens ebenso berech- 
tigt. Ich nehme allerdings an, dass die Orundsammlung in mehreren Exem- 
plaren existierte; aber sie waren noch unter Hiskia geschrieben und mögen unter 
Manasse wohl verloren gegangen sein. Schon um 690 gab es vielleicht nur 
noch ganz vereinzelte Exemplare im Privatbesitz. Es ist nun wohl denkbar, 
dass ein Besitzer derselben unter Benutzung dieser und anderer älterer Gesetzes- 
schriften ein umfangreicheres Werk ausarbeitete (Sg), das er aber der Ungunst 
der Verhältnisse wegen nicht publizierte, sondern vielleicht nur einem einzigen 
Vertrauten zeigte. Ebenso kann ein zweiter verfahren sein, der Verfasser der 
Ältestensammlung. Ein Bekannter mag sich eine Abschrift angefertigt haben, 
der er andere Gesetze (Kriegs- und Thoebhasprüche etc.) beifügte (PI). Das 
kann sehr wohl noch im Jahre 690 geschehen sein. Endlich kann ein gemein- 
samer Freund des Sg und PI sich ihre Schriften geliehen und von einem Ab- 
schreiber D' auf Eine Rolle haben abschreiben lassen; auch das möglicherweise 
noch im selben Jahre. Ich bin weit davon entfernt, zu behaupten, so müsse es 
gewesen sein; aber ich meine so gezeigt zu haben, dass sich der ganze Prozess 
sehr wohl im Laufe eines oder einiger weniger Jahre vollzogen haben kann. 



XIV £inleitang. § 4. Die nachjosianiscbe £r«reitening des Deateronomiamd. 

Dann wären im Ganzen nur Sg, der Verfasser der Ältestenquelle, PI, ein wei- 
terer Privatmann und etliche Schreiber von dem Vorhandensein der Schrift 
unterrichtet gewesen, und das Unbekanntsein des Dtn im Jahre 623 (621) hat 
nichts Auffälliges mehr. Man muss sich jedenfalls hüten, eine jede einzelne 
Schrift für eine »Ausgabe« zu halten (so kann z. B. J' £* lediglich das mit 
einigen Zusätzen versehene Privatexemplar eines Besitzers von J^ E^ gewesen 
sein, und solcher J' E* mögen viele existiert haben, die bei weiteren Abschriften 
mit einander konfundiert wurden, vgl. die Geschichte der LXX). 

7) Die von Sg und vom Verfasser der Ältestengesetze benutzte Grund- 
sammlung muss natürlich älteren Datums sein. Das, was ihr Verfasser zu 
dem Grundgesetz hinzugefügt hat, hat durchgängig den Zweck, den Rückfall 
Israels in den Höhenkultus zu verhindern, durch Androhung der schärfsten 
Strafen einerseits, durch Hebung der durch die Kultuskonzentration entstehenden 
Schwierigkeiten andererseits. Am leichtesten ist ihr Entstehen begreiflich, wenn 
ein Versuch der Kultuskonzentration gemacht war, aber zu scheitern drohte, 
weil sich fast unlöslich scheinende Schwierigkeiten herausstellten. Nach HBeg 
184 ist ein solcher Versuch in der That von Hiskia gemacht worden, nach v. 22 
vor dem Jahre 701, am wahrscheinlichsten unter dem Eindruck der Vernichtung 
des Nordreiches im Jahre 722. Freilich ist die Glaubwürdigkeit von H Reg 184 
von Wellhausen, Stade, Smend, Israel. Relgesch. 269, bezweifelt resp. ge- 
leugnet, aber, wie ich glaube, ohne ausreichenden Grund, cf. K neuen § 11, 9 
u. a. und meine Entst. d. dtn. G. S. 100 ff. So mag denn vermutet werden, 
dass das Grundgesetz eine Rekapitulation des Ediktes Hiskias ist*), die Grund- 
Sammlung ein, vielleicht von Hiskia selbst angeregter. Versuch, die Kultnskon- 
zentration zu sichern, der allerdings auf die Dauer nicht erfolgreich war, weil 
Manasse eine Reaktion einleitete. — Wann die Familien gesetze, Kriegs- und 
Thoebhasprüche etc. zum ersten Male aufgezeichnet sind, lässt sich nicht er- 
mitteln. 

§ 4. 

Die nachjosianische Erweiterung des Deuteronomiums. 

1) Das unter Josia publizierte Gesetzbuch hat, abgesehen von seiner Ein- 
fügung in das Erzählungswerk des JE (vgl. § 5), nach zwei Richtungen hin 
Erweiterungen erfahren. Es ist 1) mit einer geschichtlichen Umrahmung ver- 
sehen worden, und 2) sind gesetzliche und paränetische Zusätze zu ihm gemacht 
worden. Letzteres geschah wahrscheinlich in verschiedenen Handschriften in 
verschiedener Weise, und zwar sowohl vor der Umrahmung des Gesetzbuches 
mit einer Geschichtserzählung, als bei und nach derselben. Das gegenwärtige 
Dtn lässt sich als eine Kombination dieser verschiedenen Rezensionen betrachten. 
Natürlich hat sich dieser Prozess der Erweiterung des Dtn auch noch nach der 



*) Dass Hiskia auf Grund eines bereits vorhandenen Gesetxes seine Reform 
unternommen habe, ist unwahrscheinlich, da IIBeg 184 davon schweigt und v. 22 die 
Eeform als Willkür erscheint, ohne dass der Erzähler dem widerspricht, cf. Kuen. § 12,2. 



BÜnleitang. | 4. Die nftclijosianische Erweiterang des Deateronomiams. XV 

Vereinigang des Dtn mit JE vollsogen, ohne dass es uns möglich wäre, in allen 
Fällen zu entscheiden, welche Zusätze älteren, welche jQngeren Datums sind. 
£8 sollen daher hier (Nr. 3) sämtliche Zusätze behandelt werden, die nicht mit 
Wahrscheinlichkeit in die Zeit nach der Vereinigung von JE und Dtn verlegt 
werden müssen (über letztere vgl. § 5). 

2) Das Gesetzbuch Josias gab sich als eine Rede Moses, die er kurz vor 
seinem Tode gehalten hatte. Es lag nahe, nunmehr die letzten Tage Moses aufs 
Neue in einer Erzählung zu schildern und die Verkündigung des Gesetzes darin 
aufzunehmen. Diese Erzählung können wir mit D* (im Unterschied von D^ als 
dem josianischen Gesetzbuch) bezeichnen. Sie umfasst folgende Teile: lia.5 — is. 

19 (+ ib — 2?) ao. 22-^90. 8lb — es. 89* 40—46. 2l — 6. 8. 9aa. 18—17. 24aa. 26 — aoa. 31 — 98. 

3i — ^8. loa. 12. isaba. 18 — 20.28 — ^29. 4ia.2a. 3. 4. 31 1 — 2.7 — 8. 345 — 6.10. Die Erzäh- 
lung beginnt mit dem Befehl zum Aufbruch vom Horeb und wird bis zum Tode 
Moses fortgeführt; doch wird der Bericht über die Zeit bis zur Gesetzesmitteilung 
nur in der Form einer rekapitulierenden Rede gegeben Ob die Erzählung noch 
weiter gefuhrt wurde, und ob eine Fortsetzung uns im Buche Josua erhalten ist, 
kann hier nicht entschieden werden; doch scheinen 3i8 — 20.28. 31 7 — e dafür zu 
sprechen, dass derselbe Erzähler auch die Eroberung des Westjordanlandes unter 
Beteiligung auch der ostjordanischen Stämme und unter Führung Josuas dar- 
gestellt hat. In Bezug auf den ersten Teil von D' sind verschiedene Fragen 
aufgeworfen worden, die im Folgenden kurz zu besprechen sind. 

a) Der Bericht beginnt in ziemlich abrupter Weise mit dem Befehl zum 
Aufbruch vom Horeb, ohne dass über den Aufenthalt am Horeb etwas erzählt 
wäre. Horst hat darum angenommen, der Anfang der Erzählung sei fort- 
gefallen resp. an eine andere Stelle geraten. Vor Ig habe ursprünglich 99 — 10 11* 
gestanden, davor ein Bericht über die Offenbarung Jahves am Horeb, etwa in 
der Art von Kap. 5. Doch könne Kap. 5 selbst nicht den Anfang gebildet 
haben, da 5 3 der Anschauung von l85. 2 uff. widerspreche. Ähnlich urteilt 
Dillmann über 925 — lOu. Dafür spricht abgesehen davon, dass die Stücke 
inhaltlich an einander anschliessen , dass in Kap. 1 — 3 wie in 99ff. die plur. 
Anrede vorliegt, und dass beide Abschnitte ausschliesslich E als Quelle benutzen 
(cf. § 7, 3. 4). Dagegen aber spricht, dass kein Grund zu finden ist, aus dem 
ein Bedaktor die Einleitung zu Kap. 1 — 3 von ihrer natürlichen Stellung ent- 
fernt und an einen Platz gestellt haben sollte, an dem sie sich nur teilweise in 
den Zusammenhang einfügt. Auch hat sich uns die Zusammengehörigkeit von 
Kap. 5 und 99ff. als wahrscheinlich ergeben. Es wird danach richtiger sein, 
anzunehmen, dass D* den Bericht über den Aufenthalt am Horeb fortliess, weil 
er bereits in D^ stand; er will das Gesetzbuch nur mit einer Erzählung um- 
rahmen, die es zugleich ergänzt. 

b) Den Schluss seiner Erzählung hat D*, selbst soweit es möglich war, 
nicht in die Form einer Rede Moses gekleidet. Daher nimmt Dillmann an, 
dass auch der erste Teil (926 — 10 11 [s. ob.] 1 — 3) ursprünglich in reiner Er- 
zählungsform, nicht als Rede Moses, geschrieben war; auch Kittel (Gesch. d. 
Ebr. I, 48 ff.) hält dies für möglich. Den Anlass für die Umsetzung in die 
Bedeform sieht Dillmann in Folgendem: D' hat vor der Vereinigung von D 



XVI Einleitung. § 4. Die naohjosianische Erweiterung des Deuteronomiamfi. 

und JE geschrieben; denn er will D^ mit einem geschichtliohen Bahmen ver- 
sehen, was nach der Zusammenarbeitung von D^ mit JE überflüssig war. Bei 
dieser Zusammenarbeitung aber ergab sich für den Redaktor (Bd) die Schwierig- 
keit, dass nun dieser Bericht doppelt vorhanden war. Er löste sie dadurch, dass 
er den des D* in die Bedeform umsetzte. Eine Bestätigung seiner Hypothese 
sieht Dill mann darin, dass der Bedaktor einzelne Stücke, die sich nicht gut 
für eine Bede eigneten, in ihrer ursprünglichen Form belassen habe (gewisser- 
massen als Parenthesen), nämlich 2io — 12. 20 — ^23. 39. 11. u. 4 41 — 43. 10 6 — 7. Man 
sieht jedoch nicht ein, warum 4 41 — 48. 10 6 — 7 nicht in Bedeform hätten umge- 
setzt werden können. Dann aber ist zweifelhaft, ob Dillmanns Erklärung der 
übrigen »Parenthesen« richtig ist. Es kommt dazu, dass sich an Kap. 3 in 
durchaus natürlicher Weise ein paränetischer Abschnitt (4iff.) anschliesst. Dill- 
mann muss nun annehmen, dass derselbe ursprünglich in den Schlussreden des 
D' gestanden habe; aber wo? und warum hat Bd ihn nicht dort gelassen 7 D* 
konnte sehr wohl sich von Anfang an der Bedeform bedienen, weil er in Kap. 5 
und 99ff. ein Vorbild dafar hatte. Dann ist auch erklärlich, dass er eine Über- 
leitung von Kap. 1 — 3 zu 444ff. durch 4i — 4* herstellte, und ebenso erklärlich 
ist, dass sich später andere paränetische Ausführungen daran anschlössen. 

c) Dillmann nimmt an, dass der Verfasser von Kap. 1 — 3 etc. (D>) 
mit dem des Gesetzbuches (D ^) identisch sei. Dagegen sprechen aber Differenzen 
zwischen beiden, wie besonders der Widerspruch zwischen 2 uff. und 5 s u. a., die auch 
Hoonacker nicht befriedigend zu lösen vermocht hat; cf. Horst, BHB XXIII. 
Auch lässt sich die Stellung von Kap. 1 — 3 vor der Überschrift 444ff. dann nur 
durch die unter b) zurückgewiesene Hypothese erklären. Für mich ist Dill- 
manns und Hoonackers Hypothese von der Identität des D' mit D^ schon 
dadurch ausgeschlossen, dass es einen einzelnen Verfasser D^ gar nicht giebt; 
und auch von D' können die D* zugewiesenen Teile nicht wohl verfasst sein, 
da sich zwischen D* und D' keine nähere Verwandtschaft nachweisen lässt 
(beachte besonders die sing. Anrede bei D' 17i4ff. 18 9. 12b ff., während D* die 
plur. Anrede gebraucht). Ebenso ist für mich die Hypothese Wellhausens 
ausgeschlossen, nach der Kap. 1 — 4 und 5 — 11 zwei von einander unabhängige 
Einleitungen zum Gesetz (Kap. 12 — 26) sind; denn Kap. 12 — 26 haben nie ohne 
Kap. 5 — 11 existiert, cf. § 2. 

d) Betreffs der Abfassungszeit von D' lässt sich einerseits mit Wahr- 
scheinlichkeit sagen, dass sie nach der Publizierung des D ^ durch Josia 623 
(621) anzusetzen ist; andererseits ergab sich aus 24, dass D' wahrscheinlich 
noch vor dem Exil geschrieben hat, da er über die Edomiter ein günstiges Ur- 
teil fällt. Übrigens können die Kapitel 1 — 3 nur von jemand geschrieben sein, 
der das Dtn noch als gesondertes Buch kannte; denn hätte ihm das dtn. Gesetz 
in der Verbindung mit der Erzählung des JE vorgelegen, hätte er keine Ver- 
anlassung mehr gehabt, es mit einer historischen Umrahmung zu versehen. 

3) Innerhalb des Gesetzbuches finden wir Erweiterungen und Zusätze 
verschiedener Art, nämlich: 

a) solche gesetzlicher Art. Selbstverständlich war das josianische 
Gesetzbuch keine vollständige Zusammenstellung aller Forderungen und 



£inleitang. § 4. Die nachjoBianische tSrweitening des DeuteTonomiums. XVII 

Gesetse. Manches war bereits im alten Israel allgemein als Forderung Jahves 
anerkannt, anderes lernte man im Laufe der Zeit als Forderung Jahves erkennen, 
was nicht im Gresetzbuch stand. Es lag nahe, solche Forderungen nachzutragen. 
So wurde das altisraelitische Verbot des Blutgenusses (cf. ISam liasff.) nach- 
getragen, in einigen Handschriften hinter 12 14, in andern hinter 1221 (in unserm 
Text sind beiderlei Handschriften kombiniert). Femer unterschied schon das 
alte Israel reine und unreine Tiere (cf. Gen72); aber das dtn. Gresetz hatte keine 
Rücksicht darauf genommen. So trug man ein Verzeichnis der reinen und un- 
reinen Tiere nach, 143ff. Im Laufe des Exils wurde als äusserste Konsequenz 
der Forderung, sich von aller Befleckung mit dem Heidentum rein zu erhalten, 
das Verbot gewisser Trauerbrauche^ die bei den Heiden kultische Bedeutung 
hatten, aufgestellt und in das Dtn eingetragen, 14 1. Eine weitere Gruppe von 
Zusätzen verdankt ihren Ursprung der veränderten Lage Israels im Exil. So 
lange Israel in seinem eigenen Lande wohnte, kam die Frage, wie man sich 
einem ^^33 gegenüber zu verhalten habe, kaum in Betracht; im Exil, wo man 
fast taglich mit ihm in Berührung kam, wurde sie höchst bedeutsam. Man 
beantwortete sie durch Zusätze an geeigneten Stellen des Gesetzes, 14 21. lös. 
17 15. 2321. All diese Sätze lauten sosehr gleich, dass wir sie nur von ein und 
derselben Hand herleiten können. Da nun der Zusatz in 14 21 nicht älter sein 
kann, als 14 1 — 21 aa, so sind wir in der That genötigt, sie der exilischen Zeit 
zuzuweisen, wie oben vorausgesetzt wurde. Eine weitere Gruppe von Zusätzen 
scheint aus den Kreisen der Jerusalemer Priesterfamilien und der übrigen Leviten 
hervorgegangen zu sein. Sie wollten ihre Rechte, die sie gewohnheitsmässig aus- 
übten, resp. die sie in Anspruch nahmen, auch durch das Gesetz sanktioniert 
sehen oder näher begründen. So wurden die Zusätze in 179. 10a. 11 aa. 12a (is — 19) 
18 1*. 6. 19 17. (202 — ^4) 216. 248 — 9*. 208 — 4. 31 9 eingefügt und im Zusammen- 
hang damit wohl auch 10 8 — 9 und der Satz nVnai pbn iV 1"^» ^3 12 12. 1427. 29, 
speziell von den Leviten, die früher auf den Hohen Priesterrecht gehabt hatten 
und es auch am Zentralheiligtum beanspruchten, 18 7. Alle die den terminus 
D^ibn D*«3n3rr ("^ib ^33 'noTi) enthaltenden Zusätze werden übrigens nachezechie- 
lischen Ursprungs sein; denn bei Ezechiel sieht man diesen terminus entstehen, 
während der Zusatz D'^ibn im Dtn, das auf nichtlevitische Priester nie anspielt, 
nicht genügend motiviert erscheint (cf. Ez 449ff.). Andere Zusätze sind in dem 
Interesse gemacht, die Bestimmungen eines Abschnittes durch Zusammenstellung 
mit denen anderer Abschnitte zu erläutern oder zu begrenzen. So wurden ein- 
gefügt: 13ioa/9b. ua. 12. 16 (aus 17?. 5b. is. 4) 152i (aus 17 1) 22 — 2S (aus 1222 — 23) 
208 (aus 246). iäner ähnlichen Absicht verdankt auch der Einschub 44i — 43 
seine Entstehung (cf. zu 19iff.); er soll vor einem Missverständnis von 19iff. 
bewahren, als wären hier nur drei Asjlstädte gefordert, während man doch in 
späterer Zeit, wie P beweist, sechs Freistädte als von Moses gefordert ansah. 
Endlich scheint D* selbst an das Gesetz noch eine Forderung angeschlossen zu 
haben, die nur für einen einzelnen Zeitpunkt gegolten haben soll: 27 1 — ^2aa. 4a. 
b) solche paräne tisch er Art Diese finden sich naturgemäss besonders 
am Schluss des Gesetzes im Zusammenhang mit der Fluchrede des Sg. Es lag 
nahe, alles ITngjiück, das Israel traf, als Strafe für den Abfall vom Bunde zu 

Handkomaieiitir 1. AT: Steaernsgel, Dentwon. II 



XVni Einleitung. § 5. Die Verbindung des t)tn mit J£ and die Sclilussredaktion. 

betrachten und die Fluchrede danach zu ergänzen. So sind an Kap. 28 zu- 
nächst, wohl in der Zeit der äussersten Bedrängnis Jerusalems im Jahre 586 
(vgl. über die Hungersnot Jer 372i), v. 47 — 57 mit dem Abschluss v. 58 — 61 
angefügt ; bald darauf, spätestens zu Beginn des Exils v, 62 — 63 und v. 64 — 68. 
Eingefugt wurden der Fluchrede v. 21 — 22. 27 — 33 a, in andern Handschriften 
in etwas veränderter Gbstalt v. 33 b — 42 (später wurden beiderlei Texte kom- 
biniert). Ein relativ selbständiges Stück aus dem Beginn des Exils ist weiter 
2869 — 2928*. Als dann gegen Ende des Exils die Hoffnung auf eine Aufhebung 
der Strafe sich hob (cf . Deuterojesaja), wurde 30 1 — lo angefugt. Als Einleitung 
der Fluchrede scheinen 279 — lo dienen zu sollen. Ähnlich ist auch an 4i — 4 
(das bereits durch v. 5—8 erweitert war) eine Rede augefügt, die für den Fall 
der Bekehrung die Wiederbegnadigung verheisst (v. 9 — 40) unter Benutzung einer 
ursprünglich selbständigen paränetischen Schrift (v. 10 — 12. 15 — 18. 21 — 23 a. 
25 — 28). Kleinere, weniger bedeutsame paränetische Zusätze, sowie exegetische, 
archäologische oder stilistische Glossen können hier nicht einzeln besprochen 
werden; vgl. über sie die Einzelerklärung. 

§ 5. 

Die Verbindung des Dtn mit JE und die Scblussredaktion. 

1) Wie D* über die letzten Tage Moses erzählt hat, so auch J und E. 
Namentlich von dem Letzteren sind uns wenigstens einige Fragmente erhalten: 
276 — 7aa. 31i4*. i5. 28aa. 34iba. 4 (auch in lOe — 7 glaubten wir ein aus E ver- 
sprengtes Fragment sehen zu müssen). Nach dem Bekanntwerden des dtn. Ge- 
setzes (D ^) war es fast selbstverständlich, dass man die Erzählung des JE durch 
Aufnahme von D ' ergänzte. Dies geschah in der Weise, dass man D ^ vor 
31 14 einschaltete, den in JE vorausgehenden Befehl 276 — 7a a aber, weil er eine 
Forderung enthielt, an den Schluss des dtn. Gesetzes stellte. Selbstverständlich 
hat der Bedaktor (Bd) bei dieser Verbindung von JE und D^ es nicht aa 
allerlei Zusätzen fehlen lassen. In den früheren Büchern (Gen Ex Num) und 
im Buche Josua kann die Thätigkeit des Rd und seiner Nachfolger hier nicht 
weiter verfolgt werden; im Dtn scheinen Spuren derselben vorzuliegen in 272b. 
sa. 7a/}b. 8. 3l2sa/^b. S4cihß — ^3(?). Ich sagte, D^ (also nicht das durch D' er- 
weiterte Gesetzbuch Josias) sei mit JE kombiniert worden. Es ist das eine Ver- 
mutung, die sich auf die Analyse von 27 1 — s stützt (cf . z. d. St), die aber eben 
darum, weil diese Analyse äusserst schwierig ist, nicht mit Zuversicht ausge- 
sprochen werden kann. Die Kombinierung des vermutlich D^ angehörigen 
Stückes 27 1 — 2aa. 4a mit JE scheint mir erst dann verständlich zu sein, wenn 
JE bereits dtnst überarbeitet war; der Redaktor hat dann eben die Steine, die 
bei der Überschreitung des Jordan als Denkmäler errichtet werden sollten, mit 
denen zusammengeworfen, die auf dem Ebal aufgestellt werden sollten. Es wäre 
also anzunehmen, dass die Einrahmung des D ^ durch einen Geschichtsbericht 
in doppelter Weise erfolgte: die Einen fügten D^ in JE ein, die andern (D') 
versahen D ^ mit einer selbständigen geschichtlichen Umrahmung. Später wären 
dann beiderlei Darstellungen kombiniert worden, indem in JE + D ^ die von D > 



Ginleitnng. § 5. Die Verbindung des Ütn mit JE und die Schlussredaktion. XIX 

geschriebenen Abschnitte eingefügt wurden. In Kap. 34 scheint der Bericht des 
D* über den Tod Moses den des JE verdrängt zu haben, wenn nicht in 346—6 
die Darstellung des JE mit der des D' verschmolzen ist. 

2) Es ist nichts natürlicher, als dass bei und nach der Zusammenarbeitung 
des D ^ mit JE die in beiden enthaltenen Gesetze nach einander ergänzt wurden. 
Wenn z. B. das Dtn über die Freilassung des hebräischen Sklaven nach sechs- 
jährigem Dienst ein Gesetz enthält, das auf den Fall keine Bücksicht nimmt, 
dass der Sklave auf die Freiheit verzichtet, so konnte und musste das nach dem 
parallelen Gesetz des Bundesbuches ergänzt werden. Die Zusätze, die auf diese 
Weise in dem Dtn Aufnahme fanden, lassen sich fast durchgängig an der wört- 
lichen Übereinstimmung mit den Gesetzen des JE erkennen. So werden aus JE 
in das Dtn übernommen sein 142ib (aus Ex 3426) 15 16 — 17 (aus Ex 21 6 — e) 
163 — 4.16 (aus Ex 23 15. 3423. 2ob/?) 16 19 (aus Ex 236 — b) und 1921 (aus Ex 
2l23f.). Auch 25 17- 19 verdankt seinen Ursprung wahrscheinlich Ex 17 uff., wie 
der. Begründungssatz 249 auf Num 12 zurückweist. Unbedeutendere Zusätze 
nach JE sind z.B. 9io (nach Ex 31i8) 12 (nach Ex 32 yf.) 18— 19 (nach Ex 32 uff., 
also einer Stelle, die selbst erst aus Dtn 925 in die Darstellung des E einge- 
drungen war und somit in das Dtn nur in verkürzter Gestalt zurückwanderte) 
11 G (nach Num 16) und l46 (nach Num 20 1, nachdem auch D' mit JE kom- 
biniert war). Endlich wurden im D^n auch Zusätze angebracht, die auf die 
weitere Erzählung von JE im Buche Jos vorbereiten sollten, so wohl in einigen 
Exemplaren ll29f., in anderen 27 u — 13 zur Vorbereitung von Jos Sssf. Durch 
Eombinierung von beiderlei Texten entstand der gegenwärtige Text, der den 
Zusatz an beiden Stellen bietet. Wie das Dtn seinerseits die Quelle für Auf- 
füllungen in JE gebildet hat, kann hier nicht weiter untersucht werden ; beispiels- 
halber verweise ich auf Ex 20i— 17. 32(7 — s). 9 — 14; 232off. 34iiff. 

3) Auch der Priesterkodex erzählte über die letzten Tage Moses, und zwar 
folgte auf Num 27 12 — 23 ursprünglich wahrscheinlich alsbald Dtn 34iaa. 7 — 9. 
Durch verschiedene Einschaltungen nach Num 2723 war aber der Zusammen- 
hang von Dtn 34 mit Num 27 zerrissen. Das wird der Grund gewesen sein, 
aus dem durch einen Überarbeiter von P (P ) der Inhalt von Num 27 12 — u 
rekapituliert wurde, Dtn Isa. 3248 — 52. Bei der Zusammenarbeitung von P mit 
JED hat Rp Isa als Datierung für die letzten Beden Moses benutzt, indem er 
V. 3b anfügte; 3248 — 52. 34iaa stellte er vor 34 ib — 4, dem Inhalte entsprechend; 
durch 347 — 9 ergänzte er die Darstellung von JED über den Tod Moses. Der 
Text des P ist bei dieser Gelegenheit nicht wesentlich verändert worden; 3248a/?. 
02h ji. 34 la/? werden lediglich Abschreiberzusätze sein. Auch der Text des Dtn 
scheint wenig oder gar nicht durch die Zusammenarbeitung mit P beeinflusst zu 
sein. 441 — 43 ist zwar mit Rücksicht auf P geschrieben; aber der Text von 19iff. 
ist unverändert gelassen. Zusätze wie 168. I81. 248 zeigen zwar bereits An- 
klänge an den Sprachgebrauch des P, sind aber schwerlich auf Rp zurückzu- 
führen. In 18 1 und 248 spricht dagegen der terminus tzs'^ibn tia^srorr, bei 168 
wird man darum mit der Annahme, dass hier ein Zusatz des Rp vorliege, eben- 
falls vorsichtig sein müssen. Nur Ein grösserer Zusatz wird auf Rp oder einen 



XX Einleitung. § 6. Die religionsgeschichtliche Bedeutung des Dtn. 

seiner Nachfolger zurückzuführen sein, nämlich 27 u — 26, die deutlich nicht nur 
auf die Gresetze von JED Bezug nehmen, sondern auch auf solche des P. 

4) Endlich sind noch zwei besondere Stücke in das Dtn eingefügt worden, 
nämlich : 

a) das Lied Moses, 32i — 43. Entstanden in den Tagen Deuterojesajas 
ist es von einem Dtnsten mit einer Einleitung und einem Schluss versehen und 
in das Dtn eingefügt worden, wahrscheinlich kurz nach dem Exil. Der Ver- 
fasser der Einleitung betrachtete das Lied als ein Zeugnis gegen die Israeliten, 
dass sie rechtzeitig gewarnt, also ohne Entschuldigung für ihren Abfall von 
Jahve wären, der das Exil zur Folge hatte. Von dieser Auffassung aus hat 
er im Liede selbst einige dem entsprechende Zusätze angebracht (v. 5—6. 7 b. 
17—18. 29—31). Bei der Einfügung in das Dtn stellte er das Lied als Ab- 
schiedswort Moses unmittelbar vor den Bericht über seinen Tod (3248 — 62 und 
Kap. 33 sind erst später eingefügt). Er nahm an, dass der Wortlaut des Liedes 
Moses mitgeteilt war, als er zum letzten Mal vor Jahve stand (32 15), und Hess 
darum den ersten Teil seiner Einleitung, die Rede Jahves, unmittelbar auf v. 15 
folgen, noch vor v. 23, in dem Jahve mit Josua redet. Abschreiber haben auch 
diese dtnste Umrahmung des Liedes mannigfach erweitert; cf. die Erklärung zu 

3116—3247. 

b) der Segen Moses, 33 1 — 29. Er ist ein altes Stück, das, nachdem es 
lange Zeit für sich allein überliefert war, in einen Psalm nachexilischen Ur- 
sprungs eingefügt wurde. In dieser Form wurde er wohl erst nach Bp in das 
Dtn aufgenommen und als letztes Abschiedswort Moses zwischen den Todes- 
befehl nach P' 3248 — 63 und den Bericht über den Tod Moses gestellt Näheres 
siehe in der Auslegung zu Kap. 33. 

Diese letzten Einfügungen haben den Text des Dtns nur teilweise beein- 
flusst, der Segen Moses gar nicht, das Lied in Zusätzen wie 426. 819. 30 19, die 
aber vielleicht nur Bekanntschaft mit dem noch selbständig existierenden Liede 
voraussetzen (426 ist bereits im Exil geschrieben). 

§ 6. 

Die reiigionsgeschichtliche Bedeutung des Dtn. 

Das deuteronomische Gesetz ist dasjenige Buch, das vielleicht in die Ent- 
wickelung der israelitischen Religion am bedeutsamsten eingegriffen hat. Das 
erklärt sich teils aus seinem Inhalt, teils aus dem Schicksal Israels kurz nach 
dem Bekanntwerden des Buches. In ihm finden die Beformbestrebungen, die sich 
etwa anderthalb Jahrhunderte lang in Israel deutlich verfolgen lassen, die hier 
und da Erfolg hatten, schliesslich aber doch völlig ergebnislos zu verlaufen 
schienen, eine grossartige Zusammenfassung und eine greifbare und praktisch 
ausführbare Gestalt, und zugleich eine wirkungsvolle Begründung. Unter den 
denkbar ungünstigsten Verhältnissen geschrieben, wird es zu einer Zeit bekannt, 
die seine Wirkung in der denkbar günstigsten Weise sicher stellt, wenn auch 
vorübergehend sein Erfolg in Frage gestellt zu werden schien. Gerade dadurch 
aber wird es zu demjenigen Faktor, der zuerst und am bedeutendsten zur Um- 



Einleitung. § 6. Die religionsgeschichtliche Bedeutung des Dtn. XXI 

bildung der israelitischeii Religion in die jüdische beigetragen hat. Dies des 
Näheren darzulegen, ist die Aufgabe der folgenden Ausführungen. Zu ver- 
gleichen sind die verschiedenen biblischen Theologieen und besonders Bmith- 
Roth stein, 6. 327 ff., zur biblisch-theologischen Analyse des Dtn meine Entst. 
d. dtn. G. 8. 97 ff. 

1) Seit den Tagen Moses galt Jahve allein als der Gott Israels, dem 
man für jeden Erfolg, den er schenkte, durch Opfergaben dankte, und von dem 
man alles Gute und Böse herleitete. Man wusste aber auch, dass er ein ethischer 
Grott war, dass also zur Treue gegen ihn und zu seiner Verehrung vor allen 
Dingen auch die Befolgung seines Willens, speziell durch Gerechtigkeit im Ge- 
richt und durch Liebe zu den Armen, gehörte; vgl. die Schilderungen frommer 
Persönlichkeiten in der Sage. Aber schon frühzeitig lassen sich Spuren davon 
beobachten, dass nicht alle Teile des Volkes das rechte Verständnis für das 
Wesen Jahves hatten. Da man den Gegensatz seines Wesens zu dem des kana- 
nitischen Baal nicht klar erkannte, vermischte man seine Verehrung mit der des 
Baal; zunächst geschah das in harmloser Weise, indem man Jahve als den b^n 
(Herrn) Israels bezeichnete, dann indem man ihn mit ^93 identifizierte, als wären 
b93 und Siin^ nur verschiedene Namen für ein und dasselbe göttliche Wesen. 
Damit war dem Eindringen des kananitischen Heidentumes das Thor geöffnet; 
alle Formen des Baalkultus wurden in den Jahvekultus übernommen, ebenso der 
mit dem Baalkultus verknüpfte Astartekultus, und auch allerlei abergläubische 
£lemente (Zauberei, Totenkultus, Mantik) fanden Aufnahme, resp. Bestärkung, 
in Israel. Bei alledem wollte man Jahve nicht verlassen; thatsächlich hatte 
man ihn doch vergessen. Denn der Gott, den man nun verehrte, trug nicht 
mehr die Züge, sondern nur noch den Namen Jahves. Man vergass, dass er 
nur Ein Gott war; wie man bei den Eananitem den Baal von Sichem und den 
von Eqron unterschied, so auch in Israel den Jahve von Dan und den von 
Bethel. Wie man seiner Pflicht gegen Baal genügte, wenn man ihm Opfer, und 
swar möglichst viel Opfer brachte, so meinte man auch in Israel, zur Frömmig- 
keit gehörten nur äussere Eultusübungen, und vergass, dass Jahve in erster Linie 
Gerechtigkeit und Nächstenliebe forderte. Ja, man vergass mit der Zeit auch, 
dass Israel nur Jahve verehren durfte, man entlehnte auch von auswärtigen 
Völkern Gottheiten, vor allen Dingen die Grestirngötter. Bei diesem Prozess 
hatte vor allen Dingen auch der Übergang Israels vom Nomadentum zur Acker- 
baukultur eine Rolle gespielt. Der Jahve Moses beschenkte sein Volk nicht mit 
dem Segen des Feldes, aber der Baal Kanaans that es. Als Israel den Acker- 
bau erlernte, stand es vor der Frage, wer segnet mir die Arbeit auf dem Felde? 
£8 lag als Antwort nahe: Baal thut es, und ich bin ihm dafür Dank schuldig. 

2) Man würde sich ein falsches Bild von der Entwickelung Israels machen, 
wenn man glaubte, das ganze Volk sei an diesem allmählichen Abfall beteiligt 
gewesen. Weite Kreise des Volkes haben aus Mangel an Einsicht*) gewiss gar 
keinen Abfall von Jahve sehen können ; Einsichtigere *) haben gegen den Abfall 

*) Es handelt sich selbstTerBtändlich nicht um weltliche Bildung, sondern uro 
Einsicht in das Wesen Jahves, **"** m. Hier liegt die Wurzel für die eigentümliche 
Fassung der Begriffe Weisheit und Thorheit ^ Frömmigkeit und Gottlosigkeit. 



XXII Einleitung. § 6. Die religionsgcschichtliche Bedeutung des Dtn. 

aogekämpft, und ihrem Wirken sind eine Anzahl von Reformen zu verdanken, 
die im Laufe der Zeit vorgenommen wurden, cf. z.B. ISam 289. IReg 15 12 — ih. 
II Reg lOisff. I84. Doch sind solche Reformen ohne dauernden Erfolg gewesen. 
Teils waren sie zu wenig durchgreifend, sie verboten einen Missbrauch, verstopften 
aber seine Quelle nicht; teils waren sie nicht in der rechten Weise ins Werk 
gesetzt; teils schufen sie praktische Schwierigkeiten, die unlöslich zu sein schienen. 
Aber die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Reform erstarb nicht, im Gegen- . 
teil, durch eine Reihe bedeutender Propheten von Elias an bis auf Jesaia und 
Micha wurde sie lebendig erhalten und vertieft Aber die Propheten gaben kein 
Reformprogramm; sie wollten dem Volk Erkenntnis Jahves, vor allem Erkenntnis 
seines ethischen Wesens bringen, die praktischen Konsequenzen mussten sich dann 
von selbst einstellen. Das Volk war aber noch nicht reif zu solcher Umkehr, 
es brauchte noch den Zuchtmeister des Gesetzes. Diesen bekam es durch das Dtn. 
3) Das Dtn bildet das vollständigste Reformprogramm, das aufgestellt 
wurde. Nicht ein einzelner hat es aufgestellt; die litterarkritische Analyse lehrte 
uns, dass verschiedene Männer dazu beigetragen haben. Den Anstoss gab ihnen 
vermutlich der Reform versuch Hiskias, II Reg 18 4. In ihm war das Übel an 
der Wurzel angefasst: Jahves Verehrung sollte in durchgreifender Weise von der 
des Baal unterschieden werden; alle Kultusstätten ausser der Einen, die unzweifel- 
haft Jahve und nicht dem Baal geweiht war, wurden aufgehoben, diese Eine von 
heidnischen Gräueln gesäubert. Doch diese Reform war gescheitert; nicht Mos 
darum, weil Hiskias Nachfolger, Manasse, eine Reaktion einleitete, sondern auch 
darum, weil sie zu unbedacht ins Werk gesetzt war. Sie schuf Schwierigkeiten, 
die man nicht zu lösen versucht hatte. Die am Dtn beteiligten Schriftsteller 
gaben den Reformplan aber nicht auf; sie erneuerten ihn, bauten ihn aus und 
vertieften ihn, aber sie machten ihn auch praktisch ausführbarer. Die erste 
Schwierigkeit, die der Reform im Wege stand, war die, dass die Leviten, die an 
den vielen Kultusstätten angestellt waren, mit einem Schlage ihr Einkommen ver- 
loren, obwohl sie persönlich doch vielleicht schuldlos waren. Schon der Verfasser 
des Grundgesetzes nimmt darauf Rucksicht, wenn er gebietet, ihnen auch femer 
Anteil an den Opfermahlen zu geben, 12 12. is. Sg folgt ihm darin, 12 19. 14 ?7. 
16 11. u. 26 11. Er geht aber noch weiter. Es war bisher Sitte gewesen, alle drei 
Jahre den vollen Zehnten an die Kultusstätten abzuliefern ; das war das Einkommen 
der Leviten gewesen, war aber zugleich auch zur Erhaltung der Heiligtumer ver- 
wendet. Sg bestimmt, dass dieser Zehnte auch künftig abgeliefert werde, nur als 
weltliche (doch cf. zu 26 isf.) Abgabe, von der die Armen und die Leviten unter- 
stützt werden sollen, 1428f. 26i2ff. Femer gestattet er den Leviten, nach Jerusalem 
überzusiedeln und dort, wo ja die Priesterstellen vermehrt werden müssen, eine 
neue, Einkommen gewährende Stellung zu suchen, 186.8. Eine zweite Schwierig- 
keit lag in dem Umstand, dass die Kultusstätten zugleich Gerichtsstätten waren, 
an denen man in schwierigeren Fällen durch die Thora der Priester eine Entschei- 
dung nachsuchte. Durch die Aufhebung dieser Stätten entstand also eine Schwierig- 
keit in der Hinsicht, dass die Beilegung von Streitigkeiten bedeutend erschwert 
wurde. Der Verfasser der Gmndsammlung weiss für sie noch keine rechte Lösung; 
er verlegt die Entscheidung aller schwereren Fälle nach Jerusalem, ITsfT. Sg ordnet 



Einleitung. § 6. Die religionsgescluchtliche Bedeutung des Dtn. XXIII 

das gesamte Gerichtswesen Deu, indem er fordert, dass in jeder Stadt rechtskundige 
Leute als Richter angestellt werden, I618; dadurch wird die Zahl der Fälle, die 
in Jerusalem entschieden werden müssen, bedeutend vermindert. Eine dritte 
Schwierigkeit betraf das Asylrecht der Altare. Wer vor dem Blutracher Zuflucht 
suchte, musste nun einen zu weiten Weg gehen und konnte zu leicht vom Blut- 
raeher vor dem Ziele eingeholt werden. Durch Einrichtung dreier Asylstädte war 
dieser Schwierigkeit bereits in der Orundsammlung abgeholfen worden; Sg ver- 
ordnet für den Fall der Gebietserweiterung noch weitere drei, 19ifi. Endlich, 
weil es für die weit von Jerusalem entfernt Wohnenden allzu schwierig werden 
konnte, jedes Tbier, das geschlachtet werden sollte, nach Jerusalem zu bringen, 
gestattet Sg fSr diesen Fall die profane Schlachtung in jedem Orte, 122off., wie 
er in ähnlicher Weise auch betreffs der Ablieferung der Zehnten (Erstlinge) von 
Korn, Most und öl eine Erleichterung gestattet, 1422ff. War durch solche Ver- 
ordnungen die Durchfuhrung der Reform ermöglicht, so haben die Verfasser des 
Dtn auch darum sich bemüht, dass sie nun wirklich durchgeführt würde, indem 
sie verordneten, jeden, der von Jahve abfiele, mit dem Tode zu bestrafen, 132 — ^18. 
172 — 7. Doch blieb das nur ein Wunsch, wenn ihr Gresetzbuch nicht vom Volke 
und der Obrigkeit anerkannt wurde. — Das Reformprogramm ist von ihnen aber 
auch ergänzt worden, und zwar ist diese Ergänzung in Sg und PI in ver- 
schiedenen Richtungen erfolgt. Sg hat vor allen Dingen eine grosse Zahl von 
Forderungen der Nächstenliebe in sein Gesetzbuch aufgenommen, um auf diese 
Weise einzuschärfen, dass Jahve vor allen Dingen auch Liebe fordert und sich 
nicht mit Opfern begnügt In das Gesetzbuch des PI fanden dagegen mehr 
Forderungen Aufnahme, die den priesterlichen Anschauungen ihren Ursprung 
verdanken mögen. Sie gehen von der Anschauung aus, dass Israel ein Jahve 
geweihtes Volk sein soll, und dass darum in ihm nichts gefunden werden darf, 
was Jahve verabscheut (Thoebhasprüche, 23 10 — 15), nichts, was Israel unrein 
machen könnte (21 1 — 9.22 — 23. 232 — 4.8-9. 24i — 4). Gewiss finden sich daneben 
auch Gesetze, die ursprünglich nichts mit der religiösen Reform zu thun haben 
(z. B. 21 15 — 17. 18 — 21, 22 13 — ^29. 245); aber sie treten entweder durch die Zu- 
sammenstellung mit andern Gesetzen unter den religiösen Gesichtspunkt (so 22 13 — 29 
zwischen 225. 9 — 12 und 232—4), oder sie treten so zurück, dass sie die oben ge- 
gebene Charakteristik der Gesetzessammlung des PI nicht modifizieren können. 
Die Verschiedenheit des Geistes, der in den Gesetzen des Sg und PI waltet, ist 
aber keine derartige, dass beide einander ausschlössen ; vielmehr ergänzen sie sich 
in der besten Weise. Sg fordert die Abschaffung der Höhenkulte, aber über die 
Art des Kultus in Jerusalem sagt er fast nichts; es kommt ihm nur darauf an, 
dass Jahve allein dort verehrt wird, dass der eine Abgabe von den Früchten 
des Feldes Bringende sich zu Jahve, dem Gott, der in Moses Tagen verehrt 
wurde, bekennt (265ff.) und so jeder Gredanke an Baalkultus ausgeschlossen wird. 
PI ergänzt Sg, indem er auch über die Art des rechten Jahvekultus etwas sagt. 
Man kann seine Gesetze darüber kurz zusammenfassen in dem Satz: Dem Jahve- 
kultus muss alles fem gehalten werden, was ihn auf eine Stufe mit heidnischen 
Kulten, speziell dem Baalkultus, stellen würde (cf. I621 — 22. 225. 23 is — 19). 
Nur an Einer Stelle scheint sich eine Spur zu finden, dass Forderungen ver- 



I 



XXIT Einleitung. § 6. Die religionsgeschichtliche Bedeutang des Dtn. 

schiedener Befonnkreise hier zusammengeschweiast sind: I621 scheint aus Kreiseii 
zu stammeD, die nur eine Beform der vielen Eultuestatten, nicht eine Aufbebung 
derselben forderten (vgl. die Ausl^ung). 

4) Die dtn. Gesetzgeber haben die Durchführung der von ihnen ge* 
wünschten Reform nicht durch Staatsgewalt erzwungen wissen wollen, sie haben 
kein Staatsgrundgesetz aufstellen wollen. I^irgends steht in dem ursprünglichen 
Gesetz ein Satz, der den König aufforderte, den Kultus zu reformieren, sondern 
das Volk wird angeredet; das Volk soll die Richter einsetzen (I618), das Volk 
soll die Übertreter des Gesetzes strafen (132ff. u. s. w.). Darum sind auch die 
einzelnen Forderungen vielfach der Art, dass ihre Erfüllung gar nicht durch die 
Obrigkeit überwacht werden kann (22 1 — 4.6—7. 24 19 — 22. 254). Den, der unrecht 
behandelt wird, verweist das Dtn mehrfach nicht auf die Klage vor der Staats- 
gewalt, sondern vor Jahve; er ist es, der dem Unterdrückten zu seinem Recht 
verhelfen wird (159. 24 15). So tritt das Dtn vielmehr unter den Gesichtspunkt 
einer Lehre über die rechte Jahveverehrung als unter den eines Gesetzes dar- 
über; mit Recht nennt Sg darum sein Buch ein prophetisches Lehrbuch (nmn 
444 etc.). Um dieser Lehre die nötige Beachtung zu sichern, haben 8g und PI 
sie mit einer Einleitung (Sg auch mit einem Schlusswort) versehen. Beide weisen 
darauf hin, dass ihre Forderungen die höchste Autorität für sich in Anspruch 
nehmen können; es sind Jahves Forderungen, die er durch Moses dem Volke 
übermittelt hat, deren Erfüllung er belohnt und deren Übertretung er bestraft. So 
wählen beide auch die in ihrer Zeit gebräuchliche Einkleidung ihrer Schrift in die 
Form einer Bede Moses. Sie hatten ein innerliches Becht dazu. Freilich hatte 
Moses nicht so gesprochen; aber es entsprach doch genau seiner Lehre. Man 
wollte nichts Neues einfuhren, sondern man wollte den Abfall von der mosaischen 
Beligion heilen, die Zeitgenossen zurückführen zu der Lehre Moses. Sg ist in 
seiner Empfehlung der Thora noch tiefer gegangen. Er begnügt sich nicht mit 
der Behauptung, dass seine Thora göttliche Forderung ist, sondern er sucht durch 
eine warme, eindringliche Paränese zu überzeugen, dass seine Lehre Jahves Lehre 
ist. Er zeigt an der Geschichte, wie Jahve allezeit der treue Gott ist, um seinen 
Lesern den Entschluss abzuringen, diesem treuen Gott durch treues Festhalten an 
ihm zu danken. Er verweist wohl auch auf den Lohn oder die Strafe, aber doch 
nicht so, dass Lohnsucht das ausschlaggebende Motiv für die Befolgung der Thora 
werden könnte. Es ist Jahves Gnade, dass er den Gehorsamen seinen Lohn 
verheissen hat, seine Treue, dass er diese Verheissung hält (vgl. zu 9 1—7). So 
ist es im letzten Grunde doch immer der Trieb der Dankbarkeit, den Sg wach- 
rufen und beleben will, und auf den er die Hoffnung gründet, dass sein Gesetz 
befolgt werde. Er bleibt auch als Gesetzgeber ein echter Prophet 

5) Wegen der Ungunst der Zeit konnte das Dtn wohl nicht publiziert 
werden. Es wurde im Tempel niedergelegt und vergessen, bis es im Jahre 623 
(621) durch Zufall gefunden wurde. Da hat das Buch der Lehre zunächst ge- 
wirkt, wie es wirken sollte; es hat zuerst im Herzen des Königs, dann auch 
im Herzen des Volkes den Entschluss wachgerufen, Jahve treu anzuhangen 
(IIBeg 22 — 23). Aber bei der grossen Menge verlor der erste Eindruck bald 
an Kraft, wenn auch der König Josia zunächst über der Befolgung des Gesetzes 



Einleitung. § 7. Das litter. Verhältnis d. Dtn z. d. übrigen Quellen d. Hexateuch. XXV 

wachte. Eb zeigte sieh wieder: dne rein geistige Kraft war nicht imstande, das 
Volk umzuwandeln. Man befolgte das Gesetz nur dem Buchstaben nach, seinen 
Greist nahm man nicht in sich auf, Jer 3io; ja, im Besitz des geschriebenen 
Gesetzes meinte man der prophetischen Mahnung entraten zu können, Jer 88. 
Dasselbe Buch, das den Willen und das Wesen Jahves erkeunen und beachten 
lehren sollte, war zum Hindernis geworden, Jahves Mahnungen zu hören; so auf- 
gefasst^ wie das Volk es auffasste, war es eine Lügenschrift geworden (Jer Sa). 
Auch das hatte sein Gutes; es liess in dem Propheten Jeremia die Erkenntnis 
reifen, dass das Heil eines Menschen nicht auf der Bekehrung aus eigenem Willens- 
entschlttss beruhen kann, sondern nur auf Heilsthaten Gottes, Jer Slaiff. Als 
dann gar Unglück über Unglück über Juda hereinbrach, kehrte das Volk zum 
Grötzendienst zurück, Jer44i5ff.; Jahves Begensverheissungen hatten sich ja scheinbar 
nicht erfüllt, auf sein Wort konnte man nicht bauen! Doch so dachte nur der 
Pöbel, der aus der Geschichte bald verschwindet Der bessere Teil des Volkes 
wurde durch das Exil völlig bekehrt. Es gab schon kurz vor dem Exil viele, die 
sich die Lehre des Dtn zu Herzen genommen hatten ; die dtnste Bearbeitung fast 
der gesamten alten Überlieferung, die um 600 vollzogen wurde, ist ein Zeugnis 
dafür. Sie sahen im Exil die gerechte Strafe für den Abfall Israels, von Pro- 
pheten wurden sie in dieser Auffassung bestärkt (Ezechiel, die Verfasser von 
Dtn 4. 29. 32, Deuterojesaia u. a.), und so hielten sie, die fem von Jerusalem 
weilten und überhaupt keine kultische Handlung vollziehen konnten, doch zum 
grossten Teil treu an Jahve fest, Ps 137, obwohl die Versuchung zum Abfall 
von dem Grott, der sein Volk Verstössen hatte, sehr nahe lag. Man konnte das 
Gesetz nidit befolgen; so studierte man es um so eifriger, um, wenn Jahve Israel 
wieder sammdte, um so peinlicher seinem Gesetz nachleben können. Das Er- 
gebnis solcher Studien ist das Programm Ezechiels (Ez 40 — 48), das Heiligkeits* 
gesetz und schliesslich der Priesterkodex. Dass man sich dabei vielfach ins 
Kleinliche und Äusserlicbe verirrte, ist richtig; aber die äussere Form wirkte doch 
auch erziehlich, denn sie bewahrte vor solchem Abfall, wie er in der älteren Zeit 
eisgetreten war. Und der Eifer, mit dem man sich um die Erfüllung des Gesetzes 
bemühte, die Liebe zum Gesetz, das doch manche unbequeme Last auferlegte 
(Ps 19 u. a.), die Frömmigkeit, die sich in vielen Psalmen ausspricht, sind ein 
Beweis, dass doch auch der geistige Gehalt des Dtn nicht vergessen war. Freilich 
hat das Dtn alldn das Judentum nicht geschaffen, aber es hat an seiner Ent- 
stehung einen bedeutsamen Anteil; und sofern das Judentum der Boden war, 
auf dem das Christentum vorbereitet wurde, hat das Dtn eine ewige Bedeutung, 
denn es ist ein Glied in der vorbereitenden Entwickelung des Reiches Gottes auf 
Erden. 

§ 7. 

Das iitterarische Verhältnis des Dtn zu den übrigen Quellen des Hexateuch. 

Dass das Dtn im Ganzen älter ist als P, darf hier vorausgesetzt werden, 
ebenso dass es jünger ist als J und E. Dies gilt jedoch nicht von den jüngeren 
Zusätzen in den einzelnen Quellen. Ober das Verhältnis der redaktionellen Teile 



XXVI Einleitung. § 7. Das litter. Verbal tnis d. Dtn z. d. übrigen Quellen d. Hexateuch. 

des Dtn zu andern QuellenBchriften des Hexateuch vgl. die Erklärung der Stellen. 
Hier ist nur das Verhältnis von Sg, PI und D* zu den Quellen J, E und P zu 
untersuchen. 

1) Dass Bg und besonders PI für ihre Gesetzbücher ältere Gesetzsamm- 
lungen benutzt haben, hat sich uns bereits in § 2 ergeben (cf. Grundsammlung, 
Familiengesetze, Kriegsgesetze, Thoebhasprüche). Es ist die Frage, ob auch solche 
Gesetzsammlungen von ihnen als Quellen benutzt sind, die uns noch als Be- 
standteile des Hexateuch ausserhalb des Dtn erhalten sind. Dass der Dekalog 
hier nicht in Frage kommen kann, versteht sich nach dem unter § 2, 11 Aus- 
geführten von selbst. Der Dekalog ist auch weder in J noch in E ursprünglich, 
sondern in Ex 20 erst auf Grund der Parallele Dtn 5 eingetragen. Freilich hat 
Fr. W. Schultz behauptet, das ganze Dtn sei nichts als eine Auslegung des 
Dekalogs, und seine Gesetze seien nach der Reihenfolge der Dekaloggebote an- 
geordnet. Man braucht aber nur die Thatsache anzuführen, dass nach ihm z. B. 
16 18 — 18 22 die Auslegung des vierten Gebotes, 6 16, bilden müssen, um zu be- 
weisen, dass das nicht der Fall ist. Am ehesten könnte man eine Benutzung 
des Dekalogs in 79 finden; doch kann 79 auch als Quelle für 5io angesehen 
werden (cf. z. d. St.). Dass im Dtn eine Reihe von Forderungen aufgestellt sind, 
die auch im Dekalog zu finden sind, wird niemand leugnen; aber dass die Zu- 
sammenstellung Ex 20 » Dtn 5 eine der Quellen des Dtn gebildet habe, ist 
nicht zu erweisen. Etwas anders stellt sich das Verhältnis des Dtn zu der 
Sammlung von Gesetzen in Ex 34 dar. Dieser Sammlung gehörten 
ursprünglich nur Ex 34 17. 19 — 20. 22 — 23.25—26 an (vgl. Enst. d. dtn. G. S. 90f.). 
Zu diesen Gesetzen zeigt nun besonders das Kultusgesetz des Sg eine nahe Ver- 
wandtschaft. Zu Ex 34 19 cf. Dtn 15i9--ao, wobei noch zu beachten ist, dass 
Ex 34 19 die Opferung der Erstgeburt wie Sg auf das Passahfest verlegt (im 
Widerspruch mit Ex 2229); cf. zu Dtn 16 1 — 17. Zu Ex 3422 cf. Dtn 169ff. isff.; 
über den Wechsel der Bezeichnungen q^oei und niDD für das Herbstfest siehe 
zu 16 18. Zu Ex 34*i6b cf. Dtn 166 — 7, zum Namen noD cf. Dtn 16 1. 2. 5. 6. Zu 
Ex 3426a cf. Dtn 1422ff. 262. 5 ff. Trotzdem wird man vorsichtig sein müssen mit 
der Behauptung, Sg habe Ex 34 als Quelle benutzt; denn a) verschiedene For- 
derungen von Ex 34 finden in Sg keine Berücksichtigung, so: v. 17. 20. (23) 
25 a. 26b, b) selbst wo inhaltliche Verwandtschaft vorliegt, fehlt meist die Gleich- 
heit des Ausdruckes. Vielleicht darf man doch nur sagen, dass Sg die kultischen 
Sitten voraussetzt, die uns auch durch Ex 34 bezeugt sind, ohne aber das Schrift- 
stück Ex 34 benutzt zu haben. Zwischen PI und Ex 34 finden sich gar keine 
Beziehungen. Wörtliche Übereinstimmung zwischen Ex 34 und dem Dtn, die 
wohl nur durch direkte Entlehnung erklärt werden kann, findet sich lediglich 
Dtn 16 10 (cf. Ex 3423); aber gerade diese Stelle ist ein späterer Zusatz zum Dtn. 
Eine weitgehende Benutzung und Voraussetzung von P (incl. des Heilig- 
keitsgesetzes) durch das Dtn sucht Di 11 mann Num. Deut. Jos. 605 ff. zu erweisen. 
Unleugbar finden sich eine Reihe von Berührungen mit Gesetzen des P, nament- 
lich des Heiligkeitsgesetzes, bei PI, speziell in den Thoebhasprüchen, einige wenige 
auch bei Sg. Vgl. z. B. Dtn 16 22 mit Lev 26 1 (doch ist hier wohl riDO^ statt 
nastrs zu lesen), Dtn ISioff. mit Lev I821. 1926. 31. 206. 27, Dtn 229 — 11 mit 



Einleitung. §.7. Das litter. Verhältnis d. Dtn z. d. übrigen Quellen d. Hexateucb. XXVII 

Lev 19 19, Dtn 22 12 mit Num ISarff., Dtn 25 13 — 16 mit Lev ISae; femer Dtn 2222 
mit Lev 20 10, Dtn 23 1 mit Lev 188, Dtn 23iiff. mit Num 5iff.; Dtn 24 uf. mit 
Lev 19 13 und Dtn 24i9ff. mit Lev 199. 2322 (über Anklänge an P in Zusätzen 
zum Dtn vgl. die Auslegung). Diese Parallelen haben sehr verschiedene Bedeu- 
tung. In den meisten Fällen lässt sich erweisen, dass in P ältere, vielleicht sehr 
alte, Gesetze benutzt sind, was besonders vom Heiligkeitsgesetz gilt. Der Ver- 
fasser des Heiligkeitsgesetzes bedient sich in den för ihn charakteristischen 
Wendungen stets der plur. Anrede; wenn er also auch Gesetze mit sing. Anrede 
mitteilt, so wird er sie schwerlich selbst verfasst, sondern aus einer Vorlage un- 
verändert übernommen haben, vgl. z. B. Lev 199f. (Umrahmung des H: 
CaDSi» "^^xp n« SDnspm und csD'TTb« '♦"•« "»dm; das dazwischen stehende Ge- 
setz ist rein singularisch). Es ist daher zum mindesten möglich, dass im Dtn 
nicht P (resp. H), sondern die Quellen von P (resp. H) benutzt sind, während 
P und selbst H jünger sein können als Dtn. Dass dies nun wirklich der Fall 
isty ergiebt sich aus einer, nicht blos einzelne Stellen, sondern den Gesamtcharakter 
von Dtn und P berücksichtigenden Vergleichung , cf. Einl. i. d. Hexateucb*). 
Überdies bliebe es selbst für den Fall, dass P sich als älter als Dtn erweisen 
Hesse, durchaus rätselhaft, warum Dtn die Gresetze des P nur so sporadisch be- 
nutzt haben sollte. Wenn man darauf antworten wollte, Dtn sei ein Gesetzbuch 
für das Volk und habe darum kein Interesse an den für die Priester bestimmten 
Gesetzen des P, so erklärt das wohl die Nichtberücksichtigung von Gesetzen wie 
Lev 1 — 7, aber nicht die von Stellen wie Lev 19ii. 14.17 — is. 20 — 22. 32, die doch 
ganz und gar zum Charakter des Dtn passen. 

2) Wichtige Fragen knüpfen an das Verhältnis des Dtn zum Bundes- 
buch an (£x 21 — -^3), cf. Euenen § 13, 32. Von der allgemein geteilten An- 
nahme ausgehend, dass D^ dass Bundesbuch kenne und als Quelle benutze, dass 
er es aber auch in seinen geschichtlichen Teilen nirgends als ein am Horeb mit- 
geteiltes Gesetz erwähnt, stellt er die Hypothese auf, das Bundesbuch habe in der 
Erzählung von JE ursprünglich die Stellung eingenommen, die jetzt das Dtn 
inne hat, sei also ursprünglich ein Moabgesetz gewesen. Dtn 12 — 26 seien »eine 
bedeutend erweiterte und veränderte Ausgabe des Bundesbuchess und letzteres 
sei durch das Dtn aus seiner Stellung verdrängt worden. Diese Hypothese, die 
viel Anklang gefunden hat, ist unbedingt abzulehnen. D^ hat das Bundes- 
buch nicht als Quelle benutzt, es überhaupt nicht gekannt; 
Kuenen's Hypothese ruht mithin auf einer falschen Voraussetzung. Dies soll 
hier bewiesen werden. 

Die allgemein herrschende Annahme, das Dtn habe das Bundesbuch als 
Quelle benutzt, stützt sich auf die Beobachtung zahlreicher Parallelen zwischen 
beiden, die W. R. Smith gar zu der Behauptung geführt hat, das Dtn decke 
eich fast vollständig mit der ersten Gesetzgebung (dem Bundesbuch), cf. Smith- 
Rothst. S. 299 Note 1. Die von ihm aufgestellte Vergleichung ist aber ganz 
irreführend. So sagt er, Ex 21 1-11 decke sich mit Dtn 15 12 — is; das ist nur 



*) Sie wird mit dem Komraentar über Josua erscheinen; vorläufig vgl. die Ein- 
leitungen von Knenen n. a., und namentlich Wellhausen, Prolegomena. 



XXVin Einleitung. § 7. Das litter. Verhältnis d. Dtn z. d. übrigen Quellen d. Hexateach. 

teilweise richtig, denn Ex 21 3 — 4 sind nicht berücksichtigt Ex 21 15. 17 sollen 
durch Dtn 31 18 — 21 ersetzt sein; beide Stellen handeln zwar von der Strafe, die ein 
Kind treffen soll, das sich ^gen seine Eltern vergeht, aber das Vergehen ist in 
beiden ganz verschieden beschrieben. Ex 22 is stellt er mit Dtn 2721 zusammen; 
aber letztere Stelle gehört gar nicht zum dtn. Oesetz (cf. Smith-Bothst S. 350 
Note 1). Ex 2228 — 29 sollen in Dtn 26 1 — u und 15 19 — 23 reproduziert sein; 
aber auf Ex 2228b nimmt Dtn nirgends Rücksicht (v. 29 b hätte Dtn verändert). 
Ex 23 10 — 11 soll Dtn 15 1 — 11 zu Grunde liegen; aber Ex 23 10 — 11 reden von 
dem Brachjahr, das für jedes Ackerstück ein verschiedenes ist, Dtn 15 1 — 11 von 
dem Schulderlass, der für alle Schuldner gleichzeitig eintritt, von dem Brachjahr 
redet das Dtn überhaupt nicht. Diese Beispiele, die sich mehren lassen, mögen 
genügen. Nimmt man dazu die Thatsache, dass auch nach W. R Smith 
Ex 2I1S— 22u (ausgenommen 21 23 — 25) 2227. 23i2. I8 im Dtn überhaupt keine 
Parallele haben, 2280 nur eine ganz unvollkommene in Dtn 148 — 21, so ergiebt 
sich: es ist eine starke Übertreibung des Thatbestandes, wenn man behauptet» 
das Dtn sei eine selbständige oder gar eine vollständige Beproduktion des Bundes- 
buches. Das Dtn kann darum auch kein Ersatz des Bundesbuches, keine er- 
weiterte und veränderte Ausgabe desselben sein; denn dann müsste das Dtn 
den Inhalt des Bundesbuches, soweit er nicht verändert oder aufgehoben werden 
sollte, vollständig wiedergeben. Es lässt sich nicht einmal sagen, das Bundes- 
buch bilde eine Quelle des Dtn; denn welchen Grund sollten der oder die Ver- 
fasser des Dtn gehabt haben, das Bundesbuch so unvollständig zu benutzen? 
Hielten sie die nicht benutzten Teile für weniger wichtig als die andern, z. B. 2237 
für weniger bedeutsam als 235? Vielmehr kann das Verhältnis nur so gedacht 
werden, dass beide, das Dtn und das Bundesbuch, aus der gleichen Quelle, dem 
Oewohnheitsrecht und einzelnen schriftlichen Aufzeichnungen desselben, schöpfen. 
Das thatsächliche Verhältnis des Dtn und des Bundesbuches scheint mir folgen- 
des zu sein: Das Grundgesetz und die Grundsammlung (cf. § 2, 8} zeigen 
gar keine Beziehung zum Bundesbuch. Selbst 19iff. erweist sich im Ausdruck 
völlig unabhängig von Ex 21 12 — 14, wiewohl beide vom Asylrecht handeln, wir 
werden hier zwei von einander völlig unabhängige, sich an das Gewohnheitsrecht 
anlehnende, Gesetze haben. Unter den Gesetzen der Ältestensammlung 
haben Parallelen im Bundesbuch: Dtn 2228 — 29 in Ex 22 16 — le (im Ausdruck 
voneinander abweichend, also wohl Eodifizierungen des gleichen Gewohnheits- 
rechtes) und Dtn 247 in Ex 21 16 (hier benutzen beide vielleicht dieselbe 
bereits — als Entscheidung in einem einzelnen Fall? — aufgezeichnete Bestim- 
mung). Unter den übrigen Gesetzen des PI hat keins im Bundesbuch eine 
Parallele, die auf litterarische Verwandtschaft fuhren könnte. Engere Beziehungen 
zum Bundesbuch weist die Sammlung des Sg auf. Freilich giebt hier bereits 
die in der Auslegung zu 16 1 — 17 näher dargelegte Thatsache zu denken, dass 8g 
in seinen kultischen Bestimmungen die durch Ex 34 bezeugte Eultussitte, nicht 
die des Bundesbuches, voraussetzt. Das Frühlingsfest ist nOD, nicht niST3, das 
Pfingstfest heisst ni9i3V, nicht n^acp, die Erstgeburten von Schafen und Bindern 
werden nicht bereits am achten Tage nach der Geburt geopfert (vgl. Dtn 15i9f. 
IGiff. mit Ex 2229. 23 16 — le). Man wird darum auch da, wo Parallelen vorhanden 



Einleitang. §. 7. Das litter. Verhältnis d. Dtn z. d. Übrigren Quellen d. Hezateuch. XXIX 

sind, nicht ohne zwingenden Grund annehmen dürfen, Sg benutze das ,BundeB- 
buch als Quelle. Das gilt ganz besonders von den Stellen, die nur einen ein- 
zelnen Ausdruck geroeinsam haben, der aber in ganz verschiedenen Gresetzen vor- 
kommt, wie Dtn 23 17 und Ex 22» (nsin), Dtn 25 1 und Ex 228 (y^tnn), Dtn 
223 und Ex 228 (niSfit) u. a.; denn solche Ausdrücke gebrauchte jeder im all- 
taglichen Leben, und es stehen ihnen weitgehende Differenzen im Sprachgebrauch 
gegenüber. So reduzieren sich die wirklichen Parallelen auf folgende : Dtn 15 i2ff. 
(Ex 2I2), 2320 (Ex 2224), 2410—13 (Ex 2226—26)*). Bei 232o weicht der Wort- 
laut stark ab, nur die unvermeidlichen alltaglich gebrauchten Worte für' »Geld« 
und »Zins« mussten natürlich von beiden Gesetzgebern gebraucht werden, die hier 
wohl eine oft aufgestellte Pflicht einschärfen. In den andern beiden Fällen lässt 
sich die Benutzung einer gemeinsamen älteren Vorlage wahrscheinlich machen. 
Dtnl5i2ff. undEx2l2ff. stimmen nur im je ersten Verse überein ; dieser wird das 
gemeinsame ältere Gesetz darstellen, das von Sg durch Dtn 15idff. erweitert ist, 
im Bundesbuch durch Ex 21sff. Dtn 24 10 — is und Ex 2226 2a haben die 
Form n73bic und die Forderung, den Mantel um Sonnenuntergang zurückzugeben, 
gemeinsam, hängen also sicher zusammen; aber Ex 2226 hat keine Parallele im 
Dtn und zeigt auch die gewöhnlichere Form nbnw, wird also Zusatz des Bundes- 
buches zu der der älteren Vorlage entnommenen Forderung Ex 2226 sein, und 
Dur die letztere ist im Dtn benutzt, aber anders erweitert Man wird also sagen 
dürfen: Das Bundesbuch bildet keine Quelle für D^ wohl aber zeigt sich eine 
Verwandtschaft in der Weise, dass beide aus dem vielfach gleichen GFewohnheits- 
recht und in einigen wenigen Fällen aus denselben schrifUichen Vorlagen schöpfen. 
Damit ist aber Euenens zu Anfang des Abschnittes dargelegter Hypothese das 
Fundament entzogen. Einen weiteren Grund gegen dieselbe siehe Nr. 3. Über 
die Benutzung des Bundesbuches vonseiten der späteren Glossatoren des Dtn 
siehe § 5, 2. 

3) In der Einleitung zum dtn. Gesetz fanden wir eine von PI geschriebene 
£rzählung über die Offenbarung des Gesetzes. Für diese bildet die Quelle der 
Bericht des E, Ex 19 — 34**), und PI hat diesen vielfach wörtlich übernommen, 
nur teilweise in einer freieren Art wiedergegeben. Im Einzelnen entsprechen sich: 
Dtn 54 und Ex 19 17. 19 (nach J, Ex 19i2, hat Gott nicht zum Volke geredet), 
Dtn 520—24 und Ex 20 18 — 19, Dtn 528 und Ex 24iaa. 12 (die elohistische Dar- 
stellung Ex 20 20 — 21. 241(2)9 — 12 ist also verkürzt und teilweise durch eine etwas 
abweichende Darstellung des PI ersetzt, Dtn 525. 26a a. 27), Dtn 99. 11 und Ex 
24 13 — 15a. isb. 31 18* (PI hat die Darstellung verkürzt durch Weglassung des für 
ihn Nebensächlichen), Dtn 9id — 17 und Ex 32 15 — 19 (hier hat PI einerseits ge- 
kürzt durch Fortlassuug der unwesentlichen Verse Ex 32 le — ^is, andererseits hat 
er Dtn 9 13 — u neu hinzugefügt — Ex 32? — 10 sind dtnster Einschub — ; es sollte 
der Anschein beseitigt werden, als habe Jahve um den Abfall des Volkes nicht ge- 



*) Ausserdem Dtn 22 1—4 (Ex 234—5); doch ist die Exodusstelle späterer Zusatz, 
wie schon ihre Stellung beweist, cf. Cornill* S. 67. 

**} Die Ausscheidung der Quelle £ werde ich demnächst in den StKr näher be- 
gründen. 



I 



XXX Einleitung. §. ?. I)a8 litter. Verhältnis d. l)tn z. d. übrigen Quellen d. Stexateuch. 

wusst, als er Moses die Gesetzestafeln gab), Dtn 921.35 — 29 und Ex 32 ao. 30^32 
(die Fürbitte Moses hat PI durdi eine andere ersetzt, die Num 14 is — le nach- 
gebildet ist; £x 32m — 13 ist dtnster Zusatz), Dtn 10 1 — 4a ab. 6 und Ex 34 1. 4aa b. 
28. Hier am Schluss der Erzählung weicht PI von E starker ab. Er lässt Ex 
32d3. S4aa. 338b — 6.7 — ii ganz unbenutzt. Die Nichtberücksichtigung von Ex 
33? — 11 erklärt sich leicht; die Erwähnung des Zeltes (i9*)73 briK) hatte für ihn 
kein Interesse. Es kam aber noch ein anderer Grund hinzu. Nach E hat Jahve 
zunächst die Fürbitte Moses nicht angenommen, vielmehr gedroht^ die Sünder aus 
seinem Buche auszutilgen, das Volk aus seiner Nähe verbannt und sich ge- 
weigert, in seiner Mitte mitzuziehen. Durch die aufrichtige Trauer Israels be- 
wogen hat er seinen Entschluss geändert; er hat das Volk (in Gestalt der Lade, 
deren Anfertigung zwischen Ex 336 und 7 erzählt gewesen sein muss, cf. die 
Kommentare z. d. St.; wahrscheinlich war sie auch nach E wie nach PI aus 
Akazienholz angefertigt, was wir gegenwärtig nur noch bei P lesen, cf. Ex 25 lo) 
begleitet, aber in weitem Abstand, cf. Ex 33? nanTsn i« pnnn nsnxab y^rns. 
Die Lade hat hier mit den Gesetzestafeln nichts zu thun, sondern sie ist das 
Symbol, in dem Jahve selbst gegenwärtig ist, cf. zu Num 10 35 — 36. Diese Dar- 
stellung war stark anthropopathisch. Darum hat PI sie geändert Nach ihm hat 
Moses Fürbitte sofort Erfolg. Jahve selbst zieht wohl inmitten des Volkes einher 
cf. 23 16; dann aber musste die Lade eine andere Bedeutung bekommen, wenn 
sie nicht ganz aus der Erzählung verschwinden sollte: PI macht sie zum Ge- 
setzesbehälter, indem er ihre Anfertigung mit der Erneuerung der Gesetzestafeln 
kombiniert. Mit dieser Änderung der Gesamtdarstellung wurde der grösste Teil 
von Ex 32 3B — 33 ii gegenstandslos, sodass PI ihn nicht mehr gebrauchen konnte. 
Beachtenswert ist, dass PI auf das Bundesbuch Ex 21 — 23 keine Rück- 
sicht nimmt; man kann der Folgerung nicht ausweichen, dass er es in E nicht 
fand. Er fand in E überhaupt keine Gesetze, auch den Dekalog nicht*). Also 
ist Q'^nann nnu;y Ex 3428 Zusatz und ebenso das i vor n^inn in Ex 24 12, welches 
Sam LKX fehlt. Letztere Stelle zeigt, was nach dem ursprünglichen E auf den 
Tafeln stand: die Thora und Miswa, die Gott für Moses aufgezeichnet hat, da- 
mit er danach Thora erteile, und diese Gesetze müssen nach Ex 32 15 sehr um- 
fangreich gewesen sein. Moses hat sie zunächst für sich behalten und nach ihnen 
Thora erteilt, bis Jethro ihn anwies, sie dem Volke kund zu geben, Ex 18 20 
(Ex 18 stand ursprünglich hinter Ex 34, cf. die Kommentare). Also erfolgte 
nach E die Gesetzesmitteilung unmittelbar vor dem Aufbruch von Horeb. PI 
schliesst sich auch hierin an E an. Er will nun die Darstellung des E durch 
Mitteilung der Gesetze ergänzen (Dt 12 — 26, soweit sie PI angehören) und ver- 
legt die Gesetzesmitteilung in die Zeit kurz nach ihrer Offenbarung, cf. zu 53. 



*) Dieser muss auch J£r unbekannt gewesen sein, er hätte sonst J und E nicht 
kombinieren können, wie er es in £x 34 gethan hat ; denn er schreibt hier v. 1, auf den 
erneuerten Tafeln hätten dieselben Worte gestanden, wie auf den ersten, und nach 
V. 27 — 28 stehen auf ihnen die Gesetze von Ex 34 17—26*; in v. 1 die Worte niaw — B">:aw^3 
zu streichen (Wellhausen Comp.* S. 330) geht nicht, denn dann hätte ein Redaktor 
behauptet, der Dekalog Ex 20 sei identisch mit den »Worten« von Ex 34. 



Einleitung. § ?. Das litterar. Verh&ltnis d. Btn z. d. übrigen Quellen d. fiexateuch. ^Xt 

10 11. Von der Benutzung des J findet sich in PI keine Spur; er hat seine Dar- 
stellung Ex 34 ofienbar nicht gekannt, da er von den hier mitgeteilten Gesetzen 
nichts weiss. 

Auch 8g spielt in seiner Einleitung vielfach auf die Ereignisse während 
der Wüstenwanderung an; aber es lässt sich nicht entscheiden, ob er JE oder 
nur J oder E benutzt hat. 

4) Was endlich D^ betrifit, so schliesst auch er sich genau und aus- 
schliesslich an £ an, wie PI. Zur Quellenscheidung von J und E in Num cf. be- 
sonders Wellhausen, Comp. « und Ed. Meyer, ZATW I S. 117 if. Zu 
l6 — 8 Vgl. Ex 33 la (J) und Ex 3234 (E); welche von beiden Stellen benutzt 
ist| lässt sich nicht entscheiden. Zu Dtn I9 — 18 cf. Ex 18 (E), zu dem Aus- 
druck im Einzelnen auch Num 11, soweit es elohistisch ist (cf. Kuenen § 8, 19), 
vgL Dtn 19b mit Num llu, Dtn I12 (ku)73) mit Num 11 11. 17b, Dtn I15 
(Bt->t3v) mit Num 11 16. Über die Abweichung des D' von E in den Forde- 
rungen, die an die Führer gestellt werden, vgl. zu I18. Dass nach D* Moses 
die Führer aus eigener Initiative einsetzt, nach Ex 18 auf Jethros Bat, ist durch 
das Bestreben veranlasst, keine unnötigen Nebenfiguren in die Erzählung einzu- 
führen. Wichtiger wäre die Difierenz bezüglich der zeitlichen Ansetzung (nach 
D* nach dem Befehl zum Aufbruch vom Horeb, nach E vor der Ankunft am 
Horeb); doch stand Ex 18 ursprünglich hinter Ex 34; vgl. die Kommentare 
zu Ex 18. Zu Dtn I19 fehlt gegenwärtig die Parallele aus E. Zu Dtn I20 — 45 
cf. Num 13 — 14. Hier scheint der Bericht des P vorausgesetzt zu sein in der 
Zwölfzahl der Kundschafter (I28 cf. Num 132ff.). Da jedoch der Anfang des 
Berichtes von J und E fehlt *) und eine Benutzung von P sonst nicht nach- 
weisbar ist, wird anzunehmen sein, dass die Zahl aus J oder £ entlehnt ist, wo 
sie nur gegenwärtig fehlt. Gegen die Entlehnung aus P spricht die Angabe, 
dass die Kundschafter nur bis zum Thal ESkol kommen (v. 24), während sie 
nach P Num 13 21 bis in den äussersten Norden vordringen. In dieser Angabe 
folgt D* E (Num 1323), nicht J (Num 1322). Unter den von D* vorausge- 
setzten Teilen von Num 13 — 14 gehören Num 1323. 1440 — 46 sicher E an, kein 
einziger ist mit Sicherheit J zuzuweisen ; D' scheint also auch hier nur E vor- 
auszusetzen. Zu Dtn 2i cf. Num 2l4a/^ (E). Zu 22 — 6.8a fehlt die genaue 
Parallele; doch cf. Num 20 14 — 21 (E), besonders 26 mit Num 20 19 (Weiteres 
8. u.). Zu Dtn 2 8b. 13— 14 cf. Num 21iib— 13 (E). Zu Dtn 2 15 vgl. die Be- 
richte von Num über Strafwunder, von denen wenigstens einiges auch E ange- 
hört haben muss. Zu Dtn 224aa cf. Num 21id (E). Zu Dtn 226 — ^36 cf. Num 
21 21 — 25. 31— 32 (E), zu einzelnen Ausdrücken (227b b«?3tt5i ]"»»•« "no und v. 28 b 
nnay« ''bann) cf. Num 20 17. 19b (E). Hier weicht D* von E darin ab, dass 
er 1) die Verhandlungen mit Edom an das Ende der Wanderzeit verlegt (E in 
die Zeit des Aufbruches von Kades, Num 20i4ff.) und 2) dass er Edom ein 
freundschaftliches Verhalten Israel gegenüber zuschreibt (E leugnet das, cf. Num 
20 i8ff.). Das Letztere hängt gewiss mit der f reuudschaftlichen Beurteilung Edoms 
in Dtn 238 zusammen; damit war aber auch die zuerst genannte Abweichung 

*) Daher fehlt auch die Parallele zu Dtn 1 so. 22—83. 



XXXn Einleitang. § 8. Zar Sprachstatistik des Deateronomiams. 

von E gegeben: hätten die Edomiter den Durchmarsch gestattet, so hätte Israel 
keinen Anlass gehabt, ihr Gebiet zu um wandern; also konnten beim Aufbruch 
von KadeS überhaupt keine Verhandlungen stattgefunden haben. Zu Dtn 3i — i 
cf. I^um 2183 — ^86; doch ist letztere Stelle dtnster Zusatz. D* folgt hier also 
nicht E, aber auch nicht J, dem Og ebenfalls unbekannt ist, sondern wohl einer 
mündlichen Tradition, die an den »Sarg Ogsc (Dtn 3ii) anknüpfte. Dtn 3 8. loa 
sind blosse Zusammenfassung des Vorhergehenden. Zu Dtn 3i2 — isaa cf . Num 
3284 — 88 (E); die Berücksichtigung Manasses bei der Verteilung des Landes ist 
eine Neuerung des D^ die mit der Erzählung von der Eroberung des Reiches 
Ogs zusammenhängt. Zu Dtn 3i8 — ao cf. Num 32 16 — 17 (E) und die umgebenden 
Verse, die nicht sicher auf J und E zu verteilen sind. Die unbedeutende Diffe- 
renz, dass nach £ Buben und 6ad sich freiwillig erbieten, ihren Brüdern zu 
helfen, während nach D> Moses sie dazu auffordert, erklärt sich wohl durch das 
Streben nach Kürze. Zu Dtn 3 28 — 37 fehlt die Parallele ; doch muss sie in JE 
nach Dtn 34ib. 4 vorhanden gewesen sein, sicherlich auch in E. Zu Dtn 328. 
31? — 8 cf. Dtn 31 u». 16. 28 (E); die Differenz, dass nach D* Moses den Josua in 
sein Amt anweist, nach E Jahve, ist unbedeutend, jedenfalls kann J nicht als 
Quelle benutzt sein, da er Josua wahrscheinlich überhaupt nicht erwähnt hat. 
Zu Dtn 329 cf. Num 25i--5 (E). Für Dtn 31i~2 lässt sich die Quelle nicht 
nachweisen, wohl nur infolge der Lückenhaftigkeit von E. Zu Dtn 346—6 war 
in E zweifellos eine Parallele vorhanden. 



§ 8. 

Zur Sprachstatistik des Deuteronomiums. 

Vorbemerkung. Die folgende Tabelle von für das Dtn charakteristi- 
schen Ausdrücken und Wendungen beabsichtigt nicht, andere derartige Tabellen 
zu verdrängen oder zu ersetzen, soll diese vielmehr nur ergänzen. Insbesondere 
musste ich hier der Baumersparnis wegen darauf verzichten, das Vorkommen 
einer Wendung in andern Büchern zu verfolgen ; nur äusserst selten ist dies 
geschehen, wenn besondere Gründe dafür vorlagen. Dafür vgl. man die Tabellen 
bei Kleinert, B. 2i4ff. und Holzinger, 8. 283 ff. Dagegen habe ich die 
häufig sehr unvollständigen Stellenangaben bei Holzinger u. a. zu ergänzen 
versucht, verschiedene bisher unbeachtete Worte oder Wendungen mit in Be- 
tracht gezogen, dabei namentlich die Verbindungen gewisser Begriffe verfolgt, 
die erst der deuteronomischen Sprache ihre charakteristische Färbung geben, und 
endlich die Statistik zu den Ergebnissen der litterarischen Analyse in Beziehung 
gesetzt. In Betreff des Letzteren sei noch ausdrücklich bemerkt, dass ich dem 
Sprachbeweis lediglich bestätigende Bedeutung beimessen möchte ; nur in seltenen 
Fällen (z. B. Nr. 39) und besonders dann, wenn viele charakteristische Merk- 
male eines Abschnittes in einem andern wiederkehren, möchte ich ihm eine 
selbständige Bedeutung für die Litterarkritik beilegen. 



Einleitang. § 8. Zar SprachBtatistik des Deuteronomiumg. TTT TTT 

1) Tau vom Untergehen eines Volkes bei 8g: Qal 7». Hiph 7u, 9s; bei PI: Qal lli7. 

Piel ll4; bei E: Qal 426. 8i9. s». 2820. 22. 30i8. Hiph 7io. 820. 2851. 63 (vom Ver- 
nichten von Götzenbildern etc. 122. 3). 

2) n»: th naK lA 139 (Sg); nan k^ mit folg. Inf. mit h bei D« I26, bei R 236. 29 19 

(Sam); ohne h bei PI 25?, bei D« 280, bei E 10 10. 29 19 (MT), sonst selten im 
AT: ISam 159 DEeg 1323. Jes 28 12. 309. 4224. 

3) TOT» u. 7"^ic, meist mit formelhaften Znsätzen, nnd zwar 

a) mit '»"•^ Y)2 'w» u. ä.: «) mrm 440. 5i6. 7i8. 11 9. 21. 21 1.23. 25 iä. 262 (LXX) 10. 15. 
28 11. 3020. 3120 (Sam LXX); ß) ^k 18.25. 36 (MT) 2 12. 29. 3(i8). 20. 4i. 21. 528. 

610. (18). 23. 8(1). 10. 9(6). 28. lOll. 11 17. 31. 12l. 10. 154. 7. 1020. 17 14. 189. 19(l). 2. 
3. 8. 10. 14. 244. 25 19. 26 1. 2. 3. 272. 3. 288. 62 (MT) 31 7. 21. 23. 3249. 52. 344. 

b) mit TTOw Ks HMi 'wm u. ä.: «) maiK 2821. 63. 30 18. 31 13. 3247. ß) pK 45. u. 6i. 

7l. 11 8. 10. 11. 29. 2321. 30l6. 31 16. 

c) mrmrt ^9 v^ "p^mn 440. 5i6. Il9. (21). 25i5. 30i8. 3247; pK 530. 

d) mrwn ^9 v»n on *wk tnar^n 4 10. 12 1. 31 13. 

e) TwiKH hy ^V sar» ymh 5i6. 

f) raiü p» I35. 325. 421.22. 618. 87. 10. 96. II17 cf. I26. 

g) wa-n :krt nat p« 63. 11 9. 269. 16. 273. 31 20 (LXX). 

Die Wendnng d) findet sich nie mit pic, die Wendungen f) g) nie mit rw-nc. tvoi» 
fehlt gänzlich bei D*. 

4) arw vom Verh. zwischen Gott and Menschen a) Subj. Gott: bei Sg 7 13. 10i5; bei E 

437. 78. IO18. 236. b) Subj. Menschen: bei Sg 65. 79. IO12; bei E 5io. 11 1. 13. 22. 
134. 199. 306. 16.20 (nie bei PI [11 22 E] und D*); vom Verh. zwischen Mensch 
und Mensch bei PI 21 15 (bis) 16, bei E 10 19. 15 16. Inf. nanu: 78. 10 12. 15. 11 13. 
22. 199. 306. 16. 20. 

5) mit a) Verbum, Subj. vta bei Sg 1220. 1426; bei E Hithp. 5i8; b) vea rite Vaa 12 15. 

20. 21. 186 (Sg). 

6) nt» und verwandte Begriffe. (niK allein, 68. 11 18 [E], nicht von Wunderzeichen) 

a) rrrm mit D'^rBie und nn^nA rwo bei Sg 7 19, bei E 434. 292; mit vrytfa ohne 
nu» bei Sg 268(?), bei E 622. 34 11; mit -»^ "WJa 11 3 (PI?); b) niK « Vorzeichen 
mit rtiia bei Sg 132.3. 2846; c) npm t mit mitt: fv^y bei Sg 7i9(?). 268(?), bei 
PI 11 2, bei E 434. 5 15. 11 2; mit hm bei PI 926, bei D' 324; mit Viia mita bei E 
34 12; allein bei E 621. 78; d) mwa »^it mit V-Jia rta bei PI 929 (^rta ro allein 
437 [E]) ; e) h'ra Knie stets in Verbind, m. mim oder andern Synon. bei Sg (?) 
268, bei E 434. 34 12, cf. IO21 (Sg) (anders 11 25); vgl. M'^'ia als Attribut Jahves 
(stets in Verbind, m. \^i) 7 21 (Sg) 10 n (PI), cf. 2868 (I19. 816). Die Häufung 
der Begriffe wohl meist redaktionell. 

7) HM und n. Der leibliche Bruder wird überall durch rm bezeichnet: 24. 8. 10 9. 18 7. 

255. 6. 7. 9. 2722. 2854. 3250. 339. 16. 24, auch bei Sg 13? (aber hier mit dem Zu- 
satz T^M p). Dagegen steht hk zur Bezeichnung des Volksgenossen nur bei Sg : 
152. 7. 9. 11. 12. I82. 19i8. 19. 22 1 (bis) 2 (bis) 8. 4. 2d20. 24i4. 253. 11, bei D^: I16. 
28. 3 18. 20 und bei E: im Gegensatz zum -naa 153. 17 15 (bis) 2321 ['^^i sonst noch 
1421. 2921] nnd ohne diesen 1720. 18 16. I8. 208. 238. 247, aber nie bei PI. r) zur 
Bezeichnung des Volksgenossen bei Sg neben nn =3 leibl. Bruder 13?, in Zitaten 
152 (bis) 194. 5 und wahrscheinlich in solchen 2326. 26 (bis) 24 10; bei PI 19 11. u. 
2224. 26; bei E 442. 5i7. 18. 27 17. 24. 
nww cf. Nr. 59. 

8) ro'^K I12. 7i7. 12so. I821. 32do (MT im Dtn nie "jnc, Sam überall ausser I12 y^y 
-pc cf. Nr. 78. 

9) 'haut: a) ^**^ -«aeV Vsk bei Sg 12 18. 1423. 26. 1520 und nach Sg bei E 12?. b) yavn Va» 

bei Sg 611. 810.12. 11 15. 1429. 2612 und bei E 3l20 (sonst nur noch 5 mal im 
AT). 

Haadkominenfag 1. A. T.: Steoernagel, Deotaroa. III 



XXXIY Einleitung. § 9. Zur Sprachstatistik des Deateronomiams. 

nV« cf. Nr. 21. ö-^n^ cf. Nr. 43. n»\)« cf. Nr. 23. 

10) moK bei Sg 12i8. 15i7. 16ii.u, sonst noch bei B 5u. is und Fi (? B) 12u. rtnvo nur 

2868 (B). 
yvn^ cf. Nr. 32. 

11) ■>*i)3H Bewohner des Ostjordanlandes I4. 2m. 32.8.9(?). 446.47. 31 4 und 28i (Sam LXX), 

des Gebirges Juda 1 7. 19. so. 87. 44 (sämtlich D* und B nach D*) ; eines der 7 ür- 
Völker 7i. 20 17 (wohl B). 

12) -^dSK im Dtn 56 mal (cf. König, Einl. S. 170, wo Sias fehlt); •^ax nar bei B 1280. 295, 

im Lied Moses 3281.88 (4 mal) (hier *o» nur v. 40 *^aM "«n) und bei P 3248.58. 

13) EpM, Hithp., nur bei B l87. 48i. 98. so (sonst nur IBeg 11 9. IIBeg 17 is). 

14) it-iK, bei PI stets ohne rr^^ lOi. 8. 3. 5, bei B stets mit m*^n 10 8. 31 9. 85.96. 

15) y^ißin a) mit tmr» als Subjekt bei B 5i6. 68. 25 15 cf. 11 81 {won tai^). 

b) mit D*na*< als Objekt bei B 486.40. 580. 11 9. 1780. 227. 30 18. 3247, stets (ausser 
1780 iTO^ttö ^ und 22 7j mit folgendem (y^) nwrun ^9 (cf. Nr. 3). 
p« cf. Nr. 3. 

16) nnM + 'rn^a') bei Sg i486. 1580. 26 11 (LXX), bei B 12?; mit Spezialisierung der Haus- 

genossen bei Sg 12i8. I611.14, bei PI 12i8, bei B 5i4. 
Vnan cf. Nr. 18. 

17) ma a) pim V« -»'^ lira-» ■'S bei Sg 610. 7i. 87. (269), bei B 1189; ähnlich bei PI 9 «8 

und B 4s8. 688. 305. 3l90.8i. b) picn Vm va nn» "^a bei B 17 u. I89. 26i. c) *^9ii 
rrev Ma nrm bei Sg (? B) 7i. 11 10, bei B 45. 1189. 1289. 2381. 2881.68. 30i6. 31 16 
(ausser 31 16 stets mit folg. nnv*iV); ähnlich 95. 30 18. d) v^ na bei Pi(?) 10 11. 
11 8, bei D' l8. 4i (? B), bei B 618. 81. e) nv^V trtaV bei Sg 9i und B 11 si. 
30 18. f) mn wpön -w nama -w bei Fl 11 5, bei D' Isi, bei B 97. 

18) 'ina von der Erwählung a) Israels bei Sg 76. 10 15, bei B 487. 7? (Ergänzung von 76 

Sg). 148 (= 76 Sg); b) Levis bei B 18 5. 21 5 (cf. e); c) des Königs bei B 17i5; 
d) der Kultusstätte a) mit Zusatz von oo nao uroh bei Sg 1281. 1484; ß) von 
D« wo "ptth bei Sg 148S.84 (Sam LXX) 168. 6. 11. 268, bei Fi 12 11 {a und ß kom- 
biniert bei B 125). y) ohne Zusatz bei Sg 12 14. 18. 86. i486. 1580. I67.15. 178. 
186. 81 u, bei B 16 16. 17 10 (vgl. 23 17 Sg). («^na sonst noch bei Sg 80i9). e) hm^rt 
bei Sg 198.7, und danach auch 4 41 (B), sonst noch bei B 10 8. 29 so. 
n-^a cf. Nr. 16. 64. 

19) *^]ra in der Wendung 'ja'^pto nn n*^:rai höchst wahrscheinlich von B eingefligt in 21 si. 

2281.88.84, also wohl auch 136. 177.18. 19 19. 247, ähnlich 19 18. 21 9. Sonst bei 
Sg 26 18. 14. 

20) rrh^ a) von Gott auferlegte Verpflichtung bei Fl 58.3. 99. 11.15. 178, bei B 4i9.83. 

2869. 298.11.18.80. 31 16. 80. 339, cf. n'^a 11*« Nr. 14. 
b) von Gott übernommene Verpflichtung bei Sg 79. 18. 818 und bei B 48i. (rr^^a 
sonst noch bei Sg 78.) 

21) '7'u besonders beliebt bei Sg und B, meist in formelhaften Wendungen: ("«a) yroh 

^'^ 75*0% 'ja'ia •««, •'"'' naiaa etc. bei Sg 7i8(bis) 14. 810. 1484.89 (? B). 15io. 14. is. 
I610.15. 2881 (? B). 2418.19. 26i5. 288 (bis) 4.5.6 (bis) 8 (?B). 18; bei D' lii; bei 
B 27.. 108. cf. 2l5. 127.15. 154.6. 16i7. 30i6. (33 1. 11. 80. 83. 84), Hithp. 29 18. 
b) nsh2 (meist im Gegensatz zu n^Vp) bei Sg 288. s, bei B 1186. 87.89. 286. (27 is) 
801.19. (33 1), nVVp bei Sg 28 15. 45, bei Fl 21 ss (d'^hVm nl^^p), bei B 11 86. 88. 89. 23«. 
27 18. 2986. 301.19. c) nV» (nur in 2869—2988 und dem davon abhängigen Ab- 
schnitt 30 1—10) 2911.18. 18. 19. 80. 307. 

22) Via bei Fi 58i. 986. Il8, bei D* 384 und im Lied M. 328, sonst selten. Zu Vna 

cf. Nr. 6. 

23) "u a) mit wtr> und rm^M verbunden bei Sg 1489. I611. u. 24 17 (LXX). 19. 80. 81. 26i8.is, 

bei B IO18 und in 27 19 (» 24i7 Sg); mit -«iV bei Sg 1489. 16u.i4. 26 11. 18. is. 



Einleitung. § 9. Zar SprachBtatistik des DeuteronomiumB. XXXY 

b) T^rm "mt ^'tt bei Sg 24i4, bei B 5u. 142i. 31«, cf. 2848 (Sg). 29io (E). 

c) ö*^» "pia n^n •« "s bei B 10i9. 238 (sonst *ia nur noch lie. lOis). 

24) pan a) Jahve anhangen bei D> 44, bei B lOao » 136. 11» (? PI). SOao (? Sg). 

b) sonst bei Sg 13 18, bei B 28si. eo. 

25) ^an in der Wendung ''"'' *ia"T i©*o, meist B lii.«i. 2i. 68.19. 98.(28). lOs. 11 «6. 12». 

156. 188 (198). 2618.19. 278. 29 19. 81s. 

26) yn verbanden mit n^i^n and inar bei Sg 7is. 11 u. 12i7. 1488. 184, bei B 2861 (und 

3388 [im Segen M.] ohne '^mr'). 

27) i>r. a) (o^n«) trnV« ^rw i?n bei Sg 138 (of. b), bei PI 11 98 (? B), bei D« 4s, bei B 

614, 8i9. 135. 28i4; b) n« 'V« iw i?rt bei Sg 13(8). 7. 14, beiPil78, beiB29i7.86; 

c) -"■' wna i^rt bei Sg 10i8 (? B). 136, bei PI 1188 (? B), bei B 580. 86. 199. 
26 17. 289. 30 16. d) osr^A i^rtTt mn bei D* Iso.ss. 31 6 (aus v. 8 wiederholt). 8, 
bei B 204; cf. Nr. 66b. 

28) SIT in der Wendung wa-n An nat p« bei Sg 269 (? B), bei PI IIb (? B), bei B 68. 

26i5. 27s. 3180 (LXX). 

29) "^ST a) rp^n na» -»a n'iati, bei Sg mit folgendem ^1*0 •»&» p hy 15 16. 24 is. 88, bei B 

ohne diesen Zusatz 5 16 (681). 16 18 (? Sg). b) rtvay yovt ty» *\ii bei Sg 7i8, bei B 
249. 25i7. 

30) ^T a) D9n "^pt bei B 590. 27 1. 299. 3l9. b) *i*'9n '^1 bei PI (lltestensammlung) 19 18. 

218.8. 4. 6. 19. 80 (MT; Sam LXX -^vsk). 22 15. 16. 17. 18. 25?. s. 9. Sg hat trara 16 is. 
19 17. 18. 258 als Bichter, während bei PI der i9fiv ursprünglich den König be- 
zeichnete, 179.18 (^T a Greis 2860. 327). 
rri« ynt cf. Nr. 6. ian cf. Nr. 65. 

31) Din in der Wendung '^ry mnn mV bei B 7i6. 18 9. 19i8. 8I. 25 18. 

32) pm mit fcH verbunden (Qal u. Piel) bei D* 388. 31 7, danach bei B (l88 prrr allein) 

316.83; sonst in anderer Bedeutung 11 8. 1288. 

33) nasn a) Mtsrr ^a rrm bei PI 2388. 8S, daher 159. 24 15 wohl von B in Sg eingefügt, 

GegeuBatz: h rrMM Mp^rs 685 (B). 24 18 (Sg ?); b) ni& wart bei PI 2188. 2286; 
c) nx&n bei Sg 19 16, bei PI 9 18. 81.87. 

34) rm a) rrrtry ynh verbunden mit na*i bei B 81. 30 16, mit ©*t» 4i (D* ?). I680 (B), mit 

aitt 580 (B) cf. 684 (B); ^"^n yiA 306 (B); b) O'«'»« on itw ö-^ö-^n Va bei B 4io. 12 1. 
31 18. y^^n •'o'» b bei B 49. 68. 168. 17 19. 
pn cf. Nr. 73. 

35) a^n bei PI 58, bei D* l6. 19, bei B l8. 4 10.15. 98. 18 16. 2868 ("re nur im Segen M. 

338). 

36) DNi a) B*^mi bei Sg 78 (bis) 13 16. 20i7 (bis) und D> 284. 36 (bis), b) o^r bei Sg 

13 18, bei B 786. Beachte, dass bei Sg Q^*-nn das Vernichten auch der Beute, bei 
D* nur die Tötung der Menschen bedeutet. 

37) pvn bei Sg 10 15, bei Fl 21 11, bei B 77. 

38) 3*119 und ai9^ a) ^ ae*^*^ ymh 440. 5i6. 86. 68. 18. 1285. 88. 227, wohl sämtlich B. b) aitai 

^h 580. 19i8 (B). c) i'? a-JB^ 684. IO18 (B). d) adverb. a-^ü^ri mit «m bei Sg 
13i5(?B) 19i8, bei PI 174, mit andern Verben 981 (PI) 278 (B). Zu attsrr tvoy 
cf. Nr. 69, zu naio •jT'^h cf. Nr. 3. 

39) MB bei Sg 268. 286. 17, bei B 264 nach v. 2, sonst nie im AT. 

40) tp in der Verbindung cpi o'^va bei Sg 20i4, bei D* 284. 36. 19, bei B 31i8 und 29io 

(D^'Vdi tp); tp allein bei B l89. 

41) -n in der Wendung nairwa wn Va t»') rotw^a "la frrm Xi'nsn -p bei PI 177, in Sg 13 10 

wohl von B. Zu nptn t» cf. Nr. 6, zu t» (n^wö) nwjtt cf. Nr. 69. 

42) m a) r^rr'\ zur Einführung wichtiger Sätze bei Sg 7 9. 86. 98. 6, bei B 489 (wohl 79 

nachgebildet); ähnlich bei PI 11 8. b) (T^nan*) nn«) nm (A) hWH, bezogen auf 
fremde Götter bei Sg 138. 7. 14, bei PI IIbb (? B), bei B 2864 (2985. 32i7), auf 
andere Nomina bei Sg 7 15. 8s. 98, danach bei B 816 (cf. v. 3), femer bei B 



XXXVI Einleitang. § 8. Zar Sprach 6 tatistik des Deuteronomiums. 

2888. 86. Die Wendung scheint bei Sg arsprfinglich und von R nachgeahmt 



I zu sein. 



43) n'irr» und andere Gottesbezeichnungen [NB! Es ist keine vollständige Statistik aller 

Gottesbezeichnungen beabsichtigt, sondern nur charakteristische Verschieden- 
heiten der Hauptquellen sollen hervorgehoben werden. In eckigen Klammern 
stehen die Zahlen, welche sich unter Berücksichtigung der Versionen ergeben, in 
runden solche, die sich ergeben, wenn man zweifelhafte Stellen der betreffenden 
Quelle zuweist]. 

a) Sg hat das einfache n'^m in der Einleitung 9 [8] mal, im Gesetz 11 [9] mal, im 
Schluss 6 [3] (7 [4]) mal, T"^« •'"•^ in der Einleitung 36 [38] mal, im Gesetz 
41 [44] mal, im Schluss 5 [8] mal, also circa 4 mal so oft X'^h» ^"'^ als ein- 
faches •*"■'. 

b) PI hat einfaches nirn in der Einleitung 17 mal, im Gesetz 10 [8] mal, Da^nWi *'""' 
in der Einleitung 7 mal, im Gesetz 2 mal, t^Vk ^«"^ im Gesetz 11 [13] mal (wobei 
zu beachten ist, dass PI hier lediglich Sammler ist), la'TrV» "^"^ in der Einleitung 
4 mal, also er bevorzugt einfaches "«"^ bei weitem. 

c) D« hat einfaches •'"•' 31 [33] mal, D5-»nVn-''V 11 [10] mal, •»rn^K«^"^ 6 [7] mal, bevorzugt 
also das einfache ->"*« noch stärker als PI, wo dieser selbst schreibt, wobei aller- 
dings zu beachten ist, dass der Inhalt von D' wesentlich erzählender Art ist. 

d) Das Lied und der Segen Moses haben nur einfaches *""", je 8 mal. 

e) Sonst finden sich im Dtn noch circa 100 einfache "^'S 120 ^r'hvi '^\ 24 03"»nV« '^"•*, 
12 "srnV» '^"■^ (letzteres in 6 »0—25 3 mal^ bei Sg nie), cf. 26 u ti^k ''"\ 

f) ü'^'^rtH D-^n^K in der Wendung « k (•'^in« ^Vn) tay bei Sg 74. 138. 7. u., bei PI 11 16. 88. 
178, bei R (5?) 6u. 819. (18 20) 28 14. 86. 64. 2986. (30 17. 31 18. 20); cf. o-^isn -»rr^K oder 
ähnlich 6i4. 138. 29 17. 31 16, vgl. auch Nr. 42 a. 

44) Dl'' (Vnpn or cf. Nr. 75, o'ns"' ('5)5"''nicn cf. Nr. 15, ot-^n *^ns^ -»mk -iwk cf. Nr. 73). 

a) ntn dts 280. 480. 38. 624. 818. 10 15. 2927. b) y^tr: ai'^n -rf 222. 3 14. 108. 11 4. 
29s. 346. c) Kinn orn in der Einleitung zum Lied Moses 31 17 (bis) 18. 22, sonst 
27 11, anders 21 23 (PI), dagegen jrnn ms bei PI 10 1, bei D* l9. 16. 18. 284. 34. 8. 
12. 18. 28, bei R 321. 4i4. 56. 920. 10 8. d) onn o-na-^a rr^rr^ 'iwk bei PI 179, bei R 
19i7. 268. e) Q'«i3«n h^ bei R 4 10. 40. 526. 624. 11 1. 12i. 1428. 185. 199. 2829.83. 
31 18, cf. uTTt h^ 2882. 33 12 und ^'^'^ Vs (i*»»'' Va) bei PI 22 19. 29, bei R 12 19 
(? Sg) 237. 
30*^ cf. Nr. 38. 

45) Va-^, stets mit nh (oder gleichbedeutenden Partikeln), a) s nicht können bei Sg 7 17. 

1424, bei PI 988, bei D' I9. 3l2, bei R 722. 2827.85; b) « nicht dürfen bei 
Sg 12i7. 165. 228, bei PI 21 16. 22i9. 29. 244, bei R 17 15. 

46) »s*^ a) in der Wendung ü'->^:s,vq onK^ bei R 445. 46, q'^^s:&q oa^Ksa 'j'ina bei R235. 249. 

25 17. b) trstn von der Errettung aus Ägypten bei Sg 612. 7 19. 136. 11. 16 1. 268, 
bei PI 926. 28 (bis) 29, bei D^ I27, bei R 480. 37. 56. 15. 621. 88. 78. 814. 9i8. 2924; 
Tthyn (wie meist bei E) in dieser Verbindung nur 20 1. c) K^sin sonst bei 
Sg 1428. 24 11, bei R 815. 2838, besonders beliebt aber bei PI 175. 21 19. 22 14. 
15. 19. 21. 24 (Ältesten Sammlung). 

47) K*T^ (zu tnyii und R^ts cf. Nr. 6: ä'^'^'j mv cf. Nr. 85). a) rtÄ'n^^ mit Obj. Gott, abhängig 

von "roh bei R 4 10. 1428. 17 19. 31 13 cf. 31 12, sonst bei Sg 10 12, bei R 586. 6s4. 
86. 2858; andere Formen bei Sg 618, bei R 62. IO20. 135. 25 18. 31 12. b) M-rn Vk 
mit Obj. Menschen, verbunden mit nrrn V» bei D* 31 8, bei R I21, mit pyn ^ 
bei P* 1 29. 20 s (?R), bei R 31 6, mit noch mehreren Synonymen bei D* (?) 20s, 
cf. auch bei R hk^t^i -jrrß 226; k*i^ allein: bei Sg 7i8, bei D* 32, bei R 322. 20 1, ^^ 
allein bei Sg 7 21. 

48) n-^** a) n*inn vom Thoraerteilen der Priester bei Sg 17 10, bei R 17 11. 248 und im 

Segen M. 33 10. b) n^i'in a) = Lehre Moses bei D* l6. ^) = das dtn. Gesetz bei 



Einleitang. § 8. Zur Spraohstatistik des Denteronomiums. XXXVII 

Sg 444. 3l9. 11, bei B 48. 17 18. i9. 273. s. 86. 2858. 6i. 29ao. S8. SOio. 31is (3184. 86. 
3246 lies n*rw), r^wn n*iinn «^to 2861. 29ao. 30 lo (3186), rn 'nn ■^'o-t 17 19. 273.8.86. 
2858. 2988. 31 18 (3184. 3246), Vn nn naws 17 18. y) = einzelne priesterl. Thoroth 
bei B 17 11. 248 (Sam LXX) nnd im Segen M. 33 lo. 

49) v^ a) Obj. Volk bei Sg 9i, bei Fl ll8S(?B), bei B 2i8.8i 88. 128. 89. 18i4. 19i. 3l3, 

v^'^T^ bei Sg 7i7. 93.6, bei PI 1183 (? B), bei B 438. 94 (nach 95) 18i8; b) Obj. 
Land bei Sg 7i. 94. 5. 6, bei PI lOiib (?B), bei D* Is. S9. 2si. 3i8. i8. 80. 4i b 

(?B), bei B ISl. 284. 45. 14. 88. 86. 47. 588.30. 6 1.18. 8l. 11 8. 10 11. 89. 81. 12 1. 154. 

1680. 17i4. 198.14. 21i. 2381.2519. 26i. 288i. 68. 305 (bis) i6. 18. 31i3. 3247 cf. 3383. 
im Segen M. c) nv^*^ bei D* 25. 380, in Nachahmung von 25 bei B 29 (bis) 19 
(bis), etwas anders 2i8. 

50) h¥r\v* Das einfache 'v auch im Dtn häufig, a) hn^vr ^a bei Sg 31 ii, bei PI 5i, bei 

D^ li. 311.7, bei B ll6. 13i8. 186. 2l8i. 279. 29i. 31ii. 34i8, h&ufig im Jos, 
sonst im Hexat. nur noch Ex 1885 und Num 1684. b) hvnv* -^n bei Sg 444, bei 
PI 445. 23 18 (auch h»'w^ nun) 24?, bei D* 3i8, bei P resp. Bp l3. 3249.51 (bis) 
348.9, bei B 446. 106. 2869. 31 19 (bis) 88.83 (3258), im Lied M. 328 (?lies ^k -^aa), 
in der Überschrift zum Segen M. 33 1. 
ni^-» cf. Nr. 23. 

51) 70 und '^')h a) pan allein: bei Sg I83 (bis) 31 9 (LXX), bei B 17 18. 19 17. 208. 263.4. 

b) tf^Vn Q'^anan sicher B 17 18. 18 1. 248. 279, sonst nur 179 im Text des PI, wo 
es aber LXX Cod B fehlt !, cf. "^nV "aa Q-*ardn bei B 21 5, sonst nur 31 9 im Text 
des Sg (aber LXX einfaches s'^nan!). c) ""tV taav bei Sg 18 1, bei B 10 8, ohne 
fisnv bei B 10 9. 27 18 und im Segen M. 338. d) '^hn im Grundgesetz 12 18 = 18, 
bei Sg 12i8. 19. 1487. 89. I611. u. 186. 26 11. I8. 13; Q'^iVn bei B 18?. 27 u. 3185. 
ro cf. Nr. 6. 

52) aV und aaV, a) aV nur bei B 4 11. 2866. 293. 18. b) 2ak 47 mal in allen Teilen, in der 

Wendung ^vsa Vda'i ^^sk Vsa bei Sg 65. IO18, bei B 489. 11 13. 134. 26 16. 308. 6. 10. 
-^ cf. Nr. 51. 

53) T»^ a) Qal mit folg. mmh bei B 4 10. 1483. 17 19. 31 (12) 13, mit nnvy^ bei Dr I89, mit 

folg. Obj. bei B 5ib. b) Piel mit folg. t>^vA bei B 4i (D*a») 588. 61. 20i8, mit 
folg. Obj. bei B 45. 10. 14. 11 19 ('^yrh) 31 19. 88. (Das Verbum besonders häufig in 
Kap. 4 und 31 [je 4 mal]). 

54) nr» und mrto bei Sg 93 (fehlt LXX), bei PI 9i6. 11 17 (Sam), bei B 486. 74. 88. 9i8. 

2880; das sonst gewöhnliche mmo nur 11 17 (doch Sam ^^mo). 

55) airm a) a r'w bei D> I5 345f. (B ?) cf. q ^n-m 28, bei B 2869. 3249a^; b) atrna tv\^^y 

bei P 34i. 8. c) Zur Bezeichnung der Bewohner gebraucht ein Bearbeiter von D* 
»ms 29. 18, ein anderer B'^atcna 2ii, wie D* 289 (cf. auch 234). 
r»itt cf. Nr. 6- niö cf. Nr. 63. 

56) mo Qal bei PI 21 18. 80, Hiph. bei D^ l86. 43 (•»"•* -t Mi n*iörr); bei B ebenso 983 (nach 

l86), sonst •»"•» wp ürr^rt a"»'W9 97. 84. 3187. 

57) K03i nnd 01p a) k^»: bei PI 178. 18 10 (21 1. 17) 2288. 247. 

b) onp bei Sg 138. 19i5. 16 (2286, cf. 19i3 PI, B?); bei PI anders (19 is) 25 16. 
•»33 cf. Nr. 71. 

58) ma a) Qal 20i9 (Sg); b) Niph. bei Sg 195. 22i, bei B 4i9. 304. i7; c) Hiph. bei Sg 

136. 11. 14, anders bei B 30i. 

59) hm a) Hiph. bei PI 12 10. 193. 21 16, bei D* 388. 81 7, bei B l38 (cf. 3 88), im Lied M. 

328 (Qal nur 19 14 PI?). 
b) nVna a) Bezeichnung Israels bei PI 986. 89, bei B 4 so, im Lied M. 329; ß) Min '■>"'> 
irVna bei Sg 188, danach bei B 10»; y) Palästina «= Israels n^na in der Wendung 
n^na ^p pa ■'"-' *ivk bei B 48i. 154. 19io. 20i6. 2183. 244. 25 19. 26i; cf. 4s8. 129. 
297. J) Tthnn phrt (iV pi -»s), wohl stets bei B, IO9. 12i8. 1487. 89. 18 1 (bei Sg 
rhm allein 188); sonst n^na nur 19 u (PI?). 



XXXvill Einleitung. § 8. Zur Sprachstatistik des Deuteronomiums. 

o) mfw 3249 P (wie bei ihm oft), 
d) t\hxi bei 8g 76, danach bei B 142. 26 18. 
■«^s cf. Nr. 7. 

60) n03 Fiel a) Jahve Subj. bei Sg 82, bei B 4s4. 816 (cf. t. 2 Sg) 134, im Segen M. 338. 

b) Jahve Obj. 616 (bis) bei B; noa sonst 2856. niM cf. Nr. 6. 
«ca cf. Nr. 5 und 52. 

61) ijn a) ^ith pa — preisgeben bei Sg 72. 28. 287. 2&, bei PI 28 15, bei D* Is. 2si. ss. 86 

(MT), bei B I21. 31s; = vorlegen bei Sg d0i5(i9), bei PI II26, bei B 46. lls». 
30 1 cf. -nh D*w 444 (Sg). b) -ra yn bei Sg 724. 20 is, bei PI 19 12. 21 10 (24i.s), 
bei D* I27. 236 (Sam LXX) 82. s, bei B 224. ao. c) ^'^ pa "tvm (nach rnrw oder pit, 
cf. Nr. 3) bei Sg 7i6. 26(9) 11» bei D* I20 (S9) (26 bis) (3 19. 20, Subj. Moses), bei B 
(las. 29. 19) 129. 15. 21. 13 13. 165. 17. 18. 172. 20i4. 16. 2868 (in Klammem entspre- 
chende Hauptsätze). 
n*»ao cf. Nr. 69 d. 

62) w a) W»vi pa^ »110 227 (D*); übertragen bei PI (?) 17 ii, bei B 529. 1720. 28 14. b) '^•«a 

yrrn "pa bei PI 9i6, danach bei B 9 12, ferner bei PI 1128, bei B 3129. c) sonst 
bei Sg 74(15). 11 16 (bei PI 21 is), bei B 49. 17 17. 
d) mo bei Sg 136. 19 16 (sonst nur Jes l5. 31 6. Jer 28 16. 2982. Jes 146. 59 is). 
Tö cf. Nr. 35. 

63) hpo mit Dtaaita und folg. n&n bei PI 175. 222i. 24, danach bei B 13 11, mit mr\ statt 

Vpo bei PI 21 21. 

nai sonst bei PI 17 12. 19 12. 2222. 25. 24?, bei B I820. ntfn bei Sg 136. 24 16, bei 

PI 176 (bis) 21 22. 

64) na» a) "^'^ tay bei Sg 618. IO12 (danach bei B IO20), bei B 11 13. 135. 2847. b) i>n 

la'^rw D^nVn -ran bei Sg ]3(s) 7. 14, bei PI 173 (also der Grundsammlung angehörend); 
femer bei B (819. 28 14. 29 n) 2925; o-^-irw n^nVii tnnnwm nxf bei PI 11 is. 173, bei 
B 4i9. 59 819 (LXX om 'nvn) 2926 (LXX om *rwn) 30i7; D">nbK -ray bei Sg 74, bei 

B 7l6. 122. 80. 2886. 64. 3120. 

c) vn^y r^ bei Sg 612. 8i4(?). 136. 11, bei B 56. 78. 814 (?). 

d) Gedenke, dasß du Knecht warst etc. cf. Nr. 29. 

e) Knecht und Magd cf. Nr. 10. 

65) taay bei Sg 158 (bis) 24 lo, bei B 156 (bis, nach 158), sonst nur Joel 27. Van, bei Sg 

246 (bis) 17. 

taSa^ bei Sg 24 lo. u. 12. is. 

66) "^ay a) ntao nay nr« *)VM bei B 821. 4i4. 61. lls. 11. 30i8. 

b) T^A *>a9n mn von Jahve bei Sg 98, bei B 31 8, von Josua (bei D* 328 ähnlich) 
bei B 3l8; cf. uA onVan K'in bei B 822 (204) cf. bei D* Iso. 

c) Y^i^n ^xn, ausserhalb der Beden Moses » Ostjordanland li. 5. 44i. 46. 47. 49; 
innerhalb der Beden Moses das Westjordanland 820. 25. 11 so (das Ostjordanland 
nur 38, Zusatz?). Zusätze zur näheren Bestimmung sind (wo) (n)mna für das 
Ostjordanland (wie oft) 44i. 47. 49, für das Westjordanland «mvn Mia« yrt '^n» 11 si 
s. z. d. St. Grätz's Konjektur (Emend.) in^i-^ für ■^•^rw ist falsch, da irr»^ yrm *a» 
sonst stets das Ostjordanland bedeutet, cf. Num 22 1. 34 15. IGhr 668 (Num 36 is). 

ryrvp cf. Nr. 73. 

67) T9 a) c '^yh bei Sg 258, bei PI 9i7. 259, bei D^ Iso. 31 7, bei B 46.84. 622. 2881. 

29i. 34i2. 

b) nimn ^y^ry bei PI II7 cf. 2l7, bei D* 48, bei B 821. 2832. 

c) ^y^ry w*^ *iom bei Sg 7 19. 10 21, bei B 49 (2834.67) 292. 

d) ^^rf oinn vk cf. Nr. 31. 

e) «^'^ "yy^ (y^n, '^«rn) awn rroy cf. Nr. 69. 

68) -w vom Priester bei B mit ""■' "aeV 10 8. 18 5 (Sam LXX) 7, cf. ohne •»"•» ^A 17 12. 18 5 

MT (vor Moses Iss), ähnlich 4io. 299. u. (19 1?). 



Einleitimg. § 8. Zur Sprachstatistik des Deateronomiums. ITITTTT 

69) rmy a) von der Befolgung des Gesetses oder einer einzelnen Vorschrift, meist in Yer- 

hindang mit ^wo, cf. Nr. 86, ausser dieser Verbindung bei Sg 24 is. », bei PI 
6«4. 17 11, bei D* lis. 4i, bei B 46. is. u. 598. 6i. m. 17 ig. 26 u. le. 27 lo. m. 29m. 
dOa. u. 13. 14. 

b) -»'V nw nw bei 8g 7i8 (i9). lOti, bei PI 11s. 4. 5. 7, bei D« Iso (3«4). 48, bei K 3«i. 

484. 11 6. 249 (2619). 29 1 (S3) (31 4). 

c) •*"•» mwo bei PI 11 8. 7, bei D« 384. 

d) -n mm a) » Götsenbild bei B 488. 27 15. 3189; ß) « Arbeit stets in einer Wen- 
dung mit "pa bei Sg 16 15. 28 18, bei B 27. 1489. 24i9. 309, cf. y^yia bei Sg 15 lo 
und myr *toM ho bei Sg 15 18; gleichbedeutend damit: 

e) -r rhtm bei Sg 12 is (danach bei B 12?) 15io. 288. 80, bei B 238i (cf. 15io). 

1) ■»"•» TVSL (r>n, ^w^) 3it3n mD:^ bei PI 178, bei B 485. 6i8. 9i8. 1286. 88. 13 19. 21 9. 
3188, ähnUch bei PI 128. 176, bei B 13 18. 19ao. 
r9 cf. Nr. 44. 

70) TTT» von der Erlösung aus Ägypten a) r/^it ^v» bei PI 9a6. 21 8; b) "»'^ ^^•m^ ("F"«»") bei 

Sg (136) 15 15. 24 18, bei B (78), sonst nicht im Hexateuch. 

71) ruoB bei D* 887, bei B 3i7. 449. 34i; naa bei P 8249. 84i. 

72) -ne a) mrwn -«^b bei Sg 7i3. 268. lo. 284. 18, bei B 28 ii. 88. 48. 6i. 309, bei D* fmn -nfi 

l8&(! cf. Nr. 3). 

b) "rnona *ni bei Sg 284 (MT), bei B 28 ii. 5i. 309. 

c) -[»a ^*^fe bei Sg 7i8. 284. i8, bei B 28 ii. 68. 309. 

a und verbunden bei Sg 7i3. 284. 18 (bei B 28ii. 309 sind a b und c verbunden, 
2861 a und b). 
np-a cf. Nr. 33. inr» cf. Nr. 26. 

73) ms a) ^""^ ms ^vk angeschlossen an mnn bei B 4i8. 88. 2868, an '^Tt bei Sg 136, bei PI 

9i6, bei B 5ao. 9i8 (cf. v. 16) 3189, an v^nm u. ä. bei Sg 26 is. 2845, bei B 6i. 
17. 80. 315 (MT). •'^ ms (-^OKS) ^vm hin bei PI 106, bei D' li9. 4i, bei B 2s7 
(LXX) 46. 518.16.89. 686. 20i7. 26i4. 3l5 (LXX), bei P 349, bei Bp Is, cf. 
18 18 (B). 

b) yrxa ^aM p ^9 bei Sg 15 ii. i6. 197. 24». 89 (danach bei B 5i6). 

c) 'j'iso "»osm ^vatu angeschlossen an "«a-r bei D* 48, bei B 66. 1288 13 1. 28 14, an *p-i 
bei PI 1188, an -»'^ ms» u. ft. bei PI (?) 1187, bei B 48. 40. 68. 7ii. 8i. ii. lOis. 
11 8. 18. 88. 13 19. 156. 199. 27 1 (D'?) 10. 28i. 19. 15. 308. 11. 16 (LXX). o M \i hi im 
Grundgesetz 12ii (PI) u (Sg), bei B 308, sonst cf. 274 (D*). 

d) T^ms •nno u. ä. bei B 12 8i. 248. "»irns lA *wn bei PI 178. 

mxB and verwandte Begriffe, e) mso allein, im Sing, bei Sg26i8 (MT), bei PI 1188, bei 
B 696. 81. Il8. 155. 17 80. 199. 27 1 (D*?) 30ii. 31 5; im Plur. bei Sg 79, bei PI 
1187. 88, bei B 48. 5l0. 86. 88. 6. llu. 135. 19. 26i8. 28i. 9. 13. 308. 16 (LXX). 

f) o^ allein, bei B 46. 684. 16 18. 

g) Q*^Bvo allein, bei B 7i8 (im Segen Moses 33 10 parall. mit nmn). Der Sing. » 
Einzelverordnung bei PI 179. 11; =» Gericht bei Sg I618. 178(?). 25i, bei D> li7 
(bis), bei B 16 19, im Lied M. 3241 ; « das, was jemandem von Bechts wegen zu- 
kommt bei Sg 18 s. 196. 24 17, bei PI 21 17. 8S, bei B 10 is. 27 19, sonst noch 324. 

h) rrnn allein, cf. Nr. 48. 

i) trprr und trofivta allein, bei PI 5i. 12i, bei D* 4i, bei B 45. 8. 14. 11 89. 26 16; auf 
ms ar t folgend bei B 5s8. 61. 7 11. 811. 30 16. 

k) mit m-ry bei PI 445, bei B 6i7. 80; andere Verbindungen 440. 68. IO18. 11 1. 17 19. 
26 17. 27 10. 28 16. 46 (Sg?). 30 10. 16 s&mtlich bei B. 

Anmerkung. Tpn bei B 4«d. 68 (Sam) 17. 26i7. 27 10 MT. mtprr bei B 68 (MT) 
811. 10 18. 11 1. 28 15. 46 (Sg?) 30 10. 16. 

74) v-ip a) «i-ip Ja bei Sg 76, danach bei B 14a. ai, femer bei B 26i9. 289 (cf. 338 

Segen M.). 



XL Einleitang. § 8. Zur Sprach Statistik des Deateronomiums. 

b) yi^ oip bei D* la. 19. 2i4, bei B 98S; einfaches vrp bei B l46; «np na*'*ifi bei P 
3251 und im Segen M. 338 (?). 

75) Vnp a) hrrprt dt» bei B 9io. 104. 18 16. 

b) •'"•' Vnp bei PI 23«. s (bis) 4 (bis) 9, cf. n^n^ im Segen M. 334 (nur noch Neh 5?). 

c) s einberufene Versammlung bei B 5i9. 31 so. 

d) V-^npn bei B 4io. 31 12. 28. 
önp cf. Nr. 57. \>\>^ cf. Nr. 21. 

76) ^y und T'^ ») ^""P ^«i Sg 616. 7«i. 132. u. 15ii. I611. I82. 19io. 26ii. 2843, bei PI 

172. 2l8. 23i5, bei D* I42. 2i4. 15. 16. 4s, bei B 45. S4. lle. 136. 12. 15. 17?. 15. 20. 
18 15. 18. 19i9. 20. 21 9. 21. 2221. 24. 23 17. 247. 29l0. 15. 31l6. 17. 
b) ^r bei PI 54. 20. 21. 23. 11». 21i2. 23ii. 12, bei Sg 13i7. 192. 222, bei B 3x6. 4i2. 
15. 38. 36. 5i9. 9io. IO4, bei P 3251; also Sg bevorzugt a«^?, PI T'', D* hat nur a-'p. 

77) •nvo a) n«*;, erstarrter Sing., bei PI 1126, bei D* Is, bei B 46 (doch Sam LXX l8. 45 

!iN*]); iK^i im Lied M. 32s9. 
b) niinn yv>y und x^y^y ijn *ib« cf. Nr. 67. 
n cf. Nr. 7. 

78) p^ und *7K a) p^ bei Sg 10i5. 1226. 20i4. I6. 20. 28i8, bei D« 228. 85. 3i9, bei B 237. 3ii. 

46. 9. 12 15. 16. 23. 155. 23. 17 16. 2833. 

b) ^K, hervorhebend bei Sg 16 15, bei B 2829 (Sam p*^), einschränkend bei B 1222. 

147. 1820. 

»ato cf. Nr 9. oib cf. Nr 18. 

79) pmfe von der Festfreude vor Jahve mit oder ohne den Zusatz von •»"■» neV, bei Sg 12i8. 

1426. 16ii. 14. 15. 2611, bei PI 12i2, bei B 127. 27? (2847). 

80) Jaw in der Wendung •*"•» «w "rora angeschlossen an a) n-^ia, "na-», nnaw bei Sg 7 12. 818. 

96, bei B 43i. 78. 

b) pK oder man» bei Sg 610. 7i3, bei D« Is. 35. 31 7, bei JE 344, bei B 618. 28. 81. 
lOii. Il9. 21. 263. 28ii. 3O20. 3I20. 21. 23. 

c) •«"•« 9aoa *>vKa bei Sg 13i8. 198, bei B* 2i4, bei B 26i5. 289. 29i2. 

81) ^x6 in der Verbindung ^ivx ni'^nwyi y>th» '^iv bei Sg 7 13. 284. I8, danach bei B 28 5i. 

82) o^'Ttsw bei Sg 16 18, bei D« li5, bei B 206. 8.9. 299. 3128 (nach Sam auch 21 2). 

83) rraw a) Obj. Jahve bei Sg 612. 811.14, bei B 819, im Lied M. 32i8. 

b) Obj. Gesetze bei Sg 26 13, bei B 423 (31). 
0) sonst bei Sg 24 19, bei B 49. 97. 25 19. 31 21. 
ysv cf. Nr. 18. t nVws cf. Nr. 69. 

84) Taw bei Sg 6i5. 723. 24. 98. 2820. 24. 45, bei PI 9i4. 25, bei D^ I27. 48, bei B 2i2. 21. 2S. 

23. 426. 74. 98. 19. 20. 1230. 2848. 51. 61. 63. 31s. 4, im Segen M. 4327. 

85) TBflD a) V-Jpa vac bei Sg 28 1. 15. 45, bei PI 21 18. 20, bei D« I45, bei B 430. 820. 923. 135. 

19. 155. 26 14. 17. 27 10. 282. 62. 302. 8. 10. 20. 

b) Vk yov bei Sg 134. 9, bei PI II27. 28. 17 12. 21i8, bei D* 326. 4i, bei B 9i9. lOio. 
11 13. 18 14. 15. 19. 236. 28 18, bei P 349. 

c) 70V mit acc. oder absolut bei PI 524, bei D« I43, bei B 63. 7 12. 1228. 30 17. 

d) -119^1 yrsis bei B 81 12. 13. 

e) in^-^i w«r (D-^-iKTOr:) bei PI 17 13, bei B 13 12. 1920. 21 21 cf. 31 18. 

f) Vk^^t rov bei Sg 64. 9i, bei PI 5i (bei D« 4i), bei B 203. 279. 

86) ^tt» a) Obj. Gesetze bei Sg 79. 2845 (cf. I61, n-^-^a •%» 79. 12), bei B 42. 40. 5io. 26. 

62. 17. 82. 6. 11. 1013. lli. 8. 1228. 136. 19. 17 19 (199) 26l7. 18. 27 1. 289. 298. 3010. 16 
cf. 5 12. 78, im Segen M. 339. 

b) MiwyV iw bei Sg 17 10, bei PI II22, bei B 5i. 29. 68. 25. 7ii. 81. 1182. 12i. 13i. 155. 
1719. 199. 248 (Sam LXX bis) 28 1 (MT) 15 (MT) 58. 31 12. 3246. 

c) rwy\ ^v bei PI 2324, bei B 46. 7i2. I612. 26i6. 298; mw^-j -«wV bei B 248 (MT) 
281 (Sam LXX) is. 3246 (Sam LXX). 

d) T» 1^ lowi bei Sg 612. 811. 12i8. i9. 159, bei PI II16, bei B 428. 1280; 'lö«^ lown 



Einleitong. Litteratar. XU 

248 (B); T3 ^vm bei PI 23iO (bei B 24«? s. z. d. St.); vu *^&v bei B 49 cf. v. 15; 
•nm 'TW bei B 49. 248 cf. 4i5 und bei D* 24. 

87) •^n» a) r^yoii bei Sg 12 17. 18. «l 1427. 98. 99. 16 ii. 14, 178 (?) 24m. 26 i9, bei PI 12i2, 

bei B 5i4 (69. 11 ao) 149i. 1599. 2857. 31 19. 

b) r^TD tn» bei Sg 157. 16 5. ISe. 23 n, bei B 179. 

c) y^TB ?>a bei Sg 16 18, bei B 12 lö. 2859. 55. 

d) 19V als Gerichtsst&tte bei Sg 178 (?), bei PI 175. 21 19. 22i5. 94. 257. 
rtWD cf. Nr. 10. ero cf. Nr. 30. mwd cf. Nr. 73. 

88) ni«?, bei B lOs. 17 19. 18 5. 7. 21 5. 
-7V> cf. Nr. 76. m-'n cf. Nr. 26. 

89) arn a) das Verbum bei PI 238 (bis), bei B 796. 

b) nan^ von Dingen bei B 795. 96. 14s. 27 15, im Lied M. 32 16, von Personen bei 
PI 18 19. 225. 23 19. 244. 25i6 cf. 17 1, von Handlangen bei B 1231. 13 15. 174. 
I89. 19. 2O18. 

90) Somit ergiebt sich folgendes Bcsultat: Mehr oder weniger charakteristische Wen- 

dungen oder Worte fanden sich für 

a) Sg: in Nr. 5. 6b. 7. 9ab. 10. 16. 17a. 18ad. 20b. 21a. 23a. 26. 29a. 30b. 36. 39. 

42ab. 43a. 48b/9. 49a. 51d. 57b. 62d. 64c. 65. 69e. 70b. 73b. 76a. 79. 81.83a. 
86 d. 87 ab. 

b) PI: in Nr. 7. 14. 20a. 22. 30b. 33ab. 43b. 46c. 57a. 59a. 63. 70a. 75b. 76b. 

87 d. 89b. 

c) D*: in Nr. 7.. 27 d. 32. 36. 43c. 44c. 49c. 50a. 55a. 56. 59a. 74b. 75b. 76a (beachte 

auch das Fehlen von rvanrn, cf. Nr. 3). 

d) B (beachte § 2, 5): in Nr. 6. 13. 14. 15. 16. 17 bc. 18b. 19. 20a. 21 ab c. 23 bc. 24. 

25. 27ac. 28. 30a. 31. 34. 38abc. 42b. 44ce. 46a. 47a. 48b^.49ab. 50a. 51bd. 
52ab. 53ab. 55a. 56. bdhyS. 61c. 64c. 66a. 68. 69af. 73c. 75acd. 80b. 85e. 
86abc. 88. 89b. 



Lltteratur*). 

1) Text: Ginsburg, inprt «»nto rwa*iyi o-^w 1894. 

Houbigant, Notae criticae in universos V. Ti. libros (denuo recusae) 1777. 
Graetz, Emendationes in plerosque S. Sript. V. Ti. libros, ed. Bacher III 1894. 

2) Kommentare: (ältere siehe bei Dillmann, Genesis* XX, zitiert ist Fr. W. Schnitz, 

1859) 
Dill mann, Numeri, Deuteronomium, Josua 1886. 
Westphal, le deuteronome 1891. 
Hontet, le deuteronome 1891. 

Oettli, Deuteronomium, Josua, Bichter (Strack- Zöcklers kurzgef. Komment.) 1893. 
Driver, Deuteronomy (Internat, critical commentary) 1895. 
Monographieen siehe in der Auslegung zu Kap. 32 und 33. 

3) Zur Kritik ausser den allgemeinen Einleitungen von Kuenon (I, 1 deutsch von 

Weber 1887), Beuss* 1890, König 1893, Smith-Bothstein (d. Alte 
Testament) 1894, Driver-Bothstein 1896, CornilP * 1896 

Biehm, Gesetzgebung Mosis im Lande Moab, 1854. 

Kleinert, d. Deuteronomium u. d. Deuteronomiker, 1872. 

Hollenberg, d. deuteronomischen Bestandteile des Buches Josua, StKr 1874. 



*) Nur die wichtigeren Werke sind hier zitiert. 
HanakftBBunrtw g. AT: 8t«u«rikftgel, Drataron. IV 



LXII Einleitung. Litteratar. 

Yaleton, Deateronomium, Studien, Theol. Tijdschr., 1879 ff. 

Delitzsch, Pentateuchkritische Studien, ZWL, 1880. 

Steinthal, d. fünfte Buch Mosis, Zeitschr. f. Völkerpsychologie und Sprach- 
wissenschaft, 1880 ff. 

Wellhausen, Prolegomena zur Gesch. Israels, 3. Aufl., 1886^. 

D*Eichthal, Melanges de critique hihlique, 1886. 

Vernes, une nouvelle hypothese sur la compos. du deut., examen des vues de 
M. G. d'Eichthal, 1887. 

Horst, Etudes sur le deuteronome, KHB, 1887 ff. 

Westphal, les sources du pentateuque, 1888 u. 1892. 

Kittel, Gesch. d. Ehräer I, 1888, S. 43 ff. 

Wellhausen, d. Gomposition des Hexateuchs, 2. Aufl. 1889. 

Stade, Geschichte d. Volkes Israel P, 1889. 8. 61f. 649ff. ^ 

y. Hoonacker, Torigine des IV premiers chap. du Deut., 1889. 
tfolzinger, Einleitung in d. Hexateuch, 1893. 

Klostermann, der Pentateuch, 1893. 

Bacon, the triple tradition of the Exodus, 1894. 

Staerk, d. Deuteronomium, 1894. 

Steuernagel, d. Bahmen des Deuteronomiums, 1894. 

Steuernagel, d. Entstehung d. deut. Gesetzes, 18%. 

Naumann, d. Deuteronomium, 1897. 



*) Die 4. Aufl. war mir leider nicht zur Hand. 



. 1, 1-4. 43. 

*Dies sind die Worte, die Moses sa gans Israel sprach jenseits des Jordan 
[in der Steppe, in der Araba, gegenüber Ton Saph, swisclien Paran and Tophel, 
Lalian, Haseroth nnd Disahab, 'elf Tagereisen Tom Horeb in der Richtung nach 
dem Gebirge Seir bis nach RadeS Barnea]. "Im yi0r2d^texi Jalire am erstexi 
rPage des elften Monats [epraoli Moses zu den Kindern Israel genau 

I. Einleitung zum Dtn. Kap. 1, 1—4, 43. 

Kap. 1, 1 — 5. Übenchrift und Angaben über Ort und Zeit der im Dtn mitge- 
teilten Beden Moses. 1 n^K zunächst auf die Bede li— 440 bezüglich, dann auch auf 
alle folgenden Beden Moses, yrtn naya im Ostjordanland, also yom westjordanisohen 
Standpunkt aus zu deuten. Die weiteren Ortsangaben v. b sind unerklärlich, da sie nicht 
zuBammen stimmen, ^orro charakterisiert nur die Landschaft als Steppe, nennt aber keine 
bestimmte Gegend. nn*iy, das Jordanthal und seine südliche Fortsetzung bis zum Golf 
von Aqaba. ppD als nom. pr. alleinstehend nur hier, sonst stets in der Verbindung 
v(io D^, wahrscheinlich Bezeichnung des Boten Meeres; doch wird Num 21 u ein Ort (?) 
nfito in der Nähe des Amon genannt. Die Einen setzen daher das hier genannte vpo « 
nstc, die Andern sehen darin einen Ort, nach welchem tfo lan genannt ist, oder eine abge- 
kürzte Bezeichnung dieses Meeres selbst (cf. LXX Vulg.). Die Punktation VSa statt Vn& 
ist wohl gewählt, um die Vokale von ^yo und vpo zu dissimilieren. Im Folgenden werden 
mehrere Orte genannt, zwischen denen der Ort der Bede Moses liegen soll, und zwar 
ist, wie 7*31*7^ zeigt, so zu teilen, dass Paran auf der einen, die Übrigen Orte gemeinsam 
auf der andern Seite liegen. pMS, gewöhnlich Name einer Wüste oder eines Gebirges 
südlich von Juda, findet sich als Ortsname vielleicht noch IBeg 11 is; Wüste und Ge- 
birge sind wohl nach dieser in der Nähe gelegenen Stadt genannt, htn nur hier er- 
wähnt («- £t-Taf!le?); ebenso p^, das aber vielleicht mit nanV Num SSsofif. zu identi- 
fizieren ist, da dort v. 18 auch ry^ixn wie hier erwähnt wird. Beide Orte sind dann 
Stationen auf dem Wüstenzuge Israels, aber von unbekannter Lage, am -n, seinem 
Namen nach ein Ort, an welchem Gold gefunden wurde, sonst nirgends erwähnt. 
2 snn im Dtn wie bei £ Name des Berges der Gesetzgebung, der bei J und P td heisst. 
■ !'' j jf" > n ist das Gebirge des Landes Edom südlich von Juda. In der Bichtung auf dieses 
Gebirge, d. h. nach Norden hin, liegt 11 Tagereisen vom Horeb entfernt vra vrp^ das 
heutige *Ain-Kad!s. Da aber v. 2 schwerlich die Lage des allbekannten Ortes EadeS 
Barnea bestimmen will, sondern wahrscheinlich Ausgang, Bichtung, Ziel und Dauer 
einer Wanderung, so ist er im gegenwärtigen Zusammenhang unerträglich, vielmehr ver- 
mutlich mit V. Ib zusammen ein versprengtes Fragment eines Berichtes Über den Zug 
Israels durch die Wüste, das vielleicht ursprünglich mit v. 19 oder mit den Besten des 
Stationenverzeichnisses von £ in Num 21 in Verbindung stand. 8 Die genaue Datie- 
rung trägt ganz den Charakter ähnlicher Angaben bei P, vgl. bes. -ivr^nvy statt '^vy -rmt, v. 2. 
y. a scheint von P> zu stammen, cf. zu 824Bfif.; Bp aber hat ihn als Datierung der letzten 

BaMkcmmwtai s. AT: Steaerntgel, Deattron. 1 



2 Dtin l4— «. 

so, wie JaliTe es Uim für sie befolilen liatte.] ^Nachdem er Sihon, den 
König der Amoriter, der in Hesbon wohnte, und Og, den König von Basan, der in Asta- 
roth *und* Edrei wohnte, besiegt hatte — 'jenseits des Jordan im Lande Moab unter- 
nahm es MoseSi folgende Unterweisung vorziitragen : 'Jahre, unser Gott, hat am 



Beden Moses aufgefasst and ?. b angefügt. (Möglicherweise diente t. a bereits in P als 
Datierung für den Tod Moses). 4 Dtnste Zeitangabe, vgl. die häufige Erwähnung der 
Besiegung der beiden Könige Sihon und Og in den dtnsten Teilen von Jos, z. B. 2io. 9io. 
Zu "^n^M cf. Einl. § 8, 11. Das Beieh Sihons umfasst das Ostjordanland zwischen dem 
Arnon und Jabbok, cf. 2d6f. ; die Hauptstadt Hesbon liegt in der Mitte desselben. 
Das Reich Ogs (Basan) liegt nördlich davon, die Hauptstadt Astaroth 3 Meilen östlich 
vom galiläischen Meere. Nach MT stehen Astaroth und Edrei in Appos. zu einander, 
was sachlich unmöglich ist, da Edrei ziemlich weit südlich von Astaroth liegt ; da auch 
die Konstruktion »nachdem er den in A. wohnenden Og bei E. besiegt hatte« wegen der 
zu weiten Entfernung des 'ifi^rt nicht angeht, muss man entweder ^Tnta als Variante zu 
n'invya streichen oder mit LXX Syr. Vulg. "^y^iiai lesen und annehmen, dass Og zwei 
Hauptstädte besass cf. Jos 124. Zur Besiegung der beiden Könige cf. Kap. 2 f. 5 Die 
wiederholte Ortsangabe p'i'^n «naya, cf. v. 1, erklärt sich wohl am leichtesten durch die 
Annahme, dass v. 4 Einschaltung eines Abschreibers ist, der damit den Text seiner 
Vorlage wieder aufnimmt, atcm ptc, nicht das, was zu Moses Zeit Moab war, sondern 
was es zur Zeit des D* ist, oder früher einmal war, cf. Num 2126, denn zu Moses Zeit 
ist der Arnon die Nordgrenze Moabs 236. niia V^Kin, cf. G-K § 120 gh. n-iir, hier nicht 
Gesetz, sondern prophetische Unterweisung, da im Folgenden zunächst gar kein Gesetz 
mitgeteilt wird. 

A. Historischer Teil der ersten Bede Moses 1,6—8,29. Inhalt: l6— 8 Be- 
fehl zum Aufbruch vom Horeb. ▼. 9—18 Einsetzung von Hauptleuten, die Moses bei 
der Leitung des Volkes und bes. bei der Bechtsprechung helfen sollen, v. 19 Wande- 
rung bis KadeS Barne'a. v. 20—25 Aussendung von Kundschaftern, v. 26—28 Mut- 
losigkeit des Volkes infolge ihres Bescheides, v. 29 — 33 Vergeblicher Versuch Moses ea 
zu ermutigen, v. 34 — 40 Jahves Strafurteil, dass keiner der erwachsenen Männer ausser 
Kaleb und Josua in das verheissene Land kommen soll, und Befehl in die Wüste zu 
ziehen, v. 41—46 Beue des Volkes und vergeblicher Versuch in Palästina einzudringen. 
2i Wanderung um das Gebirge Seir. v. 2—15 Friedlicher Durchmarsch durch das Ge- 
biet Edoms und Moabs. v. 16 — 25 Verbot die Ammoniter anzugreifen und Verheissung 
des Sieges über Sihon 226— 8 ii Eroberung der Gebiete Sihons und 'Ogs. v. 12—17 
Verteilung des eroberten Landes an Buben, Gad und halb Manasse. v. 18—20 Ver- 
pflichtung dieser Stämme, den übrigen bei der Eroberung des Westjordanlandes zu helfen. 
V. 21 — 22 Ermutigung Josuas. v. 23—29 Moses Bitte, den Jordan überschreiten zu 
dürfen, Jahves ablehnende Antwort und Befehl an Moses, Josua als seinen Nachfolger 
einzusetzen. — Die Bede ist von einem Dtnsten (D^) noch vor Zusammenarbeitung des 
Dtn mit JE als Einleitung zum eigentlichen Dtn 4 uff. verfasst. Näheres, speziell über 
die von ihm benutzten Quellen, s. Einl. § 4, 2. 7, 4. Im Ganzen giebt er seinen Bericht 
in Form einer Bede Moses und gebraucht bei der Anrede an das Volk die 2. plur., 
sodass die Stellen, welche die singularische Anrede gebrauchen, I21. sia. 27. (9a/9b. 
17—19) Ma/9— 25. 8ob. 37, da sie sämtlich ohne Schaden für den Kontext ausgelassen werden 
können, dem Verdacht unterliegen, nachträglich eingeschoben zu sein. Glossen, und 
zwar solche eines antiquarisch interessierten Lesers, werden ferner 2 10— 12. so — 23. 39. 11. 
isb^ sein, da sie sich im Munde Moses seltsam ausnähmen und z. T. (2 12) deutlich die 
Anrede an Israel unterbrechen. Auch in 3 12— 17, wo die Verteilung des Besitzes z. T. 
doppelt beschrieben wird, scheint eine Erweiterung des urspr. Textes stattgefunden zu 
haben. Ober einzelne andere Zusätze siehe die Einzelerklärung. 

1» 6—8. Befehl zum Aufbruch. 6 dsV a*", eig. viel ist es für euch, nämlich im 



Ötn I7--16. 3 

Horeb zu uns gesagt: Ihr habt lange genng an diesem Berge verweilt. ^So 
breeht nun aaf , dass ihr snm Bergland der Amoriter kommt nnd sn all ihren 
Nachbarn In der Araba, anf dem Gebirge, in der Nledernng, im Negeb und am 
Gestade des Meeres, in das Gebiet der Kananiter nnd des Libanon bis an den 
grossen Strom, den Enphrat. "Siehe, ich fibergebe euch hiermit das Land; zieht 
hinein, nnd nehmt das Land In Besitz, *von dem *ich* enren Vätern Abraham, 
Isaak nnd Jakob geschworen habe, dass ich es ihnen nnd ihren Nachkommen 
geben wolle. *Und ich sprach damals zn euch : Ich allein vermag nicht (ffir) 
euch (Sorge) zn tragen. ^^Jahve, euer Gott, hat euch zahlreich gemacht, nnd ihr 
kommt (schon) jetzt den Sternen des Himmels an Menge gleich. *^Möge Jahve, 
der Gott eurer Väter, euch noch tausendfach mehren nnd euch segnen, wie er 
euch verheissen hat. ^*Wie kOnnte ich da allein eure Last und eure Bürde nnd 
eure Streitigkeiten tragen! ^"Bringt (mir) flir jeden eurer Stämme weise, ver- 
ständige und einsichtige Männer, dass ich sie an eure Spitze stelle. ^^Da antwortetet 
ihr mir: Es ist gut, was du angekfindigt hast. ^'Und ich nahm eure Stammes- 

Vergleich mit dem Zweck eures Aufenthaltes. 7 oaV n^, cf. G-K § 1198. ^^tffn *irr, das 
palästinensische Gebirgsland, spez. das judäische. Das Suffix von i*^av ist auf '^^'ovff: zu 
beziehen, na'i;, hier das Jordantbal bis zum Toten Meere (cf. v. 1) ; ^n kann neben dem 
Amoritergebirge nur dann erklärt werden, wenn das letztere spez. das judäische Gebirge 
bezeichnet, s. 0., andernfalls ist *^nn mit Dillm. als Glosse zu streichen; nVev, die Küsten- 
ebene südlich von Jafa, doch auch die Ausläufer des judäischen Gebirges umfassend; 
a», das dürre Land südlich vom judäischen Gebirge; dti sjin, die Eüstenebene nördlich 
von der n^E«. -a^an -p«, wohl Zusammenfassung (ob ursprüngliche?) alles vorher Ge- 
nannten. 13*) ^tuVni, das Libanongebiet ist hier nur als Bepräsentant aller nördlichen 
Gebiete bis zum Euphrat hin genannt. Ähnliche ideale Angaben über die Ausdehnung 
des Landes bei den Dtnsten z. B. Gen 15 18. Ex 2331. Dtn 11 24. 8 rttn\ erstarrt, daher 
sing, wie 45. 11 26 trotz plur. Umgebung (doch Sam LXX lesen hier und 45 'ik'i). Zu 
-31:^ irs cf. Einl. § 8, 61, zu "»nra cf. G-K § 106 m. •'"■^ »wa, in der Rede Jahves auffällig, 
daher mit Sam LXX "nyava zu lesen. — D' beginnt seine Erzählung an dem Punkte, an 
welchem die des eig. Dtn abbrach, IO5 resp. 11. Durch den Befehl zum Aufbruch wollte 
Jabve nach ihm nicht, wie nach E (cf. Ex 32. 33), Israel aus seiner Nähe verbannen, 
sondern vielmehr seine uralte Verheissung erfüllen, cf. Gen 12? u. a., ihm das Land 
Kanaan zu geben. Dass diese Verheissung, auf welche die Dtnsten häufig hinweisen, 
durch einen Eid bekräftigt sei, ist in JE nirgends ausdrücklich gesagt (Gen 22 16. 26sff. 
sind dtnst.), doch liegt es implicite in Gen 15i8 (ri'^'^a). Nach Jahves Absicht sollte 
Israel sofort auf dem nächsten Wege von Süden her das Land in Besitz nehmen. 

1, 9—18. Einsetzung von Gehilfen Moses bei der Leitung Israels. 9 Zur Da- 
tierung der hier berichteten Episode nach dem Befehl zum Aufbruch vom Horeb, in Ab- 
weichung von der jetzigen Stellung der Vorlage Ex 18, cf. Einl. § 7, 4. 11 oaa acc. 
eure Gleichheit = so viel, wie ihr jetzt seid. osV ^^at ib»s cf. Gen 122 u.a. 12 aan'iis, 
die liast, die ihr für mich bildet, indem ich euch tragen muss; ähnlich oaKvo cf. Num 
llu. 17. osa-''^ cf. 178, kollektivisch: eure Streitsachen, die ich schlichten soll. 18 dö^, 
siehe zu v. 7. vh o^rr, wohl nicht: euren Stämmen bekannt «= bei ihnen ihres Wandels 
wegen angesehen, sondern D'>m in Analogie mit den vorhergehenden Attributen =« ein- 
sichtig, solche, denen das rr-* zur inhärierenden Eigenschaft geworden ist, G-K § 60 f., 
und vh (distributives h) davon zu trennen. os-^CKia nicht: als eure Spitzen = Führer 
(a essentiae), sondern : an die Spitze eurer Stämme nnd Abteilungen. 14 i^io^V mit n-iai 
zu verbinden; du hast gesagt, dass du es thun willst «* du hast angekündigt. 15 nK 
av \ entw. proleptisch die, welche jetzt eure Stammeshäupter sind, oder mit Dillm. 
nach LXX, die dafür i^ vfitSv bieten, zu streichen, da es damals noch keine Stammes- 
häupter gab. Über die Obliegenheiten der ü'^^^v ist nichts Sicheres zu ermitteln ; vor- 

1* 



4 Dtn li6— 10. 

hänpter, weise and einsichtige Männer, nnd machte sie sn euren Vorgeiietsten, %n 
Führern von je Tausend, Hundert, Fünfsig und Zehn und zu Amtleuten fOr eure 
einzelnen Stämme. '* Damals gebot ich auch euren Richtern: Stellt Verhör an 
zwischen euren ßrUdern und richtet gerecht, wenn einer mit seinem Bruder oder 
einem Fremdling einen Streit hat. *'Ihr dürft im Gericht keine Person ansehen, 
den Geringsten müsst ihr wie den Vornehmsten anhören; fürchtet euch nicht vor 
Menschen, denn das Gericht ist Gottes Sache. Und den Fall, der euch zu schwer 
wird, bringt vor mich, dass ich über ihn Verhör anstelle. ^'Euch aber gab ich 
damals Anweisung über alles, was ihr zu thnn habt. '*Dann brachen wir vom 
Horeb auf nnd durchwanderten jene ganze grosse und furchtbare Wüste, die ihr 
gesehen habt, in der Richtung nach dem Amoritergebirge, wie Jahve, unser Gott, 
uns geboten hatte, und kamen bis nach KadeX Barnea. 

**Da sprach ich zu euch: Ihr seid bis zum Amoritergebirge gekommen. 



mutlich sind es schriftkandige Beamte aller Art, welche andere Beamte za unterBtützen 
haben, cf. babyl. Satar *» schreiben und LXX, welche yQafjfjittTonaaytaytTs fibersetzen. 
16 Wie das neue irnn ry^ zeigt, eine weitere damals getrofifene Anordnung, die vovo 
also andere als die in y. 15 genannten Führer; also: ferner setzte ich damals die ein, 
die jetzt eure Richter sind, und gebot ihnen, wo, Sam LXX i9qo. Der hk ist der 
Volksgenosse im Gegensatz zum ^i, dem Angehörigen eines fremden Volkes, der sich aber 
Israel angeschlossen hat und in Israel Rechtsschutz geniesst, cf. 24i7. 17 Kin \vk xs^v^Tty 
zusammengesetzter Satz, G-E § 143a. Das Gericht ist Gottes Sache; Menschen, die es 
als seine Stell Vertreter ausüben, müssen es also auch seiner Art entsprechend thun (cf. 
10i7f.) und insbesondere wie er über Menschenfurcht erhaben sein. Formen mit der 
Tolleren Endung ^n- sind im Dtn bes. häufig, cf. G-E § 47 m. uvo, cf. G-E § 183 c. 18 
Eine dritte Anordnung (tf^nn nya cf. v. 16), daher hier nicht mehr die Richter angeredet, 
sondern das ganze Volk, cf. Ex 18 ao. — Durch den Befehl, das Volk weiter zu führen 
(t. 6—8) sind Moses neue, vermehrte Lasten aufgelegt, die allein zu tragen er nicht 
vermag, da das Volk durch Jahves Segen so überaus zahlreich geworden ist. Gleichwohl 
wünscht er nicht seine Verminderung, sondern weitere Mehrung. Damit aber dem Volke 
nichts an der nötigen Leitung abgeht, trifft er durch Schafifung neuer Ämter Fürsorge 
für sie. Unter ihrer ausdrücklichen Zustimmung setzt er 1) von ihnen selbst gewählte 
Heerführer ein, denn als Eriegsheer muss Israel in das verbeissene Land einziehen. 
Als notwendige Eigenschaften fordert er an ihnen Weisheit und Einsicht, anders als £x 
1881, wo neben Eriegstüchtigkeit Gottesfurcht und Gewissenhaftigkeit gefordert werden, 
da Heerführer und Richter nicht wie hier gesondert sind. Für die Rechtsprechung setzt 
er 2) Richter ein, denen er Unparteilichkeit und Erhabenheit über Menschenfurcht zur 
Pflicht macht, da das Gericht Gottes Sache ist (eine Anschauung, die das ganze AT be- 
herrscht und beweist, dass Jahve in Israel zu allen Zeiten als Gott des Rechts, also als 
ethische Gottheit angesehen wurde). Ihnen überträgt er alle gewöhnlichen Rechtssachen, 
indem er sich nur die schwierigeren vorbehält, um sie Gott selbst zur Entscheidung 
vorzulegen cf. Ex 18 19. Endlich 3) um Streitigkeiten aus Unkenntnis des Rechtes nach 
Möglichkeit ausznschliessen, giebt er dem ganzen Volke ausführliche Belehrung über das 
Recht. Nach D* fällt also die erste Mitteilung von Gesetzen bereits in die Zeit vor 
dem Aufbruch vom Horeb, wie bei E* Ex ISso. m. Nachdem so Sorge dafür getragen 
ist, dass während der Wanderung keine Unordnung im Volke entsteht, kann Moses, dem 
Befehle v. 6 — 8 Folge leistend, Israel weiter führen. 

19 Wanderung bis Eadei Barnea. Zur Charakterisierung der Wüste cf. 8i5. 
Vielleicht ist v. 19 eine kurze Zusammenfassung eines längeren Berichtes mit Angabe 
der Stationen, von dem v. Ib— 2 noch Reste erhalten sind, cf. zu v. 2. Zu t^BKn "in cf. 
V. 7; zu yvy2 vtp cf. v. 2. 

20 — 28 Aussendung der Eundschafter und Wirkung ihres Bescheides. 21 



Dtn Isi— 90. 5 

das Jahve, anser Gott, nns geben will. ^^ Siehe, Jahve, dein Gott, hat dir Gewalt 
üher das Land gegeben; ziehe hinaaf, nimm es in Besitz, wie es dir Jahve, der Gott 
deiner Väter, yerheissen hat; fflrchte dich nicht und verzage nicht. '*Ihr alle aber 
nahtet mir nnd spracht: Wir wollen Männer vor ans hinsenden, dass sie das 
Land für nns auskundschaften und uns Bericht erstatten über den Weg, auf dem 
wir hinaufkiehen sollen, nnd über die Städte, zu denen wir kommen werden. 
''Das schien mir gut, und so wählte ich denn zwölf Männer aus euch aus, einen 
aus jedem Stamm. '^Die zogen geradeswegs auf das Gebirge hinauf, kamen bis 
zum Thal ESkol und kundschafteten es aus. **Auch nahmen sie einige von den 
Früchten des Landes mit sich und brachten sie zu uns herab. Und sie brachten 
nns den Bescheid: Das Land, das Jahve, nnser Gott, uns geben will, ist schön. 
**Aber ihr wolltet nicht hinaufkiehen und widersetztet euch dem Befehl Jahves, 
eures Gottes. **ünd murrend spracht ihr in euren Zelten: WeilJahve uns hasst, 
hat er uns aus Ägyptenland herausgeführt, um uns in die Gewalt der Amoriter 
sn geben, dass sie uns vernichten. ** Wohinauf sollen wir ziehen ? Unsere Brüder 
haben uns den Mut genommen, da sie sprachen: Es sind Leute, die grösser nnd 
*jiahlreicher* sind als wir, 'und' Städte, die gross und himmelhoch nmmanert sind, 
nnd selbst Enakiter haben wir dort gesehen. **Zwar sprach ich zu euch: Er- 
schreckt nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen! ** Jahve, ener Gott, der vor 



der sing. Anrede wegen (LXX hat die pluralische, was aber wohl nnr auf Anpassung an 
die Umgebung beruht) als Zusatz zu beurteilen, 'lai "ivio, cf. v. 6—8. Moses macht 
einerseits darauf aufmerksam, dass Israel jetzt vor dem verheissenen Ziele steht, in der 
furchtbaren Wüste (v. 19) von Jahve gn&dig behütet und darum berechtigt und ver- 
pflichtet, auf seine Hilfe weiter zu vertrauen (was der Zusatz v. 21 weiter ausführt), 
andrerseits aber auch darauf, dass jetzt der gefahrvollere Teil der Wanderung beginnt. 
Der Wunsch des Volkes, Kundschafter vorauszusenden 22, zeigt, dass es Bedenken trägt, 
allein auf Jahves Wort hin diese Gefahren zu übernehmen, i'^trr*^ G-K § 109 f. ^"i-m mi, 
in loser Verknüpfung mit ^y^; Antwort, näml. den Weg = Antwort über d. W. 28 
Moses geht auf das Verlangen ein, wohl in der Erwartung, dass der Bescheid der Kund- 
schafter alle Bedenken* Israels überwinden werde. Zu der Zahl der Kundschafter vgl. 
Einl. § 7, 4. 24 VavK Vna, bei Hebron, cf. Num ISssff. nrM, dem Sinne nach auf pK 
(t. 22) zu beziehen, da hm masc. ist. 25 Der Bescheid der Kundschafter lautet ermuti- 
gend (wenigstens soweit er hier mitgeteilt wird, doch siehe v. 28) und wird auch durch 
die mitgebrachten Früchte best&tigt. Trotzdem 26 will Israel dem Befehl Jahves nicht 
gehorchen, ein Beweis seiner Herzenshärtigkeit, cf. v. 27, und seines Unglaubens, cf. 
9s8. 27 riQva cf. G-K §45d. 115 f. 28 nati, Antwort im Sinne des Volkes: in ein Land 
voller Gefahren. Mit Sam LXX lies n'ni statt o^i und tr^n, Q*i9oa n*)is3, eig. befestigt 
am Himmel s= mit ihren Befestigungen bis an den Himmel reichend. Die vfiy "^a (so 
noch 9», sonst meist pay "sa oder üyxf) gehören nach Num 13 8S zu den d^Ws, den Riesen, 
welche nach Gen 64 aus den Ehen der Engel mit menschlichen Weibern abstammen; 
die Sage verknüpft sie bes. mit Hebron, cf. Jos 15 u. — Der Unglaube führt Israel 
dazu, die schwersten Anschuldigungen gegen Jahve zu erheben, als hätte er es auf die 
Vernichtung seines Volkes abgesehen. Scheinbar kann es sich allerdings auf die (wohl 
nnr in Abwesenheit Moses gemachten und darum v. 25 nicht erwähnten) Mitteilungen 
der Kundschafter berufen, während in Wahrheit jene furchtbaren Feinde doch nur dazu 
dienen sollen, Jahve zu Wunderthaten für sein Volk Gelegenheit zu geben, cf. 7 nfif. An 
solche Wunder soll Israel glauben, und es hat Grund genug zum Glauben; ihn sucht 
Moses denn nun auch neu zu beleben. 

29—81 Er weist darauf hin, wie Jahve in Ägypten und in der Wüste für Israel 
gesorgt hat, begründet damit, dass man Gleiches von ihm auch ferner erwarten dürfe, 
und ermahnt darum furchtlos zu sein. 29 VM-i-^n m^i, cf. G-K § 107 0. 80 w^A ^Vrin, 



6 Dtn 131-40. 

each hersieht, der wird für euch genau so streiten, wie er ench in Ägypten 
sichtbar geholfen hat "und in der Wüste, die du gesehen hast, wo Jahve, dein Gott, 
dich getragen hat, wie einer sein Kind trägt auf dem ganzen Wege, den ihr gezogen 
seid, bis ihr hierher kämet. '* Aber trotz dieser Worte bliebt ihr ohne Vertrauen 
EU Jahve, eurem Gott, *'der ench (doch) stets vorausging auf dem Wege, nm euch 
einen Lagerort aufzusuchen, im Feuer des Nachts, um euch auf dem Wege zn 
*leuchten\ den ihr gehen musstet, und in der Wolke bei Tage. '^Als nun Jahve 
euer lautes Reden vernahm, schwur er im Zorn: ^Keiner von diesen Männern 
dieses böse Geschlecht soll das schöne Land sehen, das ich euren Vätern zn geben 
eidlich versprochen habe, ^ausser Kaleb, dem Sohn Jephunnes ; der soll es sehen, und 
ihm und seinen Kindern will ich das Land geben, das er betroten hat, weil er 'mir* 
vollkommen ergeben war. ^^Anch über mich ergrimmte Jahve um euretwillen und sprach : 
auch du sollst nicht 'dorthin' kommen. ""Josua, der Sohn Nuns, dein Diener, der soll 
dorthin kommen; ihn ermutige, denn er soll es Israel zum Erbe geben. ^*Aber eure 
Kleinen, von denen ihr sagt, sie würden (den Feinden) zur Beute werden, und eure 
Kinder, die ja gut und böse noch nicht unterscheiden können, die sollen dorthin 
kommen, ihnen will ich es geben, und sie sollen es zu eigen bekommen. ^Ihr 
aber, kehrt um und zieht in die Wüste in der Richtung nach dem Schilftneer. 

cf. V. 33. DSTJ^ setzt voraus, dass die hier Angeredeten Jahves Wunder in Ägypten 
mit Verständnis gesehen haben, was nach 2 uff. nicht der Fall sein kann. LXX lässt 
darum das Wort aus, aber wohl ohne Grund, da Moses die verschiedenen Generationen 
Israels in unserer Rede gewöhnlich nicht unterscheidet, cf. le (irVti), 9 (ds^Vx) etc., anders 
ösff. 81 V. a der sing. Form wegen als Zusatz zu streichen und dann Vsa*) zu lesen. 
i»K, 2** cf. G-K § 138 c. KW, tert. comp, ist die liebevolle Sorgfalt, mit der ein Vater 
sein Kind vor jedem Schaden behütet. 

82 — 88 Aber Moses Wort ist vergeblich ; der Unglaube Israels erweist sich also 
als Ausfluss der Herzenshärtigkeit, nicht blos als Ausfluss plötzlicher Verzagtheit, die 
die Erinnerung an frühere Erfahrungen vorübergehend auslöscht. 82 Q^a'^N^, das pari, 
bezeichnet die Dauer. 83 Das hier Jahve zugeschriebene Attribut, welches noch einmal 
hervorhebt, wie er für sein Volk gesorgt hat, zeigt, wie unberechtigt Israels Mangel an 
Vertrauen ist. osranV und D5rK->V sind iuf. hiph. mit synkopiertem n, cf. G-K § 53q; 
mit Sam ist in beiden Formen das n einzufügen. Zur Aufsuchung des Lagerplatzes cf. 
Num 1033; zur Feuer- und Wolkenerscheinung cf. Ex 1321. 

84 — 40 Jahves Strafurteil. 85 ntn yin *TiTn, als Appos. zu »•»« nicht recht 
passend, fehlt LXX und Num 1429f. und ist also wohl Zusatz, der die Beziehung der 
ü^mH auf die Kundschafter allein ausschliessen soll. rnV fehlt Sam LXX. 86 Kaleh, 
einer der Kundschafter, der Israel zu ermutigen versucht hatte, Num 13 so, was hier 
nicht erwähnt war; s. u. '•"■^ •»'^n« kW, cf. Num 1424, ursprünglich wohl ■'■^nw, da Jahve 
redet. 87 dw, Sam tvqv, 88 T^^^ "roSTt, der dienend vor dir steht, cf. Ex 33 ii. 89 Die 
ersten Worte bi» rrr^'-^ fehlen LXX und werden, da mit ciü nur dieselben gemeint sein 
können wie mit D^aa, die Worte also überflüssig sind, als Zusatz aus Num 1431 anzusehen 
sein ; ebenso a^^i — »h ^vh^ cf. Sam. Der Zusatz will begründen, warum die Kinder nicht 
mit bestraft werden : sie sind sittlich noch nicht selbständig und darum auch nicht ver- 
antwortlich. — V. 36 — 38 setzen verschiedene Details voraus, die im Vorhergehenden 
nicht mitgeteilt sind: 1] ist Kaleb vorher nicht genannt und sein Verhalten nicht ge- 
kennzeichnet und 2) ist der Zorn Jahves auf Moses nicht genügend motiviert. Das 
DdVVaa kann nämlich nicht als ausreichende Begründung gelten; denn es wäre ungerecht, 
wenn Jahve ihn, der persönlich schuldlos war, vielmehr genau wie Kaleb das Volk zu 
ermutigen versuchte, die Schuld des Volkes mit büssen lassen wollte, Kaleb aber nicht ; 
auch Josuas Verschonung wäre dann nicht zu begreifen. Sollte v. 37 im Zusammenhang 
verständlich sein, dann müsste eine persönliche Verschuldung Moses vorher erwähnt sein. 



Dtn l4i>>46. 2 1—4. 7 

**0a antwortetet ihr mir: Wir haben gegen Jabve, *nnsern Gott*, gesündigt; wir 
selbst wollen znm Kampf hinaafsiehen, wie Jahve, nnser Gott, uns geboten hat. 
und ihr grifft alle an den Waffen nnd hieltet es für etwas Leichtes, anf das Ge* 
birge hinanfznsiehen. ^'Da sprach Jahve so mir: Sage ihnen, zieht ja nicht hin- 
auf nnd kämpft ja nicht — denn ich werde nicht unter euch sein — damit ihr vor 
euren Feindon nicht geschlagen werdet. ^Und ich sagte es euch; aber ihr hörtet 
nicht, widersetztet euch dem Befehl Jahves und zogt in Vermessenheit auf das 
Gebirge hinauf. ^Da zogen die Amoriter, die anf jenem Gebirge wohnten, euch 
entgegen, verfolgten euch wie ein Bienenschwarm und schlugen euch [in Seir] 
bis Horma. ^Und obwohl ihr bei eurer Rückkehr vor Jahve weintet, achtete 
Jahve doch nicht auf euer Klagen nnd hörte nicht anf euch. ^Alsdann bliebt ihr 
längere Zeit in KadeS. 

2 * Dann wandten wir uns und zogen in die Wüste in der Richtung nach 
dem Schilfineer, wie Jahve zu mir gesagt hatte, und umwanderten das Gebirge 
Seir lange Zeit 'Da sprach Jahve zu mir: 'Ihr habt nun dieses Gebirge lange 
genug umwandert; wendet euch nordwärts. ^Dem Volke aber gebiete: Ihr werdet 
das Gebiet eurer Brüder, der Söhne Esans, die in Seir wohnen, durchziehen ; aber 



Ferner greift v. ä8 der weiteren Erzählang voraus, cf. 3s8. Da y. 39 sich am besten an 
y. 35 direkt anschliesst, werden v. 36—38 Zusatz sein. D* hatte, von den Einzelheiten 
absehend, v. 35 Jahve die ganze gegenwärtige Generation mit einem Eid verwerfen 
lassen; spätere Leser nahmen wohl daran Anstoss, da doch Kaleb und Josua Kanaan 
betreten hatten. So schoben sie v. 36 nach Num 14m und v. 38 nach 3S8 ein, als not- 
wendige Voraussetzung für letzteren aber auch v. 87, of. 326. 4%i. Der Zorn Jahves er- 
streckt sich hier nicht auf die Kinder der Schuldigen, cf. Ez 18; die Treue, mit der er 
seine Yerheissungen hält, überwiegt den Zorn, cf. 94ff. 

41 — 46 Israel erbietet sich nun in einem plötzlich eintretenden Umschwung 
der Stimmung sofort den Kampf aufzunehmen. Indem es diesen Entschlnss aber selbst 
gegen Jahves Abmahnung ausführt, beweist es, dass dieser Stimmungswechsel nicht auf 
wirklicher Bekehrung beruht. Jahve lässt es denn auch die Folgen bitter empfinden. 
41 Hinter "H lies mit Sam LXX irn^K. lanati, wir selbst und nicht erst unsere Nach- 
kommen. irr.nt, ein den alten Übersetzern und Auslegern schon nicht mehr bekanntes 
an, Xty,^ wahrscheinlich, es für etwas Leichtes ansehen, cf. arab. häna. 42 i^yn k^ cf. 
G-K § 107 0. lEun m^i cf. G-K § 109g. osn^pn ^arx, Ersetzung des Ursprung!.: die Lade 
(das Symbol des Kriegsgottes) wird nicht m^t euch ziehen, cf. Num 1444. 44 Tert. 
comp, des Vergleichs mit den Bienen : so wütend und in solchen Schwärmen, "tfia*^ cf. 
G-K § 67 g rra-^n (früherer Name rtx Jud li7, = Es-Sebaita, NNO von Kadei?) wäre 
hier, wenn die Lesart ^^yv^ richtig wäre, zu Seir gerechnet, gegen die sonstigen An- 
gaben; doch wird mit LXX Syr Vulg -i-*yv«3 zu lesen sein (auf der ganzen Linie von S. 
bis H.), oder, vielleicht besser, das Num 1446 fehlende ^toz ist als irriger Zusatz zu 
streichen. 46 '121 vw^^, idem per idera, eben so lange, als ihr dort bliebt, d. h. eine 
unbestimmt lange Zeit. Weiteres über v. 46 s. zu 2i. 

Kap. 2, 1. Cf. l40. w aoai, genauer: wir zogen an der West- und Südseite des Ge- 
birges hin und her. — Nach der jetzigen Darstellung würden sich die 38 Jahre von 2i4 
auf den Aufenthalt in KadeS und die Wanderung in der Wüste verteilen (l46 u. 2i tny^ 
B*^S, nach 2 14 fallen sie ganz auf die Zeit der Wanderung. Es liegen also zwei ver- 
schiedene Vorstellungen vor. Die von l46 entspricht der Darstellung des J Num 20 1; 
da nun D* sonst sich an die Darstellung des E anschliesst, cf. Einl. § 7, 4, wird l46 
ihm fremd sein. Beachte auch das einfache v^p I46, während D' sonst stets ya^a p 
schreibt (Is. 19. 2i4). 

2 — 16 Friedlicher Durchzug durch Edom und Moab. 8 nah a^ cf. le. 4 tsrrm 
sind die Edomiter, sofern ihr Stammvater Esau ein Bruder des Stammvaters Israels ist, 



8 Dtn 26—1». 

wenn sie ancta Foreht vor encb haben, so hfitet eneh doeh wohl , *fnkgi keinen 
Streit mit ihnen an, denn ich werde ench von ihrem Lande noch nicht einen Fnss 
breit geben, habe ich doch dem Esan das Gebirge Seir com Besits gegeben. 
'Speise zum Essen sollt ihr von ihnen f&r Geld kaufen, nnd selbst Wasser snm 
Trinken sollt ihr yon ihnen ffir Geld kaufen. 'Denn Jahve, dein Gott, hat dich bei 
all deinen Unternehmungen gesegnet; 'denke* nur an deine Wanderung in dieser gössen 
Wüste, die (ganzen) vierzig Jahre war Jahve, dein Gott, mit dir, so dass es dir an nichts 
fehlte. *Da 'dnrchsogen* wir (das Gebiet) nnsere(r) Brüder, (der) Söhne Bsans, 
die in Seir wohnen, von der Arabastrasse , von Elath nnd Ton Ei^on Geber ans, 
wandten nns nnd wanderten in der Richtung nach der moabitischea Steppe. *Hier 
sprach Jahve au mir: Bekriege Moab nicht, und lass dich mit ihnen nicht in einen 
Kampf ein; denn ich werde dir von seinem Lande keinen Besitz geben, habe ich doch 
den Kindern Lots Ar zum Besitz gegeben. ^*[Die Emiter hatten früher darin gewohnt, 
ein grosses, zahlreiches und hochgewachsenes Volk wie die Enakiter. *^ Auch sie wurden 
wie die Enakiter zu den Bephaitern gerechnet, die Moabiter aber nannten sie Emiter. 
^'Und in Seir hatten früher die Horiter gewohnt, aber die Söhne Esaus hatten sie ver- 
drängt und vor sich her vernichtet nnd sich dann an . ihrer Stelle niedergelassen , wie 
Israel es in seinem Erblande gemacht hat, das Jahve ihnen gab. '''Und*] nun macht 
euch auf nnd sieht 'weiter* über den Bach Sered. Da sogen wir über den Bach 



aber auch, weil zwischen beiden Völkern ein brüderliches Verhältnis besteht, 238. Darum 
wird der Kampf gegen sie verboten. Es herrscht also zur Zeit unsers Verfassers noch 
nicht die feindliche Stimmung gegen Edom, wie in der exilischen nnd nachexilischen 
Zeit, was für die Datierung von Dtn 1—3 zu beachten ist. Die Furcht der Edomiter 
könnte in Israel Plünderungslust erwecken, diese wird aber verboten. 6 ^'nts ny, keinen 
Teil bis herab zu dem geringsten. 'i:ti ^o^ die geschichtlich gewordenen Verhältnisse 
gelten als von Jahve geordnet, der die Geschichte leitet. 6 i'^nvr, Sam 1*)'*3v^, denom. 
von "^nv Getreide. Zum n pretii in rjoaa cf. G-K § 119 p. 7 Für den Kontext nicht not- 
wendig, der sing. Anrede wegen Zusatz, der erklären will, wieso Israel um Geld Speise 
kaufen kann: infolge göttlichen Segens ist es durch seine Arbeit (Sam LXX "p-n mvtis), 
Viehzucht und Handel, reich geworden, rr, er hat darum gewnsst, es fürsorglich be- 
achtet; doch ist wohl mit LXX {Stayvend^i) n zu lesen (Umstellung des *« mit dem vor- 
hergehenden ^): Denke an deine Wanderzeit und die Erfahrungen während derselben. 
8 Auf der 2] erwähnten Wanderung ist Israel bis rh*»», dem Hafenort am Nordende des 
Golfs von Aqaba, und "a^ fxy, einem nahe dabei gelegenen, doch nicht näher zu bestim- 
menden Orte gekommen, von wo ronyn ^in nach Norden führt. Von dort nach NNO 
(wohl auf der Strasse über Ma*än bei Petra) in der Bichtung nach der moabitischen 
(d. h. östlich von Moab gelegenen) Steppe ziehend, verlassen sie zugleich das Gebiet der 
Edomiter, dieses aber durchschneidend, v. 4. 29; daher wird statt xmut nwa wohl mit 
LXX "^rnii rm zu lesen sein. 9 Bei der Annäherung an das moabitische Gebiet erhält 
Moses einen ähnlichen Auftrag, wie v. 4flF. nxn, cf. G-K § 72 t, von iix ■« *»"'x II cf. 
Si-S. rmri'yta, acc. adverb., cf. G-K § 118 q. wh "»aa, die Moabiter nach Gen 1987. ^9, cf. 
V. 18. 29, wohl nicht nur die Stadt Ar, sondern auch die von ihr beherrschte Landschaft. 
Die Lage der Stadt ist unbekannt (schwerlich <=» *Aro'er LXX); doch cf. zu v. 36. Die 
sing. Form ist hier, wo Moses allein angeredet ist, an sich nicht auffällig; doch cf. zu 
V. 13. 10 B1W, ausser hier und v. 11 nur noch in der späten Stelle Gen 145 erwähnt. 
Sie gehören, wie alle Biesen Völker, nur der Sage an. V. b cf. l88. 11 antB^ allgemeine 
Bezeichnung der riesenhaften Bewohner des Ost- und Westjordanlandes, cf. 3ii. 12 
D'^'^n (Sam LXX ''^n), von nn Höhle, also Höhlenbewohner (vgl. die ägypt. Bezeichnung 
Palästinas als Charu?). oiv-^*''*, das Impf, nach G-K § 107 d zu erklären: sie vertrieben 
sie allmählich, daher kein Widerspruch zu Gen 86 »ff. — V. 10—12 sind sicher Zusatz 
eines antiquarisch interessierten Lesers ; denn 1) es wäre seltsam, dass Jahve dem Moses 



Dtn 2i4— 14. 9 

Sered. '^Die Zeit aber unserer Wandenmg yon KadeS Bamea bU snr Über- 
setareitnng des Baehes Sered betmg 38 Jahre, bis das ganze Oeschlecht der 
kriegstQchtigen Nänner ans dem Lager weggestorben war, dem Schwnr Jahves 
entsprechend. ^*Rs war aber anch Jahves Hand wider sie gewesen, nm sie bis 
anf den letxten Mann ans dem Lager an vertilgen. >*A1a nnn alle kriegstfichtigen 
Männer ans dem Volke weggestorben waren, "sprach Jahye an mir: **Du wirst 
jetzt Ar, das Gebiet Moabs, durchziehen ^^und in die Nähe der Kinder Ammon kommen; 
greife sie nicht an, und lass dich mit ihnen nicht in Streit ein, denn ich werde dir vom 
Lande der Kinder Ammon keinen Besitz geben; habe ich es doch den Kindern Lots zum 
Besitz gegeben. **[Aach dieses galt für Bephaiterland ; Bephaiter hatten früher darin 
gewohnt, die Ammoniter aber nannten sie Samsummiter. '^Es war ein grosses, zahl- 
reiches nnd hochgewachsenes Volk, wie die Enakiter; aber Jahve hatte, sie vor ihnen 
yemichtet, and so hatten sie sie verdrängt und sich an ihrer Stelle niedergelassen, 
"wie er den in Seir wohnenden Kindern Esaus gethan hatte, vor denen er die Horiter 
vernichtete, so dass sie sie verdrängten und sich an ihrer Stelle bis zum heutigen Tage 
niederliessen. **ünd was die Awwiter betrifft, die in Gehöften bis nach Gaza hin 
wohnten, so haben die Kaphtoriter, die aus Kaphtor ausgewandert waren, sie vernichtet 
und sich an ihrer Stelle niedergelassen.] *^ Macht ench anf nnd siebet weiter ttber 
den Bach Amon. Siehe, ich gebe Sihon, den Konig von Hesbon, den Amoriter, und 
sein Land in deine Gewalt, beginne mit der Besetzung und lass dich mit ihm in Kampf 



solche geschichtlichen Aufschlüsse gäbe, 2) in v. 12 wird von Jahve in der dritten Person 
gesprochen, er kann also nicht der Bedende sein, 3) v. 12 müsste bei v. 5 stehen und 
4) V. 12 b setzt die Eroberung Palästinas durch Israel bereits voraus, was sonst bei D* 
nie geschieht. 18 Mit Sam (LXX) lies rr<7% und schiebe lye hinter lap ein. -nt, nicht zu 
bestimmen, vielleicht einer der Quellflüsse des Wadi-Kerak. — Nach Ausscheidung von 
V. 10—- 12 würde v. 13 an v. 9 anschliessen ; da aber der Wechsel des Numerus in der 
Anrede dann auffällig ist, wird auch v. 9 Zusatz sein. 14 rnonVfsn '«vaa, einschränkende 
Appos. zu "i^*in Va, cf. las. 39. nams, zwar ein sonst bei D* nicht gebrauchter Ausdruck, 
doch bei Erwähnung der Kriegslente naheliegend, zumal E, die Vorlage des D*, ihn 
häufig anwendet; daher kein Beweis, dass v. 14b— 16 von andrer Hand eingefügt sind. 
16 will sagen, dass sie nicht nur auf natürliche Weise ausstarben, sondern dass Jahve 
sie auch noch durch ausserordentliche Plagen aufrieb, cf. Num IGsiff. 21 6. 25sff. 
16 — 26 Verbot die Ammoniter anzugreifen und Verheissung des Sieges über 

Sihon. 16 m^ "ren cf. G-K § 114o. 18 Der sing, ist hier und v. 19 an sich nicht 

auffällig, da Moses allein angeredet ist, cf. v. 9; doch s. u. "^9, hier deutlich der Teil 
Moabs zwischen dem Zered und Arnon. 19 Die Ammoniter wohnen östlich von Moab, 
doch erstreckt sich ihr Gebiet noch weiter nördlich, wo der obere Jabbok die Westgrenze 
gegen das Reich Sibons bildet, 3i6; auf seinem Zuge in nördlicher Bichtung hat also 
Israel das ammonitische Gebiet zur Seite (Vi«), si Q*^xr< Va cf. v. 5. 9. 20—28 cf. 
V. 10 — 12, von derselben Hand eingeschobene Glosse. B'«f cf. v. 11. otsittt nur hier 
erwähnt, vielleicht identisch mit den o^Tit, Gen 145. 21 cf. v. 10. 12. Das Suffix von 
err*3ra bezieht sich auf die Ammoniter, die auch im Folgenden Subjekt sind. 22 cf. v. 12- 
28 Zur Konstr. cf. G-K § 143b. Die vr\y, nur noch Jos ISs genannt als neben den 
Philistern im Küstenland wohnend. Gaza ist die südlichste von ihnen bewohnte Stadt. 
Sie sind vertrieben von den Q'^inca = Philistern (Am 9?), die, wohl erst während der 
Bichterperiode (cf. Meyer, Gesch. d. Altert. I § 266), aus '^m (« Kreta; cf. Ez 25 is) 
einwanderten. Zum Art. vor C'^kx" cf. G-K § 126 w. Die Notiz über die v^9 ist im Zu- 
sammenbang unbegründet und wie v. 12 nur um der sachlichen Verwandschaft willen 
den vorhergehenden archäologischen Bemerkungen angefügt. 24 cf. v. 18. Der Amon 
bildete damals die Nordgrenze Moabs , was nicht im Widerspruch mit der Angabe 
sttro pKa l5 steht, s. d. Ober yrro cf. zu l4. Zu *iyD mit Da^eä cf, G-K § 20g. 



10 Dtn 2«5— s«. 

ein. *• Jetzt werde ich anfangen, Schrecken und Furcht vor dir über die Völker unt«r 
dem ganzen Himmel fallen zu lassen; wenn sie nur von dir hören, werden sie zittern 
und beben vor dir. 

''Da sandte ich von der Steppe Kedemoth ans an Sihon, den König von 
Hesbon, Boten mit friedlicheni Auftrag: "La»8 mich doch durch dein Land ziehen; 
ich will nur auf den Strassen gehen, ohne rechts oder links abzubiegen. ""Speise 
zum Essen lass mich für Geld kaufen, und Wasser zum Trinken gieb mir für 
Geld; nur durchziehen möchte ich, *^wie es die in Seir wohnenden Kinder Esans 
und die in Ar wohnenden Moabiter mir gestattet haben, bis ich über den Jordan 
ziehe in das Land, das Jahve, unser Gott, uns geben will. '*Abor Sihon, der König 
von Hesbon, wollte uns nicht durch sein Land ziehen lassen denn Jahve, dein Gott, 
hatte seinen Sinn hart und sein Herz unbeugsam gemacht, um ihn in deine Gewalt zu 
geben, wie es jetzt geschehen ist. "Da sprach Jahve zu mir: Siehe, ich habe be- 
gonnen, Sihon, *den König von Hesbon, den Amoriter*, und sein Land in deine 
Gewalt zu geben; beginne mit der Besetzung, dass du sein Land einnimmst. 
''Als nun Sihon uns mit seinem ganzen Volke zum Kampfe entgegenzog, "gab 
ihn Jahve, unser Gott, in unsere Gewalt, dass wir ihn, 'seine Söhne* und sein 

25 hn», Sam LXX ^nrr, wohl durch Vrrn v. 24 veranlasstes Versehen, ■jpm-'i ^jinc, cf. 
G K § 135m. w^vTt Vs nnr, rhetorische Hyperbel. — Der ganze Abschnitt v. 2—25 will 
erklfiren, warum Edom, Moab und Ammon nicht unterworfen sind; es entspricht das 
ausdrücklicher göttlicher Anordnung. V. 16—25 sind sicher durch Zusätze erweitert 
worden: v. 20—23 (s. o.) und v. 24a/9b— 25, wo singularische Anrede vorliegt; auch sind 
die zuletzt genannten Verse in v. 26 ff. nicht vorausgesetzt und kehren teilweise in v. 31 
noch einmal wieder. Nach Ausscheidung von v. 20—23 würde v. 24 aa zunächst die 
Fortsetzung zu v. 18 f. bilden; da aber in letzteren sing. Anrede vorliegt, die an sich 
nach V. 17 berechtigt wäre, nach der plur. Form von 24 a« aber doch auffällt, wird auch 
V. 18f. als Zusatz anzusehen sein, sodass nur v. 16—17 und 24an ursprünglich sind; 
beachte auch das Fehlen der Parallele in Num 21. 

26 — SO Sihon verweigert Israel den Durchzug durch sein Gebiet. 26 t^yanp, 
Name einer nach Jos 13 18 zum Stammgebiet Bubens gehörigen Stadt, die nördlich vom 
Arnon gelegen haben muss, doch nicht näher zu bestimmen, p "^niia ist die in der Nähe 
dieser Stadt gelegenen Steppe, die bereits zum Gebiet Sihons gehört. Yiaon cf. zu l4. 
w^hv ■*-a*T, Appos. zu b*3«^ = Boten mit friedlichem Auftrag. 27 maw, cf. G-K § 108c. 
T^-»3 T'"», die Verdoppelung dient zur Betonung, auf dem Wege und nicht über die 
Felder, nji -^«icti tcV, cf. G-K § 156 d. 28 cf. v. 6. 29 Dass die Edomiter Israel Brot 
und Wasser verkauft und den Durchmarsch gestattet haben, entspricht v. 8 LXX, während 
es von den Moabitern nicht ausdrücklich erzählt war. Über das Verhältnis zu 235 s. d. 
Sst y^xn Vm wird Zusatz sein; denn während Moses in seiner Botschaft v. 27 ff. sonst, 
sich mit dem Volke zusammenschliessend, die 1. sing, gebraucht, steht hier die 1. plnr., 
und diese und ähnliche Relativsätze sind von dtnston Abschreibern häufig eingefügt, cf. 
Einl. g 2, 5. 80 la, genauer durch sein Land. Vb (der sing. Anrede wegen Zusatz) 
bemerkt, dass diese für Israel scheinbar unbequeme Weigerung Sibons von Jahve doch 
im Interesse Israels gefügt war. Y^h\ bei Verknüpfung synonymer Verba ist das n vor 
Perf. häufig copulativ, cf. Driver, tenses § 132. — Wären v. 24a^b. 25 ursprünglich, so 
hätte die Botschaft Moses lediglich den Zweck, die ablehnende Antwort Sihons zu pro- 
vozieren und den Anlass zum Kampf zu schaffen. Thatsächlich hofft aber Moses wohl 
Erfüllung der Bitte. 

81—87 Eroberung des Landes Sihons. 81 cf. v. 24. "rVrrrr, cf. G-K § 67 w. 
Hintor ^rrc lies mit Sam LXX ^-«»n i-jarn ^V«. rvh zur Verstärkung dem v^ beigefügt, 
oder Variante für »■». 82 "p^ zwischen Madeba und Dibon, südlich von der Hauptstadt 
Hesbon, doch nicht genauer zu bestimmen. 88 Sihons Söhne (mit Qere und den Ver* 



Dtn 234—87. 3 1—9. 11 

ganzes Volk besiegten. '^Damals eroberten wir alle seine Städte nnd vollstreckten 
an jeder Stadt, an Männern, Weibern nnd Kindern den Bann, ohne einen einzigen 
entrinnen zu lassen. ^Nnr das Vieh nahmen wir als Beate für nns nnd die Habe 
der Städte, die wir eroberten. ^Von Aroer am Ufer des Arnonflnsses und der 
Stadt im Thale an bis nach Gilead hin war keine Festung, die uns zu stark ge- 
Wesen wäre; alles gab Jahve, unser Gott, in unsere Gewalt. '^Nur dem Lande der 
Kinder Ammon bist da nicht za nahe getreten, allem, was seitwärts vom Jabbokflusse 
liegt, und den Städten des Gebirges, *wie^ Jahve, unser Gott, *un8* geboten hatte. 

3 ^Als wir nns dann wandten und in der Richtung nach Basan hinauf- 
zogen, rückte Og, der König von Basan, nns mit seinem ganzen Volke znm 
Kampfe entgegen nach Edrei. *Aber Jahve sprach zu mir: Fürchte ihn nicht, 
denn ich gebe ihn nnd sein ganzes Volk und sein Land in deine Hand; thue ihm, 
wie du dem Sihon gethan hast, dem Amoriterkönlg, der in Hesbon wohnte. ^Und 
Jahve, unser Gott, gab in unsere Hand auch Og, den König von Basan, und sein 
ganzes Volk, sodass wir ihn besiegten, ohne einen einzigen 'entrinnen zu lassen*. 
^Damals eroberten wir alle seine Städte; es gab keine Festung, die wir ihnen 
nicht abgenommen hätten, 60 Städte, den ganzen Bezirk Argob, das Königreich 
Og's in Basan, ^lauter mit hohen Mauern, Thoren nnd Riegeln wohl befestigte 
Städte — abgesehen von der grossen Menge der oifenen Landstädte. 'Und wir 
vollstreckten den Bann an ihnen, wie wir es mit Sihon, dem König von Hesbon, 
gemacht hatten, bannten jede Stadt, Männer, Weiber nnd Kinder. 'Aber alles 
Vieh und die Habe der Städte nahmen wir uns als Beute. ^So nahmen wir da- 
mals den beiden ostjordanischen Amoriterkönigen das Land ab vom Arnonflnsse 
an bis zum Gebirge Hermon, '[die Phönicier nennen den Hermon Sirjon, die Amoriter 

sionen lies "i"») werden sonst nirgends erwähnt. 84 Q'nnai, die Vollstreckung des Bannes 
ist Num 21 nicht erwähnt, D' setzt ihn nach Dtn 20 17 als selbstverständlich voraus. 
Ober die Bedeutung und verschiedene Art des Bannes vgl. die Realwörterbücher, um "n-y, 
of. 36 (und Jud2048), die Stadt, soweit sie aus Männern besteht. V. b Umstandssatz, cf. 
G-K § 156 f. 85 latta cf. G-K § 67aa; doch ist wohl nach 3? "»aita zu lesen. 36 '^vh i-yn 
Vrrsn muss eine einzelne bekannte Stadt gewesen sein, sodass die Nennung des Namens 
nicht nötig war; vermutungsweise bat man darin *Ar gesehen, cf. v. 9. Diese am Arnon 
gelegenen Städte bezeichnen die Stidgrenze des Eeiches Sihons ; die Nordgrenze wird mit 
Gilead ungenau bezeichnet, denn G. ist eine, zur Hälfte südlich, zur Hälfte nördlich vom 
Jabbok gelegene, Landschaft. Nach Num 2125 Jos 122 ist die Südhälfte G.'s incl. zu 
verstehen, sodass der Jabbok die Nordgrenze des Reiches bildet, 'inth, Sam LXX la-ra. 
87 Der sing. Form wegen Zusatz von derselben Hand wie v. 19. Sai -p ^a, nach 3i6 das 
liand Östlich vom oberen Jabbok. h^\ LXX Vsa; niss, Sam LXX was; zu dem Verbot 
cf. V. 19. Da V. 19. 37 Zusatz sind, hat der ursprüngl. Text die Ostgrenze des israeli- 
tischen Besitzes nicht bestimmt, widerspricht also Jos 1325 nicht. 

Kap. 8, 1 — 7. Besiegung Og's von Basan. 1 i^an, Name der ostjordanischen 
Landschaft nördlich vom Jarmuk, bis zum Hermon im N. und bis zum Hauran im 0. 
reichend. Der Name ist gewöhnlich mit dem Artikel verbunden, weil er ursprünglich 
appellat. Bedeutng hat = fruchtbare, steinlose Ebene, -ym«, cf. I4, an der Südgrenze 
des eigentl. Basan. Zum Reiche Og's gehört aber auch noch die nördl. Hälfte Gileads 
iL v. 13 und zu 286. 2 "pn cf. G-K § 106 m. 8 ■'•««n, perf., Subjekt vKwr, cf. G-K 
§ 144 de; doch besser vKwn zu lesen. 4 dm«, von Og und seinem Volke. 23"» Van, eine 
nur noch v. 13 f. und lEeg 4 13 genannte Landschaft von nicht sicher zu bestimmender 
Lage. 5 V. a Parenthese. Sil rnDin r-^sa cf. G-K § 128 x. 'iäi tzh Fortsetzung zu i-y o-»«. 
6—7 cf. 234.85. 6 ta'nnr! cf. G-K § 113h. ta^wn LXX :n% cf. 234. 

8—11 Zusammenfassung von 231—37. 8 pi"n nara, vom westjordanischen Stand- 
punkt aus wie li. 0, anders als sonst in der Bede Moses (v. 20. 25); daher wird a '^vk 



12 Dtn 310—14. 

nannten ihn Senir] ^'alle Stftdte der Hochebene, ganz Gilead nnd gans Basan bis 
Salcha und Bdrei[, Städten, die zam Königreiche Og*6 in Basan gehörten; ^^denn Og, 
der König von Basan, war allein noch fibrig geblieben von dem Rest der Bephaiter; 
sein Sarg von Basalt befindet sich bekanntlich in Babbath-Ammon, nenn Ellen lang und 
vier Ellen breit, nach gewöhnlicher Elle (gemessen)]. ^* Dieses Land nahmen wir 
damals in Besitz. (Das Land) von Aroer am 'Ufer des' Arnonflnsses an nnd die 
Hälfte des Gebirges Gilead mit seinen Stftdten gab ich den Rnbeniten nnd Gaditen, 
^'und den Rest Giieads nnd gans Basan, das Reich Og's, gab ich dem halben 
Stamm der Manassiten, den ganzen Bezirk Argob ['Dies ganze Basan' hiess Land 
der Bephaiter. '^*Und* Jair, der Manassite, eroberte den ganzen Bezirk Argob bis zum 
Gebiet der GeSuriter und Maachatiter, und nannte diese (Gegenden) — d. h. Basan — 



'*n Zusatz sein, -ry, Sam LXX n:ri. 9 wie 2ii. so Glosse, die den Ursprung der auch bei 
den Israeliten gebrauchten Namen f^w und i-'a» erklären soll, cf. Ps 296. Ez 276. Cnt 
48. I Chr 523. Ein vierter (?) Name findet sich 448. Sie alle sind ursprünglich wohl 
Namen verschiedener Teile des Gebirges; für '^'^av ergiebt sich dies aus der Erw&hnung 
neben yna'sn Cnt 48. I Chr 5ss. 10 von npyi v. 8 abhängig und somit v. 9 als Glosse er- 
weisend. Über Tfhi cf. 236, über pn v. 1 ; daneben muss ^martj wie auch sonst bisweilen, 
cf. 443 u. a., die Hochebene nordlich vom Arnon bezeichnen, ns^o und "^m» sollen die 
Ausdehnung Basans angeben (ny); beide liegen an der Südgrenze, raho^ das heutige 
Salchad, an den südlichen Ausläufern des Hauran, "r^tK, das heutige Der* ät, etwa 45 km 
westlicher. Es ist klar, dass ersteres vorzüglich passt, letzteres gar nicht, da die Sfid- 
grenze Basans hier in der von S. nach N. gehenden Aufzählung nicht gemeint sein 
kann. Entweder gab es ein zweites Edrei, etwa an der Nordostgrenze Basans oder '^rrrm 
beruht auf einem Schreibfehler. V. b ist wohl geographische Glosse. 11 "«a, das ganze 
V. 8 und 10 genannte Gebiet fiel den Israeliten zu, denn Og war der einzige, der es 
ihnen ernstlich streitig machen konnte. Zum Zeugnis dafür, dass dieser zu den Biesen 
gehörte, wird auf die gewaltigen Dimensionen seines in Babbath-Ammon (dem heutigen 
*Ammän, NO. von Hesbon am oberen Jabbok gelegen) gezeigten Sarkophages hinge- 
wiesen, vny bedeutet, wie stvta und 71:9)9, wahrscheinlich nicht blos Bett, sondern aach 
Sarg. Vt*'^, vermutlich genauer Basalt, der wegen seiner Farbe, Härte nnd Eisenhaltig- 
keit wohl Eisenstein genannt werden konnte und im Ostjordanland vielfach vorkommt. 
Sarkophage aus ihm von teilweise ähnlichen Dimensionen finden sich im Ostjordanland 
noch heute, v*^ r>t3M, »Manneselle« = gewöhnliche Elle, die nahezu » '/« ^ beträgt. 
Der Vers wird späterer Zusatz sein, und zwar von demselben antiquarisch interessierten 
Glossator, wie 2ioff. soff., der besonders über die rrnt'^ sammelt, was er finden kann; 
wenigstens passt er nicht in die Situation der Mosesrede, braucht dieser sich doch un- 
mittelbar nach der Besiegung Og's zum Erweis seiner Grösse nicht auf die Masse seines 
Sarges zu berufen. 

12 — 17 Verteilung des eroberten Landes an Buben, Gad und halb Manasse. 
12 *i]^*^90, genauer das von A. an sich nordwärts erstreckende Land. Vna ^9, Sam LXX hy 
a rtv, "sn, gemeint ist die südl. Hälfte. 18 norsn mit Art. wie Jos lia. 4 12 u. s. w. 
pan ^aV ist gegen die Accente zum Folgenden zu ziehen (MT : den ganzen Strich Argob, 
der zu ganz B. gehört, welches — Kinrr = Ktrt noK gefasst, was unmöglich ist — Land 
der Beph. genannt wurde). Sd*i h:k ist Zusatz, wie 2ioff. 14 "f*»" (Sam LXX y^vH) heisst 
Sohn Manasses im allfiemeineren Sinn von Nachkomme, cf. I Chr 2nf, ■«rsram ''^^vxn 
sind zwei aramäische Stämme, cf. II Sam 158. IChr 196. Ihr Gebiet liegt nach Jos ISii 
zwischen Gilead und dem Hermon, also westlich von Basan; zur Zeit Davids haben sie 
dort noch selbständige Belebe, cf. II Sam 3 s. 10 6. ory, im gegenwärtigen Zusammenhang 
ohne Beziehung, die von ihm eroberten Dörfer cf. Num 324i; es wird durch (das sich 
schon durch seine Stellung als Einschub verratende) pnn n» erklärt (cf. Jos 13 so), aber 
kaum richtig, da nach Jud IO4. IBeg 4is und vor allem nach der Vorlage unserer 



Btn 8i6— ». 13 

nach seinem Namen Zeltdörfer Jaira, (wie siel bis heute (heisBen).] ''Und dem Macbir 
gab ich Gilead. '*Den Bubeniten und Gaditen aber gab ich (das Land) von Gilead bis 
zum AmonflusB [d. h. der Mitte des Thaies und zwar als Grenze] und bis zum Jabbok- 
fluss, der Grenze der Kinder Ammon, **und die östliche Araba mit dem Jordan 'als 
Grenze^ von Kinnereth bis zam Arabameer, dem Salzmeer, am Fnss der Abhänge des 
Fisga. "Dmmals gebot ich 'ihnen* (?): Jahve, euer Gott, hat eneh swar dieses 
Land anm Besits gegeben; (aber) ihr müsst (doch), so viele von euch kriegs* 
tfichtig sind, kampfgerUstet enren Brüdern, den Kindern Israel, yoranaiehen 
10 — nnr eure Weiber, enre Rinder nnd eure Herden [ich weiss, dass ihr viele 
Herden habt] mögen in enren Stfldten bleihen, die ich ench gab — , **bis Jahve, 
eoer Gott, enren Brfidern Rnhe verleiht, wie ench, nnd anch sie das Land in 
Besits nehmen, das Jahve, ener Gott, ihnen jenseits des Jordan geben wird; dann 
mögt ihr snrfiokkehren, jeder in sein Besitstnm, das ich ench gab. *'Jo8ua aber 
hefahl ich damals: Du hast mit eigenen Augen alles gesehen, was Jabve * * diesen beiden 
Königen angethan hat; ebenso wird Jahve mit all den Beieben verfahren, zu denen du 
hinüberziehen wirst. '**Fürchte* sie nicbt, [denn Jahve, euer Gott, wird selbst für euch 
streiten]. 



Stelle, Num 3288ff., die Chawwoth Jair in Gilead liegen. Was die Veranlassung für 
nnsem Verf. gewesen ist, sie nach Basan zu verlegen, ist nicht zu ermitteln. 16 toq, 
nach Num 3289. 4i ebenfalls ein Nachkomme Manasses, dessen Verhältnis zu Jair nicbt 
klar ist; hier ist er wohl als Bruder Jairs gedacht. nyV;, hier das nördlich vom Jabbok 
liegende cf. v. 13. Der allgemeine Ausdruck Gilead (statt lyV^n nr^ oder '^n ^rr) ist 
nach V. 13 nicht misszuverstehen. 16 Cf. v. 12. -ry^s, hier nach dem Zusammenhang die 
sfidliche Hälfte, 'w Vnsn "^tn, noch von -ry abhängig, soll das Missverständnis aus- 
Bcbliessen, als gehörten beide Seiten des Thaies Israel; mit hm ist eigentl. genau die 
Mitte des Thaies, also der Flusslauf gemeint und zwar dieser als Grenze (zu V^nai cf. 
G-K § 154 a Note Ib). Der ganze unbeholfene Ausdruck, d. h. bis zur Mitte des Thaies 
als Grenze, fehlt LXX und ist wahrscheinlich Zusatz, pn*« -m, bestimmter bis zu dem 
Teil des Jabbok, der von S. nach N. fliessend die Grenze gegen Ammon bildet. 17 na^iym, 
abhängig von "«nra v. 16, das Jordanthal, cf. li. ^inji t>i**ni, und den Jordan, und zwar 
(diesen) als Grenze, cf. v. 16, d. h. nur den ostjordanischen Teil der Araba, was durch 
Ttrr^ro noch einmal ausgedrückt wird. LXX hat kein i vor V'^n^; streicht man es, dann 
bildet 2 ■pn-'m einen Umstandssatz «» mit dem Jordan als Grenze, cf. G-K § 156. n-taais 
S^t giebt die Grenze des Buben und Gad verliehenen Teiles der Araba im N. u. S. an. 
n-^, eine Stadt am See Genezareth, cf. Jos 1985, nach der der See genannt wurde, doch 
von nicht näher zu bestimmender Lage, nn'^yn d^ ss nV^sn \ das Tote Meer von welchem 
bestimmter der Teil in Betracht kommt, der n^ocn mvM rnr> liegt; ruo»n, ein nicht genau 
sa bestimmender Berg am Nordostende des Toten Meeres. Danach reicht das Gebiet 
Manasses südl. vom See Genezareth nicht bis an den Jordan. — In v. 12—17 sind zwei 
Yollständige Angaben über die Verteilung des eroberten Gebietes enthalten, v. 12 — 13 
und V. 14—17; letztere werden Zusatz sein, der teils Num 324of., teils Jos 12a— s ent- 
nommen ist und den Zweck hat, die allgemeinen Angaben von v. 12—13 genauer zu be- 
stimmen. 

18 — 20 Die ostjordaniscben Stämme werden ermahnt, den übrigen bei der Er- 
oberung des Westjordanlandes zu helfen. 18 fidnic, vielleicht verschrieben für nnic, denn 
gemeint sind die vorher genannten Stämme Buben, Gad, Manasse. 19 oaspo^, Sihg.-Suff., 
cf. G-K § 91 d. 20 yv^'n inya, hier vom ostjordanischen Standpunkt, cf. v. 8. 

21—22 Ermutigung Josuas. 21 nK^n '7*^9, cf. G-K § 126 k, die sehenden sind 
deine Augen, d. h. du hast es mit eigenen Augen gesehen, w^n^ii, in der Anrede an 
Josua auffällig, wird mit Sam zu streichen sein. 22 DiM'^^n Hesse sich nur so erklären, 
dass Moses ans der Anrede an Josua in die an das ganze Volk übergeht; lies mit Sam* 



li Dtn 328—29. 4i. 

''Ich aber bat damals Jahve am Gnade und sprach: '^Herr Jahve, da hast 
angefangen, deinem Knechte deine Erhabenheit and deine Macht zn offenbaren. 
Ja, wo gäbe es einen Gott im Himmel and auf Erden, der solche Werke and ge- 
waltige Thaten verrichten könnte, wie du! ^So lass mich doch (auch) hinüber» 
ziehen und das schöne Land jenseits des Jordan sehen, dies schöne Bergland und 
den Libanon. ''Aber Jahve brauste anf wider mich um euretwillen, und er hörte 
mich nicht. Sondern Jahve sprach zu mir: Genug, sprich davon nicht weiter zu 
mir! ''Steige auf den Gipfel des Pisga, lass deine Blicke nach Westen und 
Norden, Süden und Osten schweifen und besieh dir (das Land); denn du darfst 
diesen Jordan nicht überschreiten. ''Beauftrage aber den Josua, ermutige und 
stärke ihn, denn er soll diesem Volke voranziehen, und er soll ihnen das Land 
austeilen, das du sehen wirst. "So blieben wir denn im Thale, gegenüber 
Beth-Peor. 

4 ^Und nun, Israel, höre die Satzungen und Rechte, die ich euch lehren 
will, dass ihr danach thiin sollt, damit ihr am Leben bleibt und in den Besitz des Landes 



LXX DijiT. V. b aber ist wohl Zusatz aus lao. — Über die Frage, ob der Abschnitt 
hier ursprünglich ist, s. am Schluss des Kap. 

28 — 29 Moses bittet vergeblich, das Westjordanland betreten zu dürfen, und 
wird von Jahve angewiesen, vom Pisga aus das Land zu besehen und Josua als seinen 
Nachfolger einzusetzen. 28 lannsi, cf. G-K § 29i8. 24 rhrtn, cf. G-K § 67 w. 'w "»ö ^mt, 
eig. in botreff deren die Frage berechtigt ist; zum Inhalt der Frage cf. Ex 15 ii. 25 'inn, 
neben ^anVn Bezeichnung Kanaans, welches im ganzen ein Bergland ist. — Moses Bitte 
gründet sich darauf, dass Jahve in seiner Gnade ihm seine Erhabenheit zu offenbaren 
angefangen hat; von derselben Gnade erbittet er die w^eitere Fortführung dieser Offen- 
barung. 26 Va cf. Is7. ^^ ai cf. le. 27 w«*^, acc. der Bichtung, Sam »«»i V«. r^sctrt 
cf. v. 17. Die Aufzählung der Himmelsrichtungen soll nur unser »nach allen Richtungen« 
ausdrücken, daher auch rtn-itts, das streng genommen nicht passt. 28 cf. Iss. ixi, eig. 
gieb ihm Auftrag seil, dein Werk fortzuführen. — Der Zorn Gottes auf Moses ist auch 
hier nicht genügend motiviert, cf. zu ls7. Die alttestamentlichen Schriftsteller standen 
hier vor einem Problem : Jahve hatte angefangen, Moses seine Erhabenheit zu offenbaren 
(v. 24); warum bat er ihn, der doch der grösste aller Propheten war (34 lo), nicht anch 
die weiteren Offenbarungen seiner Macht sehen lassen? warum hat er ihm weiterhin 
seine Gnade entzogen ? Von der Ansicht aus, dass alles Unglück eine Schuld voraussetzt, 
Hess sich keine genügende Antwort geben; teils hat man eine Verschuldung Moses in 
einem Verhalten gesucht, das Andern kaum als Verschuldung ausgelegt wäre, cf. Kum 
2()6. 18. Dtn 3251, teils hat man sich mit einem dss^^sV (v. 26) geholfen, was freilich, wie 
zu l36 — 88 gezeigt ist, Verlegenheitsauskunft ist. Das AT hat für viele Rätsel der Ge- 
schichte keine befriedigende Lösung. 29 K^sa, schwerlich das Jordanthal, sondern eines 
der Thäler des 'Abarimgebirges, zu welchem der Pisga gehört, '^i^c r'*a, eig. Wohnstätte 
s> Kultusstätte des moabitischen Gottes "^lyt ^yn, d. h. des auf dem Berge Peor (Num 
2328) verehrten Raal; die genaue Lage des Ortes ist unbekannt (nach Euscb. Gnom, 
zwischen Teil Räme und Hesbon). — V. 23—29 sind für die Einleitung in das Dtn un- 
entbehrlich ; sie bestimmen einerseits den Ort, an dem Moses redet, genauer als 1 1. 5, 
cf.329, motivieren aber zugleich auch, dass Moses nun dem Volke ein ausführliches Gesetz 
giebt und zum Halten desselben ermahnt. Et muss ja Israel jetzt aus seiner Obhut 
entlassen, da er den Jordan nicht überschreiten darf. Dann aber müssen v. 21 — 22, 
die dem erst v. 28 gegebenen Befehl vorausgreifen, als Zusatz angesehen werden. 

B. Paräneti scher Teil der ersten Rede Moses 4, 1—40. Inhalt: v. 1—8 
Israel soll im Andenken an die jüngsten Ereignisse von Beth-Peor gehorsam sein gegen 
das Gesetz, durch das es so wunderbar ausgezeichnet ist. v. 9—24 Im Andenken an die 
grosse Offenbarung am Horeb, wo Jahve, ohne in sichtbarer Gestalt zu erscheinen, zum 



Btn 4s— 6. 16 

kommt, das Jahve, der Gott eurer Väter, euch geben will. *FOgt seq dem Wort, das 
ich each 'heute' gehiete, nichts hinzu und nehmt nichts davon, sondern beobachtet 
die Gebote Jahves, eures Gottes, die ich euch gebiete. 'Mit eigenen Augen habt ihr 
gesehen, was Jahve wegen des Baal-Peor gethan hat: jeden, der dem Baal-Peor 
folgte, hat Jfthve, *eaer' Gott, aus *eurer' Mitte vertilgt ^Aber ihr, die ihr an 
Jahve, eurem Gott, fest hieltet, seid heute alle am Leben. *'Seht', ich habe euch 
Satzungen und Bechte gelehrt, wie mir Jahve, mein Gott, geboten hat, dass ihr also in 
dem Lande thun sollt, in dessen Besitz ihr kommen werdet. ®So beobachtet und thut 
sie; denn darin besteht eure Weisheit und eure Klugheit in den Augen der Völker; und 
w^enn sie von all diesen Satzungen hören, so werden sie sagen: es ist doch ein weises 



Volke geredet hat, soll es sich besonders vor der Verehrung der Gottheit im Bilde 
hüten. V. 25—28 Vergisst es diese Mahnung, so wird es mit dem Exil bestraft werden, 
y. 29—31 Bekehrt es sich dann aber, so wird Gott in seiner Gnade ihm auch vergeben. 
V. 32 — 40 Durch alle seine grossen Thaten hat sich Jahve Israel als den alleinigen Gott 
kund gethan, zugleich aber auch Israel im höchsten Masse ausgezeichnet. — Dass der 
Abschnitt nicht einheitlich ist, geht hervor aus dem Mangel eines klaren Gedanken- 
ganges (cf. die Einzelerklärung), aus Wiederholungen (v. 15ff. v. 23 f.) und aus dem 
häufigen Wechsel plur. und sing. Anrede. Freilich ist gerade in letzterer Beziehung der 
MT wenig zuverlässig. Wird er mit Hilfe von Sam und LXX verbessert, so lassen sich 
ein pluralischer (v. 1—28) und ein singularischer Abschnitt (v. 29—40) sondern. Ersterer 
weist namentlich in v. 5—8 eine Erweiterung auf, da hier (v. 5. 8) die Gesetzesmitteilung, 
die sonst als zukünftig gedacht ist, als bereits geschehen behandelt wird. Ferner scheint 
V. 10 — 28 ein im Exil verfasstes ursprünglich selbständiges Stück zu sein, das erst nach- 
träglich durch V. 9 mit v. 1 — 8 (also nach Einschaltung von v. 5 — 8) der Bede eingefügt 
wurde. Vielleicht ist dabei gleichzeitig v. 29—40 als Anhang beigefügt V. 1—4 können 
sehr wohl die ursprüngliche Überleitung von Kap. 1—3 zum eigentlichen Dtn gebildet 
haben. Weiteres siehe Einl. § 4, 2. 3 und die Einzelerklärung. 

1—4 Israel soll die nun mitzuteilenden Gesetze wohl beachten, denn Untreue 
gegen Jahve gereicht zum Verderben, wie es erst kürzlich wieder erfahren hat. 1 rtnyi 
zur Überleitung auf das, was dem Bedenden die Hauptsache ist, auch 10 is. rav Vk^vt, 
wohl infolge der Vorsetzung des nny*) rhytmisch bedingte Umstellung des gewöhnl. ttv 
'«r, cf. Einl. § 8, 85; der Sing, scheint in dieser Wendung stehend zu sein auch in 
plural. Umgebung, cf. nK*^ Is. wyn und w^xatv^ zusammengestellt, wie häufig im Dtn, 
cf. Einl. § 8, 73. Erstere bezeichnen eig. eingegrabene {^pn) und darum für alle Zeit er- 
lassene Verordnungen, letztere eig. für einen einzelnen Fall vom Bichter getroffene Ent- 
scheidungen, die dann aber für die Entscheidung analoger Fälle als Bichtschnur dienen ; 
doch ist die Bedeutung beider abgeblasst, sodass sie gleicherweise einfach > Gesetz« be- 
deuten, orv^'^i cf. G-K § 44d. 2 cf. 13 1. Gemeint ist nicht, dass der Wortlaut der 
Gesetze nicht verändert werden dürfe, sondern dass der Inhalt der göttlichen Verord- 
nungen nicht durch menschliche Willkür entstellt werden soll. QsnK, Sam Luc -f dy^h. 
8 rtHrm os-^a^y, cf. 3 21. 11« Vwa, cf. 329 und Num 25i — 5; a genauer: in der Angelegen- 
heit, bei der B. P. eine Bolle spielte. Die sing. Suffixe am Schluss des V. sind mit 
LXX in plur. zu ändern. Zur Eonstr. von v. b cf. G-K § 143 b. 

5—8 Israel soll die ihm gegebenen Gesetze befolgen, denn dadurch kommt es 
in den Buf besonderer Weisheit; kein anderes Volk kann sich ja solch nahen Umgangs 
mit Gott und so gerechter Gesetze rühmen. 5 nici, cf. Is; Sam LXX wn. "rnttV, Perf., 
könnte zur Not erklärt werden: ich habe euch schon während der Wanderzeit belehrt. 
Doch macht die gleiche Bezeichnung wie v. 1 es wahrscheinlicher, dass hier dieselben 
Gesetze gemeint sind wie dort. Dann aber können v. 5 ff. ursprüngl. nur nach der Ge- 
setzesmitteilung gestanden haben. Der Grund ihrer Versetzung hierher ist nicht zu er- 
mitteln, "^aix nvvo cf. V. 14. 588. 6 tm, die Beobachtung der Gesetze; sie ist ein Beweis 



16 Dtn 47—1«. 

und kluges Volk, diese grosse Nation. 'Denn wo gftbe es eine grosse Nation, der ihre 
Götter 80 nahe wären, wie (uns) Jahve, unser Gott, so oft wir zu ihm rufen? *ünd wo 
gäbe es eine grosse Nation, die so gerechte Satzungen und Rechte hätte, wie dies ganze 
Gesetz [das ich euch heute vorlege]? *[Nur hüte dich und gieb auf dein Leben wohl 
Acht, dass du die Vorgänge nicht vergisst, die du mit eigenen Augen gesehen hast, und 
dass sie dir, so lange du lebst, nicht aus dem Sinn kommen, und thue sie deinen 
Kindern und Kindeskindern kund, ^* nämlich] den Tag, an dem 'ihr* am Horeb vor Jahve, 
*unsren* Gott, *tratet', als Jahve zu mir sprach: Versammle mir das Volk, dass ich sie 
meine Worte hören lasse, damit sie lernen und ihre Kinder lehren, mich zu fürchten, 
solange sie auf Erden leben. **Da nahtet ihr, und tratet an den Fuss des Berges, 
während der Berg brannte mit Feuer, das bis in das Innerste des Himmels flammte, 
(von) Dunkel, Wolken und Finsternis (umgeben). ^* Jahve aber sprach zu euch aus dem 
Feuer heraus; den Hall der Worte vernähmet ihr wohl, aber eine Gestalt nähmet ihr 
nicht wahr, sondern nur die Stimme. [*'Und er verkündete euch sein Gesetz, das er 
euch zu halten befahl, die zehn Gebote, und schrieb sie auf zwei Steintafeln. ^^Mir 
aber gebot Jahve damals, euch Satzungen und Rechte zu lehren, dass ihr danach thätet, 
in dem Lande, zu dessen Besetzung ihr hinüberziehen werdet.] ^*So hütet euch denn 
nun wohl — ihr habt ja keinerlei Gestalt gesehen an dem Tage, als Jahve am Horeb 
aus dem Feuer zu euch redete — , ^' dass ihr euch nicht frevelhafterweise ein Gottesbild 



besonderer Klugkeit und Einsicht, weil die Satzungen, die scheinbar das Volk in seiner 
Freiheit beschränken, doch dazu dienen, es gross zu machen, und Israel dies richtig er- 
kannt hat. Das wird nachträglich von allen Völkern erkannt werden, wenn der Erfolg, 
Israels Grösse, eingetreten ist. p% man kann^ allenfalls alles an Israel auszusetzen 
haben, aber dies eine muss man anerkennen. 7 Die Völker haben Recht damit, denn . . . 
^ *n9 cf. 3z4. ts^a^p, Plural, weil fi*«n^M die heidnischen Götter meint. 8 tryns (cf. G-K 
§ 128p), sie entsprechen dem jedem Menschen angeborenen Rechtsgefühl. Mirn mimn 
kann nicht hinweisen auf ein noch gar nicht bekanntes Gesetz und beweist somit, dass 
V. 5-8 ursprünglich auf die Gesetzes mitteilung folgte (l6 ist anderer Art, denn da weist 
derselbe Ausdruck auf die unmittelbar folgende Belehrung hin). Sai ivm, das die Ge- 
setzesmitteilung noch zukünftig erscheinen lässt, cf. G-K § 116 p, wird eben darum 
Zusatz sein. — Indessen, die in v. 6—8 geschilderten Vorzüge besitzt Israel nur, wenn 
es das Gesetz hält, insbesondere aber sich vor der Verehrung der Gottheit im Bilde 
hütet (v. 9—24); daher das Folgende mit pi angeknüpft. 9 Oberleitung zu dem ur- 
sprünglich selbständigen Abschnitt v. 10—24 (sing. Anrede!), 'tvu ^v, ein Vergessen 
würde dein Leben bedrohen, cf. v. 1 Trrn ynk. Da das Volk als geschichtlich bleibendes 
Ganzes, nicht die einzelne Generation, angeredet ist, so gehört zu dem »nie vergessene 
auch die Fürsorge dafür, dass die Nachkommen unterrichtet werden, worauf das Dtn 
grosses Gewicht legt. 10—14 Erinnerung an die Vorgänge am Horeb. 10 Qi*, von mvn 
abhängig (ursprünglich begann v. 10 wohl: gedenket des Tages). Mit LXX lies omey 
und vorhin, yo» ''-^a-r, m. W., die dazu führen sollen, dass. 11 ^9a *inni cf. G-K § 141 e. 
nV, Herz » Innerstes. S21 ^vn cf. G-K § 118q; zur Sache vgl. Ex 19 16. 12 vyüv nmc 
und D*«^ Bsa-«, cf. G-K § 107 d. na%r, alles Sichtbare, selbst wenn die Umrisse nicht 
genau wahrnehmbar sind, Job 4i6. Zwar erschien Feuer, aber dies war nur die Hülle 
Jahves, nicht er selbst. 18 n^n, zunächst die feierliche Handlung (Gen 159ff.), durch 
die jemand eine Verpflichtung als unlösliche Übernimmt, dann die so übernommene oder 
auferlegte Pflicht selbst, das Gesetz, hier speciell der Dekalog. 14 Gleichzeitig empfing 
Moses weitere Gesetze zur Mitteilung an Israel, d. h. hier die im Dtn enthaltenen. — 
V. 13 — 14 stehen in keinem strengen Zusammenhang mit dem Hauptgedanken des Ab- 
schnittes, und sind darum vielleicht als Zusatz aus 619. ss anzusehen. 15—20 Auf v. 12 b 
beruhende Warnung vor der Anfertigung von Gottesbildern. 16 lan D*na, cf. G-K § 130 d. 
16 Vd», zunächst ein aus Holz oder Stein gehauenes Gottesbild, dann in erweiterter Be- 



Dtn 4 17— 24. 17 

macht, in der Gestalt irgend einer Bildsänle, das Abbild eines Mannes oder Weibes, 
^^das Abbild irgend eines Tieres, das auf der Erde ist, das Abbild irgend eines be- 
schwingten Vogels, der in der Luft fliegt, ^*das Abbild irgend eines * Wurmes', der auf 
dem Boden Iniecht, das Abbild irgend eines Fisches, der im Wasser unter der Erde ist, 
"[und dass du deine Augen nicht erhebst zum Himmel und, wenn du die Sonne, den 
Mond und die Sterne, das ganze Himmelsheer siehst, dich zu ihrer Anbetung und zu 
ihrem Dienst fortreissen lässt, die doch Jahve, dein Gott, allen Yölkern unter dem 
ganzen Himmel zugeteilt hat, ^während euch Jahve nahm und euch aus dem Eisenofen, 
aus Ägypten, herausfQhrte, dass ihr ihm zum Eigentnmsvolk würdet, wie (ihr es) jetzt 
(seid)]. ^ Jahve war aber auf mich zornig geworden um euretwillen und hatte ge- 
schworen, dass ich den Jordan nicht überschreiten sollte [und nicht in das schöne Land 
kommen, das Jahve, dein Gott, dir als Eigentum giebt]. ^'Sondern ich muss in diesem 
Lande sterben, ohne den Jordan zu überschreiten, während ihr hinüberziehen und dies 
schöne Land in Besitz nehmen werdet. '^ Hütet euch denn, dass ihr das Gesetz Jahves, 
eures Gottes, nicht vergesst, auf das er euch verpflichtet hat[, und dass ihr euch kein 
Gottesbild anfertigt, in welcher Gestalt es auch sei, was Jahve, dein Gott, dir verboten 
hat. *^Denn Jahve, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott]. 



deutitng auch das aus Metall gegossene, cf. Jes 40 19. VuD, im AT nur noch Ez 8s. 5. 
IlChr 337.15, doch auch auf phönic. Inschriften, daher nicht als Beweis für die späte 
Abfassung unseres Abschnittes zu verwerten, napa ik ^st zusammengestellt nur noch in 
P, rap allein nur noch in der interpolierten Stelle Jer 3182. 17 riaa '^ux, nur noch in 
exilischen und nachexilischen Stellen (Ez 1783. 394.17. Gen 7i4. Ps 148 lo). 18 Mit 
LXX lies iavp bv^ Va und vgl. den Sprachgebrauch von P, Gen l26 u. s. w. 19 wegen 
der sing. Anrede Znsatz. w^vn k3x, cf. IIBeg 17 16 u. s. w. nmr, von der Verführung 
zum Götzendienst auch 30 17 (das Aktivum im Dtn noch 136. ii. u). Der, welcher v. 19 
einschaltete, muss gerade den Gestimdienst als besondere Gefahr seiner Zeit gekannt 
haben. Dieser drang in Israel seit dem 8. Jahrhundert aus Assyrien ein und lässt sich 
bis in die nachexilische Zeit verfolgen (Gen luff. enthält wahrscheinlich eine Polemik 
^egen ihn, cf. die Komment.). Verführung zu ihm lag namentl. im Exil nahe, wo Israel 
babyl. Einflüssen besonders stark ausgesetzt war. San ^hn iom, seil, dass sie von ihnen 
als Gottheiten verehrt werden. Das ist für sie einerseits eine Strafe, cf. v. 28. Am 5m, 
andererseits aber auch ein Mittel, durch welches Gott sie vor völligem Erlöschen des 
Gottesbewusstseins bewahrt. Was aber nur Strafe und Kotbehelf ist, darf in Israel 
nicht angenommen werden, da es das Volk des lebendigen Gottes ist. So bildet 20 den 
Gegensatz zu v. 19b (beachte das betont vorangestellte Ddnm), wird aber eben deshalb 
mit V. 19 zu streichen sein. KX'ni, vgl. G-K § 741. hr^n nta, der .Ofen, in welchem Eisen 
geschmolzen wird; tert. comp, die vernichtende Glut. nVrra us bezeichnet Israel als 
Jahves Eigentum, das sich als solches seines besonderen Schutzes und seiner Gnade er- 
freuen darf, cf. 989, aber zugleich auch ihm allein zu dienen verpflichtet ist, so hier und 
76. 148 {nhso fi9). Die Begründung dieses Verhältnisses sieht das Dtn teils wie hier in 
der Errettung Israels aus Ägypten, teils in der Bundschliessung am Horeb oder bei der 
Verpflichtung auf das dtn Gesetz, z. B. 26i8. 21 — 24 Diese Mahnung legt Moses seinem 
Volke gerade jetzt darum so dringend ans Herz, weil er von ihm scheiden muss. 21 cf. 
Is7. 326. Tiv^j der Schwur wird sonst nirgends erwähnt, darum von Sam ausgelassen, 
vt Ka *^n^aVi, als Dublette und der sing. Form wegen wohl Zusatz. 22 r>» *^d»( und ■'»**m 
-»ay, cf. G-K § 116 p. Br^n-^i cf. v. 1. 28 cf. v. 9. 15 f. und zu P-^-^a v. 13. V. b wird 
Zusatz sein, weil er z. T. v. IG wiederholt, z. T. sing. Form zeigt, "t^x, seil.: nicht zu 
machen. 24 der sing. Form wegen ebenfalls Zusatz, begründet die Warnung von dem 
Bilderdienst aus dem Wesen Jahves. Er ist 1) nV^K vk, sein Zorn also gefährlich. Zur 
Konstr. cf. G-K § 143a, zum Ausdruck 93; 2) mp Vm, duldet also nicht, dass sein Eheweib 
(cf. Hos 1 — 3) sich andern preisgiebt, sondern straft Untreue unnachsichtlich. 26 — 28 

UandkomBiojitar s. A. T.: Stttuernagel, Deuteron. 2 



18 Dtn 4s5— 81. 

*^Weiin 'ihr* Kinder und Kindeskinder 'erzeugt* und alt werdet in dem Lande und dann 
frevelhafterweise ein Gottesbild irgend welcher Gestalt anfertigt und thut, was böse 
ist in den Augen Jahves, 'eures* Gottes, und ihn reizt, ^so rufe ich heute den Himmel 
und die Erde zu Zeugen wider euch an, dass ihr schnell aus dem Lande verschwinden 
werdet, zu dessen Besetzung ihr den Jordan überschreiten werdet; ihr werdet nicht 
lange in ihm leben, sondern vertilgt werden. *^Und Jahve wird euch unter die Völker 
zerstreuen, uncC nur eine geringe Zahl von euch wird übrig bleiben unter den Nationen, 
unter die euch Jahve wegführen wird. ^Dort werdet ihr von Menschenhänden gemachten 
Göttern dienen müssen, Holz und Stein, die nicht sehen und hören, nicht essen und 
riechen können. **[yon dort aus aber 'wirst du* Jahve, deinen Gott, suchen, und du 
wirst 'ihn* finden, wenn du nach ihm von ganzem Herzen und von ganzer Seele fragen 
wirst, "^wenn du in Not bist und all dies dich trifft, am Ende der Tage, und wenn du 
dich zu Jahve, deinem Gott, bekehrst und ihm gehorchst. '^Denn ein barmherziger Gott 
ist Jahve, dein Gott; er lässt dich nicht und verdirbt dich nicht und vergisst die Yer- 



Wenn Israel diese Mahnung überhört, wird es mit dem Exil und dem Dienst nichtiger 
Götter bestraft werden. 26 Lies mit Sam wh'ir^ und mit Sam LXX DrrrVti. p^3, altem 
und infolgedessen die Frische der Jugendeindrücke, hier der am Horeb empfangenen 
(v.12), verlieren. Zu v. b cf. v. 16. 26 Sil -»n-ram (cf. G-K § 72x. 106i), nicht: ich rufe 
sie zu Zeugen für die Bichtigkeit der folgenden Drohung auf, sondern kurzer Ausdruck 
für : ich rufe sie, die ewig bleibenden, an, dass sie, wenn meine Drohung eintrifft, Zeugnis 
dafür ablegen, dass ich euch gewarnt habe; cf. 8i9. 30 19. 3128, wohl sämtlich auf 32 1 
zurückgehend, yom bedeutet nach v. 27 f. nicht das völlige Vernichte twerden, sondern 
nur das Verschwinden aus dem Lande. 27 ^tüü ""nta, nach dem Zusammenhang Leute 
von geringer Zahl. Die Drohung der Verminderung entspricht der Verheissung der 
Mehrung für den Fall des Gehorsams, cf. 2862. 28 Schlimmer aber als die politische 
Knechtung, ja das Schlimmste, was das Eigentum svolk Jahves treffen kann, ist die 
Knechtung unter die nicht einmal der geringsten Lebensäusserungen fähigen und darum 
in der Not nicht helfenden Götzen. Zu dieser aber wird es durch das Exil sicher 
kommen bei einem Volke, dessen Masse der Überzeugung lebt, dass Jahve nur in Kanaan 
verehrt werden kann, fi-w 'nr^ no^o heissen die Götter, weil sie thatsächlich nichts weiter 
sind als Holz und Stein, von Menschenhänden bearbeitet. pKi p, cf. 28 S6. 64. 29 16. Zu 
der sarkastischen Schilderung der Ohnmacht der Götzen vgl. bes. Jes 44i2ff. — Der 
Abschnitt v. 10 — 28 stimmt in seiner Tendenz, Bekämpfung der Abgötterei, genau mit 
dem Dtn überein, cf. bes. Kap. 18. Auch in einzelnen Ideen und Wendungen zeigt er 
eine weitgehende Verwandtschaft mit ihm, wenn er auch einiges Eigentümliche aufweist 
(Verwertung der Offenbarung am Horeb als Begründung seiner Forderung, Beurteilung 
des Gestimdienstes der Heiden) und im Ausdruck sich hier und da von andern abhängig 
erweist (namentl. v. 16 ff.). Wir werden als Verfasser einen im Exil lebenden Schrift- 
steller aus dem dtnsten Kreise sehen dürfen, der seine Zeitgenossen zur Bekehrung auf- 
fordern will. Die Fortsetzung v. 29 ff. stammt zwar aus anderer Feder, entspricht aber 
durchaus seinen Ideen. 

29 — 81 Bekehrt sich Israel, so wird sich Jahve seiner wieder erbarmen. 29 Lies 
mit Sam nopm (b vor fivo beruht auf Dittographie), mit Sam LXX mtcsisi. ovo, d. h. 
vom Heidenland aus. Zum ganzen Vers vgl. bes. Jer 29 is (an die Exulanten gerichtet). 
80 ^nicwi ^h "IM und navi '-»n n-'^inwa, cf. G-K § 112 w. n-^-in n^nnua, das gewöhnlich auf 
die »messianische« Zeit als letzten Teil der Geschichte weist, ist aus der Zeit eines 
Deuterojesaja, der mit dem Ende des Exils den Eintritt der Heilszeit erwartete, wohl 
verständlich. 81 X'^a« n*n3, cf. v. 13, die den Vätern, Abraham, Isaak und Jakob gegen- 
über eingegangene Verpflichtung, cf. Gen 122ff. u. s. w. — Der Verfasser dieser Verse 
schreibt deutlich unter Voraussetzung von v. 10—28, denn n^iin tarnar^n (v. 30) sind die 
V. 26 ff. angedrohten Strafen. Er verheisst seinen im Exil lebenden Volksgenossen, dass 



Dtn 4M—41. 19 

pflichtung nicht, die er deinen Vätern gegenüber auf sich genommen hat. '* Denn forsche 
doch nach in früheren Zeiten, die vor dir gewesen sind, von dem Tage an, wo Gott 
Menschen auf der Erde schuf, und von einem Ende des Himmels bis zum andern, ob je 
etwas so Grosses geschehen oder ob solches je gehört ist, "'ob je ein Volk die Stimme 
eines 'lebendigen' Gottes aus dem Feuer heraus reden gehört hat, wie du sie gehört hast, 
und am Leben blieb, '^oder ob je ein Gott versucht hat, (auf die Erde) zu kommen und 
sich ein Volk aus der Mitte von andern herauszunehmen mit Prüfungen, Zeichen und 
Wundem, mit Kampf, mit starker Hand und mit erhobenem Arm und mit grossen 
Schrecknissen, wie es Jahve[, euer Gott,J in Ägypten [mit euch] vor deinen Augen 
gethan hat? ''Du hast es zu sehen bekommen, damit du erkennest, dass Jahve der 
(wahrhaftige) Gott ist, ausser dem es keinen giebt. "^Yom Himmel her Hess er dich 
seine Stimme vernehmen, um dich zu unterweisen, und auf der Erde liess er dich sein 
gewaltiges Feuer sehen, und aus dem Feuer heraus vernahmst du seine Worte. '* Dafür, 
dass er deine Väter liebte und *ihre* Nachkommen erwählte und dich persönlich *und* 
mit seiner grossen Macht aus Ägypten führte, ""um Völker, die grösser und stärker 
waren als du, vor dir zu vertreiben, um dich hineinzubringen und dir ihr Land zum 
Eigentum zu geben, wie (es) jetzt (der Fall ist), '^erkenne heute und nimm es zu Herzen, 
dass Jahve der (wahre) Gott im Himmel droben und unten auf der Erde ist, sonst 
keiner] ^[, und halte seine Satzungen und Gebote, die ich dir heute gebe, damit es dir 
und deinen Kindern nach dir gut gehe, und dass du allezeit lange lebest in dem Lande, 
das Jahve, dein Gott, dir giebt]. 

^^ [Damals sonderte Moses drei Städte im Osttjordanlande aus. 



Jahve ihnen wieder gnädig sein werde, wenn sie ihn nur wieder suchen. Aber das 
müsse in wirklicher, aus vollem Herzen kommender Umkehr, nicht nur in einer durch 
die Not erweckten vorübergehenden Bussstimmung, geschehen und im Gehorsam sich 
bewähren. Dass Jahve Israel nicht dauernd Verstössen werde, dafür liegt die Gewähr 
in seiner Barmherzigkeit und in seiner Treue. 82—40 Unerhörte Thaten hat Jahve an 
Israel gethan — ein Beweis seiner besonderen Gnade gegen dies Volk (^ v. 32), zugleich 
aber auch seiner alleinigen Gottheit. 82 Q'^^m ms, wie in P Gen Ist. 88 Tavn, zur 
Tonzurückziehung und Gaja cf. G-K § 29 e, 16 h. b'^nVM + vm Sam LXX, cf. G-K 
§ 132h. '^n'^i mit Bücksicht auf den allgemeinen Glauben, dass der Anblick der Gottheit 
tötet, cf. 523. Die eben genannte Stelle liegt dem ganzen v. 33 zu Grunde, doch ist 
der Gedanke hier nach v. M mehr der, dass kein anderer Gott seine Existenz so kund- 
gethan hat, wie Jahve. 84 mdo sind die ägyptischen Wunder, sofern durch sie der Grad 
der Verstocktheit Pharaos erprobt werden sollte, rnK, sofern die unsichtbare Macht 
Jahves an ihnen erkannt werden sollte, fi'^Mfeiio, sofern sie etwas Aussergewöhnliches dar- 
stellten, rnsnV», sofern Jahve durch sie für Israel stritt. ü:k ist mit LXX zu streichen, 
ebenso fid'^nVK. 85 Der Zweck der Wunder war der Beweis, dass Jahve allein Gott ist 
(o^nVitn mn '*\ cf. G-K § 141 gh und 126 e), sofern die ägyptischen Götter sich ohn- 
mächtig erwiesen. Besonders aber sollte Israel das erkennen und dadurch zur alleinigen 
Verehrung Jahves getrieben werden. 86 Ähnlich war der Zweck der Offenbarung am 
Horeb die Erziehung Israels zur Gottesfurcht, v. 10. 87 — 89 Ein Satz, der Nachsatz 
beginnt mit nn**^ v. 39. 87 Mit Sam LXX lies Dmirm D9*iTa. 'nt^ persönlich, cf. Ex 
33 14. Mit Sam lies "»rrdai. 88 mrt tsrs, jetzt, nämlich zur Zeit Moses, wo Israel wenigstens 
das Ostjordanland erobert hat. Wahrscheinlicher aber ist an das Westjordanland gedacht, 
sodass der Verfasser aus der Rolle fällt. 89 naem, cf. G-K § 72 w. (Sam V») Vm s^wn 
anV, cf. 30i. Die Erkenntnis, dass Jahve allein Gott ist, und ihre praktische Bethätigung 
(v. 40) ist also Pflicht der Dankbarkeit. 40 Die formelhaften Wendungen werden hier, 
wie so oft, erst von den Abschreibern angefügt sein. 

C. Anhang 41^48 Aussonderung dreier Asylstädte im Ostjordanland. Die 

2* 



20 Btn 44S— 4d. 

^*dass ein Totsclilä^er daliin flielxen köiiTite, der seinen N'äcbsten nn- 
vorsätzlicli ersclilägrt, oline ilin seit längerer 2ieit g^liasst zu liaben, 
dass er durch, die Fluclit in eine dieser Städte sein Leben rettete, 
*■ nämlich. Beser in der Steppe auf der Hochebene für die !Rubeniten, 
Ramoth in Q-ilead für die Q-aditen und Q-olan in Sasan für die Ma^ 
nassiten.] 



Kap. 4. 44— 30. SO. 



^^ ' Dies ist das Oesetz, das Moses den Kindern Israel vorlegte. ^^Dies 

sind die Zeugnisse, die Satzungen und Reckte, die Moses den Kindern Israel 

bei ihrem Auszug aus Ägypten vortrug, *<im Ostjordanlande, im Thale gegenüber 
Beth Peor, im Lande Sihons, des Amoriterkönigs, der in Hesbon gewohnt hatte, den 
Moses und die Kinder Israel bei ihrem Aaszug aus Ägypten geschlagen hatten. ^*ünd 
sie hatten sein Land und das Land Ogs, des Königs von Basan, der beiden Amoriter- 
könige des Ostjordanlandes, ^*von Aroer am Ufer des Amonflusses bis zum Gebirge Sion 
— das ist der Hermon — ^*und die ganze Araba östlich des Jordan bis zum Toten Meere 
am Fuss der Abhänge des Pisga in Besitz genommen. 



nicht die Form einer Bede Moses zeigenden Verse sind von einem Glossator wohl zur 
Ausgleichung von 19iff. mit der späteren Anschauung geschrieben worden. Siehe zu 
19iflf. 41 Zum Impf, ^■na*» nach t« cf. G-K §107c. i^n 'laja, wie li vom westjordani- 
schen Standpunkt aus. vav nn^^r^a of. Einl. § 8, 66. 42 Cf. 194—5. '^ui Mini cf. G-K 
§ 141 e. 09% Fortsetzung des Inf. &aV, cf. G-K § 114 r. h^ G-K § 34b, Sam n^Mn. 
48 '^sa, genaue Lage unbekannt, ^v^ cf. 3io. moM^i, häufig im AT erwähnt, doch nicht 
sicher zu identifizieren («»Es-Salt oderEl-Garud, südl. vom Jabbok?). ^W, von dem die 
Landschaft Gaulanitis ihren Namen hat, ist nicht näher zu bestimmen. 



II. Das Gesetz mit EInleitungs- und Schlussreden 4, 44—30, 20. 

A. Übersohrift und Einleitung, 4, 44--11, 82. 

4, 44 — 49 Überschrift. 44 nicn, ursprüngl. ohne \ cf. LXX. *3kV q^v wird, 
da die Dtnsten "atV pa sagen, als Beweis verwertet werden dürfen, dass v. 44 ursprünglich 
ist. 45 nnyn (lies niTSj, plur. von Mf? cf. G-K § 87 i) bezeichnet die Beden Moses, weil 
er unter feierlicher Beteuerung den Willen Jahves einschärft, cf. -ryn. Ob das nur noch 
in den Zusätzen 6 17. so und späteren Schriften sich findende Wort nicht besser zu 
streichen und mit Sam dann uynn zu lesen ist, ist zweifelhaft. 46 a Cf. 329. 46 b— 48 
cf. l4. 281—38. ^srw, nach Einigen Schreibfehler für pi» (39), doch ist ebenso möglich, 
dass hier ein weiterer dialektischer Name des Hermon vorliegt. 49 Cf. 3i7. — V. 46— 49, 
welche fast ganz aus Kap. 1—3 entlehnten Wendungen zusammengestellt sind, dürften 
Zusatz von Abschreibern sein. Die dann noch bleibende Doppelheit der Überschrift 
(v. 44 B» V. 45) erklärt sich am leichtesten durch die Annahme, dass hier die Über- 
schriften zweier verschiedener Werke kombiniert sind, was durch den Befund von Kap. 5 ff. 
bestätigt wird (und zwar gehört v. 44Sg an, cf. zu 3l9— is, v. 45 also wahrscheinlich PI). 
Die Stellung der Überschrift zeigt, dass Kap. li— 44S ursprünglich nicht vorausgingen. 

Die einleitende Bede Kap. 6-^11 erweist sich als aus zwei verschiedenen 
Beden zusammengesetzt, die sich formell durch die Verschiedenheit singularischer und 
pluralischer Anrede, inhaltlich durch Verschiedenheit des Themas (die pluralischen 
Teile » PI wollen über den Ursprung des dtn Gesetzes historisch berichten, die singu- 



Dtn 61—9. 21 

5 * Und Moses berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die 

Satzungen und Rechte, die ich euch heute vortrage, lernt sie, und beobachtet sie. 

^Jahve, unser Gott, hat uns am Horeb eine VerpflicMung auferlegt. ^ Nicht 

ufisem Vätern hat Jahve diese Verpflichtung auferlegt, sondern uns, die wir 

hier heute alle lebend stehen. ^ Von Angesicht zu Angesicht hat Jahve mit euch 

geredet auf dem Berge aus dem Feuer heraus, ^f während' ich damals zwischen 
Jahve und euch stand, um euch 'die Worte' Jahves mitzuteilen: denn ihr fürchtetet euch 
vor dem Feuer und stiegt nicht auf den Berg], und seine Worte lauteten : 

*Ich, Jahve, bin dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Sklavenhause, 
geführt habe. ""Du sollst keine andern Götter ausser mir haben. *Du sollst dir kein 
Gottesbild machen *und* kein Abbild (von dem), was im Himmel droben und was auf 
der £rde drunten und was im Wasser unter der Erde ist. *Bete sie nicht an, und 



larischen = Sg mahnen zur Treue gegen Jahve) und der historischen Anschauung (nach 
PI ist das Gesetz am Horeb oder doch bald nach dem Aufbruch von ihm, nach Sg erst 
im Ostjordanland dem Volke mitgeteilt) in charakteristischer Weise von einander ab- 
heben. Zu PI gehören im Wesentlichen Kap. 5 und 99— 10 11, zu Sg Kap. 6—9?; am 
Scbluss lOisff. sind beide ineinander verflochten. Bei und nach ihrer Kombinierung 
(durch Dr) sind zahlreiche Zusätze eingefügt, welche sich teils durch den Wechsel des 
Numerus in der Anrede, teils durch ihre Formelhaftigheit leicht erkennen lassen. 
Weiteres cf. Einl. § 2, 5 und bei der Einzelerklärung ; über die von PI benutzte Quelle 
cf, Einl. § 7, 3. 

1) Erster Teil der pluralisohen Einleitung, 5, 1 — 28. Inhalt: v. 1—5 
Am Horeb hat Jahve sich euch geoifenbart und (v. 6—18) den Dekalog mitgeteilt, den 
er (v. 19) mir auf zwei Steintafeln eingegraben übergab, v. 20 — 24 Da ihr aber Furcht 
hattet, batet ihr mich, dass ich Jahves weitere Mitteilungen an eurer Statt in Empfang 
nähme, v. 25—28 Jahve billigte das und bestellte mich zu sich auf den Berg. — V. 5, 
der V. 4 widerspricht, den Anschluss des "^ism^ (am Scbluss von v. 5) an v. 4 verdunkelt 
und V. 20 ff. vorausnimmt, und v. 19, der 99ff. vorausgreift, sind Zusätze. Der Dekalog 
zeigt zwar singularische Form, ist aber deswegen noch nicht als Zusatz anzusehen; denn 
PI könnte hier ein bereits fest formuliertes Stück unverändert aufgenommen haben. 
Doch zeigt die Sprache des Dekalogs durchgängige Abhängigkeit seines YerfasBers vom 
Dtn als Ganzen, namentlich von D' und den Dtnsteu, kann also von PI weder vorge- 
funden noch verfasst sein und ist darum als erst von D^ oder einem noch späteren Be- 
arbeiter eingefügt anzusehen, cf. Einl. § 2, 11. 

1 — 5 Die Offenbarung Jahves am Horeb. 1 Zum sing. y>9V cf. 4i. Der formel- 
hafte V. b ist wohl Zusatz von Abschreibern. 8 "larTaii dient zur Betonung des laMi, cf. 
G-K § 135g, ebenso n^K. Moses betrachtet hier die verschiedenen Generationen Israels 
nicht als ideale Einheit, da er »uns« und »unsere Väter« in einen so scharfen Gegen- 
satz stellt. Es ist also die angeredete Generation, nicht die mit ihr eine ideale Einheit 
bildende voraufgehende, die, welche am Horeb stand. Und von dieser sagt er tm 'laVd, 
was nur heissen kann, keiner von uns ist gestorben, denn die Auffassung »wir, die hier 
Stehenden, sind alle lebendig« ist als zu trivial ausgeschlossen. Diese Stelle weiss also 
nichts von dem 2u— 16 Berichteten, d.h. nach PI findet die Gesetzesmitteilung am Horeb 
selbst, oder unmittelbar nach dem Aufbruch, cf. zu 10 11, (etwa in Kadei?) statt. 4 D'*3fi 
n^ta cf. G-K § 156 c. 5 Mit Sam LXX lies -^saici (cf. G-K § 141 e) und •^'13-1. Zu v. b cf. 
V. 20 ff. Die Mittlerschaft Moses, zumal wenn sie in dieser Weise begründet wird, 
schliesst das sncn D^t aus; daher ist v. 5 Zusatz, cf. ob. -^kV ist an v. 4 anzu- 
schliessen, sodass Jahve der Bedende ist; doch ist es erst mit dem Dekalog eingefügt. 

6—18 Der Dekalog. Zur Erklärung des Einzelnen vgl. zu Ex 20iff. Hier sind 
nur die wichtigeren Abweichungen zu besprechen. 8 Ex 204 liest natttn Va% so Sam 



22 Dtn 5io— io. 

diene ihnen nicht, denn ich, Jahve. dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der Ver- 
schuldung der Väter an Kindern, Enkeln und Urenkeln derer heimsucht, die mich hassen, 
^^aber Gnade erweist Tausenden (von Nachkommen) derer, die mich lieben und 'meine* 
Gebote halten. " Du sollst den Namen Jahves, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn 
Jahve läset den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht. '* Beachte den Sabbat- 
tag und halte ihn heilig[, wie Jahve, dein Gott, dir geboten hat]. ^' Sechs Tage darfst 
du arbeiten und all dein Werk treiben. **Aber der siebente Tag ist (jedesmal) ein 
Jahve, deinem Gott, geweihter Buhetag; du darfst kein Werk *an ihm* treiben, weder 
du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, * * dein Knecht oder deine Magd, ' * dein Rind 
oder dein Esel und all dein Vieh, noch der Fremdling, der bei dir in deinen Orten 
wohnt[, damit dein Knecht und deine Magd gleich dir ruhen können. ''Und gedenke 
daran, dass du Knecht warst in Ägyptenland, und dass Jahve, dein Gott, dich von dort 
weggeführt hat mit starker Hand und erhobenem Arm; darum gebot dir Jahve, dein 
Gott, den Buhetag zu halten]. '^Ehre deinen Vater und deine Mutter, [wie dir Jahve, 
dein Gott, geboten hat,] damit du lange lebest [und es dir wohlgehe] in dem Lande, 
das Jahve, dein Gott, dir giebt. '^Du sollst nicht töten. * * Du sollst nicht ehebrechen. 
' Du sollst nicht stehlen. * * Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen 
Nächsten. ^^* * Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib; und du sollst dich 
nicht gelüsten lassen des Hauses deines Nächsten, seines Feldes und seines Knechtes 
und seiner Magd, seines Bindes und seines Esels und alles, was deinem Nächsten gehört. 
[''Nur diese Worte sprach Jahve zu eurer ganzen Versammlung auf dem Berge aus dem 
Feuer, der Finsternis, der Wolke und dem Dunkel heraus mit lauter Stimme und weiter 
nichts, und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.] *^Als ihr aber 

die Stimme aus der Finsternis heraus vernahmt, während der Berg in Feuer 



LXX auch hier. 9 LXX und Ex 205 l»v Vy. 10 Sam LXX Ex 206 ^r^isfi. 12 ^"^wo, Ex 
208 ^"Wy ohne Bedeutungsnnterschied. V. b ist formelhafter Zusatz (fehlt Ex 20), wohl 
nicht, um auf eine andere Stelle zurückzuweisen, sondern, mit ^^ov zu verbinden in dem 
Sinne, beobachte ihn Jahves Befehl entsprechend. 14 Lies mit Sam LXX ia nvyn. y>^v*^ 
(Sam LXX T*!"?») 'pani fehlen Ex 20, ebenso Vs vor *;röna. Sj-j i^öV und v. 15 enthalten 
eine von Ex 20 abweichende Motivierung des Sabbatgebotes. Wahrscheinlich sind die 
Begründungen in beiden Texten erst nachträglich eingefügt, die von Ex 20 nach Gen 
2ifr., die unsere nach der Ex 23 12 gegebenen, zumal diese dem Dtn vollkommen homogen 
ist, cf. 15 12fr. 24 uf. 15 Diese Buhe soll man dem Knecht gönnen, weil man Jahve zum 
Dank dafür verpflichtet ist, dass er sich der geknechteten Israeliten angenommen hat, 
cf. Mt 1883. Znm Ausdruck vgl. 15i5. 16i8. 24i8. ». 16 'ia*i "ivks fehlt Ex 20, cf. v. 12. 
^h ser^ ynk"' fehlt Ex 20, hier wohl Zusatz eines Abschreibers. 17 kiv. Ex 20 16 gleich- 
bedeutend ^pv. 18 Tn^K und n^a erscheinen Ex 20 17 in umgekehrter Beihenfolge, sodass 
dort das Weib mit dem Knecht u. s. w. zusammen den Hausstand bildet, hier aber von 
ihm getrennt eine Mittelstellung zwischen dem Eigentum des Mannes und der Herrin 
des Hauses einnimmt. Das Dtn sucht auch sonst die Stellung des Weibes zu heben, cf. 
21ioff. 22i8fr. 24iff. niKr^r, Ex 20 n -rann. — Über die Bedeutung des Dekalogs im 
jetzigen Zusammenhang cf. u. nach v. 28. 19 Übergabe der Gesetzestafeln an Moses. 
Wenn der Dekalog in PI nicht ursprünglich ist, dann auch dieser Vers nicht. Selbst 
wenn der Dekalog echt wäre, müsste v. 19 doch gestrichen werden, weil er 99ff. vor- 
greift. oaVnp, cf. 4 10. Statt Vtism ipn Sam LXX ^t^rt la:? *;»«, cf. 4u. Vi-ra V'Jp, cf. 
G-K § 118 q. tp^ mV% cf. G-K § 156 f., der Dekalog enthält also eine vollständige Zu- 
sammenfassung der Forderungen Jahves, sodass alle weiteren Gesetze sich zu ihm nur 
wie die Auslegung zum Text verhalten können. 20—24 Das Volk gerät in Furcht und 
bittet Moses, das Mittleramt zu übernehmen. 20 "^vnn y^rto, d. h. aus der das Feuer 
verhüllenden Wolke heraus, also kein Widerspruch zu v. 4. LXX bietet ix fÄioov rov 



Dia 591— S8. 23 

stand, nahtet ihr mir all eure Stammesbäupter und eure Ältesten *^und sprächet: 
Jahve, unser Gatt, hat uns seine Herrlichkeit und seine Erhabenheit sehen 
lassen, und seine Stimme haben wir aus dem Feuer heraus gehart; heute haben 
wir erfahren, dass wenn ein Gott mit Menschen redet, sie doch am Leben bleiben 
können. *^Aber warum sollen wir nun sterben? Denn dies gewaltige Feuer 
wird uns verzehren; wenn wir noch weiter die Stimme Jahves, unseres Gottes, 
vernehmen, so werden wir sterben. *^Denn wo gäbe es irgend einen, der die 
Stimme eines Uhendigen Gottes aus dem Feuer heraus hätte reden hören wie wir 
und am Leben gMid>en wäre? ^^Nahe du und höre alles, was Jahve, unser 
Gott, sagt, und du sprich dann zu uns alles, was Jahve, anser Gott, za dir spricht, 
so wollen wir es hören und befolgen, ^^Äh nun Jahve eure Worte vernahm, 
tcie ihr zu mir spracht, da sagte Jahve zu mir: Ich habe die Worte dieses 
Volkes vernommen, die sie zu dir gesprochen haben; gut war aUes, uxjts sie ge- 
sprochen haben, *^Ach, wenn doch ihr Herz ebenso wäre, dass sie mich fürch- 
teten und * * meine Gebote immerdar beobachteten, dass es ihnen und ihren Kindern 
ewig gut ginge. «^öeÄ, sage ihnen: Kehrt heim zu euren Zelten. *^Du aber 
tritt hierher zu mir, dass ich dir das * * Gesetz, ^ ' die Satzungen und Rechte 
mitteile, die du sie lehren sollst, dass sie sie befolgen in dem Lande, das ich ihnen 



TTu^C, was vor Sji inm (cf. G-K § 141 e) nicht anzunehmen sein wird. Sil •'wn ^s, wahr- 
scheinlich Zusatz, da auch v. 21 das Volk selbst Subjekt ist. 21 D*nVii, weil es hier 
nicht auf den Namen ankommt, sondern nur auf das übermenschliche Wesen Gottes. 
B-nm, zum Art. cf. G-K §126b. 28 *)va Va «n:, cf. 3i4. D'^^n D^nVii, cf. 488. 24 mki, masc. 
wie Num 11 16. £z 28 u, cf. G-K§d2g; wahrscheinlich rw*; zu punktieren. "t^Vm — Va tk 
fehlt Luc. — Israel hat die Stimme Gottes gehört. Daraus folgt aber nicht, dass der 
Dekalog ursprünglich ist; denn dieser Ausdruck erklärt sich zur Genüge auch, wenn 
das Volk nur den Anfang der Worte Jahves hört und dann sofort sich weigert weiter 
zu hören. Ex 20 18 spricht sogar direkt fCir letztere Auffassung. Die Furcht des Volkes, 
dass es sterben müsse, wenn es weiter höre, ist nach der Erfahrung, die es nach v. 21 
gemacht hat, unbegründet ; trotzdem liegt zu Streichungen in v. 21 — 24 \eivL Anlass vor 
(cf. B. d. Dtn S. 5 f.), denn jene Erfahrung widerspricht der allgemeinen Überzeugung 
und ist also als eine einmal gemachte ausserordentliche keine Gewähr dafür, dass sie 
sich auch weiterhin bestätigen wird. Darum wünscht Israel an Stelle des direkten 
Verkehrs mit der Gottheit einen durch Moses vermittelten, verpflichtet sich aber, die 
ihm durch Moses vermittelten Gesetze als göttliche anzuerkennen. So ist Moses Mittler- 
stellung menschlicherseits anerkannt; v. 25—28 folgt die göttliche Bestätigung. Moses 
hat also ein Becht, als Gesetzgeber aufzutreten. 25 — 28 Die Bestätigung der Mittler- 
schaft Moses von Seiten Gottes. 26 T^ "v, cf. G-K § 151a. DaaV, im Gegensatz zu ^vk 
yyan V. 25: ihre Worte sind gut, möchte ihr Herz ^ Gesinnung ebenso sein, d. h. 
möchten ihre Worte nicht nur aus dem augenblicklichen vergänglichen Eindruck der 
Furcht hervorgegangen sein. Mit Sam LXX streiche ^a vor "man. 28 Trtt*iiii, cf. G-E 
§108d. Lies teils mit Sam, teils mit LXX vi o^rm vnxom tk; mya ist zusammenfassende 
Bezeichnung für die Gesetze, die im folgenden ausgelegt wird durch den im Dtn ge- 
wöhnlich gebrauchten Ausdruck. — Wenn Moses die tiyn und onacvo in Empfang nehmen 
soll, so können damit nur die Gesetze des Dtn gemeint sein, deren Ursprung also hier 
erzählt wird. Nach der ursprünglichen Darstellung des PI sind es die einzigen, die 
Gott gegeben hat, identisch mit denen, die er zunächst dem Volke direkt mitteilen will 
(ebenso mit den auf die Steintafeln geschriebenen, siehe zu 99—104). Nach Einschaltung 
des Dekalogs dagegen ist dieser als eine kurze Zusammenfassung der göttlichen Forde- 



24 Dtn 589—30. 6i— 5. 

zum Besitz geben werde. "So habt denn Acht darauf, dass ihr thut, wie Jahve, euer 
Gott, euch geboten hat; weicht nicht rechts oder links ab. '^Geht genau auf dem 
Wege, den Jahve, euer Gott, euch vorgeschrieben hat, dass ihr am Leben bleibt und es- 
euch gut gehe, und dass ihr lange in dem Lande lebt, von dem ihr Besitz ergreifen 

werdet. 6 ^Und dies ist das Gesetz» die Satzungen und die Rechte, die Jahve, 

euer Oott, euch zu lehren befahl, dass ihr sie thut in dem Lande, zu dessen Be- 
setzung ihr hinüberzieht, * damit du Jahve, deinen Gott, ffirchtest, dass du alle seine 
Satzungen und Gebote beachtest, die ich dir 'heute' gebiete, du und dein Sohn und 
deines Sohnes Sohn, so lange du lebst, und damit deine Lebenstage lang werden. 'Höre 
(sie), Israel, und befolge (sie), damit es dir gut gehe, [und damit ibr sehr zahlreich 
werdet,] wie ja Jahve, der Gott deiner Väter, verheissen hat, dir ein Land 'zu geben*, 
das von Milch und Honig überfliesst. 

^Höre, Israel, Jahve ist unser 6ott^ Jahve allein. ^Und du sollst Jahve, 



rungen (cf. zu v. 19), als Thora iroplicita (Staerk S. 65) den dtn Gesetzen als der Thora 
explicita an die Seite gestellt. Beide aber haben dieselbe Autorität. Dass nur der 
Dekalog von Gott aufgeschrieben wird, ist begreiflich, da er implicite auch die weiteren 
Gesetze enthält. 

5, 29 — 6, 3 Ermahnungen zum Gehorsam gegen das Gesetz unter Hinweis auf 
die dadurch bedingten Segnungen. Der lediglich aus Formeln mit teils plur. teils sing. 
Form zusammengesetzte Abschnitt, der nicht einmal einen klaren Gedankengang aufweist 
(529—30. 6i — i und 63 enthalten je dieselben Gedanken), wird teils von D', teils von 
Abschreibern herzuleiten sein. Dass auch der Anfang nicht von PI geschrieben sein 
kann, beweist der unvermittelte Übergang aus der Bede Jahves an Moses in die Moses 
an Israel. D^' sah in dem aus Sg in 64ff. mitgeteilten Abschnitt bereits den Beginn des 
»Gesetzes«. 6, 2 Hinter 712« lies mit Sam LXX Dvn. 3 "^w«, cf. G-K § 165b. rar }"^» 
Sj*) fügt sich jetzt der Konstruktion nicht ein; mit LXX lies pK ^V rrh. 

2) Die siugularische Finleitung, 6, 4 — 9, 7. Inhalt: Mahnung zum 
treuen Festhalten am treuen Bundesgott. 1) 64 — 9 Jahve allein ist dein Gott, dem du 
dich ganz ergeben musst. Darum a) 610—19 diene ihm allein im Gehorsam gegen seine 
Gebote, b) 620—25 erziehe auch deine Kinder dazu, c) 7i — 6 vermeide die Vermischung 
mit den Kanaanitern, da sie die Gefahr der Verführung zum Götzendienst in sich 
schliesst. 2) 7? — 11 Jahve hat sich als treuen Bundesgott erwiesen in deiner Erwählung. 
7 12— 86 als solchen wird er sich auch ferner erweisen, indem er dich mit Segen über- 
schüttet (7 12 — 16), insbesondere dir gegen die Kananiter hilft (v. 17 — 26), wie er dich 
auch auf der Wanderung durch die Wüste treulich geleitet hat (81 — 6). 87 — 9? Denn 
der Bundestreue Jahves und nicht der eigenen Kraft (8? — 20) oder Gerechtigkeit (9 1—7) 
wirst du dein Heil zu danken haben. — Die meisten geringfügigen Zusätze späterer Ab- 
schreiber sind an dem Wechsel des Numerus und der Formelhaftigkeit zu erkennen, cf. 
die Finzelerklärung. Über die Frage, ob auch grössere Zusätze anzunehmen sind, siehe 

zu 66—9. 20—26. 81—6. 

6, 4—9 Jahve allein ist dein Gott, den du von ganzem Herzen lieben musst 
(v. 4—5); halte diesen Satz deinem Gedächtnis stets gegenwärtig (v. 6—9). Vor v. 4 
hat LXX eine Überschrift, die besagt, dass jetzt die Gesetze selbst ihren Anfang nehmen. 
4 V«*^»- 3W3» cf. 4i. 5i; danach wird diese Stelle als das S^ma* bezeichnet. Die Kon- 
struktion von V. b ist streitig. Durch den Kontext sind alle Fassungen ausgeschlossen, 
die die Einheitlichkeit Jahves im Gegensatz zu einer Neigung, ihn nach Art des Baal 
in eine Vielheit von Göttern aufzulösen, betont finden, z. B. Jahve, unser Gott, Jahve 
ist (nur) Einer. Denn in der folgenden Auslegung wird nicht die Auflösung des Einen 
Gottes in eine Vielheit von Göttern verboten, sondern die Verehrung anderer Götter 
neben Jahve. Dem Kontext entspricht am besten die Fassung: Jahve ist unser Gott, 
Jahve als einziger. Der Satz sagt über die Existenz oder Nichtexistenz anderer Götter 



Dtn 66—13. 26 

deinen Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele und mit all deiner 

Kraft lieben. •Und mögen diese Worte, die ich dir heute gebiete, dir ins Herz (ge- 
schrieben) sein. 'Schärfe sie auch deinen Kindern ein, und sprich von ihnen, wenn du 
'im Hause* sitzt und auf einem Wege gehst, wenn du dich niederlegst, und wenn du 
dich erhebst. *ünd binde sie als ein Gedenkzeichen an deine Hand, und sie seien als 
Merkzeichen an deiner Stirn, *und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an 
deine Thore. »oUnd wenn dich Jahve, dein Gott, in das Land bringt, das dir 
zu geben er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, in 
grosse und schöne Städte, die du nicht gebaut hast, *i* ' Häuser, angefüllt mit 
allerlei Gut, die du nicht gefüllt hast, ' * (in den Fels) gehauene Zisternen, die 
du nicht ausgehauen hast, Weinberge und Olivengärten, die du nicht gepflanzt 
hast, und du dich dann satt isst, i>so hüte dich, dass du Jahve, "deinen Gott', 
nicht vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus dem Sklavenhnus, weggeführt hat. 
*' Jahve, deinen Gott, fürchte, ihm diene, und bei seinem Namen schwöre. 



nichts aus, sondern betont lediglich, dass es für Israel nur Einen Gott giebt, und dass 
Israel keinen andern Gott neben ihm verehren darf. Wenn man dagegen eingewandt 
hat, dass es dann t-ra^ statt nnst heissen müsste, so trifft das die durch die Umschreibung 
angedeutet« Fassung (Jahve als einziger » Jahve allein) nicht, vgl. zu trtn IChr 29 1. 
Zum Gedanken der Stelle cf. 56. Der Satz, dass Jahve allein der Gott Israels ist, ist 
der dogmatische Hauptsatz des ganzen Dtn, das wesentlich unter den Gesichtspunkt 
der Bekämpfung des Götzendienstes, speziell des Baalkultus, steht. Aus ihm fliesst un- 
mittelbar die Forderung 5, dass Israel diesem Gott Jahve sich ganz in Liebe ergebe, 
da es eben nicht mehrere Götter giebt, auf die es seine Liebe verteilen müsste oder 
dürfte. Diese Forderung der Liebe, die darin begründet ist, dass Jahve der Gott, d. h. 
der väterliche Freund (85) oder der Eheherr (cf. nap hn v. 15) Israels ist, findet sich im 
Hexateuch nur im Dtn und bei den Dtnsten. Wie sich diese Liebe zu erweisen hat, 
lehrt das gesamte Dtn. Y. 5 bildet die Hauptforderung des Sg, die Summe seines Ge- 
setzes, cf. 10 12. Mk 1229f. 6 »Diese Worte« sind, wie der Relativsatz oi-n — iw« zeigt, 
das Gesetz, und v. 6—9 sind darum aus diesem Zusammenhang zu streichen, cf. zu 
1118—80. aa^ Vy rrn, die Folge des aaV W o-w, 11 18. 7 law nur hier, ^rn^aa, Sam LXX 
r^aa entsprechend dem ^*)'^a. Sinn: sie sollen stets deinen Gesprächsstoff bilden, also 
dir immer in Gedanken liegen. 8 — 9 Will man etwas nicht vergessen, so bindet man 
sich etwa ein mim (Erinnerungszeichen) an die Hand, oder eine rctsiis (nur noch 11 18. 
Ex 13 16, wahrscheinlich: ringsherum laufendes Band, cf. arab. täfa) zwischen die Augen, 
d. h. an die Stirn, oder man schreibt es an die Thürpfosten oder das Thor, um, so oft 
man das Haus verlässt, daran erinnert zu werden. Das soll man gleichsam auch mit 
diesen Worten thun; es liegt hier also dieselbe Forderung vor, wie v. 6, nur bildlich 
ausgedrückt. Dass v. 8—9 bildlich gemeint sind, beweisen die ähnlichen Stellen Ex 139. 16. 
Die späteren Juden haben, die Vorschrift wörtlich nehmend, die Stellen Ex 13i— lo. ii— is. 
Dtn 64—9. 1113—21 auf Pergamentstreifen geschrieben, in Kapseln gethan und diese an 
Arm und Stirn gebunden. 

10 — 19 Israel soll keinen andern Göttern dienen, sondern seine Treue gegen 
Jahre durch Gehorsam gegen sein Gesetz erweisen. V. 14 und 16 sind der plur. Form 
nach Znsatz ; ebenso die teils plur. teils sing. v. 17 — 19, welche formelhafter Natur sind. 
10 w B*'iT, Explikation zu y^Kn, also von hn abhängig. 11 OTai und n-^ai, Sam LXX 
ohne 1. 12 Nachsatz zu dem v. 10—11 umfassenden Bedingungssatz. Mit Sam LXX 
lies x^* """' 18 Beachte die Voranstelluntj der Objekte, die also den Ton haben: 
Jahve (und nicht andere Götter, besonders nicht die Baale) fürchte u. s. w. Liebe (v. 5) 
und Furcht schliessen einander nicht aus, denn es handelt sich nicht um knechtische 



26 Dtn 614—95. 

'* folgt nicht andern Göttern, von den Göttern der Völker, die rings um euch sind, — 

**denn ein eifersüchtiger Gott ist Jahve, dein Gott, in deiner Mitte, — damit 
der Zorn Jahves, deines Gottes, nicht wider dich entbrenne und er dich von 

der Erde vertilge. '«Versucht Jahve, euren Gott, nicht, wie ihr ihn bei Massa ver- 
sucht habt. ^^ Beobachtet die Gebote Jahves, eures Gottes, und seine Zeugnisse und 
Satzungenf, die er dir befohlen hat, "und thue, was recht un<f gut in den Augen Jahves, 
* deines Gottes', ist, dass es dir gut gehe und du in den Besitz des schönen Landes 
kommst, das Jahve deinen Vätern zugeschworen hat, "indem du alle deine Feinde vor 
dir vertreibst, wie Jahve verheissen hat. "•'Und* wenn dein Sohn dich künftig fragt: 
Was hat es auf sich mit den Zeugnissen, ' ' den Satzungen und Bechten, die Jahve, 
unser Gott, euch geboten hat? "'so sollst du deinem Sohne sagen: Wir waren Pharaos 
Sklaven in Ägypten; aber Jahve führte uns mit starker Hand aus Ägypten heraus. 
•■^Und Jahve verrichtete grosse und verderbenbringende Zeichen und Wunder in Ägypten 
an Pharao und an seinem ganzen Hause vor unsern Augen. *^Uns aber führte er von 
dort hinweg, [um uns zu bringen,] um uns zu geben das Land, das er nnsem Vätern 
zugeschworen hatte. **Da gebot uns Jahve, alle diese Satzungen zu halten in Furcht 
vor Jahve, unserm Gott, damit es uns immerdar gut gehe, dass er uns am Leben er- 
halte, wie (er es) jetzt (thut). "^Und als Gerechte werden wir dastehen, wenn wir dies 
ganze Gesetz beobachten, [vor Jahve, unserm Gott,] wie er uns geboten hat]. 



Furcht; »Jahve fürchten« ist nichts anderes als »fromm sein«, cf. z. B. Job li. lay be- 
deutet speziell kultisch bedienen, Opfer darbringen, yavn itstoa, man schwört beim 
Höchsten, das man kennt; ein Schwur beim Namen Jahves schliesst also zugleich ein 
Bekenntnis zu ihm in sich. 14 von einem Glossator beigefügte Erklärung des v. 13 
durch Verbot des Gegenteils. 16 Begründung für v. 13: der eifersüchtige Gott duldet 
nicht, dass sein Volk neben ihm andere Götter verehrt, cf. 484. -nsvn bei Sg wohl von 
völliger Vernichtung gebraucht, also anders als 426. 16 Der plur. Form nach Glosse, 
cf. £x 17 2. 7 (J). nea, auf die Probe stellen, nämlich, ob sein Zorn wirklich so leicht 
entbrennt. 17 — 19 Positive Ergänzung der in v. 16 enthaltenen Warnung durch Ab- 
schreiber. 17 vn-ry, cf. 445. 18 Lies mit Sam LXX X'^hn •^"■^ -a^ya. 19 fpTth cf. G-K 
§ 114 o. — Die Gefahr Jahve zu vergessen wird hier nicht darin gesehen, dass man im 
Überfluss leicht irreligiös wird, w^eil man eines Gottes scheinbar nicht bedarf (so 8iiff.), 
sondern darin, dass man in den ohne Mühe erhaltenen Gütern Gaben des Baal sehen 
könnte, der ja der »Herr Kanaans« ist, cf. Hos 2?. 10; denn nicht vor Irreligiosität, 
sondern vor Götzendienst wird gewarnt. Für die Glossatoren ist es charakteristisch, 
dass sie alle Mahnungen des Sg gleichmässig abblassen zu der einen: befolge sein 
Gesetz ; die Geltendmachung eudämonistischer Motive teilen sie mit dem ursprünglichen 
Dtn. 20 — 25 Unterweise deine Kinder über die Bedeutung der Gesetze. 20 Mit Sam 
LXX lies zu Beginn -a rrn\ Zu v. a cf. Ex (1226) 13 14 (dtnst.). ms, der zunächst 
liegende Sinn: »welches sind sie« ist durch die Thatsache ausgeschlossen, dass die Ge- 
setze nicht mitgeteilt werden. Nach Analogie der eben zitierten Stellen ist daher n« 
zu erklären: »was bedeuten sie, was hat es mit ihnen auf sich«, ^-ty^, cf. 445. 28 isMn, 
betont im Gegensatz zu den Ägyptern, lann ii-an yf^h fehlt LXX. 24 rrm oi-^ro, cf. G-K 
§ 35 n, doch Sam ü*r^. 25 M'rthH -""-^ "ith, welches dem Sinn nach besser zu "b n nps, als 
zu n*)va^ passt, ist vielleicht hinter laV zu stellen oder als an falsche Stelle geratene 
Glosse zu streichen. Der Sinn ist: dann kommt uns nach dem Urteil Jahves npts zu, 
d. h. er urteilt, wir hätten unsere Bundespflichten erfüllt; damit ist aber gegeben, dass 
auch er die seinigen erfüllen wird, sodass v. 25 die Bedeutung bekommt: es wird uns 
dann gut gehen (cf. np-rx bei Deuterojesaja). — Die Belehrung giebt Aufschlass über 
den Grund der Befolgung »dieser Gesetze«. Jahve hat sie gegeben, nachdem er sich als 
den mächtigen und furchtbaren Gott erwiesen hatte, zugleich aber auch als den gnädigen, 



Dtn 7 1—7. 27 

7 ^Wenn Jahve, dein Gott, dich in das Land bringt, in dessen Besitz 
du kommen wirst, und viele Völker vor dir vertreibt, [die Hetiter und Girga- 
siter und Amoriter und Kananiter und Perizziter und Heviter und Jebusiter, 
sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du] *und Jahve, dein 
Gott^ sie in deine Gewalt giebt und du sie schlägst, so sollst du sie bannen, 
ohne ihnen Bedingungen zu stellen und ohne Erbarmen mit ihnen zu haben. 
'Besonders verschwägere dich nicht mit ihnen; weder gieb deine Tochter 
seinem Sohn, noch nimm seine Tochter für deinen Sohn. *Denn er würde 
deinen Sohn von ^Jahve' abtrünnig machen, sodass 'er andern Göttern 'diente^ 

und der Zorn Jahves würde wider ench entbrennen, [und er würde dich schnell ver- 
nichten]. * Sondern so sollt ihr mit ihnen verfahren: ihre Altäre sollt ihr zerstören 
und ihre Massehen zertrümmern und ihre ASeren umhauen und ihre Götzenbilder ver- 
brennen. «Denn ein geheiligtes Volk bist du Jahve, deinem Gotte, *und' dich 
hat sich Jahve, dein Gott, aus allen Völkern auf der Erde zum Eigentumsvolk 

erwählt. 'Nicht, weil ihr zahlreicher wäret, als alle Völker, hing Jahve an euch und 



sodass Furcht und Dankbarkeit zum Halten seiner Gebote antreiben, wozu als drittes 
Motiv die Aussicht auf Jahves Segen kommt. Die Gebote selbst werden mit dem Aus- 
druck nV«n o-prm (v. 24) als vorliegend vorausgesetzt, was bei Sg in der Einleitung nicht 
der Fall ist. Auch fügt sich der Abschnitt dem Gedankengang des Sg nicht gut ein; 
denn Sg warnt vorher und nachher vor dem Götzendienst und nicht vor dem Unge- 
horsam. V. 20 — 25 werden daher dtnster Zusatz sein. Auch nrn^a •*"'* findet sich bei 
Sg nicht, hier dreimal, cf. Einl. § 8, 43 e. 

7, 1 — 6 Israel soll, um der Versuchung zum Götzendienst zu entgehen, keine 
Verträge mit den Kananitern eingehen, namentlich aber sich vor Vermischung mit ihnen 
durch Heiraten hüten. V.4b— 5 sind der plur. Form wegen zu streichen. 1— 2 a Vorder- 
satz, V. 2b f. Nachsatz, der syntaktische Bau ähnlich wie 6ioff. Ob die Aufzählung der 
kananitischen Völker ursprünglich ist oder, wie oft, erst von Abschreibern eingefügt, ist 
zweifelhaft. 2 M'^'^a ^^^M aV, du sollst ihnen keine Bedingungen stellen, unter denen du 
sie am Leben lässt, cf. ISam 11 1; r-'^a, weil die Bedingungen feierlich beschworen 
wurden, cf. 4is. 8 Angesichts der Thatsache, dass die Israeliten sich mit den Kananitern 
verschwägert haben, ist die ausdrückliche Betonung, dass das nicht geschehen dürfe, 
wohl am Platze, obwohl nach v. 2 selbstverständlich. 4 ""^rtun auffällig, da Moses redet; 
da der in den Propheten häufige Übergang der Bede des von Jahve Gesandten in die 
Bede Jahves im Dtn sonst nicht sicher vorkommt, wird ein Textfehler vorliegen und 
■•"•' -*>n8ci9 zu lesen sein. 113:?% Subj. der Verführer und der Verführte; besser mit Sam 
LXX ta:?i zu lesen. V. b wird des Plurals osa wegen Zusatz sein, der schliesslich noch 
durch *im3 •jTWDn'i aus 6i5 erweitert wurde; andernfalls wäre mindestens ^73 zu lesen 
oder oaa zu streichen. 6 Zusatz, der sich als solcher auch dadurch verrät, dass in ihm 
nnr die Vernichtung der kananitischen Kultstätten, nicht der Kananiter selbst verlangt 
wird. Über Masseben und A8eren siehe zu 12». orrV-ct, hier offenbar hölzerne Gottes- 
bilder (tpv): doch cf. zu v. 25. Derselbe Vers findet sich öfter bei den Dtnsten: Ex 
(23 24) 34 13. Dtn (725) 12s. 6 Begründung für v. 4. Jahves Zorn würde entbrennen, 
weil Israel, das ihn verlässt, sein ausschliessliches Eigentum sein sollte, oi-rp, ausge- 
sondert und der Gottheit zugeeignet (an Beinheit oder sittliche Vollkommenheit ist hier 
nicht zu denken), »^na, durch die Erwählung wird Israel Jahves Eigentum und somit 
zum »"»"9 09; über ihren Vollzug in der Geschichte cf. zu 4 20. Mit Sam LXX lies "731. 

7, 7 — 11 Die Erwählung Israels (v. 6) hat ihren Grund ausschliesslich in Jahves 
Liebe und Treue (v. 7—8). Durch die Erkenntnis, dass er der treue, aber auch der die 
Sünder strafende Gott ist, soll Israel sich zum Gehorsam gegen sein Gesetz antreiben 



28 Dtn 78—15. 

erwählte er euch; denn ihr seid das {geringste aller Völker. •Sondern weil Jahve euch 
liebt, und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen, führte Jahve euch 
heraus mit starker- Hand [und erlöste er dich aus dem Sklavenhause, aus der Hand 
Pharaos, des Königs von Ägypten]. »Und wisse, dass Jahve, dein Gott, der (wahre) 

Gott, der treue Gott ist, der die zngeschworene Huld bewahrt denen, die ihn 
lieben und seine Gebote halten, bis ins tausendste Glied, »»aber 'seinem Hasser* 

an der eigenen Person durch Vernichtung vergilt, ohne seinem Hasser Aufschub (der 
Strafe) zu gewähren; an seiner eigenen Person vergilt er ihm. "So bewahre das Gesetz, 
die Satzungen und Eechte, die ich dir heute zu halten befehle. "[Und wenn ihr diese 
Rechtssatzungen hört und sie haltet und befolgt], so wird Jahve, dein Gott, dir den 

Gnadenbund, den er deinen Vätern beschworen hat, halten *'und dich lieben 
und segnen und mehren, und segnen die Frucht deines Leibes und die Frucht 
deines Feldes, dein Korn, deinen Most und dein Öl, den Wurf deiner Rinder 
und deine Mutterschafe in dem Lande, das dir zu geben ^ Jahve" deinen Vätern 
geschworen hat. **Das gesegnetste aller Völker wirst du sein; keinen un- 
fruchtbaren und keine Unfruchtbare wird es unter dir und unter deinem Vieh 
geben. ^*Alle Krankheiten wird Jahve von dir fernhalten, und all die bösen 
Seuchen Ägyptens, die du kennst, wird er nicht dir auflegen, sondern sie all 

lassen. — V. 7 — 8 a sind der plur. Form nach Zusatz, entsprechen jedoch der Anschau- 
ung des Sg 94ff. sehr gut. Dann wird aber auch v. 8 b zu streichen sein, cf. 136. 15 15. 
24 18. V. 9 bildet in Sg das Thema der weiteren Ausführungen. V. 10 aber wird im 
Folgenden nicht berücksichtigt, sodass seine ürsprünglichkeit zweifelhaft ist. Der formel- 
hafte V. 11 wird Glosse sein. 7 Der Grund der Erwählung liegt nicht in Israels Grosse; 
sie ist also unverdient, oyon, cf. G-K § 133 g. Dieser rhetorisch übertreibende Satz 
stammt schwerlich von derselben Hand, wie (IO22) 26ö. 8 nnt "^'^ ^anM19, cf. G-K § 115 h. 
Auch hier wird wie 480 Erwählung und Errettung aus Ägypten kombiniert, ja identi- 
fiziert. 9 Q^n^Nn Kin cf. 4 S5 ; die Betonung, dass Jahve allein Gott ist, ist im Zusammen- 
hang nicht motiviert, D^^nl^nn fehlt bei Luc. und ist somit wohl Zusatz, "pwn, einer, 
auf den man sich verlassen kann, weil er seine Zusagen hält, -ronni n^^^an, ^V dw Jvoiv : 
die feierlich zugesagte freundschaftliche Gesinnung. Er hat diese aber nur bedingungs- 
weise zugesagt, sodass ein sittlich leichtfertiges Sichverlassen auf sie unberechtigt ist, 
cf. 29i7ff. 10 Statt i*Kaw lies den sing, iw» wegen der folgenden Singalarsuffixe. i-ae V», 
ihm persönlich, cf. 437. — V. 9 ist auch im Dekalog (cf. 5 10) benutzt; der Zusatz v. 10 
aber ist wenigstens im Ausdruck unabhängig vom Dekalog, cf. 59, wenn auch die Neben- 
einanderstellung von V. 9 und 10 durch die ähnliche Zusammenstellung des Dekalogs 
veranlasst sein mag. Das i*3C ^k ist kein Widerspruch zu 59, nur liegt der Ton in beiden 
Stellen auf verschiedenen Gedanken; beide betonen den Ernst der göttlichen Strafe, 59, 
indem er auf die Folgen selbst noch für die Nachkommen hinweist, 7 10, indem er betont, 
dass die Strafe der That ungesäumt folgt, und dass der Sünder die üblen Folgen seiner 
Handlung persönlich empfinden muss. 11 Sam hat vor o-pnn nn kein \ 12 — 16 Jahve 
wird sich auch dir als treuer Bundesgott erweisen, indem er dich mit Segen über- 
schüttet (Ausführung von v. 9, aber auch dieses Verses allein). — V. 12 a und 16 a /9 b 
(von D-irrn rV an) sind Zusätze; jener seiner plur. Form wegen, dieser weil er dem Haupt- 
gedanken nicht entspricht, cf. u. 12 Zu r-^a und -rcn cf. v. 9. 13—16 führen aus, in 
welch reicher Weise Jahve seine Huld beweisen wird. *5W, st. cstr. von ^^v. cf. G-K 
§ 93h. n'^nwy, die Astarten der Schafe, entweder die Muttertiere (veneres) oder der 
Nachwuchs (als Gaben der Astarte?). Hinter yaw lies mit Sam LXX ^"-. 16 •^yto (nur 
noch 28 60), Seuchen, die durch das Klima Ägyptens besonders begünstigt sind (Elephan- 
tiasis, Dysenterie, Augenkrankheiten), bei den Dtnsten oft erwähnt, cf. Ex 1526. Dtn 



Dtn 716—85. ^ 

denen, die dich hassen, auferlegen. i^Da aber wirst alle Völker vertilgen, die 

Jahve, dein Gott, dir preisgiebt, dein Auge blicke nicht mit Mitleid auf sie, und 
▼erehre ihre Götter nicht; denn das wäre ein Fallstrick für dich. i^W^QQ du bei 

dir selbst sprichst: diese Völker sind zahlreicher als ich, wie kann ich sie ver- 
treiben? iBso fürchte dich nicht vor ihnen; gedenke vielmehr daran, was Jahve, 
dein Gott, dem Pharao und ganz Ägypten angethan hat, ^*an die grossen 
Machterweisungen, die du mit eigenen Augen gesehen hast, ^ ' die Zeichen 
und Wunder, die starke Hand und den erhobenen Arm, mit dem Jahve, dein 
Gott, dich herausgeführt hat. Ebenso wird Jahve, dein Gott, mit allen Völkern 
verfahren, vor denen du dich fürchtest. *o gelbst Hornissen wird Jahve, dein 
Gott, unter sie senden, bis umgekoramen sind, die von dir übrig gelassen 
wurden und sich vor dir verbargen. *i Erschrick nicht vor ihnen; denn Jahve, 
dein Gott, ist in deiner Mitte, ein grosser und furchtbarer Gott '< Jahve, dein 

Gott, wird aber diese Völker nur ganz allmählich vor dir vertreiben ; du wirst sie nicht 
schnell vernichten können, damit dir die wilden Tiere nicht zu zahlreich werden. s^Und 

Jahve, dein Gott, wird sie dir preisgeben und grosse Verwirrung unter ihnen 

anrichten, bis sie vernichtet sind. *^lhre Könige wird er in deine Hand geben, 

und du wirst (selbst) ihren Namen aus der Welt vertilgen; niemand wird vor 

dir Stand halten, bis dass du sie vernichtet hast, «»ihre Götzenbilder sollt ihr 
verbrennen, nach dem Silber und Gold, das sich an ihnen befindet, sollst du kein Ver- 
langen tragen und es dir nicht nehmen, dass du dadurch nicht zu Falle kommst; denn 

28s7. 86. 00. 16 VdK, bildlich für »aufreiben, zu nichte machen«, cf. Num 149. onn W?, 
cf. G-K § 72 r, 107 o; lies wnn. mn wpie, »in neutrisch =» das Verehren ihrer Götter; zur 
Bedeutung cf. zu v. 25. Der Abschnitt v. 12 — 16 führt aus, was Jahve für Israel thut; 
V. 16a /}b aber enthält eine Warnung für Israel, bringt also ein fremdes Element in den 
Gedankengang hinein und ist daher wohl Zusatz. 17 — 26 Weitere Ausführung von 16aa : 
Du brauchst dich vor den Eananitem nicht zu fürchten; wie Jahve mit seiner Wunder- 
macht gegen die Ägypter geholfen hat, so wird er es auch gegen die Kananiter thun 
(v. 17 — 24). Dann sollst du ihre Gottesbilder verbrennen und selbst das an ihnen be- 
findliche Metall als etwas Gebanntes verabscheuen. — V. 25 — 26, die wie 16a/9b aus 
der Verheissung in die Mahnung übergehen, werden Zusatz sein; v. 25a ist zudem plu- 
ralisch und blosse Wiederholung von v. 5 b/}. Ober v. 22 s. u. 17 ronc, cf. I12; Sam 
T*t- 19 Mit Sam LXX streiche 1 vor riMin. *7trxin *)vm, eig. von denen gilt: er hat 
dich durch sie herausgeführt. Zu den Ausdrücken vgl. 484. 20 Cf. Ex 23x8. Die Hor- 
nissen werden die Beste der Kananiter, die sich an den unzugänglichsten Orten versteckt 
haben, durch ihre Stiche töten. Selbst (u) sie, d. h. alles wird Jahve zur Unterstützung 
seines Volkes aufbieten. 22 Cf. £x 23 Mf. Vva cf. v. 1. Vkh, Sam n^Kn. nra d^o, cf. 
G-K § 133k. Der Vers passt nicht recht in den Zusammenhang und widerspricht 9s. 
Dtnste Bearbeiter haben durch ihn wie Ex 2389f. die im Vorhergehenden gegebenen Ver- 
heissungen mit der Thatsache in Einklang setzen wollen, dass Beste der kananitischen 
Bevölkerung sich noch lange erhalten haben. 28 tnani (von oin » oon), cf. als Beispiel 
Jos 10 10. 24 Den Namen unter dem Himmel wegtilgen « spurlos ausrotten, y^t^ arr^, 
cf. 11 S5, Sam x^th, ^-nsvn cf. G-K § 531; doch ist wohl 'on zu punktieren. 26 Die 
w^t sind aus Holz gefertigt, cf. v. 5, doch mit Metall überzogen, denn DmW (=s "^y ^vvt) 
bezieht sich auf die ob, cf. Jes 30 tt. Wenn Israel die Bilder zerstört, soll es auch das 
zum Obenug verwandte edle Metall sich nicht aneignen, denn als Teil eines Götzen- 
bildes ist es für Jahve ein Gegenstand des Absehens. Wer liebt, was er hasst, wird 
selbst Gegenstand seines Hasses und gerät darum in Unglück, vpin ]b, nicht, dass du 



30 Dtn 786. 81— 7. 

es ist Jahve, deinem Gott, ein Gräuel, ^and du sollst kein Gräuel in dein Haus bringen, 
sodass du gleich ihm dem Banne verfielest. Mit Ekel von dir weisen und mit Abscheu 
von dir stossen sollst du es, denn dem Banne verfallen ist es. 8 '[Das ganze Gesetz] 
das ich dir heute gebiete, [sollt ihr beobachten, damit ihr am Leben bleibt und zahlreich 
werdet und in den Besitz des Jjandes kommt, das Jahve euren Tätern zugeschworen 

liat]. «Und denke an den ganzen Weg, den Jahve, dein Gott, dich diese vierzig 
Jahre hindurch in der Wüste hat gehen lassen, um dich zu demütigen und 
auf die Probe zu stellen, damit er erkenne, wie es mit deiner Gesinnung steht, 

ob du seine Gebote halten wirst oder nicht. 8 Er demütigte dich durch Hunger 

und speiste dich dann mit Manna, das dir und deinen Vätern unbekannt war, 
um dich zu lehren, dass der Mensch nicht von (natürlichem) Brod allein lebt, 
sondern dass der Mensch von allem lebt, was Jahves Gebot schafft. ^ Deine 
Kleider, die du anhattest, zergingen nicht, und dein Fuss schwoll nicht an 
diese vierzig Jahre hindurch. ^So nimm es denn zu Herzen, dass Jahve, dein 
Gott, dich erziehen wiU, wie einer seinen Sohn erzieht. «Und halte die Gebote 

Jahves, deines Gottes, indem du auf seinen Wegen gehst und ihn fürchtest. 7j)enn 



nicht in Götzendienst verstrickt werdest, sondern in das Verderben. 26 o'^n, das zur 
Vernichtung Bestimmte. Zum Gedanken vgl. die Erzählung Jos 7. 8, 1—6 Jahve hat 
Israel während der Wanderzeit vor Sorgen der Nahrung und Kleidung wunderbar be- 
hütet, um es zu der Erkenntnis zu bringen, dass sein Leben ganz und gar von Gottes 
Willen abhängt. Darum soll Israel seine Gebote befolgen. — V. 1 und 6 geben den 
Ausführungen eine dem Hauptzusammenhang fremde Wendung; da sie formelhaft und 
z. T. pluralisch sind (v. 1 abgesehen von Qi^n — ^vk, was aber Zusatz der Abschreiber sein 
wird ; doch hat LXX auch hier den Plur.), werden sie Zusatz sein. Auch die Ursprung- 
lichkeit von v. 2—5, die z. T. v. 16 — 16 wiederkehren, könnte bezweifelt werden (cf. 
B. d. Dtn. S. 14f.); doch werden eher v. 14b/}— 16 zu streichen sein (s. d.). V. 2 und 4 
(nav xryy» m) zeigen, dass nach 8g die Gesetzesmitteilung erst am Schluss der Wander- 
zeit erfolg^; anders PI, cf. zu 5$. 2 na« o'^ya^iM m fehlt hier in LXX, doch nicht v. 4. 
"^ra?, um deinen Stolz zu überwinden, in dem du meinen könntest, alles deiner eigenen 
Kraft zu verdanken, cf. v. 17. "^rca cf. 4s4. 616. Es sollte erprobt werden, ob Israel 
bereit ist, seine Abhängigkeit von Jahve anzuerkennen und ihm für seine Gaben za 
danken. Die in Ssi ^navMn gegebene Erläuterung ist wohl nicht ursprünglich, da das 
Gesetz noch gar nicht gegeben war, also der Gehorsam gegen es auch nicht erprobt 
werden konnte. 3 Indem Jahve Israel zunächst hungern lässt, zeigt er ihm, dass es 
nicht aus eigner Kraft leben kann; indem er es dann mit der Wundergabe des Manna 
(cf. Ex 16) speist, zeigt er ihm, dass er es durch sein Machtwort, das dieses Manna 
geschaffen hat (^"■* •»» wt^ta), erhält, y^m cf. G-K § 441. onVn, hier das durch mensch- 
liche Arbeit erworbene Brot; denn von materieller Speise lebte Israel auch, als es 
das Manna ass. hs rrn, denn das Brot ist eine Stütze, auf welcher das Leben ruht, cf. 
Jes 3i. "«'^ ""B Kxi«9, nicht das Gebot, sondern das durch Gottes Wort Geschaffene, sodass 
das Leben im letzten Grunde auf dem Wort Gottes ruht. 6 '«'^, die Demütigung (nay 
V. 2. 3) hatte ihren Grund nicht in der Feindschaft Jahves, sondern in seiner väterlichen 
Gesinnung, und diente der Erziehung, d. h. dem Heile Israels. 

7—20 Praktische Folgerung aus v. 2—5: Wenn Israel in ein mit allen Gütern 
reich gesegnetes Land kommt, soll es seinen Reichtum nicht seiner eigenen Arbeit zu- 
schreiben, sondern ihn demütig als Geschenk Jahves betrachten. — Der formelhafte 
V. IIb, der das Jahve- Vergessen im Ungehorsam, statt im Hochmut, sieht, wird Zusatz 
sein; ebenso die meist plur. v. 19 — 20, die das Jahve-Vergessen im Götzendienst sehen. 
V. 14b^ (von •^irxi^an an) —16 verdunkeln die Abhängigkeit des n-nain (v. 17), welches 



Dtn 88— so. 81 

Jahve, dein Gott, bringt dich in ein schönes 'und weites' Land, ein Land mit 
Wasserbädien, Quellen und Strömen, die in den Thälern und auf den Bergen 
hervorbrechen, «ein Land mit Weizen und Gerste, mit Weinstöcken und Feigen- 
bäumen und Granatbäumen, ein Land mit Ölbäumen und Honig, 'ein Land, 
in dem du dich nicht kümmerlich nähren, sondern an nichts Mangel haben 
wirst, ein Land, dessen Steine (wie) Eisen sind, und aus dessen Bergen du 
Erz hauen kannst. ^^Da wirst du dich satt essen und Jahve preisen können 
wegen des schönen Landes, das er dir gab. ^^Hüte dich, dass du (dann) 

Jahve, deinen Gott, nicht vergisst, dass du seine Gebote und Bechte und Satzungen 
nicht hältst, die ich dir heute gebiete, i^dass nicht, wenn du satt ZU essen hast 

und schöne Häuser baust und bewohnst, ^'und deine Binder und Schafe sich 
mehren und Silber und Gold sich dir mehrt, und all dein Besitz sich mehrt, 
i^dein Herz sich überhebe und du Jahve, deinen Gott, vergisst, der dich aus 

Ägyptenland, aus dem Sklavenhause herausgefürt hat, ^*der dich geleitet hat in der 
grossen und furchtbaren Wüste mit Brandschlangen und Skorpionen, und im dürren 
Land, wo es kein Wasser gab, der dir aus dem kieselharten Fels Wasser hervorbrechen 
Hess, ^*der dich mit Manna speiste in der Wüste, das dir und deinen Vätern unbekannt 
war, um dich zu demütigen und auf die Probe zu stellen und dir nachher Gutes zu er- 
weisen, 17 und du bei dir selbst sprichst: Meine Kraft und meine starke Hand 
hat mir diesen Reichtum verschafft ^^ Vielmehr denke an Jahve, deinen Gott, 
dass er es ist, der dir Kraft gab, Reichtum zu erwerben, um die Verpflichtung 
zu erfüllen, die er deinen Vätern gegenüber mit einem Eide übernommen 

hatte, wie (er) jetzt (gethan hat). *»Aber wenn du Jahve, deinen Gott, vergisst und 
andern Göttern folgst, ihnen dienst und sie anbetest, so bezeuge ich euch heute, dass 
ihr untergehen werdet. ^Wie die Völker, die Jahve vor euch vernichtet, so werdet 
(auch) ihr untergehen, weil ihr auf die Stimme Jahves, eures Gottes, nicht hört. 



das nndvi (v. 14) fortsetzt, von ^ (v. 12) und werden, zumal sie v. 2—3 wiederholen, 
als Einschub anzusehen sein. 7 "^s, die v. 5 gegebene Mahnung ist nötig; denn Israel 
kommt jetzt in die Lage, sie zu. beherzigen, naio, Sam LXX + ron*ni. M^rtMi, die grossen 
Ströme als Ausflüsse der unter der Erde beiindlichen fiinn. 8 ysv nv, die das feine Öl 
gebende Olive im Unterschied von der (nur geringwertiges Öl gebenden) wilden Olive. 
9 Vt*i3 rrsaii, eisenhaltige Steine (namentlich Basalt cf. 3ii) finden sich besonders .^ in 
Galilaea, dem Libanongebiet und dem Ostjordanland, z. T. auch im südl. Westjordan- 
land. Wahrscheinlich ist aber nur gemeint, dass die Steine an Härte dem Eisen gleichen. 
S21 rr^nmai beweist, dass es auch in Palästina Kupferbergwerke gab, von denen wir 
allerdings nichts mehr wissen; bekannt ist nur, dass im Libanon und in Edom Kupfer 
gewonnen wurde. 12 Die von "jb abhängenden Uauptverben folgen erst v. 14 und 17 
o*i*(, nmei und n^ioK*i; die Verba von v. 12 — 13 sind logisch untergeordnet und geben die 
Bedingung an, unter der die Mahnung befolgt werden soll, cf. G-K § 159 bc. 18 y^y^ 
cf. G-K § 76u; doch Sam i^ai*^. 16 'w »na, freie Apposition zu "na-re. v\'^v trra cf. Num 
21 6 (J). nis» via, cf. Ex 176 (E). 16 cf. v. 3. "^n^nnia, eig. in deiner späteren Zeit, 
schliesslich, cf. zu v. 5. 18 l^ttV, Sam LXX paVi, indem sie wohl Jahve als Subjekt zu 
niv9^ denken (damit er auf diese Weise seine Macht zeige und . . .), aber kaum richtig, 
da hm nvy dann andern Sinn hätte als v. 17. Zu der Absicht Jahves, die eidlich über- 
nommenen Verpflichtungen zu erfüllen, cf. 79. 12b. mn ots beweist, wenn ursprünglich, 
dass diese Rede zu einer Zeit geschrieben ist, in der die Voraussetzungen von v. 7—9. 
12—13 erfüllt waren, also jedenfalls nicht während des Exils. 19 cf. 488, daher von v. b 
ab der Plur. trotz des sing. Anfangs. 9, 1 — 7 Wenn Israel die ihm weit überlegenen 



32 Dtn 9 1—7. 

9 iHöre, Israel, da wirst jetzt (in das Land) jenseits des Jordan ziehen, 
um Völker zu unterwerfen, die grösser und stärker sind als du, grosse und 
bis zum Himmel befestigte Städte, 'ein grosses und hochgewachsenes Volk, die 
Enakiter, die du selbst kennst und von denen du selbst gehört hast: Wer 
könnte vor den Enakitem bestehen? 'Aber wisse heute, dass Jahve, dein Oott, 
es ist, der als verzehrendes Feuer vor dir herzieht; er wird sie vernichten, 
und er wird sie vor dir niederwerfen, dass du sie vertreibst und schnell ver- 
nichtest, wie Jahve zu dir gesagt hat ^ Denke nicht bei dir selbst, wenn 
Jahve, dein Gott, sie vor dir verstösst: Wegen meiner Gerechtigkeit bringt 
mich Jahve in den Besitz dieses Landes, während doch wegen der Bosheit dieser 
Völker Jahve sie vor dir vertreibt. »Nicht wegen deiner Gerechtigkeit und deines 
lautem Herzens kommst du in den Besitz ihres Landes; sondern wegen der 
Bosheit dieser Völker vertreibt sie Jahve * ' vor dir, und um das Versprechen 
zu halten, das er ^ ' deinen Vätern, Abraham, Jaak und Jakob, mit einem Eid 
gegeben hat. ^So wisse denn, dass nicht um deiner Gerechtigkeit willen Jahve, 
dein Gott, dir dies schöne Land zum Besitz giebt; denn ein halsstarriges Volk 
bist du. ^ Denke daran 'und' vergiss es nicht, wie du Jahve, deinen Gott, in 



Kananiter mit Jahves Hilfe vernichtet, soll es nicht wähnen, das durch seine eigene 
Gerechtigkeit verdient zu haben. Die Vernichtung der Kananiter hat ihren Grund teils 
in deren Bosheit, teils in der Treue, mit der Jahve sein den Patriarchen gegebenes Ver- 
sprechen hält; Israel aber ist stets ein Volk gewesen, das nur den Zorn Jahves verdient 
hat. — Zusatz ist v. 4b, der v. 5 vorgreift und in LXX fehlt. Auch v. 7 b (lies mit 
Sam LXX dmkx") ist seiner plural. Form wegen nicht von Sg, sondern wohl von Dr zur 
Überleitung auf den folgenden Abschnitt des PI geschrieben. 1 qi'ti beweist aufs neue, 
dass 8g die Rede Moses an das Ende der Wanderzeit verlegt, cf. zu 81--6. Zur Be- 
schreibung der Furchtbarkeit der Feinde cf. I28. 2 rmo, nämlich aus dem Munde der 
Kundschafter. 3 Cf. Iso. 424. nno fehlt LXX Cod. B, ist aber wohl nur ausgelassen, 
um den Widerspruch mit 729 zu beseitigen. Dass Sg thatsächlich eine schnelle Ver- 
nichtung der Feinde in Aussicht genommen hat, bestätigt der Eindruck unbefangener 
Lesung von Stellen wie 7 9. i7ff. 4 T^bVq, Sam ^"^ato. Die nächstliegende Deutung von 
v. b : sprich nicht, Jahve vertreibe sie vor dir ihrer Bosheit wegen, ist nach v. 5 falsch. 
Die Meinung ist: während sie Jahve doch wogen ihrer Bosheit vertreibt. Da das Mis- 
verständnis erst nachträglich bemerkt werden kann, ist v. 4 b als durch Abschreiber- 
versehen verursachte Vorausnähme von v. 5 b zu beurteilen, zumal die Worte auch in 
LXX fehlen. 6 Mit Sam LXX streiche T^hnt und *'"'* hinter yaoa. Zu v. 5b^ cf. 818. 
6 v^9 Tvop U9 cf. Ex 329. 7 rtyory ^k, Sam besser hv(\ r\KL% Sam LXX criix' (q vor q 
ausgefallen), orc^^n w^nmo cf. G-K § 116 r. — Die Betonung, dass Jahves Wohlthaten 
unverdiente sind, widerspricht nicht der auch bei Sg (cf. besonders Kap. 28) häufigen 
Motivierung der Mahnung zum Gehorsam durch Hinweis auf die dafür verheissenen 
Segnungen. Jahve hat jene Segnungen nur denen verheissen, die seinen »Bund« halten, 
79. So ist der Gehorsam allerdings die unerlässliche Bedingung dafür, dass man an 
ihnen teilnimmt; aber dass Jahve sein Versprechen hält, ist lediglich in seiner Treue 
begründet 79, und dass er es gegeben hat, lediglich in seiner freien Gnade. Die Be- 
achtung unseres Abschnittes ist somit die unerlässliche Voraussetzung für die richtige 
Beurteilung der eudämonistischen Motivierung bei Sg. 

3) Zweiter Teil der pluralischen Einleitung, 98— lOii. Inhalt: AU 
Jahve Moses nach vierzigtägigem Aufenthalt auf dem Horeb die Gesetzestafeln übergab 
(V. 8 — 11), teilte er ihm gleichzeitig mit, dass Israel von ihm abgefallen sei, und dass 



Dtn 9^—U* 88 

der Wüste erzürnt hast; von dem Tage an» wo du aus Agyptenland zogst, bis 
zu eurer Ankunft an diesem Ort, habt ihr eueh stets gegen Jahve wider- 
spenstig gezeigt. "Insbesondere am Horeb habt ihr Jahve erzflmt, sodass 
eueh Jahve im Zorn aber eueh vemiehten wollte» ^ als ich hinaufstieg auf den 
Berg, um die steinernen Tafdn, die Tafeln mit dem Gesäz, auf das Jahve 
€U€k verpflidUet hatte, in Empfang zu nehmen, und vierzig Tage und vierzig 
Nächte auf dem Berge Uieb, ohne Brot zu essen und Wasser zu trinken. 
'*Da gab mir Jahve die beiden Steintafeln von Gottes Finger beschrieben, auf denen all 
die Worte standen, die Jahve 'eu* euch anf dem Berge aus dem Feuer heraus am Tage 
der Versammlung gesprochen hatte, ii Und nach vierzig Tagen und vierzig Nächten 

gab mir Jahve die beiden Steintafdn, die Gesetzestafeln. ^'Dann sprach Jahve eu 
mir: Auf, steig eilends hinab von hier; denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt 
hast, hat böse gehandelt. Sie sind schnell abgewichen von dem Wege, den ich ihnen 
vorgeschrieben habe; sie haben sich ein Gussbild gemacht. ^^Da Sprach Johve zu 

mir: Ich sehe, dass dieses Volk ein halsstarriges Volk ist. ^^Lass mich, dass 



er es deswegen vernichten wolle (v. 12 — 14). Als Moses bei seiner Rfickkehr das goldene 
Kalb sieht, das Israel sich gemacht hat, zerschmettert er die Gesetzestafeln (v. 15 — 17), 
bittet fftr das Volk und Aaron um Vergebung (v. 18--20) und zermalmt das goldene 
Kalb (v. 21). In ähnlicher Weise hat Israel auch bei andern Gelegenheiten Jahve zum 
Zorn gereizt (v. 22—24). Moses Fürbitte folgt dem Wortlaut nach (v. 26—29). Jahve 
befiehlt ihm, die Gesetzestafeln zu erneuern, schreibt auf sie dieselben Worte wie auf 
die ersten und lässt sie von Moses in eine dazu angefertigte Lade legen (lOi— &). Kurzer 
Bericht über Israels weitere Wanderung (v. 6—7), die Aussonderung des Stammes Levi 
für das Priesteramt (v. 8 — 9), Moses Fürbitte (v. 10) und der Befehl zum Aufbruch 
(v. 11). — Der Abschnitt ist stark überarbeitet. 98 ist wahrscheinlich noch zu der 
Überleitung des D' gehörig, cf. u. V. 10 ist als Dublette zu v. 11 auszuscheiden, ebenso 
V. 12 als Dublette zu v. 13 (v. 12 ist aus Ex 827—8 entlehnt, wie £z 32», welcher in 
LXX fehlt, aus Dtn 9i8; die Abschreiber haben beide Erzählungen nach den entspre- 
chenden Parallelen ergänzt, ein Verfahren, dass sich an dem Verhältnis des Sam zum 
MT vielfach beobachten lässt). V. 18 — 20 unterbrechen den Zusammenhang zwischen 
V. 17 und 21, irnn Dna u v. 19 ist unverständlich und die Einführung Aarons v. 20 
auffällig, da er vorher nicht erwähnt war. V. 22 — 24 fallen aus dem Zusammenhang, 
da auch nachher noch von der Horebepisode erzählt wird. 106—9 verlassen die Bede- 
form (zu V. 9 cf. u.), und v. 6—7 sind vor v. 11 verfrüht; v. 10 ist nach 9s&— » über- 
flüssig und zeigt sing. Form. So können als ursprünglich nur 99. u. is— 17. si. S5 — ». 
lOi— 6. 11 gelten. Inhaltlich bilden diese Verse die genaue Fortsetzung zu Kap. 5, und 
da sie auch die plnr. Form mit ihm teilen und der seltene Ausdruck Vt; in beiden vor- 
kommt (591. 996), werden beide demselben Verfasser PI angehören und erst von D^ ge- 
trennt sein. Dieser betrachtete den vorliegenden Abschnitt als Beweis für 97 a, und so 
sind auch 999—94, die demselben Zwecke dienen, vielleicht von ihm eingeschaltet. Ober 
die Frage, ob die Erwähnung des Dekalogs, 104a, ursprünglich ist, siehe am Schluss 
der Einzelerklärung, über die von PI benutzten Quellen Einl. § 7, 8. 8 Wenn unser Ab- 
schnitt die urspr. Fortsetzung zu 598 bildete, so begann er wahrscheinlich: »und ich 
stieg auf den Berg hinauf ....«; diese Worte hat Dr in v. 9 umgeformt. Jedenfalls 
muss dann v. 8 als Überleitung angesehen werden. a*^nai, und insbesondere am H. 
9 ^3Q, Zeitbestimmung für Dr&xpn (v. 8), fortgesetzt durch atom, cf. G-K § 114 r (ur- 

sprüngl. wohl avKi Vyin). Sai onV, cf. G-K § 156 f. 10 V. a Einschub nach Ex 31 is. 

Zu V. b cf. 54. 19. 104. Ober den Inhalt der Tafeln cf. am Schluss des Abschnittes. aMor, 
Sam (LXX) oa^. 12 Cf. Ex 327— 8 a. 18 Cf. Ex 829. 14 Cf. Ex 32 lo. tpn, cf. G-K 

iter f. AT: 8t«o«rBaff«l, Deoteroa. 3 



# 



d4 I)tn di5— M. 

ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel audäsehe und dich sfu 
einem Volk mache, das mädUiger und zahlreicher ist als dieses. **2)a wandte 
ich mich und stieg vom Berge herab, während der Berg in Flammen stand, 
mit dm beiden "Gesäzestafdn in meinen beiden Händen. ^^Und als ich sah, 
dass ihr gegen Jahve, euren Qott, gesündigt, euch ein gegossenes Kalb gemacht 
hattet, schnell abgeunchen wart von dem Weg, den Jahve euch anbefohlen hatte, 
^''nakm ich die beiden Tafeln, warf sie aus meinen beiden Händen und zer- 
schmetterte sie vor euren Augen, >*Danii fiel ich vor Jahve nieder, wie das vorige 
Mal vierzig Tage and vierzig Nächte, ohne Brot zu essen nnd Wasser zu trinken, 
wegen all eurer Sünde, die ihr begangen hattet, indem ihr thatet, was in Jahves Augen 
böse war und ihn reizen musste. '*Denn mir graute vor dem Zorn und Grimm, dass 
Jahve euch im Zorn vertilgen wflrde. Und Jahve erhörte mich [auch diesmal]. ** Be- 
sonders auf Aaron war Jahve sehr zornig geworden, sodass er ihn vertilgen wollte; so 
betete ich denn damals auch für Aaron. si Und das Denkmal eurer SSbnde, das 
ihr verfertigt hattet, das Kalb, nahm ich, verbrannte es und zerstiess es, es voll- 
ständig zermalmend, bis es zu feinem Staub wurde; dann warf ich seinen Staub 
in den Bach, der vom Berge herabfloss. ««Aneh in Tabera und Massa und bei 
den LostgFäbern erzflratet ihr Jahve. ^■Und als eueh Jahve von Kades Bar- 
nea aussandte mit den Worten: Zieht hinauf und nehmt das Land in Besitz, 
das leh eueh verliehen habe, habt ihr eueh dem Befehl Jahves, eures Gottes, 
widersetzt und kein Vertrauen zu ihm gehabt und seiner Stimme nleht ge- 
horeht. ^Widerspenstig habt ihr eueh gegen Jahve gezeigt, so lange 'er* 
eueh 'kennt*. «» Und ich warf mich vor Jahve vierzig Tage und vierzig Nächte 
nieder, weil Jahve gesagt hatte, dass er euch vernichten wollte, ^^und betete zu 
Jahve: Herr, Jahve, vertage dein Volk und Eigentum nicht, das du durch 
deine Erhabenheit erlost, das du mit deiner starken Hand aus Ägypten ge- 
führt hast. ^'^Oedenke deiner Knechte, Abraham, Isaak und Jakob. Sieh nüht 
auf die Halsstarrigkeit und den Frevel und die Sünde dieses Volkes, *^dass 



§ 75gg. 1)1 rvn»t cf. 7m. 15 Cf. Ex 32i5. vio *^9a nnrti, cf. 5so. 16 Cf. Ex 33i9a^ 
und V. 12. 17 Gf. Exd2i9b. 18 natm^ia, die nächstliegende Auffassung, als wenn durch 
dieses Wort auf eine frühere Gelegenheit hingewiesen werden soll, bei der Moses sich 
vor Jahve niedergeworfen hat, giebt keinen rechten Sinn (cf. zu v. 19); n»ni*ia wird sich 
nicht auf Vfeanin, sondern lediglich auf die 40tägige Dauer, sowie auf das Fasten (cf. 
V. 9) beziehen sollen, cf. n-^avinn }ar*aro 10 lo. Jedenfalls passt die Notiz nicht an dieser 
Stelle, da sonst das v. 21 Berichtete erst 40 Tage nach der Ankunft Moses statt hätte. 
Banntsn, Sam LXX od^Mitsn, dem Va angemessener, doch dem Zusammenhang, in dem es 
sich um eine spezielle Versündigung handelt, nicht entsprechend. 19 ir^nn uns u detzt 
eine frühere Fürbitte für das Volk voraus (cf. v. 18). Die Beziehung auf Gebetserhorungen 
wie Ex 14 15. 17 10 oder auf die Erhörung späterer Fürbitten, Num 11 1. 12isf. etc., ist 
lediglich Verlegenheitsauskunft. V. 18—19 sind im Zusammenhang schlechterdings un- 
erklärlich. 20 Eine Einzelheit, in welcher die dtnste Darstellung über die jehovistische 
(Ex 82) hinausgeht. 21 Dsnuen, der Gegenstand, in dem die Versündigung ihren sicht- 
baren Ausdruck fand, cf. Mch 1 5 (Samarien «^ Sünde Jakobs), ^nan, zum Artikel cf. G-K 
§ 126 q. 22 myap, cf. Num 11 1—3, noa, cf. Ex 172—7, niwm ni-op, cf. Num 11 4—84. 
Zu V. b cf. V. 7b. 28 Cf. I19. u.ae. ss. 24 Cf. v. 7 b. •'nrt, Sam LXX iprt; zu rr cf. 
Gen 18i9. 25 Cf. v. 18. 14. ^n^B»in *^«k, cf. zu l46. 26—29 Cf. Ex 82ii— is. Num 
14 15— 16. 26 r4ra, cf. 4 20. mt, cf. 78. *fVij, cf. 814. Sii -na, Sam LXX npmn yr^. 
27 *^ nur hier, cf. tp9 rrcp m v. 6. -28 pMn für »die Bewohner des Landes«; doch 



Dtn 9s9. lOi— d. 36 

die Bewohner des Landes, aus dem du uns herausgeführt hast, nicht sagen: 
Weil Jahve sie nicht in das Land zu bringen vermochte, das er ihnen ver- 
heissen hatte, und weil er sie hasste, hat er sie weggeführt, um sie in der Wüste 
umzubringen. ^^Sie sind ja dein Volk und Eigentum, das du ^aus Ägypten 
mit deiner gewaltigen Macht und mü deinem erhobenem Arm herausgeführt 
hast. 10 ^Damals sprach Jahve zu mir: Haue dir zwei Steintafeln wie die 
ersten, und steige zu mir auf den Berg, und femer fertige dir eine hölzerne 
Lade an. • So werde ich auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den 
ersten Tafdn standen, die du zerschmettert hast. Dann lege sie in die Lade. 
^Da fertigte ich eine Lade von Akazienholz an, hieb zwei Steintafeln une die 
ersten zurecht und stieg mit den beiden Tafdn in der Hand auf den Berg, 
*und er schrieb auf die Tafeln dieselbe Schrift, die auf den ersten stand, die 
zehn Worte, die Jahve zu euch auf dem Bei'ge aas dem Feuer heraus [am Tage der 
Versammlung] gesprochen hatte, und Jahve gab sie mir. ^Als ich dann vom 
Berge wieder herabgestiegen war, legte ich die Tafdn in die Lade, die ich an- 
gefertigt hatte, und sie blieben daselbst, wie mir Jahve befohlen hatte. 

^Die Kindef^ Israels aber brachen aVff von Beeroih Bene Jaakan 

nach Mosera. Dort starb Äaron, und er lourde dort begraben; sein 

Sohn Eleasar wurde Priester an seiner Statt. ^ Von da zogen sie weiter 

nach Gudgoda und von Gudgoda nach JoÜ)a, einef^ reich bewässerten 

Gegend. * Damals sonderte Jahve den Stamm der Leviten aus, um die Lade mit dem 

Sam LXX 'im xa. Zum Plur. des Prädikats cf. G-K § 145 b. 29 N^i un\ cf. 6-K § 141 e. 
nmin, Sam LXX + Jamtaia. — Moses macht verschiedene Motive geltend: 1) das Eigen- 
tumsverhältnis Israels zu Jahve, denn jeder sucht sein Eigentum nach Möglichkeit zu 
erhalten ; 2) die Mühe, die Jahve auf dies Volk verwandt hat, denn niemand bringt sich 
selbst leichten Herzens um den Ertrag seiner Mühe ; 3) die Bücksicht auf die Patriarchen, 
denen er geschworen hat, ihre Nachkommen zu mehren und Kanaan in Besitz nehmen 
zu lassen ; 4) die Bücksicht auf seinen Buf, da die Ägypter die Vernichtung Israels teils 
auf die Ohnmacht Jahves, seine Verheissungen zu erfüllen, teils auf seine Unbeständig- 
keit, indem er das einst geliebte Volk nun hasst, zurückführen würden; niemand lässt 
aber seinen guten Buf antasten. 10, 1 Cf. Ex 34ia. 2 Gf. Ex 34 ib. 8 d^v ""xy, cf. 
G-K § 117 hh. Cf. Ex 344, zu der Anfertigung der Lade aus Akazienholz cf. Einl. § 7, 3. 
4 Cf. Ex S4s8b. Sai -^ai i»k, cf. 9io; Vnpn D.,*a fehlt LXX. Über die Erwähnung des 
Dekalogs siehe am Schlnss (v. 11). 6 ov i'^rri, cf. G-K § 111k, 29 g. 6 — 7 in Sam nach 
Nnm 3331 — 88 verändert. Die Namen der Ortschaften, die hier erwähnt werden, lassen 
sich nicht identifizieren. Obwohl sie z. T. sich auch Num 33 finden, kann doch Num 83 
(P) nicht als Vorlage gedient haben, denn 1) ist die Beihenfolge der Stationen eine an- 
dere und 2) wird der Ort des Todes Aarons hier anders bestimmt als bei P (Num 20 »ff. 
der Berg Hör.). Die Gleichheit der Formel ^;Da üvo mit der bei E gebräuchlichen (cf. 
Num 21isf.) spricht in Verbindung mit der Thatsache, dass v. 6—7, weil die Bedeform 
verlassend, nicht ursprünglich sind, dafQr, dass wir hier ein versprengtes Stück eines 
elohistischen Stationenverzeichnisse s haben, das ursprünglich in Num 21 stand, dort 
aber gestrichen wurde, weil es den Angaben des P widersprach, und dann hier nach- 
träglich wieder Aufnahme fand. Dass auch nach E Eleasar der Nachfolger Aarons im 
Priesteramt war, zeigt Jos 2483. 8 mnn nya nimmt auf v. 6—7 keine Bücksicht, sondern 
meint die Zeit von v. 1 — 5. S^i rncoV, das Tragen der Lade ist bei P Sache der Leviten 
im technischen Sinüe, speziell der Kahatiten, cf. Num 4iff. (ebenso in Chr.), im Dtn 

3* 



36 Dtn 109—11. 

Gesetz Jahves zu tragen, um dienend vor Jahve zn stehen und in seinem Kamen Ztt 
segnen, (wie es) bis aaf den heutigen Tag (geschieht). * Darum wurde Levi kein Anteil 
und Erbe bei seinen Brüdern zu teil ; Jah?e ist für ihn ein Erbe, wie (er) [, Jahve, dein 
GottJ ihm gesagt hat '^[Ich aber hatte, wie das erste Mal, vierzig Tage und vierzig 
Nächte auf dem Berge gestanden, und Jahve hatte mich auch diesmal erhört; Jahve 
wollte dich nicht verderben.] ü Und Jahve sprcuh zu mir: Auf, geh, um an der 

Spitze des Volkes aufzubrechen, dass sie hinkommen und das Land besetzen, das 
ihnen zu geben ich ihren Vätern mit einem Eide versprochen habe. 



und dtnsten Schriften Sache der Priester, cf. 319. in*^eV — 109^, als Ein Ausdruck zu- 
sammengehörend (LXX nur nneV); mto bezeichnet hier das Darbringen der Opfer, wie- 
wohl es sonst auch von allerlei Dienstleistungen auch den Menschen gegenflber gebraucht 
wird (Ex 33 11). Nach P kommt dies nur den Priestern zu; denn von dem Dienst der 
Leviten wird wohl auch rnm gebraucht (Num 8i6), aber nur mit dem Objekt »Priester«, 
»Volk« u. dgl., nie »Jahve«. itava ^"^aVi, nach P (Num 688) Vorrecht der Priester, nie 
der Leviten. NacJi unserer Stelle kommen alle diese Bechte dem Stamm Levi ohne Frage 
als ganzem zu, d. h. jedem einzelnen Leviten, da im Dtn und in dtnsten Schriften nie 
von einem Bang unterschied innerhalb des Stammes Levi gesprochen wird. Selbst wenn 
ein solcher aber stillschweigend vorausgesetzt wäre, würde die Anschauung unserer Stelle 
der des P widersprechen; P könnte nie sagen, Jahve habe den »Stamm Levi« zu diesem 
Dienst erwählt, da nach ihm das Priesteramt nicht auf der Erwählung des Stammes 
Levi beruht, sondern auf der Erwählung Aarons und seiner Nachkommen, von welcher 
die Aussonderung des Stammes Levi zu den niederen Diensten als etwas Nachträgliches 
scharf unterschieden wird. Die Auffassung der »Leviten« ist also unter allen Umständen 
in unserer Stelle eine andere, als bei P; ihre Erwählung bildete (wenn überhaupt Priester 
und Leviten unterschieden würden) die Grundlage für die Erwählung der Priester. Die 
Annahme einer stillschweigenden Voraussetzung von Abstufungen innerhalb des Stammes 
Levi entbehrt aber jedes Beweises, wenn nicht P als Grundlage des Dtn erwiesen werden 
kann. 9 inVna Kin ^"% cf. G-K § 141 gh; gemeint ist: Jahve ersetzt ihm den Erbbesitz, 
indem er ihm seinen Lebensunterhalt auf andere Weise verschafft, cf. 18iff. ^Ttbii **"*" 
fehlt LXX, ist also nicht als Beweis zu verwerten, dass v. 8 — 9 zur Bede Moses ge- 
hören ; wären die Worte echt, würden v. 8—9 doch der sing. Anrede wegen Zusatz sein. 
iV ^ai ^om, im gegenwärtigen Pentateuch ohne genaue Beziehung, ist wohl nur von un- 
achtsamen Abschreibern nach 18 9 eingefügt. 10 D^a«mn tnn, nicht: wie früher, sondern 
bestimmter: entsprechend der Zahl der Tage, die ich früher auf dem Berg verbrachte 
(99); die Worte fehlen LXX. Über das Verhältnis dieser Fürbitte zu den übrigen cf. u. 
11 mb, inf. von yoa, cf. G-K § 45 e. Dieser Vers bildet wahrscheinlich die Fortsetzung 
des Berichtes von PI; dann aber ist anzunehmen, dass nach PI die Gesetzesmitteilung 
erst nach dem Aufbruch erfolgt, cf. zu 5s. V. b ist wohl formelhafter Zusatz. — Das 
Verhältnis von 98— lOu zum Dekalog. Der Dekalog wird erwähnt in (9 10 [Zusatz] 
und) 10 4. Da aber bei der ersten Erwähnung der Tafeln 99. 11 nicht gesagt ist, dass 
auf ihnen der Dekalog gestanden habe, während man doch eine Angabe über den Inhalt, 
wenn sie überhaupt gemacht werden sollte, hier erwarten müsste, fällt die Inhaltsbe- 
zeichnung 104 immerhin auf. Da Moses ferner 598 den Auftrag bekommt, auf den Horeb 
zu steigen, damit ihm Jahve dort die dtnen Gesetze mitteile, und 99 auf den Berg steigt, 
um die steinernen Tafeln mit dem Bundesgesetz in Empfang zu nehmen, so folgt, dass 
nach PI das dtne Gesetz selbst das auf den Tafeln verzeichnete Gesetz ist, und dass 
die Worte Vnpn — rrm^f rm (10 4) als der sonstigen Anschauung des PI widerstreitend als 
Zusatz angesehen werden müssen. PI giebt also auf die Frage nach dem Ursprung des 
von ihm mitgeteilten Gesetzes die Antwort: es ist das Zweitafelgesetz, das Jahve auf 
dem Horeb gab, und das nach dem Abfall des Volkes erneuert und in der Lade nieder- 



Dtn 10 u. 37 

^*Und nun, Israel, was fordert Jahve, dein Gfott, von dir, ausser dass 
da Jahve, deinen Oott, fürchtest, genau auf seinen Wegen gehst und ihn liebst, 
und dass du Jahve, deinem Oott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele 

gelegt ist. Der Bearbeiter, der in Kap. 5 den Dekalog eingefügt hat und auf den 5i9 
zuröekgeht, hat auch hier durch Einschaltung (von 9io und) der betr. Worte von 10« 
eine andere Auffassung eingeführt, nach der von dem Dekalog als dem Tafelgesetz das 
dtne Gesetz als Auslegung desselben zu unterscheiden ist. — Die Fürbitten Moses. 
In der urspr. Darstellung des PI ist nur Eine Fürbitte erwähnt, 9s5— as. Es ist mög- 
lich, dass der Zusatz 10 lo ursprünglich dieselbe Fürbitte meint, zumal da das Ti-my "»k*) 
genau durch: »ich aber hatte gestanden« übersetzt werden muss, cf. 6-E § 142b. Der 
Zusatz hatte vermutlich lediglich den Zweck, den 9x9 nicht erwähnten Erfolg der Für- 
bitte hier nachzubringen. Schwierigkeit machen dann nur das irnn nna ca 10 lo und 
9 18— 80, weil durch dieselben mehrere Fürbitten vorausgesetzt werden. Eine Ver- 
mutung, die eine Losung der Schwierigkeiten ermöglichen würde, ist folgende: durch 
die dtne Bedaktion ist in Ex 32 der Abschnitt v. 11—14 nach Dtn 9i5— <S9 eingefßgt, 
und zwar, da er sich mit Ex d23if. stiess, an früherer Stelle; dadurch entstand eine 
Darstellung, welche eine doppelte Fürbitte erwähnte. Diesem Umstand verdankt das 
(rrtn OTta na 10 lo seine Entstehung als Rückweis auf die als bekannt vorausgesetzte erste 
Fürbitte, die aber im Dtn zunächst nicht erwähnt war. Um auch die erste Fürbitte 
zu erwähnen, hat dann ein Abschreiber, vielleicht zunächst am Bande, 9,is — 19 (so?) 
eingefügt, unter Benutzung von v. 25 und 10 lo, aber zunächst ohne imn nna na (v. 19), 
das wegen der Ähnlichkeit von v. 19 b mit lOiob endlich von gedankenlosen Abschreibern 
auch hier eingefügt wurde. 

4) Die Überleitungen zur Gesetzesmitteilung 10, 12— 11,82 Ein klarer 
Gedankengang lässt sich im gegenwärtigen Text nicht erkennen. Sing, und plur. Be- 
standteile sind bunt durcheinandergewürfelt. Freilich steht der Text nicht überall 
sicher genug fest, um eine bis in die Einzelheiten zuverlässige Scheidung vorzunehmen. 
Doch lässt sich mit Hilfe der Versionen (cf. die Einzelerklärung) wenigstens in der 
Hauptsache eine Scheidung durchführen. Pluralisch sind : 10 16— 19. 11 s— 9. 19. 16— 19 a. 
si — S8. 31— SS. (Femer findet sich die pluralische Anrede vereinzelt, wahrscheinlich nur 
in Zusätzen: 10 15 [osa], llioa*. iiao [in Belativsätzen]). Davon werden auszuscheiden 
sein: lOis— 19. 116.8—9.18. 18— i9a. ii. 8i—ss, s. d. Einzelerklärung. Inhalt: Seid nicht 
länger halsstarrig, denn ihr wisst, Jahve ist ein mächtiger und strenger Bichter (lOis— n), 
wie ihr erkennen könnt aus dem, was ihr persönlich seit dem Auszug aus Ägypten er- 
fahren habt (11 i— 6). Dient ihr andern Göttern, so wird Jahve eurem Lande den Begen 
vorenthalten, und ihr werdet untergehen (16—17). Wenn ihr aber gehorsam seid, wird 
er euch gegen eure Feinde helfen (22—25). So wählt zwischen Segen und Fluch (26 — 28). 
— Singularisch sind: lOu— 15. lOso- lli. lo — w*. u— 16. i9b— so. »— 80. Davon sind 
auszuscheiden: lOis. so. ». 11t. i9b^so. 99— so, s. d. Einzelerklärung. Inhalt: Jahve 
fordert nichts weiter, als dass du dich ihm ungeteilten Herzens hingiebst (10 li). und 
diesem erhabenen Gott anzugehören, wird für dich selbst eine Ehre sein (14 — 15. 21). 
Deinem Lande wird er immerdar den nötigen Begen spenden, sodass du mühelos reich 
wirst (11 10 — 19.14 — 16). Der notwendige Schluss der Überleitung: »beweise deine Liebe 
zu ihm durch Erfüllung folgender Gesetze«, ist durch die entsprechende Überleitung des 
PI (12 1) verdrängt. Über 11 18— 90. 99— 90 siehe unten. 10, 12—16 Zusammenfassung 
der Forderungen Jahves unter Hinweis darauf, dass der erhabene, die ganze Welt be- 
herrschende Gott sich in Liebe zu Israel herabgelassen hat. 12 nnrt, cf. 4i. dk "'s — rna, 
was? — (nichts Ausserordentliches, unerfüllbares) .sondern (nur) ...» er fordert 
nichts als ... Zu den Forderungen der Furcht, des Wandeins auf den von Jahve vor- 
gezeichneten Wegen, der Liebe und der ihm dargebrachten kultischen Verehrung cf. 66. is. 



88 Dtn lOis— ». 

dienst, >* indem du die Gebote Jahves, 'deines Gottes*, und seine Satiungen h&ltst, die 
ich dir heute gebiete, damit es dir gut gehe? ^^Jahvo, deinem Oott, gehört ja der 

Himmel bis zu seinen höchsten Höhen, die Erde und alles, was auf ihr ist 

1^ (Trotzdem) hing Jahve nur deinen Vätern in Liebe an und erwählte ihre 

Nachkommen, euch, aus allen Völkern, wie (er es) jetzt (gethan hat). ^^So he- 

sdineidet nun die Vorhaut eures Herzens, und seid nidU länger halsstarrig. 

^''Denn Jahve, euer Gott, ist der höchste Gott und der grösste Herr, der grosse 

^undl^ starke und furchtbare Gott, der die Person nidU ansieht und Bestechung 

nicht annimmt ><'[, der Waisen und Witwen (ihr) Recht verschafft und dem Fremdling 
aus Liebe Brot und Kleidung giebt. >*ünd (auch) ihr sollt den Fremdling lieben, weil 
ihr (selbst) Fremdlinge in Ägyptenland wäret]. ^ Jahve, deinen Gott, sollst du fürchten 
'und* ihm dienen, ihm anhangen und bei seinem Namen schwören. >iEr ist dein Ruhm, 

und er ist dein Oott, er, der an dir jene grossen und furchtbaren Thaten ge- 
than hat, die du selbst mit angesehen hast. ^ in der Zahl von siebzig Seelen zogen 
deine Väter nach Ägypten hinab, und nun hat Jahve, dein Gott, dich an Menge den 

Dabei liegt aller Nachdruck auf dem "^aaV Vsa. Denn sonst umfassen jene Forderungen 
alles, was der Mensch überhaupt leisten kann, resp. mehr als er leisten kann, könnten 
also nicht als geringe bezeichnet werden. Sg meint: Dass Israel eine Gottheit fftrchtet, 
liebt, verehrt, ist selbstverständlich, denn das thnt jedes Volk ; was Jahve von ihm be- 
sonders fordert, ist nur dies, dass es sein ganzes Herz ihm gebe, d. h. dass es ihn 
allein als seinen Gott betrachte. 18 den Formeln nach wahrscheinlich vom Glossator. 
Hinter ""'^ schiebe mit Sam LXX '^'^Vk ein. 14 Dich ihm mit ganzem Herzen zu er- 
gebei^ kann dir nicht schwer werden, da er, der allmächtige Gott, sich dir allein in 
Liebe ergeben hat. vrtamn **&«, cf. G-K § 133 i, dei' höchste Himmel, das Höchste und 
Herrlichste, was der Mensch zu denken vermag. Beachte die Auffassung Gottes als des 
Herrn der ganzen Welt! 16 p'i, welche Auszeichnung für dich, dass er allein dir ge- 
hören will ! wie selbstverständlich, dass auch du dich ihm allein ergiebst ! osa wohl zur 
Erklärung des nrita nachträglich eingefügt. 16—19 Anknüpfend daran, dass sich Israel 
als halsstarriges Volk gezeigt hat, 9i3, mahnt Moses, femer nicht mehr halsstarrig zu 
sein, da Jahve, der die Macht zu strafen hat, auch ein unbestechlicher Richter ist. Wie 
er sich gerade der Bedürftigen annimmt, soll auch Israel es thun. Dieser letztere Ge- 
danke passt nicht in den Znsammenhang. V. 18 ist an v. 17 angefügt nach Stellen wie 
Ex 238—9 u. a., wo Unbestechlichkeit und Fürsorge für den "u zusammengestellt sind. 
V. 19 ist die sich ans v. 18 ergebende Mahnung, aus Stellen wie Lev 19 S4 eingefügt. 
16 Die ün beschnittenheit ist Bild der Unreinheit; »die Vorhaut des Herzens beschneiden« 
also bildlicher Ausdruck für »die Unreinheit, Bosheit des Herzens abthun«, eine bei 
Schriftstellern, die wie Jer vom Dtn abhängig sind, wiederkehrende Wendung, cf. auch 
30s. 17 D-^r^im -^nV« und o-rmn ^an», cf. G-K § 133 i. Mit Sam LXX lies "naam. 20—22 
Israel soll Jahve allein anhangen, weil er, der an ihm grosse Thaten gethan hat, sein 
Ruhm ist. 20 aus 6is wiederholt, und darum wahrscheinlich Zusatz. Mit Sam LXX 
lies min, wie 6i8. 21 "^nVnr, Gegenstand deines Ruhmes, '"ui in *>97M; die gegenwärtige 
Generation hat sie zwar strenggenommen nicht gesehen, doch werden hier wie lao die 
verschiedenen Generationen Israels als ideale Einheit gefasst (anders bei PI, cf. 53. 
Il2ff.). 22 Hebt eine einzelne Grossthat Jahves an Israel hervor. D-9a«a, cf. G-K § 119 i. 
Zu V. 22 b cf. 1 10. Die Hervorhebung gerade dieser That hat etwas Auffalliges, da v. 21 
an plötzlich eintretende Wunderthaten wie Ex 14 denkt. Der Vers ist wohl Zusatz. 
Die Zahl 70, die sich jetzt nur bei P findet (Gen 46s7. Ex l5), könnte als Bestätigung 
dafür angeführt werden, wenn es feststände, dass diese Zahl nicht auf alter Überliefe- 
rung beruht, die nur im gegenwärtigen Text des JE fehlt. 11, 1-^0 Die Erinnerung 



Dtn 11 1—10. 89 

Sternen des Himmels gleich gemacht. 11 *So liebe Jahve, deinen Gott, und beobachte 
seine Forderungen und Satzungen, 'seine Gebote und Rechte' allezeit. ^ Bedenkt heute, 

dasa nicht eure Kinder, die die Strafen Jahves, eures Gottes, nickt kennen und 
nidU gesehen haben, seine Erhabenheit, seine starke Hand und seinen erhobenen 
Arm, ^seine Zeidien und Werke, die er in Ägypten an Pharao, dem Konig 
von Ägypten, und seinem ganzen Lande gethan hat, ^und was er dem Heere 
der Ägypter, ihren Bossen und Wagen gähan hat, über die er die Wasser des 
Sehilfmeeres zusammenfluten liess, als sie euch nachjagten, und die Jahve so bis 
auf den heutigen Tag vernichtet hat, ^was er ferner an euch in der Wüste bis 

zu eurer Ankunft an diesem Orte gethan hat, «und was er an den Bubeniten Da- 
than und Abiram, den Söhnen Eliabs, gethan hat, welche die Erde, die ihren Mund auf- 
gethan, samt ihren Familien und ihren Zelten und samt allem, was ihnen angehörte, 
inmitten von ganz Israel verschlang; '^sondern ihr selbst seid es, die aUe die grossen 

Thaten Jahves mit angesehen haben, die er verrichtet hat. *So beobachtet denn 
das ganze Gesetz, das ich dir heute gebiete, damit ihr stark werdet und in den 
Besitz des Landes kommt, zu dessen Besetzung ihr hinüberziehen werdet, 
*and damit ihr in dem Lande lange bleibt, das Jahve euren V&tern und ihren 
Nachkommen zu geben mit einem Eide versprochen hat, ein Land, das von 
nieh und Honig ttberfliesst. ^oDenn das Land, in dessen Besitz 'ihr' kommen 
'werdet', ist nicht wie das Land Ägypten, aus dem ihr ausgezogen seid, das du 

an die persönlich erlebten Strafwunder an Ägyptern und Israeliten soll die Hörer zum 
Gehorsam gegen Jahves Gesetz antreiben. 1 Der Formelhaftigkeit wegen Zusatz. 2 Der 
hier beginnende Satz ist unvollständig, seine Konstruktion daher zweifelhaft. Die Einen 
sehen das Objekt zu üwtm in ^yta Mi, indem sie im^ — vk ^s als Parenthese fassen, in der 
vonxi r» von einem zu erg&nzenden »ich rede« abhängt. Da aber ^lu tk hinter iki nur 
als davon abhängiges Objekt aufgefasst werden kann, so ist besser anzunehmen, dass 
der Yerfasser das Objekt von nrrr'i infolge des langen von "'s abhängigen Satzes und 
ebenso das ds**» m» regierende Verbum infolge der Länge des Belativsatzes vergessen 

hat. V. 7 fährt er fort, als hätte er begonnen : nicht eure Kinder sind es, die 

Durch die Entgegensetzung der gegenwärtigen Generation und aller folgenden ist die 
Annahme ausgeschlossen, dass unser Verfasser die verschiedenen Generationen identifi- 
ziert; mithin denkt er sich als Hörer Moses die erste Generation des Auszugs, cf. 58. 
*iD*m, die im Folgenden erwähnten Thaten sind wesentlich Strafwunder, die bestätigen, 
was 10 17 über Jahve gesagt ist. Die Erinnerung an sie soll in den Hörern die nötige 
Furcht vor dem Bichter, Jahve, erwecken, die zum Gehorsam treibt, h'fi wie bei PI auch 
521. 9s6. 6 Cf. Num 16 soff. Die Nichterwähnung Korachs ist ein Beweis dafür, dass 
nur die Darstellung des JE, nicht die des P benutzt ist. San ]n^, cf. Num 16 ib. i9. 
San pun nr«, cf. Num IBao. ssa. üh^, cf. Gen 7*. «s. am^a'^a iw», cf. Ex 11«. Mit 
hrmv^ h^ ist die Bedeform verlassen; da man auch keinen triftigen Grund sieht, warum 
gerade nur dies Eine Strafgericht aus der Zahl der über Israel ergangenen besonders 
erwähnt wird, und da dieses Gericht Über Dathan und Abiram erst in einem späteren 
Zeitpunkt als dem bei PI als Gegenwart vorausgesetzten stattfand, wird v. 6 als Zusatz 
zu betrachten sein. 8 San "os» -i«m, ist entbehrlich und seiner sing. Form wegen späterer 
Zusatz. Auch sonst sind v. 8—9 durchaus formelhaft, sodass in PI auf v. 7 wohl so- 
gleich V. 16 folgte. V. 8—9 mögen von Dt stammen, der damit auf v. 10 ff. (Sg) tiber- 
leitete. 10—16 An die Erwähnung der Besitzergreifung des von Milch und Honig über- 
fliessenden Landes schliesst Dr einen Abschnitt aus Sg, der die Vorzüge dieses Landes - 
weiter schildert. Bei Sg war er wohl Illustration zu dem •^T^'nr inn lOsi. 10 Mit Sam 
LXX Cod. AF ist fino erK zu lesen ; doch sind die beiden plur. Belativsätze in v. a wohl 



40 Dtn Uli— n. 

jedesmal y wenn du deinen Samen ausstreutest, mit deinen Füssen bewässern 
musstest, wie einen Oemüsegarten, >i sondern das Land, za dessen Besetzung ihr 
hinfiberziehen werdet, ist ein Land mit Beigen und Thälem, das vom Himmels- 
r^;en Wasser trinkt, i*ein Land, um das sich Jahve, dein Gott, kümmert, auf 
dem die Augen Jahves, deines Gk)tte6, immerdar ruhen, vom B^nn des Jahres 

bis 'zum^ Schluss des Jahres. »Und wenn ihr auf meine Gebote hören werdet, die 
ich euch heute gebiete, und Jahve, euren Gott, liebt und ihm dient von ganzem Herzen 

und von ganzer Seele, ügo 'wird er deinem' Lande Regen geben zu rechter Zeit, 
Frühregen und Spätregen, dass du dein Korn, deinen Most und dein Öl ein- 
bringen kannst, '^und 'er wird' dir auf dem Felde Kraut für dein Yieh geben, 
und du wirst satt zu essen haben. ^^HüUt euch, daas euer Herz sieh nicht 
befhoren lasse, und dciss ihr nicht ahfdJOi und andern Gattern dient und sie 
anbetet. ^''Dann würde der Zorn Jahves gegen euch entbrennen, und er würde 
den Himmel verschliessen, sodass kein Segen käme und der Acker seinen Ertrag 
nickt gäbe und ihr schnell verschwändet aus dem sch&nen Lande, das Jahve 

euch gd}en wird. "So nehmt diese meine Worte in Hers und Seele auf, und bindet 
sie als ein Gedenkzeichen an eure Hand, und sie seien als Merkzeichen an eurer Stirn, 
'*nnd lehrt sie eure Kinder[, indem du von ihnen sprichst, wenn du 'im Hause* sitzst 
und auf einem Wege gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du dich erhebst, **und 
schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Thore], "damit ihr und eure 



Glossen, r^vm y^tr^, cf. G-E § 107 e. 112e. Zu rir mit doppeltem Accus, cf. G-K § 117ee. 
Zur Veranschaulichung der Art, wie das Land bew&ssert wird, indem man mit den Füssen 
ein Schöpfrad treibt, vgl. die Abbildung HbA 19. Diese Bewässerungsart ist in Palästina 
nur bei kleineren Gemflsegärten anwendbar, die man in der Nähe eines Baches oder 
Brunnens anlegen kann, aber nicht bei grösseren Feldern, da Palästina 11 durch seine 
natürliche Beschaffenheit die Anlage von Kanälen verhindert. So ist man in Palästina 
ganz vom Bogen abhängig, d. h. vom Segen Jahves. "imV, entsprechend dem Begen, 
d. h. wie der Begen gerade fällt. Sai nrn *i«k, wahrscheinlich Zusatz. 12 Wenn man 
aber so in Palästina in üblerer Lage zu sein scheint, so ist doch zu beachten, dass 
Jahve es an Begen nicht fehlen lassen wird (so nach Sg v. 12. 14^15 ohne Hervor- 
hebung der Bedingung, während ein Glossator durch v. 13 diese ausdrücklich betont), 
sodass Israel thatsächlich in besserer Lage sein wird als in Ägypten, da das Land 
mühelos bewässert wird, vm, fürsorgend heimsuchen. Y. b: Jahve hat stets seine 
Augen darauf gerichtet, seil, um überall, wo es nötig ist, den Begen zu spenden. Mit 
Sam (LXX) lies nsvn nr^r», 14 Lies mit Sam LXX )nvt (ebenso v. 15) und '^inn. Über 
n^T und vipV« vgl. HbA 1790. 16—17 Als Gegenstück zu v. 13 — 15 aus PI eingefügt. 
V. 16 zeigt, dass auch für PI die Abgötterei, d. h. Untreue gegen Jahve das Grundver- 
gehen, Treue gegen ihn die Hanptpflicht ist. 17 n-tm, sonst im Dtn gewöhnlieh ims, 
so Sam auch hier. 18 — 21 decken sich fast vollständig mit 66—9. Da kein Grund zu 
erkennen ist, aus dem die Verse wiederholt wären, wird man am ehesten die Wieder- 
holung durch die Annahme erklären dürfen, dass ein in dtnsten Kreisen beliebter Satz 
(cf. auch Ez 139. is) in einigen Handschriften des Dtn in Kap. 6, in andern an unserer 
Stelle eingefügt wurde, und dass der MT eine Vermischung beider Lesarten darstellt. 
Ursprünglich wichen die beiden Stellen ein wenig von einander ab ; in der unseren fehlten 
V. 19 b (wohl von "lai^ ab) und 20, dagegen hatte sie vor 66 — 9 den v. 21 voraus. Nach- 
träglich wurde unsere Stelle aus 66—9 ergänzt (daher die sing. Form und die teilweise 
Verschiedenheit der Anordnung). Die Abweichungen der Texte im Einzelnen sind be- 
deutungslos. Zur Erklärung cf. 66 — 9. In v. 19 ist auch hier mit Sam LXX iraa zu 



Dtn litt— s». 41 

Kinder in dem Lande, das Jahve earen Vätern zu geben geschworen hat, so lange lebt, 
wie der Himmel über der Erde steht. ^^Sondem beobachtet dies ganze Gesetz, das 
ich euch *heate* zu halten gebiete, liebt Jah?e, earen Gott, geht genau auf seinen Wegen 
und hängt ihm treu an; «»«> wird Jahve aUe diese Völker vor euch vertreiben, 
und ihr werdet Volker verdrängen, die grösser und stärker sind als ihr. ^^ Jeder 
Ort, auf den eures Fusses Sohle tritt, wird euch gehören; von der Steppe 'bis 
zum Libanon *uncC vom EujJiratstrom an bis zum Meere im Westen wird euer 
Oebiet reid^en, *^Niemand wird euch standhalten können; Schrecken und Furcht 
vor euch wird Jahve, euer Gott, über das ganze Land fallen lassen, das ihr be- 
treten werdet, une er euch verheissen hat. ^^Siehe, ich stelle euch heute Segen 
und Fluch zur Wahl: ^''den Segen, u>enn ihr auf die Gebote Jahves, eures 
Gottes, hören werdet, die ich euch heute gebiete, ^^und den Fluch, wenn ihr auf 
die Gdwte Jahves, eures Gottes, fficht hören und von dem Wege abweichen 
werdet, den ich euch heute vorschreibe, wenn ihr andern Göttern nachgeht, die 
ihr (bisher) nicht kanntet. 

'*Ünd wenn Jahve, dein Gott, dich in das Land bringt, in dessen Besitz du 
kommen wirst, so verteile den Segen auf den Berg Garizim und den Fluch auf den 



lesen. Zu n^n '^*>an (y. 18) cf. G-E § 126y. 22 — 26 verheissendes Gegenstück zu der 
Drohung y. 16—17. 22 den vielen Formeln nach zu urteilen wahrscheinlich von Ab- 
schreibern aufgefüllt cf. Übersetzung, dsmm, Sam LXX + terr\, 24 ^vtan, die südlich 
von Juda gelegene Wüste, 'p^^m, noch von "ps abhängig; da aber der Ausdruck »von 
Süden, Norden und Westen bis Osten« sehr seltsam wäre (Jos l4 werden der Süd- und 
Nordpunkt der Westgrenze dem Osten gegenübergestellt), so ist besser mit Graetz, 
Emendationes ^n nr zu lesen, "ps, Sam LXX yaf\. p^imm n^n, das hinten, d. h. westlich 
gelegene Meer as das Mittelländische Meer. Zu der idealen Grenzangabe vgl. l7. 

26 DS^fia, cf. 784, doch Sam auch hier 'A, Zu v. b cf. 2s5. 26—28 Zusammenfassung 
von 16—17. 22—25, von D' als Zusammenfassung von v. 13—25 gedacht. 26 nr^, cf. Is. 

27 *nm, parallel dem Hb bm v. 28, » wenn, cf. Lexica. 28 Cf. v. 16. D^am mV ^«m, zu 
denen ihr keine freundschaftlichen Beziehungen habt, deren Hilfe ihr nie erfahren 
habt, und denen ihr darum auch keine Verehrung schuldet. 29 — 82 Nach der Ankunft 
im verheissenen Lande soll der Segen auf den Garizim, der Fluch auf den Ebal gelegt 
werden. Diese Anordnung bildet die Vorbereitung auf den historischen Bericht Jos Sss, 
vgl. dort und 27iiff. Als Vorbereitung auf die Erzählung des Buches Josua haben die 
Verse im Gesetzbuch keinen Sinn, werden also erst dtnsten Ursprungs sein. 29 Wie 
das W yn gemeint ist, erklärt 27iiff. d*«y^3, südlich, d. h. bei der Orientierung nach 
dem Sonnenaufgang rechts, also auf der Glücksseite, Va**», nördlich, links, also auf der 
ünglücksseite gelegener Berg bei Sichem, im Mittelpunkt des Ijandes. Ersterer wird 
mit dem Segen verknüpft, weil er auf der Glücksseite liegt, letzterer mit dem Fluch, 
weil auf der Ünglücksseite gelegen. 80 vwon inafa "pn fasst man gewöhnlich als Namen 
einer durch das Westjordanland von S. nach N. führenden Strasse, die östlich von 
Sichem vorbeiführt. Die Berge liegen also westlich (""inM) von ihr. Da man aber nicht 
einsieht, wie eine solche Strasse zu dem Namen »Sonnenuntergangsstrasse« kommt, da 
der Name auch sonst nicht vorkommt, und da die Lage der Berge dadurch nur sehr 
mangelhaft bestimmt wäre, so empfiehlt es sich, r^'n» statt "nriM = hinter ihm, d. h. 
westlich von ihm, zu lesen ; dann ist o yv^ als »in der Richtung nach Westen« zu er- 
klären, vgl. LXX dnlato odoVy nicht 66ov. Beide Zusätze dienen dazu, genauer zu be- 
stimmen, dass die Westseite des Jordan gemeint sei. Dem gleichen Zwecke dient pica 
"^ndn. Da die na-ta^ das Jordanthal bezeichnet, dies aber nicht passt, so wird Va avn 
nach Stellen wie Num 14s5. 45 von Abschreibern zugesetzt sein, die ^aVsh hyo misver- 



43 Btn 11 so— 81. 12 1. 

BergEbal. ^Die liegen ja jenseits des Jordan, * westlich von ihm*, in derBichtong nach 
Sonnenuntergang, im Lande der Eananiter, [die in der Araba wohnen,] gegenüber vom 
Steinkreis bei 'der Orakelterebinthe*. ''[Denn ihr werdet den Jordan fiberschreiten, um 
in den Besitz des Landes zu kommen, das Jahve, euer Gott, euch geben wird, und ihr 
werdet es einnehmen und in ihm wohnen. ^So beobachtet denn alle Satzungen und 
Bechte, die ich euch heute vorlege.] 12 ^Dies sind die 

Satzungen und Bechte, 
die ihr beobachten sollt [in dem Lande, das Jahve, der Gott deiner Väter, dir zum 



standen, hihi kann hier nicht das bekannte Gilgal in der Nähe von Jericho sein, das 
seiner Lage wegen nicht passt, sondern ist vielleicht Name eines Ortes in der Nähe von 
Sichem, wahrscheinlich aber überhaupt nicht Name, sondern appellativ s der Steinkreis ; 
dann wäre S»i Vsm eng damit zu verbinden. Statt "91^ lies mit Sam LXX ythm cf. Gen 
126. Der Steinkreis, cf. dazu Benz. Arch. S. 57f., wie der Name der Terebinthe (T. des 
Orakelerteilers) weisen auf eine Kultus-Stätte, die allgemein bekannt war, sodass man 
nach ihr die Lage der Berge bestimmen konnte. 81 Die Vorschrift v. 30 wird gegeben, 
weil das Westjordanland das Eigentumsland Israels werden soll; sonst würde es näher 
liegen, im Ostjordanlande, wo Israel auf das Gesetz verpflichtet wird, die feierliche 
Handlung (v. 29] zu vollziehen. 82 Überleitung zu 12 1. — V. 31—32 sind, wie ihre 
plur. Form zeigt, erst nachträglich an die sing. Verse 29—30 angefügt. 

B. Das GleaetB, 12, 1—26, 15. 

Ein einheitlicher Plan für die Anordnung der einzelnen Vorschriften lässt sich 
nicht aufweisen. Verwandte Bestimmungen stehen häufig von einander getrennt, so z. B. 
Kap. 13 und 17 s— 7, Kap. 15i— is und 24ioff. Femer finden sich Wiederholungen, z. B. 
125—7.11—19.17—18; 1215—16. so— 25; 15si und 17i; 176 und 19i5. Diese Thatsachen 
zwingen zu der Annahme, dass an der Abfassung des gesetzlichen Teiles mehrere Hände 
beteiligt sind, wie an der Einleitung, eine Annahme, die auch formelle Verschiedenheiten, 
wie den Wechsel des Numerus in der Anrede an das Volk am leichtesten erklärt. Da 
sich in Kap. 5—11 zwei Einleitungen zum Gesetz unterscheiden Hessen, werden wir er- 
warten dürfen, dass sich auch im gesetzlichen Teil zwei Schichten finden, die eine Sg, 
die andere PI angehörig, die derselbe Redaktor (D^) kombiniert hat. Die Erwartung be- 
stätigt sich. Es lässt sich eine Beihe von Gesetzen erkennen, die nach einheitlichem 
Plan gearbeitet sind und vielfache Ähnlichkeit mit der Einleitung des Sg zeigen ; ebenso 
ist der Charakter des Bedaktors in Kap. 12—26 derselbe, wie in Kap. 5—11. Für die 
übrig bleibenden Gesetze lässt sich die Zugehörigkeit zu PI nicht zwingend beweisen; 
doch spricht auch nichts dagegen. Der umstand, dass der Einleitung ein Gesetz gefolgt 
sein muss, und dass die Gesetzesreihe, die Sg abgesprochen werden muss, durch den- 
selben Bedaktor, der Sg und PI verschmolz, mit der des Sg kombiniert ist, lässt die 
Hypothese als eine wohlbegründete erscheinen, dass die fragliche Gesetzesreihe dem 
Werk des PI angehörte. Bei näherer Untersuchung erweist sie sich aber als eine Samm- 
lung mehrerer älterer Gesetzesgruppen, sodass PI wesentlich nur als Sammler in Betracht 
kommt. Den näheren Nachweis wird die Einzelerklärung bringen; für die Zusammen- 
fassung der Einzelergebnisse vgl. Einl. § 2, 7 f. Der Plan, den D' bei der Zusammen- 
ordnung befolgt hat, lässt sich nur für die ersten Teile erkennen, und auch da nur im 
grossen und ganzen: Kap. 12i— 16i7 enthalten im wesentlichen kultische Gesetze, 
16i8— 19si Gesetze über Beamte and Bechtspfiege; in 20i— 25i9 sind verschiedenartige 
Bestimmungen bunt durcheinander gewürfelt; 26i— 15 bilden einen liturgischen Anhang. 

a) 12i— 16i7 Das Kultusgestz. 
Inhalt. 1) Ai^f iie Überschrift 12i folgt das dtn. Grundgesetz, dass alle 



Dtn 12s. 48 

Besitz gegeben hat], so lange ihr auf Erden lebt. * Zerstören sollt ihr all die St&tten, 
wo die Heiden[, die ihr verdr&ngen werdet,] ihren Gröttem gedient haben, auf den hohen 



Kultushandlangen nur an Einem, von Jahve erwählten Orte ausgeübt werden dürfen, 
und zwar in doppelter resp. dreifacher Ausführung, 12s — is in plur. Form, 12is— 28 in 
sing. 2) An das allgemeine Verbot, heidnische Kultussitten nachzuahmen, 1289 — 3i, 
werden Gesetze über die Bestrafung des Götzendienstes 13i— 19 und das Verbot be- 
stimmter Trauerriten und des Genusses bestimmter Speisen 14i— si angereiht. 3) 14»— 19 
gebietet jährlich den Zehnten der Früchte zn einer kultischen Feier am Zentralheilig- 
tum zu verwenden, im dritten Jahre den vollen Zehnten zur Armennnterstütznng abzu- 
liefern. 4) 15 1—18 fordert einen Schulderlass im je siebenten Jahr und die Freilassung 
der hebräischen Sklaven nach sechsjährigem Dienst. 5) Am Zentralheiligtum sollen 
auch die Erstgeburten des Viehes dargebracht 15 19—88, und die drei Hauptfeste gefeiert 
werden 16i— 17. — Die unter 3) und 5) genannten Gesetze erweisen sich durch Inhalt 
und Ausdruck als Auslegung von 12i8~-88 und sind sicherlich Sg zuzuweisen. Die unter 
2) und 4) genannten unterbrechen den Zusammenhang der vorher angeführten, erweisen 
sich also als Einschub des B. Doch zeigen Kap. 13 und 15 Verwandtschaft mit Sg, 
sodass anzunehmen sein wird, sie haben bei Sg in anderm Zusammenhang gestanden, cf. 
zu 19i6~9i und Kap. 24. PI kann nur ein Teil von 12i— 18 zugewiesen werden; 1289~8i 
sind von B als Einleitung zu Kap. 13 geschrieben; 14i~9i bilden einen nachezechieli- 
schen Znsatz. 

1) 12, 1—28 Das dtn. Grundgesetz: v. 1. Überschrift zum ganzen Gesetz. 
2—3 Die kananäischen Kultusorte sollen zerstört werden. 5 — 7 Israel darf Jahve nur 
an der von ihm erwählten Stätte verehren. 8—10 Die gegenwärtige Willkür be- 
züglich des Jahve geweihten Kultus hat nach der Überschreitung des Jordan keine Be- 
rechtigung mehr. 11 — 12 Vielmehr müssen dann alle kultischen Handlungen an dem 
von Jahve erwählten Orte stattfinden. 12—15 Nur an dem von Jahve erwähltem 
Orte darf man die Opfer, Zehnten und Erstgeburten darbringen, nicht zum Opfer be- 
stimmtes Fleisch dagegen überall essen. 20 — 25 Nicht zum Opfer bestimmtes Fleisch 
darf man, wenn die von Jahve erwählte Stätte zu weit entfernt ist, überall essen, 
doch muss das Blut zuvor zur Erde gegossen werden. 26—27 Indessen Opfer müssen 
zu dem Zentralheiligtum gebracht werden. 28 Eine Ermahnung zum Gehorsam gegen 
das ganze Gesetz bildet den Schluss. -^ Schon dieser Überblick über den Inhalt zeigt, 
dass Kap. 12 aus den verschiedensten Teilen besteht Zunächst lassen sich v. 2—12 ihrer 
plur. Form wegen von v. 13—27 scheiden. Beide haben wesentlich denselben Inhalt. 
In V. 13—19 sind v. 15 — 16 ein den Zusammenhang störendes Element und blosse Va- 
riante von V. 21 ff. Auch v. 20—27 zeigen Wiederholungen ; das pi am Anfang des v. 26 
schliesst an v. 21 an, v. 22—25 werden also Zusatz sein. In v. 2 — 12 stört zunächst 
V. 3 den Zusammenhang von v. 2 und 4; v. 2.4 — 7 und v. 8—12 sind völlige Parallelen. 
Da sich v. 4—7 als Kombination von v. 11—12 (pL) und v. 17—18 (sg.) darstellen (be- 
achte das Fehlen der nia-ia und m*i3a in v. 11, während sie in v. 6 nach v. 17 erwähnt 
sind, und *\isvS d*)vV v. 5 als Kombination von nivV 1281 und p«^ v. 11), werden sie 
B angehören. Dann aber bleiben entweder v. 2 oder v. 8— 10 als Einleitung zu v. 11— 12 
übrig; welche derselben vorzuziehen ist, lässt sich nicht sicher entscheiden. V. 2 findet 
sich oft bei Dtnsten, v. 8—10 dagegen zeigen einen charakteristischen Gedanken, sodass 
letztere vielleicht vorzuziehen sind. V. 8 — 12 und v. 13 ff. berühren sich inhaltlich und 
dem Ausdruck nach so stark, dass man in ihnen verschiedene Formulierungen eines 
älteren Gesetzes sehen muss, d. h. Fl und Sg sind verschiedene Bearbeitungen eines 
älteren Gesetzes. V. 1 kann wenigstens teilweise zu PI gehört haben; der formelhafte 
V. 28 dagegen wird von Abschreibern stammen. 

1—7 1 Überschrift zu Kap. 12—26. V. a/9 ist der sing. Form wegen wahr- 
scheinlich Zusatz eines Abschreibers; doch hat LXX die plur. Form. 2~8 Gebot -der 



44 Dtn 128—6. 

Bergen und aaf den HQgeln nnd unter jeglichem grünen Baum. '[Ihre Altäre sollt Ihr 
umstürzen, ihre Massehen zertrümmern, ihre ASeren verhrennen, ihre Gotteshilder um- 
hauen und ihren Namen von jener Stätte vertilgen.] *So dürft ihr es für Jahve, euren 
Gott, nicht machen. * Sondern die Stätte, die Jahve, euer Gott, aus all euren Stämmen 
erwählen wird, um seinen Namen dahin zu yersetzen, 'dass er dort wohne*, sollt ihr auf- 
suchen und dorthin 'sollt ihr kommen'. 'Dorthin hringt eure Brandopfer und eure 



Zerstörung der kananitischen Kultusstätten. 2 errn^n ^M mit rraa^ zu verhinden (nnii — *>vti 
also wohl späterer Einschuh). Berge und Hügel wurden zur Anlage von Kultusstätten 
gern gewählt, weil man dort der im Himmel wohnenden Gottheit hesonders nahe ist; 
grüne (wahrscheini. immergrüne, da ^y^ stehendes Epitheton ist) Bäume, weil in ihnen 
die Fruchtharkeit und Wachstum spendende Wirksamkeit der Gottheit hesonders zu 
Tage tritt. 8 Gf. 76. S5. Auf den Höhenkaltusstätten finden sich als Kultusrequisite 
Altäre, Massehen (d. h. Steinsäulen, die zur Zeit des Dtn wohl künstlich hearheitet 
waren, cf. HoslOi, während sie früher unbehauen gewesen zu sein scheinen, cf. Gen28i8; 
in welcher Beziehung die Gottheit zur Massehe steht, ist nicht klar; nach den Dtnsten, 
die Baal und ASere kombinieren wie Massehe und ASere, cf. Jud 3? etc. mit unserer 
Stelle u. a., scheint zu ihrer Zeit die Massehe als Sjmhol des Baal betrachtet worden 
zu sein), AXeren (d. h. Baumpfähle ; diese aber sind nicht Ersatz für den heiligen Baum, 
da sie meist neben demselben genannt werden, IBeg 14s8 u. a., sondern Symbol der 
Astarte, die selbst auch ASera hiess, wenigstens nach der Anschauung der Dtnsten, cf. 
IBeg 15 18 u. a., die aber der Sache selbst genau entsprochen haben dürfte, denn der 
in den Tell-el-Amamabriefen häufig erwähnte Abdaiirti [s Verehrer der AXera] nennt 
sich selbst auch AbdaXtart, cf. Keilinschr. Bibl. Y, 40, 3) und Gottesbilder, aus Holz 
oder Stein gehauen (^Ofe). Mit der Forderung der Vernichtung der Kultusstätten ist die 
Vernichtung dieser Kultusrequisite als selbstverständlich gesetzt, sodass v. 3 überflüssig 
ist; V. 4 beweist, dass er Zusatz sein muss, da y. 4 nur im unmittelbaren Anschluss an 
T. 2 richtig verstanden werden kann. LXX vertauscht übrigens die Ausdrücke wa cpv 
und na, vielleicht mit Becht. Das Suffix von m« bezieht sich auf D7T«n^; die Vertil- 
gung ihres Namens bedeutet spurlose Vernichtung ihrer Beligion. — Die Forderungen 
▼. 2 — 3 haben Sinn auch im 7. Jhdt.; denn es liegt darin der Gedanke, dass die Israe- 
liten ein Unrecht begangen haben, wenn sie den Höhenkultus mit seinen Requisiten 
übernommen haben (übrigens scheinen die Aseren erst nach der Keichsteilung in Israel 
in Aufnahme gekommen zu sein), dass sie also dies Unrecht nun durch nachträgliche 
Vernichtung dieses Kultus wieder gnt machen müssen. — 4 — 1 Im Gegensatz zam 
Höhenkultus soll der Jahvekultus durch die Einheit der Kultusstätte charakterisiert 
sein. 4 könnte nach v. 3 nur gedeutet werden : Jahves Kultusstätten sollt ihr nicht ab- 
schaben. Der Vers ist aber nach Streichung des v. 3 mit v. 2 zu verbinden: ihr sollt 
Jahve nicht wie die Heiden auf Höhen und unter Bäumen verehren. 6 Die Stätte, die 
Jahve erwählen wird (resp. erwählt hat, wenn man die Einkleidung des Gesetzes in die 
Form der Mosesrede aufgiebt; Sam setzt immer das Perf. "^rra ein), ist zweifellos der 
Tempel zu Jerusalem, wo seine Lade steht. Auch den Propheten der vordeut. Zeit ist 
Jerusalem der Wohnsitz Jahves xar ih/n^^t cf. Am Is. Jes 18? etc., sodass der unbe- 
stimmte Ausdruck unserer Stelle den Zeitgenossen doch genügen musste. 'asv^ « nach 
seiner Wohnung, also ein Sai oipon Vm wieder aufnehmender Ausdruck. Besser ist aber 
(mit LXX) Hatrb zu lesen und dies Wort mit dem Vorhergehenden zu verbinden. Die 
Wendung 'isav^'^^«^ ist eine Kombination der beiden sonst im Dtn gebräuchlichen sivV 
13V "ivo und V V pvV. Was der Name Gottes in dieser Formel bedeutet, ergiebt sich 
daraus, dass nach dem Dtn Jahve im Himmel wohnt 26 15; der »Name« ist also ein Aus- 
druck, der einerseits ausschliesst, dass Jahve selbst im Tempel wohne, andererseits aber 
doch ausdrückt, dass Jahve dem ihn Verehrenden an dieser Stätte besonders nahe ist. 
Der Name Jahves ist also Jahve selbst, sofern er den Menschen nahe ist, cf. Ex 23 n. 



Dtn lil^ii. 46 

Sehlachtopfer, eure Zehnten und eure Hebopfer, eure GelAbdeopfer und freiwilligen Gaben 
und die Erstgeburten eurer Binder und Schafe, ^ünd haltet dort ?or Jahve, eurem 
Gott, das Opfermahl und freut euch über allen Ertrag eurer 'Arbeiten*, ihr und eure 
Angehörigen[, mit dem Jahve, dein Gott, dich gesegnet hat]. ^Ihr dürft nicht thun, 

wie wir heute hier thun, jeder, wie es ihm gut dünkt. ^Denn bis jetzt seid ihr 
(nodi) nicht zur Ruhe gekommen und in das Erbland, das Jahve, *euer Gott, *euch* 
geben will. ^^Aber ihr werdet den Jordan überschreiten und euch in dem Lande 
niederUiSsen, das Jahve, euer Gott, euch verleihen wiü, und er wird euch Buhe 
verschaffen vor aUen euren Feinden ringsum, dass ihr in Sicherheit wohnt. 
1 Wann bringt an den Ort, den Jahve, euer Oott, erwählen wird zur Wohnung 
für seinen Namen, alles, was ich euch gebiete, eure Brandopfer und eure 
Schlachtopfer, eure Zehnten und eure Hebopfer und alle eure auserlesenen Qe- 



Jes 187. Miai, Sam LXX AF Luc nncai. 6 Aufzählung der Opfer, die ihm dort darge- 
bracht werden sollen. Dabei ist der Gedanke nicht: ihr sollt Opfer darbringen und 
zwar dort, sondern : die Opfer, die ihr darbringen wollt, sollt ihr dort darbringen. Über 
die Zehnten siehe l^ssif., aber die Erstgeburten der Rinder und Schafe 15i9£f. trrn und 
nia-n sind beide Opfer, die man freiwillig darbringt, erstere solche, zu denen man sich 
vorher durch ein Gelübde verpflichtet hat, letztere solche, die man aus einem besonderen 
Anlass darbringt, ohne sich dazu vorher verpflichtet zu haben. Dd-r nor^ (Sam nani'nai-in), 
das, was eure Hand abhebt (n^n) von einer grösseren Masse, um es als Opfer darzu- 
bringen und dadurch das Ganze zu weihen, insbesondere wohl die Erstlinge der Früchte, 
doch auch Abgaben von der Wolle 184. Beachte das bei der augenscheinlich beabsich- 
tigten Vollständigkeit der Aufzählung doppelt auffällige Fehlen der Sund- und Schuld- 
opfer, die also noch unbekannt oder doch ohne Bedeutung waren. 7 '^"'^ ^A Vm, term. 
techn. des Dtn zur Bezeichnung der am Tempel stattfindenden Opfermahlzeit, die bei D 
fast mit jedem Opferakt verbunden und ihrer häufigen Erwähnung nach, cf. Einl. § 8, 9, 
von grosser Bedeutung ist, während bei P mit den Privatopfern auch die Opfermahl- 
zeiten in den Hintergrund treten. Den fröhlichen Charakter des Kultus betont Dtn 
abenfails sehr oft, namentl. 16 15; er entspricht dem Charakter Jahves, der stets darauf 
aus ist, in treuem Gedenken an seinen Bund sein Volk zu segnen, 7 uff. Jede kultische 
Feier ist also wesentlich Bezeugung der Dankbarkeit für die Segensgaben Jahves, wo- 
durch Dtn sich stark von P unterscheidet. Da die Pflicht der Dankbarkeit eine allge- 
meine ist, betont Dtn auch stets die Teilnahme aller Hausgenossen am Opfermahl. n^vo 
Bd-r (Sam LXX AF Luc nyn^), das, was ihr durch Anlegen eurer Hand, durch eure 
Arbeit, erworben habt, 'w "^a^a *iim, wohl Zusatz (sing. !) zu n^va gehörig, um das durch 
Arbeit erworbene doch als Segensgabe Gottes zu bezeichnen, für die man Dank schuldet. 
8 — 12 Die Zentralisation des Kultus wird gefordert im Gegensatz zu den Zuständen 
der Gegenwart, wo jeder thut, was ihm gutdünkt. Dabei ist zunächst an die Moseszeit 
gedacht. In dieser war die Willkür zu entschuldigen, weil Israel noch keinen festen 
Wohnsitz hatte, also auch nicht Eine, feste Kultustätte haben konnte, und weil Jahve 
seine Wohnstätte noch nicht erwählt hatte. (Beachte die Abweichung von P, der auch 
für die Moseszeit bereits ein Zentralheiligtum und eine feste Kultusordnung kennt.) 
Mit dem Zeitpunkt, wo Israel in den unbestrittenen Besitz seines Landes kommt und 
Jahve sich eine Wohnstätte erwählt, wird dies anders. Ohne die Einkleidung in die 
Form der Mosesrede liegt der Gedanke vor: einst war Willkür zu entschuldigen, seit 
dem Tempelban zu Jerusalem aber ist die Ausübung des Kultus an beliebig gewählten 
Stätten ein Unrecht; also darf der gegenwärtige Zustand nicht fortdauern. Diese Be- 
urteilung des Höhenknltus findet sich auch in der dtnsten Bearbeitung der Königs- 
bücher, cf. IBeg 8s. 9 Statt *pn^M und ^ lies mit Sam LXX na^n^ und ad^. 10 nva, 



4A Bin 13 IS— Id. 

lübdeopfer, die ihr Jahoe geloben werdet. ^*Und freut euch vor Jahve, eurem 
OoU, ihr selbst und eure Söhne und Töchter, * ' eure Knechte und Mägde samt 
dem Leviten, der in eurem Ort wohnt, denn er hat keinen Anteil und Erbbesitz bei 
euch. isHüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an jeder beliebigen Stätte 
darbringst, die du siehst. ^^Sondem an der Stätte, die Jahve in einem deiner 
Stamme erwählen wird, da sollst du deine Brandopfer darbringen und da alles 

herrichten, was ich dir gebiete. ><^Doch darfst du nach Herzenslust zum Genüsse 
Ton Fleisch nach dem Segen, den Jahve, dein Gott, dir verliehen hat, in allen deinen 
Ortschaften schlachten ; Beine und Unreine dürfen es essen, wie (Fleisch von der) Gazelle 
und (vom) Hirsch. >*Nur das Blut 'darfst du* nicht gemessen; auf die Erde musst du 

es gieasen wie Wasser. i^Du darfst in deinen Wohnorten nicht verzehren den 
Zehnten von deinem Eorn, Most und Ol und die Erstgeburten deiner Binder 
und Schafe, alle deine Opfer, die du geloben wirst, deine freiwilligen Opfer 
und deine Hebopfer, i* Sondern vor Jahve, deinem Oott, musst du sie ver- 
zehren, an der Stätte, die Jahve, dein Gott, erwählen wird, du selbst, dein 
Sohn und deine Tochter, ^ ' dein Knecht und deine Magd und der Levit, der 
in deinem Ort wohnt, und freue dich vor Jahve, deinem Gott, über allen Ertrag 
deiner Arbeit. ^'Hüte dich, dass du den Leviten nicht verlässt, solange du in 



cf. G-K § 118q. Zu 11 und 12 a cf. v. 5—7. In v. 11 beachte, dass die Opfer wenigstens 
teilweise als von Moses gefordert betrachtet werden, cf. 14saff. 15i9ff. Sd^-o ^na», cf. 
G-K § 128 r; man gelobt natürlich stets nur das Vorzfiglichste. 12 »*na:^i, Sam LXX 
ohne 1. 'w "n^n, gemeint sind diejenigen Angehörigen des Stammes Levi, die früher auf 
den Höhen das Prieeteramt hatten und dort von den Opferabgaben lebten. Durch die 
Kultuskonzentration verlieren sie ihr Einkommen, wenn sie nicht nach Jerusalem fiber- 
siedeln, cf. ISsff. Dafür entschädigt sie Dtn nach Möglichkeit, cf. v. 18. 19. 1428f. n. s. w. 
Das wäre nicht nötig, wenn die Leviten von ihrem Grundbesitz leben könnten, aber den 
haben sie nicht, cf. 109. vi "pM '^ ist wahrscheinlich Zusatz, cf. Einl. § 4, 3. 18—19 
Forderung der Zentralisation des Kultus nach Sg (v. 13-^14. 17 — 19) mit Einschaltung 
der Erlaubnis profaner Schlachtung an jeder beliebigen Stfttte (v. 15—16). 18—14 Sg 
liebt es, Gebote, auf die er Nachdruck legt, durch Nebeneinanderstellung der Warnung 
vor dem Gegenteil und der positiven Mahnung zu verschäfen; erstere wird dann ein- 
geführt durch ^ ^h tovn (cf. 6is), so hier, oder durch Vatn kV, v. 17. 168. Im Übrigen 
vgl. V. 11. 16 Diese Bestimmung bildet eine Ausnahme zu der Yorschrift v. 13 f. (p*^), 
sofern früher jede Schlachtung an der Kultusst&tte zu vollziehen war. Für die Leser, 
welchen die Begriffe »schlachten« und »opfern« noch identisch waren, lag also zunächst 
in V. 13 f. auch die Forderung, jede profane Schlachtung gleichfalls in Jerusalem vorzu- 
nehmen. Sg kommt auf diese Ausnahme erst v. 20 ff. und giebt sie nur bedingungsweise 
zu; V. 15—16 werden daher Zusatz eines Andern sein, aus v. 20 ff. entnommen. Von 
solchem Fleisch dürfen Beine und Unreine essen, denn es ist kein Opferfleisch; es gilt 
vielmehr wie das Fleisch des Hirsches und der Gazelle, die zwar gegessen (14s), aber 
nicht geopfert werden durften. 16 schränkt die v. 15 gegebene Erlaubnis weiter ein (p*^) : 
die Benutzung des Fleisches zur Nahrung ist nur gestattet, wenn das Blut zuvor auf 
die Erde gegossen ist. Der Grund für das Verbot des Blutgenusses ist hier nicht an- 
gegeben, doch vgl. V. 28. iVsKT, der Flur, ist auffällig; Sam liest h^vur. 17 Fortsetzung 
zu V. 13-^14 und Ausführung des "fix» -osk ^«k Vs. "^^Syva ist bei Sg stehende Bezeich- 
nung der einzelnen Ortschaften im Gegensatz zum Zentralheiligtum. Über die Zehnten 
von Korn, Most und Öl handelt Sg weiter 1488ff., über die Erstgeburt von Bindern und 
Schafen 15i9ff. Sonst vgl. zu v. 11. yr, Sam LXX *T*n^. 18 Gf.-v. 11. 12. "pan, Sam 



Bin l^M^tt. 47 

deinem Lande lebst. *oWenn Jahve, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird, 
wie er dir verheisBen hat, und du dann denkst, ich möchte Fleisch essen^ weil 

du gern Fleisch isst, so magst da nach Herzenslust Fleisch essen, '^und wenn dir 

dann die Stätte zu entfernt ist, die Jahve, dein Gott, erwählen wird, um seinen 
Namen dahin zu versetzen, so darfst du von deinen Rindern und Schafen 
schlachten, die dir Jahve gegeben hat, wie ich dir erlaubt habe, und nach Herzens- 
lust an deinen Wohnorten essen. «^Jedoch, wie man (Fleisch von der) Gazelle und 
(vom) Hirsch isst, so sollst du es essen; sowohl wer rein ist 'unter dir', wie der Unreine 
darf es essen. **Nur halte daran fest, dass du das Blut nicht geniesst; denn das Blut 
ist (der Sitz der) Seele, und du darfst die Seele nicht mit dem Fleisch essen. ** Geniesse 
es nicht, giess es auf die Erde wie Wasser. ''^ Geniesse es nicht, damit es dir und 
deinen Kindern nach dir gnt gehe, wenn du thust, was Jahve wohlgef&llt. t< Deine 

Opfer jedoch, die du zu bringen hast, und deine Gelübdeopfer nimm mit dir 

zur Stätte, die Jahve erwählen wird, ^^und bringe von deinen Brandopfern das 

Fleisch und das Blut auf den Altar Jahves, deines Gottes, aber von deinen 

Schlachtopfem muss das Blut (allein) an den Altar Jahves, deines Gottes, aus- 

g^ossen werden, während du das Fleisch essen magst, «»fieobachte, hdre *nnd 
thne* nach all diesen Worten, die ich dir 'heute* gebiete, damit es dir und deinen Kindern 



LXX ohne \ 19 Zur Betonung der Fflrsorge fAr die Leviten cf. zu v. 12. 20—27 Be- 
dingungsweise Freigebnng der profanen Schlachtung mit der Einschr&nkung des Verbotes 
des Blntgennsses. 20—21 Die Erlaubnis, nach Herzenslust (ausserhalb des Heiligtums) 
Fleisch zu essen (▼. 20b. 21a/9b) gilt nur unter Bedingungen, n&mlieh 1) dass Jahye 
das Gebiet Israels erweitert (▼. 20 a), wie er verheissen hat. Da in Sg solche Yerheissung 
nirgends mitgeteilt ist, wohl aber 1 8. ii. s«, werden die Worte ^h *^a*i ^vno Zusatz sein. 
Demnach gilt für die Gegenwart des Gesetzgebers die Erlaubnis zu profaner Schlachtung 
noch nicht (anders als v. 15). 2j Die zweite Bedingung ist die, das« das Zentralheilig- 
tum zu entfernt ist; für die in der Nähe desselben Wohnenden gilt also die Erlaubnis 
ebenfalls nicht. In der Natur der ersten Bedingung liegt es, dass die zweite ohne die 
erste überhaupt nicht gilt, sondern beide verbunden sein müssen, sodass das zweite **3 
(▼. 21) die Fortsetzung der ersten (?. 20) ist (» wenn dann); dann aber ist v. 20b als 
irrtümliche Voraufnahme von v. 21b zu streichen, ^vu als Umschreibung für »du« ist 
gebraucht, weil die vta Sitz des Begehrens ist. yn^vt ivms («■ wie ich dir erlaubt habe, 
cf. Lexikon) wird als Bückweis auf y. 15 Zusatz sein. 22 Cf. ▼. 15b. Zum Akkus, beim 
Passiv cf. G-K § 121 ab. p, nämlich, ohne etwas davon an den Altar zu bringen und 
ohne auf levitische Reinheit der Essenden Gewicht zu legen. Koen -f- ^a Sam LXX. 
28 Cf. V. 16. pm, sei der Versuchung gegenüber fest, vtvn mn o-m, cf. €r-E § 141 gh. 
Genauer ist das Blut nur der Sitz der Seele (des Lebens); aber wer das Blut ässe, würde 
damit die Seele essen, für den Essenden fallt also beides zusammen. Dass die vfea nicht 
gegessen werden darf, ist altisraeli tische Anschauung, cf. I Sam l^saif. Wie dies Verbot 
im alten Israel begründet wurde, ist aus dem AT nicht zu ersehen; in exilischer und 
nachexilischer Zeit wurde es durch die Bedeutung des Blutes im Sühneritus motiviert, 
cf. zu Lev 17 11. 24 Cf. v. 16. 26 unterstützt die Mahnung durch Hinweis auf den 
Lohn. 26 Einschränkung der Erlaubnis freien Fleischgenusses v. 21. Soll nämlich das 
Fleisch zum Opfer dienen, sei es zu einem geforderten oder freiwillig gelobten (vnp und "na, 
cf. Wellh. Comp.* 334), so muss es zum Zentralheiligtum gebracht werden. 27 Andeutung 
der Verschiedenheit des Verfahrens mit Blut und Fleisch je nach der Art des Opfers. 
Das Blut mnss stets auf den Altar gegossen werden (nicht auf die Erde, v. 24) ; das 
Fleisch wird auf dem Altar verbrannt, wenn es sich nm Brandopfer handelt, während 
es bei Schlachtopfem von den Darbringenden gegessen wird. 28 Formelhafter Zusatz, 



4d Dtn 12 9d. 

nach dir bis in Ewigkeit gut gehe, wenn du thust, was recht und wohlgefällig vor Jahve, 
deinem Gott ist. 

**Wenn Jahve, dein Gott, die Völker ausrottet, zu denen du kommen wirst, um 



hier im Anschluss an ein einzelnes Gebot wenig passend. Hinter n^tsvi ist n^n und 
hinter ywa das Wort srn einzuschieben, beides mit Sam (LXX). 

Das Gesetz aber das Zentralheiligtum ist das Grundgesetz des Dtn und hat in 
der Geschichte des Kultus die bedeutenden Veränderungen des P gegenüber der älteren 
Kultussitte fast durchgängig bedingt, wie Wellh. Proleg. gezeigt hat. Im alten Israel 
kannte man viele Kultusstätten (fast jeder Ort hatte seine B&ma), und diese galten alle 
als legitime Kultusorte; im Zerstören derselben sieht noch Elias ein unrecht, IBegl9u. 
Diese Vielheit der Altäre, durch die Vielheit der Offenbarungsstätten Jahves (cf. die 
Erzählungen von J und £ in der Gen und £z 209i) gerechtfertigt, war notwendig, be- 
sonders darum, weil in alter Zeit »schlachten« und >opfem« identische Begriffe waren 
(beides « nar), wenigstens war jedes Schlachten von ^ und ^pa zugleich ein Opfer und 
musste eins sein (ISam 14ssff.), während das Essen von nicht opferbaren Tieren (Hirsch 
und Gazelle) natürlich nicht am Heiligtum stattfinden konnte. Die Vielheit der Kultus- 
stätten wurde jedoch zu einem Unrecht, wenn man Jahve ohne rechtes Verständnis seines 
Wesens mit Baal gleichsetzte (Hos 2i8) und nun nach Analogie des Baal einen Jahve 
von Dan und einen Jahve von Beerseba unterschied; denn dadurch drohte die Jahve- 
religion zu einer polytheistischen zu werden (Am8u). Dazu kam, dass der Jahvekultus 
fast überall unter dem Einfluss kananitischer Knltussitten ausgeartet war, wie die Pro- 
phetenschriften lehren, sodass er eher als heidnischer angesehen werden konnte, denn 
als Jahvekultus. Daher drohen die Propheten verschiedentlich die Vernichtung dieser 
Kulte durch Jahve an, sodass eine Zerstörung der Altäre durch Menschenhand als dem 
Willen Jahves entsprechend betrachtet werden musste. Endlich ist zu beachten, dass 
ein Gewichtlegen auf die Menge von Kultushandlungen, die mit der Vielheit der Kultus- 
stätten gegeben sind, von den Propheten scharf getadelt wurde. Eine Einschränkung 
der Kultusstätten auf Eine, unzweifelhaft Jahve geweihte unter gleichzeitiger Beform 
des Kultus an derselben, wie sie durch den ethischen Charakter der Jahvereligion er- 
fordert wurde, lag also schon zur Zeit des Hiskia recht nahe, zumal nach der Zer- 
störung des Nordreiches i. J. 722, sodass kein Grund ist, an der Glaubwürdigkeit der 
Nachricht von Hiskias Kultusreform im Sinne der Konzentration des Kultus, II Beg 18 4. 
Jes 367, zu zweifeln. Gegen die, namentlich von Stade, dagegen vorgebrachten Gründe 
vgl. meine E. d. dtn. Ges. S. 100 ff. Praktische Schwierigkeiten, welche diese Beform 
schuf, bedingten ihr Scheitern und die Beaktion unter Manasse. Sie zu heben, ist 
daher Aufgabe eines Gesetzes, das die Beform a<ifs Neue fordert. Eine derselben war die, 
dass es unmöglich war, jedes Bind oder Schaf, das man schlachten wollte, nach Jeru- 
salem zu bringen. Sg hebt dieselbe, indem er »Schlachten« und »Opfern« prinzipiell 
unterscheidet. Zwar wünscht er, dass womöglich jede Schlachtung in Jerusalem statt- 
finden soll; für den Fall aber, dass zu grosse Schwierigkeiten entstehen, giebt er die 
profane Schlachtung frei. Dass das Blut nicht mitgenossen werden darf, ist ihm wohl 
selbstverständlich; ein Bearbeiter hebt das, wohl in Anlehnung an P Gen 94. Lev 17ioff., 
noch ausdrücklich hervor. Eine zweite Schwierigkeit liegt in der Versorgung der durch 
die Kultuskonzentration stellen- und brodlos werdenden Leviten, die nach D doch 
schuldlos sind (anders Ez 44ioff.). Diese Schwierigkeit hebt bereits das von PI und Sg 
benutzte ältere Gesetz (die gemeinsame Grundlage von 12 ii und is) teilweise, Sg aber 
noch mehr durch weitere Gesetze, cf. 1488ff. 185ff. 

2) 12, 29—18, 1 Verbot der Nachahmung heidnischer Kultussitten 12 89—13 1 
und Gesetz über die Bestrafung des Götzendieners und des Verführers, in drei Absätzen 
13 s — 6. 7— IS. 13— 19. Der Abschnitt 12s9— 13i ist zur Einleitung für 13 s— 19 nur teil- 
weise geeignet, da er die Verehrung Jahves nach heidnischer Weise verbietet, während 



Dtn ldao~-8i. Idi— d. 49 

816 Yor dir za vertreiben, und da sie yertreibst und in ihrem Lande dich niederlässt, 
"^hQte dich, dass du dich nicht zu ihrer Nachahmung YerfQhren lässt, nachdem sie vor 
dir vertilgt sind, und dass du nicht nach ihren Göttern fragst und sprichst: Wie ver- 
ehrten diese Völker ihre Götter? So will ich es auch machen. *^So darfst du es für 
Jahve, deinen Gott, nicht machen; denn allerlei, was Jahve ein Gräuel ist, was er hasst, 
thun sie ihren Göttern ; verbrennen sie ihren Göttern doch selbst ihre Söhne und Töchter. 
13 * Alles, was ich *dir heute' gebiete, das 'beobachte'; füge nichts hinzu undlass nichts 
davon weg. 

'Wenn unter dir ein Prophet oder einer, der (OfEenbarung8-)Träume 

hat, auftritt und dir Zeichen und Wunder angiebt 'und das Zeichen und 



es sich 13s£r. um Verehrung heidnischer Götter handelt. Sprachlich lehnt er sich mehr 
an PI an, cf. ISsfT., zeigt aber auch Berührungen mit dem Sprachgebrauch des Bear- 
beiters, cf. zu V. 31, und wird darum besser diesem zugeschrieben werden. Zu ISs— 19 
findet sich eine Parallele in 17 s — 7. Hätten beide ursprünglich nebeneinander gestanden, 
80 wäre kein Grund einzusehen, aus dem Dr sie getrennt hätte. Es wird darum eher 
anzunehmen sein, dass beide Abschnitte verschiedene Bearbeitungen eines älteren Ge- 
setzes sind, von denen die eine Sg, die andere PI angehört. Eine Einzelvergleichung 
macht es wahrscheinlich, dass 138-18 Sg angehört, dagegen 17 s — 7 dem PL Über die 
ursprüngliche Stellung vgl. zu 19i5ff. unser Abschnitt ist teils nach der Parallele auf- 
gefüllt, teils ohne solchen Grund durch Zusätze bereichert. Die Ausscheidung derselben 
erleichtert die Beobachtung, dass die einzelnen Absätze im ganzen genau übereinstimmend 
gebaut sind, einzelne Sätze oder Satzteile aber diesen Parallelismus stören. Siehe die 
Einzelerklärung. 

12, 29 — 18, 1 Verbot, den Jahvekultus nach heidnischer Weise zu gestalten. 
80 vpan nur hier, daher vielleicht besser mit 725 «pin zu lesen. Drr*>rTK prägnant: dass 
du nicht dazu verleitet wirst, ihnen zu folgen, ns'nc, Sam *t*k. i-iar, cf. G-K § 107 e. 
*^ neben sonst bei D durchgängig gebrauchtem ^aw auffällig und wohl Zeichen der 
Herkunft unserer Stelle von fremder Hand. 81 Zu v. a cf. 12i. ^"^ nann (cf. Einl. 
§ 8, 89) als Bezeichnung für eine Handlung ist wahrscheinlich überall redaktionell, PI 
gebraucht denselben Ausdruck für eine Jahve missfallige Person. Kinderopfer waren im 
alten Israel wohl auch gebräuchlich; doch scheint schon frühzeitig die Lösung der Erst- 
geburt eingetreten zu sein. Gen 22 zeigt, dass selbst noch zur Zeit des E der Gedanke, 
dass Jahve dies Opfer fordern könnte, kein blasphemischer war; doch lehrt es auch, 
dass Jahve, obwohl er dies Opfer fordern könnte, sich statt dessen doch lieber ein Tier- 
opfer bringen lässt. Von dem Gedanken, dass er Einderopfer nicht fordert, bis zu dem 
hier vorliegenden, dass er sie verabscheut, ist aber immer noch ein ziemlich weiter Weg. 
Seit Achas seinen Sohn geopfert hat (II Reg 16 3), scheint das Kinderopfer in Israel 
wieder häufiger geworden zu sein, sodass ein Hinweis darauf, dass Jahve es verabscheut, 
und zwar als den stärksten Gräuel (d»), wohl am Platze ist. 18, 1 Beachte die Formeln, 
die teils sing., teils plur. sind. Doch steht der Text nicht fest. Mit Sam LXX AF Luc 
lies w*n "pso. Statt t^rovr^ hat LXX den Sing., in v. b Sam den Plural cf. 4s. Statt 
tfsnry lies «ji^ir, cf. G-K § 109 d. 2—6 Einen Propheten, der zum Dienst fremder Götter 
verführen will, soll man töten, selbst wenn er sich durch Zeichen als wirklichen Pro- 
pheten darzustellen vermag. 2 mit v. 3 zusammen Vordersatz zu v. 4. Dtp**, charakte- 
ristisch für Sg, cf. 1916.16 (PI sagt stets i«r cf. 17». 18 lo. (21 1) 22». 247). oi^n nVn, 
eine Art von Propheten, die ihre Offenbarungen durch Träume erhielten oder erhalten 
zu haben vorgaben. In älterer Zeit galt der Traum als wirkliches Offenbarungsmittel 
(cf. bes. E), später wurden die Träumer meist als Betrüger angesehen, z. B. Jer 23s5ff., 
(doch cf. Joel 3i). mm und ncit), cf. Einl. § 8, 6, hier Wunder oder Vorzeichen, deren 
Eintreffen den Propheten, der es vorausgesagt hat, beglaubigen soll. Dass Jahve auch 
falschen Propheten die Zeichen eintreffen lässt, wird v. 4 erklärt. 8 cnan, cf. Ex 206 

UAndkonuiiMtKr s. A. T.: St«a«rnagol, Deuteron. 4 



60 Ütn 18 4— 10. 

das Wunder auch eintreffeu, das er dir angekündigt hatte, indem er (dabei) 
sprach: Lass uns andern Göttern folgen, die du (bisher) nicht kanntest, und 
ihnen dienen, ^so höre nicht auf die Worte dieses Propheten oder dieses 

Träumers, denn Jahve, euer Gott, stellt euch nur auf die Probe, um zu erkennen, ob 
ihr Jahve, euren Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebt. '^ Jahve, eurem 
Gotte, sollt ihr folgen und ihn fürchten, seine Gebote halten und auf seine Stimme 
hören, ihm dienen und ihm anhangen. «Jener Prophet oder Träumer aber soll ge- 
tötet werden, weil er Auflehnung gepredigt hat gegen Jahve, Meinen' Gott, der 
Mich' aus Ägyptenland geführt und dich aus dem Sklavenhaus erlöst hat, um 
dich abzuführen von dem Wege, auf dem zu wandeln Jahve, dein Gott, dir 

befohlen hat, und du sollst das Böse aus deiner Mitte austilgen. ^ Wenn dein Bruder, 

Mer Sohn deines Vaters oder' der Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn oder 
deine Tochter oder dein herzlich geliebtes Weib oder dein Freund, der dir (so 
lieb) ist wie dein eigenes Leben, dich heimlich verleiten will und spricht: Lass 
uns hingehen und andern Göttern dienen, die du wie deine Väter (bisher) nicht 
kanntest, ^'von den Göttern der Völker, die rings um euch sind, die dir nah oder 
fem sind, von einem Ende der Erde bis zum andern, *so sei ihm nicht zu 
willen und höre nicht auf ihn, sieh ihn nicht mitleidig an, ' * schone ihn nicht 
und beschütze ihn nicht, ^o sondern erwürge ihn; deine Hand sei zuerst wider 



und G-K § 60 b. 4 Trotz der scheinbaren Beglaubigung des Propheten soll man ihm 
doch nicht folgen in der Gewissheit, dass Jahve, der Kap Vm ist, cf. 6 15, unmöglich einen 
Propheten gesandt haben kann, um zur Verehrung anderer Götter aufzufordern. Dass 
Jahve ihm die Zeichen gelingen lässt, darf von dieser Überzeugung nicht abbringen, da 
dies anders zu erklären ist, nämlich als ein Mittel, durch das Jahve Israels Treue er- 
proben will. Diese Erklärung (v. b) ist in plur. Form gegeben, also wohl erst vom Be- 
daktor. 6 Der Grundsatz der alleinigen Berechtigung der Jahveverehrnng darf selbst 
in solchen Fällen nicht aufgegeben werden. Übrigens ist er von R aus 6i3 wiederholt, 
cf. auch lOw und beachte den Plur. 6 Fortsetzung zu 4 a. Der Verführer ist mit dem 
Tode zu bestrafen, weil er Israel von der Erfüllung der Grundpflicht der Treue gegen 
Jahve abbringen wollte, nno, cf. 19 16 (Sg), Abfall von Jahve ist der Inhalt seiner Rede, 
genauer der Zweck. Mit Sam LXX lies ^jirxian yrk» cf. 8i4. "faijp» nn n^iyai, cf. Einl. 
§ 8, 19, Zusatz; über die Bedeutung der Wendung cf. zu 21 1—9. 7 — 12 hat denselben 
Inhalt wie v. 2—6: Wer zum Dienst fremder Götter verführen will, den soll man hin- 
richten ; selbst sein nächster Verwandter darf ihn nicht verschonen. 7 Nach yrm schiebe 
mit Sam LXX ein im "f'^aii p. Durch diesen Zusatz will Sg, der jeden Volksgenossen als 
rm bezeichnet, andeuten, dass er hier den leiblichen Bruder meint, sei es, dass dieser 
mit dem, den er verlocken will, nur den Vater oder auch die Mutter gemeinsam hat, 
dass er also sein Halbbruder oder gar sein Vollbruder ist. 7p^n nvH, das Weib, d&s an 
deinem Busen ist, dein von Herzen geliebtes Weib, cf. Joh I18. '^noa mit "fn*«*' zu ver- 
binden. Zu V. b cf. V. 3 b. 8 D3-«ra*'a& *i«k der plur. Form nach Znsatz. Durch die aus- 
drückliche Hervorhebung, dass es sich auch um die Götter fern wohnender Völker 
handelt, wird es klar, dass Sg zu einer Zeit schrieb, in der auch der Dienst ganz 
fremder Gottheiten, wie der assyrischen, in Israel Aufnahme zu finden drohte, cf. II Reg 
16ioff. 21 8b. 9 '^ai e^nn k^ wohl Zusatz, cf. Einl. § 8,31. V^nn kVi, Sam LXX ohne \ 
nodn, eine Decke (Bild des Schutzes) auf ihn legen, durch Schweigen ihn vor der ver- 
dienten Strafe schützen; die Verführung wurde ja heimlich versucht. 10 f. Der Verführer 
soll gesteinigt werden, und dabei soll der, den er verführen wollte, als Zeuge den ersten 
Stein werfen, cf. 17 7. Da jedoch von einer öffentlichen Anzeige und Gerichtsverhandlung 



Dtn ISii— iD. 51 

ihn, am ilin zu toten, nnd danach die Hand des ganzen Volkes, ^^and steinige ihn zu 

Tode, weil er danach trachtete, dich von Jahve, deinem Gott, abzubringen, der 
dich aus Ägyptenland, dem Sklavenhaas, geführt hat. »Alle Israeliten aber sollen 
es hören, dass sie in Furcht geraten und 'ferner' nicht mehr so etwas Böses in deiner 
Mitte thnn. »«Wenn du vernimmst in einer deiner Städte, die Jahve, dein Gott, dir 

zum Wohnen giebt: i« Nichtsnutzige Leute sind aus deiner Mitte hervorgegangen 

und haben ihre Mitbürger verführt und gesagt: Lasst uns hingehen und andern 

Göttern dienen, die ihr (bisher) nicht kanntet! »bo untersuche, prüfe und forsche 
sorgfaltig nach, und ist es wirklich wahr, ist solcher Gräuel unter dir yerübt, iSgo 

schlage alle Bewohner jener Stadt mit der Schärfe des Schwertes, banne sie 

und alles, was in ihr ist, auch das Vieh in ihr mit der Schärfe des Schwertes ; ^^ alles 

in ihr Erbeutete aber bringe zusammen auf ihrem Markte und verbrenne die 
Stadt samt dem in ihr Erbeuteten als Ganzopfer für Jahve, deinen Gott, und 
sie werde zu einer ewigen Trümmerstätte, ohne je wieder aufgebaut zu werden, 
i^' Nichts von dem Banne bleibe an deiner Hand haften, damit Jahve von 
seinem glühenden Zorn ablasse und dir Erbarmen erweise und in seinem Er- 
barmen mit dir dich mehre, wie er deinen Vätern geschworen hat, i*[weil du 
auf die Stimme Jahres, deines Gottes, hörst und alle seine Gebote hältst, die ich dir 
heute gebiete, und thust, was recht *und gut' in den Augen Jahves, deines Gottes, ist]. 



nicht die Rede war, ist die Stelle ohne Vergleiuhung mit 175ff. nicht zu verstehen, so* 
dass die Worte von "j-r (y. 10) bis nai (v. 11) Zusatz nach 17? sein werden, zumal ihnen 
in den parallelen Abschnitten des Kap. 13 nichts entspricht. Sg scheint gemeint zu 
haben, dass man den Verführer sofort töten soll, ohne vorhergehende Gerichtsverhandlung. 
IIb Cf. V. 6. 12 Diese harte Strafe soll abschreckend wirken; doch wird der Vers 
Znsatz sein, cf. Einl. § 8,85, zumal er in den andern beiden Abschnitten keine Parallele 
hat. 18 — 19 Eine Stadt, deren Bewohner sich zum Götzendienst verleiten Hessen, ist 
mit dem Banne zu bestrafen. 14 imx**, sie sind aus der Verborgenheit in die Öffentlich- 
keit getreten. hr^Sz nur noch 159 (Sg), sonst nie im Pentat. Zu n*nn und zu v. b cf. 
V. 6. 11 und V. 3. 7. 16 ohne Parallele in den andern Abschnitten, ist wohl von R aus 
174 entlehnt; zur Erklärung s. d. 16 Nachsatz zu v. 13 ff. B^rrn, cf. G-K § 113h. mki 
'"ut nnana, zu D'^nn wenig passend und für den Sinn nicht notwendig, da das Vieh in Vd 
na 'ivM eingeschlossen ist, fehlt LXX und ist wohl Zusatz. Es ist hier die schärfere Art 
des Bannes gefordert, anders als 2s4f., vgl. die Archäologieen. 17 V**V3, der Bann war ur- 
sprQnglich als Opfer gedacht, cf. I Sam 15s8 {""" ''ith) und MeSainschr. ZU; so wird 
also Ws auch hier im Sinne von Ganzopfer zu nehmen sein, wenn auch Sg selbst in 
dem Bann wohl kein Opfer gesehen, sondern nur den alten Ausdruck beibehalten hat. 
(In ähnlicher Weise liegt auch ISam 1533 nur im Ausdruck noch die Auffassung des 
Bannes als Opfer vor, nicht dem Sinne nach, denn bannen und opfern sind in v. 15 
Gegensätze.) Zum Verbot, die Stadt wieder anfzubauen, cf. Jos 6 96 f. und 828. 18 Diese 
völlige Vernichtung erfordert der Zorn Jahves, der so lange über Israel schwebt, bis 
dieses bewiesen hat, es habe mit den Götzendienern auch nicht das Geringste gemein, 
Jos 7. 19 Formelhafter Zusatz. Hinter ^irrt schiebe mit Sam LXX aiism ein. — Sg 
fordert sonst die grösste Milde im Strafverfahren. Wenn er sie in der Bestrafung des 
Götzendienstes nicht gelten lassen will, selbst da nicht, wo sie durch Bande der Ver- 
wandtschaft oder Freundschaft besonders nahe liegt (v. 7), oder wo sie dadurch gerecht- 
fertigt erscheint, dass der Verführer sich durch den Schein göttlicher Sendung ent- 
schuldigen konnte, an die er vielleicht selbst glaubte, so beweist das, vrie sehr ihm an 
der Erfüllung seiner Grundforderung gelegen ist, und wie er keine andere Möglichkeit 

A* 



52 I)tn 14 1—4. 

14 ^Ihr seid Kinder Jahves, eures Gottes; ihr dürft each (daher) wegen eines 
Toten keine Einschnitte (in die Haut) machen noch eine Glatze vorn am Kopf scheren. 
' [Denn da bist ein Jahve, deinem Gott, geheiligtes Volk, und dich hat Jahve, *dein Gott*, 
sich zum Eigentumsvolk aus allen Völkern auf der Erde erwählt.] 

""Esst* nichts Abscheuliches. ^Dies sind die Tiere, die ihr essen d&rft*): Bind 



*) Die folgende Obersetzung der Tiernamen ist ganz unsicher; die meisten Namen 
sind nur annähernd zu bestimmen. 



sieht, ihre Erfüllung von Seiten Israels zu sichern, als durch die äusserste Strenge, dass 
also Israel zu seiner Zeit der Verführung zum Götzendienst besonders stark ausgesetzt 
war. D' hat dies Gesetz insofern mit Becht an Kap. 12 angeschlossen, als der Abfall 
zum Götzendienst speziell in der Bückkehr zum Höhendienst zu befürchten war. 

3) 14, 1 — 21 Da Israel ein Jahve geweihtes Volk ist, muss es sich vor Verun- 
reinigung durch gewisse Trauergebräuche (v. 1—2) und Speisen (y. 3 — 21) hüten. V. 2 
und 21a /9b sind sing., die übrigen Verse plur. (über v. 2 cf. unten). Erstere, welche 
teilweise identisch sind, werden also wahrscheinlich Zusätze dessen sein, der v. 1 und 
3 — 21 aa hier eingefügt hat. Letztere können schwerlich zu Sg gehört haben, da dieser 
konsequent die sing. Anrede gebraucht, eher zu PI ; doch spricht bei v. 1 die Unbekannt- 
Schaft Jeremias und Ezechiels mit dieser Forderung dagegen. Der ganze Abschnitt wird 
also wohl als spätere (exilische) Einfügung in das Dtn zu betrachten sein. Über das Ver- 
hältnis von V. 3 — 21 aa zu Lev 11 s. u. 

1 — 2 Verbot bestimmter Trauerriten. 1 Alle einzelnen Israeliten (nicht nur das 
Volk als Ganzes) stehen zu Jahve im Verhältnis von Kindern, dürfen und müssen daher 
mit ihm verkehren, haben also auch dafür Sorge zu tragen, dass sie levitisch rein 
bleiben; denn nur der Beine kann mit Gott in Verkehr treten. Verunreinigend wirken 
aber bestimmte Trauerriten: 1) sich Einschnitte in die Hand machen, und 2) sich das 
Haar abscheren zwischen den Augen, d. h. an der Stirn. Zweifellos wirken diese Biten 
verunreinigend nicht nur dadurch, dass durch sie der von Gott gegebene Leib verun- 
staltet wird (dann müsste jede Verstümmelung verboten sein, nicht blos in der Trauer), 
oder dass sie zum Tode in Beziehung setzen (dann müsste die Trauer und das Berühren 
einer Leiche ganz verboten werden) ; sondern es muss an ihnen etwas Besonderes sein, 
dessentwegen sie verboten werden. Das -n^nn wird IBegl828 als Brauch des Baalkultus 
erwähnt. Man könnte daher urteilen, es sei hier verboten als eine dem Toten geltende 
kultische Handlung. Allein, wenn auch zugegeben werden mag, dass in vereinzelten 
Fällen in dieser Periode Totenkultus vorkam, so ist doch zu beachten, dass das n-unn 
Jer 166 und ebenso das Abscheren der Haare Jer 166. Ez 7i8 als unverdächtige Trauer- 
bräuche erwähnt werden, sodass sie im allgemeinen jedenfalls nicht als Totenkultus- 
bräuche aufgefasst wurden. So liegt es wohl näher, anzunehmen, das r-ürn sei verboten, 
weil es auch im Baalkultus eine Stätte hatte, und weil zu befürchten war, dass jemand 
unter dem Schein harmloser Trauerriten Bräuche des Baalkultus vollziehen könnte. Das 
Gleiche mag auch von dem Abscheren der Haare gelten, das Jos 152 als kultischer 
Brauch erwähnt zu sein scheint. Das Gebot ordnet sich dann der Grundforderung der 
Treue gegen Jahve (speziell im Gegensatz zum Baalkultus) sehr gut unter; es ist die 
äusserste Konsequenz derselben. Es scheint aber nach Jer 166. Ez 7i8 selbst erst zu 
Beginn des Exils oder noch später in das Dtn aufgenommen sein, vielleicht aus H (Lev 
19s7f.). 2 Cf. 76. Hinter "^"^ lies mit Sam LYY y^)», 

8—21 Verbot bestimmter Speisen, und zwar handelt v. 3—8 von den Landtieren, 
V. 9—10 von den Wassertieren, v. 11 --20 von den Vögeln. V. 21 enthält verschiedene 
Ergänzungen. Der Abschnitt stimmt mit Lev 11s— 23 meist wörtlich überein. Zur Er- 
klärung B. d.; hier sind nur die Abweichungen von Lev 11 zu besprechen. 8 Mit Sam 
LXX lies iVsMn. nayin, cf. 7m. 4 cf. Lev 11 2. V. 4b— 5 sind Dtn eigentümlich. Statt 



Dtn 145— si. 53 

'and' Schaf 'und' Ziege, * Hirsch and Gazelle und Damhirsch, Steinhock and Antilope, 
wilder Ochse and Bergziege, *und alle Yierfüssler, hei denen die Klane gespalten ist, 
und zwar heide Klaaen ganz zerteilt, *and* die (zagleich) wiederkäuen unter den Vier- 
füsslem; diese dürft ihr essen. ^Aher folgende dürft ihr nicht essen von den Wieder- 
käuern und Ton denen, die gespaltene, ganz zerteilte Klauen hahen : das Kamel und den 
Hasen und den Klippdachs, denn sie sind zwar Wiederkäuer, aher hahen keine gespaltenen 
Klauen, sie sollen euch als unrein gelten; "und das Schwein, denn es hat zwar ge- 
spaltene Klauen *und sogar ganz zerteilte Klauen', aher es käut nicht wieder, als unrein 
soll es euch gelten. Ihr dürft weder von ihrem Fleisch essen noch ihr Aas berühren. 
*'ünd' folgende dürft ihr essen von allen, die im Wasser (lehen): alle, die Flossen und 
Schuppen hahen, dürft ihr essen. *®Aber alle, die keine Flossen und Schuppen hahen, 
dürft ihr nicht essen. Als unrein sollen sie euch gelten. " Alle reinen Vögel dürft ihr 
essen. '*ünd folgende sind es, yon denen ihr nicht essen dürft: der Adler, der Lämmer- 
geier, der Bartgeier, "die * Weihe', die verschiedenen Arten der Falken * ', "alle ver- 
schiedenen Arten der Bähen, "der Strauss, die Schwalhe, die Möve, die verschiedenen 
Arten der Hahichte, "das Käuzchen, der ühu, die Eule, "der Pelekan, der Aasgeier, 
der Sturzpelekan, ^*der Storch, die verschiedenen Arten der Begenpfeifer, der Wieder- 
hopf und die Fledermaus, **und die ganze Schaar der kleinen Yögel; als unrein sollen 
sie euch gelten, *ihr dürft' nicht *von ihnen essen'. ***Alle reinen Yögel dürft ihr essen. 
''Ihr dürft keinerlei Aas essen[; dem Fremden, der in deinem Wohnort ist, magst du 
es gehen, dass er es esse, oder es einem Ausländer verkaufen. Denn du hist ein Jahve, 
deinem Gott, geheiligtes Yolk]. Du darfst ein Böckchen nicht in der Milch seiner Mutter 
kochen. 



n« lies mit Sam LXX nvi. 6 cf. Lev 11 8. nVy^, LXX rtVy^i. 7 Zusammenziehung von 
Lev 114—6 mit Umstellung von iev und rna*iK. nVrs für ''hvo, cf. G-K § 9i. 8 cf. Lev 
ll7— sa mit geringen Abweichungen, die Sam LXX beseitigen. Lies mit ihnen: yevt (»in) 
(wats) "Sir lA n-^a Kini noi6 a«:«. 9—10 cf. Lev 11 9— 12. In v. 9 lies mit Sam LXX nun. 
Hier scheint der Text des Lev der weniger ursprüngliche zu sein. 11 dem Dtn eigen- 
tümlich. 12 cf. Lev 11 18. 18 cf. Lev 11 u. rwi wird Schreibfehler für nun sein, das 
Sam auch hier bietet, rmm, vermutlich unter dem Einfluss von min verderbt aus rttn^ 
wird Korrektur für nm sein (fehlt Sam LXX und Lev 11). 14—18 cf. Lev 11 15— 19 mit 
Umstellung von "^tv v. 17 (Lev 11 bereits hinter oia v. 16). Lies v. 17 öm für rrart^ mit 
Lev 11 18 (auf die Streichung der Endung n. weist wohl auch der Ton, cf. G-K § 80 k). 

19 cf. Lev 11 so. 28 mit etwas abweichender Form. Mit Sam LXX lies B'-ts i^sun 11^. 

20 cf. Lev 11 20 — 22, doch ist dort eine längere Ausführung darüber gegeben, welche 
Yögel rein sind. — Weder kann Dtn 14 als Yorlage für Lev 11 angesehen werden (denn 
dann wäre nicht einzusehen, warum der Bearbeiter v. 4 b— 5 unbenutzt gelassen hätte, 
zählt er doch bei den Yögeln auch die reinen Tiere auf) noch umgekehrt Lev 11 als 
Yorlage für Dtn 14 (denn dann bliebe die Yerkürzung v. 20 unverständlich, da doch 
Dtn 14 bei den Landtieren auch die reinen aufzählt); man wird also annehmen müssen, 
dass Lev 11 und Dtn 14 Bearbeitungen eines älteren Gesetzes sind, die jeder der Be- 
arbeiter durch verschiedene Zusätze erweitert hat. Unser Abschnitt wird gleichzeitig 
mit V. 1 in das Dtn eingefügt sein, da die Begründung v. 21a/9 die gleiche ist, wie 
V. 2af(. Über den Grund der Unreinheit gewisser Tiere cf. zu Lev 11. 21 Flur. Text 
liegt nur bis n^as vor, daher kann Ex 2280, wo es sich um ne^ts handelt, nicht verglichen 
werden, sondern nur Lev 17 i5f. rs^sas sind Tiere, die an einer Krankheit gestorben sind ; 
sie zu essen verbietet der Umstand, dass ihr Blut nicht oder doch nicht vollständig 
ausgelaufen ist (cf. die Stellung des Gebots in Lev 17). Unsere Yorschrift kann aber 
nicht aus Lev 17 entlehnt sein, da der Bedaktor in v. aß die Erlaubnis anfügt, solche 
Tiere dem "u (dem in Israel ansässigen Fremden) oder dem *«^da (dem zufällig anwesenden 
Ausländer) zu geben, während Lev 17, wo der ^> als Proseljt aufgefasst ist, auch dem 



54 Dtn 14n— 88. 

'^Yerzehnten sollst du allen Ertrag deiner Aussaat, was auf dem Felde 
wächst, Jahr für Jahr, >'und sollst vor Jahve, deinem Gotte, an der Stätte, 
die ^ Jahve, dein Oott\ zur Wohnung für seinen Namen erwählen wird, den 
Zehnten von deinem Korn, Most und Ol verzehren und die Erstgeburten deiner 

Binder und Schafe, damit da Jahye, deinen Gott, immerdar fürchten lernest. '^Wenn 

dir aber der Weg zu weit ist, wenn du ihn nicht tragen kannst, weil die Stätte 
dir zu entfernt liegt, die Jahve, dein Gott, zur ^Wohnung' für seinen Namen 
erwählen wird, weil Jahve, dein Gott, dich segnen wird, **so gieb ihn (andern) 
gegen Geld, nimm das Geld in deine Hand und gehe nach der Stätte, die Jahve, 
dein Gott, erwählen wird; *^dann gieb das Geld aus für allerlei, was du gern 
hast, für Binder und Schafe, für Wein und Met und allerlei, wonach es dich 
sonst gelüstet, und verzehre es dort vor Jahve, deinem Gott, und freue dich 
mit den Deinen '^und dem Leviten, der in deinem Orte wohnt; verlass ihn nicht, 

denn er hat keinen Anteil und Erhhesitz bei dir. 

*9 Nach je drei Jahren liefere den vollen Zehnten deines Ertrages ab, der 
dir in diesem Jahre zu teil wird, und lege Uhn' in deinem Wohnort nieder. 



^> den Genuss derselben verbietet. Vielmehr wird auch hier beiden Gesetzen eine ältere 
Bestimmung zu Grunde liegen. Zu v. hy cf. v. 2aa, zu y. b cf. Ex (2di9b) 3496b. 

4) 14, 22—29 Das Gesetz über die Zehnten, und zwar v. 22—27 über den jähr- 
lichen Zehnten, der zu einer Opfermahlzeit am Zentralheiligtum verwandt werden niuss, 
und V. 28—29 über den Zehnten des je dritten Jahres, der zur Unterstützung der Armen 
und zur Entschädigung der Leviten dienen soll und in den einzelnen Ortschaften abzu- 
liefern ist. Seinem Sprachcharakter nach ist das Stück von Sg verfasst; es bildete bei 
ihm mit 15i9ff. zusammen die Auslegung von 12i7. 22 7:^'it, wie v. 23 zeigt, nicht su 
pressen, sondern auch von Pflanzungen zu verstehen, rnvn Kx*'n, wie der Artikel vor ms** 
zeigt, ist mvn nicht gen., sondern acc; zu Mi Ht^ cf. Lex. (Sam, rrmn k2c*p, fasst mon 
als gen.). na« nav, cf. G-E § 123 c, doch Sam (und LXX?) on nav. 28 rh^H\ Sam LXX 
iri^SKi, schwerlich richtig, da das Suff, ohne Beziehung ist und das Objekt noch folgt. 
Hinter 'irra'« lies mit Sam LXX t^Vm *'"*'. Die Erstgeburten von Schafen und Bindern 
passen hier nicht her und sind wohl nur aus 12 17 eingefügt. V. b. wahrscheinlich formel- 
hafter Zusatz, erklärt, diese Verzehntung solle Israel Gottesfurcht lehren; dies ist der 
Fall, sofern sie stets daran mahnt, dass man die Gaben des Feldes Gott und nicht der 
eigenen Arbeit verdankt, cf. 8iiff. Zu •^"•^ -at^ ^s» und ^nvi ©*i-n t^i, für Sg charakteri- 
stische Wendungen, cf. Einl. § 8, 9. 26. 24 Das Bringen des Zehnten zum Zentral- 
heiligtum bereitet aber Schwierigkeiten, wenn der Weg zu weit ist. Damit daran die 
Xultuskonzentration nicht scheitere, lässt Sg eine Erleichterung eintreten: man kann 
den Zehnten in Geld umsetzen und mit diesem die Kosten einer Mahlzeit am Hei- 
ligtum bestreiten, 'w pr^'^ -s, cf 12 21. üroh, Sam (LXX) rx •pvh, *]S-«a'' -»s, wohl 
nicht, weil er dir eine reiche Ernte schenkt, sodass auch der Zehnte reichlich ausfallen 
muss (denn es handelt sich nicht um einen Zehnten im strengen Sinne, cf. zu v. 28 f. u. 
26iff.), sondern weil er dich mit Gebietserweiterung segnet, cf. 122of. 25 e]ö3a, zu n pretii 
cf. G-K § 119 p. n^si, der Form nach von 11s =■ 'iix, cf. Si-S. 26 *t»m niicr, cf. 12a). 
Zu V. b cf. 12 18. 27 cf. 12isb. laar^n k^ fehlt LXX und ist wohl Zusatz nach 12 19, 
ebenso 191 inc *«d, cf. zu 12 12. — Zu beachten ist, dass der jährliche Zehnte nicht eine 
Abgabe an das Heiligtum ist wie bei P (Num 18 21), sondern zu einer von dem Darbringer 
und seiner Familie selbst zu essenden Opfermahlzeit verwandt wird. 28 Im 8. Jhdt. 
scheint in Israel die Sitte bestanden zu haben, im je dritten Jahre den genau berech- 
neten Zehnten (nv9Q ^s cf. v. 28. 26 12) von allem Ernteertrag zur Unterhaltung der 



Dtn 14 «9. 15 1—8. 55 

'^Dann mögen die Leviten kommen, denn sie haben keinen Anteil und Erbbesitz bei dir, 
und Fremdlinge, Waisen und Witwen, die in deinem Orte wohnen, und sich 

satt essen, damit Jahve, dein Gott, dich bei all deiner *Hände* Arbeit segne, die 
da thnst. 

15 ^Nach je sieben Jahren sollst du einen Erlass gewähren. <Mit dem 
Erlass soll es sich aber also verhalten : Erlassen soll jeder Gläubiger sein Hand- 
darlehen an seinen Nächsten ; er darf seinen Nächsten und Bruder nicht (mehr 
zur Rückgabe) drängen, weil man zu Ehren Jahves einen Erlass ausgerufen hat. 
* Einen Ausländer magst da drängen; aber was du bei deinem Bruder (ausstehen) hast, 



Heiligtümer und ihres Personals abzuliefern; daher hiess dies Jahr "^vrran ryo (26 12), cf. 
Am 44. Gen 2822. Durch die Aufhebung aller Eultusstätten ausser Jerusalem wird 
dieser Zehnte für andere Zwecke verfügbar. Sg bestimmt, man solle ihn auch ferner in 
den einzelnen Orten abliefern, rmani, Sam LXX innam. 29 Er soll dann zum Unterhalt 
der Leviten, die bisher schon von ihm lebten, und der Armen dienen, die davon sehr 
wohl abbekommen können, da die Xultusstätten nicht mehr davon erhalten zu werden 
brauchen, yos — ftc "'s, wahrscheinlich Zusatz, cf. zu 12 12. »vi V», für Sg charakteri- 
stisch, cf. Einl. § 8, 9. Y. b wohl formelhafter Zusatz; je mehr die Bedrückung der 
Witwen und Waisen ein Fehler der Zeit ist, desto angebrachter ist es, auf den beson- 
deren Segen hinzuweisen, mit dem Jahve die Fürsorge für sie lohnt, ^f-r, Sam Luc 
y^, — Fraglich ist, ob im dritten Jahr ein doppelter Zehnte gegeben werden soll, der 
von V. 22 und der »Armenzehnte«, oder nur der letztere. Ersteres wird das Bichtige 
sein; denn der Zehnte von v. 22 ist ja nach v. 22 jährlich zur Opfermahlzeit zu ver- 
wenden, und die Abgabe ist keine zu grosse, wenn man in dem Zehnten von v. 22 nicht 
einen genau berechneten Zehnten sieht (beachte ^^vyn Vs v. 28 gegen blosses "loya v. 22 f.), 
sondern ihn mit der rpvvt^ (262) identifiziert, cf. zu 262. 

5) 15, 1—18 Im je siebenten Jahr hat ein Schulderlass stattzufinden v. 1—6. 
Die Nähe desselben darf nicht als Grund angesehen werden, einem Armen die Unter- 
stützung zu verweigern v. 7 — 11. Ebenso soll man den hebräischen Sklaven nach sechs- 
jährigem Dienst freilassen und reichlich ausstatten, ausser, wenn er freiwillig im Dienst 
bleiben will v. 12— 18. — Zusätze sind: 1) v. 3— 6; v.3 wegen der Gegenüberstellung des ntt 
und •'■»53, cf. Einl. § 4, 3, v. 4 — 6, weil sie im Widerspruch mit v. 7 ff., namentlich v. 11, be- 
haupten, es werde in Israel infolge des Segens Jahves keine Armen geben; 2) v. 16—17, 
die den Zusammenhang von v. 15 und 18 unterbrechen und wörtlich aus Ex 21 5 — 6 ent- 
lehnt sind; ausserdem vielleicht einige formelhafte Ausdrücke. Das Gesetz gehört Sg 
an, wie die Sprache zeigt, cf. die Einzelerklärung; in v. 2 zitiert er ein älteres Gesetz. 

1—6 Gesetz über den Schulderlass im je siebenten Jahre. 1 d*3v 92V ^p», cf. 
14 28, nicht am Ende des je siebenten Jahres, sondern am Ende einer Periode von sieben 
Jahren »» im siebenten Jahr. Der genaue Zeitpunkt ist nicht angegeben, iwav (von 
tmv) kann bedeuten ein Nichtgebrauchmachen von der Schuldforderung während eines 
bestimmten Zeitraumes (Suspendierung des Sehuldverhältnisses auf Zeit) oder gänzliche, 
dauernde Aufhebung des Schnld Verhältnisses, cf. twv Ex 23 11 und Jer 174; vgl. unten. 
2 n »laT nn, eine Formel, mit der Sg ältere Gesetze zu zitieren scheint, cf. 194, vgl. 
auch 183. Dass Sg den Vers nicht selbst verfasst hat, geht aus der Bezeichnung des 
Nächsten als 5-^ hervor, während Sg stets h« schreibt, cf. Einl. § 8, 7; m« m«i wird 
demnach von Sg neben das ihm nicht geläufige '\ny^ nn gestellt sein und nicht zum Zitat 
gehören, xs'mo, cf. G-K § 113 bb, ^ya hi ist das Subjekt dazu. ^93, eig. Besitzer, hier 
dem Zusammenhang nach der Besitzer eines -r ni«, der Gläubiger, ■»t rrws. Ein Begriff, 
cf. 6-K § 135 n. tcy, cf. G-K § 144 d. Da die rrattw ausgerufen wird, findet sie für alle 
Gläubiger gleichzeitig statt, vgl. auch rre^wn n:B v. 9 und 31 10. Durch ■^"-i wird das 
Erlassjahr als kultische Zeit charakterisiert (Sabbatjahr), cf. unten. 8 r>M ^h mm "^vm 



56 Btn 154—11. 

sollst da 'erlassen*. ^[Freilich wird es keine Armen unter dir geben, da Jahve, 'dein 
Gott*, dioh segnen wird in dem Lande, das Jahve, dein Gott, dir zum erblichen Besitz 
geben wird, *wenn da nar aaf die Stimme Jahves, deines Gottes, hören and dies ganze 
Gesetz beobachten wirst, das ich dir heate gebiete. 'Denn Jahve, dein Gott, wird dich 
nach seiner Yerheissang (so reichlich) segnen, dass da vielen Völkern leihen kannst, 
aber selbst nicht za entleihen braachst, and über viele Völker Herr wirst, aber sie über 

dich nicht Herren werden. 'Wenn es unter dir einen Armen, einen deiner 
Brüder, in einem deiner Wohnorte giebt, in 'dem* Lande, das Jahve, dein Gott, dir 
geben wird, so sei nicht hartherzig und verschliesse deine Hand nicht vor deinem 
armen Bruder; ^sondern offne ihm bereitwillig deine Hand und leihe ihm nach 
Bedarf, soviel er bedarf. 'Hüte dich, dass in deinem Herzen nicht der nichts- 
würdige Gedanke aufkommt: Das siebente Jahr, das Erlassjahr, naht, und dein 
Auge dann schei auf deinen armen Bruder blicke und du ihm nichts giebst; 
dann würde er wider dich zu Jahve schreien, and es würde Verschaldang aaf 
dich kommen. ^<»Gieb ihm willig und sei nicht missgestimmt, wenn du ihm 
giebst; denn um deswillen wird dich Jahve, dein Gott, bei all deinem Thun 
und bei allem, was deine Hand angreift, segnen. ^^Weil die Armen nie aus 
dem Lande verschwinden werden, darum gebiete ich dir: Offne deine Hand 
für deinen elenden und armen Bruder in deinem Lande. 



7nnM, dein Eigen tarn, das sich bei deinem Brader befindet » was da ihm geliehen hast. 
Statt D19VP (du sollst machen, dass deine H. loslässt) ist besser tafavn za punktieren. 
4 rrrr, imperf., nicht jassiv, also »es wird sein«, nicht »soll sein«, wozu auch allein 
*«3 DBM passt. Mit Sam LXX schiebe hinter mrr 1° ^"^nVn ein. Der Vers zeigt, dass es 
sich nach Auffassung des Ergänzers nicht um geschäftliche Darlehen handelt, sondern 
am Armen bewilligte, was für die Gesamtauffassang zu beachten ist, cf. unten; das 
Qleiche gilt auch für Sg, wie die Fortsetzung v. 7 ff. zeigt. 5 Giebt es keine Armen, 
so scheint das Gesetz v. 2 gegenstandslos zu sein; indessen die v. 4 gegebene Ver- 
heissung gilt nur bedingungsweise. 6 ina, das Perf. steht, weil das xrxm die Segnung 
als bereits vorliegende voraussetzt, cf. G-E § 106 o. V. 6 scheint übrigens ursprünglich 
Begründung für v. 3 gewesen zu sein. 7 — 1 1 Einen Armen soll man willig unterstützen 
und sich auch durch die Nähe des Erlassjahres nicht davon abhalten lassen. Bei Sg 
schliesst dieser Abschnitt unmittelbar an v. 2 an, er hat dies ältere Gesetz aber beson- 
ders um der Mahnungen willen mitgeteilt, die er daranknüpft. 7 T*^" 'ii'nra, cf. G-K 
§ 119w Note 1. is'^Ma, Sam LXX p». 8 i^ ^rn *ivk, fehlt Luc und ist in den ver- 
schiedenen LXX-Handschriften verschieden übersetzt, also wohl nur erklärende Glosse 
zu i^'Drno "n. 9 Zu "^V "wvn cf. die Bemerkung zu 12 is. ^r*^n, cf. 13 14, ist nachträgliche 
Näherbestimmung zu "ut. yavn na«, cf. G-K § 134 o. n9*)i Fortsetzung von mm, von }t 
abhängig, mn -jn mm, wohl Zusatz, cf. Einl. § 8, 33. 10 "janV, Sam LXX T^aVn, aaV 
ist Sitz des Urteils. 11 Diese Mahnung ist nötig, weil es an Armen nie fehlen wird, 
eine Behauptung, die v. 4 direkt widerspricht. Eine Ausgleichung wäre nur möglich, 
wenn man als Überzeugung des Sg annehmen dürfte, dass Israel niemals den Geboten 
Jahves gehorchen wird (v. 5), was aber schwerlich berechtigt ist. ^ixio *4sn p ^y, fürSg 
charakteristisch, um ein Gebot als wohlbegründetes hinzustellen. X'^^i ^^^ Pausalform 
cf. G-E § 29 i (l>bhir); vielleicbt aber soll nur das ^«wa nach dageÜertem Jod vermie- 
den werden (Dillm.). — Ein Gesetz, in dem der terminus mv gleichfalls eine Bolle spielt 
und in dem gleichfalls vom je siebenten Jahr die Rede ist, ist Ex 23io— ii. Dort wird 
gefordert, dass man einen Acker nach sechsjähriger Bebauung im siebenten Jahr brach 
liegen lassen soll (tSQv); die rtvov soll auch dort den Armen zu gute kommen. Beide 
Gesetze werden von Dillm. in der Weise kombiniert, dass er meint, die Ackerbrache und 



Dtn 1512—18. 57 

^^Wenn sich dein Bruder, ein Ebräer oder eine Ebräerin, dir verkauft, 
so mag er dir sechs Jahre dienen ; aber im siebenten Jahr entlass ihn frei von 
dir. *> Und wenn du ihn frei von dir entlässt, so entlass ihn nicht mit leeren 
Händen. ^^ Statte ihn freigebig aus (mit Gaben) von deiner Herde, deiner 
Tenne und deiner Kelter; ^je nachdem' dich Jahve, dein Oott, gesegnet hat, 
gieb ihm. ^^ Denke daran, dass du (auch) einmal Knecht warst in Ägypten- 
land, und dass Jahve, dein Oott, dich erlöst hat; darum gebiete ich dir heute 

solches. ''Wenn er aber zu dir spricht: Ich will nicht von dir gehen, weil er dich 
und die Deinen liebt, weil es ihm bei dir gut ging, ^^so nimm einen Pfriemen und bohre 
ihn durch sein Ohr in die Thüre; dann ist er für immer dein Sklave. Auch mit deiner 
Magd verfahre ebenso. '»^Und* es erscheine dir nicht als etwas Hartes, wenn 
du ihn fr^i von dir entlassen musst, denn er hat dir sechs Jahre lang doppelt 
soviel erarbeitet, als du einem Tagelöhner an Lohn hättest zahlen müssen, und 
Jahve, dein Oott, wird dich (ja dafür) segnen, bei allem, was du thust. 



der Schnlderlass falle in dasselbe Jahr, und Dtn 15 wolle die Armen, die ja in diesem 
Jahr nichts ernten, also auch ihre Schulden nicht bezahlen können, durch die Forderung 
einer Suspendierung des Schuldverhältnisses für dieses Jahr schützen. Dies ist unbe- 
rechtigt, da Dtn 15 auf ein Brachjahr nicht im Geringsten anspielt und es ausserdem 
zweifelhaft ist, ob das letztere von allen Ackerbesitzem gleichzeitig beachtet wurde, ob 
es nicht vielmehr für verschiedene Äcker je nach dem Beginn ihrer Bestellung ein ver- 
schiedenes war. Damit fällt aber die Nötigung fort, mv hier ebenso zu deuten, wie 
Ex 23 11, da beide Gesetze nicht zusammenhängen. Es wird dann xsw nach dem nächst- 
liegenden Sinn von völligem Erlass der Schuld zu deuten sein. Dafür spricht auch die 
Mahnung v. 7 ff. Denn bedingte das Erlassjahr nur eine Aufschiebung der Schuldein- 
treibung, so war eine Yersagung der Unterstützung von Armen weniger zu befürchten, 
als wenn es die Aufhebung des Schuld Verhältnisses für alle Zeit herbeiführte. Übrigens 
ist im Zusammenhang nur an Darlehen an Arme gedacht, und' die Meinung ist, was 
man einem Armen zunächst als Darlehen giebt, soll, wenn er es bis zum Erlassjahr 
(trotz der ja freistehenden Anwendung von Bechtsmitteln, durch die er zur Bückzahlung 
gezwungen werden konnte) nicht zurückzahlen kann, in ein Geschenk umgewandelt wer- 
den. (Praktische Schwierigkeiten entstehen nur dann, wenn das Gesetz auch auf ge- 
schäftliche Darlehen angewandt wird. Die späteren Juden halfen sich da durch einen 
Bevers, ^inn^ir, ngoaßoXii, (cf. Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes i. Zeitalt. J. Chr. * II, 299). 
Zu beachten ist, dass das Erlassjahr religiöse Bedeutung hat (cf. v. 2 ''"'M). Es ist dies 
das erste Stadium in der Herausbildung des Sabbatjabres Lev 25iff. Neh 10 32. 

12 — 18 Ein hebräischer Sklave, resp. Sklavin, soll, wenn er nicht freiwillig im 
Dienst bleibt, nach sechsjährigem Dienst freigelassen und mit den nötigen Mitteln, sich 
selbst zu erhalten, ausgestattet werden. 12 "^do**, wohl reflexiv (nicht passiv), cf. Lev25s9. 
14 Zu -T3p-< mit losem Silbenscbluss cf. G-E § 93 k. ^vm, Sam LXX ^mc:. 15 Cf. 24i8.n. 
5i5. 15 11. 16 — 17a Cf. Ex 215.6, doch wird die Zeremonie nicht am Heiligtum voll- 
zogen, sondern an der Thür des Hauses; Dtn hat ja die Kultusstätten der einzelnen 
Orte aufgehoben und die Verlegung des Aktes nach Jerusalem war unnötig. Übrigens 
ist fraglich, ob B'*n^Mn Ex 21 s nicht besser das Gottesbild im Hause ist, das Dtn natür- 
lich nicht mehr gelten lässt. rt'yiavy cf. G-K § 126 q. r^-;3i ytn^ pa, eig. ihn in das Obr 
und die Thür stechen. Über die Bedeutung der Zeremonie cf. zu Ex 21 5f. 17 b dem 
n-*na9rr im v. 12 entsprechender Zusatz. 18 k!», Sam Luc kV\ *jryn Sam und alte Aus- 
gaben (cf. Ginsburg) x^yn. nawo, ein Tagelöhner würde doppelt so viel gekostet haben; 
der Sklave hat also für den Lohn, den er erhielt, doppelt so viel geleistet als ein Lohn- 
arbeiter. Mithin ist es kein unbilliges Verlangen, dass man ihn unentgeltlich gehen 



58 Dtn 1519—23. 16 1. 

i^AlIe männliche Erstgeburt, die dir unter deinen Rindern und Schafen 
geboren wird, weihe Jahve, deinem Oott. Arbeite nicht mit dem Erstgeborenen 
deiner Rinder und schere das Erstgeborene deiner Schafe nicht. *^Yot Jahve, 
deinem Gott, verzehre es Jahr für Jahr an der Stätte, die Jahve erwählen wird, 

du und die Deinen. »Wenn sich aber ein Makel an ihm befindet, (ist es) lahm oder 
blind 'oder* (hat es) sonst einen schlimmen Fehler, so darfst du es Jahve, deinem Gotte, 
nicht opfern. '^An deinem Wohnort darfst da es verzehren, ganz gleich, ob einer un- 
rein oder rein ist, wie (das Fleisch von der) Gazelle und (dem) Hirsch. *'Nur sein Blut 
geniesse nicht; giesse es auf die Erde wie Wasser. 

16 1 Achte auf den Monat Abib und veranstalte Passah für Jahve, deinen 
Gott; denn im Monat Abib hat Jahve, dein Oott, dich bei Nacht aus Ägypten 



lässt (und ihn noch ausstattet). Jedes weitere Bedenken wird beseitigt durch den 
.Hinweis auf Jahves Segen, der etwaige £inbu8se ersetzt. Der Vers schliesst deutlich an 
V. 12—15 an, y. 16—17 sind also Einschub. — Die Vorschrift, den Sklaven nach sechs- 
jährigem Dienst freizulassen, ist auch in das Bundesbuch aufgenommen, aber anders 
ausgeführt. Für Sg charakteristisch ist, 1) dass er die Sklavin dem Sklaven ganz gleich 
stellt, was Ex 21 nur für das Weib des Sklaven gilt; 2) dass er eine Aussteuer für die 
Freigelassenen fordert. Befolgt scheint das Gesetz nur einmal zu sein und da nur 
vorübergehend, Jer 348ff. unser Abschnitt, der Verordnungen zu Gunsten der Armen 
enthält, stört den Zusammenhang der Eultusgesetze des Sg und gebort inhaltlich zu 
Kap 24ioff. D' hat ihn wohl von da hierher versetzt, um die jährlich (1482), alle drei 
(1488) und alle sieben Jahre (15 1.12) zu erfüllenden Pflichten zusammenzustellen. 

6) 15, 19—28 Die Erstgeburten von Schafen und Bindern sollen jährlieh am 
Zentralheiligtum geopfert werden, ein Gesetz des Sg, das 12 17 auslegen soll. 19 ^isarr, 
sonst (z. B. Ex 3419. 13 8) durch arri ^:st erklärt, bedeutet den gesamten ersten Wurf 
einer Kuh oder eines Schafes, nicht das erste der jährlich von ihnen geworfenen Tiere, 
cf. Bob. Smith, Bei. of Sem. 462ff. v^n, eig. du sollst es dem Bereich des Profanen 
entnehmen, es nicht wie die später Geborenen zur Arbeit oder zur Gewinnung von Wolle 
benutzen. 20 Die Opferung der Erstgeburten hat wahrscheinlich am Passahfest statt- 
zufinden, cf. 16 2. 21 Vor ^fy ik not ergänze dem Sinne nach r^rr "s ; vor diq ^d lies mit 
Sam LXX AF Luc im und ergänze ia rrm ^^. 22 Da fehlerhafte Tiere nicht geopfert 
werden dürfen, so sind sie als gewöhnliche Speise zu essen nach den Vorschriften von 
122off. — Sg will kein vollständiges Gesetz über die Erstgeburt geben, daher spricht 
er nicht von der Lösung der menschlichen Erstgeburt und der Behandlung der Erst- 
geburt unreiner Tiere, wie dies Ex 2228f. 34i9f. geschieht. Sg hebt nur hervor, welche 
Änderung in der Sitte durch die Kultuskonzentration erfordert wird, nämlich die Ver- 
legung des Erstgeburtsopfers nach Jerusalem. Von Ex 2229 unterscheidet sich unser 
Gesetz durch die abweichende Zeitbestimmung der Opferung, betreffs deren Sg sich an 
J (Ex 34i9f.) anschliesst, wie denn solcher Anschluss an Ex 34 (nicht an Ex 23) auch 
bei Kap. 16 1—17 zu bemerken ist. Das Gesetz des F weicht von Sg darin ab, dass 
nach diesem die Erstgeburt zu einem Mahlopfer zu verwenden ist, während sie nach P 
lediglich eine Abgabe an die Priester ist, die Blut und Fett derselben an den Altar 
bringen, das Fleisch aber selbst essen sollen, Num 18 nf. V. 21 deckt sich mit 17 1, 
V. 22 — 23 mit 1222ff.; sie sind daher wahrscheinlich redaktionelle Zusätze. — Vgl. das 
dtnste Gesetz Ex 13ii— 16. 

7) 16, 1—17 Die drei jährlichen Hauptfeste sind am Zentralheiligtum zu feiern, 
und zwar 1) Passah (v. 1—2. 5—7) und Mazzoth (v.3— 4. 8); 2) das Wochen fest (v.9— 12); 
3) das Laubhütten fest (v. 13—15). Zusammenfassung (v. 16—17). Dem sprachlichen 
Charakter nach gehört dieser Abschnitt Sg an, dessen Tendenzen auch im Inhalt von 
V. 1—17 zum Ausdruck kommen. Ältere Gesetze über diese Feste liegen vor a) in J: 



Dtn 162— s. 59 

we^efuhrt. *ünd opfere Jahve, deinem Oott, als Passah Schafe und Rinder 
an der Stätte, die Jahve, *dein Gotf, zur Wohnung für seinen Namen erwählen 

wird. 3 jgg nicht Gesäuertes dazu ; sieben Tage lang iss dazu ungesäuerte Brote, Elends- 
kost, weil du in hastiger Flucht aus Ägyptenland ausgezogen bist, damit du des Tages 



Ex 3419— -so. 22— 23. 25— 96 (dagegen ist v. 18 in J nicht ursprünglich). V. 23, eine Zu- 
sammenfassung, setzt voraus, dass von drei Festen vorher die Bede war. Ausdrücklich 
genannt sind rys« und tfCK, die beiden letzten; das erste ist nach v. 25 moeh ;n, auf 
dieses müssen also v. 19—20 bezogen werden. J kennt also als Frtihlingsfest nur das 
Passah (nicht das Mazzoth), und an diesem Fest wird die Erstgeburt von Bindern und 
Schafen geopfert; von einem Passahlamm wird nichts erwähnt. Zu dem Opferfleisch 
darf nichts Gesäuertes gegessen werden. Sonst vgl. för J noch Ex 3i8. 5i.3 u. s. w. 
122ifr.; danach hat Israel ein Fest, an dem Schafe und Binder geopfert wurden, bereits 
vor dem Auszug aus Ägypten gekannt, wollte es in der Wüste feiern, musste es aber, 
da es die Erlaubnis dazu nicht erhielt, in Ägypten feiern. Da der Auszug an diesem 
Feste erfolgte, ist die Erinnerung an ihn damit verknüpft worden, b) In E wird nur 
über den Ursprung des Mazzothfestes erzählt: Ex 12s4. S9, vom Passah aber nichts be- 
richtet. In den Kreisen von E ist femer das erst später im E eingearbeitete Gesetz 
Ex 23 14- 16 entstanden; dieses fordert drei Feste, ms» zur Erinnerung an das Ex 12s4.89 
Berichtete, -^'«sp, cjok. Auch dies Gesetz weiss nichts vom Passah. Das Erstgeburtsopfer 
findet sicher nicht am Frühlingsfest statt. Ex 2229: das Frühlingsfest in E trägt also 
andern Charakter, als in J, hat daher auch einen andern Namen. Ebenso hat auch das 
zweite Fest einen andern Namen als in J, nur im dritten, dem bereits vor der Beichs- 
teilung in Israel gefeierten Fest (v(^n) stimmen beide zusammen. Daraus ergiebt sich, 
dass die beiden ersten Feste wahrscheinlich erst nach der Beichsteilung entstanden sind, 
resp. im Nordreich das Passahfest mit dem Mazzothfest vertauscht wurde, während in 
Juda das Passahfest beibehalten wurde. Jedenfalls kommen in J und E zwei ganz ver- 
schiedene kultische Sitten zum Ausdruck. 

Das Festgesetz des Sg knüpft an J an ; denn es kennt nofe und niya«, die E un- 
bekannt sind. Das Mazzothfest wird behandelt in v. 8—4. 8. 16. Danach scheint es 
zunächst, als würden die Kultusgesetze von J und £ kombiniert. Nach v. 6—7 kennt 
Sg jedoch nur ein eintägiges Frnhlingsfest , also nicht das siebentägige Mazzothfest; 
jene Verse scheinen danach Sg nicht anzugehören. Dazu kommt als Bestätigung, dass 
V. 3 — 4 den Znsammenhang von 1 — 2. 5—7 unterbrechen, und dass v. 8 den Sprach- 
gebrauch des P zeigt. Die Kombination von Passah und Mazzoth ist also erst in der 
Zeit nach Sg erfolgt, wahrscheinlich infolge der Zusammenarbeitung von J und. E; sie 
ist noch dem ursprünglichen Heiligkeitsgesetz unbekannt (Lev 23ö.9ff.; v. 6—8 sind Zu- 
satz] und findet sich ausserhalb des Pentateuch zuerst £z 4521. Dass sie damals nur 
in der Theorie vorlag, ergiebt sich daraus, dass das eintägige Passah und das sieben- 
tägige Mazzothfest verschieden kombiniert wurden, indem man entweder den Passahtag 
mit dem ersten Mazzothtag identifizierte (Ez 452iff. Dtn 164. Ex 12i8ff.) oder jenen 
diesem voraufgehen Hess (Lev 23Aff. Num 28i6fr. Dtn 168); erst die Praxis konnte die 
Unklarheit beseitigen. 

1 — 8 Passah (und Mazzoth). 1 a'^ann, der vorcxilische Name des Monats, der 
später Nisan hiess. Das Passah ist (übereinstimmend mit J) ein historisches Fest ; über 
den Namen cf. zu Ex 122i. 2 "^pa^ Imsc, Apposition zu rtct; da Sg sich an J anschliesst 
und bei diesem zweifellos die Erstgeburten von Schafen und Bindern am Passahfest 
geopfert wurden, wird man auch hier unter "^pai '\»:l dieselben zu verstehen haben. Die 
Leistungen, die 15i9f. und 16 if. gefordert werden, fallen also zusammen. Das Neue, das 
^S J gegenüber fordert, ist die Verlegung des Opfers an das Zentralheiligtum; dasselbe 
gilt von den andern Festen. Hinter '«"'^ füge mit Sam LXX yn^» ein. 8 ^""W, zun) 



60 Dtn I64--9. 

deines Auszuges aus Ägyptenland gedenkest, solange du lebst, ^ünd kein Sauerteig 
darf sich bei dir in deinem ganzen Gebiet vorfinden sieben Tage lang; und von dem 
Fleisch, das du am Abend des ersten Tages opferst, darf nichts bis zum Morgen übrig 
bleiben. 6 Du darfst das Passah nicht in einem deiner Wohnorte, die Jahve, dein 
Gott, dir geben wird, schlachten; «sondern *an* der Stätte, die Jahve, dein Gk)tt, 
zur Wohnung für seinen Namen erwählen wird, musst du das Passah schlachten, 
Abends um Sonnenuntergang zur Zeit deines Auszugs aus Ägypten. ^ Koche 
es und iss es an der Stätte, die Jahve, dein Gott, erwählen wird; am (folgen- 
den) Morgen wende dich und zieh nach Haus. «Sechs Tage lang sollst du un- 
gesäuerte Brote essen, und am siebenten Tage ist Festversammlung für Jahve, deinen 
Gott; da darfst du *gar* nichts thun. 

*Zähle dir sieben Wochen ab; von da ab, wo man die Sichel an den Halm legt, 



Passah, cf. Ex d4i5. Dies ist für den Bearbeiter der Anlass, das Mazzothfest mit dem 
Pasaah zu verbinden. ^9 on^ werden die mxa genannt nach Ex 1284. 89. "pftn, nur noch 
Ex 12ii (P), die Einfügung von v. 3-4 fällt also wohl in das Zeitalter des P. 4 Cf. 
Ex 13 7b (dtnst) 3485 (J). yivtcm nrn, der Passahtag ist also hier identisch mit dem 
ersten Mazzothtag. 5 Vain k^, cf. zu 12 17. 6 Cf. 12 18. mpn ^m, seil, sollst du 
gehen und ...; Sam vielleicht richtiger atpfsa. 00, nach den Accenten zum Folgenden 
gezogen, ist sicherlich mit dem Vorhergehenden zu verbinden. Die Zeitbestimmung »um 
Sonnenuntergänge ist nicht ganz genau, cf. tM v. 1; doch liegt, wenn man den Aus- 
druck nicht presst, kein Widerspruch mit v. 1 vor. 7 n^vai bedeutet strenggenommen 
nur: du sollst gar machen; gewöhnlich aber bedeutet ^va kochen, wobei die Beifügung 
von B*«na (Ex 129) durchaus nicht nötig ist. Da die gewöhnliche Bedeutung hier nicht 
durch einen Zusatz (vks II Chr 35 18) ausgeschlossen ist, wird man bei ihr stehen bleiben 
müssen. Beachtenswert ist dann der Widerspruch unserer Stelle mit P Ex 129; das 
von P verbotene, hier geforderte Kochen entspricht der älteren Opfersitte, cf. Jud 6i9ff. 
ISam 2isff. -)paa, an dem dem Passahmahl folgenden Morgen. D**VrtK^ *jVn, nicht: in die 
Zelte, die ihr euch bei Jerusalem für euren siebentägigen Aufenthalt aufgeschlagen habt, 
sondern ■* nach Hause gehen, cf. ISam 138 u. a. 8 nvr, kein Widerspruch zu v. 3, da 
hier die ersten sechs Tage des Festes dem siebenten gegenübergestellt werden; am letzten 
Tage ist n*-3cy (Lev 2336) und völlige Arbeitsenthaltung (Sam LXX '^'o h^) gefordert, 
im Unterschied davon für die sechs voraufgegangenen Tage nur Mazzothessen. Augen- 
scheinlich ist für den ersten Mazzothtag keine Festversammlung gefordert, dieser also 
nicht mit dem Passahtag identisch. n-)2c9 und ndtcVta Vs rroy vh sind für P charakteri- 
stische Wendungen, cf. Lev 23 36. £x 12 16. — Weitere dtnste Yorschriften betreffs des 
Passah- resp. Mazzothfestes sind Ex 1284—97. 13s~io. Das spätere Gesetz (P)£xl2i — 80 
unterscheidet sich von dem unserm durch detailliertere Vorschriften, durch die Yertau- 
schung der (bei P zur Abgabe gewordenen) Erstgeburten von Bindern und Schafen mit 
dem Passahlamm, durch die Forderung, dieses zu braten und nicht zu kochen, und 
endlich durch die Lostrennung des Passahmahles vom Heiligtum; das Passahmahl ist 
in D ein Opfermahl, in P ein Gedächtnismahl, denn nach P gab es zur Zeit des Aus- 
zugs überhaupt noch keine Opfer. 

9—12 Das Wochenfest. 9 hnm^ vom Anfangen der Sichel (wa^rt nur noch 2386) 
an dem Halm, d. h. von da an, wo du die Sichel an den Halm legst, vom Beginn der 
Ernte an. Wann dieser Termin ist, ist natürlich nicht genau zu bestimmen. Schwerlich 
fällt er mit dem Passah zusammen (Wellh. Prol. ' 87); dies wäre nur dann der Fall, 
wenn Passah und Mazzoth kombiniert wären. Der Beginn der Ernte und das Passah 
sind denn auch noch Lev 235. 9fF. getrennt. Daraus folgt, dass das Wochenfest der Zeit 
nach vom Passah unabhängig ist; es wird daher selbst Num 2886 noch nicht datiert. 
Übrigens lesen Sam (LXX?) "t^tto, von deinem Anfangen mit der Sichel am Halm an; 



btn 16 10—16. 61 

beginne sieben Wochen zu zählen. ^<^Dann yeranstalte das Wochenfest für 
Jahve, deinen Oott, yon fireiwiiligen ^Oaben^, die deine Hand giebt, jenachdem 
dich Jahve, dein Gott, ^gesegnet hat\ ^^Und sei fröhlich vor Jahve, deinem 
Oott, du und dein Sohn und deine Tochter, ^ ' dein Knecht und deine Magd 
und der Levit, der in deinem Orte wohnt, und der Fremdling, die Waise und 
die Witwe, die unter dir sind, an der Stätte, die Jahve, dein Oott, zur Woh- 
nung fär seinen Namen erwählen wird. »Gedenke, dass du Knecht in 'Ägypten« 
land* warst, und beobachte diese Satzungen. 

^'Das Laubhüttenfest feiere sieben Tage lang, wenn du (den Ertrag) von 
deiner Tenne und Kelter einsammelst. ^^Sei fröhlich an deinem Fest, du und 
dein Sohn und deine Tochter, ^ ' dein Knecht und deine Magd, und der Levit, 
der Fremdling, die Waise und die Witwe, die in deinem Orte wohnen. 
1^ Sieben Tage lang sollst du Jahve, deinem Oott, feiern an der Stätte, die 
Jahve, ^dein Oott', erwählen wird, denn Jahve, dein Oott, wird dich in all dei- 
nem Ertrag und bei aller Arbeit deiner Hände segnen ; darum sei nur fröhlich. 

'* Dreimal im Jahre sollen alle Männer unter dir das Angesicht Jahves, deines 
Gottes, 'sehen* an der Stätte, die er erwählen wird: am Fest der ungesäuerten Brote, 

die Konstruktion des MT ist regelmässiger. 10 rvo nur hier (vielleicht aus romo Yer- 
schrieben?). Da das Fest in Beziehung zur Kornernte steht, wird es als Erntedankfest 
aufzufassen sein; an ihm wird also der »Zehnte« vom Korn geopfert sein 14a2ff., cf. £z 
(23 16) 34». Lev 23ißff. Num 2896ff. Das Mass des zum Opfer Verwandten Gberlässt 
8g dem freien Willen, erwartet aber, dass es dem Masse des Segens Gottes entspricht; 
danach kann auch hier der Zehnte nicht im strengen Sinne gemeint sein, ^s^^a*, Sam 
LXX 'jsia. 11 Cf. 12 18. T^xrij Sam LXX yi^f. Beachte die Erwähnung der Witwen 
und Waisen: Während bisher gerade die kultischen Mahlzeiten ein Anlass der Ausbeu- 
tung der Armen waren (man suchte dadurch die Mittel zu ihnen zu gewinnen, cf. Am 
26ff.), werden sie hier ein Mittel der ArmenunterstGtzung. 12 Cf. 15 15. Mit Sam T.YY 
lies 'xa pna. Y. b ist formelhaft, also wohl Zusatz; ebenso yielleicht auch v. a, da die 
Begründung des y. 11 durch ihn keine auf den ersten Blick durchsichtige ist; begründet 
wird nämlich nicht der Hauptgedanke von v. 11, sondern nur die Forderung, auch den 
Knecht, die Magd u. s. w. an der Feier teilnehmen zu lassen. 

18 — 15 Das Laubhüttenfest. 18 Neu ist der Name nson an (cf. Ex 23 le. 34»: 
cfcii), der durch die Sitte veranlasst ist, während des Festes in Laubhütten zu wohnen, 
(Lev 2399fir.), und weiter auch Lev 2384 vorliegt. Dem entsprechend, dass dies Fest das 
altisraelitische Hauptfest ist (ann xar l^xv'*^* ^^' J^d 21 19) wird es sieben Tage lang 
gefeiert (was J und £ nicht erwähnen; später wurde noch ein achter Festtag hinzu- 
gefügt, cf. Lev 2389. Num 29iaff.). Seiner Bedeutung nach ist es ein Erntedankfest, 
und zwar sowohl für den Segen der Tenne (Korn) als der Kelter (Most und Ol). Zu 
'jap-' cf. 15i4. 14—15 Cf. V. 11. ^t^n, Sam LXX ohne % "»"^ Sam LXX + ^^\». Auf 
den fröhlichen Charakter des Festes legt Sg ein besonderes Gewicht (rnov ^, nur fröh- 
lich, nicht anders als fröhlich). Er scheint also zur Betonung derselben besonderen 
Anlass gehabt zu haben; hatten die Feste zur Zeit des Sg ihren alten, fröhlichen Cha- 
rakter verloren, etwa dadurch, dass an ihnen Kinderopfer dargebracht wurden? — Vgl. 
weiter 26iff. Die spätere historische Motivierung des Sukkothfestes (Lev 23 4S) kennt 
Sg noch nicht. Sie hat sich wohl erst später auf Grund des Dtn entwickelt. Das Neue 
des Festgesetzes des Dtn besteht nämlich nur in der Verlegung der Feste an das 
Zentralheiligtum; dies machte weiter die (im Dtn noch fehlende) Festlegung des Datums 
nötig, wodurch die Erntedankfeste ihre Verbindung mit dem Ende der Ernte verlieren, 
und dies bedingt weiter das Entstehen einer neuen Auffassung der Feste, die ihren Aus- 



62 Ötn 16 17— Id. 

am Wochenfest und am Laubhüttenfest; man darf aber das Angesicht Jahves nicht mit 
leeren Händen *sehen*; ^^ jeder (bringe mit), was er zu geben vermag nach dem Segen 
JahveSi deines Gottes, den er ihm gespendet hat. 

^^ Richter und Amtleute stelle dir in all deinen Orten an, dieJahve, dein 
Gott, dir geben wird, in allen deinen Stämmen, und sie sollen über das Volk 

gerechtes Urteil fallen. ^"Beuge das Recht nicht, nimm auf niemanden Rücksicht, 
und nimm keine Bestechung an ; denn Bestechung blendet selbst die Augen der Weisen 



druck in der neuen Motivirung findet. 16 — 17 Zusammenfassung und Abschluss. 16 Zu- 
satz nach Ex 3488. 23 uff. 342ob « 23i5b, wobei freilich das 'j'iidT nicht ganz passt, 
denn Sg forderte auch das Erscheinen der Frauen und Jungfrauen am Heiligtum. Zu 
n^*^:: cf. Ex 22 15b. 17 mit v. 16b zusammenhängend, also gleichfalls Zusatz. Zur Er- 
klärung vgl. y. 10. 

b) 1618—1981. Ober die »theokratischen Ämter« und das Gerichtswesen. 

Inhalt: 16 18—80 Über die Anstellung von Richtern. 1681—177 Verbot der Auf- 
richtung von ASeren und Masseben und der Opferung fehlerhafter Tiere und Gesetz über 
die Bestrafung des Götzendienstes. 178— is Über die Entscheidung schwieriger Rechts- 
fälle in Jerusalem, u— 80 Das Eönigsgesetz. 18 1 — 8 Über das Einkommen der Leviten. 
9—88 Verbot des Moloch op fers , der Zauberei und der Befragung von Wahrsagern und 
Gesetz über das Verhalten gegen Propheten. 19 1— 8i Gesetze über Asylstätten (v. 1 — 13), 
Grenzverrückung (v. 14) und Zeugenschaft (v. 15—21). — Wie die Inhaltsübersicht zeigt, 
fehlt es an einer klaren Disposition. Eine solche liegt höchstens in 17 u— 1888 vor, 
wenn man 189 — u als Einleitung zum folgenden Abschnitt ansieht; hier wird gehandelt 
von den drei »theokra tischen Ämtern« des Königs, Priesters und Propheten. Wahr- 
scheinlich hat Dr verschiedene Gesetzsammlungen kombiniert. Eine derselben ist ziem- 
lich sicher Sg zuzuweisen: 18i— 8. 19i— 10.15— 8i (abgesehen von Bearbeitungsspuren). 
In 178 — IS scheinen zwei Bearbeitungen eines Gesetzes miteinander verschweisst zu sein, 
zu deren einer I618— 80 die Einleitung bildet. Da Sg in 19i5ff. das Vorhandensein von 
Richtern voraussetzt, deren Einsetzung 16 18 — ^80 fordert, so scheint auch I618— 8omit der 
daran anschliessenden Rezension des in 178 — is vorliegenden Gesetzes Sg anzugehören; 
der sprachliche Charakter ist mindestens nicht dagegen, eher eine Bestätigung dafür. 
Die übrigen Gesetze gehören Sg sicher nicht an. Das Urteil über ihre Zugehörigkeit 
muss zunächst in suspenso gelassen werden, vgl. darüber die Vorbemerkungen zu Kap. 
20—25 und Einl. § 2, 7. 8. 

1) 16, 18 — 20 In allen Städten sind Richter und Amtleute einzusetzen, denen 
Gerechtigkeit zur Pflicht gemacht wird. V. 19 ist =» Ex 236.8 -{- Dtn. In; v. 20 ist 
zum grössten Teil aus Formeln zusammengesetzt. Beide setzen voraus, dass das Volk 
selbst Gericht hält, was zu v. 18 nicht ganz passt. Zudem sagt v. 20, dass die Ein- 
nahme des verheissenen Landes der Lohn der Gerechtigkeit im Gericht ist, während 
V. 18, abgesehen von dem formelhaften Relativsatz, den Besitz des Landes schon voraus- 
setzt. Als ursprünglich kann also nur v. 18 (ohne ^h p3 — ^w) gelten. — 18 In älterer 
Zeit waren die Kultusstätten zugleich Gerichtsstätten, an denen durch die Thora der 
Priester alle Fälle entschieden wurden, die für die Volksversammlung im Thore zu 
schwierig waren und genauere Kenntnis des Rechtes voraussetzten. Infolge der Auf- 
hebung dieser Kultusstitten war eine Neuordnung des Gerichtswesens notwendig, da es 
unmöglich war, die Entscheidung aller dieser Fälle der Priesterschaft des Zentralheilig- 
tums zu übertragen (cf. 178ff.). Anknüpfend an die Einrichtung, dass in einzelnen Orten 
(namentlich wohl in grösseren) besondere rechtskundige Leute als Richter angestellt 
waren, fordert Sg, in allen Städten solche Richter anzustellen, denen w^tsv (Schreiber, 
cf. zu 1 15, denen wohl die Aufsetzung von Verträgen etc. oblag) zur Seite gestellt werden 



Dtn 1610—82. 17 1—8. 6d 

und bringt die Worte derer, die im Rechte sind, ins Wanken. '^Nur nach Becht trachte, 
damit du am Leben bleibest und das Land einnehmest, das Jahve, dein Gott, dir 
geben will. 

«1 Pflame dir keine Ääere, keinen Baum, neben den AUar Jahves, deines 
Gottes, den du dir errichten wirst *^Und stelle dir keine Massebe auf, die 
doch Jahve, dein Gott, hasst, 17 ^Opfere Jahve, deinem Gott, kein Rind oder 
Schaf, an dem ein Makel, irgend etwas Schlimmes, ist; denn es ist ein Grauet 
für Jahve, deinen Gott. 

« Wenn sich unter dir in einem deiner Wohnorte , die Jahve, dein Gott, dir 
geben wird, jemand, es sei ein Mann oder ein Weib, findet, der thut, was 

sollen. p-Ts 19BV19, cf. G-K 118 m. 128 p. 19 Cf. die oben angegebenen Parallelstellen. 
•i-^n »\ Sam Syr 'n inh\ in LXX fehlt o-aß i-^sn vh, 20 pix pnx, cf. G-K § 1331. 

2) 16, 21 — 17, 1 Es ist verboten: 1) neben einem Jahvealtar eine ASere zu pflanzen 
(16 21); 2) eine Massebe aufzurichten (I622); 3) fehlerhafte Tiere zu opfern (17 1). 21 n-ivK, 
cf. zu 128, durch die Apposition yv h^ und das Verbum 7193 deutlich als Baum charakte- 
risiert, y. b zeigt, dass das Errichten eines Altars in der Zukunft erwartet wird; ent- 
weder ist dies nur Einkleidung und aus der schriftstellerischen Fiktion der Mosesrede zu 
erklären, oder es ist die Errichtung von Jahvealtären auch nach dem Tempelbau als 
erlaubt vorausgesetzt, dann aber dies Gesetz von einem andern Verfasser als 128fr. oder 
12isff. Letzteres scheint das Richtigere zu sein; die Verfasser von 128ff. isff. hätten 
sicherlich einen unmissverständlicheren Ausdruck gewählt. Es gab also verschiedene 
Beformströmungen : Die Einen forderten Zentralisation des Kultus, die Andern nur Beform 
(Säuberung der Kultnsstätten von heidnischen Xultusgegenständen). Nach IIBeg 236 
stand übrigens bis zur Zeit Josias eine ASere im Tempel zu Jerusalem. 22 nars, cf. 
zu 12s. Der Relativsatz enthält zugleich die Begründung. In dieser Beurteilung der 
Masseben sind die Schriftsteller des AT vor Josias Beform nicht einig; J und £ halten 
die Masseben für erlaubt und sehen in ihnen Denkmäler (z. B. Gen 28 is. 3520) oder 
Zeugen einer Verpflichtung (z. B. Gen 3l45fir. Ex 244); der Verfasser von Jes 19 19 (d.h. 
ein Schüler Jesaias aus der Zeit Manasses) duldet selbst kultische Masseben. Die Mei- 
nung Dillm.'s, dass durch den Belativsatz, »welche Jahve hasstc die kultische Massebe 
von der unanstössigen unterschieden werden solle, ist nicht genügend begründet; Lev 
26 1 hat die Masseben allgemein verboten, hat also unsere Vorschrift anders verstanden, 
als Dillm. meint. 17, 1 Cf. 1521. Lev 22i7ff. Zu der Begründung cf. 725. — Unser 
Abschnitt stellt Forderungen zusammen, die bezwecken den Kultus Jahves seinem Willen 
entsprechend zu gestalten. Eine inhaltliche Beziehung zu 16 18 — 20 lässt sich nicht er- 
kennen; über die Beziehung zu 172ff. s. d. 

3) 17, 2 — 7 Über die Bestrafung des Götzendienstes. Thema und Ausführung 
zeigen grosse Ähnlichkeit mit 182ff.; daher nimmt man meist an, 172 — 7 hätten ur- 
sprünglich in Kap. 13 gestanden. Aber weder lässt sich eine ganz passende Stellung 
ermitteln, noch zeigen sich in 172 — 7 die charakteristischen Eigentümlichkeiten von 
132ff. (besonders fehlt der 133b. 7b. üb entsprechende Satz), noch lässt sich ein Grund 
finden, aus dem 172 — 7 aus Kap. 13 hierher versetzt sein sollten. Wir werden vielmehr 
in 172 — 7 eine Parallelbearbeitung eines älteren Gesetzes zu der Bearbeitung desselben 
Gesetzes durch Sg sehen müssen (vgl. das Verhältnis von 128fr. zu 12i3ff.). Der Re- 
daktor hat 162iff. wohl darum mit 172ff. verknüpft, weil in 162iff. der Masseben- und 
ASerenknlt verboten wird und 172ff. die Bestrafung solcher und ähnlicher Kulte an- 
geordnet wird. Dass diese Verbindung redaktionell ist, zeigt 17 1, wo ein Verbot heid- 
nischen Kultus nicht zu entdecken ist. 2 vfxian *"» gegen Dip*^ **d bei Sg cf. zu 132. Zu 
n«^3 *■» cf. 428 (n^a mv); zur Bedeutung von n-^-^a cf. 4 13. 8 Cf. 4 19. "^n^is «^, Ein 
Begriff » ich habe es verboten ; die erste Person ist auffällig, daher ist der Relativsatz 



6i t)tn 11s— 1. 

Jahve, deinem Gott, missfällt , und sein Gesetz übertritt, ^hingeht und andern 
Göttern dient und sie artetet, insbesondere die Sonne oder den Mond oder das 
ganze Heer des Himmels, was ich verboten Labe, ^und es dir angezeigt wird 
und du 68 hörst, so stelle eine genaue Untersuchung an; und wenn es wirklich 
wahr ist, wenn solcher Gräul in Israel verübt ist, ^so führe diesen Mann oder dieses 
Weib, die so Böses gethan haben, zu deinen Thoren hinaus, den Mann oder das 
Weib, und steinige sie zu Tode. ^Äuf die Aussage von zu>ei Zeugen oder ^auf 
die Aussage von drei Zeugen hin soU der zum Tode Verurteilte getötet werden; 
er darf nickt getötet werden auf die Aussage (nur) eines Zeugen hin. ''Die 
Hand der Zeugen soll zuerst under ihn sein, um ihn zu töten, und die Hand 
des ganzen Volkes nachher. Und du sollst das Böse aus deiner Mitte austilgen. 



wohl Zusatz. Die Erwähnung des Gestirn dienstes scheint die Abfassung unseres Gesetzes 
zu einer Zeit nahezulegen, in der dieser in Israel besonders verbreitet war, d. h. die 
Zeit Manasses (U Beg 21 s) oder die darauf folgende. 4 Y. a noch von **a (v. 2) abhängig; 
V. b (cf. 13 15) beginnt den Nachsatz. rTav*\ fehlt LXX, ist also vielleicht Zusatz, nam 
mw hat die Bedeutung eines Bedingungssatzes, dessen Nachsatz v. 5 folgt, cf. G-K 
§ 159 b: und ergiebt sich der Thatbestand: das Wort ist Wahrheit, zuverlässig, so sollst 
du hinausführen, nayinn cf. Einl. § 8, 89. htfriv^^ statt ia"^pn (v. 2) ist auffallig, da 
Israel sonst durchgängig angeredet ist. Die Worte ^K'^vn — nnvya sind wohl Zusatz. 
5 nvMn TM iK «TKn tk 2o fehlt LXX und ist jedenfalls nur irrtümliche Wiederholung. 
Y^yv, an den Thoren befanden sich die Plätze, auf denen das Volk zur Besprechung 
gemeinsamer Angelegenheiten und zum Gericht zusammenkam. 6 Mit Sam LXX lies 
nvVo n hy im. nun, futurisch, der, welcher sterben soll, cf. G-K § 116 d. Je härter die 
Strafe ist, die dem Verurteilten droht, desto gewissenhafter muss seine Schuld konstatiert 
werden ; darum sind zu einem Todesurteil mindestens zwei Zeugen erforderlich, cf. 19 15. 
Num 3580 (dies ist wohl alter Bechtsgrundsatz, cf. IBeg 21ioff.). Ferner 7 müssen die 
Zeugen die volle Verantwortung für den Tod des Verurteilten übernehmen, indem sie 
den ersten Stein auf ihn werfen. Wird erwiesen, dass sie falsche Zeugen waren, also 
unschuldiges Blut vergossen haben, verfallen sie der Blutrache (cf. auch 19i6fr.). Es 
wird daher so leicht niemand falsches Zeugnis wagen. Zum ganzen Vers vgl. 13 lO. 

4) 17, 8 — 18 Für schwierige Fälle ist die Entscheidung in Jerusalem zu fällen. 
— In seiner gegenwärtigen Form lässt sich das Gesetz nicht klar verstehen. Das Urteil 
ist zu föUen teils durch »die levitischen Priester« (v. 9), teils durch »den Priesterc 
(v. 12), teils durch »den Bichter« (v. 9. 12); dabei heisst es v. 9 »die lev. Pr. und 
d. B.c, in V. 12 »der Pr. oder d. B.c. Man hat daher angenommen, unsere Stelle fordere 
einen obersten Gerichtshof, der von Priestern und Laienrichtern gebildet ist, und dem 
in der einen Abteilung ein Priester, in der andern ein Laie präsidiert. Dadurch würde 
der Wechsel allerdings bis zu einem gewissen Grade erklärlich, jedoch nicht ganz; denn 
das kann doch schwerlich die Meinung sein, dass man sich an das Kollegium der Priester 
und an den Präsidenten der Laienabteilung wenden soll (v. 9i. Dazu kommt, dass der 
Gesetzgeber die Einrichtung des Gerichtshofes beschreiben müsste, da man sie aus seinen 
Worten kaum erraten kann. Die letztere Schwierigkeit fällt allerdings fort, wenn man 
die Nachricht der Chronik, dass Josaphat einen solchen Gerichtshof in Jerusalem ein- 
gerichtet habe (II Chr 198— ii), für historisch zuverlässig hält; der Chronist hat jedoch 
hier wahrscheinlich Verhältnisse seiner Zeit zurückdatiert, cf. Wellh. Prol. ' 197. Be- 
achtet man, dass ü^hn D**anDn in das Dtn überall erst durch spätere Bearbeitung hin- 
eingekommen sind (cf. Einl. § 4, 3), dass die Worte Vmi v^hrt ü^sron (v. 9) in LXX Cod. 
B fehlen (was allerdings auch durch Verwechselung der beiden h» erklärt werden kann), 
und dass v. 8 b und 9 a Dubletten sind ebenso wie v. 10 und 11, so wird man die 



l)tn 1?8— id. * tö 

^[Wenn dir ein BechtsfaU aUzu schwierig ist, in dem es sich um Blut- 
vergiessen handelt, um Eigentumsfragen oder Misshandlungen, (überhaupt) um 
Streitigkeiten, (die) an deinen Thoren (verhandelt werden)], so mache dich auf 
und ziehe hinauf nach der Stätte, die Jahve, dein Gott, erwählen wird, »«o 
gdie zu den levitischen Priestern und dem derzeitigen Richter; ^sie sollen dann 
die Untersuchung führen und dir den Urteilsspruch verkünden. *• Verfahre nach 
dem Spruch, den sie dir verkQnden [von der Stätte aus, die Jahve, *dein Gott', erwählen 

▼ird], und beobachte genau, was man dich lehren wird. «Nach der Weisung, 
[die sie dir geben,] und nach dem Urteil, das sie dir fällen, thue; weiche von 
dem Spi^uch, den sie dir verkünden, nicht rechts oder links ab. i' Wer aber 
in Vermessenheit auf den Priester, der dort dienend vor Jahve, deinem Gott, steht, 
oder auf den Richter nicht hört^ der soll mit dem Tode bestraft werden, und du 
sollst das Böse aus Israel austilgen. i»Z)(w ganze Volk aber soll es hören, damit 
es in Furcht gerate und nicht weiter vermessen handele. 

Schwierigkeit eher durch die Annahme lösen, dass zwei ähnliche Gesetze kombiniert 
sind, deren eines die Entscheidung an das Zentralheiligtum verlegt (v. 8 b), während 
das andere sie »dem Bichterc b. dem König (s. u.) überträgt. Die Entscheidung erfolgt 
am Heiligtum durch niin (v. 11, cf. yn^"* v. 10. 11), die Entscheidung des oev dagegen 
heisst t9Bva (v. 9. 11). Die weitere Scheidung wird durch zahlreiche Zusätze erschwert, 
deren Yorhandensein der Vergleich des MT mit LXX und Luc beweist. Solche sind: 
v. 9 ^m — D-3ron, v. 10 wrr — öiptsn p, v. 11 fi-ji-^ -iw». Nach Entfernung dieser Zu- 
sätze dfirfte zu scheiden sein (Gewissheit lässt sich kaum erreichen): A v. 8b. 10b; B 
V. 9. lla/J— 13. Von R. stammen: v. 10a. 11 aa und in v. 12 die Worte •>» — psn ^»; 
er hat v. 8a aus den Vordersätzen beider Texte kombiniert und den eine Mehrzahl von 
Subjekten voraussetzenden Plural der Verba in v. 9b. IIa hergestellt. Der unter A 
genannte Text scheint Sg anzugehören, denn dieser hat eine Vorliebe für die Wendung 
"«'V "To^ ^TM D*ip«n, und er konnte nicht wohl von isBvn reden, da er Richter in jedem 
Orte kannte, 16 is. 

8 K^c, eig. wenn es dir zu wunderbar ist, dein Vermögen übersteigt, dev»^ "^a-r, 
eine zum o gehörige Sache. diV d*i j*a, eig. zwischen Blut und Blut, d. h. wenn es sich 
um Blutschuld handelt, ähnlich weiter, wenn es sich um jn, Rechtssachen, Streitigkeiten 
Über Besitz, oder ja, Schläge, Verletzungen handelt, fn -pa, Sam LXX jn j»ai. ra^ -nat, 
zusammenfassend, irgendwelche Streitsachen, abhängig zu denken von einem ikVe*« **a. "^-t^^yva, 
cf. 16 18, dort verhandelte das Volk oder der Richter die einfacheren Sachen. 9 t9t«n, es 
giebt augenscheinlich immer nur Einen, und tio kann darunter nicht ein gewöhnlicher 
Richter verstanden werden, sondern nur der Richter atucr' i^oxn^, der König, cf. Am 28. 
Mch 4 14. rvm könnte nur heissen »du sollst sie um ihr urteil befragenc; besser Sam 
LXX iv-ni, sie sollen eine Untersuchung anstellen (ursprfingl. er soll . . ., cL ob.; das 
Gleiche gilt von den weiteren Pluralen). 10 Dipon 7a etc., beigefügt von einem, der als 
Subjekt zu i-rr die levitischen Priester dachte, cf. v. 9 (die Worte fehlen Luc), nnrr, 
Sam LXX + T'*»- 12 'w -^rr^n, cf. lOs. no-j cf. G-K § 143 d. 18 Cf. 13 12. — Das 
Gesetz ist in dem Interesse gegeben, in solchen Fällen, wo die bisherige Ausbildung 
des Rechtes nicht zureicht, die Weiterbildung desselben der menschlichen Willkür nach 
Möglichkeit zu entziehen. Der König entscheidet dann kraft des ihm als dem Gesalbten 
Jahves verliehenen Geistes Jahves, die Priester durch Thora; die von ihnen gegebene 
Entscheidung ist also die Jahves, darum wird ihre Nichtbeachtung so scharf bestraft. 
Zu vergleichen ist die Art, wie Moses die Entscheidung schwererer Fälle sich vorbe- 
hält, ll7. 

5) 17, 14^20 Israel darf sich einen König erwählen, der aber ein Israelit sein 

BandkomnitnUr 1. AT: Steaernig«!, Denteron. 5 



66 Ütn 17 14— 11 

*«Wenn du In das Land kommst, das Jahve, dein Gott, dir geben wird, 
von ihm Besitz ergreifst und dich in ihm niederlässt, und wenn du dann 
denkst: leh möchte einen König über mich einsetzen wie alle Völker, die rings 
um mich sind, ^'^so magst du als König über dich einsetzen, wen Jahve, dein 

Gott, erw&hlen wird. Von deinen BrQdern darfst du einen als König über dich ein- 
setzen; jedoch einen Ausländer, der nicht dein Brnder ist, darfst du nicht über dich 
stellen. '«Nur darf er sich nicht viel Rosse verschaffen und, um sieh viel Rosse 
zu verschaffen, das Volk nach Ägypten zurückführen; hat doch Jahve zu euch 

gesagt: Ihr dürft diesen Weg nicht wieder zurückkehren. '^Ferner darf er sich nicht 

viel Weiber nehmen, damit sein Herz sieh nicht (von Jahve) abwende; auch 



muss ; er soll sich vor allen Dingen vor Stolz hüten und durch eifriges Gesetzesstudium 
in der Gottesfurcht üben. — Spätere Zusätze sind: v. 16b der pluralischen Form wegen 
und V. 18 - 19, da hier das Gesetz als bereits schriftlich vorliegendes aufgefasst wird, 
und da v. 20 inhaltlich weit besser als unmittelbare Fortsetzung zu v. 17 zu verstehen 
ist (beachte auch nrVn o-anan, cf. Einl. § 4, 3); wahrscheinlich auch v. lob wegen der Ent- 
gegensetzung des HM und "^-^sa, cf. Einl. § 4, 3. Auch von den formelhaften Wendungen 
des V. 14a und 20 mögen einige Abschreibern angehören. Während aber sonst die 
Formeln sämtlich leicht ablösbar sind und nach ihrer Ausscheidung ein klarer, zu- 
sammenhängender Text übrig bleibt, ist das hier nicht der Fall, sodass man den Ein- 
druck gewinnt, das Gesetz habe nie ohne sie existiert; es ist daher wahrscheinlich von 
Dr selbst verfasst und an 178—13 angeschlossen, weil hier von dem tsEv » König die 
Rede war. Er lehnt sich dabei tin 1) an ISam 85 (cf. Dtn 17i4). eff., wo ein altes 
Königsrecht mitgeteilt wird; dies wird jedoch hier geradezu aufgehoben; 2) an Dtn 
8i8f. cf. 17 16. 17. 20. Was Sg von allen Israeliten fordert, das macht D^ speziell dem 
König zur Pflicht. Dass ein derartiges Gesetz nötig war, zeigte das Beispiel Salomos 
(IBeg lOuff. lliff.), das sicherlich auch einzelne seiner Nachfolger nachahmten (IIBeg 
20isff.). Zugleich sollte wohl durch dies Gesetz erreicht werden, dass der König in 
seiner Politik sich nicht auf irdische Machtmittel, sondern auf Jahve allein stützte. 

14 Cf. ISam 86. 15 Während ISam 8 das Begehren des Volkes als Sünde er- 
scheint, wird es hier als berechtigt anerkannt, dabei aber doch bestimmt, dass nur der 
von Jahve selbst Erwählte König werden darf. Das Gegenteil geschah häufig im Nord- 
reich (Hos 84), während die davidische Dynastie Judas unserer Forderung genügte 
(ISam 16 1 u. s. w.). S»i *^nn^ -^vk entsprechend der Formel, die Sg so gern zur Bezeich- 
nung des Zentralheiligtums anwendet. Ob das Verbot, einen Ausländer zum König zu 
machen, durch konkrete Verhältnisse motiviert war, wissen wir nicht; nach v. a ist es 
überflüssig, da Jahve keinen Ausländer erwählen wird. 16 Während nach dem Königs- 
recht ISam 8 der König thun darf, was er will, werden ihm hier Schranken gezogen, 
die besonders dem Hochmut bei ihm vorbeugen sollen. 1) Er darf nicht auf die Meh- 
rung seiner Rosse bedacht sein; gemeint sind zweifellos Kriegsrosse, die, soweit wir 
wissen, zuerst von Salomo aus Ägypten eingeführt wurden (IBeg lOssff.), aber auch 
später noch (cf. Jes 31i. s. 369). Aus unserer Stelle ist zu schliessen, dass zur Gewin- 
nung von Pferden thatsächlich »das Volk« nach Ägypten zurückgeführt wurde, das be- 
deutet wohl, dass Israeliten (denn an das Volk als ganzes ist nicht zu denken) als 
Sklaven nach Ägypten gegen Bosse verbandelt wurden. Das Wort Jahves, das v. b (cf. 
auch 2868) zitiert wird, ist uns sonst nirgends erhalten, mag aber in einer verloren ge- 
gangenen Schrift gestanden haben, "«k ''"'^, cf. G-K § 142 d. 17 2) Er soll sich nicht 
viele Weiber anschaffen, wie Salomo einen grossen Harem hatte, denn durch heidnische 
Prinzessinnen könnte er zum Abfall von Jahve verführt werden, cf. IBeg lliff. 16siff. 
-iiD^ uh\ cf. G-K § 165 a. 3) Er darf sich nicht übergrosse Schätze von Silber und Gold 
sammeln; denn diese verleiten (zum Vertrauen auf irdische Macht und) zum Stolz, cf. 
Jes 39. 18 "^n 'an "acVs, denn das Gesetz liegt vor den Priestern, cf. 31 9. Die erst 31» 



bin 1? 18— so. 18 1.1 6? 

« 

Silber und Gold darf er sieh nicht in flbergrosser Menge sammeln, '*und wenn 

er den Königsthron besteigt, soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes, das sich unter 
der Obhut der levitischen Priester befindet, in ein Buch schreiben lassen. '*Die soll er 
stets bei sich haben, und er soll täglich darin lesen, solange er lebt, damit er lerne 
Jahve, seinen Gott, zu fürchten und alle Worte dieses Gesetzes und dieser Satzungen 

2u beobachten, "^ damit sein Herz sich nicht Aber seine Brader erhebe, und 
damit er weder rechts noch links von dem Gesetz abweiche, auf dass er und 
seine Söhne lange an der Herrschaft bleiben inmitten Israels. 

18 ^ [Die levitischen Priester, der ganze Stamm Levi, soll keinen Anteil und 
Erbbesitz in Israel haben; von den Feueropfern Jahves und den ihm zufallenden Anteilen 

sollen sie sich nähren. *£r soll keinen Erbbesitz inmitten seiner Brüder haben; 



erfolgende Aufzeichnung des Gesetzes wird hier schon vorausgesetzt; v. 18 f. sind also 
erst nach 31 9 geschrieben. Durch diese Forderung, dass der König sich eine Abschrift 
des dtn. Gesetzes anfertigen lassen und in ihr täglich lesen soll, will der Verfasser er- 
reichen, dass er des Gesetzes stets gedenkt; denn damit ist die Beachtung desselben 
auch vonseiten des Volkes gewährleistet. Die Königsbücher liefern auf jeder Seite einen 
Beweis dafür, wie das Verhalten des Königs das des Volkes beeinflusst, meist i.<i 
schlechten Sinne. 20 Fortsetzung zu v. 17. Vgl. 8i8ff. Vmvr a^^pa statt la'tpa, wohl Znsatz. 
6) 18, 1—8 Der Stamm Levi soll keinen Erbbesitz in Israel haben, vielmehr von 
den Opfergaben leben v. 1—2; so zunächst die in Jerusalem amtierenden Priester, 
V. 3 — 5, aber auch die andern Leviten, wenn sie dahin übersiedeln, v. 6-8. — Wir 
haben hier nicht ein vollständiges Priestergesetz, sondern lediglich Vorschriften über 
ihr Einkommen. J und E enthalten darüber keine Bestimmungen; doch gab es ein altes 
»Priesterrecht«, wie ISam 2is zeigt. Sein Inhalt ist unbekannt; doch wird 188 viel- 
leicht ein ähnliches Gesetz zitiert. (Für das Einkommen eines Priesters in der Richter- 
zeit vgl. die interessante Stelle Jud 17 lo; für die spätere Zeit, d. h. P, cf. Num 18). 
Unser Gesetz gehört im ganzen Sg an. Oberarbeitungsspuren finden sich in v. 1—2. 5. 
6. 7, s. d. Einzelerklärung. 1 D*iVn o'^anab, den levitischen Priestern, nicht den Priestern 
und Leviten, wie es in P und den von ihm abhängigen Schriften heisst. D kennt 
keinen Unterschied von Leviten, die zum Priesterdienst berechtigt sind, und solchen, 
die es nicht sind, cf. zu lOs und ferner v. 6 ff. Durch den Zusatz mhr^ werden die 
Priester aus dem Stamm Levi solchen aus andern Stämmen oder selbst aus heidnischen 
Völkern gegenübergestellt; dass es solche gab, lehrt £z 449. Der Terminus v^hrt ^nmn 
scheint im Dtn überall sekundär zu sein, cf. Einl. § 4, 3 ; seine Entstehung erklärt sich 
bei Ezechiel am leichtesten, der 44 15 die levitischen Priester andern (v. 9) gegenüber- 
stellt, -n^ t9av Va kann nicht Apposition zu u^hn n^ana^ sein; denn thatsächlich kennt 
Dtn Leviten, die nicht Priester sind, obwohl sie Priesterrecht haben. Beide Ausdrücke 
können also nicht von Anfang an nebeneinander gestanden haben; vielmehr wird es ur- 
sprünglich nur '^h taav VaV geheissen haben. Kennzeichen einer fremden Hand wird auch 
Vmm DJ sein, da Sg ysj sagen würde. '""" ^m, im Dtn nur hier, ein bei P beliebter 
terminus technicus, cf. Lev l9. irVna, die ihm zufallenden Abgaben. 2 iV, auf **iV eav 
bezüglich. V. b, cf. 109, iV *)a-T "ivKa also wohl Zusatz. — Danach scheint der Text von 
V. 1 — 2 ursprfingl. nur gelautet zu haben : ip^na «in •»"■» itw aipa nVna "»iV laa« VaV rrrr «V. 
Damit ist ein ähnlicher Satz kombiniert, der lautete: ny nVnai pVn xnhn wiroh rrrr kV 
pVatr inVnai ■«"'^ **vm Vmvr; dieser, der die Bedeform verlässt, die dem Sg fremde Be- 
zeichnung der Priester als vn^h Q**ana und den terminus '«"** ^k aufweist, ist nachdtn. 
und handelt von dem Einkommen nur der Priester (die Leviten im technischen Sinn 
haben ja nach späterer, in P kodifizierter Anschauung Besitz, die Levitenstädte). Der 
andere, Sg angehörige, handelt von dem ganzen Stamme Levi, kennt also keinen Unter- 
schied im Becht der Leviten. Für die folgenden Ausführungen bildet er das Thema ; 
es wird nun weiter gesprochen a) vom Einkommen der Leviten, welche das Priesteramt 



68 t>tn 18 8— d. 

Jahve ist sein Erbbesitz, wie er ihm verheiBsen hat. 'Und folgendes ist es, was 
die Priester rechtlich zu beanspruchen haben vom Volk, von denen, die ein 
Schlachtopfer darbringen, sei es ein Rind oder Schaf; man muss dem Priester 
ein Vorderbein, die Kinnbacken und den Magen geben. ^Die Erstlinge von 
deinem Eom, Most und Öl und die Erstlinge von der Schur deiner Schafe 

sollst du ihm geben. ^Denn ihn hat Jahve, dein Gott, aus all deinen Stämmen er- 
wählt, dass er dienend *Tor Jahve, deinem Gott\ stehe und *in seinem Namen segne*, er 

lind seine Söhne immerdar. 6 Und wenn ein Levit aus einem deiner Orte , aus 
ganz Israel, wo er als Fremdling weilt, kommen will, so mag er nach Herzens- 
lust nach der Stätte kommen, die Jahve erwählen wird, 'und im Namen Jahves, 

seines Gottes, Dienst thun, wie all seine Brüder, die Leviten, die dort vor Jahve stehen. 

^Den gleichen Anteil ^soll er essen, ausgenommen (die, welche) ^Oötzenpriester 
. und Totenbeschwörei^ (waren) [?]. 

besitzen, b) derjenigen, die es noch nicht besitzen, es aber übernehmen dürfen. 8 Wie 
die Formel n dcv« mrn nr^ (cf. 15s. 194) zeigt, wird ein älteres Gesetz zitiert, welches 
die Abgaben von Opfern feststellt, ^r, Subj. ein dem Sinne nach zu ergänzendes narn. 
Zu vergleichen ist Nom 18 is. Lev 7m. 4 Von sich aus fügt Sg hinzu die Erstlinge 
der Früchte (cf. zu 26iff.) und der Schafschur, d. h. der Wolle, eine Abgabe, welche 
einen Best des alten Festes der Schafschur bildet, cf. II Sam 13ssff. I Sam 25. Zu 
vergleichen ist Num 18 is. 6 cf. 10 8. Sam LXX haben danach auch hier **aKV toA 
w Kin lova ^^'y iniv^ yr?»u **"^. Doch wird der ganze Vers hier wie sonst Zusatz sein, 
cf. Einl. § 4, 3. 6 V. 3—5 handeln von den Priestern, d. h. von den Ijcviten, die am 
Zentralheiligtum in Jerusalem angestellt sind. Daneben giebt es aber noch andere 
Leviten in den einzelnen Orten, die früheren Höhenpriester, die durch die Zentralisation 
des Kultus ihr Einkommen verloren haben. Diese haben genau dasselbe Becht, wie die 
jerusalemer Priester, d. h. sie bekommen dieselben Abgaben, vorausgesetzt, dass auch 
sie nach Jerusalem übersiedeln. — Der Nachsatz beginnt mit iqi; diese Konstruktion 
ist der andern vorzuziehen, die den Nachsatz erst mit v. 6 oder 7 beginnen lässt; denn 
der Satz »wenn er kommt und nach Herzenslust kommt« hat wenig für sich. Dann ist 
na*« n zu deuten: wenn er kommen will, cf. G-K § 107 x. Vmv* hva statt ya^a ist über- 
flüssig, also wohl Zusatz. 7 Zu den Ausdrücken, die den Priesterdienst bezeichnen, cf. 
lOs. D^iVn, nicht die Leviten im spezielleren Sinn a Diener der Priester, da von diesen 
nicht '«"'' Bva n^^v gesagt werden kann, sondern die andern Angehörigen des Stammes 
Levi, die das Priesteramt ausüben. Der Vers sagt also rund heraus, dass auch die 
früheren Höhenpriester das Priesteramt in Jerusalem ausüben dürfen ; sie gehen ihres 
Priesterrechtes verlustig nur dann, wenn sie nicht nach Jerusalem übersiedeln. Weiteres 
s. u. 8 pVm pVn, Teil wie Teil, d. h. einen Teil, der dem der dort amtierenden Priester 
gleicht; sie sollen also genau dieselben Einkünfte beziehen. iVair, Sam LXX ^2ir. w 
niann Vy mauB, unverständlich und unübersetzbar. Jedenfalls ist der Text verderbt. Ich 
halte es für möglich, dass ursprünglich dastand: t)*"?a»^ n^V, ausgenommen Götzen- 
priester, d. h.: solche Leviten, die sich an notorisch heidnischen Kulten beteiligt haben, 
dürfen nicht nach Jerusalem kommen. Das folgende Matcn hy ist dann vielleicht Knakn-Vy 
zu punktieren «« samt den Totenbeschwörem. — Das ihnen hier verliehene Becht haben 
die Leviten thatsächlich nie erhalten, lIBeg 239; man hat ihnen wohl die tvia^ (so ist 
IIBeg 239 zu lesen), die gesetzlichen Anteile, nach v. 8 bewilligt, aber nicht das Prie- 
steramt; und selbst das Erstere scheint nur durch Bitten erreicht zu sein, cf. zu ISam 
2s6. Der Erzähler von IIBeg 23 sieht darin eine Nichterfüllung des Gesetzes, er kannte 
also Dtn 18?. Es ist aber wenig wahrscheinlich, dass der König Josia in diesem Einen 
Punkt das Gesetz nicht zur Geltung gebracht haben sollte. Wenn man sagt, sein Werk 
sei hier wohl am Widerstand der Priester gescheitert, so ist dem entgegenzuhalten, daaa 



Dtn 189—11. ^ 69 

'Wenn du in das Land kommst, das Jahve, dein Gott, dir geben wird, 
so lerne nleht die Orftuel dieser Völker naehzuahmen. >oj^ ß^^^ ^-^ i^^^ 

dir niemand, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, der 
Wahrsagerei, Zeich endeuterei und geheime Künste und Zauberei ausübt, "* ' 
der Bannungen vornimmt und Totenbeschwörer und Wahrsagegeister befragt, 



der doch yermutlich ebenso starke Widerstand der Höhenpriester gegen die Aufhebung 
der Höhen ihn nicht gehindert hat, diese aufzuheben, und ferner, dass er doch seine 
Beform im Einvernehmen mit dem Oberpriester Hilkia durchführte. Vollends wird dieser 
Ausweg unmöglich, wenn man annimmt, das Dtn sei von den jerusalemer Priestern selbst 
verfasst. Die einzige Erklärung scheint mir die zu sein, dass im Gesetzbuch des Josia 
die Stelle 187 fehlte. Dann hat der König durchgesetzt, was ausdrücklich geboten 
war; er hat die liOviten nach Jerusalem kommen lassen und ihnen die gesetzlichen 
Anteile an den Priestereinkünften verschafft (II Reg 23 8. 9b), aber nicht, was nur zwischen 
den Zeilen stand. Der Znsatz 18? entspricht durchaus den Absichten des Sg; Leviten 
werden ihn eingefügt haben, und die späteren Priester werden sich mit ihm abgefunden 
haben, indem sie n^i^n von den dienenden Leviten deuteten. Über die weitere Entwicke- 
lung des Priestertums cf. zu £z 44 und zu den betr. Gesetzen des P, namentlich Num 
1 — 4. Ob V. 8b in Sg ursprünglich ist oder späterer Zusatz, lässt sich nicht sicher 
entscheiden. 

7) 18, 9—22 In Israel darf Molochdienst, Zauberei und Totenbefragung keine 
Stätte finden (v. 9 — 12). Während die Heiden sich an Wahrsager wenden, soll Israel 
sich an Propheten wenden (v. 13 — 15); denn Jahve wird Israel stets Propheten geben 
(v. 16 — 18). Ungehorsam gegen einen solchen wird Jahve strafen (v. 19). Falsche Pro- 
pheten, die man an dem Nichtein treffen ihrer Weissagungen erkennt, sollen mit dem 
Tode bestraft werden (v. 20— 22). — Augenscheinlich sollen, wie die Überleitung v. 13—15 
lehrt, V. 9 — 12 die Einleitung zu dem Prophetengesetz bilden, ähnlich wie I621— 17i zu 
17sff. Wie aber dort die Einleitung nur teilweise das Folgende vorbereitet, so auch 
hier. Das Verbot des Molochdienstes (v. 10) hat mit dem Prophetengesetz nichts zu 
thun, d. h. V. 9 — 12 sind erst durch den Bedaktor zur Einleitung gemacht. Y. 10 — 12 a 
bilden ein selbständiges Gesetz, v. 9 und 12b sind vom Redaktor, Dr, geschrieben, der 
auch V. 13—22 mit Benutzung von PI (Kap. 5) und vielleicht eines ursprünglich selb- 
ständigen Prophetengesetzes verfasst hat. Von Sg nämlich kann dieser Abschnitt wegen 
der Bezugnahme auf Kap. 5 nicht geschrieben sein ; ebenso wenig von PI, da v. 16 ff. 
doch auch von Kap. 5 abweichen. 9 V. a cf. 17 u, v. b cf. 1299ff. 10 ksq^, cf. 17 s. 
VK3 ^2Trt für vKa ci->v, 12si, ist terminus technicus für das Molochopfer, eigentlich: 
durch Feuer (in den Besitz des Gottes) übergehen lassen ; vgl. ^''xm Ex 13 is. Über 
Kinderopfer in Israel cf. zu 12 31. D*n3Dp DOp, der, welcher durch ein Loosorakel (speziell 
Pfeilorakel) den Willen der Gottheit erkennen will, cf. Ez 21 wf. yi^Ts, Wahrsager, viel- 
leicht solche, die aus der Gestalt und Zugrichtung der Wolken (py) die Zukunft vorher- 
sagen, oder solche, die aus Ereignissen, die als Vorzeichen aufgefasst werden (cf. arab. 
*anna), oder aus Geräuschen weissagen (cf. arab. ganna). vrt», der, welcher aus der 
Beobachtung von allerlei bedeutungsvollen Vorgängen (Bewegung des Wassers oder Klar- 
heit desselben, cf. Gen 445, Vogelfang, Stimmen etc.) die Zukunft erkennt. C)vstt, Zau- 
berer, der durch zauberkräftige Dinge (Kräuter etc.), cf. Mch 5 11, das Eintreten von 
erwünschten oder das Ausbleiben voa gefürchteten Ereignissen bewirkt. 11 "lan lani, 
Sam I4XX ohne 1, vielleicht ursprünglich der, welcher Zauberknoten bindet oder Worte 
zu Bannsprfichen verknüpft (-^an), dann allgemeiner der, welcher Zauberformeln spricht. 
•^m a^n Vxw, der, welcher zur Erforschung der Zukunft den aw oder •»am befragt; a^«, 
der Geist eines Verstorbenen, cf. ISam 28? (sonst auch das Medium, das solchen Geist 
zitieren kann, das genauer aiK V'a heisst), -*39-r, der wissende Geist (? von rr), cf. Lev 



70 Bin 18 IS— so. 



c J 



sich an die Toten wendet. ^^Denn ein Crräuel ist Jahve, ^deinem Gatt\ 

jeder der solches thut, und wegen dieser Oräuel vertreibt sie Jahve, dein Gott, 
vor dir. *'Sei ohne Tadel im Verkehr mit Jahve, deinem Gott. '^Denn diese 
Völker, die du vertreibst, hören auf Zeiehendeuter und Wahrsager; aber dir 
hat Jahve, dein Gott, solches nicht gestattet. "Einen Propheten aus 'der 
Mitte deiner Brüder', wie mich, wird Jahve, dein Gott, dir Qe und Je) erstehen 
lassen, auf den höret, **ganz so, wie du es von Jahve, deinem Gott, am Horeb 
erbeten hast am Tage der Versammlung, als du sagtest: Ich will die Stimme 
Jahves, meines Gottes, nicht mehr hören und dies gewaltige Feuer nieht l&nger 
ansehen, damit ich nieht sterbe. '^Da sprach Jahve zu mir: Sie haben recht 
geredet. '"Einen Propheten will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brflder erstehen 
lassen, wie dich, und will meine Worte in seinen Mund legen, und er soll 
ihnen alles sagen, was ich ihm befehle. "Wer aber auf *seine' Worte, die er 
in meinem Namen reden wird, nicht hört, von dem werde ich Rechenschaft 
fordern. '^Jedoch der Prophet, der sich vermisst, in meinem Namen ein Wort 
zu reden, das zu reden ieh ihm nicht befohlen habe, oder der im Namen an- 



2087. D-ron Vk v">n% mit anic ^icv identisch, daher wohl besser ohne i zu lesen (Sam LXX) 
and als Apposition zum Vorhergehenden zn fassen. 12 V. a lies mit Sam LXX x^hm ■«"*. 
*"'« rarn ist hier nicht die Handlung, sondern die Person, die sie vollzieht, sofern Jahve 
sie verabscheut. In v. b ist nam die Handlang, wie 12 si. nnw, seil, die v"ü^ v. 9. — 
V. 10— 12 a mögen ursprünglich mit 16si — 17 1 zusammen in einer Sammlung von Gesetzen 
gestanden haben , die heidnische Kultussitten verboten. Die Verbote von v. 10—12 a 
finden sich auch sonst häufig im AT, vgl. die Konkordanz, nirgends aber sind die ver- 
schiedenen Arten der Mantik so vollständig aufgezählt wie hier. 18 d-qm, untadelig, 
d. h. so, dass du nicht ^"^ rznr wirst. """ oy, im Verkehr mit Jahve, cf. Ps 18 24. 
14 'w npin, cf. G-K § 143 b c. 15 ^mn Ta"ip», Sam LXX v?^ ^'^P*« "s^aa fällt auf, da 
sonst Moses im Gesetz nicht so von seiner eigenen Person spricht, und darf daher wohl 
als Zeichen der Herkunft unseres Stückes von D' angesehen werden, ^ipsvn i*«Vk, des 
Plnr. wegen Zusatz, zumal v. 16 dann besser anschliesst. 16 cf. 5aoff. hrtpn nra, cf. 
9 10. qCK kV, cf. G-K § 109 d. 17 cf. 585. ~ Am Horeb weigerte sich Israel, Gottes 
Stimme ohne Mittler zu vernehmen ; dem entspricht es, dass Jahve sich im Verkehr mit 
seinem Volke fortan des Mittlers Moses bedient hat; ebenso aber auch, dass er sich 
auch nach dem Tode Moses solche Mittler erweckt. Diese haben, gleichwie Moses das 
Wort, das Jahve ihnen in den Mund legt, zu verkünden, sind also gleich ihm Propheten, 
d. h. Sprecher Jahves, womit nicht gesagt ist, dass sie ihm in allen Stücken gleich- 
kommen, cf. 34 10. Soweit stimmt unser Gesetz mit der Darstellung in Kap. 5 überein. 
£s weicht ab, sofern es sich Kap. 5 lediglich um die Mittlerschaft Moses handelt und 
um diese nur für einen bestimmten Zweck, die Offenbarung des Gesetzes, hier dagegen 
um eine dauernde Mittlerschaft, welche neben dem Zweck, Gottes Willen zu verkünden, 
auch den andern hat, Israel die Zukunft zu enthüllen. Dem entsprechend tritt an die 
Stelle von 528 hier ein anderer Satz, v. 18. Wäre PI der Verfasser des Prophetenge- 
setzes, würde er sicherlich die Erzählung in Kap. 5 so gestaltet haben, dass sie dies 
Gesetz genauer vorbereitete. 19 "■«aT, Sam LXX AP rian (LXX B Luc om.). Zur Kon- 
struktion cf. G-K § 143b. Ungehorsam gegen den Propheten, der Jahves Worte redet, 
ist Ungehorsam gegen Jahve selbst und wird daher auch von diesem bestraft. 20 Je 
mehr Israel verpflichtet ist, auf die Propheten zu hören, desto notwendiger ist es, das 
Auftreten falscher Propheten zu verhindern. Dies geschieht durch Androhung der Todes- 
strafe. Falsche Propheten aber sind solche, die entweder ohne göttliche Sendung, also 
aa^Q (£z 13«) reden, oder im Namen anderer Gottheiten. Letztere sind als falsche Pro- 
pheten sicher zu erkennen; über ihre Bestrafung cf. schon 13xff. Zur Unterscheidung 



Dtn 18«. M. 19 1—8. 71 

derer Götter reden wird, der Prophet soll sterben. ''Wenn du aber bei dir 
denkst: Woran sollen wir denn erkennen, welches Wort Jahve geredet hat, 
" (so wisse), was der Prophet im Namen Jahves redet, ohne dass es gesehieht 
und eintrifft, das ist ein Wort, das Jahve nicht geredet hat. In Vermessenheit 
hat es der Prophet geredet[: *habt' keine Scheu vor ihm]. 

19 *Wenn Jahve, dein Gott, ilie Völker ausrottet, deren Land dir Jahve, dein 
Gott, geben will, und wenn du sie vertreibst und in ihren Städten und Häusern dich 
niederlässt, «sondere dir drei Städte aus in deinem Lande, das Jahve, dein Gott, 
dir zum Besitz giebt. ^Miss dir die Entfernung ab und teile das Gebiet deines 

der Ersteren von wahren Propheten geben 21—22 ein Kennzeichen an (dasselbe wie 
Jer 289): das Eintreffen seiner Weissagungen, die sich auf die (nächste) Zukunft be- 
ziehen. Trifft seine Vorhersagung nicht ein, so ist damit bewiesen, dass Jahve ihn nicht 
gesandt hat. Vor v. 22 ergänze dem Sinne nach : so beachte folgendes Merkmal .... 
■^vw, dem Sinne nach abhängig von "tanrt, das zu ergänzen ist. '^xr, Sam LXX ini^n; die 
letzten drei Worte sind darum wohl Zusatz. — Die messianische Deutung unseres Ab- 
schnittes, die in v. 18 eine Verheissung des idealen Propheten sieht, ist unmöglich; 
denn 1) es handelt sich um Mittler, die Israel das Befragen der Mantiker dauernd 
unnötig machen sollen, die also von Moses an daaernd vorhanden sein müssen, oder 
wenigstens in jedem Fall, wo mau ihrer bedarf; 2) v. 2(J— 22 setzen das Auftreten vieler 
Propheten voraus, unter denen auch falsche sind. 

8) 19, 1 — 18 Drei Stfidte sollen als Asylstädte ausgesondert werden (v. 1 — 3), 
in denen jeder, der einen Andern unvorsätzlich erschlägt, Zuflucht vor dem Bluträcher 
finden soll (v. 4—7). Für den Fall der Vergrösserung des Gebietes soll die Zahl dieser 
Städte noch uro drei erhöht werden (v. 8—10). Wer aber einen Andern vorsätzlich tötet, 
soll, selbst wenn er in eine dieser Städte geflohen ist, dem Bluträcher ausgeliefert werden 
(V. 11—13). — Die Anordnung der einzelnen Teile ist nicht ganz natürlich; v. 11 — 13 
müssten anf v. 4 — 7 unmittelbar folgen. Dazu kommt, dass der Abschnitt v. 1 — 10 viele 
Ähnlichkeiten mit Sg zeigt (cf. die Einzelerklärung), v. 11—13 dagegen ihm schwerlich 
angehören können. So steht in v. 11 r^ zur Bezeichnung des Nächsten, während Sg ntc 
schreibt (über v. 4—5 s. u.). Die Stadtältesten sind die Hüter des Rechtes (v. 12), 
während Sg als solche die Bichter kennt, 16 is. V. 11—13 können aber auch nicht als 
Anhang an v. 1—10 aufgefasst werden, müssen vielmehr als Schluss eines v. 1— 7 pa- 
rallelen Gesetzes aufgefasst werden; denn eine Spur eines solchen findet sich noch in 
V. 3, der eine Dublette zu v. 2 bildet. Demnach ist ein Gesetz, welches die Grundlage 
von V. 1—6 bildet, von Sg und einem andern Verfasser bearbeitet. Sg erweiterte es 
durch den Anhang v. 8—10, der Andere durch v. 11—13. Dr hat beide kombiniert. — 
Die ältere Zeit kennt keine Freistädte, hat sie auch nicht nötig, da jeder Altar Zuflucht 
bietet, cf. IReg 2i8ff. (Ex 21is— u werden zwischen v. 12 und 15 ff. Zusatz sein, cf. 
Staerk, Deut. S. 38). Die Einrichtung besonderer Freistädte ist also durch die Auf- 
hebung der meisten Kultusstätten veranlasst. Zunächst sind nur drei gefordert, nur 
bedingungsweise noch weitere drei. Die wirklichen Verhältnisse werden aber auch ohne 
Erfüllung dieser Bedingung sechs Freistädte erfordert haben, sodass die späteren Ge- 
setze von vom herein sechs Freistädte bestimmen, Num 35 is. Jos 20. Den Widerspruch 
mit Dtn 19 löste man durch Einschiebung von 44i— 4S; danach hatte Moses im Ost- 
jordanland bereits drei solcher Städte ausgesondert, und es ist nun durchaus korrekt, 
dass er nur noch drei für das Westjordanland fordert. V. 8—10 bekamen dann den 
Sinn, dass die Zahl dieser Städte eventuell auf neun erhöht werden sollte, unter Be- 
dingungen, die Num 35 und Jos 20 nicht berücksichtigen. — Verschiedene formelhafte 
Sätze lassen auch hier die Thätigkeit von Abschreibern erkennen. 1 cf. 1229. 2 zu Sg 
gehörig, cf. zu v. 7. 8 V. a der andern Bearbeitung zugehörig. 'T'^nn ^h )*sri, schwer- 
lich, den Weg in Stand setzen, damit man schnell zu dem Zufluchtsort kommen kann; 



72 Dtn 19i— u. 

Landes, das Jahve, dein Gott, dir verleihen wird, in drei Teile, Dahin soll 
jeder fliehen können, der einen erschlägt, ^ünd folgendes ist die Bestimmung 
betreffs des Totschlägers, der dorthin fliehen soll, damit er am Leben bleibe: 
Wer seinen Nächsten ohne Absicht erschlägt, ohne ihn seit längerer Zeit ge- 
hasst za haben — ^wenn etwa einer mit seinem Nächsten in den Wald geht, 
am Bäume zu fallen, und seine Hand ausholt mit der Axt, um den Baum zu 
fallen, und das Eisen losfliegt von dem Holz und seinen Nächsten trifft, sodass 
er stirbt — der soll in eine dieser Städte fliehen, damit er am Leben bleibe, 
«damit der Bluträcher den Totschläger nicht verfolge, wenn sein Gemüt erhitzt 
ist, und ihn einhole, weil der Weg zu weit ist, und ihn totschlage, obwohl er 
doch des Todes nicht schuldig ist, weil er ihn nicht seit längerer Zeit hasste. 
^Darum gebiete ich dir: Drei Städte sondere dir aus. ^Wenn aber Jahve, 

dein Gott, dein Gebiet erweitert, wie er deinen Vätern geschworen hat, und dir das 
ganze Land giebt, das er deinen Vätern zu geben versprochen hat, 'wenn du dies ganze 
Gesetz beobachtest, das ich dir heute gebiete, wenn du Jahve, deinen Gott liebst, sodass 
du immerdar auf seinen Wegen wandelst, so füge ZU jenen drei noch weitere drei 
Städte hinzu, ^<>damit in deinem Lande, das Jahve, dein Gott, dir als Erbe 
geben wird, nicht unschuldiges Blut vergossen werde und so Blutschuld auf 
dich komme. ^^ Wenn dagegen jemand seinen Nächsten hasst, ihm auflauert, 
ihn überfäUt und totschlägt, und wenn er dann in eine dieser Städte flieht, 
^^so sollen die AUesten seiner Stadt hinschicken und ihn von dort wegholen 

denn dann müssten alle Wege in Stand gesetzt werden, und dem Fliehenden wäre 
damit wenig geholfen, da die guten Wege auch dem Verfolger zu gute kommen. Viel- 
mehr wohl: du sollst den Weg -■ Entfernung feststellen » ausmessen und danach das 
Gebiet in drei Teile teilen. Natürlich ist dies nur ein Fragment der zweiten Bearbeitung. 
V. b, cf. 448, Fortsetzung zu v. 2. 4 n ->a-T nri, Einleitung eines Zitates, cf. 153, das 
Folgende also nicht von Sg verfasst, daher 9^ statt n» nicht befremdlich. Vgl. 44S. 
6 ^vMi, und insbesondere, wer . . ., cf. G-K § 154a Note Ib. Es wird hier ein Beispiel 
zur Illustrierung des rri "«Vaa angeführt. V. b cf. 4i2, 6 von Sg an das Zitat ange- 
fügt. *|nTn na*^'' "^j cf. 14s4. V. b, Umstandssatz, cf. G-K § 141 e. n«» ötws, cf. 2122, 
Rechtssache des Todes, d. h. eine Sache, auf welche das Recht den Tod als Strafe ge- 
setzt hat. 121 MV K^ **s, cf. V. 4. 7 i^i p hy, cf. 15 ii, für Sg charakteristisch; also ge- 
hört auch V. b >» V. 2a Sg an. 8 cf. 1220. V. b, gegenwärtig hat Israel noch nicht 
das ganze Gebiet, l7. 1124; es wird ihm aber zu teil werden, wenn es die Bedingungen 
9 a erfüllt. V. 8 b— 9 a den Formeln nach Zusatz. naV^i, Sam LXX ohne i. V. b Nach- 
satz zu V. 8 a. 10 Durch Vergiessung unschuldigen Blutes lädt zunächst nur der Blut- 
rächer Blutschuld auf sich; es ist aber alttestl. Anschauung, dass die Schuld des Ein- 
zelnen auf das ganze Volk übergeht, da der Einzelne nur ein Glied des Volkes ist, und 
da, wenn z. B. die Hand sich vergeht, der ganze Mensch schuldig wird; cf. weiter zu 
21iff. — Beachtenswert ist, dass verschiedene der Formeln im Luciantext fehlen, also 
wohl nicht in der ursprüngl. LXX standen, so: v. 8 T'ranV — p3% v. 9 wrt — nannV, 
V. 10 T^hni — *^VK. Man sieht, Abschreiber haben solche Formeln gern beigefügt. 

11 Vordersatz zu dem v. 12 beginnenden Nachsatz, ^km, cf. G-K § 34 b, Sam nWr. 

12 i*>'*J ""apt, die Stadtältesten, wohl zu unterscheiden von Stammesältesten, bilden eine 
Art Senat, die die Gemeindeangelegenheiten zu verwalten und vor allen Dingen auch 
Gericht zu halten haben. Sie werden in Kap 21 fif. oft erwähnt, cf. Einl. § 8, 90; Näheres 
über sie siehe an den betreffenden Stellen. Hier gehört zu ihren Obliegenheiten, dass 
sie für die Bestrafung des Mörders sorgen, indem sie ihn dem Bluträcher preisgeben. 



Dtn 1918—19. . 73 

lassen und dem Bluträcher ausliefern, dass er sterbe, >«Habe keinen Blick des 
Mitleids fär ihn, sondern tilge unschuldig vergossenes Blut aus Israel aus, damit es dir 
gut gehe. 

^^ [Verrücke die Grenze deines Nächsten nicht, die die Vorfahren abgesteckt 

haben, in deinem Erbe, das du bekommst, in dem Lande, das Jahve, dein Gott, dir 
zum Besitz geben wird.] 

i^Es darf nicht (nur) ein einziger Zeuge gegen jemanden auftreten in 
betreff irgendwelcher Verschuldung oder Versündigung, bei irgendwelcher SQnde, 
die er begeht; auf die Aussage zweier Zeugen oder auf die Aussage dreier 
Zeugen muss sich eine Sache stützen, i^ Wenn 'aber ein gewaltthätiger (Mensch 
als) Zeuge gegen jemanden auftritt, um ihn des Abfalls (von Jahve) zu be- 
schuldigen, ^7 so sollen die beiden Männer, die den Streit haben, vor Jahve *und' 
vor die Priester und die derzeitigen Richter treten. i*Dann sollen die Richter 
eine genaue Untersuchung anstellen, und ist der Zeuge ein falscher Zeuge, hat 
er Unwahres gegen seinen Bruder ausgesagt, >*so 'sollst du' ihm antbun, was 



18 Vw '^yiB statt ^'sn^ scheint auf den Redaktor hinzuweisen. **pan b-i, Sam. LXX an o-rn, 
ungenauer Ausdruck fflr »die Schuld an unschuldig vergossenem Blut«. 

9) 19, 14 Torbietet, die von den Vorfahren festgesetzten Grenzen der Grund- 
stücke der Einzelnen zu verschieben, o'^vir, frühere seil. Generationen, cf. Lev 2645. 
Über das Grenzverrücken klagt auch Hos (5io), sodass das Gebot durch die Zeitverhält- 
nisse wohl motiviert ist. Seine auffällige Stellung erklärt sich vielleicht so, dass es nach 
dem Stichwort Vus zu v. 3 a an den Rand geschrieben war (also nicht in Sg!) und von 
Dr bei der Zusammenarbeitung hinter das Gesetz über die Asylstätten gestellt wurde. 

10) 19, 15—21 Über die Zeugenschaft. 1) Zu einer Verurteilung darf es nur 
kommen, wenn mindestens zwei Zeugen die Schuld beweisen (v. 15). 2) Wer einen 
Andern fälschlich des Götzendienstes beschuldigt, soll, wenn er dessen überführt werden 
kann, dieselbe Strafe erleiden, die er über seinen Nächsten hat bringen wollen, nach 
dem jus talionis (v. 16—21). — Dip "3 (v. 16), n^o (v. 16), aitsew (v. 17. 18) n« (v. 18. 19) 
und wohl auch oip^ (v. 15) sprechen für Sg als Verfasser. V. 15 ist die Parallele des 
Sg zu 176. Da 176 im Zusammenhang mit dem Gesetz über die Bestrafung des Götzen- 
dieners steht, da femer 19 16 es sich um Zeugenschaft betreffs der nno (136) handelt, und 
da endlich 132—19 nicht an seiner ursprünglichen Stelle steht, so ist zu vermuten, dass 
13 s— 19 in Sg bei 19i5ff. standen (wohl hinter 19 i5ff. wegen des Anschlusses von Kap. 20). 
Überarbeitungsspuren zeigen sich in v. 17 ff., cf. die Einzelerklärung. 16 Niarr« — V^a 
fehlt Luc und ist wohl ntir Variante fQr die vorhergehenden Ausdrücke. Zu vergleichen 
ist 176, doch auch der Unterschied zu beachten, dass dort zwei Zeugen nur für ein 
Todesurteil erfordert wurden, hier für jede beliebige Verurteilung. 16 "^a, Sam LXX *d^. 
Zu Dip*" "«d cf. 13 s. Dtan ny, nicht »ein falscher Zeuge«, denn ob ein solcher auftritt, soll 
ja erst untersucht werden, sondern ein gewaltthätiger, einer, dem man falsches Zeugnis 
zutrauen kann. 17 D^vatm *to, d. h. der Angeschuldigte und der Zeuge. **"*» 'asV, erklärt 
durch das folgende o'^nan *'atV, also sie sollen nach Jerusalem geben, wo die schwierigen 
Fälle nach 178ff. entschieden werden sollen. Dem widerspricht D*t9tvn hier und v. 18, 
denn die Richter sind in den einzelnen Orten, 16 18. Überdies werden im Weiteren die 
Priester nicht mehr erwähnt. Demnach wird n o'^ansn *?tV -«"^ Zusatz eines Bearbeiters 
sein, der meinte, es liege hier einer der Fälle vor, von denen 178ff. spricht. Von diesem 
werden auch die Worte arm — ivk aus 179 beigefügt sein. Sg forderte Untersuchung 
durch die Richter. Daraus folgt, dass die Richter früher noch nicht befragt sind, dass 
es sich bei den 132ff. behandelten Fällen um Volksjustiz handelt. Erst wenn Schwierig- 
keiten entstehen, wird die Sache den onssv vorgelegt. 18 '121 nam ana^ , , . iv-t-n, cf. 13 }5, 



74 Dtn 1980-21. 20i. 

er seineoi Bruder anzuthun beabsichtigte, und du sollst das Böse aus deiner Mitte 
austilgen. *'Die Übrigen aber sollen es hören, damit sie in Furcht geraten und so 
etwas Böses fernerhin nicht mehr in deiner Mitte thun. *'* ' Habe keinen Blick des 
Mitleids mit ihm; Leben um lieben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, 
Fu8s um Fuss. 

20 * Wenn du in den Krieg gegen *deine Feinde' ausziehst und Rosse und Wagen 



174. 19 fiPTr, wird, obwohl auch Sam LXX den Plur. bieten, ein alter Schreibfehler 
für P*wn sein. Da der falsche Zeuge seinem Nächsten die Todesstrafe zuziehen wollte, 
so ist er selbst mit dem Tode zu bestrafen, eine Massregel, die jedem die Lust nehmen 
soll, als falscher Zeuge aufzutreten. V. b cf. 17 12b. 20 cf. 17 13. 13 1». 21 V. a cf. 7 16. 
Hh\ Sam LXX vk. Die Formeln v. 19 b— 21a werden dem Text des Sg erst später an- 
gefügt sein. V. b, cf. Ex 2l2»f., ist wahrscheinlich ebenso Zusatz, wie v. 19 b -21a, da 
die Formeln sonst wohl hinter v. 21b gestellt wären. 

c) 2O1 — 25i9. Gesetze verschiedenen Inhalts. 

Eine die Anordnung beherrschende Disposition lässt sich hier noch weniger ent- 
decken, als in I618—I921. Eine grosse Anzahl der Gesetze von Kap. 21—25 lässt sich 
anter dem Titel »Humanitätsgosetze« zusammenfassen, und diese stehen untereinander 
im ganzen in Zusammenhang, und zwar in der Beihenfolge, in der sie vorliegen. Sie 
zeigen eine weitgehende Verwandtschaft mit den Gesetzen des Sg, werden also seiner 
Schrift angehören. Das gilt auch von Kap. 20, in dem wenigstens teilweise derselbe 
Gesichtspunkt (Forderung einer humanen Gesinnung) vorliegt. Dieser Gruppe gehören 
an: 20*. 22i— 4. 6— 8. 23i6— 17. 20-21. 25— 26. 246. 10— 12. 25i— 4 (11—12 cf. u.). Von den 
übrigen Gesetzen lassen sich eine Anzahl in Gruppen zusammenfassen, die auch durch 
formale Eigentümlichkeiten zusammengehalten werden, nämlich : a) das Kriegsrecht be- 
handeln 21 10— 14. 2310—16 (über 20iff. cf. u.); b) Gesetze, in denen die Obliegenkeiten 
der Stadtältesten besprochen werden, und die meist das Ehe- und Familienrecht be- 
handeln, sind: 21i— 9. is— 21. 22is— 29. 255— 10; mit diesen hängen aber zusammen 21 15— 17. 
22—23. 24 1—5. 7 (cf. die Einzelerklärung); c) Gesetze, die durch die Formel «in nann *5 
''"^ ^nh begründet werden: 225. 23 19. 25 13— 16; mit diesen hängen zusammen: 229—12. 
23 1 — 4 (5 - 8). 18. 22— 24 (cf. die Einzelerklärung). Auch die Gesetze dieser Gruppen sind 
derartig geordnet, dass man annehmen kann, sie haben in Einer Gesetzsammlung bei- 
einander gestanden, während sie zu den Gesetzen des Sg gar keine Beziehungen auf- 
weisen. Nun zeigt sich weiter, dass die Gesetze, die wir in I618— 192i fanden, aber noch 
keiner besonderen Sammlung zuweisen konnten, mit den verschiedenen Gruppen der eben 
erwähnten Sammlung nahe Verwandtschaft zeigen; so die zweite Bearbeitung des Frei- 
stättengesetzes mit Gruppe b), denn in beiden werden die Stadtältesten genannt; ferner 
162i~17i. 18 10— 12a mit Gruppe c), cf. 18 12a; endlich auch 172-7 und die zweite Re 
zension von 178—13 mit Gruppe b), wenn diese Verwandtschaft auch keine so augen- 
fällige ist, wie bei 19ii— is, cf. die Einzelerklärnng und Einl. § 2, 8. Die der Gruppe 
b) verwandten Gesetze setzen aber inhaltlich das Gesetz über die Kultuskonzentration 
voraus, sodass sie mit diesem in Einer Sammlung gestanden haben werden; als solches 
kommt aber nur 128ff. in Betracht. So crgiebt sich, dass das dtne Gesetz wesentlich 
aus nur zwei Sammlungen besteht, die teilweise dieselben Gesetze enthalten, also als 
Erweiterungen Einer Grundsammlung aufgefasst werden dürfen. Bei der Besprechung von 
Kap. 5—11 ergab sich, dass hier zwei Einleitungen zu Gesetzessammlungen kombiniert sind. 
Es ergab sich ferner die Identität des Verfassers der einen Einleitung und der einen Gesetz- 
sammlung (Sg). Die notwendige Konsequenz ist, dass auch die zweite Einleitung und die 
zweite Gesetzsammlung Einer Schrift angehören, d. h. PI. Dagegen scheint der Mangel der 
formalen Übereinstimmung zwischen beiden zu sprechen, da die Einleitung konsequent 
die plur. Anrede gebraucht, die Gesetzessammlung nur teilweise, und da auch im Sprach- 



Dtn 19«— 7. 75 

'und' dir an Zahl überlegenes (Krieg8-)yolk siehst, so ffirchte dich nicht Tor ihnen, denn 
Jahve, dein Gott, ist mit dir, der dich aus Ägyptenland horaufgeführt hat. '[Und wenn 
ihr zum Kampfe ausrückt, so trete der Priester vor das Volk und rede es an ^und 
spreche zu ihnen: Höre, Israel, ihr rückt heute in den Kampf gegen eure Feinde; euer 
Herz sei nicht verzagt, fürchtet euch nicht und ängstigt euch nicht und erschreckt nicht 
vor ihnen. ^Denn Jahve, euer Gott, ist es, der mit euch zieht, um für euch mit euren 
Feinden zu kämpfen, um euch zu erretten.] '^Dann sollen die Amtleute zum Volk 
sprechen: Wer ein neues Haus gebaut und (noch) nicht eingeweiht hat, gehe und kehre 
heim in sein Haus, dass er nicht im Kampf umkomme und ein anderer es einweihe. 
'Und wer einen Weinberg gepflanzt und (noch) nicht iA Benutzung genommen hat, gehe 
und kehre heim in sein Haus, dass er nicht im Kampf umkomme und ein anderer ihn 
in Benutzung nehme. 'Und wer sich mit einem Weibe verlobt und es (noch) nicht heim- 



gebrauch eine nähere Verwandtschaft nicht nachweisbar ist. Diese Schwierigkeit fällt 
jedoch weg, wenn man beachtet, dass die Einleitung von PI selbst verfasst ist (wenn 
auch mit Benutzung von £), dass dagegen die Gesetze von ihm, wie ihre Abweichungen 
von einander zeigen, nicht verfasst, sondern nur gesammelt sind, und dass ferner 
zwischen einer historischen Erzählung und einer Gesetzsammlung der Verschiedenheit 
der Stoffe wegen keine enge Verwandtschaft bezüglich des Sprachgebrauchs zu erwarten 
ist. Weiteres über die zweite Gesetzsammlung, das Verhältnis ihrer Teile zu einander 
und zu Sg und über ihre Quellen siehe Einl. § 2, 7. 8. Über redaktionelle Eingriffe 
siehe die Einzelerklärung, Über den Plan des Bedaktors bei Verschmelzung der beiden 
Sammlungen siehe Einl. § 2, 10. 

1) 20, 1--20 Gesetz über das Verhalten bei Kriegszügen. Wenn Israel in den 
Krieg zieht (v. 1), soll zunächst der Priester das Volk ermutigen (v. 2 — 4); dann sollen 
die ü^xäv jeden entlassen, der ein Haus gebaut und noch nicht eingeweiht, einen Wein- 
berg gepflanzt und noch nicht in Benutzung genommen, sich verlobt und noch nicht 
verheiratet hat, sowie jeden Furchtsamen (v. 5—9). Die Bewohner einer Stadt, die sich 
ergiebt, sollen nur zu Sklaven gemacht, dagegen die Männer einer erstürmten Stadt 
getötet werden, während Weiber, Kinder und Habe als Beute betrachtet werden dürfen 
(v. 10—14). An den Städten der Kananiter jedoch soll unter allen Umständen der grosse 
Bann vollstreckt werden (v. 15—18). Bei einer Belagerung sollen die Fruchtbäumo nicht 
gefällt werden (v. 19—20). — V. 2—4 uud 18 sind plur. und darum auszuscheiden; 
ebenso v. 5— 9, die wie v. 2-4 die Bedeform verlassen und von Israel in der 3. p. reden 
(wn). In V. 10—17 (wo übrigens die Aufzählung der Völker, v. 17, wie gewöhnlich 
Zusatz sein wird, wie auch der formelhafte v. b) und 19 — 20 zeigen sich auffallend viel 
Berührungen mit Sg, Kap. 13 und 19i— lo, sie werden also Sg angehören. V. 1 wird 
in Anlehnung an 21 lo. 23 lo (PI) 7i7f. u. a. nachträglich als Einleitung angefßgt sein. 
In Sg schliessen 20 lo — 17. i9 — 20 gut an 13i3— 18 an, wo von der Eroberung einer götzen- 
dienerischen Stadt die Bede war (über die Stellung dieses Abschnittes siehe zu 19 »ff.). 

1 "^a"«, Sam LXX T^m. aa^i Dno jagen den Israeliten leicht Furcht ein, cf. z. B. Jdc 
li9. fiy, Sam LXX an. i^yvrt (cf. G-K § 127 i), ungewöhnlich im Dtn, wo es meist 
^iryran heisst, wohl aber bei andern gebräuchlich, cf. z. B. Jos 24 17. IIKeg 177. 

2 D3a-ipa, cf. G-K § 61 d. Gemeint ist nicht, unmittelbar vor der Schlacht, sondern vor 
Beginn des Feldzuges, cf. v. 9. pan, wohl schwerlich irgend ein das Heer begleitender 
Priester, sondern der Priester xar* f^o/^v, der Hohepriester. Von dem König wird nichts 
gesagt; ist das ein Zeichen, dass v. 2—4 zu einer Zeit geschrieben ist, wo Israel keinen 
König hat? 8 W'w^ je«, cf. 4i. Zu der Ermahnung v. 3-4 cf. l89f. u. a. 5 B'^-'tsvn, 
hier, wie li5 (anders als I618) Gehülfen der Heeresobersten, isan, die Einweihung eines 
Privathauses wird nur hier erwähnt. 6 iV^n, nach Lev 19s8ff. dürfen die Früchte eines 
Baumes erst im fünften Jahr gegessen werden, im vierten sind sie v-rp; werden also an 
Jahve abgeliefert ; VVn bedeutet also sie aus der Sphäre des vrp in die des hh versetzen, 



76 Dtn 208-18. 

geführt hat, gehe und kehre heim in sein Haas, dass er nicht im Kampf umkomme und 
ein anderer sie heimführe. *[Dann sollen die Amtleute weiter zum Volke sagen: Wer 
sich furchtet und verzagt ist, gehe und kehre heim in sein Haus, dass er seine Brüder 
nicht verzagt mache, wie er es ist.] •Wenn die Amtleute mit ihren Worten an das Volk 
fertig sind, soll man Offiziere an die Spitze des Volkes stellen, lo^^enn du gegen 

eine Stadt anrückst, um gegen sie zu kämpfen, so verbandele mit ihr wegen 
eines friedlichen Abkommens. ^^Oeht sie auf ein friedliches Abkommen ein 
und öffnet sie dir (die Tboro), so soll das ganze Volk, das sich in ibr befindet, 
dir fronpflichtig werden und dienen. i*TriSt sie aber kein friedliches Abkommen 
mit dir, sondern kämpft sie mit dir, so belagere sie; ^'und wenn Jahve, dein 
Gott sie dir preisgiebt, so schlage alle Männer in ihr mit der Schärfo des 
Schwertes. i*Nur die Weiber und die Kinder und das Vieh und alles, was 
in der Stadt ist, alles, was in ihr erbeutet wird, nimm dir als Baub und ver- 
zehre die Beute deiner Feinde, die Jahve, dein Gott, dir gegehen hat. **So ver- 
fahre mit allen Städten, die sehr weit von dir entfernt sind, die nicht zu den 
Städten dieser Völker hier gehören. ^«Jedoch aus den Städten dieser Völker, 
die Jahve, dein Gott, dir als Erbbesitz gieht, lass niemanden am Leben, ^^ sondern 
banne sie, die Hethiter und die Amoriter, die Kananiter *und die Girgasiter* und die 
Perizzisiter und die Heviter und die Jebusiter, wie Jahve, dein Gott, dir geboten hat, 
^* [damit sie euch nicht lehren, all ihren Gr&ueln nachzuthun, die sie zu Ehren ihrer 



indem man sie fQr sich gebraucht. 7 vgl. 245. — In der Befreiung der t. 5 — 7 Ge- 
nannten vom Heeresdienst zeigt sich eine zarte Bücksichtnahme auf die Wünsche der 
Einzelnen, die für unser Gefühl wohl unpraktisch ist, aber in Israel doch wenigstens 
einmal (IMak3&5ff.) thats&chlich geübt sein soll. Das Gleiche gilt von 8, der aber, da 
es hier *^3tV ud^ heisst (anders als v. 6. 7) vielleicht späterer Zusatz ist. err, zum Pass. 
mit MM cf. G-K § 121b (doch ist wohl mit LXX c^ zu punktieren, cf. l28). Der Grund 
der Entlassung ist hier die Rücksichtnahme auf das ganze Volk, das nicht entmutigt 
werden soll. 9 rMfxt *«-tv (cf. IReg 25) ist nicht Subj., da dann der Artikel stehen 
müsste, sondern Objekt; Subj. sind nnptn, cf. G-K § 144 e. 10 rirpi etc., eig. : du sollst 
ihr mit Bezug auf Frieden zurufen. 11 nrrrf», seil, die Thore. uyrt als Plur. konstruiert, 
cf. G-K § 145 b. 18 3"*" nh nsn, cf. 13 16. Zu dem v. 13—14 angegebenen Verfahren 
cf. 234f. Sef. Der Vergleich lehrt, dass ein verhältnismassig mildes (wenn auch nach 
unserm Urteil hartes) Verfahren gefordert wird; das ist noch mehr der Fall, wenn man 
Stellen wie Am Is. Hos 14 1 vergleicht. Und überdies ist zu beachten, dass diese Be- 
handlung nur unter der v. 12 genannten Bedingung erlaubt ist; Sg fordert also auch 
hier wie gewöhnlich die grösste Milde. Sie ist nur da von ihm verboten, wo seiner 
Hauptforderung, der Treue gegen Jahve Gefahr droht, cf. v. 16 f. 16 nprrn, cf. 138. 
16 Gefahr der Verführung zum Götzendienst droht auch von fern wohnenden Völkern 
(cf. 138); wenn Sg gleichwohl nur die Kananiter mit Stumpf und Stiel auszurotten 
befiehlt, so zeigt sich darin, dass nur der Kampf gegen kananitisches Heidentum für ihn 
ein aktuelles Interesse hat, dass Gefahr vonseiten fern wohnender Völker nur erst in 
geringem Masse droht. 17 tr^^rrr, nach dem Zusammenhang die Niedermetzelnng aller 
Bewohner ohne Ausnahme, aber wohl auch die Vernichtung der Beute, cf. die älteste 
Auslegung durch den Redaktor 725f. und die Dtnsten, Jos 6i7ff. Der Verfasser von Kap. 
1— -3 erlaubt die Aneignung der Beute, cf. 284f. 36f. Hinter ""»asn ist vielleicht mit 
Sam LXX **T3*dm einzuschieben. Die ganze Aufzählung der Namen wird der Bearbeitung 
angehören, cf. Meyer, ZATW I S. 125; nachdem das Objekt durch das Suffix in fi^a^nn 
ausgedrückt war, ist die Aufzählung wenigstens überflüssig. ^is '^mo, cf. 7iff. Siff. 
18 c^3n^, cf. 12si. — Das Gebot, an den Kananitem den Bann zu vollstrecken, scheint 



Ötn SÖ19-W. Sil— 5. 77 

Götter verübt haben, and ihr each gegen Jahve, euren Gott, versfindigt]. i'Weun du 

lange Zeit eine Stadt belagerst, um sie im Kampfe wider sie zu erobern, so 
vemicbte ihre Bäume nicht, indem du die Axt gegen sie schwingst, denn du 
musst ja von ihnen leben; und fälle sie nicht, ^sind denn' die Bäume des 
Feldes 'etwa Menschen*, dass sie von dir belagert werden müssten? ««Nur die 
Bäume, von denen du weist, dass sie nicht Bäume mit essbaren Früchten sind, 
magst du vernichten und umhauen, um Belagerungsroaschinen gegen die Stadt, 
die mit dir Krieg fuhrt, zu bauen, bis sie fiillt. 

21 ^ Wenn ein Erschlagener in dem Lande, das Jahve, dein Gott, dir zum 
Besitz giebt, auf dem Felde liegend gefunden wird, ohne dass man weiss, wer 
ihn erschlagen hat, ^so sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen und 
(die Entfernung) nach den Städten hin abmessen, die um den Erschlagenen 
herum liegen. Wann sollen die Ältesten derjenigen Stadt, die dem Erschlagenen 
zunächst liegt, eine junge Kuh nehmen, mit der noch nicht gearbeitet ist, ^uncF 
die noch nicht am Joch gezogen hat, ^und die Altesten jener Stadt sollen die Kuh 
hinabfuhren an einen Bach mit nie versiegendem Wasser, an dem keine Arbeit 
getrieben und nicht gesät wird, und der Kuh dort am Bach das Genick brechen. 
^£b sollen aber die Priester, die Sohne Levis, herzutreten, denn sie hat Jahve, dein Gott, 



als £ntstehung8zeit des Sg eine Zeit vorauszusetzen, in der es noch selbständige Städte 
der Kananiter gab. Das Gebot wird jedoch nur eine Einkleidung für die Forderung sein, 
sich vor aller Beeinflussung durch die kananitische Beligion zu hflten, und, wo solche 
Beeinflussung doch eingetreten ist, sie ohne Einschränkung rückgängig zu machen, da 
Sg sich sonst durchgängig als einer späteren Periode angehorig erweist (cf. Biehm, StEr 
1873, S. 189ff.). 19 Statt ^k lies mit Sam Vy. rmV, cf. G-K § 114o. Der Begründungs- 
satz V. b giebt Sinn nur, wenn er mit LXX (Vulg. Syr.?) als Fragesatz gefasst wird, wenn 
man also onacn liest; Sinn: die Bäume sind doch keine Menschen, und nur gegen solche 
ziehst du ja zu Felde. 20 nnTi ^, eig. bis zu ihrem Herabsteigen, d. h. bis sie in 
Trümmer sinkt, erobert ist. — Beachtenswert ist, dass Sg auch der leblosen Natur 
gegenüber liebevolle Schonung fordert und diese ausser durch Nützlichkeitserwägungen 
auch durch Billigkeitsrücksichten begründet. Härte ist nur da berechtigt, wo sie er- 
fordert ist. Die Forderung, die Fruchtbäume zu schonen, mag durch die Art, wie die 
Zeitgenossen sie im Kriege bebandelten (cf. II Reg 3 19), veranlasst sein. 

2) 21, 1—9 Sühnung eines von einem unbekannten verübten Mordes. Die 
Ältesten der dem Getöteten nächst gelegenen Stadt sollen einer Kuh an reiner Stätte 
das Genick brechen, bekennen, dass sie an dem Morde gänzlich unschuldig sind, und 
Jahve bitten, dass er Israel die Blutschuld vergebe. — Nach der Erwähnung der Stadt- 
ältesten zu schliessen, gehört der Abschnitt demselben Verfasser an wie 19ioff'., d. h. PI. 
Doch finden sich, namentlich in v. 2 ('^-ecvi) und v. 5 Überarbeitungsspuren. 1 ^u, 
perfektisch, cf. G-K § 116d. ms k^, Umstandssatz, cf. G-K § 156f. 2 ^nssvi würde auf 
Sg weisen, cf. 16 18, scheint jedoch Zusatz zu sein, da die Richter des Weiteren nicht 
erwähnt werden; das Gleiche würde gelten, wenn man mit Sam "p^tavi lesen wollte. Damit 
fallen aber die Fragen fort, die das Verhältnis der Ältesten zu den Bichtern reip. Amtleuten 
zum Gegenstand haben ; PI kennt keine Richter, für ihn sind die Ältesten selbst die Richter, 
Sg dagegen kennt die Ältesten nicht. 8 na-ipn, cf. G-K § 133 g. inpVi nach rrm, cf. 
G-K § 112y. na-spn vyn, zunächst absolut vorausgestellt, wird durch >rnn '^'^m wieder 
aufgenommen. nvM 2°, Sam LXX ivtn. 4 irnn ^m "«apT fehlt Luc und ist wohl Zusatz, 
p^ Vn3, wahrscheinlich ein Bach mit immerfliessendem Wasser, "rar*, an dem kein Ackerbau 
betrieben wird, zu -raj cf. Gen 2 15. Vnaa Erklärung zu b« und mit Valeton (Studien III, 



78 fitn 21 6— d. 

erwählt, dass sie ihm dienen and im Namen Jahves segnen, nnd nach ihrer Aussage 

M 

wird hei jeder Streitsache und bei jeder Misshandlung verfahren. ^TJnd oile AUesten 
jener Stadt, die dem Erschlagenen zunächst liegt, sollen ihre Hände waschen 
über der Kuh, der am Bache das Genick gebrochen ist, ''und sollen anhAen: 
Weder ^haben unsere Hände dies Blut vergossen, noch haben unsere Äugen es 
gesehen. ^Vergieb deinem Volke Israel, das du, Jahve, erlöst hast; lege (die 
Verantwortung für) unschuldig vergossenes Blut nicht deinem Volke Israel auf. 

So wird ihnen die Blutschuld vergeben werden. *Du aber sollst das unschuldig 
vergossene Blut aus deiner Mitte austilgen, 'und es wird dir gut gehen*, wenn du thust, 
was in den Augen Jahves recht ist. 



311) wohl zu streichen. 6 **>V "^aa D'^nan für das sonst gebrauchte B'^iVn an. w oa *5, 
cf. 185. Zu V. b cf. ITsff. 'w rrm arrt Vr, ungenau für: nach ihrem Ausspruch ge- 
schieht oder soll geschehen, was zur S&hnung von jedem Streit dient. Da die Priester 
hier nichts zu tbun haben, auch erst nahen, nachdem der Kuh das Genick gebrochen 
ist, wird der ursprüngliche Text nicht von ihnen gesprochen haben; v. 5 ist daher Zu- 
satz. 6 D'^anpn, statt nanpn, auf 'apr bezogen. 7 natv, lies mit Qer§, Sam LXX mv, cf. 
G-K § 44 m. ^w^, seil, wie das Blut vergossen wurde. 8 V 'nca, bedecke (seil, das Blut) 
zu Gunsten . . . , freier: vergieb. n'nß ^«m, cf. Ose. 'ia^ pn V«, eig. lege nicht (die 
Schuld für) unschuldig vergossenes Blut in seine Mitte, d. h. rechne es ihm nicht zu. 
Zum Nithpael *>tin cf. G-K § 55 k. 9 Zu v. a cf. 19 13. V. b giebt nur Sinn, wenn nach 
19 13 davor "^^ aitai ergänzt wird. Der ganze Vers scheint Zusatz zu sein; nnMi könnte 
Israel nur im Gegensatz gegen die Ältesten meinen, da es sonst n*^n^ heissen würde, 
Israel ist aber als Ganzes bei der Entfernung der Blutschuld gar nicht beteiligt; der 
Vers giebt also keinen Sinn. — Die Schuld des Einzelnen erweitert sich zur Schuld der 
Gesamtheit, cf. zu 19 lO; daher liegt Blutschuld auf ganz Israel, wenn ein Israelit einen 
Mord verübt. Solche Schuld kann auf zweierlei Weise beseitigt werden : 1) durch Be- 
strafung des Schuldigen, cf. 19ii— is (in PI schloss 21 1— 9 an 19i— is an), oder 2) durch 
die hier beschriebene Handlung, jedoch nur, wenn der Schuldige nicht ermittelt werden 
kann. Der Sinn der Handlung ist meist klar; das Waschen der Hände (cf. Mt 2784) 
drückt den Gedanken aus: wir sind unschuldig an dieser Blutschuld; denselben Sinn 
drücken die Worte v. 7 aus: wir sind an der That weder durch Beihilfe noch durch 
Mitwisserschaft beteiligt. Schwieriger ist die Bedeutung von v. 3—4 zu bestimmen. 
Um ein Sühnopfer im Sinne von Lev 4 f. kann es sich nicht handeln; denn ein solches 
müsste von den Priestern dargebracht werden (nicht von den Ältesten; daher ist wohl 
V. 5 beigefügt von einem, der die Zeremonie als Opfer auffasste) und zwar am Heiligtum. 
Andrerseits sind die Anforderungen an die Beschaffenheit der Kuh dieselben, wie die an 
ein Opfertier, cf. 15i9f. Vermutlich haben wir es mit einem uralten Brauch zu thnn, 
der aus einer Zeit stammt, in der noch die Ältesten als Vertreter der Gemeinde das 
Opfer vollzogen, und in der die Zeremonie als wirkliches Opfer galt; daher musste sie 
auch an einem Orte vollzogen werden, der nicht zu profanen Zwecken benutzt wurde 
und seiner natürlichen Beschaffenheit nach zu einer Kultusstätte geeignet w^ar (zu 
Kultusstätten an perennierenden Bächen cf. Baudissin, Stud. z. sem. Belgesch. II). Die 
Zeremonie ist aber später ihres Opfercharakters entkleidet. Ihre Bedeutung ist ver- 
mutlich die, dass man durch das Töten der Kuh ausdrücken wollte, man sei bereit, den 
Mörder zu töten, wenn man ihn kennte, sodass an der Kuh stellvertretend die Strafe 
vollzogen wird. Die Vergebung wird aber nicht durch diese Zeremonie erwirkt ; sondern 
Jahve selbst vergiebt aus freier Gnade die Schuld, wenn Israel durch die hier beschrie- 
benen Riten bezeugt, dass es unschuldig und an seinem Teile zur Bestrafung des Mörders 
bereit ist und sich nach der Vergebung sehnt. 



Dtn 2I10-1T. 79 

*ö Wenn du zum Kampf wider * deinen Feind* ausziehst und Jahve, dein 
Gott, ihn in deine Hand gieht und du Gefangene von ihm erbeutest, » > und wenn 
du dann unter ^seinen Gefangenen ein schönes Weib siehst und ihr zugethan 
wirst, sodass du sie dir zum Weibe nehmen unUst, '*so führe sie in dein Haus 
hinein, und sie schere ihr Haupt, beschneide ihre Nägel "wnrf lege ihr Kleid, 
in dem sie gefangen wurde, ab und bleibe in deinem Hause und beweine ihren 
Vater und ffire Mutter einen Monat lang. Danach darfst du mit ihr zusammen- 
kommen und sie heiraten, dass sie dein Weib werde. ^*[Wenn du aber keinen 
Gefallen (mehr) an ihr findest, so entlass sie frei und verkaufe sie nicht für 
Geld. Du darfst sie nicht gewaltthätig behandeln, weil du sie geschwächt hast.] 

^^Wenn jemand zwei Weiber hat, von denen das eine von ihm geliebt, 
das andere zurückgesetzt wird, und sie ihm Söhne gebären, das geliebte wie das 
zurückgesetzte, und der erstgeborene Sohn dem zurückgesetzten angehört, ^^so 
darf er, wenn er seinen Söhnen sein Vermögen als Erbe austeilt, den Sohn des 
geliebten Weibes nicht dem Sohn des zurückgesetzten, der doch der Erstgeborene 
ist, zum Trotz als Erstgeborenen behandeln. ^''Sondern den Erstgeborenen, den 
Sohn des zurückgesetzten (Weibes) muss er ^als Erstgeborenen behandeln und 



3) 21, 10—14 Ein im Kriege erbeutetes Weib darf man erst dann cbelichen, 
wenn es rein geworden ist; dann aber soll es auch als vollberechtigtes Weib gelten. — 
Der Abschnitt gehört zu der Sammlung des PI, der damit die familienrechtlichen Ge- 
setze eröffnet. 10 V. a cf. 23 10 (20 1). Statt Ta^tc ist wohl 73**« zu lesen wegen der 
folgenden Singularsuffixe. 11 n^ava, besser, wie y. 10, mit Sam i'^ava. nvK, Sam notc, 
cf. G-K § 96. 12 Hier beginnt der Nachsatz zu v. 10 f. i;i r^nor^f eig. sie soll ihre 
Nagel zurechtmachen, d.h. nicht wachsen lassen, sondern beschneiden. 18 ^2-3 n^q«, eig. 
das Kleid ihrer Gefangenschaft, d. h. das Kleid, in dem sie gefangen wurde, d-tt m*, 
cf. Gen 29i4. Zur Dauer der Trauerzeit cf. Num20s9. Dtn348. 14 rscn mV, seil, nach 
der Verheiratung; zum Perfekt cf. G-K § 106g. nrtaV, für sich selbst, d. h^ so, dass sie 
Über sich selbst verfugen darf, als freie. — Die Kriegsgesetze haben die Tendenz, Israel 
vor Verunreinigung zu warnen, cf. 23ioff., offenbaren also levitischen Geist, der später 
in P seinen klassischen Ausdruck findet, aber nicht erst durch P entstanden ist. Das 
aus dem Heidenvolk stammende und noch dazu trauernde Weib ist zunächst unrein (Aber 
die verunreinigende Wirkung der Trauer cf. zu Lev 21iff.). Ihre Unreinheit wird sym- 
bolisch abgethan, indem von ihrem Körper alles entfernt wird, was entfernt Werden kann. 
V. 14 zeigt ein anderes Interesse, nämlich dies, die Rechte des Weibes zu schützen ; die 
Ausdrucke •^»ynn und "^ao kehren in derselben Verbindung 24? wieder, Hn-^ay ^vh nrrn 
2299, sodass v. 14 vielleicht Zusatz ist, den PI an v. 10—13 augefügt hat. Übrigens 
finden sich die Bestimmungen von v. 10—13 auch bei den Arabern (cf. Smith-Bothst. S. 348). 

4) 21 , 16—28 Familien rechtliche Gesetze nebst Anhang. 1) Hat ein Mann 
zwei Weiber, so darf er die Rechte des Erstgeborenen nicht schmälern, wenn er seine 
Mutter weniger liebt als das andere Weib, v. 15-— 17. 2) Ein ungehorsamer Sohn ist 
zunächst von den Eltern zu strafen, bei fortgesetzter Widerspenstigkeit zu steinigen, 
V. 18—21. 3) Die Ijeiche eines Hingerichteten darf nicht länger als bis Sonnenuntergang 
aufgehängt werden, v. 22—23. — Die letztere Bestimmung ist augenscheinlich nur An- 
hang an V. 21, wo von der Todesstrafe die Rede war. 16 — 17 Ober das Recht des Erst- 
geboren. 16 rmm (bis) Sam LXX rrm. niciav, weniger geliebt, cf. Gen 299of. mravV 
Sam nansvV. 16 iVnan, eig. an dem Tage, an dem er erben lässt, d. h. wo er ihnen das 
Erbe austeilt. 17 "in^ er soll ihn als solchen erkennen => anerkennen; vielleicht besser 
mitGrätz "i^v, zu lesen, b^» n^ cf. Lexik., eig. den Teil von Zweien, d.h. einen doppelten 



8Ö btn 21 18— 88. ääi-i. 

ihm einen doppelten Anteil an aU seinem Besitz geben; denn er ist der Erstling 
seiner Kraft ^und' ihm gehört das ErstgAurtsrecht. 

^^Hat jemand einen missratenen und widerspenstigen Sohn, der nicht 
hört auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter, und auch, nachdem sie 
ihn gezüchtigt haben, nicht gehordU, ^^so sollen sein Vater und seine Mutter 
ihn nehmen, und sollen ihn zu den Altesten seiner Stadt an das Thor seines 
Ortes hinausfuhren, ^^und zu den ^Männern seiner Stadt sprechen: Dieser 
unser Sohn ist missraten und widerspenstig, hart nicht auf unsere Stimme, ist 
ein Verschwender und Trinker; ^^und alle Männer seiner Stadt sollen ihn zu 

Tode steinigen, und du sollst das Böse aus deiaer Mitte austilgen; gans Israel aber 
soll es hören und in Furcht geraten. 

*« Wenn jemand eine Sünde, ein Verbrechen, begeht, das den Tod ver- 
dient, und hingerichtet wird und du ihn an einen Baum hängst, ^^so darf 
sein Leichnam nicht über Nacht an dem Baum bleiben; sondern begrabe 
ihn am selben Tage. Denn ein Gehängter ist ein Fluck Gottes, und du sollst 
dein Land nicht verunreinigen, das Jahve, dein Gott, dir als Erbbesitz geben wird. 

22 ^Du darfst, wenn du das Bind deines Bruders oder sein Schaf ver- 
irrt siehst, ihnen deine Hilfe nicht versagen; bringe sie zurück zu deinem 
Bruder. 'Wenn aber dein Bruder nicht in deiner Nähe ist, oder wenn du 
ihn nicht kennst, so hole es in dein Hans hinein, und es soll dann bei dir 
bleiben, bis dein Bruder es sucht, dann gieb es ihm zurück. *' ' Ebenso 
mache es mit seinem Esel, und ebenso mache es mit seinem Kleid, und ebenso 
mache es mit allem, was dein Bruder verliert, was ihm abhanden kommt und 



Teil, cf. II Reg 29. i^ 3^ Sam LXX i^\ 18—21 Bestrafung des widerspenstigen Sohnes. 
18 w*iA irTr*a, cf. v. 15. reto "w»», cf. G-K § 155 e. 19 "»ipo 'i»w V«, denn dort wurde 
Gericht gehalten, cf. 175. s. 20 *^pT, Sam LXX '«vax ; die Ältesten sind nur die Leiter der 
Volksversammlung, m 1:02, cf. G-E § 126 7. 21 121 n*>9a^, wohl Zusatz, da im Vorher- 
gehenden Israel nicht angeredet ist; man wflrde also die dritte Person erwarten. \is\ 
'121 Virv*, cf. 13 IS. — Zu heachten ist, wie grosses Gewicht auf den Gehorsam der Kinder 
gegen die Eltern gelegt wird, aber auch, wie die Gewalt des Vaters über Leben und Tod 
der Kinder eingeschränkt ist, cf. Benz. Arch. 148. 22 — 28 Behandlung des Leichnams 
eines Hingerichteten. 22 Bisweilen wurde ein mit dem Tode Bestrafter, nachdem er 
hingerichtet (z. B. gesteinigt) war, noch aufgehängt, Jos 10 so. 11 Sam 4is, wodurch die 
Strafe wohl zu einer noch entehrenderen werden sollte, da ein Gehängter als besonders 
vom Fluch Gottes Betroffener (dti^k rV^p v. 23) galt, nio dkvo iRin, wohl aus nto Mon 
(22s6) erweitert nach 196. 28 Mtsn kVi, das liand ist nnrein, wenn sich in ihm etwas 
Ton Gott Verabscheutes befindet; denn Unreinheit wirkt in starkem Masse ansteckend 
(cf. Hag 2 18). Darum darf man den vom Fluch Betroffenen nicht länger als nötig im 
Lande lassen. Über die Anwendung des Gesetzes vgl. Jos 8x9. lOsef. Mt 2757ff. — 
V. 2db/9 ist (formelhafter) Zusatz, ebenso wohl auch v. ha, cf. 244. 

5) 22, 1^4 Man soll dem Nächsten helfen, dass er wieder erhält, was ihm 
verloren ging (v. 1—3), ebenso ihn bei der Aufrichtung gefallener Tiere unterstützen 
(t. 4). Die Bestimmungen gehören Sg an (cf. hk) und bildeten bei ihm die Fortsetzung 
zu 20i9f.; an das Gesetz, das Fürsorge f(ir die leblosen Bäume fordert, schliessen sich 
Forderungen der Fürsorge ffir Tiere, cf. auch t. 6f. 1 Zur Konstr. cf. G-K § 159 b,c, gg. 
Drns na^yrm, eig. du sollst dich nicht vor ihnen verhüllen, ihnen entziehen, sondern sollst 
ihnen helfen. 2 ^na^m, cf. G-K § 72w. 8 pi, Sam LXX p. 4 Zur Konstr. cf. v. 1. 



Dtn S94-HI. 81 

du findest. Da darfst ihm dorne Hilfe nicht versagen. ^Du dar&t, wenn du 
den Esel deines Bruders oder sein Bind auf dem Wege zusammengebrochen 
siehst, ihnen deine Hilfe nicht versagen; richte (sie) mit ihm auf. 

^Ein Weib darf keine Männertrackt tragen, und ein Mann darf keine 
Frauenkleider anziehen; denn ein Gräuel ist Jahve, deinem Gatt, jeder, der 
dies thut. 

'Wenn du ein Vogelnest am Wege auf irgend einem Baum oder am 

Boden antrifbt mit Jungen oder Eiern und die Mutter sitzt auf den Jungen 

oder auf den Eiern, so nimm die Mutter nicht samt den Jungen. ^Lass 

die Mutter fliegen und die Jungen nimm dir, damit es dir gut gebe and du 
lange lebest. 

'Wenn du ein neues Haus baust, sollst du ein Geländer an deinem 
Dach anbringen, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus lädst, wenn jemand 
von ihm abstürzt. 

^Bepflanze deinen Weinberg nicht mit Zweierlei, damit nicht das Game, 
die Saat, die du säst, und der Ertrag des Weinberges^ dem Heiligtum verfalle. 



D^Vu cf. zu 21i. — Äbnlicbe YorBcbriften finden sich Ex 234 — 5, die aber dort Zusatz 
sind (cf. ComiU, Eini. * S. 67); sie gehen Aber die hier vorliegenden insofern noch 
hinaus, als ausdrücklich hervorgehoben wird, dass man dieselbe Pflicht selbst geg^n 
den Feind hat. 

6) 22, 6 Verbot des Kleiderwechsels zwischen Mann und Weib, naa *«Vd, nicht 
blos die Kleidung, sondern auch Waffen etc. Die Begründung ist dieselbe, wie 18isa; 
wie dort, so wird auch hier ein in heidnischen Kulten geübter Brauch verboten sein. 
Vgl. über den Kleiderwechsel in Aphroditelnilten Smith-Rothst. S. 346. In PI ist das 
Gebot das erste einer Gruppe, die es mit der Unzucht zu thun haben. 

7) 22, 6 — 1 Beim Ausnehmen eines Vogelnestes soll man die Mutter fliegen 
lassen, eine Forderung, die sich in Sg an v. 1 — 4 anschloss und liebevolle Behandlung 
der Tiere wie v. 1 — 4 zum Gegenstand hat. 6 k^ für mp. S21 D**ir«K, eig. Apposition 
zu ')p. VI Dam, cf. G-K § 141 e. trvxn Vj, zu den Kindern «> Jungen hinzu. 7 V. b wohl 
von Abschreibern nach 5i6 beigefügt, weil auch hier von Eltern und Kindern die Bede 
ist. — Vgl. 24 16. Die dort gegebene Vorschrift ist hier auf das Verhalten zu Tieren 
übertragen in einer unserm Gefühl nicht entsprechenden Weise. 

8) 22, 8 Das flache Dach eines Hauses ist mit einem Geländer zu versehen, 
damit niemand abstürzt, sodass Blutschuld auf das Haus käme, ts^tn, cf. G-K § 124 n. 
Vun Vr«, cf. G-K § 144 e. Mit diesem Gebot beginnt in Sg eine Reihe von Forderungen 
der Nächstenliebe, cf. weiter 23i6f. 

9) 22, 9—12 Es wird verboten a) zweierlei Frucht im Weinberg zu pflanzen 
(v. 9), b) zweierlei Tiere zusammenzuspannen (v. 10), c) zweierlei Stoffe zu einem Ge- 
webe zu verwenden (v. 11), gefordert, Quasten an den vier Zipfeln der Decke anzubringen 
(v. 12). — Die drei Verbote finden sich mit geringen Abweichungen auch Lev 19 19, und 
zwar wie hier vor Gesetzen, die es mit geschlechtlichen Dingen zu thun haben. Da sie 
ausserdem in PI auf ein derartiges Gesetz auch folgten (v. 5), so werden die hier ver- 
botenen Handlungen irgendwelche Beziehungen zum Geschlechtsleben haben, am wahr- 
scheinlichsten zu Naturkulten (symbolische Darstellung der Vermischung zweier Gott- 
heiten?), wenn uns dieselben auch nicht durchsichtig sind. Ahnlich wird es sich mit 
V. 12 verhalten, s. u. 9 *]tt*^d, Lev. 19 19 yrv. Schwerlich hat Dtn den allgemeineren 
Ausdruck »Feld« durch den spezielleren »Weinberg« ersetzt, d. h. das Verbot einge- 
schränkt. Eher wird Lev das Verbot verallgemeinert haben. V. b fehlt Lev .19i9. 

Haadkomaiaiittt b. AT: St«tt«rna|f«l, Dttoteron. 6 



82 Dtn 2210—17. 

^^Pßüge nickt mü einem Rind und einem Esd zugleich. ^^Ziek nichts an, 
wcts aus zweierlei Fäden, Wolle und Flachs, zusammengewebt ist. ^^ Bringe 
dir Quasten an den vier Zipfeln deines Mantels an, mit dem du dich zudeckst. 
1* Wenn jemand ein Weib nimmt und, nachdem er ihr beigewohnt hat, 
ihrer überdrüssig wird ^^und ihr schändliche Dinge vorwirft und sie in bösen 
Ruf bringt und sagt: Dies Weib habe ich genommen, aber als kk ihr nakte, 
fand ich kein Zeichen der JungfraiAsckaft bei ikr, ^^so sollen der Vater und 
die Mutter des Mädckens das Jungfrauschaftszeichen des Mädchens mit hinaus- 
n^men zu den Altesten der Stadt an das Thor, ^^und der Vater des Mädchens 
soü zu den Altesten sagen: Meine Tochter gab ich diesem Mann zum Weibe; 
aber er wurde ihrer überdrüssig. ^''Und nun wirft er ^ihr schändliche Dinge 



«npn 1», damit es nicht dem profanen Gebrauch entzogen werde, indem es dem Heilig^am 
verfällt, cf. Jos 6i9. nMVttn, durch die folgende Apposition als »das Ganze« erklärt. 
10 v^rrn, Ley 19 19 r^ann, yielleicht ursprünglicher, sodass das Dtn eine Verschärfung 
bedeutete (nicht nur nicht sich begatten lassen, sondern selbst bei der Arbeit nicht zu- 
sammenbringen). 11 inrr dtobi "nsx, erklärende Apposition zu dem Fremdwort noTv. 
Im Übrigen vgl. zu Ley 19 19. 12 ü^h'm, nur noch IBeg 7i7, wohl dasselbe wie r^rr:^ 
Num 1588. nioa heisst der Mantel, sofern er zugleich des Nachts als Decke dient, cf. 
24 19; die Bezeichnung ist wohl gewählt, weil hier der Mantel eben als Decke gemeint 
ist. Die Bedeutung der Vorschrift ergiebt sich aus der Stellung desselben und dem 
Vergleich mit Num lösrff. Nach dieser Stelle sollen die Quasten die Israeliten daran 
erinnern, dass Jahve ihr Gott ist, und dass sie ihm heilig (geweiht, angehörig) sein 
sollen, damit sie nicht ihrem Herzen und ihren Augen folgend huren (wohl nach dem 
Zusammenhang unserer Stelle von kultischer Unzucht, nicht blos bildlich, yon Abgötterei, 
zu verstehen). 

10) 22, 18 — 28, 1 Gesetze über verschiedene Fälle der Unzucht, a) Wenn ein 
Mann sein Weib beschuldigt, sie sei beim Eintritt in die Ehe nicht Jungfrau gewesen, 
so soll er) wenn die Beschfildigung unwahr ist, der Mann hundert Sekel Silber an seinen 
Schwiegervater zahlen und das Becht, sein Weib zu entlassen, verlieren (v. 13 — 19); 
ß) wenn sie wahr ist, das Weib vor dem Hause ihres Vaters gesteinigt werden (v. 20 — 21). 
b) Wenn ein Mann mit einem verheirateten Weibe die Ehe bricht, sollen beide hin- 
gerichtet werden (v. 22). c) Wenn jemand eine Verlobte schändet a) in der Stadt, wo 
sie hätte um Hilfe rufen können, sollen beide mit dem Tode bestraft werden (v. 23 — 24), 
ß) auf freiem Felde, wo niemand dem Mädchen zu Hilfe kommen konnte, soll der Mann 
allein sterben (v. 25 — 27). d) Wenn jemand ein unverlobtes Mädchen vergewaltigt, 
soll er ihrem Vater fünfzig Sekel Silber zahlen, das Mädchen heiraten und das Scheidungs- 
recht verlieren (v. 28 — 29). e) Niemand darf mit dem Weibe seines Vaters Unzucht 
treiben (23 1). — Zweifellos sind 22 ib — 29 von Einer Hand, und zwar, wie die Erwähnung 
der Ältesten zeigt, von derselben, die 19iiff. 21iff. geschrieben hat, doch vielleicht von 
ihm aus anderer Quelle entlehnt (vgl. Einl. § 2, 8). 23 1 gehört zwar inhaltlich auch 
hierher, scheint aber aus anderer Quelle von PI aufgenommen zu sein. 18 7wam\ nämlich 
nach der Beiwohnung. 14 D'^'^an rV*^;, üble Thaten, Worte, d. h. üble Thaten, die nur 
Worte sind (König, Syntax § 267 a/9 vermutet iar^t nh*;;^, cf. 24 1). nV dvi, eig. und er 
setzt mit Bezug auf sie solche Worte «» er spricht sie. ksitti, bildlicher Ausdruck; der 
n DO war zunächst im Verborgenen, für die Öffentlichkeit also nicht vorhanden, cf. pro- 
duzieren. D^^VQ (cf. (r-K § 124d), zunächst Jungfrauschaft, dann Erkennungszeichen der- 
selben, d. h. die Blutspuren, welche bei der ersten Beiwohnung infolge Zerreissung des 
JunglemiiiBtchenB zu entstehen pflegen. 15 "^'an, cf. G-E § 122 g. Obj. zu np^i ist 
^mn «^Wra rm. rrxfvn, cf. zu 21 19. 17 Hinter dv ist mit Sam LXX rh einzuschieben. 



Btn 22is— fo. 88 

vor und sixgt: Ich habe an deiner Tochter kein Zeichen der Jungframdiaft ge- 
funden, während die Zeichen der Jungfrauschaß meiner Tochter doch hier sind; 
und sie sollen (dabei) das Betttuch vor den Ältesten der Stadt ausbreiten, 
^^Die Altesten der Stadt aber sollen den Mann ergreifen und züchtigen lassen, 
^^ihm als Busse hundert (Sekd) Süber auferlegen und sie dem Vater des Mäd- 
chens übergeben, weil er eine Jungfrau Israels in bösen Ruf gebracht hat. Dann 
soll sie ihm als Weib angehören, das er niemals entlassen darf. *^ Wenn aber 
solche Bede auf Wahrheit beruht, die Zeichen der Jungfrauschaft des Mädchens nicht 
gefunden werden, tigo sollen die Männer ihrer Stadt das Mädchen an die Thür 
ihres Vaterhauses führen und sie zu Tode steinigen, weil sie eine Thorheit in 
Israel verübt und ^das Haus ihres Vaters zum Hurenhaus gemacht hat\' und 
du sollst das Böse aus deiner Mitte austilgen. 

>> Wenn jemand dabei ertappt wird, dass er bei einem an einen (andern) 
Mann verheirateten Weibe liegt, so sollen sie beide sterben, der Mann, der bei 
dem Weibe Ictg, und das Weib; und du sollst das Böse aus Israel austilgen. 

>* Wenn eine Jungfrau an einen Mann verlobt ist, und es trifft sie je- 
mand in der Stadt und liegt bei ihr, >* so sollt ihr sie beide zum Thor jener 
Stadt hinausführen und sie zu Tode steinigen, das Mädchen, weil sie nicht (um 
Hilfe) gerufen hat( ,obwohl sie doch) in der Stadt (war), und den Mann, weil 
er das Weib seines Nächsten geschwächt hat; und du sollst das Böse aus deiner 
Mitte austilgen, «ft Wenn aber der Mann das verlobte Mädchen auf dem Felde 
antrifft und der Mann ihr Gewalt anthut und bei ihr liegt, so soU der Mann, 
der bei ihr lag, allein sterben. *^Dem Mädchen aber ^ seilt ihr nichts thun, 



n^vn, das Betttuch, cf. £x 22i6. 18 imk i'^D'^, cf. 21 is, wahrscheinlich sollen sie ihn 
mit Schlägen züchtigen lassen, cf. 25ifr. 19 epa mctt, d.h. lOOSekel Silber, das Doppelte 
des Mohär, cf. zu y. 29. In alter Zeit hatte der Mann das Becht, sein Weib zu ent- 
lassen, cf. 24iff.; die Entziehung dieses Bechtes bedeutet für den Mann den Verlust der 
Möglichkeit, statt ihrer ein anderes, ihm lieberes Weib zu heiraten (neben ihr ein zweites 
Weib zu heiraten ist zwar erlaubt, 21 16, aber nur reichen Leuten möglich). 20 dm^, einen 
dem Hauptfall untergeordneten einführend, cf. v. 25, während der Hauptfall mit 'o ein- 
geführt wird, cf. V. 13. 22. 23. 28. Zu v. a cf. 13 15. 174. Sit iiatsa k^, nicht in allen 
Fällen ein sicheres Kennzeichen, da die Blutung nicht regelmässig eintritt, aber doch in 
den meisten. Immerhin kann allein auf das Fehlen der D'^^ira hin schwerlich das Todes- 
urteil gefallt sein. Vielleicht ist y. b Zusatz, und y. a will sagen, wenn die Unter- 
suchung nach andern Indizien die Wahrheit der Anschuldigung ergiebt. 21 Die Stei- 
nigung yor dem Hause des Vaters enthält eine Strafe auch für diesen. Er musste ja 
wissen, wie es mit seiner Tochter stand, und hätte sie nicht als Jungfrau ausgeben 
dürfen. Daraus erklärt sich auch die y. 19 erwähnte Zahlung an den Vater; es ist die 
Busse für die auch gegen ihn ausgesprochene Beschuldigung. nVna, cf. Gen 34?. n^a, 
cf. G-E § 118 g; Sam LXX n^a tk r^amV, indem sie es zum hurerischen machte. 22 kx^ "'s, 
cf. 17 s. ^93 r^ya, cf. G-K § 128 f., die an einen Ehemann Verheiratete, d» lediglich zur 
Heryorhehung des orra«. 24 Der Plural der Anrede zeigt, dass in diesen Gesetzen, in 
denen übrigens die direkte Anrede selten ist, die Formeln mit sing. Form wahrscheinlich 
Zusätze sind (y. 21b. 22 b. 24 b]. ^^9vn nii, über iri«i hinweg yon DnVpDi abhängig und 
Apposition zu dmk. nay, cf. 21 14. nvic, sofern die Verlobte rechtlich bereits als Weib 
ihres Bräutigams gilt, 'vrvn zu beachten; Sg schreibt rnic, cf. zu 19iff. 25 om, cf. y. 20. 
26 nvyn, Sam LXX ivyp, cf. den Plural y. 24. rvm msn, cf. 21». Zu y. b cf. 19 ii (also 

6» 



84 Dtn 22s7— S9. 28i— i. 

d€i8 Mädchen hat den Tod nicht verdientf; denn wie wenn einer seinen Nächsten 
OberfäUt und ihn ermordet, so verhält es sich hiermit]. ^''Denn auf dem Felde 
traf er sie; das verlobte Mädchen schrie, ohne dass ihr jemand zu Hufe kam. 

*^Wenn jemand eine unverlobte Jungfrau antrifft, sie ergreift und bei 
ihr liegt, und dabei ertappt ^unrd*, ^^so soll der Mann, der bei ihr lag, dem 
Vater des Mädchens fünfzig (Sekd) Silber geben, und sie soU ihm als Weib 
angehören, weil er sie geschwächt hat; er darf sie niemals entlassen. 

23 ^Niemand darf das Weib seines Vaters nehmen und niemand die 
Decke seines Vaters aufheben. 

^In die Gemeinde Jahves darf nicht kommen, wem die Hoden zerquetscht 



wohl aas 19 ii eingefügt); Sinn: es ist ihr ein Unglück zngestoBsen, an dem sie nn- 
Bchaldig ist. 27 npyx, dies wird als das Wahrscheinliche angenommen, es wird die Sache 
also möglichst günstig ausgelegt, am eine anschaldige Verurteilung zu vermeiden. 
nV arota 'pMi, cf. 6-E § 141 e. 28 itirsai, gemeint ist wohl, sie werden bei der That er- 
tappt. Danach scheint es, als wenn das M&dchen sich hat verführen lassen (wie Ex 
22 16). Da aber das Yerbum obp eher auf Vergewaltigung schliessen lässt, ist vielleicht 
mit LXX Msosi zu lesen (i beruht vielleicht auf Dittographie, da i folgt). 29 50 Sekel 
Silber scheinen das gewöhnliche *into (der Preis, den ein Mann für das Weib bezahlt, 
cf. Benz. Arch. S. 138 ff.) gewesen zu sein, cf. Ex 22i5f., wo es sich um einen ähnlichen 
Fall handelt, und vgl. den Preis eines Sklaven (30 Sekel Ex 21 ss). Zu v. b cf. v. 19 b. 
28, 1 t'^SK rvK, nicht iqm, da wohl besonders an eine Nebenfrau des Vaters gedacht ist. 
ran cpa, euphemistisch für r^a» ni^y (Lev 188). In Lev 18 werden ausser der Ehe mit 
der »Stiefmutter« noch eine ganze Anzahl anderer Ehen verboten. Dtn nennt diesen 
einen Fall allein wohl nur, weil er zu seiner Zeil häufiger vorkam, Gen 35». £z22io u. a. 
11) 28, 2—9 Wer in die Gemeinde Israels aufgenommen werden darf und wer 
nicht. Auszuschliessen sind : a) Entmannte (v. 2), b) Bastarde (v. 3), c) Ammoniter und 
Moabiter (v. 4 — 7). Dagegen dürfen aufgenommen werden Edomiter und Ägypter in der 
dritten Generation (v. 8 — 9). — Das Verbot, Ammoniter und Moabiter aufzunehmen, wird 
V. 5—7 doppelt motiviert und weiter ausgeführt: 1) durch einen plur. Satz (v. 5a), 
2) durch einen sing. (v. 5b~7). Beide sind wohl Zusatz (der erstere selbst noch dem 
Verfasser von Kap. 1 — 8 unbekannt). Als Begründung wird ursprünglich nach dem 
Eontext gedacht sein: weil sie aus Blutschande entsprungen sind, cf. Gen 199off. Da- 
gegen werden v. 8 f. ursprünglicher Bestandteil des Dtn sein, oder höchstens Zusatz aus 
vorexilischer Zeit, da das urteil eines im Exil oder nach demselben Schreibenden über 
Edom nicht so günstig lauten würdü, cf. Jer 497ff. u. a. 2 nan ri», cf. G-K § 128 x, 
ein durch Zerquetschung (seil, der Hoden) Verwundeter; ähnlich roro mnz einer, dem 
das Geschlechtsglied abgeschnitten ist. mm hrrp^ im Dtn nur in diesem Abschnitt, wohl 
nicht die gottesdienstliche Versammlung (wie in ^npn d'p 9io etc.), sondern wie in P 
Bezeichnung Israels als einer nicht blos politischen, sondern auch religiösen (kultischen) 
Gemeinschaft. Eine solche ist aber in alter Zeit jede Gemeinschaft, sodass der terminus 
\rrp in jeder beliebigen Zeit vorkommen kann (er findet sich auch Mch 25). Demnach 
ist aus der Verwendung desselben nichts für spätere Einfügung unseres Abschnittes zu 
entnehmen. Er ist aber hier gewählt, um zugleich anzudeuten, warum ein Entmannter 
kein Bürgerrecht in Israel bekommen darf; Israel ist eben zugleich die Eultusgemeinde 
Jahves. Die Entmannung aber darf in dieser nicht geübt werden aus demselben Grunde, 
aus dem gewisse Trauerriten verboten sind (14 1), weil nämlich die Entmannung bei 
heidnischen Völkern teilweise kultische Bedeutung hat. Durch v. 2 ist übrigens jeder 
Entmannte aus der Gemeinde ausgeschlossen, nicht nur der, der sich im Dienste einer 
Göttin entmannt hat. Jes 56iff. beurteilt diejenigen, die sich als treue Jahveverehrer 



Ptn 288—11. 86 

sind oder die Harnröhre abgeschniUen ist. ^Kein Bastard darf in die Ge- 
meinde Jahves kommen; sdbst das zehnte Geschleckt (seiner Nachkommen) darf 
nuM in die Gemeinde Jahves kommen. ^Kein Ämmoniter und Moabiter darf 
in die Gemeinde Jahves kommen; niemals, selbst im zehnten Geschlecht nicht, 

dürfen sie in die Gemeinde Jahves kommen, ^weil sie euch unterwegs nicht mit 
Brot und Wasser entgegengekommen sind bei eurem Aaszug aus Ägypten [, und weil sie 
wider dich Bileam, den Sohn Beors, aus Pethor in Mesopotamien gedungen haben, dass 
er dich verfluche; *aber Jahve, dein Gott, wollte Bileam nicht erhören, und Jahve, dein 
Gott, wandelte dir den Fluch in Segen, denn Jahve, dein Gott, liebt dich]. * Trachte 
niemals nach ihrem Wohlergehen und ihrem Glück, so lange du lebst. ^Verabsdieue 

den Edomiter nidit, denn er ist dein Bruder; verabscheue den Ägypter nicht, 
denn du bist ein Gast in seinem Lande gewesen. ^Nachkommen, die ihnen 
geboren werden im dritten Glieds, ^dürfen in die Gemeinde Jahves kommen. 
^0 Wenn du im Kriegslager gegen . deine Feinde ausziehst, so hüte dich 
vor allem Änstössigen. ^^ Weim unter dir jemand ist, der infolge eines nacht- 
liehen Begegnisses unrein ist, so soll er aus dem Lager hinausgehen; er darf 
nicht in das Lager hineinkommen. ^^Äber wenn es sich zum Abend neigt, soü 
er *si<JC baden, und um Sonnenuntergang darf er in das Lager hineinkommen. 

erweisen, günstiger. Thatsftchlich kam die Entmannung in Israel in vorexilischer Zeit 
oft Yor (tr^. 8 *>vt90, nur noch Zeh 96, wahrscheinlich nicht nur der unehelich Erzeugte, 
sondern auch der in einer verbotenen Ehe (z. B. der in v. 1 genannten) Erzeugte. Ein 
solcher ist wegen seines Ursprunges unrein, und zwar in solchem Grade, dass die Un- 
reinheit auch allen seinen Nachkommen anhaftet ; daher können seine Nachkommen selbst 
im zehnten Glied nicht (d. h. nie, cf. v. 4) aufgenommen werden. *\h Ka*», cf. G-K § 119 s. 
4 Ämmoniter und Moabiter sind Bastarde, cf. Gen 198off. Ihre Ausschliessung fdr ewige 
Zeiten entspricht also dem allgemeinen Gesetz v. 3. Der Vers wird bereits Thr lio 
zitiert. 5 a Später zugefügte Begpründung von anderm Gesichtspunkt aus, aber 2» wider- 
sprechend. 5 b — 6 zweiter, nur auf die Moabiter Bezug nehmender Zusatz nach Num 
22—24, cf. besonders Num 225 Derselbe stammt wohl erst aus der Zeit nach Vereini- 
gung von JE und D, da D sonst nie auf Bileam Bezug nimmt, auch D' nicht. D*<^n3 D"«tt, 
cf. Gen 24 10. 7 wieder auf beide Völker bezüglich; selbst die geringste, auch den Ba- 
by loniern (Jer 29?) entgegengebrachte Zuneigung ist verboten. 8 ayrrn, cf. 1k. T^^^* 
cf. 24. Die freundliche Stimmung gegen die Ägypter, die vielfach als Feinde Jahves 
betrachtet werden, ist aufßUlig; sie erklftrt sich wohl aus thatsächlichen freundschaft- 
lichen Beziehungen zu Ägypten zur Zeit der Abfassung unseres Gesetzes. 9 vn — 
nach der Apposition "^v ^Tt Nachkommen (Enkel oder Urenkel?) — die dritte Gene- 
ration der in Palästina ansässig Gewordenen, na"*, wie &n^ zeigt, ursprünglich mki\ 
cf. LXX. 

12) 28, 10 — 15 Über die Beinhaltung des Kriegslagers. Allgemeine Forderung 
(v. 10), Spezialisierung (v. 11—14: Ein infolge Geschlechtsverkehrs unreiner muss bis 
zum Abend aus dem Lager gehen und vor seiner Bückkehr sich waschen, v. 11 — 12; der 
Abort soll ausserhalb des Lagers sein, und die Exkremente sind zu vergraben, v. 13 — 14) 
und Begründung: Jahve ist im Lager anwesend (v. 15). — Das Gesetz hängt mit den 
Vorhergehenden zusammen durch die Tendenz der Beinhaltung der Gemeinde; dem 
Sprachgebrauch nach gehört es mit 21 lo — u zusammen. Es kodifiziert jedenfalls uralte 
Sitten, cf. IlSam Uli. Auch die Anschauung, dass Jahve im Lager ist, ist alt; in Ge- 
stalt der Lade begleitete er das Volk, cf. Num lOssf. ISam 48ff. IlSam 11 u und die 
Wendung rreft^ts v^, 10 Cf. 21 lo (20 1). 11 mpo mit Dagel im p, also » rrvp + p, 
iiifolge eines nächtlichen Begegnisses ^ Pollution. 12 vr^t Sam LXX -|- i^va. 18 i*«, 



86 Dtn 2Si8— to. 

^^ Einen abseits gelegenen Ort sollst du ausserhalb des Lagers haben, und dahin 
sollst du hinausgehen, ^^Und einen (spatenähnlichen) Pflock sollst du unter 
deinen Geräten [?J haben; und wenn du dich draussen niedersäzt, soUst du 
mit ihm (ein Loch) graben und deinen Unrat dann uneder zudecken. ^^Denn 
Jahve, dein Gott, zieht inmitten deines Lagers einher, um dich zu erretten und 
deine Feinde dir preiszugeben; darum soll dein Lager heilig sein, damit er 
nichts Widerliches unter dir sehe und sich von dir abwende. 

^^ Liefere einen Sklaven, der seinem Herrn entlaufen ist und sich zu dir 
geflüchtet hat, nicht an seinen Herren aus. ^'Er möge bei dir, in deiner Mitte, 
wohnen, an welcher Stätte er will, in einem deiner Orte, wo es ihm gefällt; be- 
drücke ihn nicht 

^^Es soU keine Geumhte unter den Töchtern Israels geben, und es soU 
keinen Geweihten unter den Kindern Israels gebf^n. ^^ Bringe keinen Huren- 
lohn und kein Hundegeld in das Haus Jahves, deines Gottes, um irgend eines 
Gdäbdes willen; denn ein Gräud sind Jahve, deinem Gott, beide. 

>oNimm deinem Bruder keinen Zins ab, Zins für Geld (oder) Zins für 



Hand, Seite, euphemistisch für den hei Seite liegrenden Ahort. 14 nr*, Pflock, hier ein 
kleiner Spaten. 15 **at n-^y, eig. das Schamwürdige einer Sache » eine schäm würdige 
Sache, erhält seine Aaslegung durch y. 11—14 — Ein ähnliches Gesetz hietet P inNum 
5i — 4; doch hahen beide nur die Tendenz gemeinsam, Berührungen im Ausdruck fehlen. 

13) 28, 16—17 Ein Sklave, der vor seinem Herrn fliehend in Palästina seinen 
Wohnsitz nehmen will, soll freundlich aufgenommen werden. 17 T^'P^ f^^it LXX und 
ist wohl erklärende Glosse zu yay, ebenso iV — -mtta zu Sii Dtpsa, da diese Worte in 
LXX fehlen, laair k^, cf. Ex 22 so. — Da der Sklave sich zu Israel als Ganzem flüchtet, 
befand er sich augenscheinlich im Ausland; es handelt sich also nicht um einem israeli- 
tischen Herrn entlaufene Sklaven. In Sg schloss das Gebot an 228 an. 

14) 28, 18—19 Es darf in Israel keine Hierodulen geben (v. 18), und das von 
solchen erworbene Geld darf im Kultus keine Verwendung finden (v. 19). — Die beiden 
Verse stammen aus verschiedenen Quellen; denn während in v. 18 von Israel in der 
3. Person gesprochen wird, wird es v. 19 direkt angeredet. V. 19 stand, wie v. b zeigt, 
in derselben Quelle wie 225; v. 18 ist um der inhaltlichen Ähnlichkeit willen ange- 
schlossen. In PI gehört das Gesetz zu der Gruppe der die Unzucht behandelnden Ge- 
setze. 18 vtp und nvTp, Männer und Weiber, die sich einer Gottheit geweiht, in ihrem 
Dienst sich prostituiert haben. Die Bezeichnung dieser Personen als »heiliger« beweist, 
dasB der Begriff »heilig« ursprünglich mit dem Gebiet des Ethischen nichts zu thun hat. 
Zum Vorkommen der Hierodulie in Israel cf. IReg 14 S4. IIBeg 23? u. a. 19 nach 
V. 18 streng genommen überflüssig und auch darum gewiss nicht ursprünglich als Fort- 
setzung dazu verfasst. aVa, Bezeichnung des vrp, cf. auch Corp. Inscript. Sem. I, 86. 
ursprünglich enthält das Wort wohl kaum eine verwerfende Beurteilung der Hierodulen, 
sondern charakterisiert dieselben als Diener einer Gottheit, die bisweilen von Hunden 
begleitet gedacht wird, cf. Roh. Smith, Bei. of Sem. 292. r-^a, cf. G-K § 118f. ^-n VaV, 
mit Bezug auf ein Gelübde; danach scheint man sich der Gottheit geweiht zu haben 
unter Ablegung des Gelübdes, den Verdienst der Gottheit zu weihen, larr^ve, da sonst 
in dieser Formel rtayir stets auf Personen geht, cf. Einl. § 8, 89, sind wohl rtaiT und aVa, 
nicht laMc und '^•ma, gemeint. 

15) 28, 20—21 Vom Volksgenossen darf man keine Zinsen nehmen, wohl aber 
von dem Ausländer. — Dies Gebot der Nächstenliebe schloss in Sg an v. 16 f. an. V. 21 
mit seiner Gegenüberstellung des rm und *'">aa (cf. Einl. g 8, 7) und seinen Formeln wird 



Dtn 23ti— 96. 34 1. 87 

Speisen, Zins für irgend etwas, was verzinst werden kann. «^ Einem Aasl&nder 

darfst da Zinsen abnehmen ; aber deinem Bruder darfst da keinen Zins abnehmen, damit 
Jahve, dein Gott, dich segne bei allem, was deine Hand angreift, in dem Lande, in 
dessen Besitz da kommen wirst. 

>' Wenn du Jahve, deinem Gott, etwas gekibst, so säume nicht , es zu 
erfOUen; denn Jahve, dein Gott, würde es von dir einfordern, und es würde 
Verschuldung auf dich kommen. '^ Unterlässt du es, etwas zu geloben, so trifft 
dich keine Verschuldung. >* Was (aber) dein Mund einmal ausgesprochen hat, 
musst du halten und ihun, une du Jahve, deinem Gott, freiu^Ulig gelebt hast, 
was da mit deinem Munde ausgesprochen hast. 

>^Wenn da in den Weinberg deines Nächsten kommst, so darfst da 
Traaben essen, so viel dich gelüstet, bis du satt bist; aber in ein Qefass dar&t 
da dir keine tban. >*Wenn da in das Kornfeld deines Nächsten kommst, 
darfst du dir mit der Hand Ähren abreissen; aber die Sichel dar&t du nicht 
über den Halm deines Nächsten schwingen. 

24 ^ Wenn jemand ein Weib nimmt und es heiratet, und wenn sie ihm 
dann nicht mehr gefällt, weil er etwas Äbstossendes an ihr findet, und er ihr 
einen Scheidebrief schreibt und übergiebt und sie aus seinem Hause verstösst. 



Zusatz sein. 21 T^ a Sam v<^ ^ (LXX vv'a^. Zu yergleichen ist Ex 2284. Ley 25s5f., 
wo auch klar ausgesprochen ist, dass es sich um Darlehen an Arme (nicht um Ver- 
leihung eines Kapitals zu Erwerbszwecken) handelt; of. zu 15? — ii. 

16) 28, 22—24 Gelübde, deren Ablegung dem freien Willen überlassen ist, 
müssen pünktlich erfüllt werden. — Das in den Eontext des Sg nicht passende Gesetz 
scheint in Fl an v. 19 nach dem Stichwort "^-ra angefügt zu sein. Vgl. bei P Num 30, 
speziell t. 8. 22 Kon "ja n^ti, seil, wenn du dein Gelübde nicht erfülltest. Zum Aus- 
druck cf. 109 24 T^tv MX11B, cf. Num 308 (•j-wo Kat^rr). nana, cf. G-K §118q. n-^an -»wh 
'j*«fia, wohl erklärende Glosse zu y^r^tv kx*». Das Bezahlen der Gelübde ist namentlich 
in den Psalmen oft als Erweis der Frömmigkeit eingeschärft, ein Beweis dafür j dass 
dies Gebot häufig übertreten wurde. Darum wird v. 23 auch ausdrücklich darauf hin- 
gewiesen, dass Gelübde ja nicht gefordert sind, sodass sie niemand abzulegen braucht, 
der sie nicht gern erfüllt. Dass Gelübde am Zentralheiligtum zu bezahlen sind, war 
bereits 126. ii.i7 gesagt. 

17) 28, 25—26 Zur Stillung des augenblicklichen Hungers darf man die Früchte 
des fremden Weinbergs und Feldes benutzen, aber nicht sich mehr aneignen, als man 
augenblicklich braucht. — Dem Inhalt nach gehören die beiden Verse Sg an ; doch sind 
sie von ihm wohl wörtlich einer Vorlage entnommen, da der Nächste als 9"> bezeichnet 
wird. In LXX sind die beiden Verse umgestellt. 25 T'av, wohl erklärende Glosse zu 
^vt». Sji 7*^3 Wif d. h. du darfst dir keinen Vorrat mit nach Haus nehmen. 26 ^^^ v^-^ni, 
d. h. nicht dich schon im Voraus mit einer Sichel yerseben, um grössere Mengen abzu- 
ernten (TPar^rt nur noch 169, Sg); die Erlaubnis y. a gilt nur, wenn es die Befriedigung 
des augenblicklichen Hungers gilt. Die Weitherzigkeit des Gesetzgebers ist völlig ver- 
kannt von den Späteren, die, in dem Pflücken eine Arbeit sehend, die Erlaubnis für den 
Sabbat ausser Kraft setzten, cf. Mk 284. 

18) 24, 1 — 4 Entlässt jemand sein Weib, so darf er es nicht wieder heiraten, 
(selbst) wenn es inzwischen einem andern Manne angehört hat. — Dem Sprachgebrauch 
nach der Sammlung des PI angehörig (vgl. die Parallelen bei der Einzelerklärung); über 
die Stellung cf. u. 1 'w np** "'s, cf. 22 18. **a-T ni**7, cf. 23 15. Es ist streitig, ob damit 
ünkeuBchheit gemeint ist (so schon die Schule Schammajs zur Zeit Christi) oder irgend 



88 Diu 34s— 6. 

*und sie sein Haus verlässt, hingeht und eines andern Mannes (Weib) wird, 
^und der andere Mann sie nicht mehr mag und ihr einen Scheidebrief schreibt 
und äbergiebt und sie aus seinem Hause enUässt, oder ^ihr zweiter Mann, der 
sie sich zum Weibe genommen hatte, stirbt, ^so darf ihr erster Mann, der sie 
entlassen hatte, sie sich nicht wieder zum Weibe nehmenf, nachdem sie ja un- 
rein geworden ist; denn ein Oräud ist sie für Jahve, und ihr soUt das Land 
nicht ^verunreinigen], das Jahve, dein Gott, dir als Erbbesitz geben wird. 

^ Wenn jemand neuvermählt ist, so braucht er nicht (mit) ins Feld zu 
ziehen, und keinerlei Verpflichtung soü ihm auferlegt werden; er soll für seine 
Familie ein Jahr lang frei sein und sein Weib, das er genommen hat, erfreuen. 



etwas Abscheu Erregendes, z. B. auch körperliche Fehler (so die Schale Hilleis); die 
letztere Auffassung dürfte den Vorzug yerdienen, da ünkeuschheit mit dem Tode, nicht 
mit der Entlassung zu bestrafen wäre, cf. 22 soff., und da ^an ni^9 23 15 alles Widerwillen 
Erregende bedeutet. \y) arai, noch zum Vordersatz gehörig; die Übergabe des Schei- 
dungsbriefes ist hier nicht gefordert, sondern als bestehende Sitte Torausgesetzt, n^o, 
cf. 21 14. 8 niowi, cf. 22 IS. «Tun 2°, Sam rhs^ (cf. Luc. 6 dviiQ avrijs), mnk nph, cf. 
21 11. 4 Nachsatz zu v. 1— 3. nnnpi awi, cf. 6-K § 120d. rtwuV ?rn, cf. 22is.S9. rawön, 
cf. G-K § 54 h. •»"•» '^A irn nann -^s, cf. 18 is u. s. w. irünn, Sam iw^ttnh, LXX fiutvitre 
(iwaBM, wohl richtiger); zum Plur. cf. 2284. S6; der folgende sing. Relativsatz wird also 
Zusatz sein. — Der Grund des Verbotes ist in v. 4 dahin angegeben, dass ein solches 
Weib unrein geworden sei und Jahve es verabscheue; würde ein Israelit es heiraten, so 
würde er dadurch ebenfalls unrein oder, richtiger noch, sündig, da er gegen ein aus- 
drückliches Gebot sich verunreinigte, wodurch aber zugleich das ganze Land befleckt 
würde, cf. 21 ss. Diese Begründung ist aber keine klare; denn es fragt sich, wodurch 
das Weib unrein geworden ist. Augenscheinlich nicht durch ^srt r*ny, v. 1 (denn dann 
hätte bereits der zweite Mann sie nicht heiraten dürfen), auch nicht durch die Wieder- 
verheiratung (denn durch die Entlassung vonseiten ihres ersten Mannes war sie voll- 
kommen frei, 21 14, und berechtigt, eine andere Ehe einzugehen; zudem hätte bereits die 
Ehe mit dem zweiten Mann verboten werden müssen, wenn das Weib durch sie unrein 
würde), endlich auch nicht durch das Aufhören der zweiten Ehe (da dies ja auch durch 
den Tod ihres Mannes veranlasst sein konnte, an dem sie keinerlei Schuld trug, v. 3). 
Mit der Begründung ist also nichts anzufangen. In älterer Zeit war in Israel die 
Wiederannahme eines Weibes nach der Scheidung erlaubt, cf. Hos 3, selbst wenn sie 
inzwischen einem andern Manne angehört hatte, II Sam 3i3ff. Auch »die altarabische 
Sitte gestattete die Wiederverheiratung, und der Koran macht geradezu zur Bedingung, 
dass die geschiedene Frau nur dann zurückgenommen werden darf, wenn sie inzwischen 
das Weib eines andern geworden ist« (Benz., Arch. 347). So scheint nach altsemitischer 
Anschauung die Wiederannahme durch eine Ehe der Geschiedenen mit einem andern 
Mann erleichtert gewesen zu sein. Von da ans lässt sich vermuten, dass unser Gesetz 
besagen will, ihr erster Mann darf sie nicht wieder nehmen, selbst wenn sie in- 
zwischen anderweitig verheiratet war. Augenscheinlich soll damit einer leichtsinnigen 
Scheidung vorgebeugt und das Weib geschützt werden; denn niemand wird sein Weib 
leichtfertiger Weise entlassen, wenn er weiss, er kann es nie wieder annehmen. — Der 
Sammler scheint diese den gewöhnlichen Anschauungen widersprechende Bedeutung nicht 
erkannt zu haben, und das *q*^ ni^9 missverstehend hat er wohl die in v. 4 enthaltene 
Begründung beigefügt. Weil dann nach seiner Auffassung ^at ni*^9 anf unzüchtiges Ver- 
halten zu deuten war, hat er das Gesetz den verwandten Bestimmungen 23i8f. ange- 
schlossen. 

19) 24, 5 Ein Mann ist das erste Jahr nach seiner Verheiratung vom Kriegs- 



Dtn 246—10. 89 

<[Man darf eine Mühle oder (auch blos) den oberen Mühlstein nicht 
zum P&nd nehmen, denn damit würde man das Leben znm Pfand nehmen.] 

^ Wenn jemand ertappt wird, der einen von seinen Brüdern, den Kindern 
Israel raubt, ihm Gewalt anihut und ihn verkauft, so soll dieser Dieb sterben; 
und da sollst das Böse aas deiner Mitte austilgen. 

"Sieh dich vor bei der Plage des Aussatzesf, dass ihr aufs genaueste acht gebt 
und ganz nach 'der Weisung' thut, die euch die levitischen Priester geben werden; die 
Vorschriften, die ich ihnen mitgeteilt habe, sollt ihr beobachten]. * Gedenke daran, 
was Jahve, dein Gott, Mirjam angethan hat [unterwegs bei eurem Auszug aus Ägypten]. 

^oWenn du deinem Nächsten irgend etwas leihst, so gehe nicht in sein 



dienst frei. Zu PI gehörig und seinem Inhalt nach mit dem vorigen Gesetz zusammen«- 
h&ngend (Eherecht); vgl. die ähnliche Vorschrift 20?. Sai np-^ *3, cf. v.l. Sa*» "laj^ lAi, eig. 
und nicht soll (eine) auf irgend eine Sache bezüglich(e Verpflichtung, z. B. Abgaben) auf 
ihn Übergehen, irr^a^, f&r seinen Hausstand, Familie. 

20) 24, 6 Die Mühle darf nicht als Pfand genommen werden. In Sg an 23t5f. 
anschliessend, aber wegen des Fehlens der direkten Anrede wohl Zusatz zu seiner Samm- 
lung, harr, cf. G-K § 144 d. as'i'i d-^it^, die Mühle und den oberen Stein; vgl. Benz. 
Arch. 85. «fes, wenn man die Mühle nimmt, nimmt man zugleich die vn, sofern der 
Andere seine vta ohne dieselbe nicht erhalten kann. 

21) 24, 7 Verbot des Menschenhandels. Der Sprache nach zu PI gehörig, doch 
ist die ursprüngliche Stellung nicht zu ermitteln; D' hat das Gebot an v. 6 vielleicht 
nach dem Stichwort oca angefügt, km*" **a, cf. 17 s. ofca naa, wer eine Person raubt, seil, 
um sie in die Sklaverei zu verkaufen. rnw9, wie sonst bei Sg, ist wahrscheinlich vom Be- 
daktor neben dem ungewöhnlicheren hvrw^ '^ao (cf. 23 18) eingefügt. Zu "^ynni als Fort- 
setzung von aaa cf. G-K § 116 x, zu ittrw^n in Verbindung mit *iä cf. 21 u. Sai rai, cf. 
17isb. — Zu diesem Gesetz vgl. £x 21 le. 

22) 24, 8 — 9 Beim Auftreten des Aussatzes hat man sich genau an die Vor- 
schriften der levitischen Priester zu binden. Der plur. v. 8 b scheint Zusatz aus 17iob 
zu sein; zn v. 9b cf. 235a 25i7b, wo dieselben Worte gleichfalls Zusatz sein dürften; 
zu V. 9 a cf. 25 17a, zum Inhalt Num 12. ursprünglich ist also wohl nur v. Sa«, der 
aber weder in den Eontext des Sg noch in den des PI passt. 8 yasa, nicht 9a»a, also 
nicht vor der Plage, sondern bei ihr, d. h. wenn sie eingetreten ist. nio9V%Sam LXX 
ohne 1. Vd5, Sam LXX -f sr^irn. o'^i^rt o^aron, cf. Einl. § 6, 3. dm'^is *iw»3 weist auf Ge- 
setze wie Levis f. und beweist somit für späte Hinzufügung von v. 8 b. 9 Der Bückweis 
auf Num 12 (JE) mag älter sein als v. 8a /9b, sodass v. 9a zunächst an v. 8a« anschloss. 
Dann aber ist wahrscheinlich, dass es in v. 8 ursprünglich 9aa& hiess; Sinn: hüte dich 
vor Vergehen, die durch den Aussatz bestraft werden würden, wie Mirjams Beispiel lehrt. 
Die Einschaltung von v. S&ßh bedingte die Änderung in 9aaa und machte v. 9a unver- 
ständlich. 

23) 24, 10 — 25, 4 Allerlei Humanitätsvorschriften, a) Die Auswahl des Pfandes 
für ein Darlehen ist dem Schuldner zu überlassen ; giebt er als Pfand seinen Mantel, so 
soll man ihn während der Nacht zurückgeben (v. 10—13). b) Einem Tagelöhner ist der 
Lohn je am selben Tage auszuzahlen (v. 14 — 15). c) Mit dem Schuldigen sollen nicht 
auch seine Verwandten getödtet werden (v. 16). d) Man darf das Becht des Fremdlings, 
der Witwe und Waise nicht beugen (v. 17—18). e) Eine auf dem Felde vergessene Garbe 
und die Nachlese an den Ölbäumen und im Weinberg soll man dem Fremdling, den 
Witwen und Waisen überlassen (v. 19 — 22). f) Einen zur Prügelstrafe Verurteilten soll 
man nicht übermässig züchtigen (25 i—s). g) Einem dreschenden Bind soll man das Maul 
nicht zubinden (v. 4). — Die Gesetze gehören sämtlich der Sammlung des Sg an, sind 
aber wenigstens teilweise schon vor ihm aufgezeichnet gewesen. Daher erklärt sich die 



90 Dtn 24ii— n. 

Haus, um ein Pfand von ihm za nehmen. ^^ Bleibe draussen stehen, and der 
Mann, dem da etwas leihst, soll ^selbst' das Pfand za dir herausbringen, 
^'ünd wenn es ein Armer ist, so lege dich nicht mit seinem Pfand nieder. 
i*Gieb ihm vielmehr das Pfand am Sonnenuntergang zurück, dass er sich in 
seinem Mantel niederlegen könne und dich segne; so wirst du vor Jahve, dei- 
nem Oott, gerecht dastehen. ^^ Bedrücke einen armen und bedürftigen Tage- 
löhner nicht, mag er zu deinen Brüdern oder zu Men Fremdlingen' gehören, 
die in deinem Lande in deinem Orte wohnen. ^^Oieb ihm je am selben Tage 
den Lohn, dass die Sonne darüber nicht untergehe; denn er ist arm, und sein 
Verlangen steht danach. (Thue es,) damit er nicht Jahve wider dich anrufe 
und dich Yerschuldang treffe. ^^Nicht sollen Väter samt den Elndem hinge- 
richtet werden, und Kinder sollen nicht samt den Vätern hingerichtet werden; 
es Marf einer nur wegen seiner eigenen Schuld hingerichtet werden. ^^ Beuge 
nicht das Recht des Fremdlings, der Waise und nimm nicht zum Pfände dae Kleid 
der Witwe. ^^Und gedenke daran, dass du ein Sklave in Ägypten warst und 
Jahve, dein Gott, dich von dort erlöste; darum gebiete ich dir also zu thun. 
^^Wenn du auf deinem Felde deine Ernte hältst und vergisst eine Ghtrbe auf 
dem Felde, so kehre nicht um, um sie zu holen; dem Fremdling, der Waise 
und der Witwe soll sie gehören, damit Jahve, dein Gott, dich bei allem Werke 
deiner Hände segne. s^'Wenn du deine Ölbäume abklopfet, suche die Zweige 
hinter dir nicht noch einmal ab; dem Fremdling, der Waise und der Witwe 
soll (das Übersehene) gehören. "^Wenn du Weinlese hältst in deinem Wein- 



Bezeichnung des Nächsten als 9^ (24 lo), das Aufgehen der Bedeform (24 le] und das Vor- 
kommen mehrerer dieser Gesetze auch in andern Sammlungen (s. n.). 254 war vielleicht 
ursprünglich zu 24 19—29 an den Band geschriehen. — In diesem Zusammenhang standen 
ursprünglich wahrscheinlich auch 15 1 — 18, s. d. — 10 a noa, cf. 15s. niivQ, cf. G-K 
§ 23d. Day, cf. 15(6)8. 11 trxv, Sam Luc 'r «in. 12 Vorausgesetzt ist, wie ▼. 13 zeigt, 
dass der Arme seinen, des Nachts zugleich als Decke dienenden, Mantel (cf. zu 22 1>) 
als Pfand gieht. 18 ^a'^ai, cf. G-K § 58i. Ttpn^t rrrrn ^^, cf. 6«5. — Zu vergleichen ist 
Ex 2225—96, wo sich auch die seltene Form rnsVv (v. 25) findet wie hier t. 13, aher auch 
das gewöhnlichere nVvv (v. 26). In heiden Stellen scheint ein älteres, rvohv bietendes 
Gesetz (Dtn 24 is. Ex 2295) verschieden erweitert zu sein. 14 ^^sn, 8am LXX "j-nsv). 
^xma, wohl nur Variante zu t^tb^, fehlt LXX. 15 'rava, an seinem Tage, seil. Arbeits- 
tage. •J'^aw irr, cf. G-K § 135m. •j-Vj, auf i*»aw bezüglich, »-p «Vi, cf. G-K § 165 a. 
V. b cf. 159. — Zu vergleichen ist dieselbe, aber anders formulierte Forderung Lev 19 is. 
16 iM^v* 3^, Sam LXX nr3i% cf. auch IIBeg 146 Qerd. Im alten Israel scheint die ent- 
gegengesetzte Praxis öfter befolgt zu sein, denn die Schuld des Einzelnen ist als Schuld 
der ganzen Familie betrachtet worden. Daher wird es als etwas Besonderes hervor- 
gehoben, dass der König Amasja die Söhne der Schuldigen verschonte, 11 Beg 146 ; dass 
er dies in Befolgung unseres Gesetzes gethan habe, sagt der Dtnst von der Voraus- 
setzung aus, dass das Dtn damals bereits existiert habe. Das Gebot entspricht dem 
Grundsatz 7io, cf. Ez 18. 17 Die Worte -i» Vann »h fehlen LXX; sie sind späterer Zn- 
satz, wie sich auch daraus ergiebt, dass vor Din"* ein i fehlt, und dass sonst nnVic^ D*in*« ^i 
immer verbunden erscheinen. Mit der ursprünglichen Forderung, ihr Becht nicht zu 
beugen (cf. 16 19 und zur Veranlassung des Gebotes in den herrschenden Zuständen die 
Beden der Propheten), ist eine andere kombiniert, die inhaltlich noch über v. 12f. hin- 
ausgeht. 18 cf. 15 15. Zu 19—22 cf. Lev 19 9f. 2399 (H); in beiden Gesetzen hat eine 



Dtn 24». 25 1—7. 91 

berg, halte keine Nachlese; dem FremdliDg, der Waise und der Witwe soll sie 
gehören. ^^Oedenke daran, dass da Knecht warst in Ägyptenland; darum ge- 
biete ich dir also zu thun. 

25 ^Wenn ein Streit zwischen Männern ausbricht und sie vor Gericht 
treten und man da über sie das Urteil spricht, so soll man den, der im Rechte 
ist, freisprechen und den, der im Unrecht ist, verurteilen. >Und wenn der, 
der im Unrecht ist, zur Prügelstrafe verurteilt wird, so soll der Richter ihn 
niederwerfen und in seiner Gegenwart schlagen lassen, so viel er für sein Ver- 
gehen verdient, genau abgezählt. ^ Vierzig Schläge darf er ihm geben lassen, 
nicht mehr, damit dein Bruder dadurch, dass man ihm darüber hinaus noch 
viele Schläge versetzt, in deinen Augen nicht entehrt werde. 

^[Verbinde einem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht] 
^ Wenn Brüder in Einem Orte wohnen und einer von ihnen stirbt, ohne 
dass er einen Sohn hätte, so soll das Weib des Verstorbenen nicht einem aus- 
wärts wohnenden fremden Manne zu Teil werden; ihr Schuxiger soll zu ihr 
kommen, sie sich zum Weibe nehmen und die Schwagerehe mit ihr eingehen. 
^Der erste ^Sohn aber, den sie gebiert, soll als Sohn seines verstorbenen Bruders 
gelten, damit sein Name nicht aus Israel ausgelöscht werde, '^ Wenn dagegen 
der Mann seine Schwägerin nicht nehmen wül, so soll seine Schwägerin an das 
Thor zu den Ältesten gehen und sagen : Mein Schwager wM den Namen seines 
Bruders in Israel nicht aufrecht erhalten; er unll die Schwagerehe nicht mit mir 



Bestimmung des älteren Rechts einen formell verschiedenen Ausdruck gefunden. 25, 1 
T9rv«n, bei Sg das Ortsgericbt, dem die w^tv (y. 2) vorsteben, cf. 16 is. diisbvi, Subj. die 
Bicbter, ip*Txm beginnt den Nachsatz. 2 r«wn ^a, cf. G-K § 128 v. ^^ith, in seiner, d. h. 
des Richters, Gegenwart. 8 &^ra**M, seil. Schläge. cfO'' nh, cf. G-K § 156 f. um zu ver- 
meiden, dass er infolge eines Irrtums beim Zählen einmal zu oft geschlagen wird, be- 
stimmmten die Späteren, dass nur 39 Schläge verabfolgt werden dürften, cf. II Kor 11 24. 
San BTO"^ 2°, der Bedeutung nach hypothetischer Vordersatz zu nVpai. Unverdiente Schläge 
lassen die Schuld grösser erscheinen, als sie wirklich ist, tragen also dazu bei, dass die 
Achtung, die auch einem Schuldigen noch zukommt, verringert wird. nVpai bedeutet also 
thatsächlich, damit er nicht über Gebühr entehrt werde. 4 Über das Dreschen mit 
Ochsen cf. Benz. Arch. 209. Inhaltlich gehörte dies Gesetz zu 22i — 4. 6—7. Es war 
wohl in Sg zu 24 19 an den Band geschrieben, da Ernten und Dreschen zusammengehören, 
und ist dann fälschlich hierher versetzt. 

24) 25, 5 — 10 Stirbt ein Mann, ohne einen Sohn zu hinterlassen, so soll sein 
Bruder die Witwe heiraten ; ihr Erstgeborener soll dann als Sohn des Verstorbenen gelten. 
Die Weigerung, diese Schwagerehe einzugehen, soll durch Entehrung bestraft werden. 
— Das Gesetz gehört zusammen mit den eherechtlichen Gesetzen des PI 24 1 — 5, was 
auch durch die Erwähnung der Ältesten bestätigt wird ; vgl. auch die unten angeführten 
Parallelstellen. — Über die Levirats- oder Schwagerehe cf. Benz. Arch. 345 f. 5 o^ntc, 
leibliche Brüder, nicht, wie bei Sg, Volksgenossen. rTr^ wohl nicht im selben Hause, 
sondern in demselben Orte, pi, Sohn, nicht allgemein »Nachkommenschaft« (LXX 
cn^Qfia) cf. unten, ^t v*k, ein nicht zur Familie gehöriger Mann, der auch ausserhalb 
des Gebietes der Familie (rfsinn) wohnt. n*W, Sam n-V«, cf. 21 is. nwK^ rrpb, cf. 21 ii. 
6 *iidan, Sam "«iran lart. dv hy Dtp**, soll auf den Namen zu stehen kommen, d. h. wenn 
der Name seines Vaters mit genannt wird, soll es der Name des Verstorbenen sein; er 
soll als Sohn des Verstorbenen gelten, nma^ nVi, cf. Gr-K § 166 a. 7 myvn, cf. 21 19. 



92 Dtn 358— IS. 

eingehen. ^Dann sollen die Ältesten seiner Stadt ihn rufen und ihm zureden. 
Tritt er aber hin und sagt: Ich mag sie nicht nehmen, ^so soll seine Schwägerin 
vor den Augen der Ältesten an ihn herantreten, ihm den Schvh vom Fasse 
ziehen, ihm ins Angesicht speien und sagen: So ergehe es jedem, der das Haus 
seines Bruders nicht bauen wiU. ^^Er soll dann in Israd mit dem (Spott)- 
Namen -^Barfüsserfamüie^ genannt werden. 

i^Wenn Männer mit einander raufen and das Weib des einen herbei- 
läuft, um ihren Mann aus der Hand dessen zu reissen, der ihn schlägt, und 
dabei ihre Hand ausstreckt und ihn bei seiner Scham ergreift, ^>so sollst du 
ihr die Hand abhauen; habe keinen Blick des Mitleids. 

^^Du darfst in deinem Beutel nicht zweierlei, grosse und kleine, Gewicht- 



8 'ij*) -nsyi, virtaeller Bedingungssatz, cf. G-E § 159 g. 9 Über die Bedeutung der Hand- 
lung s. u. n^a na, cf. Ex Im. — Das Motiv, das zur Einrichtung der Schwagerehe ge- 
führt bat, ist z. T. klar ausgesprochen: der Name eines Mannes soll nicht vergessen 
werden, sondern in seinen Kindern weiterleben. (Dass in ältester Zeit das Motiv war, 
dem Verstorbenen Kinder zu erzeugen, damit diese ihn kultisch verehrten [Stade, 
Schwally u. a.], ist zum mindesten sehr zweifelhaft.) Doch ergiebt sich noch ein zweites, 
untergeordnetes aus v. 9. Das Ausziehen des Schuhes bedeutet nach Bt 4? den Verzicht 
auf ein Besitzrecht; danach bedeutet die v. 9 vorgeschriebene Zeremonie wahrscheinlich, 
dass dem Betreffenden das Becfat auf den Besitz des vom Verstorbenen hinterlassenen 
Erbes entzogen wird. (Die Entziehung eines Bechtes bedeutet aber zugleich eine Be- 
schimpfung, wie sie auch durch das Anspeien, cf. Num 12 u, und das Anhängen eines 
Schimpfhamens an die Familie, v. 10, zum Ausdruck kommt.) Hängen Leviratsehe und 
Erbrecht zusammen (cf. Bt 45), so mag ein untergeordnetes Motiv für Einführung der 
Leviratsehe auch das Interesse gewesen sein, den Familienbesitz bei der Familie zu er- 
halten, ein Interesse, das nur dann vorlag, wenn der Familienbesitz ein zusammen- 
hängendes Ganze bildete, wie es nach v. 5 scheint. Daraus ergiebt sich zugleich, dass 
p V. 5 als Sohn und nicht als Nachkommenschaft zu deuten ist ; zur Zeit des Dtn hatten 
Töchter kein Erbrecht, sie kamen also überhaupt hier nicht in Frage. Ob übrigens in 
unserm Gesetz lediglich älteres Hecht kodifiziert, oder ob es modifiziert ist, lässt sich 
nicht entscheiden. Dass P die Leviratsehe verbiete, lässt sich aus I^ev 18 16 etc. nicht 
folgern, da es sich dort um das Verbot des Umgangs mit dem Weibe des noch lebenden 
Bruders handelt. Übrigens fällt für P eines der Motive für die Leviratsehe fort, da 
nach ihm im Notfalle auch die Töchter erbberechtigt sind, cf. Num 27iff. 36. 

25) 25, 11 — 12 Ein Weib, das sich an der Scham eines Mannes vergreift, ist 
mit Abhauen der Hand zu bestrafen. Wegen der Bezeichnung des Nächsten als mc und 
wegen der Ähnlichkeit des Eingangs mit v. 1 ist dies Gesetz vielleicht Sg zuzuweisen 
als Anhang zu 25i— s. 11 isr "«d, cf. Ex 21». 12 V. b cf. 7i6. — »Abgesehen vom 
jus talionis der einzige Fall, wo das Gesetz Körperverstümmlung als Strafe festsetzt« 
(Dillm.). Sicherlich ist hier ein Urteil, das zunächst bei einem einzelnen Fall gefällt 
war, als Norm für die Beurteilung ähnlicher Fälle mitgeteilt, ein interessantes Beispiel, 
wie sich Rechtsgrundsätze bilden. Die bei Sg, der sonst stets möglichste Milde fordert, 
auffallige Strenge erklärt sich ebenso, wie die bei der Bestrafung des Götzendienstes, 
Kap. 13. Er ist streng, wo es sich ^um Vergehen gegen den Charakter der Jahvereligion 
handelt, sonst möglichst milde. 

26) 25, 18—16 Verbot, zweierlei Mass und Gewicht zu gebrauchen, nach der 
Formel v. 16 zu PI gehörig. Vgl. das ähnliche Gesetz Lev 19s5f., und zur Veranlassung 
des Gebotes in den thatsäcblichen Zuständen Am 85. 18 pKt laM, cf. G-K § 123 f. Ge- 
meint sind Gewichtsteine, grosse, um beim Einkauf das Gewicht möglichst gering, kleine, 



Dtn 2514—19. 26i— s. d3 

steine haben. ^^Du darfst in deinem Hause nicht zweierlei, grosses und Meines, 
Mass haben. ^^ Voügewicktige und richtige Gewichtsteine soUst du haben; volles 
und ridUiges Mass sollst du haben, damit deiner Tage viel werden in dem Lande, 
das Jahve, dein Gott, dir geben wird. i^Benn ein Oräud ist für Jahve, deinen 
Oott, jeder, der solches thut, jeder, der Unrecht thut. 

'* Gedenke daran, was dir Amalek angethan hat [unterwegs bei eurem Auszug 
ans Ägypten], '*der dir auf dem Wege entgegentrat und, da du mQde und matt warst, 
alle Zurückbleibenden von dir abschnitt, ohne Gott zu fürchten. '*ünd wenn Jahve, dein 
Gott, dir in dem Lande, das Jahve, dein Gott, dir zum Erbbesitz geben wird, Buhe vor 
all deinen Feinden ringsum verleiht, so sollst du das Andenken an Amalek aus der 
Welt auslöschen; vergiss es nicht. 

26 'Wenn du in das Land kommst, das Jahve, dein Gott, dir als Erbe geben 
wird, und es in Besitz nimmst und dich darin niederlässt, 'so nimm etliche von den 
Erstlingen * ' der Früchte des Landes, die du einheimst aus deinem Lande, das 
Jahve, dein Gott, dir geben wird, lege sie in einen Korb und geh zu der Stätte, 



um es beim Verkauf möglichst gross erscheinen zu lassen. 15 p'^x'i für pn:s ptrt, cf. G-E 
§ 128 p. 16 ^19 nv9 ^3, wohl erklärende Glosse zu rhu nvy Vd, nach Lev 1985. 

27) 25, 17—19 Gebot, die Amalekiter auszurotten. Dies Gebot hat zur Zeit des 
Dtn wohl kaum noch eine Bedeutung (IChr 44i£r.). Es wird daher wohl als dtnster 
Anhang zu betrachten sein. Bei oder nach der Vereinigung von JE und D mag jemand, 
der Ex 17 u las, es für notwendig erachtet haben, es hier einzuschalten, damit auch 
ausdrücklich berichtet wäre, dass Moses dem Befehl von Ex 17 14 entsprochen habe (cf. 
31 9). Doch ist die Ausführung rein dtnst. 17 '^^st, cf. G-K § llSbb; doch ist wohl 
mit Sam (LXX?) '^bt zu lesen. Zum ganzen Vers cf. 249. vr^'xm Dsniisin ^^^na (plur.!) 
wird auch hier Zusatz sein. 18 'Vk ¥r^ k^% auf Amalek bezüglich. Gottesfurcht hätte 
sie auch ohne geschriebenes Gesetz zur Milde antreiben müssen, d^h^k, da die Amalekiter 
keine Jahveverehrer sind. 19 Cf. 12 lo. 

d) 26i— 15. Liturgischer Anhang. 

Inhalt: Von den Erstlingsfrüchten soll man einige in einem Korbe zum Heilig- 
tum bringen und mit einem Gebet, welches in kurzen Zügen die Geschichte von Jakob 
an bis zum Einzug Israels in Kanaan erzählt, vor Jahve stellen (v. 1 — 11). Nach der 
Ablieferung des Zehnten im je dritten Jahr soll man bekennen, ihn richtig abgeliefert 
zu haben, und um Jahves Segen für Israel bitten (v. 12—15). — Zweifellos gehört dieser 
Anhang dem Sg an, denn er bezieht sich auf 1422—29 und hat mit diesem Abschnitt 
auch manche sprachliche Eigentümlichkeit gemeinsam. Über einzelne Überarbeitungs- 
spuren cf. die Einzelerklärung (v. 1. 3. 4). 1 Cf. 17 ua. Der vollständig formelhafte 
Vers wird wohl von Abschreibern beigefügt sein. 2 mmyfr\^ wahrscheinlich genauere Be- 
zeichnung für diejenigen Früchte, die jährlich am Heiligtum zur Opfermahlzeit ver- 
wendet werden sollen, und die 1422 als Zehnter bezeichnet waren; denn 1) ergab sich 
bei 1422 — 27, dass hier der Zehnte nicht im strengen Sinne gemeint war, cf. zu 142i. 29 ; 
2) Sg kann unmöglich neben dem Zehnten noch Erstlinge gefordert haben, da sie sonst 
12i7. 1422ff. erwähnt sein müssten. Den Ausdruck »Zehnter« mag Sg 12 17 und danach 
auch 1422 zunächst beibehalten haben, weil er ihn im Grundgesetz fand (cf. 12ii), 
während er ihn hier durch den entsprechenderen nroK*^ (so auch statt '^ta Ex 23 19. 
3426) ersetzt. Zu beachten ist, dass nicht alle Erstlinge vor Jahve gestellt werden, 
sondern nur ein Teil (mvK*«); nach 1422 dient ja der Zehnte (d. h. die n^npfen im Ganzen) 
zur Opfermahlzeit, von der natürlich Jahve einen Anteil bekommt. Dieser aber wird 
nach dem Grundsatz, dass Jahve die n^na der Priester ist, 18 2, den Priestern überwiesen 
(cf. Num 18 13 P). Auch dieser Teil der rntTin mag kurzweg n-WKi genannt worden sein, 



94 Din 268— IS. 

die Jahve, dein Oott, zur Wohnung far seinen Namen erwählen wird, •und 

wenn du zu dem derzeitigen Priester kommst, eo sage zu ihm: Ich spreche es heute 
(mit Dank) gegen Jahve, 'meinen Gott\ aus, dass ich in das Land gekommen bin, das 
uns zu geben Jahve nnsern Vätern mit einem Eide versprochen hat. ^Der Priester aber 
soll dir den Korb abnehmen und ihn vor den Altar Jahves, deines Gottes, stellen. 

^Und du sollst vor Jahve, deinem Oott, anheben and sprechen : Ein dem Unter- 
gang naher Aramäer war mein Yater, und als er nach Ägypten hinabzog, 
siedelte er sich dort mit wenigen Leuten an; aber er wurde dort zu einem 
grossen "und" starken und zahlreichen Volk. ^Die Ägypter behandelten uns 
aber schlecht, bedrückten uns und legten uns harten Dienst auf. ^Da riefen 
wir Jahve, den Oott unserer Yäter, an, und Jahve erhörte uns und sah unser 
Elend und unsere Mühsal und unsere Bedrängnis. ^Und Jahve führte uns aus 
Ägypten mit starker Hand und erhobenem Arm und mit furchtbarer Macht und 
mit Zeichen und Wundern. ^Und er brachte uns an diesen Ort und gab uns 
dies Land, ein Land, das von Milch und Honig überfliesst. ^^Und nun bringe 
ich die Erstlinge der Früchte des Landes, das du, Jahve, mir gegeben hast. 
Damit sollst du sie vor Jahve, deinen Oott, stellen und Jahve, deinen Oott, 
anbeten ^^und fröhlich sein über all das Oute, das Jahve, dein Oott, dir gegeben 
hat, Mu und die Deinen' und der Levit und der Fremdling, der unter dir ist. 
i^Wenn du im dritten Jahr, im Zehntjahr, den vollen Zehnten deines 
Ertrages vollständig abgeliefert und dem Leviten, dem Fremdling, der Waise 



184. Va fehlt Sam LXX. ^3*<W9 K^an *iok, die du einbringst aus deinem Lande = die du 
erntest; die Worte fehlen LXX Luc und sind wohl Zusatz, ebenso der folgende formel- 
hafte Relativsatz, der bei Luc gleichfalls fehlt. 8 'i^t inan, cf. 179. 19 17, gemeint ist 
wohl der Oberpriester am Zentralheiligtum, •»man, cf. G-K § 106 i. y^htHj dem Gott, 
dem du dienst; doch ist wohl mit LXX *^nVK zu lesen, da das 7 auf Dittographie be- 
ruhen wird. Die Darbringung der Gaben des Landes ist hier als Dank für die Verleihung 
des Landes betrachtet. 4 Das vor den Altar Stellen ist symbolisch als Übergabe an 
Jahve zu verstehen. Da v. 10 die Niedersetzung des Korbes vor Jahve noch einmal an- 
geordnet wird, so werden v. 3—4 als Zusatz betrachtet werden müssen^ denn wenn auch 
das inrram (v. 10) als durch einen Priester vermitteltes zu denken ist, wird doch Sg 
selbst die Vorschrift nicht zweimal gegeben haben. Die Einschiebung von v. 3—4 ist 
wohl auf einen Leser zurückzufahren, der das Missverständnis ausschliessen wollte, als 
stellte der Darbringende den Korb selbst an den Altar. 5 '^^t^ ist Jakob, sofern er im 
Aramäerlande wohnte und von dort auch seine Vorfahren stammten, naic, cf. G-K § 116 d, 
dem Untergang nahe, d. h. ein Mann, von dem man nichts Besonderes erwarten konnte. 
•^naa, cf. G-K § 119 i. di«, Sam dimm. 6 nwp may, cf. Ex lu (P). 7 Cf. Ex 3? (J). 
•jaxn^. Ex 39 (E). 10 "psan, cf. G-K § 106 i. — Das Gebet soll schwerlich nur den Ge- 
danken ausdrücken: die Gaben, die ich bringe, sind ein Dankopfer für die Verleihung 
des Landes, in dem sie gewachsen sind ; denn dann wären v. 5 — 9 überflüssig. Vielmehr 
soll dies Gebet wohl ein Bekenntnis zu dem Gott sein, der Israel in seinen Anfängen 
angehörte, der also nicht mit dem Baal identisch ist. Der Darbringer wurde so ge- 
zwungen, sich klar zu machen, dass er die Gaben dem Gott der Väter, dem historischen 
Gott darbrachte, während er bisher vielleicht glauben mochte, er bringe sie dem mit 
Baal in unklarem Denken identifizierten Jahve dar. 11 Cf. 12 is. "T^'^a^i, in dieser 
Formel ganz ungewöhnlich; dagegen vermisst man hinter nric die Erwähnung der Familie. 
Daher wird mit Luc "fn'^ai nnti zu lesen sein. 12 iv9^, cf. G-K § 53q; doch ist wohl 
*i^V zu lesen, cf. 14». nvrVon moa, cf. 14s8f. ^oyen nav, Apposition zum Vorher- 



Dtn 2618—16. 95 

und der Witwe gegeben hast, dass sie sich in deinem Wohnort satt essen, ^'so 
sollst da vor Jabve, deinem Oott, sprechen: Ich habe die heilige Abgabe aus 
dem Hause geschafft und sie auch dem Leviten und dem Fremdling, der Waise 
und der Witwe gegeben, genau nach * deinen Geboten', die du mir gegeben 
hast; ich habe keines deiner Gebote übertreten und vergessen. ^^Ich habe 
nichts davon gegessen, als ich in Trauer war, habe nichts davon weggeschafft, 
als ich unrein war, und habe nichts davon für einen Toten gegeben; ich habe 

der Stimme Jahyes, meines Gottes, gehorcht, ich habe genau so gethan, wie da mir 
geboten hast i» Blicke herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und 

segne dein Yolk Israel und das Land, das du uns gegeben hast, wie da ansern 
Yätem geschworen hast, ein Land, das von Milch und Honig überfliesst. 



gehenden. Fälschlich liest LXX on n^tg (ro diwqov inMxctTov), da es dann "i'ort ^vrort 
heissen müsste. In der That aber ist dieser Zehnte ein zweiter, sofern man die mvvr) 
als Zehnten rechnet, da im dritten Jahr aach diese dargebracht werden muss. 18 r'rain 
^"'^ ^fiV, nämlich wahrscheinlich bei der nächsten Anwesenheit am Heiligtum (am Herbst- 
fest, 16 is). «npn, den Zehnten, der ursprünglich an das Heiligtum gegeben wurde, also 
eigentlich ein vrp war, während er bei Sg so nur noch heissen kann, sofern die Ab- 
lieferung durch einen kultischen Akt (den hier beschriebenen) ihren Abschluss findet, 
^ris», 8am LXX '^'»niyo. 14 Da der Zehnte ursprünglich ganz und teilweise auch jetzt 
noch ein vrp ist, so gelten für ihn auch die Forderungen, wie für vy: er darf durch 
nichts entweiht sein. Das aber wäre geschehen, wenn der Betreffende 1) davon gegessen 
hätte *«3Ma, denn Trauerbrot ist unrein, cf. Hos 94; 2) ihn im Zustande der Unreinheit, 
d. h. als Unreiner (cf. G-E § 1191) abgeliefert oder endlich 3) etwas davon mh gegeben 
hätte. Da Sg nirgends ein Verbot des Totenkultus hat, so ist es nicht wahrscheinlich, 
dass er hier so nebenbei denselben erwähnen sollte. Entweder ist »mit Bezug auf einen 
Toten« zu übersetzen und nach Jer 167f. zu deuten: »ich habe nichts davon zu einem 
Leichenmahl ins Trauerhaus geschickt«, oder es ist gemeint, ich habe nichts davon einem 
Toten mit ins Grab gelegt, nämlich als Speise (nicht Opfer) für ihn. Letzteres entspricht 
dem Wortlaut am meisten. V. b ist (ebenso wie v. 15 b) formelhaft und vielleicht Zu- 
satz, sodass das Gebet mit der Bitte schliesst, Volk und Land zu segnen, d. h. weiteren 
Segen für die Früchte des Landes zu spenden. 

C. SdhloBBreden, 26» 16—80» 20. 

Übersicht: 1) Zusammenfassung des Inhaltes des heute geschlossenen Bundes 
(2616—19). 2) Auf dem Ebal soll ein Altar erbaut und das Gesetz auf Steine geschrieben 
werden (27 1 — s). 3) Am Ebal und Garizim sollen Segen- und Fluchsprüche verkündet 
werden (279— m). 4) Dem gehorsamen Volke wird Segen verheissen, dem ungehorsamen 
Fluch gedroht (28i— es). 5) Ermahnung zum Gehorsam unter Hinweis auf die Furcht- 
barkeit der Strafgerichte Jahves (2869 — 29 ss). 6) Wenn Israel sich nach dem Abfall be- 
kehrt, wird Jahve auch die Strafen, insbesondere das Exil, aufheben (30i— lo). 7) Er- 
mahnung, dem nicht mehr verhüllten Willen Jahves zu folgen, zwischen Segen und Fluch 
zu wählen (dOu— so). — Dass auch hier verschiedenartige Bestandteile kombiniert sind, 
lehrt 1) die Fülle der Wiederholungen, namentlich der Drohreden, 2) der Wechsel sing, 
und plur. Anrede (sing. Anrede zeigen: 26i6— 19. 27. 28*. 30, plur.: einzelne Teile von 
Kap. 27. 28 und Kap. 29), 3) die Verschiedenheit der vorausgesetzten Situation, cf. u. 

1) 26, 16—19 Es werden die Erklärungen gegenübergestellt, die Jahve und 
Israel »heute« einander gegeben haben, nämlich dass sie künftig als Gott und Volk zu- 
sammengehören wollen. Deutlich ist der Abschluss einer n'^'ia vorausgesetzt, wenn auch 
der Ausdruck hier nicht vorkommt. Da nun weder PI noch Sg von einem Bundesschluss 



96 Btn d6i6— 19. 

1* Heute gebietet dir Jahve, dein Gott, diese Satsongen and Bechte zu halten; 
80 beobachte sie denn von ganzem Herzen und von ganzer Seele. **Da hast Jahye heute 
erklären lassen, dass er dein Gott sein wolle[, und dass du auf seinen Wegen gehen, 
seine Satzungen, Gebote und Bechte halten und seiner Stimme gehorchen sollest]. **Ünd 
Jahve hat dich heute erklären lassen, dass du sein Eigentumsvolk sein wollest, [wie er 
dir verheissen hat, und dass du alle seine Gebote halten wollest, '*und dass er dich 
zum grössten aller Völker, die er geschaffen hat, zu (seinem) Lob und Buhm und Preis 
machen solle,] und dass du ein Jahve, deinem Gott, geheiligtes Volk sein wollest[, wie 
er gesagt hat]. 



erzählt haben (5s blickt PI auf einen in der Vergangenheit, nicht »heute« geschlossenen 
Bund zurück), kann unser Abschnitt keinem von beiden angehören; vielmehr wird er 
einem Schriftsteller seinen Ursprung verdanken, der einen förmlichen Bundesschluss in 
Moab kannte, cf. 2869. Auch die Formelhaftigkeit des Abschnittes spricht fClr Abfassung 
durch einen Dtnsten. 16 fiTn di-tt kann bei einem Dtnsten , der PI und Sg nur in der 
Zusammenarbeitung durch Dr vor sich hat, nur der 446ff. und sonst in Sg angedeutete 
Zeitpunkt kurz vor Überschreitung des Jordan sein, n^im &-<pm-i, nämlich 12 1 — 26 15. 
17 n-^oKn, das hiph. nur noch v. 18, wahrscheinlich terminus technicus, von menschlichen 
Verhältnissen auf Gott übertragen, und daher nicht zu pressen ; Israel hat die Erklärung 
nicht veranlasst, sondern nur entgegengenommen, während in menschlichen Verhältnissen 
die eine Partei die Erklärung der andern veranlasst, ni*^^, logisches Subj. ist Jahve; 
roVVi, logisches Subj. ist Israel. Da der Subjekts Wechsel äusserst hart ist, wird eine 
Textverwirrung vorliegen, wenn nicht die Worte von naVVi bis zum Schluss des Verses 
späterer Zusatz sind (von 'navVi an fehlen sie bei Luc). 18 riVao &9, cf. 76. 14 s. *^t» 
^h ^y^f sinnloser Zusatz, der die Verpflichtung Israels, Gottes Eigentumsvolk sein zu 
wollen, in eine Verheissung vonseiten Jahves umsetzt. 19 yrhf "^nnVi, cf. 28 1, derselbe 
Subjekts Wechsel wie in v. 17 und Übergang in die Verheissung wie v. 18. nVnrV, seil, 
sich, d. h. dass seine Herrlichkeit erkannt werde aus der Herrlichkeit, die er dir ver- 
liehen hat. 'jn'^n^i, neuer Subjekts Wechsel, sodass diese Aussage mit v. 18 a zusammen- 
gehört, «mp D9, cf. 76. 14s. — Wenn der Ergänzer das von ihm vielleicht vorgefundene 
Stück V. 17aba. 18aa. 19ba nicht gedankenlos durch allerlei formelhafte Zuthaten er- 
weitert hat, so bleibt seine Auffassung der Worte undurchsichtig, vielleicht infolge von 
Textentstellungen. 

2) 27, 1—8 Zu Kap. 27 vgl. Kuenen, ThT XII 297 ff. Nur mit allem Vor- 
behalt gebe ich die folgende Analyse von v. 1 — 8. Zweierlei ist hier kombiniert, 
nämlich der Befehl 1) nach (oder bei) der Überschreitung des Jordan Steine aufzurichten 
und mit Kalk zu tünchen, um das Gesetz auf sie zu schreiben (v. 1 — 4. 8), und 2) auf 
dem Ebal einen Altar aus unbehauenen Steinen zu errichten und Jahve Opfer darzu- 
bringen (v. 5—7). Der letztere Abschnitt mit sing. Anrede ist kaum von einem Dtnsten 
geschrieben; denn ein solcher hätte gewiss nicht etwas erzählt, was den Ebal als von 
Jahve erwählte Eultusstätte erscheinen lassen könnte. Der Abschnitt muss also älter 
als D sein, wenn er auch Spuren dtnster Bearbeitung aufweist. Wahrscheinlich gehört 
er als Vorbereitung für Jos Sao— 8i der Quelle £ an. — V. 1—4. 8 sind auch nicht ein- 
heitlich. Plur. Anrede zeigt sich in v. 1 — 2aa 4a. Danach soll Israel am Tage der 
Überschreitung des Jordan Steine aufrichten; die andere Angabe hsr^y ^na (v. 4) ist da- 
neben unmöglich, also wohl Zusatz, vielleicht aus v. 5, denn anstelle von &o stand hier 
wahrscheinlich hs^ *^na, cf. Jos Sao. Diese Verordnung dient wohl zur Vorbereitung von 
Jos 48ff., und gehört möglicherweise D* an (plur. Anrede!). Die sing. Teile sind teils 
Zusätze zu den plur., so v. 2a/9 und v. 4 b (nach v. 2b), teils geben sie eine ganz andere 
Vorschrift, nämlich Steine aufzurichten und auf diese das Gesetz zu schreiben (v. 2 b. 
3 a, z. T. wiederholt v. 8, s. darüber unten). Dies soll wahrscheinlich auf dem Ebal ge- 
schehen, also im Mittelpunkte des Landes, cf. die Ausführung Jos 8 ssff. Dagegen spricht 



Dtn 27 1—8. 97 

27 'Und Moses gebot 'den Ältesten Israels*: Beobachtet das ganze Gesetz, 
das ich ench heute gebiete. 'Wenn ihr über den Jordan zieht [in das Land, das 
Jahve, dein Gott, dir geben wird, so] richte dir grosse Steine auf, tünche sie mit Kalk, 
*and schreibe auf sie alle Worte dieses Gesetzes[, wenn da hinüberziehst, um in das 
Land zu kommen, das Jahve, dein Gott, dir geben wird, ein Land, das von Milch und 
Honig überfliesst, wie Jahve, der Gott deiner V&ter, dir verheissen hat]. ^[Wenn ihr 
fiber den Jordan ziehte] so richtet diese Steine anf, über die ich ench hente Be- 
fehl gebe[, auf dem Berge Ebal, und tünche sie mit Kalk]. ^ TJnd haue dort Jahve, 

deinem Gott, einen Altar von Steinen, schvnnge (aber) kein Eisen über 
iJmen. ^Aus unbehauenen Steinen haue den Altar Jahves^ deines Gottes, 
und hringe Jahve^ deinem Gott, ai(/* ihm Brandopfer dar, ''und opfere 

Heilsopfer nnd halte daselbst ein Opfermahl und sei fröhlich vor Jahve, deinem Gott. 
*[Und schreibe auf die Steine alle Worte dieses Gesetzes recht deutlich auf.] 



nur ^^ay^ y. 3a; dieses fehlt aber wie y. 8b bei Luc, ist also wohl Zusatz nach y. 4a 
(LXX liest Dd-iaya, wie y. 4 a). Dieser auf das Gesetz Rücksicht nehmende Absatz kann 
nur yon D stammen, und zwar, da er die Erz&hlung des Buches Josua yorbereitet, nur 
yon einem Dtnsten. — Der Redaktor scheint zunächst y. 5 — 7 durch y. 2b. 3a erweitert 
und dabei die Altarsteine mit den Gesetzessteinen identifiziert zu haben, wie Jos 89off.; 
daher wiederholte er auch y. Sa in y. 8. Ein Anderer hat diese Steine ferner mit denen 
yon y. 2aa identifiziert and so auch y. 1— 2a«. 4a hier eingefügt. JE war also yor der 
Vereinigung mit D' dtnst. überarbeitet. Natürlich hat der Text des D' bei der Ein- 
arbeitung stark gelitten. — 1 Vmtr "apn neben Moses als Auftraggeber auff&llig und im 
Folgenden (nnys ""ssm '\w) nicht yorausgesetzt. Es hiess ursprünglich wohl ^K^tr ^t tm; 
das ufn rm ist erst sp&ter eingefügt, denn es fehlt noch LXX. Die Ältesten sollen die 
Steine selbst aufrichten als Vertreter des Volkes, ^yav, cf. G-K § 113b b; doch ist mit 
Sam LXX i*«« zu lesen, msttn, nämlich das Dtn. 8 mtn rmnn, das Gesetz 444ff., das 
also auch in JE aufgenommen gewesen sein muss, und zwar in seiner ursprüngl. Form, 
wie es unter Josia publiziert wurde, ohne die Umrahmung des D'; cf. EinL § 6, 1. 
Die Aufzeichnung und Aufstellung des Gesetzes in der Mitte des Landes hat den Zweck, 
das Volk mit ihm yertraut zu erhalten. Wahrscheinlich sollen die Gesetzesworte mit 
Farbe auf die weiss getünchten Steine geschrieben werden. 4 QS^a^a nimmt y. 2aa 
wieder auf. Die Steine, yon denen dieser Abschnitt redet, sollen Denkmäler sein, die 
die Nachkommen an Jahyes Grossthat an Israel erinnern, cf. Jos 46ff. hsr9 "^na, s. o.; 
die Samaritaner änderten in Q-^r^^ *^na, da dies für sie der heilige Berg war. Über y. b 
s. 0. 5 QtD, ursprünglich wohl ba*9 nrta, cf. o. Zu y. b cf. Ex 2085. 6 trnthv d^ssk, aus 
unyersehrten, d. h. unbehauenen Steinen, cf. G-K § 117 h h. 7 n^SMi, LXX fügt n]raoi 
nach 6ii u. s. w. hinzu. — V. 7 ist fast ganz dtnst., cf. auch T"^» ^"^ ^^ ▼• 5—7 (4 mal). 
8 Von R aus y. 3 wiederholt. D'^aann können nach y. 6-7 doch wohl nur die Altar- 
steine sein, cf. Jos Ssoff. *^Ma, cf. Is. a-trn -m3, cf. G-K § 113 hk. 

3) 27, 9—26 Moses und die Priester erinnern Israel an den »heute« geschlossenen 
Bund und mahnen zum Gehorsam (y. 9—10). Moses gebietet, sechs Stämme sollen am 
Ebal den Segen, sechs am Garizim den Fluch sprechen (y. 11 — 13). Die Leyiten sollen 
zwölf Flüche yorsprechen, das Volk durch sein Amen sie bekräftigen (y. 14—26). — 
V. 9—10, die wie 26i6-i9 einen Bundesschluss in Moab yoraussetzen, sind wohl yom 
selben Dtnsten wie 26i6ff. V. 11—13 bereiten die Erzählung yon Jos Sssff. yor, werden 
also ebenfalls yon einem Dtnsten geschrieben sein; ygl. eine ähnliche, wohl yon anderer 
Hand stammende Vorbereitung llssf. (yerschiedene Handschriften werden die yorberei- 
tende Notiz an yerschiedener Stelle gehabt haben; unser Text stellt eine Vermischung 
ddrselben dar). V. 14—26 sind eine nach deuter onomische Zusammenstellung yon Fluch- 

Uaiidkonimttatur i. A. T.: 8t«a«riiag«l, Denteron. 7 



d8 Ütn 2?9-tt, 

*Dann sprach Moses [nnd die lentischen Priester] za ganz Israel: Sei stille und 
höre, Israel! heute hist du zum Volk Jahwes, deines Gottes, geworden. '*So höre auf 
die Stimme Jahres, deines Gottes, nnd halte seine Gebote und Satzungen, die ich dir 
heute gebiete. 

^^ Damals gebot Moses dem Volke: ^' Diese sollen sich, um das Volk zu segnen, 
auf dem Berg Garizim ausftellen[, wenn ihr Gber den Jordan zieht] : Simeon, Levi, Juda, 
Issaschar, Joseph und Benjamin. ^' Und diese sollen sich zum Fluch anf dem Berg Ebal 
aufstellen: Ruhen, Gad und Asser, Sebulon, Dan und Naphtali. 

^*[I3ie HievitexL aber sollen anlieben ixnd xnit lauter Stlinixie zu 
allen Mfirmem Israels spredien: ^*Ver£Luclit sei, wer ein Sclinitzbild 
oder GKissbild anfertigrt» das Jaliye ein Ghräuel ist, ein Werk yon 
Kiinstlerliändeny und es lieimlicli aiiflstellt; und das ganze Volk ant- 
worte und spreche: Amen. '*Verfluch.t sei, wer seinen Vater und 
seine INCutter gering^ aelitet; und das ganze Volk sage: Amen. "Ver- 
fiuclit seit wer die Ghrenze seines N'aclibara verrückt; und das ganze 
Volk sage: Amen. ^*Verfl.uclit sei, wer einen Blinden vom (recliten) 
Weg abirren lässt; und das ganze Volk sage: AmexL. '^Verflucbit sei, 
wer das !Etech.t des Fremdlinge, der TVaise und der Witwe beugt; und 
das ganze Volk sage: Amen. **VerfiLuclit sei, wer bei dem Weibe 
seines Vaters liegt, denn er liebt die iDeoke seines Vaters auf; und 
das ganze Volk sage: Amen. "Verflucbt sei, wer bei irgend einem 
Tiere liegt; und das ganze Volk sage: Amen. ''Verfl.uclit sei, wer bei 
seiner Scbweeter liegt, der rTocbter seines Vaters oder der Tocliter 
seiner Mutter; und das ganze Volk sage: Amen. ''Verfluclit sei, wer 
bei seiner Schwiegermutter liegt; und das ganze Volk sage: Amen. 



Sprüchen, die gar nicht allein auf das dtn. Gesetz Bflcksicht nehmen, und keinenfalls 
die genuine Fortsetzung zu t. 11 — 13 bilden, da hier die LeWten die Flfiche sprechen, 
während sie nach y. 12 den Segen sprechen sollten, und da ferner die v. 11 — 18 ge- 
forderte Teilung des Volkes nicht berücksichtigt ist. 9 tf^Vn Q-^srom, vrohl Zusatz, da 
Moses allein redet, cf. y. 10 ^tsn ^sav. »Heute bist du sein Volk geworden« setzt voraus, 
dass >heute< ein Bund geschlossen ist, cf. zu 26i6ff. 10 Die Pflicht des Gehorsams 
folgt aus der Thatsache, dass Israel nun das Volk Jahves ist; denn beim Abschluss der 
irt^a hat Jahye Israel zu seinem Volke gemacht, es zugleich aber auch zum Gehorsam 
verpflichtet. 12 x^rm rm üShss^, wohl Zusatz aus v. 4, passt hier nicht recht, cf. die 
Vorbemerkungen zu 27 1— 8. 18 rhh^n W, zum Zweck des Fluchs, eig. sie sollen über 
dem Fluch stehen, ihn verwalten. Zur Verteilung des Fluches auf den Ebal, des Segens 
auf den Garizim cf. 1189. Die Verteilang der Stämme ist eine geographische: die im 
Westjordanland im südlichen Teil wohnenden stehen im Süden, die übrigen im Norden. 
Zu beachten ist, dass Levi hier als weltlicher Stamm den übrigen gleichgestellt ist, 
sodass Ephraim und Manasse nur als Ein Stamm gerechnet werden konnten. 14 a^Vn, 
hier als Glieder des Priesterstammes die Sprecher, nn ^«ip, cf. G-K § 118q. In v. 15—26 
sprechen jedesmal die Leviten zunächst den mit '^i'mc eingeführten kurzen Fluch, darauf 
antwortet das Volk mit yam (Sinn : der Fluch soll gelten), nyn ^9 ist v. 16 als Plaral 
konstruiert, v. 16—26 als Singular; doch ist hier wohl mit Sam LXX überall t-nsm zu 
lesen. Die Zwölfzahl der Flüche entspricht wohl absichtlich der Zwölfzahl der Stämme. 
15 Vos, cf. 67. roDB, cf. 9 IS. znn -n-i rnnm, cf. 488 (d-ih '*' o). Das dtn. Gesetz selbst 
hat über Gottesbilder nichts gesagt, wohl aber sind sie in Zusätzen (Kap. 4 und 68) 
verboten. 16 Ohne Parallele im Dtn; cf. Ex 21 17. Lev 209. 17 cf. 19 u (sonst nirgends). 
18 cf. die ähnliche Stelle Lev 19 u (sonst nirgends). 19 cf. 24 17. 20 cf. 23 1, zum Aus- 
druck Lev 20u; die Ersetzung von r\^^ durch tps wie 23 1. 21 cf. Ex 22 18 (Lev 18». 
2O16) (nicht im Dtn). 22 cf. Uv I89. 20i7. (nicht im Dtn). 28 cf. I^v ISn. 20i4 (nicht 



*^ Verflucht sei, -wer seinen l^äclistexi lieixnlicli erschlägt; und das 
gansse Volk sage: Amen. ** Verflucht sei, wer sich bestechen lässt» 
Jemanden unschuldig zu töten; und das ganze Volk sage: Amen. 
*" Verflucht sei, wer nicht *alle* Worte dieses G-eeetzes durch ihre 
Beobachtung in Kraft erhält; und das ganze Volk sage: Amen]. 

28 'WenD du dud auf die Stimme Jahves, deines Gottes, hörst und alle 
seine Gebote beachtest 'und* hältst, die ich dir heute gebe, so wird Jahve, dein Gott, 

dich über alle Völker der Erde erhöhen, *und alle diese Segenssprüche werden 
über dich kommen und dich erreichen, wenn du auf die Stimme Jahves, deines 
Gottes, hörst, s Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem 



im Dtn). 24 cf. 19 uff. Ex 21 u. Lev 24 17. 25 cf. 16 19. vn M'idn^, cf. Lev 24 n. yi d-t 
(cf. 19 10 u. a.), Apposition zu tDsa, denn dt und vss bedeuten dasselbe (12 ss), mit der 
näheren Bestimmung, dass es sich um einen Unschuldigen handelt (der Blutr&cher wird 
also von diesem Fluch nicht betroffen). 26 Zusammenfassend wird jeder verflucht, der 
irgend eines der Gebote dieses Gesetzes (wohl des Dtn) übertritt, -»^ai, Sam LXX S ^d. 
— Es ist aus der Angabe der Parallelen ersichtlich, dass die Fluchliste das Bundesbuch 
und Heiligkeitsgesetz mindestens ebenso stark voraussetzt, wie das Dtn, dass sie also 
nicht im ursprünglichen Dtn gestanden haben kann. Die Auswahl der hier mit dem 
Fluche bedrohten Vergehen scheint eine ganz zuf&llige zu sein, was unbedenklich der 
Fall sein durfte, da v. 26 zeigt, dass die v. 15 — 25 aufgeführten Vergehen nur beispiels- 
weise genannt sind. 

3) 28, l-'OS Die Bede zerf&Ut zunächst in zwei Teile: v. 1—14 verbeissen 
Israel für den Fall des Gehorsams reichen Segen, v. 15—68 drohen ihm für den Unge- 
horsam den schärfsten Fluch an. Dass der den Fluch behandelnde Teil breiter ausge- 
führt wird, ist an sich nicht auffällig, da die Warnung vor dem Ungehorsam besonders 
wichtig ist. Trotzdem wird anzunehmen sein, dass die Fluchrede durch Zusätze er- 
weitert ist. Denn 1) V. 45-46 sind ursprünglich sicherlich Abschluss der Flachrede 
(rd>iin M^Vpn ^d fasst zusammen), sodass v.47— 68 als Anhang erscheinen. 2) Der Anhang 
selbst zerlegt sich in mehrere Teile ; denn v. 61 bildet wiederum einen Abschluss, weitere 
Plagen sollen augenscheinlich nicht mehr aufgezählt werden. In dem Abschnitt v. 47 — 61 
sondern sich aber v. 58— 61, die auf das Gesetz als Buch verweisen, wiederum von dem 
Vorhergebenden ab. Des weiteren stammen die plur. v. 62—63 von anderer Hand als 
die sing. v. 64—68. 3) In dem ersten Teil der Fluchrede (v. 15—46) entsprechen einige 
Sätze mehr oder jreniger genau den Segenssprüchen (v. 1 — 14), nämlich: v. 15—19. 20*. 
23 — 24*. 25 a. 43—46. Man hat den Eindruck, dass dies Verhältnis ein beabsichtigtes 
ist^ und wird darum alle übrigen Verse als spätere Zusätze ansehen müssen. Diese sind 
nun teils solche, die lediglich Erweiterung ursprünglicher Sätze sind: v. 25b— 26; teils 
zeigen sie einen selbständigeren Charakter: v. 21 — 22. 27—42. In den letzteren lassen 
sich wiederum Parallelen beobachten (v. 21—22. 27— 83 a einerseits, v. 33 b — 42 anderer- 
seits), sodass hier zwei verschiedene Rezensionen eines älteren Stückes vorliegen dürften. 
Ober Zusätze innerhalb der Segenssprtiche s. u. Die so geschiedenen Bestandteile zeigen 
auch hinsichtlich ihres Sprachgebrauchs (besonders hinsichtlich des Verhältnisses zum 
dtnsten Stil), sowie bezüglich des Inhaltes und der vorausgesetzten Lage Israels charak- 
teristische Unterschiede, s. u. Die Segenssprüche und die ihnen parallelen Fluchsprüche 
gehören ihrem Sprachgebrauch nach Sg an. Zu vergleichen ist die ähnliche Ausführung 
Lev 26. 

1 — 14 Die Segenssprüche. 1 V. a die Bedingung, unter der die folgenden 
Sprüche gelten. r\*\vsh, Sam LXX rnv9^\ ^r^y ina, cf. 26 19. 2 "Ta^tDni, die Segnungen 
sind als eine selbständige Macht gedacht, die Israel zu erreichen sucht. V. b, nach v. 1 
überflüssig, ist wohl Zusatz. 8—6 Sechs kurze je mit *7i*ia eingeleitete Sprüche. 8 Ge- 

7* 



100 Dtn 284—15. 

Felde. ^Gesegnet werden sein die Fracht deines Leibes und die Fracht deines 
Feldes und die Fracht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und deine Mutter- 
schafe. ^Gesegnet wird sein dein Korb und deine Backschüssel. «Gesegnet 
wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang. "^Jahve 
wird deine Feinde, die sich wider dich erheben, vor dir erliegen lassen; auf 
einem Wege werden sie gegen dich ausziehen, aber auf sieben Wegen vor 
dir fliehen. »Jahve wird dir den Segen zum Geleit mitgeben in deinen Korn- 
speichern und bei allem, woran du Hand anlegst, und er wird dich segnen in dem 
Lande, das Jahve, dein Gott, dir geben wird. *Jahvo wird dich erheben zu einem ihm 
geweihten Volk, wie er dir geschworen hat[, wenn du die Gebote Jahres, deines Gottes, 
beachtest und auf seinen Wegen gehst]. '^Dann werden alle Völker der Erde seheo, 
dass Jahves Name Ober dir genannt ist, und sie werden sich vor dir fürchten. "Und 
Jahve wird dich an Gatem immer reicher werden lassen, an der Frucht deines Leibes 
und an der Frucht deines Viehes nnd an der Frucht deines Landes [in dem Lande, das 
dir zu geben Jahve deinen Vätern mit einem Eide versprochen hat], i* Jahve wird 

dir seine köstliche Schatzkammer, den Himmel, öffnen, um deinem Lande zu 
rechter Zeit Hegen zu spenden, ^ ' damit er alle Arbeit Meiner Hände' segne, 
und so wirst du vielen Völkern leihen können, ohne selbst entleihen zu müssen. 
^3 Und Jahve wird dich zum Haupt und nicht zum Schwanz machen, und du 
wirst (stets) nur emporkommen und du wirst nie herabsinken, wenn du auf die 

Gebote Jahves, deines Gottes, hörst, die zu beobachten ich dir heute gebiete, *^und von 
all den Worten, die ich 'dir* heute gebiete, weder rechts noch links abweichst noch 
andern Göttern nachgehst, um ihnen zu dienen. 

^^Aber wenn du auf die Stimme Jahves, deines Gottes, nicht hörst 

segnet in der Stadt und im Feld, d. h. überall. 4 cf. 7is. ^^rnna -«-ib*! fehlt Luc und 
V. 18. 5 1013, cf. 26s. (4) (Sg); sonst nur noch in dem parallelen Satz v. 17. Sinn: 
Korb und Backtrog sind immer gefüllt. 6 cf. Ps 1218. Sinn: gesegnet beim Aus- 
gang zur Arbeit und bei der Heimkehr zur Ruhe, d. h. immer. 7 — 14 Weiter 
ausgeführte Sprüche. 7 "inx T^a, in geschlossenem Heereszuge, D^an-r nnvai, zer- 
sprengt in viele kleine Haufen. 8 "^s^ wohl nur rhythmische Verkürzung zur Ver- 
meidung des Gleichklangs mit *""*. "^mk, der Segen wird als ständiger Begleiter mitge- 
schickt, cf. V. 2. ^^ro\ fehlt LXX, die folgenden Worte sind wohl formelhafter Zusatz. 
9 ysy^i eig. er wird dich erstehen lassen, d. h. dich fort und fort dazu machen, dich 
als solches erweisen. v*)np oy, hier nicht ein Volk, das sich als Eigentum Jahves be- 
trachten soll, 14t, sondern das er als solches betrachtet, indem er es erhöht. V. b, nach 
V. 1 überflüssige Bedingung, wohl Zusatz (in LXX plur.!). 10 T^r M-^pa ''"•* wo, cf. Jer 
149 n. a., du heisst Jahves Volk, bist sein Eigentum, ym nm*^*), sie werden sich fürchten 
davor, Jahves Eigentum anzutasten. 1 1 ^"^nin^, er macht dich überfliessend, d. h. über- 
reich. nansV, eig. bezüglich des Guten. S^i *«nBa, cf. v. 4 (hier vielleicht erläuternder 
Zusatz zu naitsV?). V. b fehlt Luc. — Zu v. 9 — 11 fehlt die Parallelausführung in 
V. 15ff.; sie sind daher wohl Zusatz. 12 Der Himmel wird bildlich als Schatzlade be- 
zeichnet, da der Regen nach israelitischer Anschauung ein Teil der im Himmel aufge- 
speicherten Wassermassen ist, cf. Gen l7. 7ii. Sai ^nV, cf. 11 u (Sg). *7*<a^*i, Sam LXX 
^naV. *7T, Sam LXX "j^-n; bei den Werken ist speziell an den Ackerbau gedacht. Durch 
gute Ernten wird Israel so reich, dass es andern Völkern leihen kann. V. b die Grund- 
stelle für lös. 18 oK*i und aav, cf. Jes 9i8, Bild für das in der Bangordnung der Völker 
an der Spitze resp. am Ende stehende. V. b wohl Zusatz (Luc. plur.!), ebenso 14 der 
Formelhaftigkeit wegen. Dann mx«, Sam LXX 71X«. 

15—46 Die ursprüngliche Fluchrede nebst Einschaltungen. 15 Qi'^n — ^woh fehlt 



Dtn 28 16— «9. 101 

und alle seine Gebote und 8atzangen, die ich dir heate gebiete, nicht beobachtest 

80 werden alle diese Fläche über dich kommen und dich erreichen. "Ver- 
flucht wirst du sein in der Stadt und verflucht auf dem Felde. ^^ Verflucht 
wird sein dein Korb und deine Backschüssel. "Verflucht werden sein die Frucht 
deines Leibes und die Frucht deines Feldes, der Wurf deiner Rinder und deine 
Mutterschafe. ^^ Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang und verflucht bei 
deinem Ausgang. •^»Jahve wird den Fluch *und* die Verwirrung und die Ver- 
wünschung unter dich senden bei allem, woran du Hand anlegst, was du thust, bis du 

vernichtest bist und schnell zu gründe gegangen wegen der Bosheit deiner Thaten, 
dass du mich verlassen hast. ''[Jahve wird dir die Pest anhaften lassen, bis er dich 
ausgetilgt hat aus dem Lande, in dessen Besitz du kommen wirst. *' Schlagen wird dich 
Jahve mit Schwindsucht und mit Fieber und mit Entzündung und mit Hitze und mit 
'Trockenheit* und mit Kornbrand und mit Abwelken (des Getreides), und sie werden dich 

bis zu deinem Untergang verfolgen.] ««Der Himmel über deinem Haupte wird zu 
Erz werden und die Erde unter dir zu Eisen. «* Jahve wird den Bogen deines 
Landes zu Sand und Staub machen; die werden vom Himmel auf dich herab- 
fallen, bis du vernichtet bist. '^Erliegen lassen wird dich Jahve vor Meinem 
Feinde'; auf einem Woge wirst du gegen ihn ausziehen, aber auf sieben 

Wogen vor ihm fliehen, und du wirst allen Reichen der Erde zur Misshandlung 
(preisgegeben) werden. '^ Deine Leichen werden zur Speise für ' * die Vögel des 
Himmels und das Wild des Landes werden, ohne dass jemand sie verscheucht. 
'* [Schlagen wird dich Jahve mit den Geschwüren Ägyptens und mit Pestbeulen und 
mit Aussatz und mit Krätze, von der du keine Heilung finden wirst. '* Schlagen 
wird dich Jahve mit Taumel und mit Blindheit und mit Verzagtheit, **das8 du bei 
hellem Tage umhertappst, wie ein Blinder im Dunkel nmhertappt; und du wirst 
auf deinen Wegen kein Gelingen haben und immerdar nur bedrückt und beraubt werden, 



Luc und teilweise aacb Sam LXX. 15 b — 19 cf. v. 2—6 (nur v. 17 und 18 folgen in 
anderer Ordnung als v. 4 und 5). 20 cf. v. 8. rwiTron n«, Sam LXX -f ••. "»^rn 'vmn 
fehlt LXX, ist also wohl Zusatz. ^r\yty ^w», die (darin besteht, dass) du mich verl. hast. 
Der Vers entspricht nur teilweise dem parallelen Segenssprnch und ist wohl durch Zn- 
sätze aufgefüllt. y)>hT3 (bei Jer häufig) findet sich sonst im Dtn nicht ; auch scheint Sg 
nicht einen schnellen Untergang gedroht zu haben, cf. zu v. 43f. ; endlich fällt auch die 
erste Person in ''^^aT9 auf. 21 Der Vers ist ohne Parallele in den Segenssprüchen und 
gehört darum wohl bereits zu der Einschaltung. Für diese ist das nds*" (zur Schreibung 
mit n cf. G-K § 58g) an der Spitze des Satzes charakteristisch (cf. v. 27. 28. 36). 
22 r*mv und r^rrtp, cf. Lev 26 16. rpVn und ^n^n nur hier, a^^n, dem Znsammenhang 
entsprechend wohl a^n zu punktieren, y^fw und ■j'jpT, cf. Am 49. T>Ä'n'i, cf. v. 2. 
28 Der eherne Himmel lässt den Regen nicht hindurch, die eiserne Erde macht das Be- 
stellen des Ackers nnmöglich; beides sind Bilder für die Unfruchtbarkeit; cf. Lev 26 19. 
24 Das veränderte Bild hat dieselbe Bedeutung, Staub befruchtet nicht. Beide Verse 
sind die Parallele zu v. 12 a. "TTsvn, cf. G-K § 58 f. 25 V. a cf. v. 7. Wegen des folg. 
Sing, lies ^a^^K. V. b und 26 geben die Folge von v. 25a an (ohne Parallele in v. 1 — 14, 
doch ist V. 10 mit v. 25b zu vergleichen). Sie sind wohl Zusatz aus Jer, cf. Jer 154. 
783. ^n^aa (LXX DanVas!), nämlich die der im Kampfe Gefallenen, die Israel infolge der 
Flncht nicht bestatten konnte, rfi:? VaV, Sam LXX t)iyV. T^m x^\ cf. G-K § 141 e. 
27 Fortsetzung zu v. 22 (cf. naa**). D"»n»9 -pn», cf. Ex 99 (Elephantiasis?), o^^w. Beulen^ 
traditionell (cf. Qero) Afterbeulen, cf. ISam 56 u. s. w. a^j, cf. Lev 21 iO. onn, nur hier, 
Sam thrt, 28 cf. Zeh 124. 29 V. a Ausmalung von v. 28. cf. Jes 59 lo. V. b, das in- 



102 Dtn 28ao— 46. 

ohne einen Helfer za finden. "^Mit einem Weibe wirst du dich verloben, aber ein 
Anderer wird ihr beiwohnen, ein Haus wirst da bauen, aber nicht darin wohnen, einen 
Weinberg pflanzen, aber ihn nicht in Benutzung nehmen. '* Deine Binder werden vor 
deinen Augen geschlachtet, ohne dass du davon essen wirst, dein Esel wird in deinem 
Beisein geraubt werden und nicht wieder an dich kommen, deine Schafe werden deinen 
Feinden gegeben, ohne dass dir jemand beisteht. ** Deine Söhne und deine Töchter 
werden einem andern Volk gegeben ; deine Augen müssen es mit ansehen und immerdar 
vor Sehnsucht nach ihnen verschmachten, aber du wirst machtlos sein. ''Die Frucht 
deines Landes und alles, was du mit Mfthe erworben, wird ein Volk verzehren, das du 
bis dahin nicht kanntest,] [und du wirst immerdar nur bedrückt und zerschlagen sein. 
'*Du wirst wahnsinnig werden vor dem, was deine Augen erblicken, was du siehst. 
"Schlagen wird dich Jahve mit bösen Geschwüren an Knieen und an Schenkeln, von 
denen du keine Heilung finden kannst, von deiner Fusssohle bis zu deinem Scheitel. 
MJahve wird dich samt deinem König, den du über dich setzen wirst, zu einem Volk 
führen, das dir und deinen Vätern unbekannt war, und du wirst dort andern Göttern, 
Holz und Stein, dienen müssen. ''Und du wirst zum Gegenstand des Entsetzens, des 
Spottes und des Hohnes werden unter allen Völkern, unter die dich Jahve fGhren wird. 
"Vielen Samen wirst du auf das Feld hinausbringen, aber wenig einsammeln, denn die 
Henschrecken fressen es ab. ** Weinberge wirst du bepflanzen und bearbeiten, aber keinen 
Wein trinken und einkellern, denn der Wurm wird ihn abfressen. ^Ölbäume wirst da 
in deinem ganzen Gebiet haben, aber dich nicht mit Ol salben, denn deine Oliven werden 
abfallen. *' Söhne und Töchter wirst du erzeugen, aber sie werden dir nicht gehören, 
denn sie müssen in die Gefangenschaft ziehen. ^'AUe deine Bäume und die Früchte 
deines Feldes werden sich die Insekten nehmen.] *»Der Fremdling, der unter dir an- 
sässig ist, wird immer höher und höher über dich emporkommen, du aber wirst 
immer tiefer und tiefer sinken. ^^Er wird dir leihen, aber du wirst ihm nicht 
leihen; er wird zum Haupt werden, du aber zum Schwanz. *^Alle diese 
Flüche werden über dich kommen, dich verfolgen und erreichen, bis du ver- 
nichtet bist, weil du auf die Stimme Jahves, deines Oottes, nicht gehört und 
seine Gebote und Satzungen, die ich dir gebiete, nicht beachtet hast. ^<^Und 
sie werden als Zeichen und Wunder an dir und an deinen Nachkommen bis 
in Ewigkeit sein. 



folge der Plage wehrlose und von jedem Helfer, besonders von Jahve, verlassene Volk 
muss sich aUes Böse von Andern gefallen lassen. 80 Drei Plagen, vor denen man jeden 
möglichst behüten soll, cf. 205—7, an welche andere ähnliche angefügt werden v. 31— 33 a. 
82 mVs'i (von n^Ä), cf. o-^ry niV», Ijcv 26 le. Tr VkV, cf. Gen 31». 88 Y. b cf. v. 29 b. 
84 cf. V. 28. 85 cf. v. 27. 86 cf. 488. Hier ist das Exil mindestens als drohend 
vorausgesetzt, wenn wir es nicht gar mit einem vaticinium ex eventu zu thun haben, 
8. n. bei v. 42. 87 cf. v. 26b. Zu den einzelnen Ausdrücken von v. a cf. Jer 18 16. 
249; zu v. b cf. 4s7. 88—40 cf. die bei Sg häufige Zusammenstellung von tofmi yn 
"^nsK-^i und v. 22. 30b, wo wenigstens ähnliches Unglück angedroht wird. 41 cf. v 32. 
42 tD*r**, Sam v^'r, ^x^srr, eig. das Geschwirr (Jes 18 1), wohl Käfer. — Da die Einschal- 
tungen V. 21 — 22. 27—42 vielfach auf späte Schriften Bezug nehmen, werden wir sie als 
ziemlich spät hier eingefügte ansehen und demgemäss v. 36 als vaticinium ex eventu be- 
trachten müssen. 48 cf. v. 13a/9. r^rs rkvrs, mm ntm, cf. G-K § 133 k. Sg droht also 
allmählichen Untergang an. 44 cf. v. 12b. 13 an. Anstelle der v^*^ D'^na (v. 12) er- 
scheint hier der "«), denn die in Israels Gebiet wohnenden Fremdlinge haben naturgemäss 
den nächsten Vorteil von seiner Not. 46 cf. v. 2. 15. ^^lOtDn, cf. v. 24. 46 Der Unter- 
gang Israels ist keine absolute Vernichtung, ein dt bleibt übrig A'^ -nr, aber als vom 



Dtn 2847—57. 103 

^' Weil du Jahve, deinen Gott, wegen des Überflusses an allem nicht mit Fröhlichkeit 
und Lust des Herzens gedient hast, ^ wirst du 'deinem Feinde* dienen müssen, den Jahve 
gegen dich entsenden wird, unter Hunger und Durst und Blosse und Mangel an allem, 
und ein eisernes Joch wird er dir auf den Hals legen, bis er dich vernichtet hat. *^ Ein 
Volk wird Jahve wider dich herbeibringen von fem her, vom Ende der Erde, wie ein 
Adler fliegt es heran, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, ^ ein Volk mit harten 
Mienen, das einen Greis nicht begnadigt und mit einem Kind kein Erbarmen hat. **Es 
wird die Frucht deines Viehs und die Frucht deines Feldes verzehren, [bis du vernichtet 
bist,] (dies Volk,) das dir nichts übrig lässt vom Korn, Most und Ol, von dem Wurf 
deiner Binder und deinen Mutterschafen, bis es dich zu Grunde gerichtet hat. **Es 
wird dich belagern in all deinen Orten, bis deine hohen und starken Mauern fallen, auf 
die du dein Vertrauen setztest, in deinem ganzen Lande[, und es wird dich belagern in 
all deinen Orten [in deinem ganzen Lande], die Jahve, dein Gott, dir gegeben hat]. 
'^Dann wirst du die Frucht deines Leibes verzehren müssen, das Fleisch deiner Söhne 
und deiner Töchter, die dir Jahve, dein Gott, geschenkt hat, in der Angst und Be- 
drängnis, mit der dein Feind dich bedrängt. ^Selbst der Weichlichste und am meisten 
Verzärtelte unter dir wird schel auf seinen Bruder und das Weib an seinem Busen und 
auf die übrigen Kinder blicken, die er übrig lässt, **dass er keinem von ihnen etwas 
abgiebt von dem Fleisch seiner Söhne, das er verzehrt, weil man ihm gar nichts übrig 
gelassen hat in der Angst und Bedrängnis, mit der 'deine Feinde* dich in all deinen 
Orten bedrängen. ^Selbst die Weichlichste und Verzärteltste unter dir, die es nie ver- 
sucht hat, ihren Fuss auf die Erde zu setzen wegen Verzärtelung und Verweichlichung, 
wird schel blicken auf den Mann an ihrem Busen, auf ihren Sohn und auf ihre Tochter 
^*und (keine Schonung üben) an der Nachgeburt, die aus ihrem Schosse kommt und an 
den Kindern, die sie gebiert, sondern wird sie aus Mangel an allem heimlich verzehren 
in der Angst und Bedrängnis, mit der dich dein Feind in deinen Wohnorten bedrängt. 



Fluch verfolgter. Die an ihm in die Erscheinung tretenden Flüche sind Zeichen, durch 
die Jahve sich als den gerechten und furchtbaren Richter kundgiebt. nViy ny zeigt, dass 
Sg eine Aufhebung des Fluches nicht annimmt. 

47—08 Spätere Anhänge. 47—61 Weil Israel Jahve nicht gedient hat, wird 
Jahve es dem Dienst der Feinde preisgeben, die Israel in die entsetzlichste Not bringen 
werden (v. 47 — 67). Anhang: wenn Israel die Worte des Gesetzbuches vergisst, wird 
Jahve es durch alle möglichen Plagen heimsuchen, bis es zu Grunde geht. Zu beachten 
ist die Breite der Ausführung, durch die dieser Abschnitt sich scharf von dem vorher- 
gehenden abhebt. 47 aaV a^tsai nmaoa -ray, cf. 127. i9. is u. a. 48 T^"«, nach dem Fol- 
genden in ^y^ zu ändern. Nsi ar^a, Gegensatz zu Sai nmooa (v. 47), mit MTun zu ver- 
binden. Vna Vy, cf. Jer 28 is. i-novn, cf. 7s4 (doch ist wohl itmth zu lesen). 49 cf. Jes 
5w. ^van ~ ymo, cf. Jer 4840. 49 n. mh Twor k^, cf. Jes 5i5. Gemeint sind die Ghal- 
däer, wenn auch zu ihrer Schilderung Züge verwandt sind, die Jes zur Schilderung der 
Assyrer verwendet. Da die Chaldäer drohen, kann dieser Abschnitt frühestens 607 ver- 
fasst sein. 50 cf. Jes 13 is. w^t ty ohne einen Zug der Weichherzigkeit und Milde. 
51 cf. V. 31. 33. Jes 5i7. '7-mvn -ry fehlt LXX und ist wegen v. b überflüssig; zur Form 
cf. V. 24. 52 '«m von ■^'^x, cf. G-K § 67 v. rnn, cf. 2090. ninxam nnasn, cf. 1«. ■»«n 
pa rrea nrn, cf. Jer 5i7. V. b wohl nur Variante zu v. a. ^:ts» ^a fehlt LXX, Variante 
zu x^rtm Vsa. 58 cf. Lev 26». Ein einzelner Zug, der die Grösse der Not schildert, 
weiter ausgeführt in seinen grausigen Einzelheiten in v. 54— 57; vgl. II Beg 6 wff. und die 
Erfüllung bei der Belagerung Jerusalems, cf. Thr 4 10. Zum Ausdruck cf. Jer 199. 
54 nva 13^ r>P, cf. 159. ip-vr nwt, cf. 13?. 55 vkwt (cf. 7i4, wohl in •viwn zu ändern), 
Subj. *nnmrt, cf. G-K § 154 e. V. b cf. v. 53 b. 56 'w mV ^m», die sich immer nur in 
der Sänfte tragen oder fahren Hess, a^n, cf. G-K § 113 d. . V. b cf. v. 54b. 57 rym, 
cf. G-K § 74 i. -iVn *ivk, seil, während der Belagerung. V. b cf. v. 53 b. — Die Härte gegen 



104 Dtn 2868—68. 

^[Wenn da nkht alle Worte dieses Gesetzes, die in diesem Baobe aufgezeichnet sind, 
beobachtest und diesen glorreichen und furchtbaren Namen, Jahve, deinen Gott, fELrcbtest, 
'^*so wird Jahve die Plagen, die dich und deine Nachkommen treffen, ausserordentlich 
steigern, grosse und anhaltende Plagen und schlimme und anhaltende Krankheiten. 
^£r wird dir allerlei Seuchen Ägyptens zuwenden, vor denen du dich fürchtest, dass sie 
dir anhaften. **Ja, selbst allerlei Krankheiten und allerlei Plagen, die in diesem Gesetz- 
buch nicht verzeichnet stehen, wird er über dich kommen lassen, bis du vernichtet bist.] 
^TJnd ihr werdet nur in geringer Zahl Übrig bleiben, statt dass ihr den Sternen des 
Himmels an Menge gleichkamt, weil 'ihr* auf die Stimme Jahves, 'eures* Gottes, nicht 
gehört 'habt*. ^'Wie Jahve Freude daran hatte, euch Gutes zu thun [und euch zu 
mehren], so wird (dann) Jahve seine Freude daran haben, euch zu Grunde zu richten 
[und euch zu vernichten], dass ihr aus dem Lande ausgerissen werdet[, in dessen Besitz 
du kommen wirst]. **Und Jahve wird dich zerstreuen unter alle Völker von einem Ende 
der Erde bis zum andern; und du wirst dort andern Göttern dienen müssen, die dir und 
deinen Vätern unbekannt waren, Holz und Stein. ''Aber du wirst unter diesen Völkern 
keine Ruhe finden, und für deines Fusses Sohle wird es keine Rast geben; Jahve wird 
dir dort ein immer zagendes Herz, verschmachtende Augen und eine bekümmerte Seele 
geben. ''Dein Leben wird (gleichsam an einem dünnen Faden) vor dir hängen, dass du 
bei Nacht und bei Tage bebst und deines Lebens nicht sicher bist. *^ Am Morgen wirst 
du sagen: Ach, wäre es (nur erst) Abend! und am Abend wirst du sagen: Ach, wäre es 
(nur erst) Morgen! wegen der Angst, die dein Herz erfüllt, und wegen des Anblicks 
dessen, was deine Augen sehen müssen. "[Und Jahve wird dich auf Schiffen wieder 
nach Ägypten bringen, auf dem Wege, von dem ich *euch* sagte: *Ihr sollt* ihn nicht 



die v. 56 Genannten äussert sich darin, dass sie ihnen nichts abgiebt, gegen die in 
V. 57 Genannten darin, dass sie sie verzehrt. 58 Beachte, dass das Gesetz hier als Ge- 
schriebenes vorliegt, cf. 17 18. ovn, cf. Lev 24 ii. 69 Kbcm, eig. er wird sie wunderbar, 
alles Denken übersteigend machen. *7^^«, cf. G-K § 91 n (wohl y^ryo zu lesen). 60 wm, 
nicht zurückkehren, sondern sich zuwenden lassen. D^^-istt miia (Variante « ^vna), cf. 7i5. 
ühy^ von nV7, wohl oVsr zu punktieren, ^^^avn, cf. v. 24. — Da das Exil noch nicht an- 
gedroht ist, so ist der Abschnitt wohl kurz vor der Eroberung geschrieben, wofür auch 
die zahlreichen Anklänge an Jer sprechen. 62—68 Pluralischer Anhang an das Vorige. 
Singularisch sind nur v. 62 b, wo aber Sam Luc den Plural lesen, und der formelhafte 
Relativsatz amSchluss des v. 63; inv. 63 sind ausserdem usrn Miannbi und dsmi «nranVi 
wahrscheinlich nur exegetische Glossen ; sie fehlen LXX. Die beiden Verse wollen durch 
Entgegensetzung des Einst und Jetzt die Schwere des Fluches anschaulich machen. 
62 ^T3 -Mtta, cf. 266 und 4*7. an^ o'^wn "ssim, cf. lio. 68 a*t9^nV »w, cf. Jer 3241. vir 
Tsxrh nur des Gegensatzes halber gesagt und daher nicht zu pressen; es wird Jahve 
nicht leicht, sein Volk zu vernichten, Hos 11 8. 64—68 Als Letztes und Schwerstes wird 
das Exil gedroht, in welchem Israel in beständiger Angst leben wird (v. 64—67), und 
die Zurückführung nach Ägypten. 64 cf. 4«7f. Jer 9i6. y^r, nxp -ryi fMim nxpw, cf. 138. 
V. b cf. V. 36. 65 Schilderung der Furchtbarkeit des Exils, der Wirklichkeit nicht ent- 
sprechend, sodass der Abschnitt wobl vor dem Exil oder spätestens zu Beginn desselben 
geschrieben ist. ^V*"^ ^-^ ^"'3^» cf. Gen 89. Jes 34 u (an letzterer Stelle auch r-J-^n). 
T9-I :V, cf. IjQv 26 ae, ein auch ohne Grund immer erschreckendes Herz; ständige Furcht 
vor Unglück ist schlimmer als das Unglück selbst. ü*y^9 X^^2\ cf. v. 32. Lev 26 16; sie 
sehwinden infolge des Grässlichen, das sie stets sehen, ocs V^Kn, cf. Lev 26 16. 66 vmhr^ 
cf. G-K§75rr, es hängt gleichsam an einem dünnen Faden, der im nächsten Augenblick 
reissen muss, cf. Job 2482. 67 cf. Job 74. ^r^ *%, cf. G-K § 151b. Sinn der Wünsche: 
ach, dass die Schrecknisse des Tages erst über standen wären — dass es erst hell würde, 
damit ich die überall drohenden Gefahren erkennen und meiden könnte. 68 Statt der Sing. 
7V, p-c"!r und i^s-jä lesen Sam (LXX) denPlnr. üA (fehlt LXX), iiB-cn (Luc) und wanc^, 



Dtn 2869. 29 1—6. 105 

wieder sehen; dort werdet ihr each 'euren Feinden* als Sklaven nnd Sklavinnen zum 
Verkauf anbieten, aber ein Käufer wird sich nicht finden.] 
'"Dies sind 

die Worte des Bundes, 
den Moses mit den Kindern Israel nach dem Befehl Jahves im Lande Moab schloss, 
ausser dem Bunde, den er am Horeb mit ihnen geschlossen hatte. 29 'und Moses berief 
ganz Israel und sprach zu ihnen: [Ihr selbst habt alles gesehen, was Jahve vor euren 
Augen in Ägyptenland gethan hat am Pharao und allen seinen Knechten und seinem 
ganzen Lande, 'die grossen Prüfungen, [die du mit eigenen Augen gesehen hast,] jene 
grossen Zeichen und Wunder. ' Aber Jahve hat euch kein Herz zum Erkennen und keine 
Augen zum Sehen und keine Obren zum Hören gegeben bis auf den heutigen Tag. ^ünd 
ich habe euch vierzig Jahre in der WGste geführt; eure Kleider, die ihr anhattet, zer- 
gingen nicht, und 'eure Schuhe, die ihr an euren Füssen hattet, zergingen* nicht. 'Brot 
habt ihr nicht gegessen und Wein und Met nicht getrunken, damit ihr erkanntet, dass 
ich, Jahve, euer Gott bin. 'Als ihr dann hierher kamt, zog Sihon, der König von Hesbon, 



sodass der grösste Teil des Verses Zusatz sein wird. Aber auch der Anfang wirkt nach 
der Schilderung der Angst in v. 65—67 nur abschwächend, vermutlich ist auch er Zu- 
satz. 7*^*0, auf dem Seeweg ist Israel noch nie mit Ägypten in Berührung gekommen; 
doch liegt der Nachdruck weniger auf dem Weg, als auf dem Ziel. Zu dem Wort Jahves 
cf. 17 16. DM^^Mmt, beachte das Hithpael ; die Israeliten geraten in Not und wollen sich 
nun als Sklaven verkaufen, um ihr Leben zu fristen. Auf (pbönicischen?) Sklavenschiffen 
kommen sie nach Ägypten ; aber ihr Unglück ist, dass niemand die von Gott Verfluchten 
kaufen will, ninsv, sonst nicht im Dtn. 

5) 28, 69—29, 28 Überschrift (2869). Erinnerung an die Ereignisse vom Auszug 
an bis zur Eroberung des Ostjordanlandes als Motiv der Mahnung zum Gehorsam (29i— s). 
Heute soll mit Israel ein für alle Zeiten gültiger Bund geschlossen werden (v. 9-— 14). 
Niemand verlasse Jahve (v. 15—18), denn er würde schwer bestraft werden (v. 19—27). 
Was die Zukunft bringt, ist dunkel, darum nehme man sich Lehren aus der Vergangenheit 
und Gegenwart (v. 28). — In v. 1 — 8 scheinen starke Eingriffe des Redaktors bemerkbar 
zu sein, und ebenso sind v. 10 — 12 Zusatz (cf. unten). Das Übrige ist eine pluralisch 
geschriebene Mahnrede an die Exulanten (cf. zu v. 28), eingekleidet in die Form einer 
Bede Moses, die er beim Abschluss des Moabbundes gehalten haben soll. Trotz der 
plur. Form kann sie nicht von PI geschrieben sein, da diesem die Idee eines Moab- 
bundes fremd ist, auch der Sprachgebrauch vielfach ein anderer ist (cf. besonders n^M 
und die Abhängigkeit von Jer.) ; auch kaum von D*, mit dem sie ausser der plur. Anrede 
fast keine Ähnlichkeit aufweist. Wir haben hier ein selbständiges Stück, das allerdings 
das Dtn (als Buch) voraussetzt und von vornherein zur Ergänzung desselben geschrieben 
ist. 28, 69 Der Vers ist fälschlich als Unterschrift zu Kap 28 gezogen; die Idee eines 
Moabbundes ist bisher nur in Zusätzen gestreift, 26i6ff. 27 sf.; in Kap. 29 wird sie da- 
gegen stark betont, sodass der Vers richtiger als Überschrift zum Folgenden zu ziehen 
ist. n*na ^ar^ nicht das Gesetz, sondern die beim Abschluss der r^a gesprochenen 
Worte, die Bundesschluss-Predigt. Da eine Verpflichtung auf ein Gesetz gewöhnlich 
durch die Zeremonie der n^a erfolgt, lag es nicht so fern, zu vermuten, es habe in den 
airm r'is^y ein förmlicher zweiter Bundesschluss stattgefunden. 28, 1. 2 cf. lao. 4s4. 
llsff. yry tK*^ "^VM, (singularischer) Zusatz aus 49 etc. Die Zusammenfassung der ver- 
schiedenen Generationen ist dieselbe wie in Kap. 1—3, cf. zu Iso. 8 cf. Jer 52i. Sinn: 
ihr habt aus alle dem, was ihr gesehen habt, keine Lehre gezogen; darum eben ist die 
Mahnung am Platze, es jetzt zu thun. 4 — 5 wird Jahve unvermittelt redend eingeführt, 
was bei den Propheten zwar oft vorkommt, im Dtn aber nicht gebräuchlich ist. Zum 
Ausdruck cf. 8«. 4. oa-PwV«, Sam oa^mW. w "V«i, Sam LXX tarhyy hra i^a kV ca-Wr». 
V. 5a cf. 99b. V. b cf. 83 und besonders den Sprachgebrauch des Ezech. "sk, cf. Einl. 



106 Dtn 297—17. 

and Og, der König von Basan, uns zam Kampfe entgegen; aber wir schlugen sie *and 
eroberten ihr Land und gaben es den Rubeniten und Gaditen und dem halben Stamm 
der Manassiten als Erbbesitz. ^So habt denn Acht auf die Worte dieses Bandes, und 
befolgt sie, dass ihr bei allem, was ihr thut, Gelingen habt.] *Ihr steht heute alle vor 
Jahve, eurem Gott[, eure 'Stammeshäupter*, eure Ältesten und eure Amtleute, alle 
Männer von Israel, '"eure Kinder *und* eure Weiber und dein Fremdling, der inmitten deines 
Lagers ist, von deinen Holzhackern an bis zu deinen Wasserträgern, "um in den Bund 
und die Eidgenossenschaft mit Jahve, deinem Gott, einzutreten, die Jahve, dein Gott, 
heute mit dir eingeht, *"* damit er dich heute zu seinem Volk erhebe, und dass er dein 
Gott werde, wie er dir verheissen und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob 
geschworen hat]. *^Aber nicht mit euch allein schliesse ich diesen Bund und dieso 
Eidgenossenschaft ab, "sondern sowohl mit dem, der hier heute mit uns vor Jahve, 
unserm Gott, steht, als auch mit dem, der heute nicht mit uns hier ist. '"Denn ihr 
selbst wisst, wie wir in Ägyptenland gewohnt haben, und wie wir mitten durch die ver- 
schiedensten Völker gezogen sind, '^und ihr habt ihre Scheusale und ihre Götzen von 
Holz und Stein, von Silber und Gold gesehen, die in ihrem Besitz sind. '^Es sei ja 
unter euch kein Mann oder Weib oder Geschlecht oder Stamm, dessen Herz sich * * von 



§ 8, 12. 6—7 cf. 226—317. 8 rt^-an '^^t, hier anders als 2869 die Worte des Gesetzes. 
V^wfn im Pentateuch nur hier. — Da v. Ib— 8 fast durchgängig aus Zitaten bestehen, 
während v. 9 ff. einen weit selbständigeren Charakter tragen, obwohl auch die hier aus- 
gesprochenen Gedanken in Zitaten aus andern Stellen des Dtn hätten vorgetragen 
werden können, und da im Folgenden kein Gebrauch von den Reminiszenzen v. Ib— 8 
gemacht wird, wird man an der Ursprünglichkeit der Verse zweifeln müssen. Mit v. 9 
konnte die Rede sehr wohl beginnen. 9 oav DS*^in, LXX wohl richtiger Dav '^vm, wenn 
nicht statt 09*^3« vielmehr oa-ocv (so LXX hinter oa^spT) zu lesen ist. Zu den Vertretern 
des Volkes cf. lisf., wo aber die Ältesten fehlen; sind diese hier später eingefügt? h^ 
hv»9r o-K, in der direkten Anrede auffallig. 10 Qa*va, Sam LXX üsnvi\ T^n«, cf. G-K 
§ 93 SS. Tft Sam LXX "vr; zu den Holzhackem und Wasserträgern cf. Jos 9siff. (P). 
Ihre Erwähnung hier ist ein Anachronismus. Sinn der Aufzählung: es ist absolat 
niemand von der Verpflichtung ausgenommen. 11 n'^^aa *ia9 (nur hier), bei der Bundes- 
schliessung hindurchschreiten, seil, zwischen den Opferstücken, cf. Gen 15 17, und damit 
die Verpflichtung als unlösliche übernehmen. inVtcai, Bezeichnung der n^a, sofern der 
Fluch, den man auf sich für den Fall der Bundbrüchigkeit herabruft, ein unterschei- 
dendes Merkmal der n'^'-a gegenüber dem einfachen Schwur bildet (cf. Kraetzschmar, 
Bundesvorstellung S. 16). 12 v. an cf. 289. rrrr von paV abhängig zu denken, cf. G-K 
§ 114 r. K*in betont vorangestellt wegen des Gegensatzes zu *^rtn. s*nV»^ mn, cf. 26 17. 
— V. lOa^— 12 sind sing., also wohl sicher Zusatz; ebenso vielleicht auch die in der 
Anrede befremdliche Explizierung des oaVa (v. 9), sodass v. 13 unmittelbar an v. 9a an- 
schliessen würde. Beachte besonders auch, dass in dem Zusatz der ^a wie jeder Israelit 
am »Bunde« teil hat, was selbst 14 si noch nicht der Fall ist; der na wird hier zum 
Proselyten. 18—14 Der Bund wird aber nicht allein mit den Anwesenden geschlossen, 
sodass sie allein verpflichtet würden, sondern sowohl mit den Anwesenden als den Ab- 
wesenden (d. h. den Nachkommen). V. 14 a steht also nicht für sich allein im Gegen- 
satz zu V. 13, sondern nur mit v. 14b zusammen, 'a^r, cf. Gr-K § 100 o. 15 — 18 Warnnng 
vor einer falschen Auffassung des Bundes unter Hinweis auf die eigene Erfahrung. Es 
ist die, dass alle Völker, mit denen Israel in Berührung gekommen ist, Götzen verehren. 
Daher könnte auch in Israel jemand meinen, er dürfe ebenso die Götzen anbeten, zumal 
der Bund mit Jahve ihn vor Unheil schütze. Eben darum die feierliche Verpflichtung 
durch rt*«*»a und n^K, und zwar für alle Generationen («s v. 15). 16 nrns^, bei Jer und 
Ez gebräuchliche Bezeichnung der Götzen. arrWa, cf. Lev 2690. ^am p, cf. 4i8. cpd 
anriy seil, die Götzen aus S. und G. 17 orn fehlt LXX und ist sicher zu streichen, da 



Dtn 29i8— M. 107 

Jahve, anserm Gott, abwendet, sodass er hingeht und den Göttern dieser Völker dient ; 
es sei ja unter each keine Wurzel, die Gift oder Wermut als Frucht tr&gt, ^* keiner, der, 
wenn er die Worte dieses Eides yernimmt, sich in seinem Herzen beglftckwünscht und 
sagt: Es wird mir gut gehen, auch wenn ich in der Verstocktheit meines Herzens 
wandele — der würde (alles,) das bewässerte und das trockene (Land,) hin wegraffen. 
'*Jahve wird ihm keine Vergebung bewilligen; sondern der Zorn und die Eifersucht 
Jahves wird gegen diesen Mann 'entbrennen*, und alle Flüche, die in diesem Gesetz ver- 
zeichnet sind, werden sich auf ihn niederlassen, und Jahre wird seinen Namen ans der 
Welt auslöschen. ^Jahve wird ihn zum Verderben aussondern aus allen Stämmen 
Israels, entsprechend all den Bundesflüchen, die in diesem Gesetzbuch aufgezeichnet 
sind. '*ünd ein späteres Geschlecht, eure Söhne, die nach euch erstehen, und der Aus- 
länder, der aus fernem Lände kommt, werden sagen, wenn sie die Plagen und Krank- 
heiten dieses Landes sehen, die Jahve über es verhängt hat, *^den Schwefel und das 
Salz — eine Brandstätte ist sein ganzer Boden: er wird nicht besät und lässt nichts 
sprossen, und kein Kraut wächst auf ihm, wie nach der Umkehrnng von Sodom und 
Gomorra, Adma und Zeboiro, die Jahve in seinem Zorn und Grimm umkehrte — ''und 
alle Völker werden sagen: Warum hat Jahve diesem Lande solches angethan, was ist 
(der Grund für) das Entbrennen dieses grossen Zornes? *^Dann wird man antworten: 



der Abfall nicht blos «heute« verboten ist. 'vi o-^v, ein Götzendiener gleicht einer 
Wurzel, die Gift erzeugt, weil sein Thnn die Strafe Gottes, also Unheil für ihn selbst 
und das ganze Volk (v. 18b), veranlasst. Weil diese Gefahr nahe lieg^, wird das Volk 
durch eine rr^2 verpflichtet; es ist aber auch nötig, dass ihr Sinn klar erkannt werde. 
Die rri*vi schliesst nämlich eine Verheissung in sich, sofern Jahve sich verpflichtet, Israels 
Gott zn sein und sich als solchen durch Bescbützung des Volkes zu bewähren. So 
könnte der Götzendiener glauben, durch die rr^2 geschützt zn sein, indem er Übersiebt, 
dass sie zugleich und wesentlich nhn ist, also dem Götzendiener Fluch droht. Daher 
18 die energische Warnung vor solchen Gedanken. Dabei wird geflissentlich der terminus 
rtWi gebraucht, während man im Sinne des Götzendieners rr^^ erwartete; Sinn: wenn er 
die Bnndesworte hört, die aber doch eigentlich eher Fluch werte sind. *«?, selbst wenn, 
cf. 13 t. '^A nvnva, im Pentateuch nur hier, Lieblingswendung Jeremias. ^V bezeichnet 
die notwendige Folge als Absicht, obwohl der Betreffende diese Absicht nicht hat. nieo, 
cf. G-K § 69 h N. 1. nin und nnwi, seil. Land, Umschreibung für »das Ganze« (cf. 8286. 
Jes 41 SS). 19—27 Schilderung des Unheils, das ein Götzendiener heraufbeschwören 
würde. 19 nVo, Sam nVo^. ytrr, eig. er wird rauchen, cf. Ps 189; doch Sam liest irr 
(cf. LXX ixxav^airai). mtop, cf. zu 484. nxa*^*) (Sam LXX *imi, cf. G-K § 145 b), der 
Fluch ist als etwas Konkretes gedacht (cf. 28 s), das sich auf den Schuldigen niederlässt. 
nrn *«Da zeigt, dass unser Verfasser das Gesetz bereits als Buch kennt. Sai xvw^, of. 
25i9. 20 redet nicht mehr von einem Individuum, sondern von einem Stamm, cf. v. 17. 
nainan, nach mna konstruiert, aber dem Sinne nach zu niVii gehörig (cf. G-K § 146 a). 
21 ^ini, Fortsetzung zu lo'rp*' und )kl\ rt^n, mit D^t6nr zusammen die figura etymologica 
bildend, Krankheiten kränken a» verhängen. Zum Bild der Krankheit des Landes » 
Volkes cf. Jes 1 6ff. 22 n^oi rmc^ noch von iiri (v. 21) abhängig. Das Folgende ist ein 
Zustandssatz, der das Aussehen des Landes beschreibt: nx*^» Vs, Subjekt (das Suffix auf 
imcn V. 21 bezüglich, das Land des Landes » der Boden des Landes), rr&itD, Prädikat. 
Es ist dem Lande (und zwar dem ganzen, sodass also Abfall des ganzen Volkes voraus- 
gesetzt ist, anders als v. 19. 20) ergangen, wie Sodom, Gomorra, Adma und Zeboim (cf. 
Gen 14s. Hos 11 s), die Jahve umkehrte (^cn und ndcrm, cf. Gen 19si. Am 4ii u. s. w.); 
aus diesem Vergleich erklären sich auch ry^u (Gen 19s4), nh^ (cf. r^n o^), rrs^o (cf. «m Gen 
19s4). 28 i^ffam, Wiederaufnahme von *fe»^ v. 21, aber nun mit erweitertem Subjekt, mo 
vßn *nn, eig. was ist die Zornglut, d. h. was hat sie zu bedeuten, wie erklärt sie sich. 
24—27 Die Antwort anf die Frage v. 23; cf. Jer 228f. 25 pVn, cf. 4i9. 26 mn "^cDa, 



108 Dtn 29»— 28. 80i—4. 

Weil sie den Bund Jahves, des Gottes ihrer Väter, ausser Acht liessen, den er mit ihnen 
geschlossen hatte, als er sie ans Ägyptenland ffihrte, **und weil sie hingingen und 
andere Götter verehrten und anheteten, Götter, die sie (vorher) nicht kannten, und die 
er ihnen nicht zugeteilt hatte, **ist der Zorn Jahves über dieses Land entbrannt, dass 
er all den Fluch über es brachte, von dem in diesem Gesetzbuch geschrieben ist. '^Und 
Jahve verstiess sie aus ihrem Lande in Zorn und Grimm und heftiger Erbitterung und 
schleuderte sie fort in ein anderes Land, wie (er) jetzt (gethan hat). '"Das (noch) Ver- 
borgene steht bei Jahve, unserm Gott ; aber was (bereits) offenbar geworden ist, soll uns 
und nnsern Kindern bis in alle Ewigkeit (eine Lehre) sein, damit wir alle Worte dieses 
Gesetzes erfüllen. 

30 *Wenn alle diese Dinge Qber dich kommen[, der Segen und der Fluch], die 
ich dir vorgelegt habe, und du es unter all den Völkern, unter die dich Jahve, dein 
Gott, Verstössen hat, zu Herzen nimmst 'und dich zu Jahve, deinem Gott, bekehrst und 
ganz so auf seine Stimme hörst, wie ich es dir heute gebiete, du und deine Kinder, von 
ganzem Herzen und von ganzer Seele, *so wird auch Jahve, dein Gott, dein Geschick 
wenden und sich deiner erbarmen ; und er wird dich wieder sammeln aus all den Völkern, 
unter die Jahve, dein Gott, dich zerstreut hat. *Wenn auch deine zerstreuten (Glieder 



so können die Völker nicht sagen; der Verfasser vergisst, dass er sie reden l&sst. Er 
ist überhaupt kein guter Stilist. 27 Dass Israel exiliert, und nicht in seinem Lande 
vernichtet ist, wird. hier erst klar ausgesprochen, wenn es auch v. 21, wo von Söhnen 
der Bestraften die Rede war, bereits vorausgesetzt ist. Der Sprachgebrauch ist ganz 
jeremianisch (ora Jer 12 14 n. a., h'i'^ cpcp, rran, qii, z. B. Jer 21 5). mn vro im Munde der 
redend Eingeführten ist kein Beweis für die exilische Abfassung des Kapitels; doch siehe 
zu V. 28. 28 nV»n, die offenbar gewordenen Dinge, das was bereits ins Dasein getreten 
ist, die Vergangenheit; im Gegensatz dazu n^iresr, die noch verborgene Zukunft. Sinn: 
die Zukunft steht bei Gott, wie sie sich gestalten wird, wissen wir nicht; aber unsere 
Sache ist es, aus der Geschichte zu lernen, n&mlich Gehorsam gegen das €resetz. Die 
Vergangenheit muss also schon die bösen Folgen des Ungehorsams geoffenbart haben; 
Israel ist im Exil und ungewiss, ob es im Exil untergehen wird, oder ob Jahve es be- 
gnadigen will. Was aber Jahve auch beschlossen haben mag, Israel thut gut, ihn nicht 
durch weiteren Ungehorsam zn reizen, denn dann würde sein Untergang im Exil sicher 
sein. Der Vers zeigt, dass die Schilderung v. 21ff. keine rein ideale ist, vielmehr Gegen- 
wärtiges, wenn auch mit der Wirklichkeit nicht entsprechenden Farben, schildert. (Die 
puncta extraordinaria über •anaki r?p weisen wahrscheinlich auf einen mystischen Sinn, 
den man durch Auslassung der überpunktierten Worte erhält: in Jahves Hand sind die 
verborgenen und die offenbarten, d.h. alle, Dinge in Ewigkeit; cf. Saadja (Lond. Folygl.), 
der übersetzt: et manifesta pariter (gamfan), quae nostra sunt etc.). 

6) 80, 1—10 Wenn alle die Kap. 28 und 29 aufgezählten Flüche, insbesondere 
das Exil, Israel betroffen haben und es sich dann bekehrt, so wird Jahve es wieder be- 
gnadigen, in sein Land zurückführen, sein Herz beschneiden und es reichlich segnen. — 
Der Abschnitt ist sing, geschrieben, aber da er auch Kap. 29 bereits voraussetzt (v. 7 
mWt), von einem andern Verfasser als 2864ff. Im Sprachgebrauch lehnt sich der Verf. 
viel enger an das Dtn an, als der von Kap. 29. Der Abschnitt ist gegen Ende des Exils 
verfasst (später als Kap. 29, doch ist die Aufhebung des Exils erst verheissen), und zwar 
als Anhang zu Kap. 28 — 29. 1 Der Vordersatz reicht bis v. 2, der Nachsatz beginnt 
V. 3. n^Vpm rD*^an, wohl Zusatz zur Erklärung von rsWcn v'^vrm ; in Wirklichkeit ist, wie 
das Folgende zeigt, nur an den Fluch gedacht. aaV hm srort, cf. 4s8; Sam auch hier S Vx. 
rmn, in dieser Bedeutung jeremianisch (cf. Jer 8s u. s. w.). 8 "rniao avi (zur Bedeutung 
vgl. Ges. Lex." s. v. nna«), Lieblingswendung Jeremias (cf. Jer 90 s u. a.). '73ap atD\ cf. 
G-K § 120d. Die Zurückführung aus dem Exil ist zwar bedingt durch die Bekehrung 
Israels, aber ihr Grund ist doch zuletzt das göttliche Erbarmen (*prm). 4 ^rns (zur 



Dtn 306—15. 109 

selbst) am Ende des Himmels wären, so würde Jahve, dein Gott, dich doch von dort 
sammeln und von dort holen. *Und Jah?e, dein Gott, wird dich (wieder) in das Land 
bringen, das deine V&ter besessen haben, das» da es in Besitz nimmst, and er wird dir 
noch mehr Gutes thun und dich noch stärker mehren als deine Väter. ^Jahve, dein 
Gott, wird deiner Nachkommen Herz beschneiden, dass du Jahve, deinen Gott, von ganzem 
Herzen und von ganzer Seele lieben könnest, um am Leben zu bleiben. 'Und Jahve, 
dein Gott, wird alle diese Flüche auf deine Feinde und auf deine Hasser legen, die dich 
verfolgten. *Du aber wirst wieder auf die Stimme Jahves, 'deines Gottes', hören und 
alle seine Gebote halten, die ich dir heute gebiete. *Dann wird Jahve, dein Gott, dir 
Überfluss geben an Gutem, bei allem Werk deiner *Hände*, an der Fracht deines Leibes 
und an der Fracht deines 'Feldes* und an der Frucht deines 'Viehs*; denn Jahve wird 
zu deinem Besten wieder Freude an dir haben, wie er an deinen Vätern Freude hatte[, 
'^wenn du auf die Stimme Jahves, deines Gottes, hörst und seine Gebote and Satzangen 
beachtest, [die in diesem Gesetzbach aufgeschrieben sind,] wenn du dich von ganzem 
Herzen und von ganzer Seele zu Jahve, deinem Gott, bekehrst]. 

'^Denn dies Gesetz, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu schwierig und 
nicht unerreichbar. '*£& ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: Wer wird ffir 
uns in den Himmel hinaufsteigen und es uns holen und verkündigen, damit wir es be- 
folgen können? ''Und es ist nicht jenseits des JÜeeres, sodass du sagen müsstest: Wer 
wird für uns Über das Jtfeer fahren und es uns holen und verkündigen, damit wir es 
befolgen können? ^^ Sondern das Wort ist dir sehr nahe, [in deinen ICund und in dein 
Herz (ist es gelegt),] sodass du es befolgen kannst. 

1^ Siehe, ich stelle dir beute Leben und Olück, Tod und Unglück zur 



Form cf. G-K § 92 b Note 1), kollektivischer Singular. 6 Zur Beschneidang des Herzens 
cf. 10 16; was aber dort von den Menschen gefordert ist, das thut hier Jahve selbst, 
wie auch Jeremia, der zunächst die Beschneidung der Herzen von den Menschen fordert 
(44), später verheisst, dass Jahve die Herzen wandeln wird (Sias, cf. Ez SGseff.). Gemeint 
ist nicht blos eine Umkehr (die ist nach v. 2 bereits erfolgt), sondern eine völlige und 
daaemde Reinigung des Herzens, sodass erneuter Abfall unmöglich ist. y^n i^a^, für 
sonstiges rmr ynk. 7 n^iirr, cf. 29». Zum Inhalt cf. 7iö. 8 •*"•, Sam LXX + 'i'^nVu. 
9 Ss"» T^rin% cf. 28 n. Tr», Sam LXX t^- TW9"a nnd ^^«^^n, nach Sam LXX zu ver- 
tauschen. V. b, cf. 2863. 10 Wohl Zusatz als Überleitung zu 30 ii, da die Bedingung 
vorher schon genügend hervorgehoben war. w nairdn, nach den vorausgehenden Pluralen 
auffällig, ist wohl Zusatz nach 29 so etc. — Zu der Verheissung zukünftiger Wiederbe- 
gnadigung vgl. besonders Jer 3286ff. 

7) 80. 11—20 Abschluss der mahnenden Reden Kap. 28— dOio. Inhalt: Die 
Kenntnis der Forderungen Jahves ist keine für Israel unerreichbare, denn das Gesetz 
liegt ihm vor (v. 11 — 14). Damit ist die Entscheidung über sein Leben oder seinen Tod, 
die Folge des Gehorsams oder Ungehorsams, in seine eigene Hand gelegt; so möge es 
denn das Leben durch Gehorsam gegen das Gesetz erwählen (v. 15—20). — Ob in diesem 
Abschnitt alles gleich ursprünglich ist, ist zu bezweifeln; namentlich in v. 16 — 19a 
scheint ein Zusatz vorzuliegen, ebenso vielleicht in v. 11—14, da sich v. 15. 19 b — 20 
weit besser an die vorhergehenden Reden anschliessen, wenn v. 11 — 14 nicht dazwischen 
treten. Vielleicht bildeten v. 15. 19b— 20 ursprünglich den Abschluss der Reden des Sg. 
11 '9, an V. 10 anschliessend: du kannst Jahves Willen folgen, denn er ist dir bekannt. 
tm rw^Ba mV msnn, cf. G-K § 143 a. ya» rmka, cf. 178. 12 "mk^, dem Sinne nach »sodass 
du sprechen müsstest«. 14 ^arm » pmn n^xon (v. 11). ^aaVai t^i ^^^ Gesetz ist im 
Munde und Herzen, nicht in dem Sinne, als hätte Israel sich Gottes Willen ganz zu 
eigen gemacht, sondern in dem Sinne von »du kannst darüber reden und nachdenken«. 
Da aber diese Bedeutung des Ausdrucks nicht leicht erkennbar ist, ist ^aaVai y^s, viel- 
leicht als falsche Erklärung für y^ ai*tp zu streichen. 16 Die hier beginnende Aus- 



110 Dtn 30ie— ». 31i— t. 

Wahl. <**Wenn da die Gesetze Jahves, deines Gottes, beobachtest', die ich dir hente 
gebiete, Jahve, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und seine Grebote, Satzungen 
und Bechte h&ltst, so wirst du am Leben bleiben und dich mehren, und Jahve, dein 
Gott, wird dich in dem Lande segnen, in dessen Besitz du kommen wirst. ^*Aber wenn 
dein Herz sich abwendet und du ungehorsam bist und dich zur Verehrung und zum 
Dienst anderer Götter fortreissen lässt, ^*80 kündige ich euch heute an, dass ihr zu 
Grunde gehen werdet; ihr werdet nicht lange leben in dem Lande, nach dem hin *ibr* 
den Jordan fiberschreiten 'werdet*, um in seinen Besitz zu kommen. ^Ich rufe heute 
Himmel und Erde zu Zeugen wider euch an: Leben und Tod habe ich dir vorgelegt, 

Segen und Fluch. So wähle das Leben, damit du mit deinen Nachkommen am 
Leben bleibst. *o Liebe Jahve, deinen Oott, höre auf seine Stimme und hänge ihm 
an; denn davon hängt dein Leben und die Dauer deiner Tage ab, dass du in 

dem Lande bleibst, das Jahve deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob zu geben ge- 
schworen hat. 

Kap. 31. 1—34. la. 
'Als nnn Moses diese Rede an ganz Israel 'vollendet hatte', * sprach er 



ffihrung würde einen guten Abschluss der Segen- und Flnchrede des Sg (Kap. 28) bilden. 
Mit y. 16— 19 a K will ein Glossator v. 15 auslegen. Dass die Yerse Zusatz sind, ergiebt 
sich aus dem formelhaften Charakter und der Wiederaufnahme des v. 15 durch v. 19 Aß, 
Der Einschub stellt noch einmal nebeneinander die Verheissung des Segens für den Fall 
des Gehorsams und die Androhung des Fluches für den Fall des Ungehorsams. 16 Am 
Anfang des Verses ist offenbar eine Lücke, die nach LXX zu ergänzen ist: mm *n3«n "o 
Sa-j 'wn 'p*» •'"'' »^""w- 17 ^aak nar» o», cf. 29i7. 18 Der Nachsatz zu t. 17 wird in 
Sfttzen gegeben, die andern Stellen des Dtn entlehnt sind, mit Beibehaltung der 2. plur. ; 
vgl. 4m. 8i9. ^s9 nriK, Sam LXX tr*a9 dmk. 19 V. a/9, Wiederaufnahme von y. 15. 
20 rann^, cf. G-K § 114o, Erklärung darüber, wie die Erw&hlnng des Lebens erfolgt. 
T^n Min "'S, wenn du dich ihm anscbliesst, wird er dir langes Leben g^ben; Min weist 
also zurück auf »Heben, gehorchen und anhangen«. Die Formeln mögen z. T. Zusatz 
von Abschreibern sein. 

III. Historischer Bericht Ober die letzten Tage Moses. 31, 1—34, 12. 

Übersicht: 1) Letzte Anordnungen Moses: a) Einsetzung Josuas zu seinem Nach- 
folger (Sil— s); b) Aufzeichnung des Gesetzes und Übergabe desselben an die Priester 
und Ältesten (8I9— is); c) letzte Warnung Israels vor dem Abfall von Jahve durch ein 
Lied (31 14—8247). 2) Moses Tod: a) Befehl an Moses auf den Nebo zu steigen, um von 
dort das Westjordanland zu überblicken (3248 -6t); b) Moses Abschied vom Volk durch 
einen Segen (3di~S9): c) sein Tod (d4i— is). — In unmittelbarer Beziehung zum Gesetz- 
buch steht nur 31 9 — 18 (Über 3246ff. s. u.); alles Übrige ist notwendig nur im Rahmen 
einer Erz&blung über das Wirken Moses« Da J, £ und P eine solche Erzählung bieten, 
ist von vorn herein wahrscheinlich, dass Teile ihrer Schriften in Dtn 31 — 34 verarbeitet 
sind. Die Einzelanalyse bestätigt das, cf. n. Daneben erscheint aber eine rein dtnste 
Erzählungsreibe, wie es scheint, vom Verf. der Kap. 1 — 3. Selbständige Einsätze sind 
das Lied und der Segen Moses, die sich keiner Quelle zuweisen lassen. 

1) 81, 1 — 8 Moses teilt dem Volke mit, dass er jetzt sterben werde; Josua würde 
es an seiner Stelle weiter führen und Jahve weiter für es kämpfen (v. 1 — 6). In Gegen- 
wart des Volkes weist er Josua in sein Amt ein (v. 7 — 8). — Inhaltlich bildet der Ab- 
schnitt die notwendige Fortsetzung von 3fl8, und da auch v. 2. auf 897 zurückweist und 



Dtn dls-is. 111 

(weiter) sn ihnen: leb bin jetst 120 Jahre alt, ich vermag nicht mehr ana- nnd 
einsngehen; nnd Jabve hat an mir gesagt: Dn wirst diesen Jordan nicht über» 
sehreiten. *Jah?6, dein Gott, 'ist es, der* vor dir herziehen wird; er wird diese Völker 
▼or dir ▼emichten, das« du sie vertreiben kann8t[, 'und* Josua 'ist es, der* vor dir her- 
ziehen wird, wie Jabve gesagt hat]. *Und Jahve wird mit ihnen verfahren^ wie er mit 
Sihon und Og, den Amoriterkönigen, und ihrem Lande verfahren ist, die er vernichtet 
bat. * Jahve wird sie in eure Gewalt geben, und ihr sollt dann genau nach der Vor- 
schrift mit ihnen verfahren, die ich euch gegeben habe. *Seid mutig and stark, fQrchtet 
euch nicht und erschreckt nicht vor ibnen[; denn Jahve, dein Gott, ist es, der mit dir 
zieht, er wird dir seine Hilfe nicht entziehen und dich nicht verlassen]. *Dann rief 
Moses den Josna nnd sprach in Gegenwart des gesamten Israel an ihni : Sei mutig 
nnd stark; denn dn sollst dies Volk in das Land 'bringen*, das Jahve ihren Vä- 
tern an gehen geschworen hat, nnd dn sollst es ihnen ansteilen. * Jahve selbst 
ist es, der vor dir herzieht, er wird mit dir sein, er wird dir seine Hilfe nicht 
entziehen nnd dich nicht verlassen, fürchte dich nicht nnd verzage nicht I 

'Dann schrieb Moses dies Gesetz nieder und übergab es den Priestern, 

den Söhnen Levis, die die Gesetzeslade Jahves tragen, und allen Ältesten Israels. 

i<^Und Moses gebot ihnen: Nach je sieben Jahren, zur Zeit des Erlassjahres, 

am Laubhütten fest, "wenn ganz Israel kommt, um das Angesicht Jahves, deines 
Gottes, zu 'sehen* an der Stätte, die er erwählen wird, ^soir dies Gesetz vor ganz 

Israel Vorgelesen werden [. «Versammele das Volk, Männer, Weiber und Kinder 
und die Fremdlinge, die bei dir in deinen Orten wohnen], damit sie hören und damit 
sie lernen, Jahve, euren Gott, zu fürchten, nnd dass sie alle Worte dieses Gesetzes beob- 

der Sprachgebrauch (bes. v. 7—8) sich mit dem von Kap. 1—3 deckt, wird der Kern von 
V. 1 — 8 D * angehören. Da D * aber in der Anrede an Israel den Plur. gebraucht, werden 
die sing. v. 3 — 4, dann aber auch v. 5— 6a, die damit zusammenhängen, Zusatz sein. 
V. 6 b ist wohl nur Voraufnahme von v. 8. — Vgl. den Parallelbericht des P Num 
27 16— SS und des £ Dtn 32u-i5. 2S. 1 ifr^ giebt keinen Sinn; lies mit LXX hv^ und 
nachher -la-rV. n^nn n-na-m, cf. li, bezieht sich auf alle Reden von li— 30flo, soweit sie 
D* vorlagen. 2 V. b cf. 327b. 8 ^ay (bis), Sam LXX -^aam, cf. G-K § 126 k. Zu v. a 
vgl. 3ti. yvirr, Sam LXX f « i m ; Sai -^om, cf. 3fl8. 4 an v. 3 a anknOpfend (also ist v. 
3b wohl Zusatz nach 3s8). 5 rrwan Vad, cf. 7i6. Mff. u. s. w. 6 V. b, cf. v. 8a. '^trr, 
cf. 481. Zum Inhalt von v. 4—6 cf. 3s]f. 7 mar, Sam Syr Vulg irar. Zum Inhalt cf. 
3s8. 8 ys9 rrm um fehlt IiXX und v. 6, ist also wohl Zusatz aus v. 23. 

2) 81, — 18 Moses schreibt das Gesetz auf, übergiebt es den Priestern und 
Ältesten und verordnet, es am LaubhQttenfest des je siebenten Jahres dem versammelten 
Volke vorzulesen. — Der Abschnitt schliesst ohne Berücksichtigung von v. 1—8 an das 
Gesetzbuch an. Die Bezeichnung desselben als minn (v. 9) entspricht der Oberschrift 
444, sodass V. 9 — 13 den Abschluss von 444— 30ao oder einer darin enthaltenen Schrift 
bilden mfissen; am wahrscbeinlichsten gehören sie zur Schrift des Sg (vgl. v. 10 mit 
15iff.), zu der also 444 die Überschrift bildete. Doch ist der ursprüngliche Text stark 
erweitert, s. u. 9 Priester und Alteste sind die geistlichen und weltlichen Führer des 
Volkes. Doch sind die Altesten wohl erst durch die Bearbeitung hereingekommen, da 
Sg sie sonst nirgends erwähnt. Ferner wird Sg nur o^ron Vm (ohne weiteren Zusatz) 
geschrieben haben : '^^ «aa fehlt LXX, und w omvan ist charakteristisch fßr die Dtnsten, 
in Sg aber ohne Parallele. 10 cf. 15 1.9. niaon »n, cf. 16i8. 11 rnanV, ursprünglich wohl 
nitn^, cf. zu 16 16 (Ex 23 16). Die sing. Anrede befremdet; statt irpn wird mit Sam irj»^ 
(cf. G-K § 121a) oder mit LXX "w^m (Anrede an die Priester) zu lesen sein, und v. a 
ist wohl Zusatz. 12 Da das Volk ja schon versammelt ist, kommt Vnpn zu spät, auch 
befremdet der sing, in v. a; v. a ist also wohl Zusatz, sodass v. b an v. 11 anschliessen 



112 Dtn 31 18- 16. 

achten. **Auch ihre Kinder, die es (noch) nicht kennen, sollen es hören, damit sie 
lernen, Jahve, 'ihren* Gott, zu fftrchten, so lange *sie* in dem Lande 'leben*, zu dessen 
Besetzung ihr den Jordan überschreiten werdet. 

^^ Darauf sprach Jahve zu Moses: [Deine Tage neigen sich dem 
Tode zu;] rufe Jostm und tretet in das Offenharungszelt^ damit ich ihn 
(in sein Amt) einweise. Da gingen Moses und Josua und traten in das 
Offenbarungszelt. ^^ Jahve aber erschien [im Zelte] in Gestalt einer 
Wolkensäule, und die Wolkensäule stand am Eingang des Ztcltes. "und 

Jahve sprach zu Moses: Wenn du dich zu deinen V&tern legst, so wird sich dies Volk 
erheben und ausländischen Göttern [des Landes] nachhurenf, in das es einziehen wird, 
und *8ie werden' mich verlassen und meinen Bund brechen, den ich mit 'ihnen* ge- 



würde. Doch macht die Formelhaftigkeit von v. 12b— 13 es wahrscheinlicher, dass der 
ganze Schluss Zusatz ist. 18 Mit Sam lies orrn^it und mit Bam LXX nn statt nriK. 
Zur Fürsorge für die Belehrung der Kinder cf. 6iofr. u. a. Die Verlegung der Gesetzes- 
verlesung gerade auf das Laubhütten fest hat wohl den Grund, dass dieses Fest als das 
einzige mehrtägige allein genügend Zeit bot. 

3) 81, 14 — 80 Die Einleitung zum Liede Moses, verbunden mit einem Parallel- 
bericht zu V. 1 — 2. 7 — 8. In der gegenwärtigen Form ist der Abschnitt ziemlich unklar. 
Zunächst sondern sich v. 14—15 von dem Folgenden ab, da in ihnen Moses und Josua 
vor Jahve treten und nach v. 14 eine Anrede an Josua erwartet wird, in v. 16 ff. aber 
Moses der Angeredete ist. Dagegen ist v. 23 offenbar mit v. 14 — 15 zusammenzunehmen. 
Diese Verse bilden einen Parallelbericht zu v. 1—2. 7 — 8, denn sie erzählen von der 
Einsetzung Josuas zum Nachfolger Moses. Sie gehören wahrscheinlich £ an (doch s. u. 
zu V. 14). — V. 24—26 handeln von der Aufzeichnung des Gesetzes und seiner Übergabe 
an die Leviten, würden also zunächst mit v. 9 ff. zu verbinden sein. Doch die Fort- 
setzung scheint dafür zu sprechen, dass ursprünglich nicht von der min, sondern der 
rrrv die Rede war (vgl. Staerk S. 75). Dann bilden v. 16 — 22. 24 — 30 insgesamt die 
Einleitung zu Kap. 32. In v. 16—18 macht Jahve den Moses mit dem künftigen Abfall 
Israels bekannt; dann gebietet er ihm, v. 19—21, ein Lied aufzuschreiben und Israel zu 
lehren, damit es später ihm gegenüber als Zeuge dienen könne. Moses schreibt das 
Lied auf, y. 22, und übergiebt die Niederschrift den Leviten, v. 24—26 (27). Endlich 
gebietet er Israel zu versammeln und trägt ihm das Lied selbst vor, v. 28 — 30. Man- 
nigfache Wiederholungen und Unebenheiten in der Form beweisen, dass auch hier der 
Text überarbeitet ist; und zwar scheint der Bearbeiter ein Dtnst zu sein, der das ur- 
sprünglich wohl ein selbständiges Stück bildende Lied mit seiner Einleitung in das Dtn 
aufnahm. Zu der Annahme, dass zwei Einleitungen kombiniert seien (Staerk u. a.), sehe 
ich keinen genügenden Grund. 14 riTa^ "pr ia*ip, cf. Gen 47x9 (J); da wegen der Er- 
wähnung Josuas und des irea Vhm J nicht der Verfasser von v. 14 — 15 sein kann, ist 
ni«^ — yn wohl Zusatz aus J, der damit wahrscheinlich den Bericht über Moses Tod 
einleitete, rersr nit mp, kein Widerspruch zu Ex 33 ii (Stade ZATW 1885, S. 298), da 
der dort gebrauchte Ausdruck nicht gepresst werden darf, cf. Ex 179 (stand ursprüngl. 
hinter Ex 33). 'vrm Vrm, cf. Ex 33?. \h ip "nw, cf. Ex 33». V. a und b sind keine 
Dubletten (Stade ZATW 1885, S. 298) ; v. a wird durch v. b nur näher erläutert (übri- 
gens fehlt hrma LXX). 16 'u*) nat (im Dtn nur hier), cf. Ex 34 le. pKn "oa (cf. G-K 
§ 93 gg), ungewöhnlicher Ausdruck; ^s hiess zunächst *^'^ '^r^ (cf. Gen 35»), was dann 
durch die Glosse ia*^pa — pim (fehlt Luc) erklärt wurde (genauer zwei Glossen; zunächst 
ist la^pa eingefügt [zu ij'^pa "oa cf. Jos 2488], dann rns« — 7*wn); ir*wn ist von "«n^tt ab- 
hängig zu denken, nyn, das hier zunächst als Sing, konstruiert ist, wird nachher s. T. 
als Plural behandelt; die plnr. Sätze werden wohl Zusatz sein. mn*\ "^tyi, Sam LXX 



Dtn 31 17— 2t. 113 

Bchlosaen habe]. "Alsdann wird mein Zorn gegen es entbrennen, [und ich werde sie 
verlassen und mein Angesicht vor ihnen verbergen, dass *sie' (den Feinden) zur Speise 
'werden',] and viele Übel und Drangsale werden es treffen. Alsdann wird es sprechen: 
Ja, weil mein Gott nicht unter mir ist, haben mich diese Übel betroffen. '"[Ich aber 
will dann unnachsichtig mein Angesicht *vor ihnen* verbergen wegen all des Bösen, das *sie 
gethan haben', weil *sie' sich andern Göttern 'zuwandten'.] ^•ünd nun, 'schreibe dir' 
dies Lied auf, und lehre es die Kinder Israel, 'und' lege es ihnen in den Mund, damit 
dies Lied mir als Zeuge gegen die Kinder Israel diene. '^[Denn ich werde es in das 
Land bringen, das ich seinen Vätern 'zu geben' geschworen habe, 'in ein Land', das von 
Milch und Honig überfliesst; aber wenn es sich dann satt isst und fett wird, so wird 
es sich andern Göttern zuwenden, und sie werden ihnen dienen und mich verwerfen, und 
meinen Bund 'werden sie' brechen. *^Wenn dann viele Übel und Drangsale es treffen, 
so soll dies Lied als Zeuge gegen es sprechen.] Denn es wird nicht vergessen werden 
aus dem Munde seiner Nachkommen. Ich kenne ja seinen Charakter wohl, den es jetzt 
(schon) ausbildet, noch bevor ich es in das Land bringe, das ich 'seinen Vätern' zuge- 
schworen habe. *'' Damals schrieb Moses dies Lied auf [und lehrte es die Kinder Israel]. 

*^Und Josua, den Sohn Nuns, wies ^' (in sein Amt) ein [und sprach: 

Sei mutig und stark, denn du sollst die Kinder Israel in das Land bringen, das ich 
ihnen zugeschworen habe, und ich werde mit dir sein]. *^Als nun Moses die Worte 
dieses 'Liedes' vollständig bis zu Ende in ein Buch geschrieben hatte, befahl Moses den 
I^viten, die die Gesetzeslade Jahves trugen: ** Nehmt dies Buch 'mit dem Liede', und 
legt es neben die Gesetzeslade Jahves, eures Gottes[, dass es dort als Zeuge gegen dich 
bleibe. **Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und Hartnäckigkeit; jetzt, wo ich noch 
lebend bei euch bin, seid ihr immerdar widerspenstig gegen Jahve gewesen, nach meinem 



"iiB?n ''S^aT:n; in» IJtX avroig. 17 ^anV rrni, Sam Luc r^siA vro; cf. 7 16. 18 "*», Sam 
LXX + Bn«; nv9 und nsB, Sam LXX tvy und ^afe. 19 Kk lan:, wohl verschrieben aus 
^h ans, denn vorher und nachher ist nur Moses angeredet, und auch v. 22 steht der 
Singular, nwn rm&n, nämlich 32 1—45. mr©, Sam LXX rvarv\ nmea, hier nach ^"w»— a 
mit Recht plur. Suffix, "^j es soll bezeugen, dass Israel nicht ungewarnt blieb, dass es 
also keine Entschuldigung hat. 20— 21a« Nach v. 16 — 18 sind diese Verse überflüssig, 
und da sie teilweise aus dtnsten Formeln bestehen, teilweise v. 16—18 wörtlich wieder- 
holen, werden sie zu streichen sein. 20 ^TiaxV, Sam LXX 4- Q"^ ^r^^i vor rar ergänze 
mit LXX p». Twni »awi ^5«% cf. 6iif. Siaff. 32 15. -tni, Sam LXX i-^tni. 21 "wV, zu h 
cf. Ex 21 2. navn m^ "«a, es kann Zeuge sein, nur wenn es nicht vergessen wird; darum 
die Einschärfung v. 19, es zu lehren, und die Niederlegung an der Seite der Lade v. 26. 
Diese ganze Massregel aber ist darin begründet, dass Jahve die Gefahr des Abfalls 
schon jetzt erkennt. *rar, cf. Gen 65; gemeint ist die Gestaltung der Gesinnung, die 
das Werk des Menschen ist (noy i«ii). Diese ist schon jetzt eine zum Abfall treibende 
(Bi-rt, näher erläutert durch '131 o^tta). ««rtyava, Sam LXX + '!*'r*aii^. 22 Ausführung des 
Befehles v. 19. V. b ist vielleicht als Vorausnahme von v. 90 zu streichen. 28 Fort- 
setzung zu V. 14 — 15. Subjekt zu is^i ist Jahve, wie ^n»va und die 1. pers. in v. b 
zeigen, nicht, wie nach der gegenwärtigen Stellung des Verses angenommen werden 
müsste, Moses. Übrigens ist der Vers wohl dtnst. überarbeitet. 24 minn würde zunächst 
dafür sprechen, dass v. 24—26 a aus diesem Zusammenhang auszuscheiden und etwa mit 
V. 9—18 zu kombinieren seien. Dann würde aber für v. 28 ff. die nötige Einleitung 
fehlen. Daher ist statt n-^inn hier und v. 26 mnm zu lesen. V. 24—30 bilden einen 
geschlossenen Gedankengang, in den nur die sing. Sätze 26 b— 27 a und die formelhaften 
V. 27 b und 29a^b von einem Dtnsten eingefügt sind, nto, ein einzelnes Blatt, Ex 17 14 
und sonst. 26 np^, cf. G-K § 113 bb; doch Sam (LXX ?) inp^ (bessennp). nan, »neben«, 
nicht »in«. V, b, cf. v. 19 b. 27 rwprt ^fn», cf. 10 le. 'w on-wn o'^iao, cf. 97. 28 "«^"npH, an 

Handkomiiientor 1. AT: Steaernagel, Deuteron. 8 



114 Ötn ai28— so. äÖi. 

Tode (werdet ihr es) erst recht (sein)]. ''Versaromelt mir alle Altesten eurer Stämme 
und eure Amtleute, dass ich ihnen diese Worte vortrage und Himmel und Erde zu Zeu- 
gen wider sie anrufe. '^Denn ich weiss, dass ihr nach meinem Tode böse handeln 
werdet [und abweichen von dem Wege, den ich euch vorgeschrieben habe; dann wird 
euch schliesslich das Unglück treffen, weil ihr thut, was Jahve missf&llt, und ihn durch 
eurer Hände Werke reizt]. ^ Und Moses trug der ganzen Versammlung Israels die Worte 
des folgenden Liedes bis zu Ende vor: 

32 ^ Merkt au/^ ihr Himmel^ so ufiil ich reden^ und die Erde hOre meinee Mun- 
de* Spriiehe» 



die Leviten gerichteter Befehl. Nach v. 90 (cf. 3244) ist das ganze Volk versammelt; 
daher ist in ns'^ira') aa^a« "^apt wahrscheinlich mit Dillm. ein Ersatz für Vmv^ zu sehen. 
San m-nt, cf. 30 19. 29 "»ntta '^rm, des Nachdrucks wegen vor "'S gestellt, 'w Dr-^i, cf. 
9 18. nn^'p\ cf. G-K § 74 g (doch Sam nr'^pi), von «»^p statt nnp. n-ns-^n r^nna^ cf. 4 so. 
80 Vmir ^rtp, cf. iV»npn, v. 28. wan ly, cf. v. 24. 

4) 81, 1 — 48 Das Lied Moses. Litteratur: Kamphausen, d. Lied Moses 1862 
(hier Aufzählung der älteren Litteratur S. 305ff.). Klostermann, d. Lied Mose u. d. Dtn. 
StKr 1871 S. 249ff. 1872 S. 230ff. 4ö0ff. Stade. ZATW 1885 S. 297-300. Inhalt: 
Einleitung (v. 1—3), Thema (v. 4 — 6), Ausführung desselben (v. 7 — 42): Schilderung der 
treuen Fürsorge Jahves für sein Volk (v. 7 — 14), des Undankes Israels (v. 15—18) und 
der deswegen verhängten Strafe (v. 19—25). Von der völligen Vernichtung Israels hat 
Jahve sich nur durch die Rücksicht auf die Bosheit seiner Feinde abschrecken lassen 
(v. 26—33). Ihre Bosheit und das Mitleid mit Israels Not treibt ihn auch dazu, sein 
Volk durch das Gericht über die Heiden zu erretten (v. 34—42). Abschluss (v. 43). — 
Der Text ist durch zahlreiche Schreibfehler, teilweise wohl auch durch Zusätze entstellt 
(vgl. die Einzelerklärung zu v. 5 — 6. 7b. 17 — 18. 29—31). Zur Bestimmung des Verfassers 
oder der Abfassungszeit kann die Einleitung 31 16— ss. S4— so nicht benutzt werden , da 
diese von einem andern, also erst später geschrieben ist. Dies ergiebt sich daraus, dass 
der Verfasser der Einleitung das Lied missverstanden bat. Nach ihm soll das Lied die 
Zeitgenossen Moses vor dem Abfall warnen. Das könnte all.erdings so geschehen, dass 
Moses sich als Dichter in die Zeit nach dem Abfall versetzte und die dadurch bedingte 
unglückliche Lage Israels zeichnete. Aber das Lied gipfelt gar nicht in der Warnung, 
sondern verheisst dem .wegen des Abfalls bestraften Volk die baldige Begnadigung 
(beachte besonders das a*)*^p v. 35). Demnach müssen die Impf. cons. in v. 15f. vom 
Standpunkt der wirklichen, nicht einer gedachten, Gegenwart aus gedeutet werden. Also 
lebt der Dichter zu einer Zeit, in der der Abfall und die Strafe dafür bereits eingetreten 
sind, in der Israel am Bande des Verderbens steht (v. 36), und in der ein heidnisches 
Volk Gewalt über es hat. Da das Exil nicht ausdrücklich unter den Strafen genannt 
ist und zahlreiche Berührungen mit Jeremia vorliegen, scheint die Abfassungszeit zu- 
nächst die kurz vor dem Exil zu sein. Indessen man wird doch bis gegen das Ende des 
Exils herabgehen müssen; denn die Abstrafung des heidnischen Volkes (der Cbaldäer) 
wird von der nächsten Zukunft erwartet, wie bei Deuterojesaja und in Jes 13 1— 1423, 
und auch an Ezechiel und an Deuterojesaja finden sich vielfach Anklänge (cf. die unten 
angegebenen Parallelstellen). Die Einleitung, deren Verfasser über die wirkliche Ent- 
stehungszeit des Liedes schon nichts mehr weiss, ist erst nach dem Exil geschrieben, 
und das Ganze dann mit dtnsten Zusätzen vermehrt in JE -h D eingefügt, indem die 
Ankündigung des Abfalls (31 le — 8i) in den Zeitpunkt verlegt wurde, als Moses mit Josua 
vor Gott stand (81 uf.). Über den Abschluss der Einschaltung s. u. zu 3244 ff. 

1—8 Die Einleitung. 1 Der Gegenstand der Dichtung ist der erhabenste, der sich 
denken lässt; dem entsprechend fordert der Dichter Himmel und Erde auf ihm zuzuhören, 
d. h. die ganze Welt, wie dies ähnlich Jes Is u. sonst geschieht. Dadurch wird von 



bin 3^»—^. 116 

* Wie Megen ergie$$e neh meine Lehre, 'und' e$ träufle wie Tmu meine Rede, 
wie Begeneehauer auf jungee Qrün und wie Regengüeee auf (dürres) Kraut, 

*Denn Jahvee Ruhm will ich verkünden: geht Ehre uneerm Öott! 
^Ein Fels ist er, vollkommen sein Thun. denn all seine Wege sind recht, 
ein Gott der Treue und ohne Falsch, gerecht und redlich ist er, 

* Gefrevelt 'haben' gegen ihn *die Schändlichen*, das böse und verkehrte Geschlecht. 

* Wollt ihr Jahve so vergelten, du thörichtes, unklages Volk? 

Ist nicht er dein Vater, der dich geschaffen? Hat nicht er dich gemacht und ge« 

bildet ? 



vornherein in dem Leser oder Hörer des Gedichts das Gefühl erweckt, dass das Lied 
auch seine besondere Beachtung verdient. Nach Sias sollen Himmel und Erde zuhören, 
um später bezeugen zu können, dass Israel rechtzeitig gewarnt ist. Diese Auffassung 
entspricht dem Gesamtinhalt des Liedes nicht. 2 Das Gedicht will in erster Linie das 
dem Untergang nahe Israel durch Hinweis auf baldige Errettung trösten, erst in zweiter 
Linie Bekehrung wirken. Danach ist das Bild unseres Verses so zu deuten, dass Israel 
einer verschmachtenden, welkenden Flur gleicht, auf die nun endlich Tau und Regen 
erfrischend und belebend einwirken. Der Dichter möchte durch seine Worte die er- 
sterbende Hoffnung seines Volkes neu beleben. Erst in zweiter Linie will er die Treue 
Israels gegen Jahve neu beleben, ^rrph, cf. Jes 29 i4 und Prv l6 etc., Big. das, was ich 
empfangen habe, hier das, was mir kund geworden ist von Jahves Ratschlüssen betreffs 
eurer Zukunft, ^tn, SamLXX^TM. 8 Begründung für v. 1— 2: andächtiges Zuhören darf 
von der ganzen Welt gefordert und belebende Wirkung erhofft werden, weil Jahves 
Name verkündet werden soll. Der wie eine liturgische Formel klingende V. b zeigt, 
welche Stimmung den Dichter erfüllt; was er zu verkünden hat, gereicht Jahve zum 
Lob und Preis. Demnach wird '«"'' üv nicht bedeuten: sein Wesen, sondern seinen Ruhm, 
seine Grösse, die sich im Erbarmen über seine Knechte offenbart, die doch seine Gnade 
nicht verdient haben, und in seiner Macht, das Erstorbene zu beleben (v. 36. 39). lan, 
cf. G-K § 69 0. 

4—6 Jahves Treue im Kontrast gegen Israels Undank. 4 '"ui iixn, cf. G-K 
§ 126 c. 143 a. ^17 pn*), cf. G-K § 152 u. nixn, als Bezeichnung eines Gottes (auch eines 
heidnischen) in unserm Liede mit Vorliebe gebraucht (cf. v. 15. 18. 30. 31. 37), bezeichnet 
den Gott als einen solchen, auf den man sicher bauen kann, cf. Ps 18s. iVys D^n, cf. 
Ps 1881, an seinem Thun, auch an dem gegen sein Volk, ist kein diq, nichts Tadelns- 
wertes; denn seine Wege, d. h. die von ihm befolgte Weise in der Leitung der Geschichte 
ist eins mit dem ^tm, entspricht vollkommen dem, was jeder als Recht anerkennen muss. 
Insbesondere erweist er sich als Fels und als untadeligen Gott durch die Treue, die 
Konsequenz seines Charakters, mit der er namentlich an dem Ex 346—7 ausgesprochenen 
Grundsatz festhält. 5 V. a ist unübersetzbar (wörtlich: verderbt gehandelt hat gegen 
ihn nicht seine Söhne ihr Schandfleck). Lies zunächst mit Sam LXX on« ^2 t^ vh 'irrtv, 
und streiche das durch iV korrigierte m^. Zu otta '«aa cf. G-K § 128 v. Ssi ^tn ist Appos. 
zu nm "«aa. 6 Wenn Israel Jahves Treue so vergelten will, so ist es ein thörichtes Volk. 
Mag Undank Menschen gegenüber auch bisweilen ungefährlich sein, so doch keinesfalls 
Jahve gegenüber (beachte die Stellung von mmVn); denn von ihm hängt Israel ja voll- 
kommen ab, als Geschöpf vom Schöpfer. U9 ist als Kollektivbegriff teils als Plur. (i^oan), 
teils als Sing, konstruiert (v. b), cf. G-K § 145 b. narr kV% cf. G-K § 152a N. 2. ^, 
cf. G-K § 20g 155f. y^s», hier »dein Erzeugerc, wie das Parallelglied und ^7p zeigen, 
nicht »der dir väterlich Gesinnte«. Als der Schöpfer hat er auch die Macht zu ver- 
nichten; darum ist es unklug, ihn zu reizen. — V. 5—6 bringen eine unerwartete Wen- 
dung: Jahves Ruhm soll verkündet werden, und das geschieht auch v. 4. 7 ff.; hier wird 
aber Israel sein Undank vorgehalten. So lassen sich v. 5—6 nur als Parenthese ver- 
stehen. Sie werden aber eher Zusatz vom Verfasser der Einleitung sein, nach welchem 

8* 



11« btn ^7— 1«. 

^'Oedenket^ der Tag» der Vorzeit, hetradUet die Jahre vergaftgener OeeeUeehUr: 

ft&ge deinen Vater, dass er dirs verkfinde, deine Alten, dass sie dirs erzählen! 
*Als der Höchste den Völkern (die Erde) verteilt^ ale er die Ikfeneehenkinder trennt, 

beetimmt er Gebiete der Völker nach der Zahl der * Engel Oottee" ; 
**doch* Jahvee Teil wird Jakob, eein Volk, sein ErbbesUz *wird IsraeT. 
^•Erfindet es im WUstenland und in der Öde 

Er umgiebt es schützend *und* hat auf es Acht ^uwf behütet es wie seinen Augapfel. 
*^ Wie ein Adler, der sein Nest aufstört ^und^ Über seinen Jungen sehwebt, 

breitet er seine Fittiche aus, nimmt es auf, trägt es auf seiner Schwinge, 
^*Jahve allein leitet es, und kein fremder Oott ist mit ihm. 



das Lied ja in erster Linie vor dem Abfall warnen soll; auch die direkte Anrede be- 
fremdet, zumal die sing.; und endlich schlieast v. 7 ungezwungen an v. 5 an. 7 — 14 
Weitere Ausfahrnng von v. 5: Jahve hat Israel durch die Erwählung zu seinem Eigen- 
tum, durch die Verleihung Kanaans und die Versorgung mit allerlei Gütern daselbst 
ausgezeichnet. 7 "a», Sam LXX 'nyr, cf. nra. r«w, fem. nur noch Ps 90 15. "itiit pi», 
die Jahre der einzelnen (seil, vergangenen) Geschlechter. V. b singularisch und darum 
wohl Zusatz. T'^rt, cf. G-K g 60f. 109 f. T^pv, nicht die Beamten (cf. 19is), sondern die 
Greise, die unter dir leben, deren Erinnerung am weitesten zurückreicht, und die die 
Kenntnis der Geschichte pflegen. Durch die Erinnerung an die Vergangenheit will der 
Dichter seinen Zuhörern das Zugeständnis zu dem v. 4 thematisch ausgesprochenen Satz 
abgewinnen. Deutlich ist für die Angeredeten die Zeit der Erwählung Israels und der 
Führung nach Kanaan eine längst vergangene. 8—14 an v. 7 a anschliessend, also nicht 
die Antwort der Greise auf die Frnge (v. 7 b). In lebhafter Vergegenwärtigung der 
Thaten Jahves, die er gewissermassen als Zuschauer begleitet, sodass jede einzelne ihm 
zur gegenwärtigen wird, gebraucht der Dichter das Impf. 8 ^nana, Sam ^^nsna. ii^^y, 
cf. Num 24 16. ax% wahrscheinlich a*Kt zu lesen (G-K § 109 k), da ein Jussiv hier nicht 
am Platze ist. Der Sinn , den man gewöhnlich in der Stelle findet (als er die Völker 
teilte, bestimmte er ihre Gebiete mit Rücksicht auf die Zahl der Israeliten, d. h. er 
richtete sie so ein, dass Israel später zwischen ihnen Platz hätte), befriedigt nicht, da 
thatsächlich erst durch die Vernichtun«^ der Kananiter Platz geschaifen wurde. Mit 
LXX ist Vm statt Vmir zu lesen und der Vers eng mit dem folgenden zu verbinden. In 
9 ist pVm (LXX) statt n ^ zu lesen, mit Sam IiXX apr zum ersten Glied zu ziehen und 
am Schluss des zweiten W*iir zu ergänzen. Sinn: Er verteilt die (Hei den-) Völker nach 
der Zahl der Engel, so dass jedes Volk einen Engel als Schutzgeist bekommt, dagegen 
Israel behält er sich selbst vor, dass er es beschützen will, und dadurch zeigt er zuerst 
seine Liebe zu Israel. Vm "^aa, cf. Gen 62. 4 {omhH ^a). Zur Vorstellung, dass jedes Volk 
seinen Schutzengel hat, cf. Dan lOis. iof. 12 1, und beachte, dass im Buche Daniel schon 
eine entwickeltere Vorstellung vorliegt, nach der auch Israel seinen Engel hat. ^rhm har., 
of. Ps 105 11 (Dtn 9s6). 10 imex«*, cf. Hos 9 10. *w inra% wörtlich: Und in der Ode, 
dem Geheul der Wüste, d. h. wo die Wüstentiere heulen. ^V* sonst nirgends; der Text 
scheint nach Ausweis der Versionen korrupt zu sein, doch ergiebt sich aus ihnen keine 
annehmbare Besserung. imaaD*" u. tna*ix*, cf. G-K § 58k. aao, seil, schützend, pia^ statt 
des Hithp. nur hier. Zu vrr yyvn cf. Ps 178. Obrigens lesen Sam LXX inas'Dv und 
ina^x">i. 11 vr *i«aa, cf. G-K § 155 f. g und über die Artikellosigkeit von ^va g 126 p. 
W, Sam LXX W*). Der Adler (? cf. Lexicon) stört sein Nest, d. h. seine Jungen auf, 
seil, zum Fluge, und schwebt dann über ihnen, nämlich, um sie auf seine Fittiche zu 
nehmen, wenn sie matt werden. Ebenso flirsorgend geleitet auch Jahve sein Volk. 
12 Tta, nur hier für sonstiges i-taV, erklärt durch Sa" 7*111. lana'*, seil, zum Ruheplatz, 
nach Kanaan. Dass Jahve dies allein that, wird hervorgehoben, weil daraus folgt, dass 
Israel keinem andern Gott Dank schuldete, dass es sich also durch die Verehrung anderer 
Götter (v. 16) verschuldet hat. Zu v. b cf. Jes. 43iif. ; zu naa h» 31 le. 18 "viitsa (QerS 



Dtn 3213-18. 117 

^*Er lätH »8 ^nherfahren auf d$n Höhen des Lande», ^apeiet es* thU den Früchten des 

Feldes^ 
läset es Honig aus Felsen saugen und öl aus kieselhartem Stein, 

^^ Sahne voti Rindern und Milch von Schafen, dazu Fett der Lämmer und Widder , 
der Basansstiere und der Böcke, dazu das NierenfeU des Weizens, 
und Trauhenblui * trinkt es\ feurigen Wein. ^** Jakob ass ufid wurde satt\ 
und fett ward Jeiurun, drum schlug es au«, 'ward fett und dick und feisf [f] 
und verstiess Gott, der es geschaffen, und verachtete den Fels seines Heils, 

'•'Es macht* ihn eifersüchtig auf fremde (Götter), durch Gräuel "reizt es* ihn: 

'*8ie opfern den Dämonen, die doch nicht Götter sind, Göttern, die sie nicht kannten, 
neuen, die jfingst erst aufgekommen, die eure Väter nicht gefürchtet. 

**An den Fels, der dich erzeugte, 'dachtest du nicht* und Tergassest den Gott, der 

dich geboren. 



"risai), cf. G-K § 95 o. "pM, Sam LXX pKrt. Zum ganzen Ausdruck cf. (Am 4i3) Jes58u. 
»Über die Höhen des Landes fahren« ist Bild für siegreiches Vordringen. Vdiri, Sam 
LXX in^'^air, cf. Jes 58 14. -nw, cf. G-K § 9311. inpn, Sam LXX irrpy«, poetischer Aus- 
druck für: er giebt ihm ein Land, in dessen Felsen die wilden Bienen Honig sammeln, 
den es geniessen darf. ^ix o^Vn, cf. Si.'S; auf den harten Felsen wachsen die das Ol 
liefernden Ölbäume. Also selbst die Stellen des Landes, von denen man nichts erwarten 
möchte, liefern die köstlichsten Gaben. 14 Die v. a genannten Dinge lässt er Israel 
»geniessen«, dieser allgemeine Begriff ist aus trrpa-«*« (v. 13) zu entnehmen. aVn, das Fett 
gilt als das Vorzüglichste; daraus erklärt sich auch nton n'^Va a?n, wo »das Nierenfett« 
bildliche Bezeichnung für das Vorzüglichste ist. d*'V«ki mit LXX mit Di^a zu verbinden, 
von aVn abhängig, ^va ^aa, Stiere cf. Am 4i. nrtvr>, die 2. pers. fallt auf, LXX inuv; 
vielleicht liegt ein Textfehler vor. "«n, nur hier, erklärende Appos. zu aay d-t. 

15 — 18 Israel vergass Jahve im Oberfluss und diente Dämonen und fremden 
Göttern. 15 Zu Anfang des Verses ergänze mit Sam LXX 9a«ri spr^ h2}r (LXX Vsir*), 
cf. 31 so. yi'^v, nur noch 335. S6. Jes 44s, ein von -^«r abgeleiteter Name Israels, der es 
als das »Redliche« bezeichnet, sodass sein Verhalten sofort als mit seinem Namen, dem 
sein Charakter entsprechen sollte, im Widerspruch stehend erscheint, isya^i, wie ein 
störrisches Tier. N»*) rrav, die 2. pers. ist auffällig; LXX Syr Vulg haben die 3. pers., 
wahrscheinlich ist der Text korrupt, r^vt, cf. G-K § 20 g. nnVic, eine erst in exilischen 
und nachexilischen Schriften sich findende künstliche Singularbildung zu d-h^k, cf. v. 17. 
*mvy, cf. G-K §155 f. ^r79r ^lac, cf. Ps8997, Gott als der Felsen, der, wenn man auf ihn 
baut, vor dem Untergang behütet. In 16—18 befremdet der Übergang in den Plur. und 
vom Ende des v. 17 ab in die direkte Anrede, die zunächst plur., "dann in v. 18 sing, 
ist. In V. 16 kann man die Punktation ändern ('i*%3p*, int'^Ta'*), v. 17—18 aber werden * 
Znsatz sein, wie v. 5—6. irotap*" und infn", cf. 4i4.S5. u^t und ntanr, Bezeichnung 
fremder Gottheiten, die Jahve verabscheut, cf. Jer285. 3is. Jes43i8 ("^t) und IIBeg23i3. 
Jes 44i» (na9*fr*). 17 vnv, cf. Ps 106s7 (sonst nicht), doch vgl. auch die tr^'yv Lev. 17?. 
m^M vk, cf. G-K § 152 a N. 2 und v. 15. Durch die Charakterisierung als Nicht-Gott 
wird angedeutet, dass ihnen dargebrachte Opfer unberechtigt sind, whtit, schwerlich 
s D*n«, da diese eben als Nicht-Gott bezeichnet sind, sondern heidnische Gottheiten. 
a^tpo, nicht örtlich, sondern dem Zusammenhang nach zeitlich, di^^tv, nur noch Jer2is. 
£z 2785. 32 10; andere deuten nach arab. Sa*ara «» kennen, was dem Parallelismus besser 
entspricht, aber an den übrigen Stellen nicht passt. Zur Charakterisierung der Götter 
als bisher in Israel unbekannter cf. 13?. 18 Gott als Schöpfer Israels wird teils als 
Vater (T^*), teils als Mutter (T^no) dargestellt, letzteres vielleicht, um die Innigkeit 
des Verhältnisses, das zwischen ihm und Israel bestehen sollte, noch stärker hervorzu- 
heben. *vts ist hier Bezeichnung Gottes, deren eigentl. Bedeutung vergessen ist. *vn 



118 Dtn 32i9— M. 

^^Als Jahve das sah, verwarf er (es) aus Unmut über seine Söhne und Töchter 
*^und sprach: Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen *untr sehen ^ welches ihr 

Ende ist: 
denn ein grundverkehries Geschlecht sind sie, Söhne^ auf die kein Verlass ist. 
" Sie erregten meine Eifersucht durch einen Kichtgott, reisten mich durch ihre nichtigen 

Oötsen: 
ich aber will ihre Eifersucht erregen durch ein Niehtvolkf durch eine gottlose Nation 

sie reuen, 
** Denn Feuer entbrannte durch meinen Zorn und flammte auf bis in die Tiefen der 

Unterwelt, 

* * es verzehrt die Erde samt ihrem Oewäehs, * * entstundet die Orundfeslen der Berge. 

*'7cA häufe Unglück über Unglück auf sie, 'uniT all meine Pfeile verschwende ich an 

ihnen. 
^(Sie werden) vom Hunger aufgerieben und von Fieherglut verzehrt und von giftiger 

Seuche, 
und den Zahn wilder Tiere lasse ich gegen sie los samt dem Gift der im Staube 

kriechenden Schlangen. 

könnte nur von rrv kommen» das es aber nicht giebt. Mit Sam {wer) ist wobl rm zu 
lesen (von noa, cf. 6-K § 75 b). 

19 — 42 Jahves Verbalten gegen das abtrünnige Volk. Zan&chst hat er es hart 
gestraft, indem er ihm seine Gnade entzog und es einem feindlichen Volk preisgab 
(v. 19—25). 19 Vior\ seil, seine Söhne und Töchter; doch ist *:*raat ^^aa von Dys ab- 
hängig. 20 Jahve selbst wird redend eingeführt, und seine Bede reicht bis v. 35 (da- 
zwischen findet sich allerdings ein Abschnitt, der nicht als Bede Jahves aufgefasst 
werden kann, v. 29—31, s. d.). rrrnDM, cf. 31i7.i8. hk^m, Sam LXX hidmi. Ihr Ende ist 
notwendig der Untergang, wenn Jahve sein Angesicht vor ihnen verbirgt, d. h. ihre Not 
nicht sehen und sie daraus nicht erretten will, nstnr, nur noch in Prv. 79M, nur hier 
statt naioM oder o-a^QK. Beachte den Gegensatz im Charakter Israels und Jahves, cf. v. 4. 
21 Die Strafe soll dem Vergehen genau entsprechen. Daher werden die Subjekte on 
und -aici betont vorausgestellt, um Israels und Jahves Thaten gegenüberzustellen. Dass 
in V. a Pielformen, in v. b Hiphilformen gewählt sind, ist wohl nur geschehen, um den 
Ausdruck zu verändern. Zu v. a« cf. v. 16a. 17 a; zu v. a^ cf. v. 16b (on^Van, wie rtayin 
Bezeichnung der Götzen, cf. Jer 819 etc.). w iiVa, dem ^m M^a entsprechend, ein Volk, 
das diesen Namen eigentlich nicht verdient, wie der Götze den Namen ^m nicht verdient. 
Gemeint ist das Volk der Chaldäer; dieses ist im Vergleich mit Israel unwürdig, ein 
Volk genannt zu werden, wahrscheinlich, sofern es nicht von einem lebendigen Gott ge- 
leitet wird Dafür spricht wenigstens die weitere Bezeichnung als ^aa "«v, d. h. als ein 
Volk ohne Gotteserkenntnis, cf. Ps74i8 Eifersüchtig wird Israel auf dieses Volk, wenn 
es sieht, dass es ihm vorgezogen wird. 22 Der Zorn Jahves wird verglichen mit einem 
Feuer, seine verderbliche Wirkung mit der der Feuersbrunst, die nicht Mos die Ober- 
fläche der Erde verwüstet, sondern die Erde bis in ihre tiefsten Tiefen durchglüht, "«iia, 
wohl nicht >in meiner Nase«, sondern »durch meinen Zorn«. Zu v. aie cf. Jer 15u. 
Vaicri und an^r\ Sam LXX ohne 1. Die Schilderung ist übrigens eine hyperbolische, 
denn thatsächlich wird nur Israel von Jahves Zorn heimgesucht. 28 Im Folgenden 
werden die Folgen seines Zornes teils bildlich, teils ohne Bild im Einzelnen ausgeführt. 
ntcM, eig. ich raffe zusammen über ihnen Übel, "«in, Sam LXX *acm. Jedes einzelne 
Übel ist gleichsam die Wirkung eines Pfeiles, cf. Ez 5i6 etc.; wenn er seine Pfeile ver- 
braucht, so bedeutet das, dass er alle Übel über Israel verhängt. 24 "n, von mt«, nur 
hier. Zum stat. constr. cf. G-K § 116 hl. 128 x. at:pi wohl noch von -onV abhängig. 
cfD*^, Glut, spez. Fieberglut, cf. Hab 36. "•*^'«"«, nur hier. Die ersten Worte stehen ausser- 
halb der Konstruktion und sind abhängig zu denken von einem »sie werden«, das der 
Lebhaftigkeit der Bede wegen ausgelassen ist. 25 ^aor>, seil, das Land als die Mutter 



Dtn 32 «5— 32. 119 

^DrauxBKH rauht die Kinder da» Schwert und drinnen der Schrecken, 

den Jüngling wie die Jungfrau, den Säugling wie den Silberhaarigen, 
^leh hätte geeagt: Ich will sie fortblasen, ihr Gedächtnis unter den Menschen auslöschen, 
*''wenn ich nicht Verdruss ron 'meinen Feinden ßirchtete, dass ihre Dränger es falsch 

auslegten, 

dass sie sprächen: Unsere Hand war siegreich, und nicht Jahve ist es, der all dies that. 
^Denn ein Volk sind sie, dem aller Rat abgeht, und keine Einsicht ist unter ihnen, 
'*Und nicht waren (sie weise *und* verstanden sie dies) und bedachten sie ihr Ende. 
""Wie könnte Einer Tausend verfolgen und Zwei Zehntausend in die Flucht schlagen, 

wenn nicht * * ihr Fels sie verkauft und Jahve sie preisgegeben hätte? 
*^Denn nicht wie unser Fels ist ihr Fels, so müssen selbst unsere Feinde urteilen. 
**2>Mt» vnm Weinstock Sodoms stammt ihr Weinstock und von den Gefilden Oomorras: 

ihre Trauben sind bittere Trauben, gallenbittere Beeren haben sie, 



seiner Bewohner, s^'nrrg, nach sonstigem m'^'o gebildet. ms-^M, die Schrecken erregenden 
Ereignisse. Die vier Übel: Hunger, Pest, wilde Tiere und Schwert sind wie hier (v. 24 
bis 25) zusammengestellt £z 14x1 ; einzeln werden sie auch sonst genannt. 26 — 88 Von 
der völligen Vernichtung hat Jahve nur abgesehen wegen der Bosheit des Heidenvolkes. 
26 T^^n» cf. 6-K § 106 p; in Wirklichkeit hat Jahve nicht so gesprochen. omMfeM cf. 
G-K § 58a N. 3. 75m m; die Bedeutung des Wortes ist nicht ganz sicher. Zu v. b cf. 
25 19. Vertilgung des Gedächtnisses ist Ausdruck ffir völlige Vernichtung. 27 a*^K, Sam 
■«anc; zu D99 mit folg. Genetiv cf. v. 19. man, dem Tone nach Perf. (nicht Part.). Jahve 
fürchtet, dass sie sich den Ruhm zuschreiben möchten; damit würden sie aber ihm den 
schuldigen Buhm entziehen, und das würde ihm Verdruss bereiten (beachte den Anthro- 
popathismus). 28 — 88 Das zu befürchten hat Jahve Grund, denn er kennt die Chaldäer 
als böses Volk. Meist bezieht man v. 28 fif. auf Israel und erst v. 32 ff. auf das Heiden- 
volk. Ein gewisses Becht dazu geben v. 29 — 31,^ in denen in der That am natürlichsten 
Israel als Subjekt zu nehmen ist. Aber gerade diese Verse unterliegen dem Verdacht, 
Zusatz zu sein. Zweifellos redet in v. 30 und 31, von denen v. 29 nicht getrennt werden 
kann, der Dichter, während vorher und nachher Jahve redet, ohne dass der Wechsel des 
Bedenden irgendwie angedeutet wäre (sonst wird Jahve ausdrücklich als der Bedende 
eingeführt durch ^¥rt v. 20, "^»ki v. 37). Dazu kommt, dass v. 28 doch am natürlichsten 
auf das Volk bezogen wird, von dem in v. 27 die Bede war, dass v. 32f. als Begründung 
für V. 28 vorzüglich passen, und dass der Anschluss von v. 32 an v. 31 kein glatter ist. 
Der Einschub zeigt wiederum die mahnende Tendenz, die für den Verfasser der Einlei- 
tung charakteristisch ist. nixy n^tc, cf. G-E § 93 qq. 128 x. rmn, die v. 27 genannten 
Feinde, vom Verfasser von v. 29 ff. aber wohl auf Israel gedeutet: Den völligen Unter- 
gang hätte Israel verdient, denn .... 29 MT: Wenn sie weise wären, würden sie 
dies einsehen. Doch lies mit Sam LXX n^'^av'n 'n^n m^i. mit, nämlich die Folgen ihres 
Abfalles. Sie hätten es merken und durch rechtzeitige Busse weitere Strafen abwenden 
können. 80 Schon die ersten Niederlagen mussten ihnen klar machen, dass Jahve zürnte. 
Ein einzelner (Feind) verfolgte tausend (Israeliten), cf. Jes 30 17. Zu -tmi, d*3« cf. G-K 
§ 1348. "'S K^ DM, wenn (es) nicht (der Fall wäre), dass; doch Sam LXX ohne '^. n^ya, 
cf. Jud 2u etc. 81 Die andere Erklärung nämlich, dass der Gott der Heiden über- 
mächtig war, ist ausgeschlossen. B*»Wt ir3"w% cf. G-K § 156b N. 1. d-^W, eig. Ent- 
scheider, d. h. sie müssen selbst diese Entscheidung (v. a) fällen, da ihnen die Über- 
legenheit Jahves Über die Heidengötter aus der Geschichte klar sein muss, cf. z. B. die 
Erfahrungen Sanheribs i. J. 701. 82 Nach der gewöhnlichen Erklärung ein zweiter 
Grund für die Unmöglichkeit, die Siege der Feinde anders als aus dem Zorn Jahves zu 
erklären: die Feinde waren zu böse, als dass er ihnen hätte günstig gesinnt sein können. 
Aber die Auffassung, dass das *s v. 32 dem von v. 31 parallel steht, ist nur eine im 
Notfall zulässige, und da hier andere Schwierigkeiten dazu kommen (s. ob.), ist sie zu 



120 Dtn 3288—89. 

^Draehengeifer igt ihr Wein und grausiges OUemgifi, 

**Ist das nicht bei mir aufgespeichert, versiegelt in meinen Laden 

^für "den Tag der Hache und der ' Vergeltung", für die Zeit, da ihr Fuss wanken soüf 

Denn nahe ist der Tag ihres Verderbens. und eilend kommt, was ihnen bereitet, 
^Denn Jahve wird seinem Volke Hecht schaffen und seiner Knechte sieh erbarmen; 

denn er sieht, dass (alle) Kraft geschwunden und Unmündige wie Mündige dahin sind, 
^'' Da wird er sprechen: Wo sind ihre OOtter^ der Fels^ zu dem sie flüchteten, 
^die das Fett ihrer Schlachtopfer assen, ihren Oussopferwein tranken? 

Mögen sie sieh aufmachen und euch helfen, * mögen sie* euch ein Schirm sein! 
^Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Oott neben mir ist. 

Ich töte und mache lebendig, ich zerschmettere und heile (wieder), 

und niemand kann aus meiner Hand reissen. 



verwerfen. V. 32 begründet v. 28. Wie Israel (Jes 5) werden auch die Chaldäer mit 
einem Weinberg verglichen ; aber die Beben sind schlecht und bringen daher nur schlechte 
Trauben, dto, Typus der Verderbtheit, caw, kollektivisch. •*ajj, cf. G-K § 20h. 88 d3*% 
der von ihnen (den Weinstöcken) gewonnene Wein ; dieser, d. h. die Thaten der Chaldäer, 
ist so verderbenbringend wie Schlangengift. 84—42 Die Bücksicht auf die Bosheit 
der Feinde und auf Israels Elend veranlasst Jahve, nunmehr sein Volk durch das Gericht 
über die Heiden zu erlösen. 84 Kin, zurückweisend, die Bosheit der Chaldäer. &as nur 
hier. Die Thaten der Menschen werden von Jahve gleichsam in einer Lade gesammelt 
und versiegelt (cf. Hos 13 is. Job 14 n), um beim Gericht als Beweismittel hervorgeholt 
zu werden. 85 Für "»h lies mit Sam LXX und dem Parallelismus mit nyV entsprechend 
w\ und statt oV« punktiere oW. on*»^ ist dann mit oinn (v. 34) zu verbinden. dVj-^ o'n^^, 
cf. G-K § 1551. Das Wanken des Fusses ist wohl nicht ein zufällig eintretendes Un- 
glück, das Jahve dann vergrössert, indem er als Bächer auftritt, sondern es ist von 
Jahve selbst bewirkt als Anfang seiner Bache, vni, cf. G-E § 145o. 86 r^", nicht 
richten = strafen, sondern durch Gericht von den Widersachern befreien. Die Chaldäer 
vollziehen zwar das von Jahve über Israel verhängte Strafgericht; trotzdem sind sie 
verdam mens wert, weil sie das Volk vernichten gegen Jahves Willen, und weil sie nicht 
als Werkzeuge Jahves handeln, sondern nach eigenem Begehr, cf. v. 27. Jes lOöff. Das 
Motiv Jahves ist die durch Israels Not (v. b) bewirkte Umstimmung gegen seine Knechte. 
Dnar% cf. G-K§29v. Zu v. a cf. Ps 135u. nl)T«, cf. G-K § 44 f. t», eig. Hand, die Fä- 
higkeit zu handeln, dkki, cf. G-K § 152s. airn *)ix9, der Eingeschlossene, Unfreie, und 
Losgelassene, Freie (unmündige und Mündige), Umschreibung für »jeder«, cf. 29 is. 87 
Diese Errettung Israels aus der tiefsten Not dient Jahve aber zugleich zur Bekehrung 
Israels, und nur dadurch ist seine Gnade innerlich gerechtfertigt. Ihre Not lehrt sie, 
dass ihre Götzen nicht zu helfen vermögen, ihre Errettung, dass. Jahve ein Helfer ist, 
dass er allein Gott ist. rcR, cf. G-K § 75u. 155 i. Zu v. b. cf. Ps 188. 88 *«m » ii, 
qui, cf. G-K §138e, nämlich ihre Götter, oder besser auf ^*rh» (v. 37) bezüglich, sodass 
mit V. b ein neuer Satz beginnt. "i^s^naT aVn, das Fett der von ihnen (den Israeliten) 
dargebrachten Opfer; ebenso C9'ca i*** (lies Dsoa '*^ mit Sam, da T^a sonst nicht vorkommt). 
i^sir und mar, cf. G-K ij 107 o. V. b, ironische Anrede, ^rr, Sam LXX i-n^, mögen sie 
über euch eine schützende Decke (n-nc nur hier) sein. 89 Sie helfen nicht, wohl aber 
Jahve : daraus ist zu erkennen, dass er der einzige und allmächtige Gott ist. Kin ««aii •an, 
cf. Jes 41 4. 4310.13. 48 12. Aus dem beigefügten '^137 dti^k t'm') (cf. 435.39) erhellt, dass 
gemeint ist, er sei allein Gott; Mtn steht also für o-^n^Kn, cf. auch Jes 43 10. 11. r*«»K ^an 
'lai, cf. ISam 26 (Hos 62h es handelt sich um Wiedererweckung eines gleichsam toten 
Volkes, nicht um Auferweckung verstorbener Individuen. Sa*) "Psrm, cf. Job 5i8. Hos 61. 
V'*s^ "»T« T*M*!, cf. Jes 43 13. Die letzten Worte enthalten eine Zurückweisung der Ansicht 
der Chaldäer, dass sie Israel nach Belieben vernichten könnten, zugleich aber auch als 
Oberleitung zum Folgenden den Gedanken, dass die Chaldäer seiner Bache nicht entgehen 



Dtn 3240—46. 121 

^Denn ich erhebe zum Himmel meine Hand und apreehe: So wahr ich ewiglieh lehe^ 
^^wenn ich mein bfiismdee Sehwert geechärfl und meine Hand zum Gerichte greifte 

will ich Rache Üben an meinen Drängem und mei$ien Haeeem vergehen, 
** Meine Pfeile will ich trunken machen von Blut, und mein Sehwert eoü Fleisch freneen^ 

vom Blut Erechlagener und Gefangener, vom Haupt der feindliehen Führer, 
** Preiset j Nationen, sein Volk! Denn er rächt das Blut seiner Knechte, 

und Bache übt er an seinen Drängern ttnd entsündigt 'das Land* seines Volkes. 

^^[ünd Moses kam und sprach alle Worte dieses Liedes dem Volke vor, er und 
*Jo8ua', der Sohn Nuns.] ^ünd als Moses mit all diesen Worten an gans Israel fertig 
war, ^* sprach er sa ihnen: Beherzigt alle diese Worte, mit denen ich heute Zeugen 
gegen euch anrufe[, die ihr euren Kindern anbefehlen sollt, damit sie alle Worte dieses 



können. 40 Denn Jahve will jetzt bald Gericht halten. Diese Ankändigung wird, weil 
sie dem Dichter die Hauptsache ist, in Form eines Schwures gegeben. Das Erheben 
der Hand zum Himmel ist gestus des Schwurs, zunächst bei Menschen, die damit Gott 
zum Zeugen und Bächer für den Fall des Eidbruches anrufen, hier in anthropopatbischer 
Weise auf Gott selbst übertragen, i** Mva, besonders beliebt bei Ez. tk'ryh "ssm *n, ge- 
wöhnlich (namentlich bei £z) einfacher ^a» ^n; die Beifügung von d^'tV weist noch aus- 
drücklicher auf die Unaufhebbarkeit der Yerheissung hin. 41 ''riav, zum Ton cf. G-K 
§ 67 ee. '^yn pna, eig. den Blitz meines Schwertes == mein blitzendes Schwert. Die 
Feinde und Hasser Jahves sind nicht die abtrünnigen Israels, sondern die Bedrücker 
seiner Knechte, cf. v. 35—36. 42 V. b ist Erklärung zu v. a, v. ha zu v. act, v. b^ zu 
V. a^. mavi, sofern auch die Gefangenen umgebracht werden, mr^t, unsicherer Be- 
deutung, wohl »Fürsten«, cf. Jud 58. «M*-a, parallel dem vro, daher formell nicht von 
VdMM abhängig, sondern von einem dem vsvh zu entnehmenden »es soll übersatt werden«, 
daher kein Grund zu der Annahme, wrt sei hier als Anführer zu deuten (weil am Haupte 
kein *^va sei). 48 Der Abschluss, in dem die Völker, natürlich abgesehen von den Cbal- 
däern und Israeliten, aufgefordert werden, Israel zu beglückwünschen, zeigt noch einmal, 
dass die Tendenz des Liedes nicht Warnung vor dem Abfall, sondern Verheissung der 
Begnadigung des bestraften Volkes ist. tra^tn, nur hier in der Bedeutung des Fiel. Zu 
solchem Glückwunsch werden alle Völker aufgefordert, nicht, weil Israels Errettung 
ihnen selbst zu Gute käme (das ist hier wenigstens nicht angedeutet), sondern die Auf- 
forderung ist lediglich poetisches Mittel, um die Grösse des Glückes Israels anschaulich 
zu machen, 'nai '^ti\ indem die Cbaldäer das Blut Israels vergossen, haben sie das Land 
Israels mit Blutschuld erfüllt (cf. 228), sodass dieses entweiht ist. Durch Bestrafung 
der Schuldigen wird diese Schuld beseitigt, das Land wieder entsündigt, cf. 19 13. 218.9. 
Mit Sam LXX lies ^ny mrtK. 

5) 82, 44—47 Nach dem gegenwärtigen Text bildet v. 44 den Abschluss zum 
Lied Moses, v. 45 — 47 den zu der Gesetzesmitteilung. Es scheint aber, als ob auch 
V. 45 — 47 ursprünglich sich auf das Lied bezogen; denn nhvm c^ia-in (v. 4. 5) kann sich 
nur auf die Mcm m^n ^*q-t (v. 44) beziehen, und auch -rra (v. 46) scheint auf das Lied 
zu gehen, cf. 31 19. si. 96. 28. Auch die Stellung des Abschnittes macht die Beziehung auf 
das Gesetz unmöglich. Der Abschnitt ist aber wie 31s4ff. umgedeutet, sodass er sich 
jetzt auf das Gesetz bezieht, eine ümdeutung, die aucb v. 44 in LXX vollzogen ist 
durch Änderung von rv?rv in n*iiK V. 44 scheint Wiederholung von 31 so zu sein, wie 
LXX vor V. 44 auch 31 n wiederholt; die Erwähnung des Josua wird auf dieselbe Hand 
zurückzuführen sein, die in 31 19 den Plural herstellte. Der ursprüngliche Kern von 
V. 45 — 47 ist wohl vom Verfasser der Einleitung 31 leff. geschrieben. 44 Nach 31 ao ist 
das HOT) verspätet, der Vers schon darum nicht ursprünglich. To^r%\ Sam LXX tiv^tti. 
45 nWi D^a-m, die Worte des Liedes. 46 Der Mitteilung des Liedes, das hier wieder 
wie in der Einleitung als warnendes aufgefasst ist, fügt Moses noch eine Mahnung an, 



122 Dtn 32*7—52. 

Gesetzes beachten 'and* befolgen]. ^*Denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern 
darauf beruht euer Leben [, und durch (Befolgung) diesfes) Wort(e8) werdet ihr lange 
leben in dem Lande, zu dessen Besetzung ihr den Jordan überschreiten werdet]. 

'^'Axi eben diesem Tag^ sprach. Jalive zu IMoses: ^Steige auf 
das Abarimg^birg'e liier, auf den !Berg* IQ'ebo, der im Lande Moab gegenüber 
Ton Jericho liegt, und besieh, dir deuB Uand l^anaan, das ich den Kindern 
Israel [zum Desitz] geben wilL ^I>ann sollst du auf dem Serge, auf 
den du hinauflsteigst, sterben und zu deinen Verwandten versammelt 
werden, wie dein Bruder Aaron auf dem Serge Hör gestorben \ind 
zu seinen Verwandten versammelt ist, •'weil ihr euch inmitten der 
Kinder Israel beim Uaderwasser von Kades in der 8tepx>e Zän gegen 
mich vergangen habt, well ihr mich inmitten der Kinder Israel 
nicht als den Heiligen erachtet habt. "Denn nur von gegenüber 
sollst du das Jjand sehen, aber nicht dahin kommen, in das Land, das 
ich den Kindern Israel geben werde. 



es zu beachten, unter Hinweis auf die Bedeutung desselben für den Fortbestand des 
Volkes, -rra *aa» *ivm, eig. : von denen gilt, ich mache heute zum Zeugen, seil, den 
Himmel und die Erde, d. h. durch die ich heute Zeugen gegen euch anrufe. Y. b wohl 
dtnster Zusatz, cf. 67. 11 19. r^vyh, Sam LXX rior^i. 47 p"^ ^"f, ein Wort ohne innere 
Kraft. DM, eig. weg von euch, d. h. so, dass es euch nichts anginge. Hin, das, was ich 
gesagt habe, virtuell Aufnahme von n^icn D*^iann. oa^n Min, es ist für euch identisch 
mit dem Leben, sofern Festhalten an ihm Bewahren des Lebens bedeutet. Y. b formel- 
hafter Zusatz. 

6) 82, 48—52 Moses erhält den Befehl, auf das Abarimgebirge, speziell den 
Berg Nebo, zu steigen, um von dort Kanaan zu überblicken und dann zu sterben. — 
Das Stück bildet eine Parallele zu 327 und ist zweifellos F^ zuzuweisen, der damit den 
Abschnitt Num 27i2— u wieder aufnahm, nachdem Num 28 ff. in P eingeschoben waren. 
Bei Px stand Dtn 3248ff. wohl unmittelbar hinter 1 sa. — 48 r,m s-nn osya, cf. Gen 7 is 
etc. (P). Gemeint ist wahrscheinlich der Isa angegebene Tag. 49 cf. Num 27 12. Ab- 
weichend ist nur 1) ini-« — laa *in, cf. 34 1. laa "^n bestimmt genauer, auf welchen von 
den Gipfeln des Abarimgebirges, bei D* n»r, cf. 327, Moses steigen soll. Die beiden 
Belativsätze, die die Lage des Nebo angeben, sind in der Anrede an Moses überflüssig 
und wohl als geographische Glossen zu streichen (beachte aims pica, wie l5; P schreibt 
sonst Va Ma-iya, Num 22 1 etc.); 2) rrnnh (fehlt LXX), cf. Lev 14 S4 etc. (P). 50 cf. Num 
27 18. W91 und tpicm, cf. G-K § 110 c. inn ina, cf. Num 20 22 etc. (P). 51 cf. Num 27 u. 
utAtOj cf. Lev 5 15 etc. (P). -jina statt des bei D gebräuchlicheren a'^pa, cf. Num 58 etc. 
(P). 52 'iai pKn ^M fehlt LXX und ist wohl nur erklärende Glosse zu ntav. Der Yers 
ist in P ohne Parallele. 

7) 88, 1—29 Der Segen Moses. Überschrift (v. 1); Einleitung (v. 2—5): Schilde- 
rung einer Theophanie (v. 2), der Rest (v 3—5) fast unverständlich. Segenssprüche über 
die einzelnen Stämme (v. 6—25). Schluss : Jahve ist ein unvergleichlicher Gott ; Heil Israel, 
das ihn zum Helfer hat (v. 26 — 29) ! — Das Kapitel ist ein Stück, dessen Herausnahme aus 
dem Dtn keine merkbare Lücke hinterlässt, also vielleicht erst nachträglich hier ein- 
gefügt als Abschiedswort Moses, jedenfalls keiner bestimmten Quelle zuweisbar. Die 
Sprüche über die einzelnen Stämme sind nur z. T. Segenssprüche ; die meisten schildern 
die Lage des betreffenden Stammes, wie sie sich gegenwärtig gestaltet hat. Die so 
vorausgesetzte Gegenwart ist nicht die unmittelbar vor dem Tode Moses, cf. v. 6. 7 etc., 
sondern eine viel spätere und zwar in einigen ziemlich sicher die Zeit Jerobeams IL, 
sodass die Sprüche wahrscheinlich sämtlich zu seiner Zeit entstanden sind ; beachte auch 
das Fehlen eines Spruches über den damals untergegangenen Stamm Simeon (doch cf. zu 
V. 7). Dafür spricht auch, dass unsere Sprüche z. T. deutlich jüngeren Ursprungs sind 



Dtn 33 1—3. 123 

33 ^Dies üt der Segen^ mit dem der Gottesmann Moses die Kinder Israel vor 
seinem Tode segnete. *Er sprach: 

Jahve kam vom Sinai und glänzte ihnen auf von Seir, 

strahlte auf vom Gebirge Paran und kam von 'Meribath* Kadei. 

7m seiner Rechten 

' Und liebend 'hegte* er 'sein Volk\ alle seine Heiligen waren in 'seinen Händen, 
und sie 



als die des Jakobsegens Gen 49 (cf. die Einzelerklärung). Entstanden sind sie im Nord- 
reicb, denn Ephraim gilt als der Königsstamm, und v. 7 wird die Bfickkehr Judas zu 
Israel gewünscht (nicht umgekehrt die Rückkehr der übrigen Stämme zu Juda). Ein- 
leitung und Schlnss scheinen von anderer Hand geschrieben zu sein. Der Übergang von 
V. 5 auf V. 6 und von v. 25 auf v. 26 ist ein unvermittelter; dazu kommt, dass der In- 
halt der Einleitung und des Schlusses nicht in Beziehung zu den von ihnen eingerahmten 
Sprüchen steht. Die Verknüpfung scheint eine ganz äusserliche zu sein: an die Er- 
wähnung der »Stämme Israels« v. 5 schliessen sich die Sprüche über dieselben. Y. 26if. 
schliessen gut an v. 5 an, sodass zu vermuten ist, dass die Sprüche nachträglich in 
einen Psalm eingefügt sind, der aus v. 2— 5. 26—29 gebildet wird. Dieser Psalm scheint 
nachexili sehen Ursprungs zu sein. Er wurde wohl wegen der Bezugnahme auf die Ge- 
setzgebung (v. 4} hier eingefügt, vielleicht gleichzeitig mit der Aufnahme der alten 
Sprüche v. 6—25. Der Text ist namentlich in v. 2—3 stark beschädigt; eine genügende 
Verbesserung gelingt auch mit Hilfe der Versionen nicht. Zu vergleichen sind: Graf, 
der Segen Moses 1857; Volck, der Segen Moses 1873: v. d. Flier, Dtn 33, 1895; Stade, 
Gesch. Isr. I S. 150 ff. 

1 D*n^»n «TK, gewöhnlich Bezeichnung eines Propheten, wird von Moses auch 
Jos 146. Ps 90i gebraucht. 2—5 Erster Teil des Psalms. 2 beschreibt eine Erscheinung 
Jahves. Er kommt vom Süden her, vom Sinai, von Seir, von Paran und von den v^ raa*^. 
Da die zuerst genannten Orte nur die Richtung, aus der Jahve kommt, bestimmen, nicht 
den Ausgangspunkt genau angeben sollen, lässt sich die Stelle nicht als Beweis dafür 
verwerten, dass der Sinai im Gebirge Seir lag (sowenig wie eine Verlegung des Gebirges 
Paran in das Gebirge Seir möglich ist). Zu 'pMfe, cf. li, zu pm nn Hab 38. vn}^ naa-« 
passt in den Parallelismus mit den vorher genannten Orten nur, wenn es gleichfalls 
Bezeichnung eines Ortes ist. Also wird v^ ^Wp, zu lesen sein, cf. 32 5i (auch LXX 
liest wenigstens vyj), MT wäre allenfalls zu deuten: von den heiligen Myriaden her, 
d. h. aus der Versammlung der Engel, die ihn im Himmel dienend umstehen (Sam LXX 
lesen lfm, und bei ihm sind einige von den heiligen Myriaden), mn und r-Ein, cf. Hab 
34. yiah ^ wS ist ohne Beziehung, » ^^ kann es als dat. ethicus aufgefasst werden, cf. 
G-K § 103 f. Note 3, 119 s; aber ein solcher hat hier keinen rechten Sinn, die Richtigkeit 
des Textes erscheint mir daher zweifelhaft. Zu v. a ist besonders Hab 33 a. 4 a zu ver- 
gleichen, z. T. auch Jud 54. Ps 688. V. b ist unerklärlich. Ket. hat n-nim, Qere rn «^; 
ersteres ist unverständlich, letzteres wäre zu übersetzen: zu seiner Rechten ist ihm (oder für 
sie) Feuer des Gesetzes, wobei n-r, ein persisches Lehnwort, sehr auffällig wäre, während v« 
überhaupt keinen Sinn ergäbe. LXX (ix cffltcOv uvrov ayyfloi fAtr* avroC) scheint geraten 
zu haben. Dillm. konjiziert r^^ rM: zu seiner Rechten war ihm brennendes Feuer. — 
Der Zweck der Erscheinung Jahves ist nicht angegeben, scheint aber nach v. 26 ff. die 
Errettung Israels aus der Gewalt von Feinden zu sein. 8 Der gegenwärtige Text ergiebt 
keinen Sinn ; wörtlich wäre zu übersetzen : Ja, er hegt Völker, alle seine Heiligen sind 

in deiner Hand, und sie [^r könnte nur von nsM perf. pual sein; doch ist ein 

Verbnm nsM unbekannt] . . . deinem Fusse, er nimmt von deinen Worten, aan (cf. G-K 
§ 116 s), viell. a^n zu lesen, nur hier. 0*%:?, LXX i«?; also v. aic viell. : und er hegte 
(liebte) sein Volk, "^-ra, der Übergang in die Anrede befremdet; Luc (inl ritg x*i(>ng 
auiov) las T-r*a. »Seine Heiligen« sind dann wohl die Israeliten als die ihm Geweihten. 



124 Dtn 334-7. 

^[Ein Gesetz hat une Mose» verordnet,] .... Erbhesüz (ist) die Gemeinde Jakobs. 
* Und er ward in Jesurun König, als die Häupter des Volkes sich versam* 

fneUen, insgesamt die Stämme Israels, 

^ Es lebe Ruhen utid sterbe nicht, dass seiner Männer wenig würden. 
^ Und dies ist (der Segen) über Juda; er sprach: 

Höre^ Jahve, Judas Stimme, und zu seinem Volk bringe ihn; 

mit * deinen Händen 'streite' für ihn, und sei ihm Hilfe vor seifien Drättgern, 



^pMia-w, wohl von n^an s= Aussprnch (nur hier). Subjekt zu «tt wohl "wj; also: es nimmt 
(empfangt etliche) von deinen Aussprüchen (erhält Offenbarungen von dir?). 4 V. a, wo 
jemand im Namen des Volkes in der 1. pers. redet, während sonst von Israel in der 
3. pers. gesprochen wird, scheint exegetische Glosse zu *T'*^*)3-na mr (v. 3) zu sein. V. b, 
wörtlich : ein Erbbesitz ist die Gemeinde Jakobs, scheint nach v. 3 a den Gedanken aus- 
drücken zu sollen, dass Israel der Erbbesitz Jahves ist, den er gegen die Feinde ver- 
teidigen will. Die gewöhnliche Erklärung bezieht nvhi« auf n-^^r und fasst p^np als 
Dativ, indem das h von ta^ nachwirken soll (ein Gesetz gab uns Moses als Erbbesitz für 
die Gem. J.); oder man lässt iv/ym als zweites Objekt von vor (v. 3) abhängen: es 
empfängt Erbbesitz (seil. Kanaan) die Gem. J. n«*v»9 nur bei £z und P (Ex 68). n^np 
nur noch Neh 5?. 5 "«m, entweder ist Jahve Subj.: und er wurde in Jeiurun König, 
nämlich am Sinai am ^npn or (9io); oder »und es erstand in J. ein König (Saul), als 
etc.« (nämlich bei der Versammlung von ISam 8 ff.). Erstere Fassung passt besser in 
den Zusammenhang, soweit ein solcher überhaupt erkennbar ist; denn dieser scheint den 
Gedanken zu enthalten: Jahve kommt seinem Volk zu Hilfe, denn er liebt sein Volk, 
das sein Eigentum ist, und über das er als König herrscht. p*^v*, cf. 32i6. 

6 — 25 Sprüche über die einzelnen Stämme. Jeder derselben trägt die Über- 
schrift: »und über N. N. sprach er«. Nur vor v. 6 fehlt eine solche, vor v. 7 zeigt sie 
eine abweichende Form, und die Sebulon geltende leitet auch den Spruch über Issa schar 
ein. Die Anordnung der Stämme weicht von der gewöhnlichen, wie auch von der Gen 49 
befolgten, ab. Zunächst werden die in Bedrängnis befindlichen Stämme behandelt 
(v. 6-7), dann die übrigen, und zwar zunächst die, zu denen Jahve in engerer Bezie- 
hung steht (v. 8-12), dann der Königsstamm (v. 13—17), endlich die andern ohne er- 
kennbares Anordnungsprinzip (v. 18—25). Über das Verhältnis zu Gen 49 im Einzelnen 
cf. unten. 6 Buben. "ied& kann nicht eine grosse, sondern nur eine kleine Zahl be- 
deuten. Als Wunsch gefasst, würde v. b besagen: seine Männer mögen wenige werden. 
Da die Deutung »es mögen wenigstens einige übrig bleiben« nicht wohl möglich ist, so 
ist *m nach G-K § 1091 zu erklären. Bleiben nur wenige Männer übrig, so ist der 
Stamm als solcher tot, da sie keinen eigenen Stamm mehr bilden können; daher der 
Wunsch V. a, der voraussetzt, dass Buben dem Untergang nahe ist. In dem Gebiet, 
das nach Jos 13i5ff. Buben gehörte, wohnen schon zur Zeit MeSas (± 860) nur noch 
Gaditer und Moabiter; Buben scheint also damals bereits völlig unbedeutend gewesen 
zu sein. 7 Juda. na?, Israel, zu dem auch Juda eigentlich gehören sollte. Der Spruch 
giebt nordisraelitische Anschauungen wieder cf. ob. i^ 31 v*r lässt sich so erklären, dass 
man I'^t als zweites Subj. auffasst nach G-K § 144 ni (mit seinen Hfinden hat er für es, 
Israel, gestritten) ; doch ist wohl nach dem Parallelismus 1^ a***^ ^'«t (mit deinen Händen 
streite für ihn; auch Sam liest sr^) zu lesen. Der Spruch setzt voraus, dass Juda von 
den übrigen Stämmen getrennt ist (d. h. er setzt die Zeit nach der Beichsteilung vor- 
aus), und dass er bedrängt ist (welche Bedrängnis gemeint ist, lässt sich nicht sagen; 
man kann z. B. auf IIBeg 12i8ff. verweisen, auch der Sieg über Edom IIBeg 14? kann 
der Abschluss einer Bedrängnis durch Edom gewesen sein). — Ohne rechten Anhalt im 
Text beziehen einige v. 7 a auf Simeon (statt auf Juda), indem sie in tsv eine Anspielung 
auf y\rtsv finden. Den Jndaspruch sehen sie dann in v. 7 b und v. 11 s. d.; so s. B« 



Dtn dds-ii. 126 

* Und über Lern sprach er: 

Deine Tummim und deine Urim gehären dem^ der dir ergeben iet^ 
den du erprobt bei Maesa^ *und* für den du gestritten am Haderwaeeer, 
*der von seinem Vater und seiner Mutter sagte: Ich sah sie nie, und der seine 

Brüder nicht ansah und seine Söhne nicht kannte. 
[Denn sie bewahren dein Wort, und dein Gesetz halten sie, 
^^Sie lehren Jakob deine Rechte und deine Weisung Israel; 

sie bringen RUueherwerk in deine Nase und Öamopfer au/ deinen Altar,] 
*^ Segne, Jahve, seinen Wohlstand. und lass dir seiner Hände Werk gefallen; 
zerschmettere *die Hüften seiner Gegner* utid seiner Hasser, dass sie sich"^ nicht 

(wieder) erh^en. 



HeilpriD, Historical poetry of the ancient Hebrews. 8 — 11 Levi. 8 Levi wird bezeichnet 
als "^-ron «tm; da der ganze Stamm gemeint ist, ist 9*sc kollektivisch zu deuten. Streitig 
ist die Fassung des '^-ron. Ist es Genetiv, wie die Artikellosigkeit von «tm nahelegt, so 
ist damit allenfalls Moses gemeint, sodass vm die Angehörigen des t^dh bezeichnet. 
Aber einerseits ist die Bezeichnung Moses als "«"^ i'^crr eine zu wenig leicht verständ- 
liche; andererseits müsste dann v. 9 nach dem nächstliegenden Verständnis auch auf 
Moses bezogen werden, was nicht wohl angeht. Ist yrvrt Apposition zu vk (sie gehören 
Männern, dir Ergebenen) so ergiebt sich ein leichteres Verständnis des Ausdruckes und 
auch V. 9 kann von dem Stamm Levi gedeutet werden. Diese Fassung wird also den 
Vorzug verdienen. Aber v. b bleibt in beiden Fällen unerklärlich. Denn weder bei nco 
(Ex 17«. 7), noch bei na-no -« (Ex 17?. Num 20 is) ist der Stamm Iiovi hervorgetreten, 
und auch Moses und Aaron, die ihn repräsentieren könnten, haben sich dort nicht als 
Ten bewährt (Num 20 is); auch wird dabei nicht erzählt, dass Jahve Moses oder Levi 
auf die Probe stellte. T'^^mi '7*'or, cf. Ex 2830 (gewöhnlich in umgekehrter Beihenfolge). 
ina'^-^r, Sam inat-^ni, sicher nicht »den du bekämpftest«, sondern »für den du kämpftest«. 
9 charakterisiert Levi als einen Stamm, der im Gehorsam gegen Jahves Wort alle mensch- 
lichen Rücksichten aufgab. *!i9iin kann perfektisch sein, cf. G-K § 116d ; im Zusammenhang 
mit v.9b 10 aber müsste es etwas sich immer Wiederholendes bezeichnen, s. u. tm'^io, nach 
^^ax als dem genus potius konstruiert, cf; G-K § 146 e. Die Verba wollen natürlich nicht 
besagen, dass Levi seine Verwandten nie gesehen habe, sondern dass er sich durch den Blick 
auf sie nicht von andern Pflichten abhalten Hess. In v. b und 10 steht plnr. Prädikat; sie 
werden darum vielleicht späterer Zusatz sein. Der Wechsel von Per f. und Impf, zeigt, 
dass hier aufgezählt wird, was die Leviten immer thaten, cf. G-K § 106kl. V. 9b 
')^S3'*, cf. G-K § 19c, giebt den Grund dafür an, warum die Leviten ihre Verwandten 
nicht berücksichtigen ; es entsprach das ihrem Festhalten an Jahves Geboten , wie es 
sich im Einzelnen in der pünktlichen Erfüllung der Berufspflichten erweist (v. 10). Zu 
diesen gehört 1) die Thoraerteilung, hier bestimmter die Belehrung über die trtsEVQ, cf. 
17iof. 3l9if. 2ftff.; 2) der Opferdienst, von dem speziell die r^'^ (nur hier für sonstiges 
nitsp) and das V-^a (cf. IjCv Is) hervorgehoben werden. Ersteres ist doch wohl wie gewöhnlich 
das Weihrauchopfer. Da dies erst ziemlich spät im Kultus an Bedeutung gewinnt, spricht 
seine Erwähnung als einer der Hauptarten des Opfers für ziemlich späte Einschaltung von 
V. 9b— 10. Ohne Zweifel hat aber hier der ganze Stamm das Priesterrecht, cf. lOsf. 
ISiff., der Zusatz stammt also aus der Zeit vor P. — Ist nun v. 9b — 10 Zusatz, so kann 
V. 9 a schwerlich ein dauernd bewiesenes Verhalten Levis ausdrücken, vielmehr machen 
die Perfekta wahrscheinlich, dass es sich um ein einzelnes Faktum handelt. Welches, 
das ist nicht angedeutet. Es ist möglich, dass auf Ex d286ff. angespielt ist; doch passt 
dazu die Erwähnung von Vater, Matter und Kindern nicht ganz. So muss die Möglich- 
keit zugegeben werden, dass, wie in v. 8 b, so auch in v. 9 a auf uns unbekannte Tradi- 
tionen angespielt wird. 11 Fortsetzung zu v. 9 a. Augenscheinlich erfährt der Stamm 
Anfeindungen, vermutlich von solchen, die ihm das Priesterrecht streitig machen, die 



« • 



126 Dtn ddis-i7. 

^*Und^ über Benjamin »praeh er: 

(Er istj der Liebimg Jahves^ der in SieherheU wohni 
*ttnd* er behütet ihn aliezeä und wohnt twieehen seinen Berghängen, 
**Und aber Joeeph epraeh er: 

Van Jahve gesegnet ist sein Land 

mit dem Köstlichsten, was vom Himmel 'droben kommt und aus der Meeresflut, 

die drunten lagert, 
^*mit dem Köstlichsten^ was die Sonne hervorbringt, und mä dem KösUiehtien, was 

die Monde sprossen lassen, 
^(mit dem, was kommt) vom Gipfel der uraUen Berge, uful uUt dem Köstlichsten 

der ewigen Hügel, 
^^und mit dem Köstlichsien der Erde und ihrer Fülle, und dem Wohlgefallen dessen, 

der 'auf dem Sinat wohnt. 
'Sie mögen kommen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Gekrönten 

unter seinen Brüdern, 
"^tfin erstgeborener Stier ist hoheitsooll und Büffelhömer sind seine Homer: 
mit ihnen stösst er Völker nieder, alles zumal (bis an) die Enden der Erde, 
Das sind die Zehntausende Ephraims und das die Tausende Manasses. 



• > 



xrvr und a'niK auch für sich in Ansprach nehmen. Wenn Jahve gebeten wird, diese 
Feinde zu vernichten und Levi Kraft zu geben, so ist ^ti wohl auf die Kraft in der 
Verteidigung der Rechte zu beziehen, rar», Sam LXX besser "^am. ya = sodass nicht, 
cf. G-K § 165 b. — Der Spruch setzt eine Zeit voraus, in der der Stamm andern gegen- 
über um das alleinige Recht zur Ausübung des Priesteramtes kämpft. Die älteste Spur 
solcher Kämpfe findet sich Num 16 (Aufstand Dathans und Abirams, cf. v. 15). Ohne 
genügenden Anlass sagt man, dass v. 11 von Levi nicht zu verstehen und darum ur- 
sprünglich ein Spruch über Juda gewesen sei, der auf v. 7 b folgte; cf. zu v. 7. 12 Ben- 
jamin, der Stamm, in dessen Gebiet Jahve wohnt. ^v^aaV, Sam LXX aV% wie v. 8. 13 etc. 
1-^9 1° fehlt Sam LXX. v^n, Sam LXX E)cn\ ^"^ -r-n ist Benjamin, sofern Gott ihn 
immerdar (orn ^s, Gen 65 etc.) behütet (eig. eine schützende Decke auf ihm bildet; ncn 
h9, nur hier) und zwischen seinen Bergabhängen (zu Eira cf. Num 34 u) wohnt, d. h. seinen 
Tempel hat. Jerusalem liegt im südlichsten Teil des Stammgebietes Benjamins, cf. Jos 
18m. Darum wohnt der Stamm auch in Sicherheit. Da Jahve als Subj. zu e)sn nur 
schwer zu erkennen ist, scheint der Text verderbt zu sein; ist statt rV» 1^ 71^9 =3 der 
Höchste zu lesen (dann natürlich Ptrt ohne 1)? 18—14 Joseph, die Zusammenfassung 
von Ephraim und Manasse, cf. v. 17 b. 18 *'"'• ro^om, cf. G-K § 1161; das von ny\» ab- 
hängige 1« giebt den Grund an, aus dem das Land ein gesegnetes genannt werden muss, 
im Deutschen freier wiederzugeben durch »gesegnet mit«, tj», nur hier, v. 14—16. Gnt 
4 13. 16. 7 14, im Cnt stets köstliche Früchte, so wohl auch hier. Diese spendet der 
Himmel, sofern von ihm Tau und Regen kommen, die ainr, cf. Gen 49x5, sofern die 
Bäche aus ihr entströmen, die das Land fruchtbar machen. Zu den Ausdrücken 
cf. Gen 49 25; danach wird statt ^tm dem Parallelismus entsprechend W9 zu 
lesen sein. In snnno ist y^ das des Ausgangspunktes; im letzten Grunde verdankt das 
Land seine Früchte auch der unter der Erde befindlichen Flut, aus der die Flüsse hervor- 
quellen, cf. zu 87. 14 v^, nur hier, dem nmar entsprechend, das was die Monde hervor- 
treiben at wachsen lassen, indem sie den Tan spenden, wie die Sonne das Licht. Gen 
4985 hat wx^^ trro ro-u, vielleicht durch Verderbnis entstanden: vmv aus trrt und Dn-> 
aus D^'^-. 15 viTQi, kurz fßr «tno ^vm -t3«m\ Im Übrigen cf. Gen 49i6. 16 ttkWi, wohl 
nicht mehr von i»» abhängig, sondern n» parallel von p abhängig, nao "«sav, cf. G-K 
§ 901. nao, cf. Ex 38—4 (Wellh. Prol.' 354 denkt wohl richtiger an *ax). nmaP, sweiffellos 
verschrieben aus naicar; Subj. sind die in v. 13 b— 16 a genannten Dinge. Sonst cf. Gen 
49Mb. 17 V. a handelt speziell von Ephraim, dem Erstgeborenen Josephs. Dies war 



Dtn 3ä]8-2i. m 

^^Und über Sehulon fpraeh er: 

f^eue dichy Selmlan, deines Auetuys, und du, Issanchar, deiner Zelte. 
^^8ie laden Völker zum Berg, dort opfern sie rechte Opfer; 
denn den tiberretehen Ertrag der Meere saugen sie und die verborgensten Schätze 

des Sandes, 
^Und über Gad eprach er: 

Gepriesen sei, der Gad Raum schafft. 

Wie eine Löwin lagert er sich und zerreisst Arm und Scheitel. 
MJV ersah sieh den Erstlingsanieil, denn dort war ein Führerbesitz verborgen [f], 
*Doch mit* den Häuptern des Volks voüetreckte er Jahves Gerechtigkeit und seine 

Gerichte mit Israel, 



Ephraim zwar nicht darch Gebart, aber doch durch den Segen Jakobs geworden, cf. Gen 
48 uff. Bildlich wird er als Stier (tert. comp, die Pracht) oder ßQffel (tert. comp, die 
Kraft) bezeichnet, t^ — inaa, cf. G-K § 143a. iitv *i^9a, eig. der Erstgeborene seiner 
Stiere (*viv kollektivisch), nämlich der von Joseph abstammenden. Dna (auf das fem. Trf 
bezflglich) cf. G-K § 135 o. i^m besser gegen die Accente zum Folgenden zu ziehen. 
7*ui ^CM, parallel mit traf a die bis ans Ende der Welt hin wohnenden Völker, cf. Ps 
28 etc. Der hyperbolische Ausdruck will besagen, dass Ephraim Kraft hat, alle Völker 
zu überwinden, nm 1°, Sam LXX on, mit Emphase gesprochen = das oder solche, d. h. 
so reich Gesegnete. — Der Spruch setzt nicht nur voraus, dass Ephraim der Königs- 
stamm ist, sondern auch, dass er in ungeschwächter Kraft dasteht. Er kann darum 
nicht aus der Periode der Syrerkriege erklärt werden, sondern nur aus der Zeit Jero- 
beams II., der die Syrer besiegte, das Ostjordanland zurückeroberte und Israel eine neue 
Blütezeit verschaffte (cf. II Beg 14a3ff.), während unmittelbar nach seinem Tode das 
Beich dem Untergang entgegenging. 18—19 Sebulon und Issaschar. Die Über- 
schrift nimmt nur auf Sebulon Bezug, ist also wohl {wie auch die andern Überschriften) 
von dem Sammler, nicht vom Verfasser der Sprüche beigefügt. Beide Stämme werden 
auch Gen 49 is — 16 in derselben auffälligen Anordnung behandelt, und auch dort wird 
auf Sebulons Seefahrten und Issaschars Bleiben im Lande hingewiesen. 18 TMna, seil, 
auf den Schiffen. T^niia, in denen du so behaglich wohnst, Gen49i6. 19 *tn, accus, auf 
die Frage wohin? Welcher Berg gemeint ist, ist nicht gesagt und auch nicht zu er- 
raten. (Vielfach denkt man an den Tabor.) Jedenfalls aber ist ein Berg mit einer be- 
rühmten Kultosstätte gemeint, wo die beiden Stämme Feste feierten, zu denen auch 
fremde Völker geladen wurden, wohl Angehörige solcher Völker, die auf Handelsfahrten 
hier landeten (möglicherweise fand bei dieser Gelegenheit eine Art Messe statt, cf. Graf 
S. 56). px ^nsT, eig. rechte Opfer, wohl in rechter Gesinnung dargebrachte, nämlich 
zum Dank für den Beichtum, der ihnen zu teil wird. 7Bv, nur hier, sonst nitv; die 
Handelsobjekte, die ihnen das Meer in überreicher Menge zuführt, hm ^rraa ^tv, die 
verborgenen der Schätze des Sandes a* die verborgensten (cf. G-K § 133 h) Seh. d. S., 
z. B. Fische, Purpurschneoken, Schwämme, Glas etc. Die Deutung ist unsicher, da der 
Text nicht fest steht ("in, LXX i^oli&Qivaovatv, "wv, nur hier statt "^tc, LXX ifino^, 
h'^n *inaOj LXX nagdUor xaroueouvrwr). 20—21 Gad. 20 '^i armo ist Jahve, der Gad 
aus der Enge, Drangsal, herausgeholfen hat, cf. Gen 49 is. Wahrscheinlich ist angespielt 
auf die Befreiung des Ostjordanlandes von der Syrerherrschaft, II Beg 1486ff. Die auch 
Gen 49 19 hervorgehobene Wehrhaftigkeit des Stammes Gad wird hier unter dem Bilde 
eines Löwen geschildert, der jeden Angreifer zerreisst, cf. Gen 499. 21 Mnm% Erstlings- 
anteil, seil, am Lande, wie das Folgende zeigt, cf. Num 32. ^^prn^ hier nicht der Kom- 
mandostab (Gen 49 lo), sondern der Kommandierende, der Führer, cf. Jud 5u. pto, nach 
ppRta konstruiert, cf. G-K § 146 a; die Bedeutung »verborgen, aufbewahrte ist unsicher, 
der Text vielleicht korrupt (LXX ffUQia&ii). Der Sinn der Begründung soll wohl sein: 
weil das Ostjordanland ein Besitz ist, der für einen sich als führenden auszeichnenden 



128 Dtn 3dtt— 85. 

** Und über Dan sprach er: 

Dan ist ein junger Löwe, der aus Basan hervorbrieht. 
*' Und über Naphtali sprach er : 

Naphtali ist gesüUigi mit C Gaben der) ff nid und reichlich bedacht mit dem Segen 

Jahves, 
Meer ufid Südland 'besitzt er. 
*^Und über Asser sprach er: 

Der Gesegnetste unter den Söhnen sei Asser , 'und" er sei der Liebling seiner 

Brüder, und sein Fuss tauche in öl! 
** Von Eisen und Erz seien deine Riegel und (dauernd) wie deine Tage deine 

Kraft [f]! 



Stamm angemessen ist; denn dem Führer gebührt das ßeste und zugleich das Erste 
(n'^vm) von der Beute. Aber seinem kriegerischen Charakter entsprechend wollte er dort 
nicht ausruhen, sondern er zog mit den übrigen St&mmen aus zur Eroberung des West- 
jordanlandes, cf. Jos 1. KM'^i, allenfalls kontrahiert aus iinir^ von icnx » nnK, kommen; 
aber vor w "^vx-^ ist eine Präposition »mit« (parallel w im 2. Glied) erforderlich, daher 
ist wohl pm zu lesen. Die Eroberung des Westjordanlandes ist als Gerechtigkeits- 
erweisung und Gericht (cf. Jes 5i6) Jahves über die Kananiter gedacht, cf. Gen 15 is. 
Da Jahve sich zur Vollstreckung des Gerichtes menschlicher Werkzeuge bedient, konnte 
wohl gesagt werden, Gad rwj "«"^ rp-«. 22 Dan. m*^» -^li, cf. Gen 499. Da Dan nicht 
in Basan wohnt, so ist S^i par als Relativsatz zu rriK ^"^i aufzufassen, obwohl Löwen in 
Basan sonst nicht erwähnt werden. Das Bild will den Mut beim Angriff schildern, 
während Gen 49 17 mehr die List hervorhebt. 28 Naphtali. ytry yav, gesättigt, 
reichlich beschenkt mit (den Gaben) der Huld (Jahves). ■«"■' rs-^n ist von iiVa abhängiger 
accus., cf. G-K § 117 z. Das von Naphtali bewohnte Gebiet wird oft als besonders 
fruchtbar gepriesen. mD•^■', Sam LXX vr^"; rran-^ wäre Imper. mit ru, Naphtali müsste 
also angeredet sein: »o Naphtali, gesättigt .... und angefüllt mit dem Segen Jahves, 
nimm in Besitz!«. Was mit d^ und si-^n gemeint ist, ist nicht klar; entweder: den 
Westen und Süden, seil, seines Gebietes, oder o** » See Genezareth, om die tropischen 
Ebenen in der *Araba. Aber dann erwartete man deutlichere Bezeichnungen. 24 — 26 
Asser. 24 v^so "^ra, entweder wie v. 13 »gesegnet mit Kindern«, oder komparativisch 
»gesegneter als Söhne, d. h. als andere Söhne«, was dann nur ausdrücken würde, dass 
er in aussergewöhnlicher Weise gesegnet ist resp. sein möge, '^w, Sam LXX ^m. ^atai 
w, sein Land möge viel Oliven tragen, die so reichlich Ol geben, dass er gleichsam 
darin waten kann; ähnlich Gen 49 so. Galiläa war wegen seines Reichtums an Oliven 
hochberühmt. 25 Übergang in die direkte Anrede. '^hsTo, wohl kaum Schuhe, sondern 
Riegel, cf. Vn^a^. T^ca-i, unbekannt, Sam '^"V, LXX i} taxvs oov, ebenso Syr Trg, also 
vielleicht, deine Städte mögen vor Feinden wohl beschützt, deine Kraft allezeit unge- 
mindert sein. — Der Vergleich des »Segens Moses« mit dem »Segen Jakobs« Gen 49 
zeigt nur wenig Ähnlichkeiten (ein Teil des Josephspruches ist beiden gemeinsam, ebenso 
die Anordnung Sebulon Issaschar ; sonst zeigen sich nur Ähnlichkeiten, die durch den 
gleichen Stoff gegeben waren), daneben weit stärkere Ungleichheiten; so fehlt jeder 
Tadel über einen Stamm (cf. Gen 494. 5—7. i5), Simeon wird ganz übergangen, Juda und 
Levi ganz anders behandelt. An Abhängigkeit unseres Stückes von Gen 49 ist darum 
nicht wohl zu denken. Die z. T. wörtliche Obereinstimmung im Josephspruch mnss 
darum entweder durch Ausgleichung beider Stellen unter einander erklärt werden (und 
zwar ist dann wohl Gen 4925a^b. k nach der Parallele Dtn 33is— 16 aufgefüllt, da der 
judäische Standpunkt des Verfassers, wie er Gen 498— li deutlich hervortritt, die Be- 
zeichnung Josephs als r^nK "»"«Ta, v. 26, nicht recht duldet), oder man muss annehmen, 
dass in beiden Sprüchen eine ältere Vorlage verschieden erweitert ist. Ersteres ist mir 
wahrscheinlicher. 



Dtn 3Ss6— S9. 34 1. 129 

^Keiner üi wie *der OoU J»iuruns\ 

der am Himmel einherfuhr zu deiner Hufe und mit »einer Hoheit auf den Wolken. 
^^Eine Zuflucht war der ewige Oott^ und drunten (regten »ich) ewige Arme, 

Er vertrieb den Feind vor dir und »prach: Vertilge! 
^[So wohnte lerael »icher, (von den Feinden) getrennt der Quell Jakob» 

*in einem Lande voll Korn und Mo»t^ und »ein Himmel träufelt Tau.] 
^Heil dir, Israel! Wer i»t wie du, du Volk, dem Jahve hilft, 

er i»t der Schild, der dich »ehiUzt, und * * «in Sehwert, da» dir Hoheit giebt! 

So müesen deine Feinde dir »chmeicheln, und Über ihre Hbhen »ehreiteet du »ieg- 

reich dahin! 

34 *T7xid Moses stieg aus den G-efildeix Moabs auf den Serg* ^ebo, 

den Gipfel des Pisga, der gegenüber von Jericho liegt, und Jdhve zeigte ihm das 



26—29 Der zweite Teil des Psalms. JeSarnns Gott ist ein nnvergleichlicher 
Helfer, darum Heil Israel! Ein Zusammenhang mit den Sprüchen v. 6—25 ist nicht 
aufzufinden; wohl aber schliessen v. 26 ff. leicht an ▼. 2—5 an, wo wohl beschrieben war, 
wie Jahve seinem Volke zu Hilfe eilt. 26 ^Md, wie der [wahre] Gott, o JeSurun ; besser 
mit LXX p'^tr Vk». 'p'^w'*, cf. v. 5. V. b cf. Ps 18 uff. 6833f. *t*itw, eig. mit deiner 
Hilfe, d. h. Hilfe für dich bringend. 27 rops, eig. Wohnung; zum Bild cf. Ps 90i. 
Sa^ rmna^, und unten waren » regten sich ewige Arme, d. h. Arme, die nie müde werden 
zu helfen. Y. b zeigen die Impf, cons., dass es sich hier um ein einzelnes Ereignis 
handelt, in dem Jahve sich als Helfer bewährt hat. 28 Auffällig ist, dass die Anrede 
an Israel aufgegeben wird, in v. 29 aber wieder hervortritt. V. 28 ist daher wohl Zusatz 
jemandes, der den Psalm als Segen Moses deutend, v. 27 von der Vernichtung der Kana- 
niter verstand und nun als Folge derselben das Wohnen Israels in dem schönen Lande 
hervorheben wollte, nua, cf. G-K § 118 q. nnn, allein, abgesondert von den Feinden und 
darum in Sicherheit, apr f^, Israel ist gleichsam eine Quelle, die immerfort sich aus 
einem Brunnen ergiesst, cf. Jes 48 1. Ps 68x7, d. h. seine Generationen erneuem sich 
stets. pM W, Sam \y, von p«ri abhängig. *nam, Israels Himmel. Die Bedingungen des 
Glückes sind vollständig gegeben, Sicherheit vor Feinden, Fruchtbarkeit des Landes, 
erhöht durch regelmässigen Tau. Sam LXX bieten xvc, wohl durch die 2. pers. v. 27 
und 29 veranlasste Änderung. 29 Abschliessender Lobpreis Israels ; Heil dir, weil Jahve 
dir deine Feinde unterwirft. S^n yio, bildliche Bezeichnung Jahves als dessen, der Israel 
im Kriege Macht gab, cf. Gen 15 1. ^niiu a-m, dein dir Hoheit erkämpfendes Schwert. 
"tOMi, wohl prosaische Glosse, ^vns'^'), sodass sie dir Freundschaft heucheln, sich unter- 
würfig zeigen, x^'rrs ^«rniöa Vj, cf. 32 18. 

8) 84, i— 12 Moses überblickt vom Nebo aus das ganze Land (v. 1—4), stirbt 
dann im Thale und wird dort begraben und betrauert (v. 5—8). Josua wird sein Nach- 
folger, zwar vom Geiste der Weisheit erfüllt, doch Moses Grösse ebensowenig erreichend, 
wie irgend ein anderer Prophet (v. 9—12). — Über Moses Tod müssen naturgemäss alle 
Quellen berichtet haben. P gehören an v. 1 (bis las) und 7 — 9. Die Aufzählung v. 1 
(von Ty^an tk an) — 3 scheint späterer Zusatz zu sein. Das Übrige wird JE und D* resp. 
der dtnsten Bearbeitung zuzuweisen sein. Eine sichere genaue Scheidung des Einzelnen 
gelingt nicht. Vermutlich gehören JE: v. Iba und v. 4; D* v. 5—6 und v. 10; dtnst. 
sind V. la^. (Ib^— 3) 11—12; cf. die Einzelerklärung. 1 Vr>i, entsprechend dem Befehl 
3s7. 3248. Num 27 12. Für P charakteristisch sind an*» na^^y, Num 22 1 etc., und 
wohl auch laa *in (Num 3288) Dtn 3249. Nebo ist nur ein anderer Name des Berges, den 
J und D ruCB' nennen, cf. Num 21 «o. Dtn 327. irm -»a» V> *iw», cf. 3249. Die mit n^^an tb 
beginnende und bis v. 3 reichende Aufzählung fehlt Sam, der eine andere, 11 84 entlehnte, 
an ihrer Stelle hat. Sie ist also wohl später eingefügt, ny^arr, hier deutlich, wie sonst 
nirgends, das ganze Ostjordanland bis zum äussersten Norden, p, hier die Stadt, cf. 

Haiidkoinm«nUr s. AT: 8teD«rnagel, Drataron. 9 



130 Dtn 34f— 12. 

ganze Land^ Gilead bis Dan *aiid ganz Naphtali and das Gebiet Ephraims und Ma- 
nasses und das ganze Gebiet Judas bis zum Meere im Westen 'und das Sddland und 
die (Jordan-)Ane und die Ebene von Jericho[, der Palmenstadt,] bis Zoar. ^ Dann 

sprach Jahve zu ihm: Dies ist das Land^ das ich ^deinen Vätern^ Ab^'o- 

ham, IsaaJc und Jakob zugeschworen habe, von dem ich sagte: Deinen 

Nachkommen wiU ich es geben. Mit deinen Äugen liess ich es dich 

sehen; aber dahinüber ziehen toirst du nicht, 'und Moses, der Knecht 
Gottes, starb dort im Lande Moab nach dem Aussprach Jahves. 'Und man begrab 
ihn im Thale [im Lande Moab] gegenüber von Beth-Peor; aber niemand kennt 
sein Grab bis auf den heutigen Tag. 'Und Moaee war liSO Jahre all^ als 
er starb; sein Auge war niclit znatt geworden, xizid seine iEVisdie ^ar 
nicht gewichen. 'XDie Künder Israel aber beweinten Moses in den 
Ghefllden Moabs dreissig 1?age lang» bis die 1?age des TSTeinens und 
Trauems uzn Moses voll waren. 'Aber Josua, der Sohn ^uns» wbt 
erfüllt vom Geeiste der TSTeisheit» denn Moses hatte seine TTand auf 
ihn gelegt; und die Kinder Israel hörten auf ihn und thaten, wie 
Jahve dem Moses befohlen hatte. '*£s stand aber hinfort kein Prophet 
mehr in Israel anf, der Moses gleichgekommen wäre, mit dem Jahve von An- 
gesicht ain Angesicht yerkehrte. "(Keiner erreichte ihn) in all den Zeichen und 
Wandern, mit denen Jahve ihn auseandte, dass er sie in Ägjptenland an Pharao und 
an all seinen Knechten and an seinem ganzen Lande thäte, ^*and in all(en Erweisangen) 
der starken Hand und in allen furchtbaren Gross thaten, die Moses vor den Augen von 
ganz Israel yoUbrachte. 



Gen 14 u etc. 2 Die Teile des Westjordanlandes werden hier nach den sie bewohnenden 
Hauptstammen bezeichnet (sonst nirgends so). 'p-^nK^ D->n, cf. 11m. 8 nan, Gen 129. 
*i»n, Gen 13 10, hier erklärt als die von der Ebene Jericho (nur hier) bis Zoar (Gen 19») 
reichende Einsenkung. D'^^nn ^y, wohl nachträglicher Zusatz zu vn", cf. IlChr 28ift 
(ein Vergleich von Num 21i— s mit Jud lieff. zeigt, dass o^-^tsnn '^9 wahrscheinlich 
südlich von Juda [» "«n?] lag und fälschlich später mit Jericho identifiziert wurde). 
4 cf. V. 1. 5 Bv, nicht auf dem Berge, sondern in dieser Gegend, nach y. 6 bei Beth- 
Peor. -^'^ ta:?, cf. Num 12? (E?) Jos li etc. (D*). aima p«! Iß (D*)- ""'' ■« ^3>, besonders 
häufig bei P (Num S3s8 etc.). 6 'iap'^% cf. G-K § 144 de. '^n r^:i htü "«aa, cf. 3 99. f-nca 
airm fehlt LXX. map, Gen 35») (E?), 7 V. a cf. Num 3389 (P). Dtn 31« (D*). V. b 
widerspricht 31 2, ist also wohl wie v. 7a und y. 8 — 9 von P. Sinn: er hatte bis zu 
seinem Tode seine volle Kraft behalten, war nicht gealtert. 8 cf. Num 2089 (P). 9 cf. 
Num 27 18. to. SS (P). ni^ m^, cf. G-K § 116f. 10 niy K-^aa, Sam LXX mas -ny. Es liegt 
kein Widerspruch mit 18 16 vor; denn Männer, die wie Moses Propheten sind, sind zwar 
erstanden, aber keiner, mit dem Jahve von Mund zu Mund geredet hätte. Y. b, cf. 
Ex 33 11 (E) Num 128 (E?). 11—12 cf. Einl. § 8, 6 wohl Zusatz von Abschreibern. Va^ 
nniin, das urteil v. 10 ist berechtigt mit Bezug auf alle Zeichen und Wunder. 



Einleitung. 



§ 1. 

Das Buoh Josua im Allgemeinen. 

1. Das Buch, das im jüdischen Kanon die Überschrift 9«}iii^ tragt und 
dem entsprechend in der griechischen Bibel ^Irflovg oder ^hflovg v\og Nävi] und 
in der syrischen Bibel »das Buch Josuas, des Sohnes Nuns, des Jüngers Mosess 
bildet im jüdischen Kanon das erste der sogenannten S^3U7M1 S^M^33, gehört 
also einem andern Hauptteil des Kanons an, als der Pentateuch. Anfänglich 
muss es jedoch in engerer Beziehung zu letzterem gestanden haben, wenn auch 
seine Abtrennung von demselben, wie wir § 5, 4 sehen werden, schon sehr früh- 
zeitig erfolgt sein muss*). Das ergiebt sich aus der inhaltlichen Beziehung, in 
der das Buch Josua zum Pentateuch steht; letzterer wäre ohne die Fortsetzung 
im Buche Josua ein Torso. Im Pentateuch wird sehr oft erwähnt, dass Jahve 
den Israeliten den Besitz Kanaans verheissen hat; in den Büchern Num. und 
Dtn. wird auch von der teilweisen Erfüllung der Verheissung in der Verleihung des 
Ostjordanlandes berichtet, von der zweiten Hälfte der Erfüllung berichtet aber 
erst Jos. Dabei steht es noch dazu so, dass die früheren Bücher fort und fort 
über sich hinausweisen und die Erzählung des Jos. vorbereiten, vgl. z. B. Num 
1424.80 Dtn laeff. (cf. Jos Ueff. 15isff.) Num 27iff. (cf. Jos ITsff.) Num 
27i5ff. Dtn 33iff. 31iff. (cf. Jos liff. 13iff.) Num 32i6ff. Dtn 3i8ff. (cf. Jos 
liaff. 4i2 22iff.) Dtn ll29f. 27bff. (cf. Jos Saoff.) u. s. w. Demnach ist das 
Buch Josua die von Anfang an beabsichtigte Fortsetzung des' Pentateuchs. 
Seinen Inhalt bilden die Berichte über die Eroberung (E[ap. 1 — 12) und Ver- 
teilung des Westjordanlandes (E[ap. 13 — 21), woran sich zum Schluss einige Er- 
zählungen über die letzten Massnahmen Josuas sowie über den Tod der Haupt- 
personen der in Jos. erzählten Begebenheiten anschliessen (Kap. 22 — 24). Be- 
lativ wenigstens bildet somit das Buch einen selbständig^ Abschnitt^ sofern es 



*) Es sei erlaubt, einstweilen das >Bach Josuac als FortsetKung des »Penta- 
teuchs« zu bezeichnen; genauer wäre es, zu sagen, dass die Quellen des Jos. die Fort- 
setzung der Quellen des Pentateuchs bilden. Das aus den Quellen zusammengear- 
beitete Buch hat niemals mit dem Pentateuch eine Einheit gebildet. 

HattdkoMiiMinfatf s. ▲. T.: 8t«aerB»gel, Josu». IQ 



132 Einleitang. § 2. Die jehovistischen ßestaiidteile (JE) des fiaches Josaa. 

die Wirksamkeit Josuas yom Beginn seines Amtes an bis zu seinem Tode dar- 
stellt, während die vorausgehenden Bücher yon dem Wirken Moses, die folgenden 
yon dem der sogenannten Richter erzählen. 

2. Über den Verfasser ^ebt das Buch selbst keine ausdrückliche Kunde. 
Das I3in9 n9 (5i), aus dem man schliessen könnte, dass der Verfasser &n 
Augenzeuge der Ereignisse war, steht zu isoliert, um einen solchen Schluss 
tragen zu können, und wird ausserdem durch die Versionen als Schreibfehler 
erwiesen. Aus 189 könnte höchstens geschlossen werden, dass die Städtever- 
zeichnisse in 18 ii — 1946 auf einem zur Zeit Josuas aufgenommenen Verzeichnis 
beruhen, und endlich 24 ae könnte mit einem gewissen Recht als Bewds dafür 
gebraucht werden, dass Josua den Bericht 24 1 — 25 selbst verfasst hatte. In 
Wirklichkeit liegen aber in diesen Stellen zunächst nur Behauptungen eines uns 
unbekannten Schriftstellers yor, der dieselben in gutem Glauben niedergeschrieben 
haben mag, deren Zuverlässigkeit aber nicht ohne Weiteres feststeht Dass der 
grösste Teil des Buches erst lange nach den Ereignissen niedergeschrieben ist, 
lehrt yor allem die ziemlich häufig vorkommende Formel riTti tan^n n9, die 
besagt^ dass dies oder jenes bereits längere Zeit besteht; cf. z. B. 49 59 625 726 
829 927 u. s. w. Dass ferner das Buch nicht nur einem Verfasser zu verdanken 
ist, sondern aus verschiedenen Werken zusammengearbeitet ist, ergiebt sich aus 
dem Vorhandensein von Widersprüchen (z. B. in der Chronologie, cf. die Vor- 
bemerkungen zu Kap. 3f. und zu 5ioff.; in thatsächlichen Angaben, cf. Il2if. 
mit löiaff.) und von Doppelberichten (cf. zu Kap. 3 f. 6. 9 und vgl. ferner 
146ff. mit löisfi*.). Hierdurch wird nur bestätigt, was wir auf Grund der oben 
festgestellten Thatsache, dass das Buch Josua einst nur die Fortsetzung des 
Pentateuchs bildete, von vom herein annehmen müssen, dass nämlich das Buch 
Josua aus denselben Quellen zusammengearbeitet sein muss wie der Pentateuch. 
Die Einzelanalyse ist bei der Auslegung vollzogen. Ihre Ergebnisse werden in 
den folgenden Ausführungen vorausgesetzt und zusammengefasst. 

§ 2. 

Die jehovistisoben Bestandteile (JE) des Buolies Josua. 

1. Da die Erzählung der früheren Bücher des Hezateuchs zum grössten 
Teil dem jehovistischen (}eschichtswerk (JE) entstammt, so war es von der am 
Schluss yon .§ 1 ausgesprochenen These aus die nächstliegende Annahme, dass 
auch die in Jos. vorliegenden ausführlichen Erzählungen (also namentlich Kap. 
1 — 12) aus dem Jehovisten geschöpft und in ihnen J und E ungefihr in der- 
selben Weise mit einander kombiniert seien, wie in der G^. Von hieraus hat 
denn auch Albers versucht, in Kap. 1 — 12 den Anteil des J und des E über- 
all säuberlich zu scheiden. Aber die bei seiner Quellenscheidung benutzten 
Kriterien (namentlich Widersprüche, Dubletten und Sprachgebrauch) sind fast 
durchgängig nicht sicher genug und z. T. erst künstlich geschaffen. In Wahr- 
heit fehlen die charakteristischen Merkmale des J und E in den meisten Ab- 
schnitten in so auffallendem Masse, dass das allgemeine Urteil lautet: ein jeho- 
vistischer Bericht muss zwar zu Grunde liegen, aber er ist durch die dtnste Be- 



Einleitang. § 3. Die jehoyistischen Bestandteile (JE) des Buches Josaa. 133 

daktion völlig überwuchert. Dann ist allerdings die Frage, ob man nicht besser 
einen (allerdings nach J oder E gearbeiteten) Bericht des D als Haaptquelle 
anerkennen und die umfänglichere Benutzung von J oder E in Jos. leugnen muss 
(cf. § 3, 1). Dazu kommt, dass gegen das Vorhandensein grosserer jahvistischer 
Abschnitte in Jos. sich auf Grund von Jnd 1 schwere Bedenken erheben, cf . 
Ed. Meyer, ZATW 1881, 138ff. Jud 1 bietet uns nämlich eine selbst in den 
Grundzügen von Jos. völlig abwachende Darstellung des Herganges bei der Er- 
oberung des Westjordanlandes, sodass letztere, selbst wenn mit Budde (ZATW 
1887, 116 ff.) dem Jahvisten aus Jos. betrachtlich mehr zugewiesen werden müsste, 
als Meyer annahm, im Wesentlichen doch nicht aus J hergeleitet werden kann. 
Wenn dagegen Euenen (Einl. § 8, 16. 20) daraus, dass in dem elohistischen 
Abschnitt 24 u — ^13 gesagt werde, Jahve habe die Amoriter vertrieben nicht 
durch Israels Schwert und Bogen, folgert, dass die Darstellung von 
Kämpfen, die wir in Jos 1 — 12 finden, nicht von E stanmien könne, folglich 
im Wesentlichen J angehöre, so ist dem gegenüber darauf hinzuweisen, dass 
einerseits die Worte ^ntopn fiibi "^nind fiib (24i2) ein Zusatz sein dürften und 
andererseits diese Worte eine Deutung zulassen, die jenen Schluss Euenens 
nicht rechtfertigen würde (cf . die Auslegung). 

2. a) Für die Ermittelung der jahvistischen Bestandteile (cf. dazu 
besonders Budde, ZATW 1887, 98 ff.) leistet Jud 1 unschätzbare Dienste. In 
Jos. finden sich nämlich einige Abschnitte, die wörtlich mit solchen von Jud 1 
(abgesehen von Textfehlem) übereinstimmen und darum aus J hergeleitet werden 
müssen; es sind 15i8— 19 (*-• Jud lio-|-30. u — iß), 68 (— > Jud I21), 16(9)10 
(-■ Jud I29) und 17 u — is* (*-• Jnd I27— 23). Von diesen kann aber wegen 
der vollkommenen formellen Übereinstimmung 18 is nicht getrennt werden. Sicher 
jahvistisch ist femer 96 — 7*, vielleicht auch 1947,, namentlich in der von LXX 
gebotenen Form. Wahrscheinlich jahvistisch ist auch der Abschnitt 17i4 — is^ 
der nicht aus 2 Quellen hergeleitet zu werden braucht (cf. die Schlussbemer- 
kungen zu 17 u — 18). Zunächst freilich muss er wegen der Differenz zwischen 
17 18 und 17i2f. von einem andem Verfasser hergeleitet werden als 17i2f. (s. zu 
17 18). Femer scheinen die Josephiden nach J (Jnd l22ff.) zwar gemeinsam zur 
Eroberung ihrer Stammgebiete ausgezogen zu sein, doch werden Jud l27f. und 
29 ebenso wie Jos I610 17 u — is* getrennte Stammgebiete vorausgesetzt im Wider- 
spruch mit Jos 17u. Doch zeigt der Abschnitt unverkennbare Verwandtschaft 
mit den jahvistischen Texten von Jud 1 (v. 16. 18: ^393D [cf. Holz. 94]; v. 16: 
bTld dd% cf. Jud li9^ n^niani ]MtD n'«a, cf. Jud laz, die Eananiter im pny, of. 
Jud I19; V. 18: pm, cf. Jud I28); so bleibt nichts übrige als ihn von einem 
zweiten (vermutlich jüngeren) Jahvisten herzuleiten. So würde auch die That- 
sache ihre Erklärung finden, dass hier Josua als Verteiler des Landes genannt 
wird, der sonst J unbekannt zu sein scheint (s. u.). Budde findet weitere jah- 
vistische Abschnitte mehr oder weniger deutlich auch noch in anderen Teilen 
des Jos., namentlich in Kap. 6. 8. 9. 10 12 — ^14; doch kann ich ihm darin nicht 
beistimmen, vgl. die von mir vollzogene Bestimmung der Quellen in der Aus- 
legung. (Über die Frage, woher B die jahvistischen Abschnitte entnommen hat, 
8. § 6, 6.) 

10* 



134 Einleitung. § 2. Die jehoyistisclien Bestandteile (J£) des Baches Josua. 

b) Von der Darstellung des J sind nur Fragmente erhalten ; doch reichen 
diese, besonders wenn man sie mit den in Jud 1 ausserdem noch erhaltenen 
kombiniert, aus, um die Darstellung des J in den Hauptzügen zu rekonstruieren. 
Danach haben die Israeliten das Westjordanland zunächst mit dem Loose ver- 
teilt; darauf sind die Stamme einzeln oder z. T. auch gruppenweise, aber nicht 
gleichzeitig, ausgezogen, um ihr Gebiet in Besitz zu nehmen. Nach Jud 1 
sind sie dabei meist in Kämpfe mit den Eananitem geraten. Anfangs gelang 
es ihnen nicht, die Bewohner der Ebenen und der festen Städte zu vertreiben, 
weil diese ihnen durch ihre eisernen Wagen überlegen waren; erst nachdem 
Israel erstarkt war, konnte es die Eananiter fronpflichtig machen. Daraus wird 
es erklärt, dass in vielen Landesteilen Beste der Eananiter unter den Israeliten 
wohnen. Eine Ausnahme bilden die Hiwwiter, die sich Israel freiwillig unter- 
warfen (96 — 7*). Wo die Verteilung des Landes vorgenommen wurde, ist nicht 
mehr zu ersehen, da man Jud 1 16 für diese Frage nicht verwerten darf. Ebenso- 
wenig ist bekannt, wer die Verloosung geleitet hat. Höchstwahrscheinlich war 
Josua in J überhaupt nicht genannt (Jud lia stammt von B, über Jos 17 u — is 
8. u.): mit den Hiwwitern verhandelt bM"^«)^ iD^M Oef., Jud li befragen die "^33 
bMIU?^ Jahve (doch wohl durch das Leos und selbst in dem Bericht über die 
Unternehmungen der Josephiden wird Josua nicht genannt (Jud 1 22ff.), auch Jos 
15 iB (v. ha ist Qlossel) ist das Subjekt auflallend unbestimmt gelassen. Auch 
von da aus wird es wahrscheinlich, dass Jos 17 u — is, wo Josua als Verteiler 
des Landes erscheint, J* angehört. Gegen Euenen und Budde ist darum 
doch an der These Ed. Meyers festzuhalten, dass J (richtiger J^) Josua nicht 
kennt, und dass schon allein darum in Jos 1 — 12 so gut wie nichts von J her- 
geleitet werden kann (ZATW 1881, 133 f.). 

3. a) Etwas reichlichere Fragmente sind von dem Elohisten erhalten, 
nämlich: 2i — 9a. 12 — le. 22 — 28 3i*. 6. 14a 44. 5*. 7b. 20 52*. 3. 8 — 9. 13 — isa 610 — 12a*. 
ua^ — issia. leb. 17a. is. 22 — 28 72 — ö*. 10 — 20*. 24 — 26* Sao— 81* 146 — 14* 1949 — so 
24 1 — 12*. 14 — ^ao*. 82 — ^83 (abgesehen natürlich von geringen Zusätzen). Nicht von 
all diesen Abschnitten kann der elohistische Ursprung mit gleicher Wahrschein- 
lichkeit erwiesen werden; das ^It namentlich von den in Eap. 6 eingesprengten 
Fragmenten sowie von Eap. 7. Umgekehrt muss auch mit der Möglichkeit ge- 
rechnet werden, dass der eine oder andere der redaktionellen Zusätze innerhalb 
D* aus einer Parallelerzählung des E stammt, z. B. 819b. 20a. 2ia/9. Als aus 
einer älteren Quelle übernommener Bestandteil ergab sich 24i*. 26 — 27*; als 
jüngere Zusätze erkannten wir 2 17 — 21 und 7 21 — ^28. — Die Lücken der elohisti- 
Bchen Erzählung zu ergänzen, ermöglicht uns z. T. die Erzählung des D*, da 
dieselbe E als Quelle benutzt haben dürfte, cf. § 3, 3. Dabei leistet uns die 
Angabe 24 12 (LXX), dass 12 Amoriterkönige vor Israel vertrieben seien, eine 
wesentliche Hilfe. Freilich ist es nicht klar, ob damit die Gesamtzahl aller von 
den Israeliten besiegten Eönige des Ost- und Westjordanlandes angegeben sein 
soll, oder die der Eönige nur des Westjordanlandes, die nach der Eroberung 
Jerichos noch besiegt sind. Die grössere Wahrscheinlichkeit dürfte auf seiten 
der ersteren Möglichkeit liegen, weil sich die Zahl 12 bei ihr in leichter Weise 
erklären lässt, vorausgesetzt, dass D* in Eap. 8. 10 und 11 sich an E an- 



Einleitung. § 2. Die jehovistischen Bestandteile (JE) des Buches Josua. 135 

schliesst Es wären dann folgende 12 Könige gemeint: Bihon yon Hesbon 
(Num 2l2iff.) und die Könige yon Jericho (Jos 6), Ai (8), Jerusalem, Hebron, 
Jarmuth, Lakbiscb, *Eglon (lOiff.), Hasor, Madon, Schim'on und 'Akhschaph 

(lliff.). 

b) Der von E gezeichnete Hergang bei der Eroberung des Westjordan- 
landes weicht stark ab von dem bei J geschilderten, besonders in zwei Punkten. 
1) Während nach J die Stämme einzeln oder doch nur in kleineren Gruppen 
zur Eroberung ihres Gebietes ausziehen, ist nach E ganz Israel vereinigt ge- 
blieben, bis die Eroberung • des Landes im Wesentlichen vollendet war. Nach 
14 10 hat dieselbe etwa 5 — 7 Jahre in Anspruch genommen (ist dann aber keines- 
wegs absolut vollendet gewesen, cf. 14 12). Erst dann scheint die Verteilung 
des Landes erfolgt zu sein, bei der Kaleb wegen meiner einst bewiesenen Treue 
im Voraus das Gebirge von Hebron zum Besitz erhält, 146ff.; nach der Ver- 
teilung des übrigen Landes treten die Israeliten Timnath-Serah an ihren Führer 
Josua ab, eine Stadt, die er selbst sich erbeten, lOisf. 2) Während bei J (ab- 
gesehen von dem jüngeren Zusatz 17i4ff.) Josua völlig unbekannt gewesen zu 
sein scheint, spielt Josua bei E eine ganz hervorragende Bolle. Er wird durch- 
aus auf die gleiche Stufe mit Moses gestellt, was bereits in den Exoduserzäh- 
lungen des E vorbereitet war, cf. Ex ITsff. 24 is 32i7f. 33 11. Als von Jahve 
selbst eingesetzter Nachfolger Moses (Dtn 31 i4f. 23) leitet er den Übergang über 
den Jordan und die Eroberung und Verteilung des Westjordanlandes; ja mehr 
noch, er fuhrt die Beschneidung ein (52ff.), ihm offenbart sich der Anführer des 
Engelheeres (5idff.), er stiftet das Heiligtum bei Sichem (8aof.), er schliesst den 
Bund zwischen Jahve und Israel, der das Volk zur alleinigen Verehrung Jahves 
verpflichtet, (24iff.) und giebt Israel Gesetz und Recht (2426f.), er ist also neben 
Moses der Begründer der Theokratie. — Des weiteren ist zur Charakteristik des 
E zweierlei hervorzuheben: 1) Die starke Betonung der Hilfe Jahves bei der 
Eroberung des Landes, die mit der Verfolgung praktischer religiöser Zwecke 
zusammenhängt. In wunderbarer Weise hat Jahve den Jordan austrocknen 
lassen, als Israel hindurchzog (36), er hat sein Engelheer Israel zu Hilfe ge- 
sandt (öiaff.), wofür es nur ein anderer Ausdruck ist, dass er Hornissen vor 
Israel hersandte (24 12), er hat die Mauern Jerichos einstürzen lassen, nachdem 
Israel sie 7 Tage lang je einmal umkreist hat (Kap. 6), und mit seiner Hilfe 
hofil Kaleb die Enaqiter vertreiben zu können (14 12). Aus alledem wird dann 
in Kap. 24 die Lehre gezogen, dass Israel Jahve als seinen einzigen Helfer und 
Gott verehren müsse. 2) Die durchgängige Anknüpfung der Erzählungen an 
Denkmäler und die Verwertung derselben zur Erklärung gegenwärtiger Verhält- 
nisse, cf. 47b. 20 (das Steinmal in Gilgal), 53 (nibn^n nyna), 9 (baba), 15 (Er- 
klärung der Heiligkeit einer Stätte bei Jericho), 7a6 (der Steinhaufe im 'Emeq- 
'Akhor und Erklärung des Namens ^Akhor), 83of. (Entstehung des Heiligtums 
auf dem Ebal), 14 u (Erklärung des Besitzrechtes der Kalibbiter an Hebron), 
24a6f. (der Stein unter der Terebinthe im Heiligtum Jahves bei Sichem), vgl. 
auch im Bericht des D' die wohl aus E übernommenen Bemerkungen über 
Denkmäler in 829 und 10 27. — Über inhaltliche Eigentümlichkeiten des E gegen- 
über D« s. § 3, 3. 



136 Einleitung. § 3. Die deuieronomischen Bestandteile (D*) des Baches Josna. 



§ 3. 

Die deuteronomisohen Bestandteile (D*) des Baches Josua. 

1. Dass das Buch Josua, teils in ausdrücklichen Bückyerweisungen auf 
das Dtn., teils in den sich sehr reichlich findenden dtnen Wendungen, einen 
viel Starkeren dtnen Charakter zeigt als Gen.-Num., ist allgemein anerkannt 
Fast durchgangig erklärt man das daraus, dass der jehovistische Bericht hier 
besonders stark von der Hand des R, der das Dtn.' in JE einfügte, überarbeitet 
ist Dem gegenüber ist zu behaupten, dass man mit der Annahme blosser Über- 
arbeitung nicht auskommt; vielmehr geht das Buch Josua (wenigstens in Kap. 
1 — 12) im Wesentlichen auf die Hand eines dtnen Verfassers zurück. Mit 
dieser Behauptung gehe ich noch weit über Dill mann hinaus, der zwar auch 
eine selbständige dtne Quelle für das Buch Josua annimmt, aber doch nur einige 
wenige Teile des D von B aufgenommen sein lässt (cf. Dillm. Num. Dtn. Jos., 
600). Von Dillmann weiche ich femer in der Beziehung ab, dass ich nicht 
den Verfasser des dtnen Gesetzes (D^), sondern D> als Verfasser der dtnen 
Quelle des Buches Josua betrachte; diese Abweichung hängt damit zusammen, 
dass ich Dtn 1 — 3 etc. nicht von D^ herzuleiten vermag, cf. Dtn. § 4, 2c. — 
Für diese Behauptung, dass die Hauptquelle des Buches Josua D* sei, d. h. die 
Fortsetzung der Schrift, deren Anfang in Dtn 1 — 3 zu sehen ist, sprechen fol- 
gende Gründe: 

a) Dass D' eine Geschichte Josuas schreiben wollte, lehren die im Dtn. 
erhaltenen Teile seines Werkes. So haben Dtn 3i8 — ^ao Sinn nur als Vorbereitung 
auf eine Erzählung über die von den ostjordanischen Stämmen geleistete Hilfe 
bei der Eroberung des Westjordanlandes, wie wir sie Jos liaff. 4 12 22iff. lesen. 
Ebenso bereiten Dtn 3i8 31? — 8 auf eine Geschichte Josuas vor, und Dtn 27 1. 
2aa. 4a auf eine Erzählung wie Jos isfi*. D' hat also jedenfalls eine Geschichte 
der Zeit Josuas schreiben wollen, und was wir über deren Inhalt aus dem 
Dtn. ermitteln können, findet sich thatsächlich im Jos. 

b) Wir finden im Buche Jos. eine Reihe von Erzählungen, die weder von 
J noch von E noch von P abgeleitet werden können, und gerade diese tragen 
besonders starken dtnen Charakter, erweisen sich auch in vielen Einzelheiten 
als mit D* im Dtn. verwandt In ihnen blosse Zusätze eines R zu sehen, ver- 
bietet der umstand, dass durch ihre Streichung Jos 1 — 12 in eine Reihe zu- 
sammenhangsloser Sätze zerfallen würden. Auch sind sie JE gegenüber viel zu 
selbständig (bis zu offenen Widersprüchen^ cf. die chronologische Differenz in 
Kap. 1 — 3, § 1, 2), um als redaktionelle Zusätze betrachtet werden zu können, 
zumal da die Abweichungen von JE sich aus Rücksichtnahme auf das Dtn. 
nicht erklären lassen. Man betrachte beispielsweise den Hauptbericht von Kap. 
3 — 4. Er muss wegen der Dubletten und wegen des chronologischen Wider- 
spruchs mit E von einem andern Verfasser hergeleitet werden. An J als Ver- 
fasser kann nicht gedacht werden, da dieser Josua nicht kennt, und da ebenso 
wenig bei ihm die Priester und die Lade eine so bedeutende Rolle spielen 
könnten, wie es hier der Fall ist; auch an P kann nicht gedacht werden wegen 



Einleitang. § 3. Die deateronomi sehen Bestandteile (D^) des Buches Josua. 137 

der ganzlich abweichenden Art. Es muBs also eine besondere selbständige 
Quelle angenommen werden. Der Anfang der Erzählung knüpft an Kap. 1 an, 
das jedenfalls in engster Beziehung zu D^ steht; auf sie bereitete D* im Dtn. 
ausdrücklich yor (cf. zu 48 Dtn 27iff., zu 4 12 Dtn 3i8ff.). Es kann also nicht 
wohl zweifelhaft sein, dass diese Erzählung von D* stammt Von ihr lässt 
sich aber der Hauptbericht von Kap. 6, in dem Lade und Priester dieselbe 
Bolle spielen, wie in Kap. 3 f., nicht trennen. Bis Kap. 6 haben wir also im 
Wesentlichen eine Erzählung des D*; ohne sie würden die Berichte der übrigen 
Quellen (des E) yöllig zusammenhangslos dastehen. Dass sie auch formell die 
erforderliche Übereinstimmung mit D* im Dtn. zeigt, wird sich in Nr. 2 b ergeben. 
2. a) Als Bestandteile der Erzählung des D' haben wir in der Einzel- 
analyse ermittelt: li — 2, 10— 18 32—4*. 9 — 11. is. I6 — 17 4ib. 3. s. 10 — u 61 — sa. 6. 7a. 
sa^. 9. 12b. 18. 15a/?. 16a. aob. 21. 24 81— 7a. sa^ — 9a. 10 — iia. u — isa. leb — 19a. 21 — ^26. 

27—29 98— 6. 6*. 8— 13. 16a. 16. 22 — 27 lOl — 11.16 — 27 lll— 2.4 — 14.16 — 20 13iaba.7 

18 2 — sa. 6. 8 — 10a 2148 — 46 22 1 — 4. 6 (abgesehen von geringeren Bear- 
beitungszusätzen). Es ist leicht zu sehen, dass in Kap. 1 — 12 der Bericht des 
D> lückenlos erhalten ist; nur in 96 hat der Wortlaut infolge der Einfügung 
einer Parallele aus J eine Kleinigkeit gelitten. Dagegen sind von Kap. 13 an 
nur wenige Fragmente von D> erhalten. 

b) Dass diese Abschnitte mit Recht einem dtnen Verfasser, D> (und 
nicht JE), zugeschrieben werden, ergiebt sich daraus, dass sie in vielen Einzel- 
zügen die Charakteristika, nicht blos des dtnen Sprachgebrauchs im Allgemeinen, 
sondern auch die des D> im Besonderen aufweisen. Beispielsweise seien folgende 
genannt: '^'^'^ nn9 als Ehrentitel Moses l[i]*). 2. id[i6] 924 222 [4], cf. Dtn 346; 
^lam •'anmnn I12 22i cf. Dtn 3i2; ■»nna^T^n "«D nnn b«i «T^n b« 81 108(26) 
ll6 cf. Dtn (I29) 32 3l8; b rr««):^ nüfiiD . . . . b n'«iDyi 82 cf. Dtn 32; ^9 
n^l«) l^fiHDM "^nba 822 11 8 (14) cf. Dtn 284 38. Von Gottesbezeichnnngen finden 
sich: einfaches ^"^ 35 mal, la^nb« ^"^ 4 mal, tSD^nbfit ^"^ (resp., je nach dem 
Zusammenhang, mit anderm SufSx) 10 mal; cf. Dtn. § 8, 43c. Von den Dtn. 
§ 8 am Schluss aufgezählten für D> charakteristischen Wendungen finden sich 
in unsem Abschnitten wieder die Nr. 7 (nci *-• Volksgenosse, z. B. 114, hier 
wenig charakteristisch), 32 (iX)aGti iptn, IO26), 36 (s. u.), 43c (Gottesnamen, 
s. 0.), 44 c (H^rtH nya, 11 10), 49 c (n«"v;, I16, ursprünglich wohl auch 224), 50 a 
(b«niD'» bD, 3i7 4i4 816. 21. 24), 56 (-»0 n« n'^'OT^, lis) und 76a (anpa — in- 
mitten, unter, lii 32. 10 922; dagegen ^in nur in inn\n [T^nTa] ^^nn, wo anp 
nicht wohl verwendbar war, 3 17 48. 8. 10 und in der wohl feststehenden Formel 
*{in3 n'^rit 822); auch hier findet sich niemals rrTanti, sondern stets i^nfii. In 
sachlicher Beziehung beachte, dass unser Erzähler wie D* im Dtn. zwei Amoriter- 
konige jenseits des Jordan, Sihon und Og, kennt (9 10) und dem entsprechend 
auch Halbmanasse im Ostjordanland wohnen lässt (li2fi*. 4 12 22ifir.), und dass 
die Vollstreckung des Bannes nach ihm in der für D> charakteristischen Weise 
(cf. Dtn. § 8, 36) erfo>lgt^ d. h. so, dass nur die Menschen getötet werden, da- 
gegen das Vieh sowie das Gold und Silber einer eroberten Stadt den Israeliten 



*) [ ] bedeutet, dass die betreffende Wendang an dieser Stelle in LXX fehlt. 



138 Einleitung. § 3. Die denteronomischen Bestandteile (D*) des Baches Josua. 

gehört^ cf. 82.27 llu (wenn bei Jericho eine Ausnahme gemacht wird, 621. 34, 
80 erklärt sich das daraus, dass Jahve bei der Eroberung dieser Stadt in ausser- 
gewohnlicher Weise mitgeholfen hat» und dass es sich wohl geziemte, ihm die 
Beute dieser Stadt gleichsam als eine ErsÜingsgabe von der gesamten Beute 
Yollstandig zu weihen). — Die Zuweisung dieser Erzählungsreihe an D' dürfte 
demnach den Thatsachen völlig gerecht werden und darum als genügend be- 
gründet gelten. 

8. Inhaltlich deckt sich die Geschichtsdarstellung des D*, wenn man 
von der Einzelausführung absieht, fast vollständig mit der des E, nicht mit der 
des J (cf. § 2, 2 b. 3 b). Auch hier folgt die Verteilung des Landes auf die 
Eroberung (Kap. 1 — 12. ISiff.), und im Zusammenhang damit steht auch hier die 
Anschauung, dass Israel bis zur völligen Eroberung des Landes (die ka^za^ 
ta^ai dauert» 11 is 228, cf. auch 13i, aber doch von Josua bereits vollendet 
wird, llieff.) vereinigt bleibt, ja die 2Va ostjordanischen Stämme werden sogar 
erst nach der Verteilung des Landes in ihre Heimat entlassen (22iff.). — Auch 
hier nimmt Josua eine ähnliche Stellung ein, wie bei E; er ist der von Jahve 
ausersehene Nachfolger Moses (cf. Dtn 828 81 7f. Jos lil) und wird darum 
vom Volke genau ebenso geachtet, wie Moses, cl I17 4 14. Doch lässt sich 
nicht verkennen, dass D' Josua doch nicht ganz die Stellung Moses giebt; 
während Josua nach E geradezu als Mitbegründer der Theokratie erscheint (cf. 
§ 2, 8 b), ist der Bund nach D> durch Moses vollendet; er ist der Gesetzgeber 
und Prophet ohne gleichen (Dtn 84ioff.), Josua ist Vollender nur der politischen 
Wirksamkeit Moses und der erste derer, die das Gesetz Moses erfüllen, 828 
IO27 11 12. 20. — Wie bei E, so wird auch bei D' die Wunderhilfe Jahves stark 
betont, Kap. 8. 4. 6. lOiof., beachte auch die ermutigenden und verheissenden 
Worte Jahves an Josua vor jeder grösseren Unternehmung, 62 81 108 lle. 
Auch D> verfolgt mit seiner Erzählung praktische, reli^öse Zwecke: Israel soll 
erkennen, dass ein lebendiger Gk)tt unter ihm ist, 4 10; und die Schlusszusammen- 
fassung 2l4sff. betont, dass Jahve all seine Verheissungen erfüllt habe, er ist 
der treue Gk>tt; die praktische Folgerung ist nicht ausdrücklich gezogen, es war 
auch nicht nötig, da in dem Werk des D> ja auch das dtne Gesetz (D^) stand 
und in diesem die Folgerung klar und nachdrücklich genug ausgesprochen war 
(Dtn 79ff.). Doch auch hier zeigt sich eine bedeutsame Abwdchung des D* 
von E: die grossen Erfolge Josuas erklärte E daraus, dass Jahve sein Heer 
Israel zu Hilfe gesandt hatte, insbesondere das Engelheer; D* lässt das uner- 
wähnt, verknüpft die grössten Wunder vielmehr mit der Lade Jahves (Kap. 8 — 4. 
6). Ein doppeltes ist daran beachtenswert: um 700 drang in Israel die Ver- 
ehrung des ta^niSii Maat ein, die gerade zur Zeit des D* besonders in Blüte 
stand (cf. Jeremia); die dtne Richtung bekämpft sie. So wird die Ersetzung 
des Engelheeres durch die Lade nicht zufällig sein, denn Engelheer und Sternen- 
heer wurden höchstwahrscheinlich zu Lander in Beziehung gesetzt, vgl. Dtn 
4 19 mit 328 LXX. Andererseits hat die Lade zwar in alter Zeit eine hohe Be- 
deutung gehabt, scheint dann aber (wohl seit sie im Tempel stand und nicht 
mehr mit in den Kampf genommen wurde) an Bedeutung verloren zu haben. 
Zur Zeit des D> gedenkt man ihrer wieder, wohl im Zusammenhang damit, dass 



Einleitung. § 3. Die deateronomischen Bestandteile (D*) des Buches Josua. 139 

man den »geschichtliclien« Jahve dem Jahye des Volksglaubens entgegensetzte 
(cf. meine »Entstehung des dtnen Gesetzes« S. 136), und von nun an spielt sie 
wieder eine bedeutsame Rolle in der Litteratur (cf. die dtnsten Redaktionen 
[n^*in IIImI] und P), ja, man denkt daran sie (nachdem sie wohl dem Zahn 
der Zeit zum Opfer gefallen war) zu erneuem (Jer 3i6f.). — Endlich finden 
wir auch bei D* die Anknüpfung der Erzählung an Denkmäler, 48 829 IO27, 
sowie die Erklärung gegenwärtiger Verhältnisse aus der alten Geschichte, 828 927. 

So erweist sich D' in seiner Geschichtsdarstellung als Nachfolger von E 
(nicht J), ein Ergebnis, das mit dem Dtn. § 7, 4 zusammentrifft. Es findet 
weitere Bestätigung in einer Reihe von Einzelheiten. Die Reihenfolge der Er- 
eignisse ist bei D> dieselbe wie bei E, das Detail der Erzählungen deckt sich 
bei beiden, soweit wir uns darüber ein Urteil bilden können, fast vollständig 
(Kap. 3—4. 6). Ist die Zwolfzahl in § 2, 3 a richtig erklärt, dann hatte E 
auch den Stoff von Kap. 10 und 11 mit D> gemeinsam, und der Umstand, 
dass R es hier nicht für nötig hielt, nachträgliche Ergänzungen aus E beizu- 
fügen, wie in Kap. 3. 4. 6. (8), dürfte vielleicht als Beweis dafür betrachtet 
werden können, dass D> sich hier völlig mit E deckte; das Gleiche gilt viel- 
leicht auch betreffs Kap. 9. 

Bei alledem ist D* doch auch ein E gegenüber selbständiger Schrift- 
steller, wie zahlreiche Abweichungen in den Einzelheiten zeigen. Diese sind 
teils harmloser Art, teils hat D* sie bewusst vollzogen. (Die Grenzlinie zwischen 
beiden Arten ist selbstverständlich nicht überall sicher zu ziehen.) Zu der 
ersteren Art zähle ich beispielsweise die, dass nach E Israel von Sohittim aus 
über den Jordan zieht (3i) und infolgedessen am Ufer noch einmal übernachtet, 
während nach D* (32ff.) der Übergang direkt erfolgt; oder dass nach E 12 
Männer beauftragt werden. Steine aus dem Jordan mitzunehmen, 44ff., während 
D> diese nicht erwähnt Als Beispiele mehr oder weniger bewusster Abweichung 
von E nenne ich ausser den oben bereits erwähnten noch folgende: D> kennt 
auch hier (wie im Dtn.) zwei Amoriterkönige im Ostjordanland (9 10) und lässt 
dementsprechend 2^/9 israelitische Stämme jenseits des Jordan wohnen (li2ff. 
4 12 22iff.). Während nach E die Eroberung des Landes nur im Wesentlichen 
vollendet ist (cf. 14 12), scheint dieselbe bei D> absolut vollendet zu sein (cf. 
llieff. 2l43ff. 22iff.). Die Auslassung der Rahab- und Akhangeschichte (Kap. 2 
und 7) war vielleicht nur durch das Streben nach Kürze veranlasst, zumal da 
diese Erzählungen für den Hauptzweck des D* (2l43ff., cf. ob.) nichts beitrugen. 
Dass die Gibeonitengeschichte nicht im gleichen Interesse ausgelassen ist, erklärt 
sich wohl daraus, dass einerseits diese Geschichte von Wichtigkeit für den 
Kultus war, und dass andererseits durch sie motiviert wird, dass der Kampf 
gegen die unter des jerusalemischen Königs Führung stehenden Amoriterkönige 
nicht bei Jerusalem, sondern bei Gibeon stattfindet (cf. 927 104ff.). So bleiben 
nur noch drei bedeutsamere Abweichungen übrig. 1) D' übergeht den Bericht 
über die Einführung der Beschneidung (52ff.), vermutlich weil man bereits zu 
seiner Zeit dieselbe auf die Zeit Abrahams zurückführte. 2) In Kap. 6 ändert 
er die Erzählung des E über die 7 Umzüge um Jericho dahin ab, dass sie nicht 
an 7 aufeinanderfolgenden Tagen, sondern an einem einzigen Tage erfolgen, 



140 Einleitung. § 4. Die priesterlichen Bestandteile (P) des Baches Josua. 

vermutlich in dem Interesse der Sabbathheiligang. 3) Er übergeht den Bericht 
über die Opferfeier auf dem Ebal (Saof.), wohl sicher im Interesse der Konzen- 
tration des Kultus auf Jerusalem. — Über andere fiir D> im Unterschied von 
P charakteristische Züge siehe § 4, 2. 

§ 4. 

Die priesterliohen Bestandteile (P) des Buches Josua. 

1. Über ihre Ausscheidung herrschen fast keine Zweifel. Nach unserer 
Analyse gehören P an: 4i9 5 10—12 9ii. 15b. 17 — ^21 13 16 — 2iaa. 28 — 28.82 14 1 — 2ba 
15i — 12.20 — 44.48 — 62 Ißi-bha.eaß — s 17ia. 7 — 9aa, dhß. loaßh 18 1.11 — 28 19i — 7. 
9—29. 81 — 46. 48. 61 20 1 — 3. 7—9 21 1 — 9a. 18 — 42 229 — 84. Doch Stammen nicht 
alle diese Abschnitte yon Einer Hand. Zu 1329ff. 14iff. 17iff. ist gezeigt, dass 
P im Ostjordanland nur die beiden Stamme Rüben und QtA kennt Wenn 
also in Kap. 20 — 22 (soweit sie zu P gehören) auch Halbmanasse in das Ost- 
jordanland versetzt wird, so können diese Kapitel nicht dem ursprünglichen P 
zugewiesen werden. (Das Gleiche gilt dann natürlich auch von Num 35 und 
andern Abschnitten des P in Num.) Sie sind also jüngere Zusätze zu P (= P>). 
Übrigens dürften diese Zusätze nicht alle von der gleichen Hand stammen. 
Kap. 22 hat eigentümlich 1) die auffällige Nichterwähnung Josuas, 2) die 
Nennung Pinehas als Priesters anstelle Eleazars, 3) in formeller Beziehung 
die Bezeichnung der Stammeshäupter, die sonst ni3N ^V)fii1 heissen, als ka^tt^os 
und der Stämme als D30 (gegen sonst bei P übliches nana). Endlich findet 
sich in Kap. 22 mehreremale die Gk>ttesbezeichnung bNI«?** ^nb&( ^'\ cf. § 5, 2 c. 
In diesen Beziehungen berührt sich aber Kap. 22 eng mit 9i4, i6b. 17 — ^21 (cf. 
O^MOS auch bei Rp 17, 4), sodass auch dieser Abschnitt von dem Verfasser 
yon Kap. 22 hergeleitet werden muss. 

In dem ersten Teil des Buches sind also nur zwei zum ursprünglichen 
P gehörige Teile erhalten, die beide untereinander zusammenhängen. Dass 
jedoch P auch über die Eroberung des Landes etwas erzählt hat (wenn auch 
vielleicht nur sehr wenig), ist a priori wahrscheinlich, da er im zweiten Teil 
des Buches von der Verteilung des Landes erzählt und in 18 ib die vorherige 
Unterwerfung desselben voraussetzt. Auch lässt sich die Existenz des Frag- 
mentes von P> in Kap. 9 nur dann begreifen, wenn ein Bericht des P vorlag, 
den P* ergänzen konnte; denn zur Ergänzung des D> sind 9 14. I6b. 17 — 21 sicher 
nicht geschrieben. Also ist der Bericht des P über die Eroberung des Landes 
verloren. Dagegen liegt uns der Bericht des P über die Verteilung des Landes 
in Kap. 13 ff. lückenlos vor (abgesehen von den nur durch Versehen ausge- 
lassenen Sätzen zwischen 1569 und eo und zwischen 19 14 und 15, der vor 13i6 
fehlenden Überschrift und der hinter 17 10 fehlenden Unterschrift), und nur der 
Schluss, der über den Tod Josuas und Eleazars berichtet haben wird, ist 
verloren. 

2. Inhaltlich schliesst sich die Darstellung des P an E (nicht an die 
des J oder des D>) an, wenn sie auch eine selbständige Weiterbildung der- 
selben darstellt Nicht an J: denn nach P erfolgt die Verteilung des Landes 



Einleitang. § 4. Die priesterlichen Bestandteile (P) des Buches Josna. 141 

erst, nachdem das Land bereits unterworfen ist (18 1, ursprünglich vor 13 15 
stehend), und bei derselben spielt der J unbekannte Josua eine bedeutsame 
BoUe, cf. 14i 1951 20i. Nicht an D>: denn P kennt nur die beiden Stamme 
Buben und Gad im Ostjordanland (cf. zu 1329ff. 17iff.) und wdst daher Gad 
im Widerspruch mit D* auch die nördliche Hälfte Gileads zu (cf. 1326 und 
vgl. Dtn 3i2f.). Gerade in diesen Beziehungen aber stimmt P mit E überein (beachte 
auch Eleazar bei P wie bei E), sodass seine Geschichtsdarstellung als eine 
Weiterbildung der elohistischen gelten muss (was sich auch sonst mehrfach 
zeigen lasst, z. B. an der Theorie über den Gebrauch der Gottesnamen, an der 
Überlieferung über die Gesetzestafeln, n9i» btiN etc.). 

P legt aber Zeugnis ab von einer selbständigen Weiterbildung der 
elohistischen Überlieferung. So kennt zwar auch P Gilgal als eine geweihte 
Stätte, die in der Geschichte des Kultus zu erwähnen ist, aber er begründet 
dies anders als E (5 lo), nämlich nicht damit, dass Israel dort die Beschneidung 
annahm (diese stammt ja nach P aus der Zeit Abrahams, Qeu 17), sondern 
damit, dass es hier zum erstenmal in seinem Lande Passah f^erte (was wiederum 
E nicht berichten konnte, da er ein Passahfest überhaupt nicht kennt, cf. zu 
Dtn 16iff.). Als kultischer Mittelpunkt des Landes gilt P Silo (18i), während 
E als solchen den Ebal (8ao) oder Sichem (24 1. ae) nennt. P verhält sich also 
zu E ganz ähnlich wie D> zu E; beide stellen eine Weiterbildung der elohi- 
stischen Überlieferung dar, beide aber eine verschiedenartige. 

Li formeller Beziehung ist für P, wie in den früheren Büchern so auch 
hier, ein übermässiges Streben nach Übersichtlichkeit und Genauigkeit charak- 
teristisch. Für die Gtenauigkdt sorgt er durch eine Beihe formelhafter Zusätze, 
z. B. durch Beifügung von taniHDOTab hinter dem Namen eines Stammes, 
13i5. 23. 34. 28 15 1 etc., von "{rT^natni, wenn von den Städten eines Gebietes die 
Bede ist, 1328.28 15s2.a8.4i etc. u. a., sowie durch genaue Datieirung einzelner 
Ereignisse, 4i9 5io. ii; für die Übersichtlichkeit durch Über- und Unterschriften, 
die den Stoff bis in ganz kldne Abschnitte zerlegen. Das System derselben 
in Kap. 13 ff. ist folgendes: I. 13i6a(LXX)— 82 1) isb— 28 2) 24—28. II. 14i. 2abb 
— 1951 1) 15i — . ... a) . . . . — 12b a) 2aa — 4b /J) 6a y) 6b d) 12a b) ao a) 21a — S2a 
ß) 88a — 96b. 4ib. 44b y) 48a — 6ib. 64b. 67b. 69b. 6ob d) eia— 62b 2) I61 u. s. w. Man 
sieht, dass dieser Bahmen fast die Ausfüllung überwuchert. Im Interesse der 
Übersichtlichkeit steht wohl auch eine Abweichung der Disposition, die für P 
im unterschied von D* charakteristisch ist. Während nach D* sich die Ver- 
teilung des Westjordanlandes auf 2 Akte verteilt, indem zunächst Juda und 
die Josephstämme ihr Gebiet erhalten und darauf erst das übrige Land, nach- 
dem ein Verzeichnis seiner Städte aufgenommen ist, mit dem Loose verteilt wird, 
erfolgt nach P die Verteilung des Landes für alle Stämme zugleich und gleich- 
massig durch das Leos. Erst die Bedaktion hat das verwischt, cf. § 5, 4. 

Von den P eigentümlichen Zügen seien noch besonders erwähnt: die An- 
gabe über das erste Passahfest in Kanaan, 5iOp und die Aufrichtung der Stifts- 
hütte in Silo, 18 1, (vgl. bei P* die Aufzählung der Asylstädte sowie der Priester- 
und Lei^tenstädte), die von dem Interesse des P am Kultus Zeugnis ablegen, 
und die Notiz über das Aufhören des Manna, 5iif., charakteristisch für die 



142 Einleitung. § 5. Die Bedaktionsarbeit am Buche Josua. 

pedantische Genauigkeit des P. Ganz besonders beachtenswert ist aber das 
Zurücktreten Josuas: P kennt ihn zwar und belässt ihm auch einen wichtigen 
Anteil an dem Geschäft der Verloosung des Landes; aber neben ihn werden 
der Priester Eleazar und 12 Stammeshäupter gestellt» und der Priester wird ihm 
vorgeordnety 14 1 1951 cf. 174 21 1; in einigen Bestandteilen des P^ bleibt Josua 
sogar ganz unerwähnt, 9u. i5b. 17 — 21 229 — ^si. Es scheint, dass die priester- 
lichen Schriftsteller sich schwer darein finden konnten, dass ein Ephraimit der 
Führer und Vertreter des ganzen Volkes sein sollte. 

3. Für P charakteristisch ist die stereotype Gleichförmigkeit aller seiner 
Ausführungen. Um so auffallender ist die grosse Ungleichförmigkeit in der 
Übersicht über die einzelnen Stammgebiete, Kap. 13 ff. Dass Juda viel aus- 
führlicher behandelt wird, als die übrigen Stamme, ist leicht verständlich. Aber 
auch sonst herrscht nicht die zu erwartende Gleichheit der Behandlung. Bald 
werden nur die Grenzen eines Stammes angegeben, nicht aber die innerhalb 
derselben gelegenen Städte (so bei Ephraim und Manasse Kap. 16 — 17, Isaschar 
19i7ff., Asser 19a4ff.), bald nur die Städte, nicht die Grenzen (so bei Simeon 
194off.), bald aber beides (so bei den übrigen westjordanischen Stämmen). Über- 
all ist der Grad der Ausführlichkeit ein sehr verschiedener. Dazu kommen 
Differenzen und Widersprüche im Einzelnen. Einzelne Städte werden hier diesem, 
dort jenem Stamm zugewiesen, so z. B. Beth-ha-^Arabha 156 Juda, I822 Ben- 
jamin, Beth-Schemesch 15io (21i6) Juda, 1941 Dan; vor allen Dingen aber 
werden sämtliche Städte Simeons (19iff.) in Kap. 15 Juda zugewiesen, was P 
in 19 ib. 9 mühsam zu rechtfertigen sucht. Aus alle dem erhält man den Ein- 
druck, dass P in Kap. 13ff. ältere, zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen 
Verfassern aufgestellte Verzeichnisse zusammengeordnet hat. Wann dieselben 
verfasst sind, lässt sich nicht ermitteln. Einzelne mögen sehr alt sein und wirk- 
liche Besitzverhältnisse widerspiegeln, andere sind offenbar ohne Rücksicht auf 
die wirklichen Verhältnisse entworfen ; zu den ersteren gehört vielleicht das Ver- 
zeichnis der simeonitischen Städte, zu den letzteren das der rubenitischen; auch 
dass Jerusalem als benjaminitisch betrachtet wird, stimmt wohl mit späten 
Theorien, aber nicht mit der Wirklichkeit überein. Dass das Verzeichnis als 
Ganzes der nachexilischen Zeit angehört, beweist die Thatsache, dass das der 
nachexilischeu Gemeinde gehörige Gebiet besonders ausführlich behandelt wird. 

§ 5. 

Die Redaktionsarbeit am Buche Josua. 

1. Für die genauere Untersuchung der Bedaktionsarbeit am Buche Josua 
ist die Erkenntnis von grösster Bedeutung, dass die Quelle D^ nicht nur dem 
Umfang nach die herrschende ist, sondern dass sie auch von den Redaktoren 
zu Grunde gelegt ist, und dass sie den Bahmen lieferte, in den die Bestandteile 
der übrigen Quellen eingeordnet sind. Dass das von dem ersten Teil des Buches 
(Kap. 1 — 12) gilt, bedarf keines langen Beweises; denn hier ist einzig und 
allein der Text des D^ vollständig mitgeteilt, während aus J, E und P nur 
einzelne Elemente in ihn eingefügt sind. Es gilt aber auch für Kap. 13 ff., ob- 



Einleitung. § 5. Die ftedaktionsarbeit am Buche Josna. 143 

wohl hier nur P vollständig zu Worte kommt. Hier ist freilich die Beschreibung 
der einzelnen Grebiete nach D^ unterdrückt zu Gunsten der des P, aber der 
Stoff des P ist zu Gunsten der von D^ befolgten Disposition umgeordnet. Wie 
bei D^ die Verteilung des Landes in 2 Abschnitten erfolgt, so auch nach dem 
gegenwärtigen Text des P, da 18i, der ursprünglich wohl vor 13i5 stand, mit 
182 — 10 zwischen Kap. 14 — 17 und ISiiff. gestellt ist. So bilden die auf die 
Landesverteilung bezüglichen Abschnitte des D^ ISiaba. 7 18 2 — 5a. 6. 8 — loa 
21 4s — 46 noch jetzt den Rahmen des ganzen zweiten Teiles. Auch die Um- 
stellung von Ephraim und Manasse (Kap. 16 und 17iff.) ist vielleicht der Dis- 
position des D> zuliebe erfolgt Demnach ist das gegenwärtige Buch Josua das 
von D' verfasste, von R durch Ergänzungen nach andern Quellen erweiterte 
Buch, und die Aufgabe der folgenden Untersuchung ist die, die Art und Reihen- 
folge dieser Ergänzung zu ermitteln. 

2. a) Indem wir mit dem letzteren beginnen, beachten wir zunächst, 
dass wir über die Verleihung Hebrons an Kaleb zwei Berichte haben, 146ff. (E) 
und löisff. (J). Beide hätten sehr leicht miteinander kombiniert werden können, 
und in der Gen. pflegen solche Dubletten auch vereinigt zu sein; um so mehr 
ist darauf Gewicht zu legen, dass sie hier an getrennten Orten stehen. Man 
wird daraus schliessen müssen, dass derRedaktor, der die beiden Abschnitte 
hier einschob, sie nicht aus einem Werke entnahm, in dem J und E vereinigt 
waren, sondern dass er J und E als getrennte Schriften benutzte, ja 
richtiger vielleicht, dass jeder der beiden Abschnitte von einem andern Redaktor 
eingefügt ist, da sonst ihre Verschmelzung doch zu nahe gelegen hätte. Dieser 
Schluss wird weiter dadurch bekräftigt, dass auch Jud 1 rein jahvistische Ab- 
schnitte stehen, dass also auch dort eine Verschmelzung von J und E nicht 
vorliegt; endlich auch dadurch, dass im ganzen Buch Josua auch nicht ein 
einziges Mal ein jahvistischer und ein elohistischer Abschnitt nebeneinander 
stehen, ohne von einer andern Quelle unterbrochen zu werden, geschweige denn, 
dass sie jemals miteinander kombiniert wären (denn in Kap. 2. 3 f. 6. 8. 9 u. s. w. 
kann ich eine solche Verschmelzung nicht anerkennen). 

b) Die jahvistischen Fragmente 13i3 löis — 19.68 16io 17u — is* 
[u — is] sind augenscheinlich sämtlich von ein und derselben Hand beigefügt 
worden; denn sie sind nach einheitlichem Gesichtspunkt ausgewählt worden. 
Da sie nun gegenwärtig teils in den Text des P, teils in die dtnsten Erweite- 
rungen des D^ eingebettet sind, so ist das Wahrscheinlichste, dass sie erst [bei 
oder] nach der Vereinigung von D^ und P eingefügt sind. Das Gleiche gilt 
dann wohl auch von 96 — ?*, und eventuell von 1947, da auch diese Fragmente 
demselben Zweck dienen, wie die übrigen, nämlich zu erklären, wie es kommt, 
dass die Kananiter zum Teil noch unter Israel wohnen. 

c) Auch die Fragmente des E scheinen erst nach der Vereinigung 
von D' und P eingefügt zu sein, und zwar von derselben Hand, die auch die 
jüngsten priesterlichen Stücke nachgetragen hat Ich schliesse das aus folgenden 
Beobachtungen: 1) Einzelne elohistische Abschnitte sind in den Zusammenhang 
des P eingebettet, nämlich 146 — ^14 und 1949 — so. 2) Einige elohistische Ab- 
schnitte zeigen am Anfang und Schluss Spuren eines priesterlichen Redaktors, 



144 Einleitang. § 5. Die BedaktionBarbeit am fiuche JoBua. 

was sich am leichtesten erklart, wenn sie von einem Bp eingearbeitet sind, 
nämlioh 7i — 26 in v. 1 und 25 (vielleieht auch in v. 15) und 146 — 16 in v. 6 
und 15. 3) Durch obige Annahme erklart sich leicht und natürlich auch der 
Gebrauch der Gottesbezeichnung bfiiniD^ "^nbK "^''"^ im Buche Josua: Es ist 
nämlich eine ganz falsche Behauptung, dass dieset Ausdruck dtnst. sei; denn er 
findet sich nicht ein einziges Mal in Texten des T>K Vielmehr steht er aus* 
schliesslich in den aus E und den jüngsten Stücken des P stammenden Ab- 
schnitten, sowie in ganz jungen redaktionellen Zusätzen: in E 7i8. 19. 20 8ao 14 u 
242. 28, in P' 9 18. 19 22 16. 24 (33), in späten redaktionellen Zusätzen 10 40. 42 13u.a8. 
Freilich ist zuzugeben, dass durch diese Gründe nicht sämtliche elohistischen 
Abschnitte als späte Zuthaten erwiesen werden, sondern nur die auf Kap. 6 fol- 
genden; jedoch da die letzteren sämtlich erst durch einen Bp nachgetragen zu 
sein scheinen, so ist dies auch für die übrigen (in Kap. 2—6) von vornherein 
wahrscheinlich; ja es spricht dafür noch ein weiterer Grund. In 618 finden wir 
eine auf Kap. 7 vorbereitende Bemerkung, die gewiss von einem B, der Kap. 7 
nicht aufnehmen wollte, ausgelassen wäre. 

d) Wenn nun die Fragmente aus E erst durch einen Bp in das dtne Josua- 
buch eingefügt sind, so scheint die Thatsache, dass fast sämtliche elohistischen 
Stücke eine starke dtnste Färbung zeigen, zunächst unerklärlich zu sein. Sie 
erklärt sich jedoch befriedigend durch die Annahme, dass E schon vor derVer- 
dnigung mit D' dtnst bearbeitet war; denn sonst müssten wir auch in P>, 
dessen Stücke ja mit E gleichzeitig (cf. unter c)) in D' eingearbeitet wurden, 
dtnste Bearbeitungsspuren finden, was nicht der Fall ist Auf diese Annahme 
wurde ich aber bereits in ganz anderm Zusammenhang geführt, cf. Dtn. § 5, 1 
und zu Dtn 27ifil Was ich dort nur zögernd aussprach, bestätigt sich mir also, 
sodass ich diese Hypothese für genügend begründet halten möchte*). Der Um- 
stand, dass von dieser dtnsten Bearbeitung sich in J im Jos. und in Jud. keine 
Spur findet, bestätigt femer, dass J und E in diesen Partieen nicht zu einer 
Schrift vereinigt waren, oder dass wenigstens die dtnste Bedaktion nur an E 
vorgenommen wurde, das neben JE noch als selbständiges Werk weiterbestand. 

Es ergiebt sich, dass über die Eroberung des Westjordanlandes kurz nach 
dem Exil 4 selbständige Werke existierten: 1) J, 2) E in dtnster Bearbeitung, 
wohl E -|- D^, 3) D> und 4) P, daneben eventuell noch JE, von dem aber für 
uns jede Spur verloren ist Zunächst wurden D> und P kombiniert; darauf 
wurden von einer Hand Fragmente des J, von anderer solche des E und P* in 
D* + P eingearbeitet Diesen Prozess haben wir im Folgenden genauer zu 
betrachten. 

3. Da das Werk des D> um 600 verfasst ist (cf. Dtn. § 4, 2d), und da 
die Vereinigung mit P erst nach 445 (Einführung des P) erfolgt sein kann, hat 
D* etwa 1^/1 Jahrhunderte als besonderes Werk existiert Der Umstand, dass 
es der weiteren Bedaktion als Hauptquelle diente, beweist» dass es in ziemlichem 



*) Eb ist eine höchst wahrscheinliche Hjrpothese, dass es zwei dtnste Bichter- 
bftcher gab. Diese sind wohl die Fortsetsang der beiden dtnsten Werke über die Zeit 
Josaas, £ + D< und D*. 



£inleitung. § 5. l)ie Itedaktionsarbeit am Öuche Josaa. l46 

Ansehen gestanden hat. Es wird also auch häufig abgeschrieben sein und bei 
dieser Gelegenheit manche dtnste Zusatste erhalten haben. Diese Zusätze stam- 
men natürlich von sehr verschiedenen Händen; wenn ich sie gleichwohl alle 
unter einem Bi^el, Bd, zusammenfasse, so ist wohl zu beachten, dass mir Bd 
ein KoUeklivum ist Albers geht längst nicht weit genug, wenn er nur zwei 
dtnste Bedaktoren (I> und D^) unterscheiden will. Selbstverständlich ist es 
uns nicht möglich, alle diese Zusätze im Einzelnen auf verschiedene Hände zu 
verteilen. Die Thatsächlichkeit des Vorhandenseins verschiedenartiger Zu- 
sätze ergiebt sich jedoch aus Differenzen, die sich beobachten lassen. So lehrt 
der Wechsel des Numerus in Isffl, dass hier verschiedenartige Zusätze vorliegen. 
So sollen femer Hebron und Debir nach lOaeff. vor, nach llaif. nach der 
Eroberung der nördlichen Landeshälfte von Josua besiegt und gebannt sein. 
Und so stammt endlich das Verzeichnis der besiegten Könige in Kap. 12 augen- 
scheinlich von anderer Hand, als II2S, weil es sonst vor II2S stehen würde, da 
letzterer Vers die Überleitung zu Kap. 13 bildet 

Die Zusätze bestehen z. T. lediglich in den bekannten dtnsten Formeln 
(z.B. 924.27 10 1. 8 etc.; hierher gehören auch eine Beihe von Zusätzen, in denen 
Josua ermutigt wird, z. B. Is — 6. 9. 17b. isb etc., in denen zur Befolgung des 
Gesetzes ermahnt wird, I7 — 8 [llis] 226, oder in denen der Eindruck der Er- 
eignisse beschrieben wird, 5i 627 9i — 2), z. T. sind es Ergänzungen von Zwischen- 
gliedern zum Zweck der Überleitung (11 28a) oder solcher, die einzelnen Hand- 
lungen den Schein der Willkür nehmen sollen, indem sie diiBse auf einen 
entsprechenden Befehl Jahves oder Josuas zurückfuhren (36.8 4 15 — is Gea 
82b etc.), z. T. Auffüllungen nach Parallelstellen (Is — 4, cf. Dtn ll2i; 49, cf. 
Dtn 27iffl; 13 s — 12, cf. Dtn 3i2ffl). Für alle diese und andere ähnliche bedarf 
es der Annahme besonderer Quellen, die die Bedaktoren neben D> benutzt 
hätten, nicht Doch finden sich auch eine Beihe von Zusätzen, f&r die den 
Bedaktoren besondere Quellen zu (Gebote gestanden haben müssen. In einem 
Fall ist uns im MT (doch nicht in LXX) die Quelle genannt: 10 12 — u, das 
»Buch des Bedlichen«. Aus derselben Quelle stammt möglicherweise auch der 
626 zitierte Spruch Josuas. Unbekannt ist uns die Quelle für 10 28 — ^88 11 21 — 22 
12i — ^24 (dessen Inhalt sich nur z. T. aus D> erklärt), 13ib/? — 6 und 23i — 16. 

Inhaltlich weisen diese Zusätze eine bedeutsame Abweichung von D> auf; 
während nach letzterem das ganze Land von Josua erobert ist, lliefil, kennen 
erstere eine Beihe noch uneroberter Qebiete, 11 22 13ib/9fil 23iffl Sie stehen also 
der Gteschichtsdarstellung des J näher als D*, sind aber von J doch unabhängig, 
denn sie nennen andere Qebiete als unerobert; während nach J eine Beihe von 
Städte inmitten des Landes kananitisch blieben, bleiben nach ihnen nur die 
Küstenstriche und Gölesyrien im Besitz der Feinde. 

4. Nachdem im Jahre 446 der Priesterkodez als G^etzbuch in Israel 
eingeführt war, lag es nahe, ihn mit dem (}eschichtswerk des D' zu verbinden, 
da sie z. T. sich inhaltlich deckten. In Nr. 1 ist bereits gezeigt, dass der Be- 
daktor Bp (auch unter diesem Sigel fasse ich eine Mehrheit von priesterlichen 
Bedaktoren zusammen; hier kommt der erste derselben in Betracht) nicht etwa 
P durch Zusätze aus dem dtnst erweiterten D> ergänzte, sondern umgekehrt D* 



146 Einleitung. § 5. Die BedaktionBarbeit am Buche Josua. 

aus P. Dabei hat Bp in Kap. 1 — 12 nur 2 Fragmente aus P aufgenommen: 
4 19 stellte er an den Bchluss der Erzählung vom Übergang über den Jordan, 
doch vor die abschliessende Notiz des Rd 5i; 5io — 12 schob er der Chronologie 
entsprechend zwischen 5i und 61 ein. Dabei mag vielleicht bereits er einiges 
im Text des D' zugefugt oder geändert haben, cf. 34 4i8. 16. — Im zweiten Teil 
liess er nur den Rahmen des D*, 13i*. 7 18 2 — 10 21 4S — 46 bestehen und füllte 
denselben durch die Beschreibung der Stammgebiete nach P ausj indem er die 
Disposition des P nach D> änderte (cf. Nr. 1). Nur im Anfang stellte er die 
beiden Berichte nebeneinander, 138 — 12 nach dem dtnsten Zusatz zu D*, 13i6ff. 
nach P, eine Verschiedenheit des Verfahrens, die sich auch sonst beobachten 
lässt, vgl. z. B. das Verfahren des D' in Dtn 12. Vermutlich stammen von 
diesem Rp auch die Zusätze, die eine Ausgleichung zwischen D' und P be- 
zwecken, d.h. 132ia|* — 22. 26b. 29 — ^si 143—5 17 ib. 2 (B'''nmDn) sb. eb ISs und 10 
(nbva; V. 9 b/? fehlt noch LXX). In 21 1 — 42 ist diese Ausgleichung berdts 
vorausgesetzt, da hier eine ostjordanische Hälfte Manasses von der westjordani- 
schen unterschieden wird. Möglicherweise sind von demselben Bp auch bereits 
einige Teile von P* aufgenommen, Kap. 20 und 21, cf. die Vorbereitung auf 
Kap. 21 in 144b. 

Höchst beachtenswert ist die Thatsache, dass Bp sich hier anders zu P 
stellt als in der Thora. Dort hat er P zu Grunde gelegt und seinen Bahmen 
aus JED ergänzt, ohne von P etwas auszulassen; hier steht er P viel freier 
gegenüber und bindet sich vielmehr an D*. Diese Verschiedenheit kann zwei- 
fach erklärt werden : entweder daraus, dass von P nur der erste Teil kanonisches 
Ansehen genoss, sodass die freiere Stellung des Bp zum Schluss des P sich aus 
dem geringeren Ansehen dieses Teiles erklärte; oder daraus, dass unser Bp von 
dem der Thora verschieden ist, sodass zunächst nur in der Thora JED und P 
zusammengearbeitet wurden, während man für die Geschichte Josuas auf eine 
Vereinigung der Quellen zunächst verzichtete. Die letztere Annahme verdient 
den Vorzug, weil im Buche Josua die Bedaktion auch den Quellen J und E 
anders gegenübersteht als in der Thora und hier diese Verschiedenheit nicht 
daraus erklärt werden kann, dass die Teile der jehovistischen Quellen verschie- 
denes Ansehen genossen. Das bedeutet aber, dass die Abtrennnung der Thora 
von den folgenden Büchern schon vor der Vollendung des Hexateuchs erfolgte ; 
die Thora hat mit den folgenden Büchern in ihrer gegenwärtigen Form niemals 
eine Einheit gebildet. 

6. Nach der Zusammenarbeitung von D' und P hörte P noch nicht als- 
bald auf, als selbständiges Werk überliefert zu werden. Das beweisen die 
jüngsten Zusätze zu P (P^, 9 14. 15b. 17 — 21 und 229 — ^84, von denen der erstere 
nicht von Hause aus als Ergänzung zu D* -|- P geschrieben sein kann, weil 
eine solche Ergänzung bei der Vollständigkeit der Erzählung in Kap. 9 sinnlos 
gewesen wäre. Doch wurden auch diese jüngsten Zusätze zu P in D' -f- P auf- 
genommen, und zwar, wie in Nr. 2 c gezeigt ist, gleichzeitig mit den Fragmenten 
des E, da in ihnen gleichmässig die Gottesbezeichnung bfil'niC'^ ^nbK ^"^ vor- 
kommt« 

a) Die Stücke, die wir als P' bezeichnen, wurden teils mit der Erzählung 



Einleitung. § 5. Die Bedaltionsarbeit am Bnohe Josua. 147 

des D' Terflochten (19 u. löb), teils als Dublette neben den parallelen Abschnitt 
des D> gestellt (9i7 — 21 neben y. 22 ff.), teils an passender Stelle an eine Er- 
zählung des D' angeschlossen (229 — 34). 

b) Die Stücke aus E waren vor ihrer Einfügung in D' -|- P bereits 
dtnst bearbeitet (cf. Nr. 2d). Dieser dtnsten Redaktion dürfen wir keineswegs 
alle dtnst. gefärbten Zusätze im Text des E zuweisen. Denn auch in später 
nachezilischer Zeit konnten noch Zusätze dieser Art in den Text geraten, wie 
man längst aus dem Umstand gefolgert hat, dass sich dtnste Zuthaten (aller- 
dings nur in geringem Masse) selbst innerhalb P zeigen, und dass selbst die 
allerjüngsten, in LXX noch fehlenden Zusätze z. T. rein dtnsten CSiarakter 
zeigen (z. B. 204 — e). Als erst nach der Einarbeitung von E in D' -|- P bei- 
gefügte dtnste Stücke müssen alle die gelten, in denen sich eine Rücksichtnahme 
auf D^ kundgiebt) da diese vor der Vereinigung von E und D' nicht wohl er- 
klärlich wäre. Es sind dies: 2 10b (vielleicht auch 10a und 11), in denen auf 
Sihons und Ogs Schicksal verwiesen wird, denn letzteren kennt sonst nur D* 
(vgl. innerhalb P den Zusatz 1329ff.); 54.6.7, die im Ausdruck von D> (Dtn 
l34ff. 2 uff.), sachlich aber von P (Gen 17) abhängen (hier lehren auch ta'^n^STn, 
V. 4 [cf. Holz. 342] und der völlig abweichende Text der LXX, dass wir es 
mit einem späten Zusatz zu thun haben); und endlich vielleicht das zweimalige 
93*11 neben vs^p in 146 — 7, wenn 93ia TDTp nach Analogie von Dtn I2. 19 2i4 
geschrieben ist Alle übrigen dtnsten Sätze innerhalb E können der früheren 
Bearbeitung angehören. 

Diejenigen Erzählungen aus E, die D' übergangen hatte, trug Rp je an 
ihrer Stelle nach: 2i— 24 52ff. 7i--96 8 soff. 146ff. 1949f. 24i— 88. Die Stellung 
von 8 soff, schwankte übrigens, in LXX steht der Abschnitt hinter 9i — 2; sachlich 
passt er an beiden Stellen nicht, da die Feier bei Sichem unmittelbar nach der 
Überwindung von Jericho und Ai noch vor jeder weiteren Eroberung undenkbar 
ist. Vielleicht stand die Erzählung in E einmal an ganz anderer Stelle im 
zweiten Teil des Buches; doch musste Rp sie anderwärts unterbringen, weil sie 
in D^ -|- P in dem entsprechenden Zusammenhang nicht mehr unterzubringen 
war. Vermuten möchte ich folgendes: Der Abschnitt bildet sachlich eine 
Parallele zu 18 1 und stand vielleicht in E an entsprechender Stelle, also un- 
mittelbar vor dem Bericht über die Verloosung des Landes, die etwa bei Sichem 
stattfand, wie in P zu Silo. Nun konnte aber Rp ihn nicht wohl in den Zu- 
sammenhang von I82 — 10 einfügen, weil infolge der Vereinigung von D* und P 
die Scene nach Silo verlegt war. Er musste also einen andern Ort für diesen 
Abschnitt suchen und fand als passendsten den in Kap. 8 nach der Eroberung 
der Mitte des Landes. Die übrigen Erzählungen des E, zu denen D> eine Pa- 
rallele bot, verwertete Rp nur soweit, als sie einzelne Züge enthielten, durch die 
D^ ergänzt werden konnte, cf. dazu die Einzelauslegung von Kap. 3 — 4. 6 
und 8. 

c) Der Hand des Rp sind nur geringe redaktionelle Zusätze zu verdanken, 
so die Worte in E, die an den Sprachgebrauch oder Anschauungen des P er- 
innern, in 7 1. 16. 25 14 e. 15 und in P 21 9b — 12 zur Ausgleichung des Wider- 
spruchs zwischen 21 18 und 146ff.; auch die Gottesbezeiohnung bM*nv^ \nbK "«''^ 

HaadkMUMBiu 1. A. T.: Stenernagel, Jotm. 1^ 



148 ßinleitang. § 6. Das Bach Josaa als Geschichtsquelle. 

ist für ihn oharakteristisch , und so werden auch 10 40 — 42 (llieff. nachgebildet) 
und 13 14 auf ihn zurückgehen (1388 fehlt noch in LXX, ist also blosse Wieder- 
holung aus 13 u); schliesslich mögen auch 11 23b » 14 15b sowie einige harmo- 
nistische Zusätze in Elap. 3 u. a. von ihm stammen. 

6. Ob die Einfügung der jahvistischen Fragmente vor oder nach der der 
elohistischen erfolgte, lässt sich nicht erkennen. Dass sie durch einen andern Bp 
vollzogen wurde, haben wir bereits in Nr. 2a und b gesehen. Der Bedaktor 
wählte gerade solche Abschnitte aus J aus, die die Erhaltung von Besten der 
Kananiter unter den Israeliten und deren spätere Unterwerfung berichteten. 
Diese fügte er jedesmal am Schluss der Beschreibung des betreffenden Btamm- 
gebietes ein. Eine umfassendere Ergänzung des Buches Josua aus J lag ihm 
fern; dass in Kap. 9 eine Ergänzung durch zwei Verse aus J stattgefunden hat, 
steht ganz vereinzelt da. 

An diese Zusätze aus J knüpft sich noch eine besondere Frage an. Die 
meisten derselben haben eine Parallele in Jud 1. Es fragt sich, wie das Ver- 
hältnis dieser Parallelen zu denken ist, ob Jud 1 aus den jahvistischen Stücken 
des Jos. kompiliert ist (dies ist nicht möglich, da Jud 1 viel mehr bietet als Jos.), 
oder ob die jahvistischen Stücke im Jos. aus Jud 1 entnommen sind (auch dies 
ist nicht wohl möglich, da 96 — i 13 is 17 14 — is und eventuell auch 1947 in Jud 1 
ohne Parallele sind), oder endlich ob Jud 1 und die jahvistischen Stücke in Jos. 
beide unabhängig von einander aus der vollständigeren Schrift des J geschöpft 
sind. Die letztere Ansicht wird die richtige sein; cf. auch Budde ZATW 1887. 

7. Der Text des Buches Josua ist damit noch keineswegs endgiltig fixiert 
gewesen; vielmehr lehrt der Vergleich mit LXX, dass noch später mancherlei 
Zusätze in den Text eingedrungen sind (vgl. die Einzelauslegung, wo die wich- 
tigeren derselben vollständig aufgeführt sind, namentlich in Kap. 6 und 8). Die 
Grenze zwischen dem, was der Bedaktions- und was der Textgeschichte angehört, 
ist hier wie überall eine iSiessende. Dass das aus mehreren Quellen zusammen- 
gearbeitete Buch Josua (nicht seine einzelnen Quellen) von Anfang an eine von 
der der Thora verschiedene Qeschichte gehabt hat, versteht sich von selbst, da 
beide Werke niemals eine litterarische Einheit bildeten, cf. Nr. 4. Dafür bieten 
Text- und Eanongeschichte je ein Zeugnis, das wenigstens einen gewissen be- 
stätigenden Wert hat; die Textgeschichte, sofern gewisse orthographische Eigen- 
tümlichkeiten der Thora dem Buch Josua fremd sind, wie bein für nbfitn und 
Min für das Femininum M^M, auch die Schreibung des Namens Jericho in beiden 
eine verschiedene (Thora ^n^^ Jos. in^i'' [ausser I821; doch cf. Oinsburg]) ist; 
die Eanongeschichte, sofern die Samariter nur die Thora und nicht auch die 
folgenden Bücher als heilige Schrift übernahmen. 

§ 6. 

Das Buch Josua als Qeschichtsqueile. 

Wie jede Geschichtsquelle, so wird die historische Wissenschaft auch die 
Berichte des Buches Josua nur mit Kritik gebrauchen können. Diese Kritik 
im Einzelnen auszuüben, dazu ist hier nicht der Ort, da für die Qesohichte der 



Einleitung. § 6. Das Buch Josoa ah GoBchichtsquelle. 149 

ESnwanderung Israels in das Westjordanland auch andere Quellen in Betracht 
gezogen werden müssen, auf die wir hier nicht naher eingehen können. Hier 
können nur einige allgemeinere für diese Kritik wichtige Beobachtungen be- 
handelt werden, die mit dem Buch Josua unmittelbar zusammenhängen; auf die 
eine oder andere sonst noch in Betracht kommende Frage kann nur andeutend 
hingewiesen werden. 

1. Wir haben im Jos. nicht eine einheitliche Überlieferung über die Fest- 
setzung Israels im Westjordanland. Vielmehr lehrte uns die Untersuchung der 
§ 2 — 4, dasB wir 2 Überlieferungszweige zu unterscheiden haben, den jahvisti- 
schen und den elohistischen. Beide weichen in den Hauptpunkten von dnander 
ab. Die elohistisohe Überlieferung liegt uns in ihrer relativ ursprünglichsten 
Form (bei E) nur fragmentarisch vor. Doch kennen wir dieselbe in ihren 
spateren Formen in zweierlei Gestalt (D* und P), z. T. allerdings auch nur 
fragmentarisch. Aus den letzteren kann durch vorsichtige Kritik die eine und 
andere Lücke der ursprünglichen elohistischen Überlieferung bis zu einem ge- 
wissen Grade der Wahrscheinlichkeit ergänzt werden. Wo die späteren Über- 
lieferungsformen von der ursprünglichen elohistischen abweichen, wird im Allge- 
meinen (keineswegs in absoluter Weise) die Begel gelten, dass die jüngere Über- 
lieferung zu Gunsten der älteren zu verwerfen ist — Auch die jahvistische 
Überlieferungsform ist nur fragmentarisch erhalten. Ihre teilweise Ergänzung 
ist mit Hilfe von Jud 1 zu vollziehen (cf. dazu Budde, ZATW 1887, 93ff. 
und Kittel, Gesch. d. Ebräer I, 238 ff., doch ziehen beide m. E. zuviel Stoff 
zur Ergänzung der Erzählung des J herbei). Auf diese Weise sind zunächst 
die ursprünglichsten Formen der beiden Überlieferungszweige möglichst voll- 
ständig zu ermitteln. 

2. Beide widersprechen einander in einigen Hauptpunkten: E knüpft 
die Erzählung an die Person des Josua, den J ursprünglich gar nicht kennt; 
nach E erobert Israel zunächst gemeinsam das ganze Land im Wesentlichen 
vollständig, ehe die Verteilung des Besitzes stattfindet» während nach J zunächst 
die Verteilung und darauf erst die lange Zeit in Anspruch nehmende Eroberung 
erfolgt, bei der die Stämme einzeln oder doch nur zu kleineren Gruppen ver- 
bunden vorgehen. 

a) Was die letztere Differenz betrifft, so zeigt die Geschichte der elohisti- 
schen Überlieferungsform wenigstens an Einem Punkte deutlich die Tendenz, das, 
was ein Einzelner (resp. ein einzelner Stamm oder ein einzelnes Geschlecht) 
gethan hat, der Gesamtheit zuzuschreiben (cf. 146ff. die Eroberung Hebrons 
durch Kaleb, mit lOarf. Il3if., wo dieselbe dem unter Josuas Führung ver- 
einigten Israel zugeschrieben wird). Dieselbe Tendenz wird auch bei E bereits 
gewirkt haben, d. h. in E wird von Gesamtisrael ausgesagt sein, was in Wahr- 
heit nur von einzelnen Stämmen oder kleineren Stammgruppen gilt Hier ver- 
dient also J den Vorzug, zumal da seine Darstellung sich mit dem Bilde Israels, 
das wir aus den Erzählungen des Bichterbuches erhalten, leichter vereinigen 
lässt. Nur wird auch die Vorstellung von dner Verloosung des Landes vor 
seiner Eroberung schwerlich historischen Wert beanspruchen können. In diesem 

11* 



160 Einleitung. § 6. Das Buch Josua ah Gescbichtsqnelle. 

Zuge der Erzählung haben wir vielmehr die Einkleidung einer religiösen Idee in 
die Form der Geschichte zu sehen, cf. Nr. 3. 

Von einiger Bedeutung scheint mir der Umstand zu sein, dass im Buche 
Josua anschauliche Eroberungdberichte, die auf volkstümliche Überlieferung 
schliessen lassen, nur für den südlichen Teil des Gebirges Ephraim vorliegen; 
die Beschreibung der Eroberung der südlichen Landeshälfte (Judas) ist sehr 
summarisch, der der nördlichen ebenfalls und dazu noch farblos. Nach J sassen 
nun ursprünglich auf dem südlichen Teil des Gebirges Ephraim die Josephiden. 
Es scheint demnach, dass die anschaulichen Berichte des Buches Josua sich ur- 
sprünglich auf die Josephstämme bezogen, und dass es bereits eine Umbildung 
d«r OberUeferung ist, wenn diese bei E auf ganz Israel bezogen sind. - Eine 
Bestätigung dieses Ergebnisses mag es sein, dass die Josuaüberlieferung eine 
Parallele zu einem Teil der Jakob-Israelüberlieferung ist, und dass sich an 
letzterer der gleiche Prozess beobachten iässt. Zunächst: die Josuageechichte 
ist eine Parallele zur Jakobgeschichte. Jos 24 14b hat seine genaue Parallele an 
Gen 352; beide Erzählungen spielen bei Sichem an der Terebinthe, Gen 354 
Jos 2426; wir haben es also wohl mit ein und derselben Erzählung in zwei 
Formen zu thun. Nun gewinnen vielleicht auch zwei weitere Parallelen an Be- 
deutung: Jakob sieht, als er nach Kanaan zieht, das Heerlager Gottes, Gen 32 sf., 
Josua sieht den Obersten des Heeres Jahves, Jos öisff., und Jakob wie Josua 
begründen ein Heiligtum bei Sichem, Gen 3320 und Jos Saof. Und endlich 
findet sich' in der Jakoberzählung ein Zug, der in ihr ganz fremdartig anmutet, 
Gen 4822, der aber leicht verständlich wird, wenn die Jakobgeschichte eine Über- 
lieferungsvariante zu der Josuageschichte ist Sodann: an der Jakobgeschichte 
Iässt sich die oben erwähnte verallgemeinernde Tendenz beobachten. Jakob- 
Israel ist ursprünglich nicht der Ahnherr Gesamtisraels, sondern nur der der 
Rahelstämme (d. h., da Benjamin erst in Kanaan geboren ist» der Josephstämmo) 
gewesen, wenn ich recht sehe. Der Name Israel haftet, wie das Deboralied lehrt, 
zunächst nicht an Juda, Simeon und Levi, d. h. dem Hauptteil der Leastämme, 
also ursprünglich wohl nur an den Rahelstämmen; dazu kommt, dass Lea dem 
Jakob als Weib untergeschoben ist, Gen 29280*., ein Zug, der doch wohl be- 
deutet, dass die Leastämme von Hause aus nichts mit Jakob-Israel zu thun 
haben. Die Jakob- und die Josuageschichte scheinen mir also Parallelen zu 
sein, an ersterer zeigt sich die verallgemeinernde Tendenz ziemlich deutlich, an 
letzterer zwar weniger deutlich, doch scheint sie mir durch die Parallele der 
Jakobgeschiohte ziemlich wahrscheinlich gemacht zu sein. 

Dies Ergebnis ist wichtig. Ist der Kern der Josuageschichte ursprünglich 
Geschichte der Josephstämme*), dann bilden das Buch Josua und Jud 1 keine 



*) Auch Stade, Gesch. d. V. Israel 1, 161, betrachtet die Josuageschichte als 
Reflex der Geschichte der Bahelst&mme, spezieller der der Bildang des Stammes Ben- 
jamin. Dagegen scheint mir zu sprechen, dass Josaa in der Sage ein Ephraimit and 
nicht ein Benjaminit ist. Biohtiger ist die Josnageschichte wohl ein Reflex der Ge- 
schichte des ersten erobernden Eindringens des Josephstammes, der nach 17 uff. zunächst 
den südlichen Teil des Gebirges Ephraim einnahm. 



Einleitung. § 6. Das Buch Josua als Geschichtsquelle. 151 

sich ausschliessenden ParalleIeD, sondern die Josuageschichte ist mit den Frag- 
menten nur der Josephgeschichte Jud la2 — 29 zu kombinieren. Es ist mindestens 
mit der Möglichkeit zu rechnen, dass das Buch Josua einen historischen Kern 
enthält. Es ist aber eine Quelle für die Geschichte der Einwanderung nur der 
Rahelstamme. Weiter kann die Kritik im Einzelnen hier nicht geführt werden. 
Nur eine andeutende Bemerkung sei mir noch gestattet^ die ich künftig weiter 
auszuführen gedenke. Ich glaube aus dem Alten Testament beweisen zu können, 
dass die Rahelstamme geraume Zeit später in Kanaan eingedrungen sind, als die 
Leastämme. Über die letzteren bietet uns das Alte Testament nur versprengte 
Überlief erungsreste; dagegen haben wir über sie eine wichtige Quelle in den 
Tell-el-Amamabriefen, die mit jenen Fragmenten im Alten Testament aufs beste 
harmonieren. Wenn die Tell-el-Amamabriefe mit dem Buche Josua im Allge- 
meinen nicht zusammenstimmen, so liegt das daran, dass beide von ganz ver- 
schiedenen Dingen berichten, jene über das Eindringen der Leastämme, dieses 
über die Einwanderung der Rahelstamme. 

b) Was die andere Differenz zwischen J und E, die betreffs der Person 
des Josua, angeht» so sehe ich keinen Grund, Josua für eine reine Bagenfigur zu 
halten. Wäre das Buch Josua ein Bericht, dem keinerlei geschichtlicher Wert 
beizumessen wäre, so wäre allerdings auch die Geschichtlichkeit Josuas mit 
Ed. Meyer, ZATW 1881, stark in Zweifel zu ziehen; das ist aber nach dem 
unter a) Ausgeführten keineswegs der Fall. Josua kann sehr wohl ein Held 
und Führer des Josephstammes gewesen sein. 

3. Das Buch Josua ist kein mit dem Interesse des Historikers geschrie- 
bener Geschichtsbericht, sondern es bietet uns zum grossen Teil v.olkstüm- 
liche Überlieferungen, die mannigfach umgebildet sind, daneben z. T. solche 
Elemente, in denen der Schriftsteller die Lücken der Überlieferung durch Rück- 
schlüsse aus den gegenwärtigen Verhältnissen auszufüllen versucht hat (z. B. da 
auch die nördlichen Landesteile in Israels Besitz sind, so müssen auch die nord- 
kananäischen Könige von Josua besiegt sein [Kap. 11] etc.). Vor allen Dingen 
aber ist das Buch zur Erreichung praktischer religiöser Zwecke geschrieben. 
Darum wird der Erfolg Josuas auf Jahves Hilfe zurückgeführt. Auch das 
gehört bereits der volkstümlichen Überlieferung an, denn das Denken des alten 
Israel war ein durch und durch religiös bestimmtes. Seine gewiss berechtigte 
Überzeugung, dass alles Fügung Jahves ist» und dass aller Erfolg seiner Hilfe 
zu danken ist, hat nun aber das Volk in der lebendigsten Weise sich ausgemalt 
und anschaulich gemacht, indem es dieselbe in die Form der Geschichte kleidete. 
So erzählte man, dass er den Jordan vor Israel versiegen liess, dass er sein 
Engelheer ihm zur Hilfe sandte, dass er die Mauern Jerichos stürzte, und dass 
er durch seinen Hagel mehr Feinde tötete, als Israel durch sein Schwert Ja, 
dass Israel seinen Feinden so gewaltige Niederlagen beibringen konnte, erklärte 
man in einem Liede daraus, dass er die Sonne in ihrem Lauf hemmte. Diese 
Form, in die sich die religiöse Überzeugung kleidet, ist für die politische Ge- 
schichte Israels wertlos; sie hat ihre Bedeutung nur für die Religionsgeschichte 
als ein Zeugnis dafür, dass Israel ein Volk mit lebendigem religiösem Denken 
war. Ähnlich steht es mit den Erzählungen über eine Verloosung des Landes. 



152 Einleitong. litteratar. 

Jeder Stamm ist der Überzeugung, dass ihm sein Besitz von Jahve verliehen ist. 
Die Art, in der das geschehen ist, macht man sich anschaulich in der Form 
einer zwar durch Menschen, aber doch vor Gott vollzogenen Verloosung. Dass 
in den Beschreibungen der einzelnen Stammgebiete sich wenigstens z. T. die 
historischen Besitzverhältnisse (wenn auch verschiedener Zeiten) widerspiegeln, ist 
bereits § 4, 3 gesagt. Auch hier hat die eigene Arbeit des Schriftstellers die 
Lücken der Überlieferung ergänzt Nicht alle Abschnitte dieser Übersicht über 
die Stammgebiete sind also historisch wertvoll. — Dass eine Anzahl von Epi- 
soden für die Religionsgeschichte noch einen besonderen Wert haben, ist bei der 
Erklärung derselben (z. B. bei J 5a — 9) des Näheren ausgeführt. 



Lltteratttr*). 

1) Text: Baer, Libri Josaae et Jadicom 1891. 

Ginsburg, mpn •»•wo rmr^ ö^w 1894. 

Houbigant, Not-ae eriticae in aniYersos V. Ti. libros (denao recosae) 1777. 

Hollenberg, d. Charakter der alexandrinischen Übersetzung des Buches Josua 

(Osterprogramm Mors) 1876. 
Graetz, Emendationes in plerosque S. Sript. V. Ti. libros, ed. Bacher, III 1894. 
Ben nett, the book of Joshua (sacred books of the Old Test. ed. P. Haupt) 1895. 

2) Komment ajre (ältere siehe bei Dillmann, Genesis,* S. XX): 

Dillmann, Numeri, Deuteronomium, Josaa 1886. 

Oettli, Deuteronomium, Josaa, Bichter (Strack-Zöcklers kurzgef. Komment) 1893. 

3) Zur Kritik ausser den allgemeinen Einleitungen (s. Dtn. S. XLI) und den ausführ- 

licheren Geschichten Israels von Kittel und Stade (s. Dtn. S. XLII): 
Hollenberg, d. deuteronomischen Bestandteile des Buches Josua, StKr 1874. 
Wellhausen, Prolegomena zur Gesch. Israels '1886 (die 4. Aufl. war mir 

leider nicht zur Hand). 
Wellhausen, d. Composition des Hexateuchs *1889. 
Albers, d. Quellenberichte in Josua I — XII 1891. 
Holzinger, Einleitung in den Hexateuch 1898. 
Ben nett, the book of Joshua (cf. oben unter »Text«)**). 

4) Für die Litteratur über geographische Fragen ist darchgehends auf Buhl, Geo- 

graphie des alten Palästina 1896, verwiesen. 



*) Nur die wichtigeren Werke sind hier zitiert. Die Litteratur zu Einzelfragen 
s. in der Einleitung resp. Einzelerklärung. 

**) Auch die demnächst erscheinende englische Übersetzung und Erklärung 
JoBuas durch Bennett habe ich bereits bei einer letzten Durchsicht meines Manuskripts 
wenigstens zum Teil noch verwerten können, da mir durch die Güte des Herausgebers, 
Prof. P. Haupt in Baltimore, die Aushängebogen in dankenswerter Weise zur Verfügung 
gestellt wurden. 



. 1— IS. 

1 'Nach Moies ' ' Tode spraeh Jahve zu Jociaai dem Sohne Nune, Moses 
Diener: *Mein Knecht Moses ist gestorben; und nun mache dich auf und ziehe 



I. Die Eroberung des Westjordanlandes. Kap. I — 12. 

Der Abschnitt gliedert sich in folgende Teile: 1) Einleitende Erzählungen, Kap. 
1—5; a) Vorbereitungen zum Übergang über den Jordan (Kap. 1), b) Aussendang 
▼on Kondschaftem nach Jericho (Kap. 2), c) wanderbarer Durchzug durch den Jordan 
(Kap. 3 — 4), d) Episoden aus der Zeit, in der Israel bei Gilgal lagert (Kap. 5). 2) Der 
Eroberungsbericht, Kap. 6—11; a) Eroberung Jerichos (Kap. 6), b) erster, infolge des 
Vergehens Akhans vergeblicher Zug gegen Ai (Kap. 7), c) Eroberung Ais (Kap. 8), woran 
sich der Bericht über die Opferfeier und Gesetzesverlesung bei Sichern anschliesst, d) der 
Vertrag mit den Gibeoniten (Kap. 9), der zum Angriff der südkananitischen Könige auf 
Gibeon, zu Josuas Kampf mit ihnen und zur Eroberung der südlichen Landesh&lfte fährt 
(Kap. 10), e) Schlacht an den Wassern von Merom und Eroberung der nördlichen Landes- 
hälfte (Kap. 11). 3) Abschluss : Übersicht über die im Ost- und Westjordanland besiegten 
Könige, Kap. 12. — Der Hauptbericht ist von D* geschrieben, dessen Erzählungen teils 
durch Einzelzflge aus Parallelberichten des J, E und P (Kap. 3—4. 6. 8 [?]. 9), teils durch 
vollständige Erzählungen des E und P (Kap. 2. 5. 7. Ssoff.) ergänzt sind ; cf. die Analyse 
der einzelnen Abschnitte and die Zusammenfassung in der Einleitung. 

1, 1 — 18 Vorbereitung des Überganges über den Jordan. Inhalt: 
Jahve giebt Josua den Auftrag, den Jordan zu überschreiten (v. 1 — 2), und ermutigt ihn 
durch Verheissung seiner Hilfe (v. 3 — 9). Josua gebietet dem Volk, sich für den dritten 
Tag bereit zu halten (v. 10 — 11), erinnert die 2 Vi ostjordanisohen Stämme an ihr Ver- 
sprechen, bei der Eroberung des Westjordanlandes zu helfen (v. 12 — 15), und erhält von 
ihnen eine zusagende und ermunternde Antwort (v. 16—18). — Analyse: Ausdrückliche 
Bückweise auf das Dtn. (v. 3. 7 f. 13 ff.) und zahlreiche spezifisch dtne Wendungen (s. die 
Einzelerklärung) beweisen dtne Herkunft des Kapitels. Nur für v. 1—2 und 10—11 hat 
man bisweilen elohistischen Ursprung angenommen, doch ohne genügenden Grund (s. u.). 
Genauer ist der Verfasser D* (cf. Einleitung § 3), dessen Bericht jedoch durch v. 3 — 9 
und einzelne Zusätze auch in den übrigen Versen erweitert ist. — Einzelerklärung. 
1 ist durch »undc und die Zeitbestimmung unmittelbar mit Dtn 34 verknüpft; doch 
lässt sich daraus nichts über den Verf. von v. If. entnehmen, da an Dtn 34 alle Hexa- 
teuchquellen beteiligt sind. Die (in Jos. häufige) Bezeichnung Moses als '^"'^ nay (fehlt 
hier LSX) findet sich Dtn 346 bei D*, aber auch Num 12 7f. (E?), beweist also nichts. 
mm rrwo heisst Josua sicher bei E (Ex 24 is 33 u Num 11 S8); doch beweist auch das 
nicht elohistischen Ursprung, daD* sich stets eng an E anlehnt (cf. Dtn. § 7, 4), 
sondern nur Verwertung von E. Dass der Verfasser D* ist, dafür spricht in v. 2 



154 Jos ls~9. 

fiber 'den' Jordan, dn nnd dies gnnze Volk, in das Land, das ieh ihnen ' * g^eben 
will. '[Jeden Ort, den eures Fasses Sohle betritt, gebe ich euch, wie ich Moses ver- 
sprochen habe. ^Von der Steppe 'bis zum' Libanon nnd 'yom* grossen Strom, dem 
Euphratstrom, ' * bis zum grossen Meer im Westen wird euer Gebiet reichen.] 'Niemand 
wird dir standhalten können, so lange du lebst; wie ich mit Moses war, werde ich mit 
dir sein; ich werde dir meine Hilfe nicht entziehen und dich nicht verlassen. *Sei 
mutig und stark, denn du wirst diesem Volke das Land austeilen, das ihnen zu geben 
ich ihren Vätern eidlich versprochen habe. ^[Jedoch sei mutig und ' ' stark, dass du 
beachtest 'und* thust, 'wie* dir mein Knecht Moses geboten hat; weiche nicht rechts 
oder links davon ab, damit du Erfolg hast, wo immer du gehst. "Dies Gesetzbuch darf 
nie aus deinem Munde weichen, und sinne Tag nnd Nacht darCiber nach, damit du alles, 
was darin geschrieben steht, beobachtest ; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen 
Wegen, und dann wirst du Erfolg haben.] *Habe ich dir nicht geboten: sei mutig und 
stark, fürchte dich nicht und verzage nicht; denn Jahve, dein Gott, ist mit dir, wo 



*ia*i ^9 Qip ^^r, cf. Dtn 2i8. S4, für einen vom Dtn. abh&ngigen Verfasser auch imm hm 
Sa% cf. Dtn. § 8, 3, nicht sicher ntn ynr^n (cf. Dtn 8x7 31 a), da mn in LXX fehlt. '^ 
Vmir fehlt LXX (Interpretament zu DnV). 8 — 4 fallen durch die pluralische Anrede 
gegenüber der singularischen in v. 2 und 5 ff. auf. Da sie sich ausserdem mit Dtn lls4 
decken (ausser dass, was dort ein Wort Moses an Israel ist, hier irrtümlich, aber wegen 
Dtn l7f. doch sachlich richtig, als Wort Jahves an Moses zitiert wird), werden sie als 
Zusatz des Bd anzusehen sein. Mit der Änderung des redenden Subjektes hängt zu- 
sammen, dass es statt n*'rr DdV (Dtn 11 S4) hier i'^nna tah heisst. Mit Dtn 11 24 und LXX 
lies Dipsn, eig. die ganze Stätte. Die ideale Grenzangabe 4 ist unklar : zunächst werden 
Süd- und Nordpunkt der Westgrenze genannt, dann die Ausdehnung nach Osten be- 
stimmt; «tavn — 7^M Vd scheint parenthetisch gedacht zu sein =* d. h. das ganze Land 
d. H. und zwar bis zum Westmeer, also im weitesten Sinn, sodass die phönicische und 
philistäiscbe Küste eingeschlossen sind. Doch ist die Konstruktion unklar und die Be- 
zeichnung des Gebietes als Land der Hittiter ohne Analogie. Mit LXX ist lawnrt irw ^d 
zu streichen (ebenso das der Situation wenig angemessene mn), mit Dtn 11 24 *inan pn 
zu lesen, und endlich wie in Dtn 11 24 (s. d.) paVn -nn zu konjizieren. Für h'nyn bietet 
LXX Ttjs iaxiXTfjSf wohl nur nach Dtn 11 24, da eine nachträgliche Änderung im MT un- 
motiviert sein würde, wsvrt kisq, acc. loci, cf. G-K § 118g. Nach Ausscheidung von 
V. 3—4 schliesst 5 gut an v. 2 an. Doch werden auch v. 5'-9 Zusätze sein; sie sind 
zum grossen Teil nichts als breite Wiederholungen von Worten, die Josua resp. Israel 
vor Kurzem erst zugerufen waren, und nehmen sich wie eine ziemlich willkürliche Zu- 
sammenhäufung von dtnen Zitaten aus; in v. 8 dürfte ausserdem bereits Ps 1 benutzt 
sein. Zu v. 5 cf. Dtn 11 26a 31 8, zu Y^n -^ Vd cf. Dtn. § 8, 34. Zu v. 6 cf. Dtn 31 7. 
Zu v. 7 a cf. Dtn. § 8, 32. 86. 73. 62, zu v. b cf. Dtn 298. ^«ton h», cf. G-K § 107 p. Mit 
LXX streiche nwa und minn Vd (lies also ^vohq; das folgende is^m statt natt» bestätigt 
diese Korrektur); mit LXX und alten Ausgaben lies nivy^i. Zu v. 8 cf. Jes 59 21 (k^ 
TW ««a^), Ps I2 (Sai T^iTvi), Dtn 2829 Ps Is (*ts*i'' w rr^atf» ; zu ^^1 als Plural cf. G-K 
§ 91k) und im Übrigen Dtn. § 8, 48b. 86b. Zu v. 9 cf. Dtn. § 8, 32. 47b und Dtn 
316.8; V'^^ scheint auf Dtn 3123 (Bd) zurückzuweisen. Inhaltlich ordnen sich v. 5 — 6 
und 9 zusammen: Josua soll im Vertrauen auf Jahves Hilfe und im Hinblick darauf, 
dass ihm von Jahve eine Aufgabe übertragen ist, deren Erfüllung die Besiegung der 
Feinde voraussetzt, die mithin eine Verheissung einschliesst, mutig und getrost ans 
Werk gehen; v. 7 — 8 machen allen Erfolg von der Befolgung des dtnen Gesetzes ab- 
hängig. Da diese Bedingung an anderen Stellen nicht gemacht wird (cf. Dtn 32if. 
31 7f. 28), wird man vermuten dürfen, dass sie erst nachträglich beigefügt ist, wofür auch 
das spricht, dass v. 6—6. 9 rein dtnsten Charakter zeigen, v. 7 — 8 dagegen auch von 
andern späten Schriften abhängig sind. Für ihren Verfasser ist der Gedanke charak- 



=iJ 



Jos 19—18. 165 

immer da gehst. '*Da gebot Jociaa den Amtleuten des Volks: "Geht hin nnd her 
im Lager nnd gebietet dem Volk: verproviantiert ench, denn in noch drei Tagen 
werdet ihr den Jordan da fiberachreiten, nm in den Besitz des Landes zn kommen, 
das Jahve, ener Gott, ench ' * geben will. '*Und zn den Rnbeniten, den Gaditen 
nnd der einen Hälfte des Stammes Manasse sprach Josna: "Gedenket an das, 
was Moses, der Knecht Jahves, euch geboten hat, als er sprach : Jahve, ener Gott, 
wird ench Rnhe verleihen nnd ench dies Land geben. ^^So mögen enre Weiber, 
eure Rinder nnd enre Herden in dem Lande bleiben, das 'er* ench gab; ihr aber 
ziehet kampfgerSstet vor enren Brüdern her, so viele von ench kriegstüchtig sind, 
nnd helfet ihnen, "bis Jahve enren Brfidern, ebenso wie ench, Rnhe verleiht nnd 
anch sie das Land in Besitz nehmen, das Jahve, ener Gott, ihnen geben will. 
Dann mögt ihr znrflekkehren In ener eigenes Land * *, das ench Moses ' * im Ost- 
jordanlande gegeben hat. ^*Da antworteten sie Josna: Alles, was dn nns befiehlst, 
werden wir thnn, nnd wohin dn nns anch sendest, werden wir gehen. "Wie wir 
Moses gehorcht haben, so werden wir dir gehorchen. Nar möge Jabve, dein Gott, 
mit dir sein, wie er mit Moses war. '* Jeder, der sich deinen Befehlen widersetzt 
nnd deinen Worten nicht gehorcht, was dn ihm anch gebieten magst, soll mit dem 
Tode bestraft werden ; nnr sei mutig und stark. 



teristisch, dass das Geheimnis der Erfolge Josuas in seiner genauen Befolgung des Ge- 
setzes liegt, während ein anderer dtnster Bearbeiter (v. 5. 6. 9) sie lediglich auf Jahves 
Hilfe zurückführt, ohne über die Bedingtheit durch Josuas Verhalten zu reflektieren ; cf. 
Albers 21 ff. — Nach Ausscheidung von v. 5—6. 9 und der noch jüngeren ▼. 3 — 4. 7—8 
bilden 10—11 die Fortsetzung zu v. 1—2. Josuas Befehl, sich für den Übergang über 
den Jordan zu rüsten, wird durch die v^^tsv übermittelt, cf. Dtn li5 206 — 9; da aber die 
o*^v auch bei E (Ex 5 und Num 11 le) erwähnt werden, folg^ daraus nichts über die 
Quellenzugehörigkeit von v. 10 — 11. Für einen dtnen Verfasser spricht aber v. IIb 
(mn y^'^, cf. v. 2, und die dtnen Wendungen, cf. Dtn. § 8, 17. 3a; nrw^h fehlt LXX); 
dass nicht etwa nnr ein elohistischer Text dtnst Überarbeitet ist, wird sich zn 3s er- 
geben. — Dtn. § 4, 2 wurde darauf hingewiesen, dass D* auch über die Beteiligung der 
2Vi ostjordanischen Stämme bei der Eroberung des Westjordanlandes berichtet haben 
wird. Dies und die enge Verwandtschaft von 12 — 18 mit Dtn3i8 — so, ja die ausdrück- 
liche Rückverweisung auf diesen Abschnitt (v. 13) machen es fast zur Gewissheit, dass 
v. 12—18 D* angehören. 12 Zu no»n mit Art. cf. Dtn 3i5; nach König, Syntax § 291c, 
ist der Art. demonstrativ = die eine Hälfte d. St. M. Die Voranstellung des Dativ vor 
das Verb wegen des Gegensatzes : Anweisungen an das Volk als Ganzes (v. 10—11) — an 
die ostjor dänischen Stämme (v. 12 ff.). 18 "ii^t, cf. G-E § 113 bb. Die Worte Moses sind 
in V. 18b— 15 frei wiedergegeben; v. 13b entspricht Dtn 3i8ba (od^^ape, cf. G-E § 93 ss), 
V. 14 a Dtn 3i9, v. 14 b Dtn 3i8b/? (o'wsn statt o'^asiVn und V»nn -n^aa statt Vrt "aa sind 
unwesentliche Abweichungen), v. 15 Dtn 320; zur Erklärung s. d. In v. 13 b ist die 
perfektische Aussage des Dtn. in eine futurische umgesetzt (doch nicht in LXX); doch 
ist das bedeutungslos; denn das Land ist ihnen zwar bereits gegeben (v. 14a), aber sie 
werden es erst künftig in Besitz nehmen und Buhe in ihm erlangen (v. 15b). In LXX 
fehlen: v. 14 yrvrt 139a mro (es wäre auch nicht passend, da Josua im Ostjordanland 
steht), V. 15 nniK Briwr*» (cf. G-E § 44d) und •^"■^ na:?. Zu wswn rs-itw (v. 15) cf. Dtn. § 8, 66. 
16 — 18 Getreu ihrem Versprechen erklären die ostjordanischen Stämme folgen und in 
jeder Beziehung Josua wie Moses gehorchen zu wollen; jeder Widerspenstige solle mit 
dem Tode bestraft werden. Zu T» f^« '"'^■* (▼• 18) cf. Dtn. § 8, 56. Ob v. 17 b. 18 b, in 
denen sie Josua ermutigen, ursprünglich sind, ist zweifelhaft ; v. 17 b drängt sich störend 
zwischen 17 a und 18 a, auch stände p^, das streng genommen die Bereitwilligkeit zum 
Gehorsam an eine Bedingung knüpfen würde, hier in ganz abgeblasstem Sinne. Die 
beiden Halbverse sind wohl von derselben Hand beigefügt, wie v, 5 f. 9. 



166 Jos 2 1—1. 

2 ^Dann entsandte Josua, der Sohn Nuns^ von SchitHm aus 
zwei Männer als Kundschafter^ indem er * * sprach: Wohlan^ besehet 
das Land und (insbesondere) Jericho! Da gingen sie hin und kehrten 
bei einer Hure Namens JRahab ein und legten sich dort nieder, ^Es 
tvurde aber dem König von Jericho gemeldet: Da sind israelitische 
Männef^ zur Nacht ' ' gekommen, um das Land auszukundschaften. 



2, 1 — 24 Aassendung you EandBchaftern nnd ihre Geschicke in Jeri- 
cho. Inhalt: Zwei Kundschafter, die Josua von Schittim aus nach Jericho sendet, kehren 
hei der Hure Bahah ein (▼. 1). Der König von Jericho lässt ihre Auslieferung von Bahab 
fordern (v. 2—3). Diese erklärt jed6ch, die Männer befänden sich bereits auf dem Bück- 
weg, und rät den Boten, sie zu verfolgen (v. 4 — 5). In Wirklichkeit hat sie die Kund- 
schafter auf dem Dach ihres Hauses verborgen (v. 6). Als Entgelt dafür erbittet sie von 
ihnen das eidliche Versprechen, dass man sie nebst ihren Verwandten bei der sicher zu 
erwartenden Eroberung der Stadt verschonen möge (v. 7—13). Darauf lässt sie die Kund- 
schafter durch ein Fenster ihres in die Stadtmauer eingebauten Hauses ins Freie und 
giebt ihnen den Bat, ins Gebirge zu fliehen und sich dort drei Tage lang zu verbergen 
(v. 14 — 16). Sie weisen Bahab an, durch einen roten Faden, den sie an das Fenster 
binden soll, ihr Haus kenntlich zu machen nnd ihre Angehörigen bei sich zu versammeln; 
sonst könnten sie fflr ihr nnd der Ihrigen Leben keine Bürgschaft leisten (v. 17—20). 
Bahab bindet den Faden an ihr Fenster (v. 21). Die Kundschafter aber verbergen sich 
drei Tage lang im Gebirge, bis ihre Verfolger zurückgekehrt sind; dann gehen sie zu 
Josua und erstatten ihm Bericht über ihre Erlebnisse und die Verzagtheit der Bewohner 
Jerichos (v. 22—24). — Analyse: Abgesehen von einigen dtnsten Zusätzen und von 
V. 17 — 21 (s. u.) ist die Erzählung einheitlich. Schwierigkeit bereiten nur v. 17 — 21; 
denn nachdem Bahab die Kundschafter durch das Fenster entlassen hat, ist ein längeres 
Gespräch nicht mehr wahrscheinlich; auch hätten die Bedingungen für das Halten des 
Eides bereits v. 14 angegeben werden müssen. Doch nimmt v. 18 (isriTiin) auf v. 15 
Bezug; V. 17—21 verhalten sich also wohl zu der übrigen Erzählung wie E* zu E*, 
d. h. sie stellen eine jüngere Erweiterung der Erzählung dar. Diese ist wohl durch Be- 
denken veranlasst, welche der v. 15 bedingungslos geleistete Eid erwecken mochte: wie 
konnte garantiert werden, dass Bahabs Haus verschont würde, wenn es nicht für jeder- 
mann gekennzeichnet war ? wie, dass ihre Angehörigen am Leben blieben, wenn sie unter 
den Bewohnern Jerichos verstreut waren? Übrigens wird in Kap. 6 auf 2i7— si keinerlei 
Bezug genommen. Die Haupterzählung stammt von E; das ergiebt sich aus der Er- 
wähnung von Schittim als Lagerort Israels (cf. Num 25 1). Dass D* nicht der (auf Grund 
von E schreibende) Verfasser ist, ergiebt sich aus der abweichenden Chronologie (s. zu 
Kap. 3). Als redaktionelle Zusätze müssen v. 9b — 11 und wahrscheinlich auch v. 24 
gelten; denn sie zeigen teils dtnsten Charakter, teils eine im Munde Bahabs wenig 
wahrscheinliche Zitierung von Ex 15i5— 16, s. die Einzelerklärung. Ausserdem sind eine 
Beihe von Worten als Abschreiberzusätze verdächtig, da sie in LXX fehlen (s. u.). — 
Einzelerklärung. 1 D^tsvn, cf. Num 25 1. 'srr^, westl. vom heutigen Bfhä, cf. Buhl 
179 f. D-MDa«, LXX hier und v. 23 d-^-^«, cf. 6m. v^n (acc. adverb., cf. G-K § 118 q; nach 
den Accenten zu "tanh gehörig) fehlt LXX Sjr. Die Einkehr im Hause der Hure, die für 
israelitische Leser unanstössig war (cf. Benz. 145), ist ein Akt der Klugheit, da die 
Einkehr Fremder bei ihr am wenigsten auffällt nnd ihr Haus für eine eventuell nötige 
Flucht besonders bequem liegt (cf. v. 15). Jüdische Fabeln über Bahab, die das grosse 
ihr später gewidmete Interesse bezeugen, siehe HbA 1279, cf. auch Mt Is. 2 *«sin, cf. 
G-K § 51m. *irp*v^ ^Vo, während im Ostjordanland grössere Beiche (die Beiche Sihons 
und Ogs, cf. 12iff.) bestanden, bildete nach Jos. im Westjordanland fast jede Stadt mit 



Job 28—9. 157 



^Da Hess der König von Jericho zu Bahab sagen: Liefere die Männer 
aus^ ' ' die bei dir eingekehrt sind; denn um das ' Land auszukund- 
schaften, sind sie gekommen, * [Da nahm das Weib die Männer und 
verbarg *«>*.] Und sie sprach: Jawohl, die Männer sind zu mir ge- 



c > 



kommen Als jedoch das Thor geschlossen werden soUte^ als es 

dunJcelte, sind die Männer fortgegangen; ich weiss nicht, wohin ^sie ge- 
gangen sind, (aber) jagt ihnen ' ' nach^ denn ihr werdet sie (noch) ein- 
holen (können). — ^Sie hatte sie jedoch auf das Bach geführt und 
untefi^ den Flachsstengeln verborgen, die sie auf dem Bache ausgdyreUet 
hatte. — '^ Bie Männer aber verfolgten sie in der Richtung nach dem 
Jordan zu ^bis an die Furten, und das Thor verscMoss man, sobald die 
hinter ihnen (ausgesandten) Verfolge?^ hinausgetreten waren. ^Ehe sich 
jene aber niederlegten, war sie zu ihnen auf das Bach gestiegen. 
^ Und sie sprach zu den Männern: Ich weiss, dass Jahve euch das Land 



ihrer nächsten Umgehung ein hesonderes »Königreich«, of. 129ff. Diese Darstellung wird 
durch die Tell-el-Amamahriefe als der Wirklichkeit entsprechend erwiesen; Jericho wird 
ührigens in ihnen nicht erwähnt. nV^Vn (fehlt hier LXX, wird aher in y. 3 nachgehracht) 
kann nach Gen 195 gedeutet werden == »um sich diese Nacht hier aufzuhalten«, steht 
also nicht im Widerspruch mit y. 5, wo die Angahe Bahahs, die Männer seien hei An- 
hruch der Dunkelheit wieder fortgegangen, yoraussetzt, dass sie yor dem Dunkelwerden 
gekommen sind, mn fehlt LXX. 'iferr^, cf. G-X § 63i. 8 setzt yoraus, dass dem König 
mitgeteilt ist, in welchem Hause sich die Fremden befinden; dass y. 2 das nicht aus- 
drücklich erwähnt, entspricht einer bei E auch sonst bemerkbaren üngenauigkeit (cf. 
Holz. 191). y^ man und ina hüK sind Yarianten, deren eine in LXX Syr. fehlt. Va 
fehlt LXX Syr. 4 '^ fehlt LXX A. Das Sing.-Suffiz in lafeatf^i (cf. G-K § 60d) kann kaum 
distributiy (= jeden einzelnen) erklärt werden; lies mit LXX Dafesm. Y. a ist zwischen 
y. 3 und 4 b wenig am Platze, greift überdies y. 6 yor, ist also wohl Glosse, mrr — k^i 
fehlt LXX; durch diese Worte soll Bahab sich yor dem Yerdacht schützen, als ob sie 
mit den Feinden konspiriere. 5 ^iX/> "^rr^, cf. G-K § 114 k. «na*» B^oswn, cf. G-K § 164 c. 
a-^vann 2^ fehlt LXX Syr. *irre fehlt LXX. 6 Zur Konstr. cf. G-K § 142b. ^m tvot, cf. 
G-K § 128 0, Flachs in Holzform, d. h. unbearbeitete Flaohsstengel. Diese sind auf das 
Dach gelegt, um an der Sonne zu trocknen. 7 D'VDaMn, die, welche zu Bahab geschickt 
waren, cf. y. 3. ^:r, Yariante rp ; Über die genauere Lage der Furten cf. HbA 775. *^nM 
ymo, ungewöhnlich, wohl Yerschmelzung der Lesarten ^«Kd und ^wm "«^rw. 8 Zur Konstr. 
cf. G-K § 164 c. x^s,^v^ D*« soll den Umständen entsprechend nur besagen »yor der Zeit 
des Schlafengehens«. 0—11 Bahab spricht ihre Überzeugung aus, dass Jahye die Stadt 
Israel ausliefern werde (zum Perf. yn cf. G-K § 106 n), um damit ihre Bitte (y. 12) zu 
begründen, die sich hier unmittelbar anschliessen könnte. Dazwischen tritt in y. 9 b — 11 
der Hinweis auf den lähmenden Schrecken, den Jahyes Machtthat-en den Bewohnern des 
Landes eingeflösst haben. Sachlich ist das wohl yerständlich ; doch befremdet die Ans- 
drucksweise, die teils (y. 9 b) aus Ex 15 15 — is, teils aus dtnsten Stellen stammt (zu 
y. 10a cf. 4s3 5i Dtn. § 8, 46; zu y. 10b cf. Dtn 2—3 [Og ist in JE unbekannt!]; zu 
y. 11 cf. Dtn ls8 Jos 5i Dtn 4s8). Y. 9 b— 11 sind also wohl Zusatz des Bd, durch 
den er die erbauliche Wirkung der Erzählung steigern wollte. Yor allem dient diesem 
Zweck das Bekenntnis Bahabs zu Jahye als dem Gott, der Überall sich mächtig erweist. 
Doch beachte, dass dasselbe Jahye nicht für den einzigen Gott erklärt, wie Dtn 488 



158 Jos 29—18. 

geben wird, und dass uns ein Schrecken Yor euch hefallen hat * '. '^Denn wir hahen 

yemommen, dass Jahve das * * Schilfmeer vor euch austrocknen liess hei eurem Auszug 
aus Ägypten, und was ihr den heiden Amoriterkönigen jenseits des Jordan gethan haht, 
dem Sihon und Og, die ihr gehannt haht. ^*A1b wir das hörten, wurden wir verzagt, 
und niemand hehielt euch gegenüber Mut; denn Jahve, euer Gott, ist Gott im Himmel 

drohen und auf der Erde unten. ^*So schwört mir nun hei Jahve, doss^ vne 
ich euch Gutes erwiesen^ so auch ihr meiner Familie Gutes erweisen 
werdet * \ ^^und dass ihr meinen Vater und meine Mutter^ meine 
Brüder und meine 'Schweste7*n und aU die Ihrigen am Leben lussen 
und uns vom Tode ef*retten loerdet ^^Da sprachen die Männer zu ihr: 
Wir bürgen für etier Leben * ', und wenn Jahve uns das Land gid>t^ so 
werden tvir dir Gutes und Treue erweisen. ^^ Darauf liess sie sie ' durch 

ein Fenster hinab [, denn ihr Haus stand unmUUlbar an der {Stadt-)Mauer^ und sie 

wohnu an der Mauer ^j ^^und sprach ZU ihnen: Auf das Gebirge geht^ damit 
euch die Verfolger nicht antreffen^ und verbergt euch dort drei Tage^ bis 
die Verfolger zurückgekehrt sind; dann mögt ihr eures Weges ziehen. 
[*^Da sprachen die Männer zu ihr: ' ^^ Kommen wir in das Land^ so 
binde diese gedrehte rote Schnur an das Fenster^ durch das du uns 
herabgekissen hast, und deinen Vater und deine Mutter^ deine Brüder 



(Fortlassung des Art. vor &**n^K und von -rty pt). Q tis^tta — *uitoa "Vi fehlt LXX, ist also 
wohl aus V. 24 eingedrungen. 10 ^tm nK, cf. G-K § 157 c. &■« "lo, LXX ohne **&. 
11 vrKa....KX cf. G-K § 152h. 12 Das komparativische Satzgefüge xa^^mn —- **n*'«9 (cf. 
G-K § 161a) ist als ein Ganzes durch ^ von lyavn ahhängig gemacht; **a gehört nach 
nnserm Gefühl zu v. h. Einen Schwur hei Jahve fordert sie, weil sie weiss, dass ein 
solcher für die Israeliten bindend ist. Sie kennt also Jahve als den Gott Israels; dass 
sie ihn als ihren Gott anerkenne, liegt darin nicht. Erst Bd legt ihr ein persönliches 
Bekenntnis zu Jahve in den Mund (v. IIb). msM — Dnna*i fehlt LXX und ist wohl zu- 
gesetzt, um auf V. 18. 21 vorzubereiten; demnach nicht »ein Zeichen aufrichtiger Ge- 
sinnung«, sondern »ein zuverlässiges Zeichen«, das mein Haus für die Eroberer sicher 
kenntlich macht. 18 Für '«Hrr^ lies mit Qer§ "^n^rr« oder '«nHrr«!, cf. G-K § 96; LXX bietet 
dafür nach v. 18 xal ndvra rhv oImov fiov. 14 n'nsV — *i3üfia, eigentlich : unser Leben 
(soll) als Entgelt für euch zum Sterben (bestimmt sein), vran, Subj. Bahab und ihre 
Verwandten; besser Qerö •»■ra^. w na^i, cf. G-K § 126 y, Sinn — Art und Bichtnng 
unserer Flucht. Übrigens fehlt m — kV dm in LXX, die Worte sind also wohl aus v. 20 
entlehnt. Zu v. b cf. v. 9 a. 12. noim non nvy ist keine spezifisch jahvistische Wendung 
(Albers 43), cf. IlSam 26 15 so etc. 16 Zum Artikel in Vana und y\h^ cf. G-K § 126qr. 
Vana und v. b fehlen LXX. »wirm n-^a, an der Wand der Stadtmauer, Wand an Wand 
mit ihr, also unmittelbar an ihr. Übrigens sind in v. b wohl zwei Varianten zusammen- 
gestellt. 16 rfinn, das Gebirge Ephraim, das in seinen Schluchten und Höhlen sichere 
Schlupfwinkel bietet, enanai, cf. G-K § 63 c. 74 k. aö, cf. G-K § 72 q. 17 'T'^yains = 
von dem Eid, den du uns auferlegt hast, ntn, Schreibfehler für rvnn, w^vr^ ^wvt (cf. 
G-K § 59 h) fehlt LXX. V. b ist ohne Bedingungssatz nnverstfindlich und wohl nur 
durch Versehen aus v.20 hierher geraten. 18 ein nipn. Zusammengedrehtes einer Schnur 
a* zusammengedrehte Schnur, cf. G-K § 128 f. mn nach »irr konstruiert. »Diese Schnnr« 
ist entweder eine, die sie ihr geben, oder die znf&Uig in ihr Auge f&Ut und auf die sie 



Jos 2i9— Si. 159 

und au deine Verwandten versammle bei dir in deinem Hause, ^^ Jeder ^ 
drn^ aus der Thür deines Hauses hinausgeht^ trägt seihst die Verant- 
wortung für sein Lehen^ während toir schuldlos sind; wer aber bei dir 
im Hause ist, für dessen Leben sind toir verantwortlich, wenn Hand an 
ihn gelegt wird, ^^Wenn du aber diese unser^e Sachs verrätst, so sind 
wir frei von deinem Eid ' '. ^^Sie sprach: Wie ihr sagt, so sei es!, 
und sie enttiess sie, und sie gingen (davon). Sie aber band die rote 
Schnur an das Fenster.] ^^Da gingen sie und gelangten in das Gebirge 
und blieben dort drei Tage ' \ Die Verfölger aber suchten sie überall 
auf dem Wege und fanden sie nicht. ^^Dann (erst) machten sich die 
beiden Männer auf den Heimweg, stiegen herab vom G^irge und zogen 
hinüber ' ' zu Josua, dem Sohn Nuns. Und sie erzählten ihm aUes, 

was ihnen begegnet war. '^XJnd sie sprachen za Josoa: Jahve hat das ganze 
Land in unsere Gewalt gegeben, and alle Bewohner des Landes sind vor ans verzagt. 
3 'Da machte sich Josaa frfihmorgens auf, und sie brachen VOn Schittim 



hinweisen. imt''^w, cf. G-K § 59 h. 10 Zur Konstr. cf. Q-K § 143 a. •»»«'^a lön, of. Lev 
209. 'n fmn -n dm ist von LXX za v. 20 gezogen anter Änderung von ia in naf «-i wenn 
Hand an uns gelegt wird; doch ist MT vorzuziehen. 20 Zu v. a cf. v. 14, zu v. b cf. 
V. 17. lanyavn *i«k fehlt auch hier in LXX. 21 p . . . . a, cf. G-K § 161 c. 'pVrra — 'oh'^ 
fehlt LXX (Verwechselung der beiden la^'n v. 21 und 22). 22 Fortsetzung zu v. 16. tf 
vtrrm la« (cf. G-E § 164 e) fehlt LXX und ist vielleicht aus v. 16 entlehnt. 28 iiia*ti 
fehlt LXX. 24 -o zur Einfahrung der direkten Bede, cf. G-E § 157 b. Zu -na pa cf. 
Dtn. § 8, 61; zu v. b cf. v. 9 b. Wahrscheinlich ist v. 24 Zusatz des Bd wie v. 9b~ll. 
8, l*-6, 1 Der Obergang über den Jordan. Inhalt: Israel zieht von 
Schittim aus an den Jordan und bleibt hier noch einmal über Nacht (v. 1). Durch die 
Amtleute weist Josua nach 3 Tagen das Volk an, der von den Priestern getragenen 
Lade zu folgen (v. 2 — 4). Femer gebietet er ihm, sich für den folgenden Tag zu heiligen, 
da Jahve in seiner Mitte Wunder thun werde (v. 5). Dann setzen sich die Priester mit 
der Lade vor dem Volke in Bewegung (v. 6). Jahve ermutigt Josua und ordnet an, dass 
die Priester am Bande des Wassers Halt machen (v. 7—8). Josua verkündet dem Volk, 
das Wasser des Jordan werde versiegen, sobald die Priester es berühren; daran werde 
offenbar werden, dass ein lebendiger Gott in seiner Mitte sei, der ihm auch weiter helfen 
werde (v. 9 — 13). Dazwischen steht die Anordnung, aus jedem Stamme einen Mann aus- 
zuwählen (v. 12). Das verheissene Wunder tritt ein; die Priester stehen mitten im 
Jordan, w&hrend das Volk trockenen Fusses hinüberzieht (v. 14 — 17). Nach dem Über- 
gang gebietet Jahve, aus jedem Stamm einen Mann auszuwählen, damit er aus dem Bett 
des Jordan einen Stein mitnehme nach dem nächsten Nachtquartier (4i— s). Josua 
beruft die bereits ausgesonderten 12 M&nner und giebt ihnen die entsprechende An- 
weisung; die Steine sollen ein Denkmal sein, das kommende Geschlechter an das Wunder 
erinnert (v. 4 — 7). Dem entsprechend werden 12 Steine mitgenommen (v. 8), und 12 
werden inmitten des Jordan aufgerichtet (v. 9). Nachdem das Volk hinübergezogen ist, 
geht auch die Lade hinüber (v. 10 — 11). Auch die ostjordanischen St&mme ziehen mit 
(v. 12~-13). So verherrlicht Jahve den Josua (v. 14). Auf Geheiss Jahves befiehlt Josua 
den Priestern, aus dem Flussbett heraufzusteigen, und alsbald beginnt der Jordan wieder 
zu fliessen (v. 15 — 18). Am 10. Tage des 1. Monats findet der Übergang statt, und 
Israel lagert sich dann bei Gilgal (v. 19). Hier richtet Josua die 12 Steine auf als ein 



160 Job 3i. 



c > 



auf^ und als sie bis zum Jordan gekommen waren^ hUeben sie dort 



Denkmal der Wunderthat Jahves (v. 20—24). Den Konigen der Amoriter und Eananiter 
jagt das Wander einen lähmenden Schrecken ein (5i). 

Analyse. Dass die Erz&hlnng in ihrer gegenwärtigen Form nur su begreifen 
ist durch die Annahme, dass an ihr verschiedene Hände thätig waren, ergiebt sich aus 
der grossen Unklarheit derselben, die beim Vergleich mit andern, s. B. der von Kap. 2, 
höchst auffällig ist. So scheint der Übergang 3i7 4i yollendet zu sein, 45 (Sa^ '^A vtay) 
befindet Israel sich noch am Ostufer, 4io zieht es noch einmal über den Jordan. Femer 
ist nach 4u die Lade bereits am Westufer, mit 4u ist die Erzählung deutlich abge- 
schlossen; jedoch 4 15 ff. stehen die Priester mit der Lade noch immer im Bett des 
Jordan. In 4iff. befiehlt Jahre die Auswahl von 12 Männern, die doch nach 3u längst 
erfolgt ist. Was sollen die 12 Steine inmitten des Jordan (49) neben den in Gilgal 
aufgerichteten (4i — 8. soff.)? Endlich ist die Chronologie in Siff. unklar: nach v. 1 soll 
der Übergang am folgenden Tage erfolgen, nach v. 2 hätte man noch 3 Tage gewartet, 
bis der Befehl zum Aufbruch gegeben wäre, und nach v. 5 wäre der Aufbruch wieder um 
einen Tag verschoben worden; zudem ist durch nichts angedeutet, dass das Wort v. 6 
einen Tag später gesprochen ist, als das von v. 5. — Hier ist nun zunächst leicht zu 
sehen, dass die Scheidung von v. 1 und 5 einerseits von v. 2 — 4. 6ff. andererseits die 
chronologische Schwierigkeit beseitigt. Zugleich lehrt der Vergleich von v. 2 mit lief., 
dass V. 2 — 4. 6 ff. mit lief, zusammengehören, während v. 1 und 5 mit Kap. 2 zusammen- 
zunehmen sind (Schittim 3i wie 2i). Eben daraus ergiebt sich aber auch, dass Kap. 2 
nicht von D* verfasst sein kann (siehe zu Kap. 2), da der Inhalt desselben in den 3 
Tagen, die zwischen liof. und 3s verfliessen, nicht unterzubringen ist (die Kundschafter 
kommen am ersten Tage Abends nach Jericho, verweilen dann 3 Tage im Gebirge, 
kommen also frühestens am 4. Tage zu Josua zurück, am 5. erfolgt der Aufbsuch vta 
Schittim [dmti Si], der Übergang aber erst am 6. Tage). — In 39 — 17 ist die Erzählung 
im Grossen und Ganzen glatt (Über v. 12 s. u.). Da in diesem Abschnitt die Priester 
als Träger der Lade eine bedeutsame Bolle spielen, wie niemals in vordtnen Schriften, 
kann er weder von J noch von E hergeleitet werden, vielmehr ist das einzig Natürliche, 
ihn als Fortsetzung zu v. 2 — 4. 6 ff. zu betrachten (cf. die Bolle der Lade in v. 3. 4. 6. 
8). Wenn Wellh. dagegen einwendet (Comp.* 120), dass die Lade in v. 2—4. 6—8 stets 
»Lade des Bundes« heisse, in v. 9—17 niemals (über die scheinbaren Ausnahmen v. 11. 
14. 19 8. u.), so ist dagegen zu bedenken, dass nt^an f\*vi nach Dtn. § 8, 14 speziell für 
die dtnsten Bedaktoren charakteristisch ist, dass also v. 9—17 sehr wohl mit v. 2—4. 
6—8 aus einer Quelle (D^ abgeleitet werden können, wenn man nur annimmt, dass in 
V. 2—4. 6—8 eine Bearbeitung durch Bd stattgefunden hat. Auf denselben Bd geht 
dann vielleicht auch die Zufügung von n*»^ in v. 11. 14. 17 zurück. Bestätigt wird die 
Annahme einer Überarbeitung der Quelle D' durch fi^nVn D'^rorr (3s), einen Ausdruck, 
der nach Dtn. § 4, 3 a der nachezechielischen Zeit angehört, während D* nach Dtn. 
§ 4, 2d in früherer Zeit schrieb. Somit ergiebt sich für Kap. 3 als wahrscheinliches 
Besultat, dass B die Quelle D* zu Grunde gelegt und aus der Paralleldarstellung des 
E lediglich einige Fragmente eingearbeitet hat. In v. 2—4. 6—8 hat Bd stärker einge- 
griffen; über die genauere Bestimmung der redaktionellen Zuthaten siehe die Einzeler- 
klärung. — Es ist a priori wahrscheinlich, dass das Verfahren des B in Kap. 4 das 
gleiche geblieben ist, dass auch hier die Darstellung von D' lediglich durch Frag- 
mente aus E ergänzt ist, und dass Einzelnes auf Bd zurückgeht. So dürfte 49 von Bd 
stammen (rr«*urr Y^mI), desgleichen v. 6 — 7 a und v. 21—24 (beide übrigens vielleicht von 
verschiedenen Händen), da diese Abschnitte ihre Parallele an Stellen des Bd haben (Ex 
1296ff. 14i5ff. Dtn 6ioff.), und endlich auch 4 15-18 (n-^a "pmi v. 18, cf. auch v. 16, wo 
nv9 Ersetzung von mna durch Bp sein wird, und beachte die stilistische Ähnlichkeit 



Jos 3i>-7. 161 

fiber Nachty ehe sie hinüberzogen. 'Nach drei Tagen aber gingen die Amt^ 

lente im Lager nmher *nnd geboten dem Volk: Wenn ihr die Lade mit dem Gesetz 
Jahvee, enres Gottes, und die leritischen Priester sie tragen seht, so brecht von eurem 
(Stand*)Ort auf nnd zieht hinter ihr her ^[doeh boU ein Abstand von etwa 2000 Eüen 
«wischen euch und ihr bleiben: ihr dürß ihr nicht nahe kommen!] , damit ihr den Weg 
wisBt, anf dem ihr gehen sollt; denn ihr seid bisher nie auf einem solchen Wege 

gezogen. ^Alsdann ge^ot Josua dem Volke: Weihet euch, denn morgen 

wird Jahve unter euch Wunder thun! •Und Josua sprach zu den Priestern: 

Nehmt die Gesetzeslade auf und zieht vor dem Volk einher. Da nahmen sie die Gesetzes- 
lade auf und zogen vor dem Volk einher. * Jahve aber sprach zu Josua: Heute werde 



mit 36). Sehen wir von 4i9 (zweifellos P, cf. Einzelerklärung) ab, so blieben als quellen- 
haft übrig 4i — 5. 7 b. s. lo — u. m. Von diesen gehören eng zusammen y. 1 — 3 und 8, die 
eine vollkommene Parallele zu v. 4 — 6. 7 b. 20 bilden. Es liegt nahe, sie auf D' und E 
zu verteilen. Zunächst scheinen v. 4 — 5. 20 D* zugewiesen werden zu müssen (^"t p^K 
ny^nWi v. 5). Doch setzen v. 10—14, die wegen der die Lade tragenden Priester wohl 
D' zuzuweisen sind (v. 10. 11; beachte auch den Bückweis auf lisff. in 4i9f.), in v. 10 
die Darstellung von v. 1—3 voraus; denn nur in v. 1 (nicht in v. 4) wird ein Befehl 
Jahves an Josua erwähnt. So werden v. 1 — 3. 8. 10—14 D* angehören, v. 4—5. 7 b. 20 
aber aus E eingefügt sein, und aa^^nVic ^""^ yrm (v. 5) wird von B stammen. Dass es hier 
nicht n*^a «p^ heisst, ist kein Gegengrund; denn B ist kein Individuum, die verschie- 
denen Bedaktoren aber haben in den Bezeichnungen der Lade keine einheitliche Begel 
befolgt, cf. ZATW 1891 S. 114 ff. - Endlich 5i, der durch die Kapitelteilung f&lschlich 
vom Vorhergehenden getrennt ist, dürfte sicher Bd angehören (s. u.). — Mit der allge- 
meinen Scheidung (D*: 3s — 4*. 6—8*. 9 — ii. is— 17 4i— 8. 8. lo— u; E: 3i. 6 44— 6.7b. ao; 
P: 4 19; alles Obrige B) sind freilich noch nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Die noch 
übrig bleibenden werden teils auf Bechnung der dtnsten Bearbeitung, teils auf die der 
Abschreiber zu setzen sein; siehe dazu die Einzelerklärung. Über das Yerfahren des B 
und seinen Zweck bei Einfügung einzelner Fragmente aus E siehe am Schluss der Aus- 
legung. 

Einzelerklärung. Kap. 3. 1 "^paa — nav^, eine in Jos. beliebte Wendung, 
cf. 6 IS 7 16 8 10; da der Wechsel des Subjektes {ynr\) befremdlich ist, ist dieselbe wohl 
Zusatz, "ipaa, an dem auf 2s8f. folgenden. Vm'^vt — M^n fehlt LXX. 2 Die 3 Tage sind 
nicht von v. 1 an gerechnet, sondern von lief, an (s. o.). Da nun die von lief. 3s an- 
genommene Chronologie der des E widerspricht, ergiebt sich zugleich, dass auch lief, 
nicht von E geschrieben sein können. D'^^ün, cf. lio; zu v. b cf. In. 8 Zu i vor dmk cf. 
G-K § 154 a. Der Überarbeitung des Bd werden angehören das n*>*o hinter ^*im (cf. Dtn. 
§ 8, 14) und in« — ö-^anann (cf. zu ö-'i^n )aniran Dtn. § 8, 51b und § 4, 3a; T.TY Syr. 
schieben *i vor v^hr\ ein!); ursprünglich hiess es also: wenn ihr die Lade seht, seil, auf- 
brechen, so . . . Zu der Erwähnung der Lade als einer sich selbständig bewegenden 
cf. 4ii Num lOss. Zu ns-^nWc ->^ cf. Dtn. § 8, 43 c. 4 p*irT% substantiviertes Adjektiv. 
Hran, Qer§ unnötig Tral, cf. G-K § 103 o. Der Finalsatz Sai yih schliesst an v. 3 an, 
beweist also, dass y^k — "jk Zusatz ist. Berührung der Lade galt schon frühe für 
gefährlich, cf. IlSam 66f.; doch ist D* eine übertriebene Scheu vor ihr, wie sie sich 
hier kundgiebt, fremd; beim Übergang über den Jordan kommt ihr das Volk näher, 
ebenso 69ff. Der unbekannte Weg (v. b) ist der durch ein wunderbar trocken gelegtes 
FluBsbett. Zum demonstrativen Artikel in ^^na cf. G-K § 126 a. 5 ivnpnn, cf. Ex 19 lo. i4 
(E); die Weihe ist erfordert durch die Nähe Gottes, nrns, also sind diese Worte am 
Tage vor dem Übergang gesprochen (cf. v. 1), mithin früher als v. 3 f. wuhtA rvm ist 
nicht spezifisch jahvistisch (cf. Jud 6i8), auch zu selten, um für J charakteristisch zu 
sein. 6 an v. 3 f. anschliessend, wegen n*«*on ynm von Bd abzuleiten, der eine ausdrück- 



162 Jos 37—16. 

ich anfangen, dich vor ganz Israel zu yerherrlichen, damit sie erkennen, dass ich, wie 
ich mit Moses war, (so auch) mit dir sein werde. *Dn aber gebiete den Priestern, die 
die Gesetzeslade tragen: Wenn ihr an den Band des Wassers des Jordan kommt, so 
macht am Jordan halt. *Und Josna sprach zn den Israeliten: Tretet henni nnd 
yernehmt *das Wort* Jahves, enres Gottes. ^^[Danii sprach Josna:] Daran werdet 
ihr erkennen, dass ein lehendiger Gott nnter ench ist[, nnd dass er vor ench 
die Kananiter, Hittiter, Hiwwiter, Perizziter, Girgasiter, Amoriter nnd Jehnsiter 
yertreihen wird] : " die Lade * Jahves', des Herrn der ganzen Erde, wird Jetzt * ' 
durch den Jordan ziehen. **C ' Wählt euch 12 Männer aus den Stämmen Israels 
aus, aus Jedem Stamm einen Mann.] "Und wenn die Fnsssohlen der Priester, die 
die Lade Jahves, des Herrn der ganzen Erde, tragen, sich in das Wasser des 
Jordan niedersenken, so wird das Wasser des Jordan aufhören (zn fliessen), das 

Wasser, das * ' herabfliesst, nnd stille stehen * '. ^^ Als nun das Volk aus 

seinen Zelten aufbrach, um den Jordan zu überschreiten, [während die 

Priester^ die die Lade * ' trugen, vor dem Volk {gingen) J ** und als die [Träger der] Lade 



liehe Angabe über den Aufbruch vermissen mochte. 7 Cf. die ähnliche Ermutigung 
Moses Dtn 285 (B), zu v. b cf. l6 (B); der Yers ist also wohl von Bd nach 4u ein- 
gefügt. Zu *M9K cf. G-K § 166 b. 8 wegen rwnart phK von Bd, der auch hier wie v. 6 
die Einzelheiten genauer anordnen lässt. Übrigens machen die Priester nach v. 17 
nicht am Ufer halt, sondern in der Mitte des Flussbettes. 9 zeigt in aa^ri^K ^"'* dtnen 
Charakter, kann also nicht wohl von J oder £ abgeleitet werden. Als Worte Gottes 
(statt "«"^an hat LXX den gebräuchlicheren Singular) kann Josua das Folgende (v. 10—13) 
ausgeben, sofern er als von Jahve bestellter Führer das Offenbarungsorgan Jahves dem 
Volke gegenüber ist, wie früher Moses, l«;«, zum Ton cf. 6-K § 29e, zum ö cf. G-K 
§ 66 c. 10 9«*itr ^naim fehlt LXX, kann also nicht als Beweis dafür dienen, dass hier 
eine neue Quelle einsetzt. Wenn ursprünglich, würde es nur besagen, dass Josua nach 
der Pause, während der das Volk herantritt, neu anhebt. Josuas Yorherankündigung 
des Wunders soll Israel dazu treiben, dasselbe so zu betrachten, dass es einen religiösen 
Gewinn von ihm hat; es beweist, dass ein lebendiger, wirkungskräftiger Gott in Israels 
Mitte ist, sodass man weitere Thaten von ihm erhoffen und ihm vertrauen kann. Ob 
V. b von D* oder von Bd stammt, lässt sich nicht entscheiden; jedenfalls ist er dtn. 
(zu «T'iin cf. Dtn. § 8, 49, zu der Aufzählung der 7 kananitischen Völker cf. Dtn 7i etc.). 
11 Sai rr^^n yr^ ist syntaktisch unmöglich, cf. G-X § 128 c; rv^^n ist wohl von Bd für 
ursprüngliches ^"** eingesetzt, cf. v. 13. Zu der dem Zusammenhang entsprechend ge- 
wählten Bezeichnung Jahves als y^mn ^a 7)111 cf. Dtn 10 u. 17. vs-^A fehlt LXX. 12 
unterbricht den Zusammenhang zwischen v. 11 und 13, ist also wohl zunächst als Yor* 
bereitung auf 44 an den Band geschrieben und fälschlich hier, statt hinter v. 13, ein- 
gefügt; weiteres siehe zu 44ff. nnn fehlt LXX. 18 ni», cf. G-K § 72 q. 'pmv^, cf. G-E 
§ 51m. rhrahfo D'n^n D^nan, nachträgliche Näherbestimmung zu p'i*'n ««ib, vielleicht ans 
V. 16 eingedrungen, rhnho und ihm na fehlen LXX. Zu na cf. Ex 15s. 14—16 bilden 
Einen Satz. Die durch ^rr*i eingeleitete Zeitbestimmung wird durch die Inf. yeaa und 
Mias gegeben, von denen der letztere durch das Verb. fin. iVatsa fortgesetzt wird (cf. G-K 
§ 114 r); an jede der beiden Zeitangaben ist ein Umstandssatz, v. 14b und 15b, ange- 
schlossen (cf. G-K § 141 e), der als Parenthese zu denken ist; mit v. 16 beginnt die 
eigentliche Aussage. Die Kompliziertheit des Satzbaues lässt vermuten, dass Über- 
arbeitung vorliegt. Die beiden Zeitangaben decken sich nicht, werden also aus ver- 
schiedenen Quellen stammen. V: 15a wird wegen der Obereinstimmung mit v. 13 D* 
angehören (beachte auch die Priester als Träger der Lade); v. 14a wird also ans £ 
entlehnt sein. Y. 14b aber (cf. v. 6) wird von B stammen, ebenso v. 15b, cf. 4i8b. 
14 rrhsn ist nach yrmrt syntaktisch unmöglich, s. v. 11; ebenso hiess es vielleicht auch 



Jos 816—45. 168 

an den Jordan kam[en] und die Fttsse der Priester, die die Lade tmgen, in den 
Band des Wassers eintauchten — der Jordan war aber überall Über seine Ufer ge- 
stiegen, die ganze Erntezeit hindurch — , '*da blieb das Wasser stehen; das von 
oben herabfliessende stand als ein Damm gar fem bei 'Adam, der Stadt, die bei 
Sarethan liegt, und das abwärts zum *Arabameer, dem Salameer, fliessende verlief 
sich Tollständig. Da zog das Volk gegenüber von Jericho hinüber. "Und die 
Priester, die die Lade ' ' trugen, standen auf trockenem Boden mitten im Jordan 
' *, und ganz Israel zog auf trockenem Boden hinüber, bis das ganze Volk die 
Überschreitung des Jordan vollendet hatte. 4 ^ * ' Da sprach Jahve zu Josua: 
^[Wählt euch aus dem Volk 12 Männer aus, aus jedem Stamm einen Mann^ *und gebietet 
ihnen:] Nehmt euch ' ' ans der Mitte des Jordan ' ' 18 Steine auf, tragt sie mit 
euch hinüber, und stellt sie an dem Lagerplatz auf, an dem ihr diese Nacht bleiben 

werdet. *Da rief Josua ' ' 12 Männer^ die er von den Israeliten be- 
stimmt hatte^ aus jedem Stamm einen Mann. ^Und Josua sprach zu 
ihnen: Zieht vor mir hin in die Mitte des Jordan^ und nehmt jeder 
einen Stein auf die Schulter nach der Zahl der israeliäschen Stämme^ 



in 16 ursprünglich "pim load, da alsdann die umständliche Bezeichnung der Tr&ger der 
Lade in y. a^ natürlicher wird. 'mi-TA Va Vy, der Jordan hat sich im Ghor zunächst 
ein weiteres Flussbett (ez-Zdr) und innerhalb desselben ein etwas tiefer liegendes, engeres 
gegraben; gewöhnlich füllt er nur das letztere aus, während und kurz nach der Begen- 
zeit aber auch das erstere. ^i^ '*Bn Va, bei Jericho ist die Ernte Mitte Mai vollendet 
(Buhl 54); der Übergang fand also etwa im April statt, cf. 4i9. 16 cf. t. 18. na lup 
nrw, verbaler Umstandssatz, cf. G-E § 156 d. dtm, vielleicht » D&mije, etwa 30 km nord- 
wärts am Jordan gelegen; pnx (wohl ■- rms IBeg Ilse), unbekannt, cf. Buhl 181. 
Das Qerd Dmeo meint, dass die Wasser noch weit oberhalb von Adam stehen blieben. 
Übrigens liest LXX fiaxqav atpoSqa atpoSQtk (aus STUtt entstandenes niito) Ivtg fii^vg 
Ka[Qut\9utQilfi (= ff»nyj n:!*i|?). Zu in*öa ««sr» cf. G-K § 120g. 17 mrr» n'»na ist, wie der 
Artikel vor yt^ zeigt, Zusatz, pn (fehlt LXX), fest, cf. G-K § 113 h, eigtl. »ein Fest- 
stellen«. 'ui Va% cf. (}-E § 141 e. Y. b besagt nur, wie lange die Teilung des Jordan 
anhielt, führt also die Erzählung selbst nicht bis ans Ende des Durchzugs, sodass das 
4sff. Erzählte erst nachher stattgefunden hätte; cf. zu 4ia. Kap. 4, 1. Nach v. a 
scheint es, als ob alles Folgende sich erst nach der Überschreitung des Jordan ereigpiet 
hätte. Da jedoch sowohl D* als E voraussetzen, dass der Übergang noch nicht vollendet 
ist (cf. V. 3. 5), ist V. a wohl irrtümliche Wiederholung von 3 nb^, die nachher durch eine 
kleine Änderung nach 4ii in den Text eingepasst ist. Der Inhalt von v. Ibff. ist also 
während des Überganges anzusetzen. 2 cf. 3i9. Zu -rrw «*« tttm tpni cf. G-K § 184 q. 
8 BdV, cf. (y-K § 119 s. nro fehlt LXX, ebenso tmrxsn — aarsto; mit letzteren Worten ist 
aber auch das dann sinnlose ^"^dn zu streichen, das übrigens 7«sn zu lesen wäre (cf. Gr-K 
§ 53 k). Der Zusatz stammt teils aus v. 9, teils aus 3i7. Aus v. b ergiebt sich, dass 
nicht Israel zu den 12 Männern redet, wie man nach v. aa erwartet, sondern dass Israel 
angeredet ist. Da auch die Fortsetzung v. 8 Israel als Träger der Steine nennt, so ist 
mit Wellh. v. 2 und 3aa (bis yanh) als Zusatz nach 3u und 44fir. zu betrachten. Dnnayni 
loaaf zeigt, dass Israel noch am Ostufer steht. Zu dem masc. Suff. finiK etc. cf. G-K 
§ 135 0. n!)^i>n, cf. G-K § 126 b. 4 ^'^m (zur Stellung des Art. cf. König, Syntax § 813 i) 
weist mit seinem Artikel ebenso wie das ]^arr *^ük auf Sit zurück. Doch fehlt der 
Artikel in LXX. Danach scheinen die Männer bisher noch nicht erwähnt gewesen zu 
sein; durch fsn hmi wird nur nachträglich bemerkt, dass sie schon vorher ausgewählt 
waren. Dies mag der Anlass gewesen sein für die Entstehung der Glosse 3is; deren 
Einschaltung bedingte auch die Setzung des Artikels vor 1V9. B.Y. a lautet in LXX: 

HaadkowiBfnitw s. AT: St«o«rBag«l, Jörn». 12 



164 Jos 46—11. 

* damit das ein Zeichen unter euch werde. Wenn eure Kinder euch kttnftig 
fragen: Was bedeuten diese Steine für euch? *80 sollt ihr ihnen antworten: Dass 
das Wasser des Jordan vor der Lade mit dem Gesetz Jahves versiegte, als sie 

durch den Jordan zog * \ So soüen diese Sieine für die Israditen ein etviges 

Denkmal sein. *Da tliaten die Israeliten so, wie Josna befohlen hatte, and sie 

nahmen 18 Steine mitten ans dem Jordan, wie Jahye an Josna gesagt hatte 
[^ nach der Zahl der israHÜBehen Stämme], nnd tmgen sie mit sich hinfiher snm 
Nachtlager nnd stellten sie dort auf. *Aber (andere) 12 Steine richtete Josua mitten 
im Jordan auf an der Stelle, wo die Füsse der Priester, der Tr&ger der Gesetzeslade, 
standen; dort befinden sie sich bis auf den heutigen Tag. '"Die Priester aher, die 
die Lade tragen, standen mitten im Jordan, his alles vollendet war, was Jahve 
Josna dem Volke an sagen hefohlen hatte ' '; nnd das Volk sog eilends hinfiher. 
^' Als nnn das ganse Volk den Dnrchxng vollendet hatte, sog anch die Lade Jahves 

nQoaaydynt ifjmQoad-iv fioi/ n^ nQoawtov xvqIov iU (lioov etc., T.YY hat also weder 
^i^iM noch Dd*n^K gelesen. Femer dürfte sich aus LXX ergeben, dass es ursprünglich 
^V^^ hiess, dass dieses aber später in ^<^ rerschrieben und als Abkürzung für '^"'' "wV 
aufgefasst wurde, welche Lesart dann auch als Variante in die LXX Überging. Selbst 
hier erwähnte E also die Lade nicht! Ssi na'^'in, seil, in der Mitte des Jordans, um sie 
nach dem jenseitigen Ufer mitzunehmen, cf. ▼. 20. Die Vermutung Wellh.*s, dass die 
Steine vom Ostufer mitgenommen und inmitten des Jordan aufgerichtet werden sollten 
(cf. V. 9), ist mit dem Torliegenden Text unvereinbar. 6— 7a Zusatz des B, s. ob.; das 
ergiebt sich auch daraus, dass hier nicht die 12 Männer, sondern Gesamtisrael ange- 
redet wird. Auch das zu D'^aaKn nicht recht passende niit dürfte auf die Hand eines 
B weisen. pVwr, cf. G-K § 47m. 7 *»w, cf. G-K § 157 c. pv«rr •»» in^aa fehlt LXX und 
ist wohl nur irrtümliche Wiederholung, 'p'ttt, cf. Ex 17 u (E). ^"^aja, cf. G-K § 97. 
8 Auch hier sind wie v. 3 »die Israeliten« Träger der Steine; die einzelnen Ausdrücke 
•JKW^'», p*i^n Tina, öi'iar'i, -pV», oinm, die hier wie v. 3 stehen, und 'w ^■sn yotia bestätigen 
den Zusammenhang mit y. 3. Aus dem yvirr mx yo^ kann das Gegenteil nicht gefolgert 
werden ; denn in v. 3 war zwar nicht berichtet, dass Josua den Befehl Jahves weitergab, 
doch versteht sich das von selbst (vgl. dieselbe Auslassung des Selbstverständlichen in 
lu). Übrigens macht der doppelte Hinweis auf einen entsprechenden Befehl Josuas resp. 
Jahves wahrscheinlich, dass rehrr ntx noto Zusatz ist. ^tirtr — "^wvh hinkt nach und 
ist wohl aus v. 5 eingefügt. berichtet Bd (s. ob.) von der Aufrichtung von 12 Steinen 
inmitten des Jordan. Es sind dies andere, als die in v. 1 — 8 behandelten, wie das 
Fehlen des Artikels vor &**aaK zeigt. Es ist daher unberechtigt, aus v. 9 auf den ursprüng- 
lichen Lihalt von v. 5 einen Schluss zu machen (s. zu v. 5). Der Einschnb ist wohl 
durch Dtn 27 i veranlasst, wo Moses befahl, bei der Überschreitung Steine zu errichten. 
Wer das »bei« presste, konnte leicht zu der Vorstellung von v. 9 kommen. Auch be- 
fand sich ein Steinhaufen an dieser Stelle (v. b), vielleicht zur Kenntlichmachung der 
Furt(?), und so lag es nahe, ihn als den von Dtn 27« geforderten zu deuten, d« rm, 
cf. Dtn 105. 10 Fortsetzung zu v. Ib. 8. 8 (s. o.) und Wiederaufnahme von 3i7 zum 
Zweck der Überleitung zu v. 11. Durch v. 8b/? wird der Anschluss von v. 10 an v. 8 
nicht gehindert; denn v. 8b/? ist eine vorgreifende Bemerkung, die an dieser Stelle 
angebracht wurde, weil sie ihrer Kürze wegen nicht gut einen besonderen Abschnitt 
der weiteren Erzählung bilden konnte, rmrr^ — Vaa fehlt LXX; der Glossator denkt 
wohl an v. 9 und die entsprechende Anordnung Moses Dtn 27 i, die allerdings nicht 
speziell an Josua gerichtet war, aber doch auch an ihn. Die Erwähnung der Eile des 
Volkes hat keine besondere Bedeutung und braucht nicht aus der Furcht, dass das 
Wasser wiederkehren möchte, erklärt zu werden. Die Eile ist selbstverständlich, wenn 
das ganze Volk hinüber muss, während die Priester im Jordan still stehen. 11 D*«»iarrt 
Dyn "«afeV ist unverständlich, da die Priester erst nach dem Volk hinübergehen. Dass sie 



Jo0 4n— »• 166 

biaflber >*Anch die Bubeniten lud Gaditen und die eine Httlfte dee 

Stammee MaaASse sogen kampfgerttstet vor den Israeliten hinüber, wie ihnen 
Moses geboten hatte[; ^'in Zahl Ton etwa 40 000 kriegstfichtigen (Mftnnem) sogen 
sie vor Jahve hinttber snm Kampf in die Gefilde Jerichos]. ^^An jenem Tage 
yerherrlichte Jahve Josna vor gans Israel, nnd sie hatten Ehrfurcht Tor ihm, wie 
sie vor Moses Bhrftircht hatten, sein ganses Leben lang. ^*ünd Jahre sprach zu Josua: 
^* Gebiete den Priestern, die die Lade mit *dem Gesetz* tragen, dass sie aas dem Jordan 
heraufsteigen. '*Da gebot Josua den Priestern: Steigt aus dem Jordan herauf! ^*ünd 
als die Priester, die die Lade mit dem Gesetz Jahres trugen, aus dem Jordan herauf- 
stiegen, da hatten sich die Fusssohlen der Priester kaum auf das trockene Land los- 
gerissen, als auch schon das Wasser des Jordan wieder an seine Stelle kehrte und wie 
ehedem über all seine Ufer trat. ^^Dm Volk war aber aus dem Jordan herauf- 
gediegen am 10. Tage des ersten Monats; und es lagerte sich bei Oügal am 

Ostende (des Gebietes) von Jericho. «® Und jene 12 Steine^ die sie aus dem 

Jordan mitgenommen Tiatten^ richtete Josua in Gügal au/^ •*' ' und sprach 

dabei: Wenn eure Kinder *euch* fragen: Was bedeuten diese Steine? "so sollt ihr 



wieder an die Spitze desselben treten, steht nicht da. LXX {xal ol Ud^i tfinqoad-tv auriSv) 
bat wohl nur konjiziert. Der Text scheint Torstümmelt zu sein. 12 — 18 Eine nach- 
trägliche Bemerkung darüber, dass die 8Vs ostjordanischen Stämme ihrer Verpflichtung 
(Dtn Sisff. Jos 1 isff.) nachkamen. Die Zahl 40000 (die sich wohl nur auf die 27^ Stämme 
bezieben soll) stammt schwerlich aus P, bei dem nach Num 26 eine viel grössere Zahl 
erwartet werden müsste. Höchstens Anklänge an den Sprachgebrauch des P lassen sich 
nachweisen (nasn rthn, ^"-^ '^th und nonV»V, cf. Num 32 m; '\rr^'^ nia'iy, cf. 5io), sodass 
rielleicht Abschreiber die ihnen geläufigeren Ausdrücke an die Stelle anderer gesetzt 
haben. 14 cf. 37. Jahye hat seine Yerheissung erfüllt; die Folge ist die gleiche Ehr- 
furcht Israels yor Josua, wie einst yor Moses. Y. 14 wird meist yon Bd abgeleitet, 
doch ist nicht wahrscheinlich, dass Bd eine Scblussformel yon sich aus an einer Stelle 
eingesetzt hätte, an der seine Erzählung noch nicht zu Ende ist; er hätte sie wohl 
hinter y. 18 gesetzt. Bichtiger ist der Vers yon D' abzuleiten. 16 — 18 D* hatte wohl 
yon dem Eintritt des Wunders erzählt, jedoch nicht yon der Wiederkehr des Wassers. 
Diese Lücke will Bd wohl ausfallen. Wie das Wunder eintritt, als die Priester das 
Wasser berühren, so bort es auf, als sie das Flussbett yerlassen. Dass sie es aber yer- 
lassen, ist durch einen Befehl Josuas yeranlasst, wie dieser wieder auf einen Befehl 
Jabyes zurückgeht. Diese Umständlichkeit betreffs der selbstyerständlichsten Dinge 
erinnert stark an den Stil des P; dies und ninyn p">K sind denn auch oft als Kenn* 
zeichen der Abfassung durch P yerwertet. Doch sprechen die Priester statt der Leriten 
als Träger der Lade gegen P; auch fehlt sonst jede Spur einer ausführlicheren Parallel- 
erzäblung des P. Derselbe umständliche Stil findet sich auch bei B (cf. 36. s 
4 s— saa). Demnach wird niiyn ursprünglichem n***v3n durch einen Abschreiber sub* 
stituiert sein, dem der Ausdruck yon P her geläufig war; cf. den ähnlichen Fall Ex 32 15. 
16 ^^n ms, cf. G-K § 109 f. 18 Die Zeitbestimmung mV'a gehört sowohl zu ipna wie 
zu 'lavm, beide Ereignisse finden also gleichzeitig statt, das zweite aber doch als zeit- 
liche Folge des ersten; dadurch soll das unmittelbare Aufeinanderfolgen ausgedrückt 
werden, i^nns ^a hs, cf. 3i5. 10 Die Form der Datierung ist die bei P gebräuchliche 
(cf. Ex 12s etc.), auch finden sich solche genauen Datierungen nur bei ihm; demnach 
ist der Yers yon P herzuleiten, irm-* ist hier nicht die Stadt, sondern das yon ihr be- 
herrschte Gebiet, cf. 2iff. Über Gilgal =» Dscheldschül, östl. yon Bihä cf. Buhl 180; 
über den Namen und das dort befindliche Steindenkmal cf. zu 59. 20 Dublette zu y. 8, 
also wohl E angehörig. 21—24 Zusatz des Bd (s. ob.). 21 cf. 46. hv^vn — ^asun fehlt 
LXX. ^«K, cf. G-K § 169 cc. anian r» ^ma, LXX v^«;, wegen des »ihre in y. 22 yorzu- 

12* 



166 Jos 4tt— 5i. 

euren Kindern yerkfinden: Trockenen Fasses zog Israel hier dnrch den Jordan, **da 
Jahye, euer Gott, das Wasser des Jordan vor euch austrocknen liess, bis ihr hinfiber- 
gesogen wäret, wie Jahve, euer Gott, es mit dem Schilfmeer that, das er vor uns aus- 
trocknen liesB, bis wir hindurchgezogen waren, •* damit alle Völker der Erde erkannten, 
dass Jahres Hand stark ist, aufdass *sie' Jahve, euren Gott, immerdar ffirchteten. 
5 ^ünd als *die' Könige der Amoriter jenseits des Jordan * ' und 'die' Könige der 
Kananiter am Meere hörten, dass Jahre das Wasser des Jordan vor den Israeliten hatte 
vertrocknen lassen, bis sie hinübergezogen waren, da verzagten 'sie' und wurden * ' 
mutlos vor den Israeliten. 



ziehen; cf. Syr. 28 ^w !•, cf. G-K § lB8b. Zu den Ausdrücken cf. 2io. Die zweite 
Person {varrkn etc.) erklärt sich daraus, dass hier nicht mehr die fragenden Kinder an- 
geredet sind, während in der ersten Person {'WVü etc.) Josua sich selbst mit einschliesst. 
24 Der Zweck der göttlichen Wunderthaten ist Offenbarung seiner Macht für alle Welt, 
damit Gottesfurcht erweckt werde. ariM^t yroh, inhaltlich sich an das Vorausgehende 
schlecht anschliessend und syntaktisch unmöglich, da nach 'pnsh Imperf. stehen müsste; 
lies Dnith^ 'pfA (Infin.). Zu ■•"'' p» k^", ös-'n^n -»'^ und npm -n cf. Dtn. § 8, 47. 43. 6. Zur 
Konstr. irrr rr^n -^ ••"•» t mi cf. G-K § 117 h. Kap. B, 1. Vs (bisj, tw und -n:? fehlen 
LXX (fw auch Syr.). Für ^rrxf lies mit Qerö Trg. LXX und Syr. d^». Zur Unter- 
scheidung der (auf dem Gebirge wohnenden) Amoriter und ihrer Nachbarn, der in den 
Niederungen am Meeresnfer wohnenden Kananiter, cf. Dtn l7. Es ist daher unnötig, 
in ö'»n — ^51 eine Glosse zu sehen, ^m* p«, cf. G-K § 157 c Sai «rain, cf. 4ss; Sai own, 
cf. 2 11. Die Gleichheit der Ausdrucksweise mit der des Bd spricht für Abfassung auch 
unseres Verses durch Bd. — Zusammenfassung: Zu Grunde gelegt ist die Erzählung 
des D*, die vollständig mitgeteilt ist. Sie verläuft folgendermassen : Nach Ablauf der 
In genannten Frist gebieten die Amtleute dem Volke aufzubrechen und der Lade zu 
folgen. Josua lässt das Volk zu sich treten und verkündigt ihm den Eintritt des 
Wunders: sobald die Priester mit der Lade das Flussbett betreten, werde der Jordan 
aufhören zu fliessen. So geschieht es; während die Priester im Flussbett stehen, zieht 
das Volk trockenen Fusses hinüber. Auf Befehl Jahves nimmt Israel 12 Steine aus dem 
Jordan mit, die am Westufer an der nächsten Lagerstätte aufgerichtet werden sollen. 
Währenddessen stehen die Priester inmitten des Flusses, bis das Volk hinüber ist; dann 
vollendet auch die Lade den Übergang. An diesem haben sich ihrer Verpflichtung 
gemäss auch die Krieger der ostjordanischen Stämme beteiligt. So verherrlicht Jahve 
den Josua. — D' schliesst sich wohl auch hier, wie sonst, an die ältere Erzählung des 
E an (cf. Dtn. § 7, 4). Durch seine Darstellung wurde daher die des E überflüssig ge- 
macht. Doch gilt das nicht von allen Einzelheiten. Wie einerseits D* der Lade und 
ihren Trägern eine bedeutsame Bolle zugewiesen hatte, während diese, wie es scheint, 
in E überhaupt nicht erwähnt, waren, so hatte andererseits E manche Einzelzüge vor 
D' voraus, die dieser als nebensächlich weggelassen hatte. B trägt dieselben nach; 
so: dl den Aufbruch von Schittim und das Obernachten am Jordan; 36 den Befehl, sich 
zu weihen; 3i4a die etwas abweichende Zeitbestimmung (E hatte ja die Lade nicht 
erwähnt, konnte also den Eintritt des Wunders nicht von ihrer Ankunft am Flusse ab- 
hängig machen); 44.6.7 b, dass 12 eigens zu diesem Zweck ausgewählte Männer die 
Steine aufnahmen, und endlich 4 so, dass diese Steine gerade in Gilgal aufgerichtet 
wurden. — Von sich aus hat B (Kollektivum I) teils die Erzählungen des E und D* 
untereinander ausgeglichen (4s. saa und dis), teils vermeintliche Lücken ergänzt (36. is 
4s. 16—18), teils den Handlungen der Einzelnen alles scheinbar Willkürliche genommen, 
indem er sie als von Josua oder Jahve angeordnet darstellte (36. s 4s. i6ff.), teils die 
erbauliche Wirkung des Einzelnen gesteigert (3?. lo. i5b 46. 7a. si — u 5i), teils endlich 
den dogmatischen Bedenklichkeiten seiner Zeit Bechnung getragen (34a 49). — P ist 
auch hier wie in der Gen. äusserst kurz gewesen; von ihm stammt nur 4i9. Doch zeigt 



Jos 5s— 6. 167 

^[Damals] sprach Jahve zu Josua: Verfertige dir Steinmesser 
und beschneide * ' die Israeliten * '. ^Da machte sich Josua Steinmesser 
und beschnitt die Israeliten am Hügd der Vorhäute. ^[Und folgende» war 

die Veranlassufigy aus der Josua {sie] besehniU: das ganze Volk^ das aus Ägypten auszog^ 
(d, h,) die Männer {oder besser) alle Kriegsleute^ waren in der Wüste auf der Wanderung 
bei ihrem Austiug aus Ägypten gestorben, * — Beschnitten war nändich das gante Volk, 
das auszog; aber alles Volk, das in der Wüste otf/ der Wanderung bei ihrem Auszug aus 



eich Beeinflussang durch seinen Sprachgebrauch auch in 4i8. 15. — Beachtenswert ist an 
der Entwickelung der Erzählung durch die verschiedenen Jahrhunderte hindurch einer- 
seits das stärkere Absehen auf die erbauliche Wirkung, andererseits der »rationalistischec 
Zug (Holz. 381), der das Wunderbare an eine Mittelursache (die Lade) bindet und so 
kausal erklärt, und der ebenso das Freiheitliche des menschlichen Handelns aus der 
Geschichte eliminiert, indem er jede Handlung auf einen Befehl Gottes resp. seines 
Vertreters zurfickf&hrt. — Über das Wunderhafte der Erzählung cf. Einl. § 6, 3. Ab- 
gesehen davon ist die Frage, ob Gesamt-Israel wirklich unter Josuas Führung bei 
Jericho über den Jordan gegangen ist. Im Allgemeinen wird die Frage bejaht, nur 
dass Ed. Meyer die Person des Josua aus der Geschichte streicht (cf. Einl. 6, 2 b). 
Stade (Gesch. des Volkes Israel I, 136 ff., cf. ZATW 1881, 146 ff.) meint, dass der Über- 
gang weiter nördlich stattfand, und hält Josua ebenfalls für eine Figur der Sage. Ich 
glaube, dass unsere Erzählung die sagenhafte Darstellung der Einwanderung der Bahel- 
stämme ist, deren Führer Josua sehr wohl eine historische Person sein kann; der Über- 
gang wird in der Nähe des Jabboq erfolgt sein. Eine ausführliche Begründung ist nur 
in grösserem Zusammenhang möglich; doch cf. die grundlegenden Bemerkungen in Einl. 
§6,2. 

5, 2 — 16 Gilgalerzählungen. a) 2—9 Beschneidnng Israels in Gilgal: 
Jahve gebietet Josua, die Israeliten mit Steinmessern zu beschneiden (v. 2 — 3). Nämlich 
die aus Ägypten ausziehende Generation war zwar beschnitten; aber die während der 
Wanderung Geborenen nicht (v. 4—7). Bis zu ihrer Gesundung bleiben die Beschnittenen 
im Lager (v. 8). Jahve aber erklärt, durch die Beschneidung sei die »Schmach Ägyptens« 
von Israel genommen; daher hat Gilgal seinen Namen (v. 9). — Analyse: Die nthin 
DT^nso, die auf Israel lag, kann nur bedeuten, dass die Ägypter ihm das ünbeschnitten- 
sein als Schmach anrechneten, sodass Israel augenscheinlich nach Meinung des Erzählers 
in Ägypten unbeschnitten war. Demnach können v. 4—7 und die beiden Worte a*iü und 
rm in v. 3 nicht ursprünglich sein. B stempelte die Erzählung zu einem Bericht über 
Wiedereinführung der Beschneidung um, während sie ursprünglich (v. 2. 3*. 8. 9) von 
ihrer erstmaligen Einführung handelte; denn in der späteren Zeit wurde der Ursprung 
der Beschneidung (cf. P Gen 17) in die vormosaische Zeit verlegt. Der Verfasser von 
V. 2. 8*. 8. 9 ist nicht J, da nach diesem (Ex 4s4— m) die Einführung der Beschneidung 
in die Zeit Moses fällt; vielmehr wird E als Verfasser anzunehmen sein. B aber ist 
formell zwar von Dtn 1 — 2 abhängig, trotzdem aber in der Zeit nach P anzusetzen, da 
er unsere Erzählung mit Gen 17 ausgleichen will; cf. auch Einl. § 5, 5b. — Einzel- 
erklärung. 2 K*^n nya, cf. Dtn. § 8, 44, wohl von B bei Einfügung der Erzählung 
zugesetzt. Über Steinmesser bei der Beschneidung s. zu Ex 4s5. hna a*io, cf. G-E § 120 g. 
3117, von LXX s^ gesprochen, ist ebenso wie n^sü, das in LXX fehlt, jüngerer Zusatz. 
8 niV^n nyaa, s. am Schluss der Auslegung. 4—7 sind im MT nicht sehr klar. V. 4 b 
besagt, dass alle aus Ägypten ausziehenden Kriegsmänner während der Wanderzeit ge- 
storben sind. Dafür kann v. 5 keine Begründung sein, sondern nur v. 6. V. 5 fällt 
also aus dem Gedankengang heraus. Er fehlt auch in LXX und wird somit jüngerer 
Zusatz sein. V. 4. 6. 7 bilden dann einen klaren Gedankenfortschritt. 4 fitidm und 
tranhyart noK hü sind nachträgliche berichtigende Näherbestimmungen zu \n oyn ^a, cf. 



168 Jos 55—10. 

Ägypten geboren umrde, hatte man nicht hesehnäien, — ^Denn 40 Jahre waren die 
Israeliten in der Wüste gewandert^ bis verstorben war das ganze Volk^ {d. h.) die Kriegs^ 
leute, die aus Ägypten ausgezogen waren, die der Stimme Jahves nicht gehorcht hatten, 
denen Jahve geschworen hatte, dass er sie das Land, dessen Verleihung an uns Jakoe 
ihren Vätern eidlich versprochen hatte, ein Land, das von Milch und Honig überßiesst, 
nicht sehen lassen werde, ''jtber ihre Kinder hatte er an ihre Stelle treten lassen; diese 
beschnitt Josua, denn sie waren unbeschnitten^ weil man sie auf der Wanderung nicht be- 
schnitten hatte,] ® Und als sie alle heschnitten waren^ hli^en sie ruhig im 

Lager ^ bis sie genasen. ^ Jahve aber sprach zu Josua: Heute habe ich 

die Schmach(, die euch nach dem Urteil) der Ägypter (anhaftete,) von 

euch abgewälzt. Daher nennt man diesen Chi bis zum heuägen Tage 

GUgal. 

^^[Als nun die Israeliten bei Oügal lagerten,] da veranstaUeten sie das 



Dtn Issff. 2u Num 14 »ff. q'^^xw DrHSca, cf. Dtn. § 8, 46. 6 na« D*«aranie, runde Zahl 
für die genauere (38), cf. Dtn 2i4 und Num 1488. 'lai an ny, cf. Dtn 2u. Vtpa 9«9, cf. 
Dtn. § 8, 85. Zu v. b cf. Dtn ls4b. 85. Sa-» PV 71«, cf. Dtn. § 8, 28. 7 cf. Dtn l89. 
Die Begründung dafür, dass Josua das Yolk beschnitt, ist also kurz die: die während 
der Wanderung Geborenen waren nicht beschnitten, die aus Ägypten Ausgezogenen 
aber gestorben, also gab es in Israel keine Beschnittenen. Damit ist stillschweigend 
vorausgesetzt, dass die ägyptische Generation beschnitten war. Um auch dies deutlich 
gesagt sein zu lassen, mag t. 5 eingeschoben sein. Doch ist y. 5b gleichzeitig eine 
Dublette zu y. 7 b. Daher ist wohl anzunehmen, dass in yerschiedenen Handschriften 
die Notwendigkeit der Beschneidung verschieden motiviert war, in den einen durch 
V. 4. 6. 7, in den andern durch v. 5. LXX bietet eine dritte Version, die mehr- 
fach von der des MT abweicht. 8 *^3n h^ fehlt LXX. nrrr^n ny, das Wundfieber war be- 
sonders heftig am dritten Tage, cf. Gen 34s5. Dass die Eananiter sich diese mehrtägige 
Kampf Unfähigkeit Israels nicht zu nutze machten, erklärt sich nach B aus dem lähmen- 
den Schrecken, der sie befallen hat, cf. v. 1. 9 Zu n^aw nt^in s. ob. mp-^««, Subj. K^n, 
cf. G-E § 144 d. Die Erklärung des Namens Gilgal von V^ -» abwälzen ist Volks- 
etymologie; in Wahrheit bedeutet hyhi wohl Steinkreis, und der Ort hat seinen Namen 
wahrscheinlich von dem noch heute erhaltenen Kromlech, den die israelitische Tradition 
mit den von Josua aufgerichteten Steinen (cf. 4 so) identifiziert haben wird, cf. Gall, alt- 
israel. Cultstätten 78 f. ~ Dass Israel unmittelbar nach dem Betreten des feindlichen 
Gebietes sich durch Annahme der Beschneidung für einige Zeit kampfunfähig gemacht 
haben sollte, ist fast undenkbar. Wahrscheinlich ist, was in alter Zeit in Gilgal zu 
geschehen pflegte, hier in einen einmaligen Akt zusammengezogen. Vermutlich wurden 
im alten Israel nicht die Kinder beschnitten, sondern die Jünglinge, wenn sie für kriegs- 
tüchtig und zugleich für heiratsfähig erklärt wurden (cf. zu Ex 485ff.). Wie bei vielen 
anderen Völkern, werden auch bei den Israeliten eine grössere Anzahl von Jünglingen 
gemeinsam an geweihter Stätte beschnitten und die Vorhäute darauf vergraben sein. 
Für die in der Umgegend von Gilgal Wohnenden wird eben diese Kultusstätte die ge- 
wöhnliche Beschneidungsstätte gewesen sein; im »Hügel der Vorhäute« werden die Vor- 
häute verscharrt worden sein. Dann werden die jungen Sjrieger zu ihren ersten Waffen- 
thaten ausgezogen sein. Aus letzterem erklärt sich vermutlich die Stellung der Er- 
zählung. Cf. Stade, ZATW 1886, 132 fr. 

b) 10-— 12 Passahfeier in Gilgal, Ma^^othessen und Aufhören des 
Manna. — Nach 4 19 ist Israel am 10/1 über den Jordan gezogen, also kurz vor der 
Zeit, in der das Passahfest gefeiert werden musste. Insofern reiht sich der Abschnitt 
hier chronologisch gut an. Doch als Fortsetzung zu 5s — ^9 ist er nicht gut denkbar; 



Job 5io— u. 169 

Passah am 14. Tage des Monats Abends in den Gefilden Jerichos. ^^Und sie 
assen vom Ertrag des Landes ^ ' ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide. 
An (jben diesem Tage ^^hörte das Manna auf ^ ^, da sie vom Ertrag des 
Landes assen; und die Israeliten bekamen kein Manna mehr, sondern assen 
vom Ertrag des Landes Kanaan in jenem Jahre. 

^' AU Josua bei JericJko war , hob er seine Augen auf und sähe : 
da stand ein Mann mit einem gezückten Schwert in der Hand ihm gegen- 
über. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm : Gehörst du zu uns 
oder zu unsem Feinden? "JEV- aber sprach: Nein, sondern ich bin der 
Anführer des Heeres Jahves; eben bin ich gekommen. Da fiel Josua 
auf sein Angesicht zur Erde * * und sprach zu ihm: Wa^ hat mein Herr 



denn wenn die Beschneidang in der Zeit zwischen dem 10/1 und 14/1 stattfand, waren 
alle Israeliten am 14/1 am Wundfieber krank. Schon dies zeigt, dass t. 10—12 ohne 
Bücksicht auf das Vorhergehende geschrieben sind. Sicherlich gehen sie auf P zurück, 
siehe die Einzelerklftrung. 10 ▼. a ist lediglich Wiederaufnahme von 4i9b, cf. LXX, in 
der Y. 10 beginnt: xal inolr^aav ol vloX 7a^fil ro naaxtt. Zu y. b cf. Ex 126. 18 (F). 
irr^*) niany, cf. 4is. 11 wird gewöhnlich als Bericht über das Ma^^othfest, das mit dem 
Passahfest kombiniert sein soll, gedeutet. Dann erhebt sich die Frage, ob der erste der 
Ma^fothtage mit dem Passahtage identisch ist, oder auf ihn folgt; für ersteres spricht 
ntn w^ &»^a (das allerdings mit LXX besser zum folgenden Vers gezogen wird, da diese 
Formel gewöhnlich an der Spitze eines Satzes steht), für letzteres nctn n^ms« (das aber 
in LXX fehlt, wie das n^im» in t. 12). Es zeigt sich also an der Textbearbeitung eine 
Unsicherheit über die Xombinierung von Passah und Ma^^oth, die nur dann recht ver- 
ständlich ist, wenn die Verbindung beider Feste nur erst auf dem Papier vollzogen 
wurde (cf. zu Dtn 16iff.). Dass die Bearbeiter v. 11 auf ein Massothfest gedeutet 
haben, scheint mir sicher; der Verfasser aber hat schwerlich daran gedacht. Denn 
das "^Vp-Essen wird sonst nie vom Maffothfest gesagt, femer ist hier nicht von einem 
7 Tage lang dauernden Ma^^oth-Essen die Bede (überhaupt scheint mir im ursprüng- 
lichen P das Ma99othfest nicht erwähnt zu sein). P konstatiert [einfach die Thatsache, 
dass Israel von jetzt an nicht mehr vom Manna lebt, sondern vom Ertrag des Landes. 
Zunächst muss es sich mit ungesäuertem Brot und gerösteten Ähren begnügen, da es 
noch keinen Sauerteig besitzt. pMn ^yxf nur hier und v. 12. Zu ""iVp cf. Lev 2u. 12 
r*irr9i9, Wiederaufnahme von nofen n^rno» v. 11, da es, wenn es auf das vom Land- 
ertrag-Essen bezogen werden sollte, q^sm^ heissen müsste; doch fehlt r^rvao in LXX. 
mrt D*i*n DSTa, das als Zeitbestimmung zu v. 12 zu ziehen ist (s. ob.), meint wohl den 14/1 
Zu nav^ cf. G-K § 111b. Auf unsere Notiz über das Aufhören des Manna hat P be- 
reits Ex 1686 vorbereitet. Aus der Bücksichtnahme auf diese Stelle erklärt sich wohl 
auch das auffallende trrtn noa (im Gegensatz gegen die früheren Jahre). 

c^ 18 — 16 Josua sieht bei Jericho den Anführer des Heeres Jahves. 
— Zweifellos bedeutet irr^a (v. 13) nicht in Jericho, sondern bei J.; da der Führer des 
Heeres Jahves doch wohl in engster Beziehung zum MaVakh Jahve (Jnd 2i) steht, der 
in Gilgal war, so dürfen wir vielleicht genauer Gilgal als den Ort der Erscheinung an- 
sehen. Die Erzählung hat gegenwärtig keinen Abschluss; man erwartet, dass der Engel 
zu Josua reden wird. Über die vermutliche Fortsetzung s. am Schluss der Vorbemer- 
kungen zu Kap. 6. Die Gleichheit der Ausdrucksweise von v. 15 mit der von Ex 35 
macht Abfassung durch E wahrscheinlich. — 18 irr^^'^a statt \Ay^ weist daraufhin, dass 
diese Erzählung zu der folgenden Eroberung Jerichos in Beziehung steht. 14 Das Kethibh 
K^ besagt: ich gehöre weder zu eurem Heer, noch zu dem der Feinde (sondern zu dem 



170 Jos 5u— 61. 



seinem Knechte zu sagen? ^^Da sprach de7' Anführer des Heeres Jahves 
zu Josua: Tdehe deinen Schuh von "^ deinen Füssen, denn die Stätte^ auf 
der du stehst, ist heilig ' \ 

6 ^Jericho aber verschlosB (die Thore) [und war versclilossen] [vor den 



JahYea); Qero 1^, zum folgenden ^a vgl. dann G-E § 157 b. mrr Mas, das Engelheer, cf. 
Gen 32 sf. (£). Dies selbst bleibt unsichtbar, nur der Anführer zeigt sich Josaa, wohl 
um ihn der Hilfe Jahves bei den bevorstehenden Kämpfen zu vergewissern und genauere 
Anweisungen zu geben (s. zu Kap. 6). ras ^k, Variante 'b hs. *irTri«n fehlt LXX. 15 Zu 
V. a cf. Ex 35. Mit Handschriften und Versionen lies i'^^an. V. b fehlt LXX; auch in 
£x 3 fehlt ein entsprechender Satz, vielmehr schliesst sich sofort die Bede Elohims an, 
ähnlich vermutlich auch hier ursprünglich die Bede des **"*« Kas ^v, 

6, 1 — 27 Die Einnahme Jerichos. Inhalt: Jericho ist vor den Israeliten 
verschlossen (v. 1). Jahve ermutigt Josua und giebt ihm Anweisungen über die Art, 
wie die Stadt eingenommen werden soll (v. 2—5). Josua übermittelt dieselben den Prie- 
stern und dem Volke (v. 6 — 7), und ihnen entsprechend wird die Stadt zunächst an 
6 Tagen je einmal von der Lade umzogen, der 7 Posaunen tragende Priester vorangehen, 
während das Eriegsvolk teils vorauszieht, teils nachfolgt (v. 8—14). Am 7. Tage wird 
die Stadt in derselben Weise 7 mal umkreist; beim 7. Male blasen die Priester die Po- 
saunen, das Volk erhebt auf Josuas Befehl das Eriegsgeschrei , die Mauern Jerichos 
stürzen zusammen und die Stadt wird im Sturme genommen (v. 15—20). Darauf wird 
an ihr der Bann vollstreckt ; nur Bahab und ihre Angehörigen werden am Leben gelassen, 
und alles Metall wird in Jahves Schatz gelegt (v. 21 — 25). Josua spricht einen Fluch 
über jeden, der die Stadt wieder aufbauen werde (v. 26— 27). — Analyse. Im Einzelnen 
bietet die Erzählung sehr grosse Schwierigkeiten. Es würde jedoch übereilt sein, diese 
sämtlich durch litterarkritische Operationen zu beseitigen, da, wie ein Vergleich des MT 
mit LXX zeigt, viele Schwierigkeiten nur auf Bechnung späterer Textverderbnis kommen. 
Da die bisherige Analyse damit nicht genügend gerechnet hat, ist sie in vielen Be- 
ziehungen zu unhaltbaren Ergebnissen gelangt. So »fusst« Wellh. Comp.* 123 und ihm 
folgend Albers (88) auf der Dublette in v. 20 (psn rmf) und o>n ir^i-'i); doch fehlt r^-^n 
dyn in LXX, der Ausgangspunkt der Analyse ist also unsicher. Da der Übersetzer sich 
bisher im Allgemeinen dem Text gegenüber keine Freiheit gestattete, so werden die 
zahlreichen bedeutsamen Abweichungen in Kap. 6 auch nicht auf Willkür zurückzuführen 
sein. Zudem wird sich zeigen, dass der Text der LXX selbst eine Beihe von Unklar- 
heiten aufweist; er kann also nicht wohl so aus dem MT entstanden sein, dass der 
Obersetzer durch Änderungen die Schwierigkeiten beseitigen wollte. Vielmehr wird LXX 
als getreue Wiedergabe eines bereits entstellten hebr. Originals zu betrachten sein, 
ermöglicht aber auch so wichtige Schlüsse auf den ursprünglichen Wortlaut. Dass 
letzterer nur mit Wahrscheinlichkeit erkannt werden kann, und das» daher auch seine 
Analyse eine hypothetische bleibt, sei hier ausdrücklich betont. — 1) In LXX fehlen 
V. 3 (von ^'^m mm 2® an) und v. 4. 2) V. 8—9. 11 enthalten in MT einen Bericht über 
den ersten Umzug. In LXX fehlt aber v. 8aa (bis oyn) und statt des Perf. i'iay bietet 
sie den Jussiv n^r. Danach enthalten v. 8 — 9 Anordnungen über den Umzug um die 
Stadt, die als Fortsetzung zu v. 6—7 zu betrachten sind. Dass LXX hier im Bechte 
ist, ergiebt sich daraus, dass nach MT der Umzug des 1. und des 2. Tages in gleicher 
Ausführlichkeit beschrieben wären, was nach v. 14b wenig wahrscheinlich ist. 3) In v. 8. 
9. 13 wird fünfmal gesagt, dass die Priester fortwährend die Posaunen blasen. Das ist 
höchst unwahrscheinlich, da nach v. 5. 20 das Posaunenblasen das Signal für das Er- 
heben des Kriegsgeschreis sein soll. Nun fehlen LXX v. 13 a die Worte M'nfiiüa — "^iVn. 
In V. 13b entsprechen dem ni^Kioa — "jt^n in LXX zwar die Worte: xal ol t€Q€tc iadl- 
nuittv ralg adlnty^& xdi 6 lotnbs oj^los anas; doch stehen diese in Cod. B und in Luc. 



Job 6i— f. 171 

IsraeUUn]: niemMid ging aus oder ein. *Da sprach Jahve an Joana: In deine 



an verschiedener Stelle, erweisen sich also in LXX als Zusatz. Fehlen nun die be- 
treffenden Worte in dem Bericht über die AasfÜhmng, so werden sie auch in der An- 
ordnung y. 8—9 nicht ursprünglich sein. In der That fehlt LXX y. 9 Mt'ibiün *»ypn; das 
am SchluBS des Verses stehende n^nft*iüa — "iftVrt ist durch blosses aalntCovres wieder- 
gegeben, das also rermutlich spätere, nur den Sinn wiedergebende Beifügung nach einer 
jüngeren Form des MT ist. So wird auch das einzige noch Übrig bleibende Mifeiüa *i9pn*i 
V. 8 höchst verdächtig. 4) Y. 6 und 7 an lauten in LXX: xal eiarjl&iv (a^ijri für wup'^?) 
*Iiiaovg 6 rou Nawi n^ tovg U^is xal ilmy autoTs Xiyanf naQttyyeilart r^ Xttfp etc. 
Hier scheint der Übersetzer die beiden "^mt^ (y. 6 und y. 7 Qerd) verwechselt zu haben ; 
seine Worte ngog rovs Ugits xal (Intv r^ Za^ werden dann durch Einfügung von avrots 
liywv nafMyyiiloTt verständlicher gemacht sein. Hier ist also MT vorzuziehen. 5) Wei- 
tere Abweichungen der LXX sind folgende: v. 1: ^mtD-> **3a ^Ofo fehlt; v. 5: htp mm Ddyooa 
*iiffvon fehlt; v. 7 und 13a: ^vw fehlt; v. 8: der Artikel vor D'»arD fehlt; v. 9 *|^n2^ fehlt; 
V. 10: *^an — K^i fehlt; v. 11: cipn fehlt, in einigen Handschriften auch ^*9n mm und 
rrw un; v. 14: ^rw — lab*^ fehlt; v. 16: ntn »»«ms und v. b fehlen; v. 17 b^ (von ^5 an) 
fehlt; V. 20: wn nr*'\ fehlt; in v. b ist ^r^n — «rn wohl nur durch ofAouniUvwov ausge- 
fallen; [v. 21: nvi fehlt, doch wohl nur durch Versehen]; v. 22: pKn rw, nnm und hüio 
bis nV fehlen; v. 28: iirxin fehlt; v. 24: »ra fehlt, cf. v. 19; v. 25: rA *«« Va t>»\ fehlt; 
V. 26 : mal Dip, LXX nia*:; nrr^** mi fehlt. -— 6) Auch der so gereinigte Text bietet noch 
Schwierigkeiten, besonders in v. 6 — 9. unter Nr. 2) ist gezeigt, dass v. 8—9 ursprünglich 
einen Teil des Befehls, nicht des Berichtes über dessen Ausführung, bildeten. Durch 
die Änderung wurde der Befehl unvollständig, so dass eine Ergänzung eintreten musste. 
Als Ergänzungen dürfen in v. 6—7 die Sätze betrachtet werden, die nach Umsetzung 
von V. 8—9 in die Befehlsform doppelt vorhanden sind: v. 6b (cf. v. 8a) und v. 7b 
(cf. V. 9 a). Femer finden wir 2 mal den terminus irf^^an pnM resp. "«"t rria ^k, der für 
die Dtnsten charakteristisch ist (cf. zu Kap. 3 — 4), nämlich v. 6 a und 8b; diese beiden 
Halbverse werden also von Bd stammen, zumal v. 6a an Se eine genaue Parallele bei 
Bd hat. — Bei v. 10 befremdet erstlich die nach v. 7 a unnötige neue Einführungsformel 
ywTP — Dyn rtei, sodann die Verordnung, dass das Volk auf einen mündlichen Befehl 
Josuas das Eriegsgeschrei erheben soll, während v. 6 und v. 20 ein Homsignal erwähnen } 
nur V. 16b stimmt mit v. 10 überein. Y« 10 und 16b sind also wohl Beste einer Pa- 
ralleldarstellung, vermutlich E (denn Beste eines elohistischen Textes liegen wahr- 
scheinlich in V. 22 — 23 vor, s. u.), während die Haupterzählung (v. 2—9 etc.), in der die 
Lade und die sie tragenden Priester eine ähnliche Bolle spielen, wie in Kap. 3 — 4, wohl 
D* angehört. — In v. 11—16 finden wir eine komplizierte Darstellung : 7 Tage wird die 
Stadt umkreist, an 6 Tagen je einmal, am 7. Tage 7 mal. Es ist eine ansprechende 
Vermutung Wellh.s, dass dies eine Kombination zweier einfacherer Darstellungen des 
Hergangs ist; nach beiden wäre die Stadt 7 mal umzogen und beim 7. Male eingenommen, 
nach der einen aber wären die 7 Umzüge auf 7 Tage verteilt, nach der andern hätten 
sie an ein und demselben Tage statt gehabt. Es würden dann zusammengehören 
einerseits v. 11. 12 a. 14. 15aa (bis ^srwm) 16 b, andererseits v. 12 b. 13. 15a^ (voniao^an) 
16 a. Für diese Zerteilung spricht, dass sich so die auffallende Anordnung der Darstel- 
lung ungezwungen erklärt. In dem gesäuberten Text ist der Umzug des 1. Tages (v. 11) 
summjirisch beschrieben, der des 2. (v. 12>-14a) ausführlich, der der folgenden wieder 
summarisch (v. 14b). Man erwartete, dass der des ersten Tages ausführlich be- 
schrieben wäre. Nun ist klar, dass v. 12b. 13. 16a D' angehören, da sie genau mit 
V. 2—9 übereinstimmen; also werden v. 11. 14b etc. E angehören, da sie mit v. 10 die 
Vorstellung eines mehrtägigen Umkreisens der Stadt gemeinsam haben. Befremdlich 
wäre in E nur die Erwähnung der Lade (v. 11); die pluralischen Formen in v. IIb 
machen aber wahrscheinlich, dass es in v. a ursprünglich hiess: i'^yn rm la&'^i. ~ Nach 



172 Job 6 »—4. 

Gewalt gebe Ich Jericho nnd ihren König [die streitbaren Mftnner]. *So mögt ihr, 
(d. h.) alle Kriegelente, die Stadt ringenm umkreisen [die Stadt einmal: en eoUet du 
es 6 Tage lang maehwi, *Und 7 Priester sollen 7 Widderhomposaunen vor der Lade her^ 
tragen. Am 7. Tage aber sollt ihr die Stadt siebenmal umkreisen j und dann sollen die 



y. 5 sollte das Posaanenblasen das Signal für die Erhebung des Eriegsgeschreis sein; 
demnach muss in D' auf v. 16a sofort y. 20a/9 gefolgt sein, in welchem nntiva lyprr^i 
wohl nur Wiederan&ahme yon y. 16 a ist. Im Folgenden können y. 22—28 nnd ▼. 25 
nicht D* angehören, da dieser keine Bahabgeschichte hatte; auch schliesst y. 24 besser 
unmittelbar an y. 21 an. Y. 17—19. 22^23 und 26 sind also entweder Zus&tze des B 
oder Beste der Parallelensfthlung. Y . 22—23 geben einen anschaulichen Bericht über 
die Art, wie Josua Bahab und ihre Angehörigen errettete, und heben sich dadurch, wie 
durch die etwas abweichende Darstellung, yon y. 17 b stark ab. Sie werden daher wohl 
aus £ entlehnt sein, und zwar aus diesem, weil nur er eine Bahabgeschichte hatte 
(Kap. 2). Dagegen y. 17b und 25 dürften Zusätze des B sein; ebenso y. 19, der auf 
y. 24 yorbereitet, also kaum aus £ entlehnt sein kann. Ob y. 17 a und 18 aus £ stam- 
men oder yon B geschrieben sind, l&sst sich nicht sicher entscheiden. Hat E eine 
Akhangeschichte gehabt (s. zu Kap. 7), dann ist es sehr wohl möglich, dass er durch 
y. 17 a. 18 auf sie yorbereitete. Y. 26 und 27 endlich hat Bd beigefügt, y. 26 wohl aus 
einer Spruchsammlung (cf. einen ähnlichen Fall 10 uff.), y. 27 yon sich aus. — Zu- 
sammenfassung: Die Entstehungsgeschichte von Kap. 6 ist also ähnlich, wie die yon 
Kap. 8—4. B hat die Erzählung des D* zu Grunde gelegt: y. 1— 8aa. 5. 7a. 8a/f. 9aba. 
12b— 18. 15a/9. 16a. 20b. 21. 24. Eine ähnliche Erzählung bot auch E; aus ihr hat B 
einige abweichende Züge nachgetragen : y. 10— 12a. 14a/9— 15aa. 16b. 17a(?). 18(?). 22—28. 
Aus einer Spruchsammlung fügte B (Bd) y. 26 bei; de suo nur: y. 6a. 8b. 17b. 19. 25. 
27. Der Umstand, dass nun der 2. Umzug um die Stadt ausführlich beschrieben war, 
der 1. aber nicht, führte dazu, aus y. 8 — 9 einen Geschichtsbericht zu machen, so dass 
nun auch der erstmalige Umzug ausführlich beschrieben war. Dies führte weiter dazu, 
die nun lückenhaften Anordnungen yon y. 6 — 7 und ebenso die yon y.8— 5 zu ergänzen. 
Bei den letzteren Ergänzungen wird auch das Interesse massgebend gewesen sein, Josuas 
Anordnungen von dem Schein der Willkür zu befreien. Endlich hat der Umstand, dass 
die Priester auch bei den Umzügen der ersten 6 Tage Posaunen tragen, zu der Yor- 
stellung geführt, dass sie sie fortwährend blasen. — Yon der Erzäblung des E sind nur 
Fragmente erhalten. Da D* sich eng an E anzuschliessen pflegt (cf. Dtn. § 7, 4), so 
dürfen wir E nach D* ergänzen. So wird yermutlioh auch E berichtet haben, dass der 
Sieg über Jericho yorausverkündet wurde, und dass Josua Anweisungen über die Art der 
Einnahme Jericbos erhielt. Yermutlicb war das Subjekt dieser Offenbarung der ^""« »as "^v 
(5i8ff.), sodass sich in E an 5i5 Worte des ''"'' los *^v anschlössen, die 6s— 5* entsprachen 
und darum yon B fortgelassen wurden. Ist dies richtig, dann hat E den wunderbaren 
Sieg wohl aus dem Eingreifen des Engelheeres erklärt, während D* ihn yon der Lade 
Jahyes ableitet — eine religionsgeschichtlich interessante Umbildung einer alten Er- 
zählung. Hat D* den Engelglauben bekämpft, etwa weil er zu Engelkult führen konnte 
und so zu Gestirnkult, wenn Engelheer und Stemenheor zn einander in Beziehung ge- 
setzt wurden? — Über die Geschichtlichkeit der Erzählung cf. Einl. § 6, 3. 

Einzelerklärung. (Zum Text siehe die Yorbemerkungen.) 1 Ist n-uoo yiel- 
leicht Yariante für n*^» (cf. Syr.)? Sai nr^ -pK, cf. G-K § 166 a. 2 ^r^a -rns, cf. Dtn 
2 14. 8s. V«nn "^la^ ist als Apposition zu ns^ia unverständlich; ist yorher eine Lücke im 
Text, oder ist es Zusatz? 8 ff^n mit DraD^i zu yerbinden (cf. G-E § 53k 118h). "osk ^a 
mn^n, Apposition zu dem in Drac") liegenden d^k. nv^r, der Sing, statt des Plur. be- 
stätigt, dass y. b Zusatz ist. 4 vhvrt (cf. Lex.), der Artikel besagt entweder: die 7 
Widderhomposaunen, die gewöhnlich bei solchen Gelegenheiten gebraucht werden (cf. 
G-K § 126 d), oder: die, welche sie in diesem Fall tragen (cf. G-K §126q). ^ypM% zwei* 



Job 64—17. 178 

PtütUr in die Posaunen Uoeeen], *Umd «llf ein Wldderhomsignal [^wmn ihr den HaU 
der Posaune vernehmt J soll das ganxe Volk eim laute« Gesehrei erheben ; danswird 
die Maner der Stadt in eich Bnsammenstttrzen , nnd das Volk soll hinanfeteigen, 
Jeder gerade vor sich hin. * Da berief Josua, der Sohn Nuns, die Priester nnd sprach 
za ihnen: Nehmt die Gesetzeslade anf[, und 7 Priester soUen 7 Widderhomposaunen vor 
der Lade Jahves hertragen]. *ünd *er Sprach* nnm Volke: Zieht im Kreise nm die 
Stadt [, und xwar sollen idie Gewappneten vor ' * Jahve einherztehen], *[ünd es geschah^ 
wie Josua wu dem Volke gesagt hatU]^ nnd ' * 7 Priester, die 7 Widderhomposannen 
tragen, 'sollen* vor Jahre einherziehen [und in die Posaunen stossen\, w&hrend die 
Lade mit dem Gesetz Jahres hinter ihnen geht, 'wfthrend die Gewappneten Tor den 
Priestern gehen[, die in die Posaunm stossen^] nnd die Naehhnt hinter der Lade ' * 

\unter fortwährendem Posaunenblasen]. ^^Dem VoQc aber gt^t JoSUa: Ihr dürft 

nicht lärmen und ewre Summe nicht hören äw5C«[, ^nd kein Wort gehe aus 
eurem Munde hervor], bts ZU dem Toge^ WO ich ZU euch soge: lärmet!^ dann 
sollt ihr lärmen. ^^So ^umzogen sie denn die Stadt [«m Kreise] einmal; 
dann zogen sie in das Lager und blieben über Nacht im Lager. ^^Am 

(nächsten) Morgen machte sich Josua früh auf; da nahmen die Priester die 

Lade Jahres anf , "nnd die 7 Priester, die die 7 Widderhomposannen tmgen, 
gingen vor ' * Jahre [unier fortwährendem Posaunenblasen], während die Gewappneten 
vor ihnen gingen nnd die Nachhut hinter der Lade Jahves ging [unter fortwähren- 
dem Posaunenblasen, ^^So umzogen sie die Stadt am zweiten Tage einmal]. Dann 

kehrten sie in das Lager zurück. So fhaten sie 6 Tage. ^^Am 7. Tage 
aber machten sie sich früh beim Anbruch der Morgenröte auf. Und sie 

nmzogen die Stadt [m derselben Weise] siebenmal« [Nur an diesem Tage umzogen sie 
die Stadt siebenmal.] ^*Beim 7. Mal aber stiessen die Priester in die Posannen. Da 

sprach Josua zu dem Volk: Erhebt den Kriegsntf; denn Jahve hat die 

Stadt in eure Gewalt gegeben! ^''Und die Stadt soU Jahve gekannt 

werden^ sie selbst und aUes, was in ihr ist; [nur die Hure Rahab soll am 



felhaft, ob bei jedem Umzug, oder nur am 7. Tage. 5 *^vn^, Snbj. unbestimmt. Zum 
Ausdruck von y. aa cf. Ex 19 iB (E); doch lässt sich daraus nicht folgern, dass E der 
Verf. von y. 5 ist, der Ausdruck ist wohl ein gewöhnlicher militärischer terminus tech- 
nicus, wenn auch sonst zufällig nur durch £ bezeugt. tVn, seil, auf die Trümmer der 
Mauer. 7 ursprünglich an y. 5 anschliessend. *i*ii9m*>i, Snbj.: die Priester; lies mit QerS 
und Versionen '^m'^i, Subj.: Josua. pVrrn, nur ein Teil der rranV^n *'03m, wohl die am 
besten Bewaffneten; die übrigen sind Pjowsn (y. 9). "^""^ 'p*>it '^th, urspr. ■^"■^ ^th in der- 
selben Bedeutung, cf. 4is; Jahye ist als Kriegsgott durch die Lade repräsentiert, cf. 
Kautzsch, ZATW 1886, 17 ff. 8 -itaio, nicht zeitlich (cf. 6-K § 164 g), sondern » ent- 
sprechend dem Sagen, n^ansn, die y. 6 dazu bestimmten (ursprünglich ohne Artikel!). 
9 1:^5, Qere richtiger "»^pp. tpiwn, cf. zu y. 7 und Num 10 «5. 'w ^hn, könnte, wenn 
ursprünglich, kaum anders gedeutet werden, als so, dass der tpvvo fortwährend die Po- 
saunen bläst. Zu ^'\hn cf. G-K § 118 u. 11 cf. y. 3. xr\ Subj. Josua, Obj. die Lade; 
doch lies ^rfrt n» lao^"», Subj. o»n, cf. y. 14. 15. 12b~18 cf. y. 8—9. •'"■* (Tim) *3»V, cf. 
y. 7. ijpni, cf. 6-K §lldt. ürrsth, LXX unbegreiflich fura ravta, tjVin, cf. G-K §113u; 
doch QerS ^t^. 14 lav^*), dayor stand in £ wohl ein y. IIa entsprechender Satz, da 
lav**^ nicht unmittelbar an 12a anschliesst. Y. b, cf. y. 8 b. 15 mrr otvma, in derselben 
Weise, wie y. 13—14 beschrieben. 16 V. b, cf. y. 10. 17 D*>rr, cf. Dtn 2s4. nrnonn, cf. 



174 Jos 6 IT—M. 

Leben bleiben, sie selbst und aUe, die bei ihr im Hause sind][, weil sie die Baten, die wir 
gesandt haben, verborgen ha^. ^^Ihv jedoch hütet eiich VOT dem Baun^ doss 

ih?* nichts ^hegehr{ und nehmt von dem Bann und so das Lager Israds 
zum Bann macht und ins Unglück stürzt "Und alles Silber und Gold und 

die ehernen und eisernen Geräte seien Jahve gev^eiht, sie sollen in den Schatz Jahves 
kommen. *^[Da erhob das Volk den Kriegsruf. "] [Und sie stiessen in die Posaunen;] 
nnd als das Volk den Hall der Posannen vernahm, erhob das Volk lautes Kriegs- 
geschrei. Da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk stieg hinauf in 
die Stadt, jeder gerade vor sich hin; so nahmen sie die Stadt ein. *>Und sie 
bannten alle, die in der Stadt waren. Mann und Weib, Jung und alt, und die 

Rinder, Schafe und Esel mit der Schärfe des Schwertes. ^^Aher zu den beiden 
Männern^ die [das Land] ausgekundschaftet hatten^ hoMe Josua gesagt: 
Geht in das Haus des WeibesL ^^ Hure], und führt das Weib und aUe 
die Ihrigen 7ieraus[, vne ihr ihr geschworen habt], *^Da gingen die Jünglinge^ 
die als Kundschafter gedient hatten, hinein, und führten Rahäb, ihren 
Vater und ihre Mutter, ihre Brüder und aU die Ihrigen ^ * heraus 
und ^geleiteten sie (an einen Ort) ausserh^alb des israelitischen Läufers. 

**Die Stadt aber verbrannten sie mit Feuer, und alles, was in ihr war; nur das 
Silber und Gold und die ehernen und eisernen Geräte legten sie in den Schatz ' ' 
Jahves. ^[ünd die Hure Itahab und ihre Familie] [und aU die Ihrigen] [Hess Josua am 
Leben, und so wohnt sie bis zum heutigen Tage inmitten Israels, weil sie die * Kundschafter 
verborgen hatte, die Josua ausgesatidt hatte, um Jericho auszukundschaften]. ** Damals Hess 
Josua (das Volk) schwören: 



G-K § 75 00. Zu V. hß cf. v. 25 b. Über das Verhältnis von v. 17 b zu v. 22 s. d. 18 
p")*) würde eine zweite Einschränkung (neben der ersten v. 17 b) der allgemeinen Forde- 
rung y. 17 a einführen. Inhaltlich dient aber y. 18 nur zur Einschärfung von y. 17 a. 
Vielleicht ist p*^ für einfaches i nur unter dem Einfluss yon p'i v. 17 b yerschrieben. 
D>nM, betont im Gegensatz zu vyn y. 17; sie soll D'in werden — ihr hütet euch, es zu 
werden! i^v, Qal statt Niph.; es ist wohl Dsvra als Objekt zu ergänzen. Sa^i 'nr'ihn, 
bannen und nehmen «* beim Bannen nehmen; LXX wohl richtiger >rtifw, cf. 7 21. Zum 
Gedanken yon y. b cf. Dtn 785f. nr'^ayi, cf. 725f. 20 cf. y. 5. Nach dem gegenwärtigen 
Text yon y. a würde das Volk das Kriegsgeschrei dem Befehl y. 16 b entsprechend er- 
heben, und das Posaunenblasen würde >ein Teil des Hurrah« sein (Wellh. Comp. 123). 
22 ^K, cf. G-K § 106 f. Zu y. b cf. 2 uff. Wenn Josua auf die hier beschriebene Weise 
Bahab gesichert hatte, war der Befehl y. 17 b unnötig. Hat aber Josua dem Volke ge- 
boten, sie zu yerschonen, so brauchte er sie nicht in Sicherheit bringen zu lassen. 
Beachte, dass der rote Faden am Fenster Bahabs (2i8ff.) hier nicht erwähnt wird; cf. 
die Vorbemerkungen zu Kap. 2. 28 mnintwo ^s nni in LXX vor nV *iw8 Vs nw, fehlt 
2 18. 18, ist also yielleicht Zusatz; was soll >die Geschlechter (« ünterstämme) Bahabs« 
heissen? Dirrrt, cf. Gen 19 16 und Nestle, ZATW 1896, 821 f., der als ursprüngliche 
Lesart D^in^^i (yon nha) vermutet, 'w Vfvo, wohl um das Lager, das heilig ist (Dtn 23 15), 
durch die Anwesenheit der Heiden nicht zu entweihen. 24 *v«ym, betont yoraufgestellt 
wegen des Gegensatzes zu vya *ivk h^ (y. 21). "«''^ n'^a wäre für die Zeit Josuas ein Ana- 
chronismus. Der Ausdruck kam wohl einem Abschreiber in die Feder, weil er zu seiner 
Zeit gebräuchlich war, doch cf. auch zu 928. 25 Von dem pedantisch genauen (cf. 4i8ff.) 
B beigefügt, der bei y. 22 f. die Angabe yermisste, dass man Bahab und ihre Familie 
auch hinterher nicht etwa tötete, mn ^v^ 1:^ , . f avn\ in ihren Nachkommen. V. b cf. 



Jos 6i6— 7i, 175 

Verflucht sei der Mann [vor Jahre], 

der diese Stadt [Jericho] (wieder) 'aufbaut*; 
um den Preis seines Erstgebornen soll er ihren Grund legen 

und um den Preis seines Jüngsten ihre Thore einsetzen. 
**So war Jahve mit Josna, dass sein Buf sich im ganzen Lande verbreitete. 

7 ^[Aber die ItraeUten begingen einen Treubruch am Bann; Akhan nämlich , der 

▼. 17. Für &*>dM^ion las LXX noch a^^i-m. 26 IBeg 16 S4 wird erzählt, dass Chiel aus 
Bethel zu Ahabs Zeit den Grund Jerichos leg^ um den Preis seines erstgeborenen, und 
seine Thore einsetzte um den Preis seines jüngsten Sohnes. Da die Stadt Jericho aber 
früher schon existierte (z. B. IlSam lOs), so kann es sich bei dem Unternehmen Chiels 
nur um eine Erweiterung oder Befestigung der Stadt handeln. Da jedoch i&^ schwerlich 
die Befestigung einer Stadt bedeuten kann, so ergiebt sich, dass die Ausdrücke Ton 
IBeg 1684 nur gewählt sein können in Anlehnung an einen bereits fest formulierten 
Fluchspruch, eben den unsern. Es ist daher falsch, wenn man meint, unser Spruch sei 
auf Grund jenes Ereignisses formuliert. Auch hätte Israel das Unglück Chiels (dass er 
seine Söhne geopfert habe, ist unbeweisbare Vermutung) kaum in dieser Weise gedeutet, 
wenn es nicht einen solchen Fluch aus alter Zeit kannte. Der hier angeführte Spruch 
ist also uralt und stand möglicherweise wie der lOisf. im Sepher haj-jaschar. Bd benutzte 
die Gelegenheit, um zu bemerken, dass er gerade hier gesprochen sei. Zum Verbot, eine 
gebannte Stadt wieder aufzubauen, cf. Dtn 18 17. irrnr nya, of. 5s (vgl. tii 10 is). 9ain*i, 
Hiph.! *«"■* '^th mit "ivw verbunden, cf. ISam 26 is; von LXXB mit yavri verbunden, in 
A ausgelassen, also wohl Zusatz. Zu a in i^aan und vfvna cf. G-K § 119 p. Erstgebo- 
rener und Jüngster stehen nur des Parallelismus wegen ; Sinn : es wird ihn sein Liebstes 
kosten. (LXX fügt hier IBeg 16s4 ein, um auf die Erfüllung des Fluches aufmerksam zu 
machen.) 27 Vgl. die ähnliche Schlussbemerkung des Bd 5i. 

7, 1 — 26 Akhans Diebstahl. Inhalt: Jahve wird zum Zorn auf Israel ge- 
reizt, da Akhan sich einen Teil des Gebannten aneignet (v. 1).. Daher werden 8(X)0 
Mann, die Josua gegen Ai entsendet, geschlagen, obwohl er sich durch vorher entsandte 
Kundschafter vergewissert hatte, dass sie ausreichend sein würden (v. 2 — 5). Josua wirft 
sich verzweifelnd vor Jahve nieder (v. 6 — 9), wird von diesem aber darüber aufgeklärt, 
dass das Unglück durch eine Verschuldung Israels veranlasst ist; nicht eher will Jahve 
wieder helfen, als bis die Schuld beseitigt ist (v. 10—13). Über die Art, wie der Schul- 
dige zu ermitteln und zu bestrafen ist, giebt Jahve selbst Anweisung (v. 14 — 15). Am 
nächsten Tage wird Akhan durch das Leos als der Schuldige ermittelt (v. 16 — 18). Von 
Josua ermahnt, gesteht er, dass er sich einige Stücke ans der Beute Jerichos angeeignet 
habe, die in seinem Zelte verscharrt seien (v. 19—21). Inderthat werden die gestohlenen 
Gegenstände dort gefunden und Jahve alsbald zurückgegeben (v. 22 — 23). Akhan aber 
wird zum Thal Akhor geführt und dort mit seinen Kindern und seiner Habe gesteinigt 
und verbrannt, und über seinem Leichnam wird ein grosser Steinhaufe errichtet; fortan 
heisst jenes Thal »Akhor« (Betrübnis), weil Akhan Israel betrübt hat (*^39) (v. 24—26). — 
Analyse. Im Wesentlichen ist die Erzählung einheitlich. Nur v. 1 erweist sich als 
Zusatz des Bp (s. u.), und in v. 6—15. 24—25 ist der Text durch redaktionelle 
Zuthaten erweitert, cf. die Einzelerklärung. Vielleicht sind auch v. 21 — 28 auszuschei- 
den. — Welcher Quelle die Erzählung entstammt, lässt sich nicht mit genügender 
Sicherheit erkennen. Wahrscheinlich kommt D' hier nicht in Betracht; denn 1) findet 
sieh fast nichts für ihn Charakteristisches und 2) scheint in Kap. 8 (s. d.), soweit es 
von D* stammt, Kap. 7 nicht vorausgesetzt zu sein. Vermutlich hat auch hier B die 
Erzählung des D' durch Einschaltung eines von D* unbenutzt gelassenen Stückes vonE 
ergänzt, wie in Kap. 2—6. — Einzelerklärung. 1 An den Sprachgebrauch des P 
erinnern Vys i^yiri und m» (cf. Holz. 844); doch hat a *«"'> eyM "tfn in P keine Parallele, 
da dieser ^ rpip ^m schreibt (cf. Num 1 ss). Daher ist der Vers wohl von Bp abzuleiten, 



176 Jos 7 1—7. 

Sohn Karmü, des Söhnet Zabdi», des Sohnee ZeraehSf aus dem Stamme Juda nahm etwas 
von dem Oebannten. Da entbrannte der Zorn Jnhves über die IsraeläenJ] ^Darauf 

sandte Josua * * Männer nach Äi^ das ^bei Bethet liegt ^ mit dem 

Auftrag: * ' Kundsehqftet das Land aus! Da zogen die Männer hinauf 
und kundschafteten Äi aus. ^Und als sie zu ihm zurücIcJcamen, sprachen 
sie zu ihm: Nicht das ganze Volk soll hinat^f ziehen; etwa 2000 ode?^ 
3000 Mann mögen hinatffziehen und Äi erobern; bemühe nicht das ganze 
Volk dorffdn, denn sie sind nur wenige (Leute). ^So zogen denn 
etwa 3000 Mann hinauf. Aber sie mussten vor den Aiten fliehen; 
^und die Aiten erschlugen etwa 36 Mann von ihnen und verfolgten sie 
vor dem Thore bis zu den Steinbrüchen (9) * ^am Abhang. Da versagte das 
Her« des Volkes und wurde zu Wasser. ® Und Josua zerriss seine Kleider und 
warf sich vor ' ' Ja^e nieder auf sein Angesicht bis zum Abend 

[, er und die Ältesten Israeh, und sie streuten Staub auf ihr Haupt]. ^ ZJnd JOSUÜ 

Sprach: Ach Herr Jahoe^ warum hast du dieses Volk über den Jordan 

ziehen lassen^ um uns in die Gewalt der Amoriter zu geben, dass sie uns vernichten ! 

0, wären wir doch zufrieden gewesen und jenseits des Jordan gd>lid)en! 



der durch Einschaltung desselben von vom herein das rechte Yerst&ndnis von v. 5 
sichern will: Israels Niederlage ist nicht einer Laune Jahves, sondern der untreue 
Israels zuzuschreiben. Die Schuld des Einzelnen ist ja nach alter Anschauung Schuld 
der Gesamtheit (cf. zu Dtn 19 lo). ^9, LXX l^x^Q (ebenso Syr.) nach der bei den spä- 
teren Juden (doch nicht Trg.) gebräuchlichen Aussprache des Namens, die durch den 
Anklang an *i39 bedingt ist, cf. IGhr 2?. "lat, IGhr 26 und LXX *»'^t. 2 cf. 2i (E). 
In LXX fehlen irri-ns, orr^n -wir», i iV> und rrA oTpia p«. ps n'^a ist ursprünglich dog- 
matische Änderung f&r Virn-a, weil Bethel nach prophetischem urteil eine Stätte des 
Götzendienstes war, cf. Am 55 Hos 4i5; diese Korrektur ist dann in den Text einge- 
passt. Ein Beth-'Awen hat es wahrscheinlich nie gegeben, s. zu 18 uf. Virn'*a »» Bettn, 
etwa 2 Meilen nördlich von Jerusalem (Buhl 174); die genauere Lage des ostwärts gele- 
genen "^yn ist unbekannt; Vermutungen s. Buhl 177. 8 Die Auslassung von o*m 1* in 
LXX ist wohl nur stilistische Änderung, yrr, LXX chw^a^c» wohl unter dem Einfluss 
der vorausgehenden Vr und i^r. ••»n, LXX rrpf noUv {^"^m) und so öfter in Kap. 7—8. 
rmn, seil, die Bewohner von Ai. 4 rrcm oam ^ fehlt LXX. Albers vermisst vor v. 4 die 
Angabe, dass Josua die 3000 aussandte; v. 3a/9 (von ^r Vm an), in dem Josua nicht an- 
geredet wird, ist nach ihm ein Best derselben (pedantische Kritik I). 5 In V. a findet 
Albers eine Dublette (is'^i und B'^d*"'?), aber Dia^i fehlt LXX. Damit schwindet die Be- 
rechtigung, in V. 2 — 5 zwei Quellen anzunehmen, tr^aon (LXX Targ. Syr. sprechen 
&':;a«n, bis zu ihrem Gebrochen werden , d. h. bis zu ihrer völligen Vernichtung, sodass 
ausser den 36 im ersten Zusammentreffen Gefallenen bei der Verfolgung noch viele ge- 
tötet werden), wohl Steinbrüche, die am Abstieg (nach dem Jordanthal) liegen. V. b 
wohl Znsatz des Bd (aaV Diri, cf. 2ii 5i Dtn Iss). 6 Zu den Äusserungen des Schmerzes 
cf. Benz. 16&ff. yt^ fehlt LXX und ist wohl später beigefügt zur Verdeutlichung und 
zur Vermeidung des Anthropomorphismus. hvrm^ "^t*) Min ist seiner Stellung wegen als 
späterer Nachtrag anzusehen, zumal die Ältesten im Folgenden nicht mehr erwähnt 
werden; dann ist aber auch v. b des plur. Prädikates wegen Zusatz. 7 ^'^ayn, cf. G-K 
§ 68 p; •v«:99T7, cf. Gr-K § 113 z, lies -i^^^yn. V. a/f (von nnV an) ist wohl Zusatz des Bd 



Jos 78—18. 177 

®* ' Was sott ich nun sagen y nacMem sich Israel vor seinen Feinden 

zur Ilucht gewandt hatf 'Wenn das die Kananiter and alle (übrigen) Bewohner 
des Landes hören, werden sie von allen Seiten über ans herfallen and unsem Namen 
Yon der Erde rertilgen, und was soll dann aus deinem grossen Namen werden! ^^Jahve 

cAer sprach zu Josua: Stehe auf! Was liegst du da auf deinem An- 
gesicht! ^^ Israel hat gesündigt j sie haben meine Verordnang fibertreten, die ich 

ihnen auferlegt hatte; sie haben sich etwas von dem Gönnten genommen 
[, sie haben gestohlen und verhehU\ und in ihre eigenen Geräte gethan. ^*So 
können nun die Israeliten vor ihren Feinden nicht stand halten ; sie müssen 
sich vor ihren Feinden zur Flucht wenden ^ denn sie sind dem Banne 

verfallen. Ich werde hinfort nicht mit euch sein, wenn ihr den Bann nicht aus eurer 

Mitte fortschafft. ^^ Auf Weihe das Volk und verkünde: Weiht euch für 



(zu -ra )^a cf. Dtn. § 8, 61, zu -rann cf. Dtn. § 8, 1, zu ^*n»M cf. Dtn. § 8, 11). aoai la^n, 
cf. G-K S 120 de. 8 Für '^-tm "«a haben LXX Syr. einfaches »und«. Jedenfalls aber ist 
es unberechtigt, aus dem neuen Einsetzen der Klage mit ^ik ^a zu schliessen, dass 
y. 8—9 aus anderer Quelle als ▼. 7 stammen, "nsii m, ich weiss nichts mehr zu sagen, 
weiss dem Volke keinen Mut mehr einzusprechen. 9 inKn "^avT \v> zu streichen ist un- 
begründet; iai "aTsan ist wohl Ersatz für die yollst&ndige Aufzählung der kananitisdien 
Völker (Dtn 7i). Es ist somit falsch, wenn Albers betont, dass die ürbewohner Palä- 
stinas in T. 7 Amoriter und in t. 9 Kananiter genannt würden, dass also v. 7 £ und 
y. 8—9 J zuzuteilen seien. Vielmehr stammen beide Bezeichnungen wohl yon Einer 
Hand, der des Bd: Amoriter heissen in y. 7 ja speziell die Bewohner des im Gebirge 
liegenden Ai, und y. 9 besagt, durch ihren Erfolg würden auch die Übrigen Völker er- 
mutigt werden. Ob aber y. 9 ganz yon Bd stammt, ist nicht sicher zu erkennen. Zu 
141 im*iani cf. Dtn 7s4 9i4 25 19, und zum Gedanken, dass Jahye um seines Namens 
willen Israel nicht preisgeben dürfe, cf. Dtn 988; doch stimmt die Ausdrucksweise nicht 
genau überein, und derselbe Gedanke findet sich auch sonst, noyr, cf. G-K § 75 hh. 
10 m rnoV, cf. G-K § 186 c. 11 Ti-^^a m ro9 erklärt sich kaum genügend aus 6i7a. is, da 
es sich dort um eine einfache Verordnung, nicht um eine rc^a handelt (cf. Dtn 4i8). 
Vielleicht ist y. a yon ui an Zusatz des Bd, der an Dtn 7s5f. dachte. In y. b fehlen 
LXX iwna ui ia» dai. B*in ist das Jahye Zugeeignete (cf. 6 19. 84) ; eignen sich Menschen 
etwas yom D*in an, so begehen sie Diebstahl an Jahyes Eigentum. Die Häufung der 
Ausdrücke soll die yerschiedenen Seiten des Vergehens kennzeichnen (ungehorsam in 
schwerster Form, Heiligtumsraub, Diebstahl, Hehlerei, Eigennutz). 12 Durch Vergreifen 
am D*in sind die Israeliten selbst wn geworden, d. h. der Vernichtung preisgegeben, cf. 
6 18; daher die Unfähigkeit, den schwächsten (y. 8) Feinden zu widerstehen, cf. Dtn 2885. 
V. b befremdet das Eintreten der direkten Anrede; liegt hier ein Zusatz des Bd yor? 
Vgl. die dtne Wendung "ra^ 9*in n^yai (Dtn. § 8, 19). Israel kann den auf ihm lastenden 
Bann beseitigen, wenn es den Schuldigen tötet und so den Zusammenhang mit ihm auf- 
hebt, so dass seine Schuld nicht mehr als Schuld der Gesamtheit erscheinen kann. 
18 — 15 Anweisung über die Art, wie das geschehen soll. Durch das Loos soll der 
Schuldige ermittelt werden; durch dieses redet Jahye selbst. Damm soll die Aus- 
loosung yor Jahye stattfinden (nria*^ai seil. ^""^ Vm, y. 14), und darum muss Israel sich 
weihen (y. 18a). Die Art der Ausloosnng erklärt sich aus der Einteilung des Volkes: 
es zerftUt in Stämme (tav), jeder Stamm in eine Anzahl Geschlechter (rmsvo), jedes 
Geschlecht in Familien (rt^a), jede Familie umfasst eine Anzahl Männer (trnai). Durch 
das Loos wird zunächst der Stamm, dann innerhalb desselben das Geschlecht, darauf 



178 Jos 7is— Jo. 

den morgigen Tagl; denn also spricht Jahve, der OoU Israels: Bin Bann ist in deiner 
Mitte * *: du kannst vor deinen Feinden nicht stand halten][, bis ihr den Bann aus eurer 

MiUe fortgeschajß haht\ ^^Dann soüt ihr morgen stammweise ?ierzutreten^ 
und der Stamm^ den Jdhve(s Loos) trifft y soll gescMechtertveise herzu- 
treten; und das Geschlecht, das Jahve trifft j soU Mann für Mann herzu- 

treten. ^* Und wer ' ' getroffen Wird^ der SoU [mit Feuer verbrannt werden, 
er und alle die Seinen]; denn er hat Jahves Gesetz ftbertreten und eine Thorheit in 

Israel verübt. ^^Da machte sich Josua früh ' auf und liess Israel 
stammweise herzutreten ^ und es wurde getroffen der Stamm Juda. 
^''Da liess er ^die Geschlechter^ Judas herzutf^eten^ und ^getroffen wurde^ 
das Geschlecht der Zarchiter, Dann liess er das Geschlecht der Zar- 
chiter yamüienweise herzutreten^ und getroffen tourde Zabdi, ^* Und als 
er dessen Familie Mann für Mann herzutreten liess ^ wurde getroffen 
AJchan^ der Sohn Karmis^ des Sohnes Zabdis^ des Sohnes Zerachs ' \ 
^^Da sprach Josua zu AJchan: ' ' Gieb Jahvel dem OoU Israels,] die Ehre^ 
und gieb ihm Preis; geste/ie mir^ was du gethan hast^ verbirg mir 
nichts! *^Und Akhan antwortete Josua: Ja wahrlich , ich habe gegen 



innerhalb desselben die Familie des Schuldigen ermittelt, endlich unter den Männern 
der Familie der Schuldige selbst. Vgl. die ähnliche, etwas einfachere Art ISam 144off. 
18 vip, cf. Ex 19 10. 14; "^ma^ ivnpnn, cf. 36. Das Nebeneinanderstehen beider Ausdrücke 
braucht nicht auf Doppelheit der Quellen zu weisen, sondern erklärt sich wohl einfacher 
so, dass 1) Josua besondere auf das ganze Volk bezügliche Riten (Opfer ?) Tollziehen soll 
und 2) jeder Einzelne für sich; vgl. Ex 19 lo (weihe sie und sie sollen ihre Kleider 
waschen, ebenso Ex 19 14). Auch t. 13b — 15 sind Worte, die Josua sprechen soll. Doch 
befremdet 1) Vmvn *«n^M (cf. Einl. § 5, 2c) statt y^ti^k und 2) der Wechsel sing, und plur. 
Anredeform. Femer ist vi W(r\ mV (t. 13) Wiederholung aus t. 12. Vermutlich ist 
Y. 13b Zusatz des R, \v\ B3*r«n ly Zusatz zum Zusatz, der die in ihrer Allgemeinheit 
missyerständliche Aussage von y. bcc einschränken soll. Vm«r> 2' fehlt LXX. 14 Zum 
distributiven Gebrauch des V cf. 6-K § 119 r. 15 fi^ma (a im Zusammenhang mit ihm, 
d. h. als zum Bann Gewordener) fehlt LXX. Zum Akkusativ beim Passiv cf. G-K § 121a b. 
Zur Strafe der Verbrennung cf. Gen 38 S4, und siehe weiter zu v. 25—26. V. b wohl 
Zusatz des Rd; zu n*^a ^ay cf. v. 11, zu nVas nvy cf. Dtn 222i; beachte auch das Ver- 
lassen der Anrede an Israel in Vn'^vra. 16 — 18 Am nächsten Morgen erfolgt die Aus- 
loosung genau v. 14 entsprechend. 16 ^aa fehlt LXX. 17 Lies rr^m rhwani oder nach 
Analogie von v. 16, 17 b. 18 und teilweise auch LXX rnrTfcwsV rmm »aw rw. isV^, Subj. 
Jahve (cf. v. 14), oder lies naV»^ und erkläre den folgenden Akkusativ nach G-K § 121 a b. 
Zum Geschlecht "mt cf. Num 26 so Gen 3890. tr*iaaV, lies mit Syr. dem Zusammenhang 
entsprechend D*^raV (in LXX ist v. b durch Verwechselung zweier a*^'^ ausgefallen). Zu 
■nat cf. V. 1. 18 "na^ia ^a fehlt LXX (Verwechselung zweier p). rmm ntwV fehlt LXX 
und ist wohl Zusatz nach v. 1 (beachte ntm statt isao). 19 ^a fehlt LXX Syr. -naa e^ 
und min p, mache durch ein offenes Geständnis ersichtlich, dass Jahve ein allsehender 
Gott ist, und dass seine Versagung der Hilfe nicht auf Ohnmacht oder Untreue beruhte, 
sondern auf seiner Gerechtigkeit, erweise ihn also als allsehenden und gerechten Gott. 
LXX lässt 1^ aus und fasst min ^ = lege ein Geständnis ab. Die Bezeichnung Jahves 
als Vrw^ '^xhin wird auch hier und v. 20, wie in v. 13 redaktionell sein. 20 Albers hat 



Jos ?M— S5. 179 

Jahvel, den Qau |7«rfle&,] gesündigt; das und das habe ich gethan. ^^[Ich 
sah unter der Beute einen schönen babylonischen Mantel und 200 Seqd 
Silber und eine goldene Barre (?) von 50 Seqel * *, und da sie mir ge- 
fielen^ nahm ich sie mir; sie sind * ' verscharrt mitten in meinem Zelte und 
das Silber darunter. ^TJnd Josua sandte Boten hin; die liefen in das Zelt j 
und indet^ihaty es war in seinem Zelt verscharrt und das Silber darunter. 
^^Da nahmen sie es aus dem Zdt und brachten es zu Josua und zu 'den 
Altesten Israels, und man schüttete es vor Jahve aus.] *^Dann nahm 

Josua Akhan, den Zarchiter, [und das Silber und den Mantel und die Qold- 
harre (f)y »eine Söhne und Töchter, seine Minder, £sel und Schafe, sein Zelt und alles, 
was er hatte, und ganz Israel mit ihm,] und führte ihn hinauf in doS Thal 

Akhor. ^^TJnd Josua sprach: Wie du uns ins TJnglücTc gebracht hast^ 
so bringt dich Jahve heute ins Unglück! Und ganz Israel steinigte ihn, 

wohl Recht, wenn er meint, dass das >8o und so habe ich gethan« den Sinn habe, das« 
die That nicht näher beschrieben werden sollte, dass also y. 21, dann aber aach die 
damit zusammenhängenden y. 22—23 jüngere Znthat sind. 21 mmn, Qerd k^imi, cf. 6-K 
§ 75 t. '^fiv, cf. Gen lOio; die Erzeagnisse der babylonischen Weberei waren berühmt 
ond bildeten einen wichtigen Handelsartikel. Doch hat LXX für nai« — *\9iv nur noi- 
xllrpf. 200 Seqel «= 6V4 kg. T^» unsicher, ob » Barre (so Vulg.) oder a zungenfbr- 
miges Gerät. 50 Seqel » etwas Über IVt ^K' '^^oa fehlt LXX; streicht man es, so ist 
'o 'tan Apposition zu am; behält man es bei, so bilden i^wa — tr^vtatt einen Umstands- 
satz, cf. G-E § 156 c. Y^va fehlt LXX. rmrrM, neutrisch, cf. G-E § 135 p; ebenso rtrwo 
und rrM-tn (y. 22). '^hrwn, syntaktisch unmöglich, lies '"^rw, cf. G-E § 127 i. 28 nynr^, 
Sinn: sie legten sie in den Schatz Jahyes (619), so dass ihm das Gestohlene zurück- 
gegeben wird, siehe weiter zu y. 24 —25. LXX las für *«aa Va rot^ n^aßi/r^govs, 24—25 
MT ist unklar: inaef ^^«r Vai hinkt stark nach; in y. 25 wird Akhan gesteinigt, sodann 
mit all dem Seinen yerbrannt und nochmals gesteinigt. Nach LXX tilge amn — ci^an i-nn 
und lies ^n» Vr>i. In LXX folgen die ^lay yay — r^na nm entsprechenden Worte auf 
ttVTiyayiv eh <paQayya *Ax^> ^^^^ ^^^^ ^^^^ nachträglich nach MT eingefügt, der ursprüng- 
lichen LXX und mithin auch ihrer Vorlage fremd. Danach ist im ursprünglichen Text 
Akhan allein bestraft, und zwar gesteinigt, was auch durch y. 26 yorausgesetzt ist. 
Hierzu steht y. 15 im Widerspruch, sodass y. 15 a kaum ursprünglich sein wird. Es ist 
jedoch nicht nötig y. 14 — 15 ganz zu streichen, sondern es genügt anzunehmen, dass 
durch y. 15a der ursprüngliche Befehl, den Schuldigen zu steinigen, yerdrängt ist. 
Vielleicht (?) wirkte hier eine Erzählung yon P' ein, yon der auch in y. 1 und 22 so (Rp) Spuren 
erhalten sein mögen. Es wäre dann anzunehmen, dass in y. 25 die Darstellung yon P 
zunächst nicht einwirkte, dass aber später «na — <)&n«r*i nach y. 15 eingeschoben wurde, 
indem die Meinung war, dass der Leichnam des Gesteinigten yerbrannt sei. Eine zweite 
Änderung ist die, dass mit Akhan auch seine Einder und seine Habe yerbrannt seien, 
yielleicht ebenfalls nach F*, y. 24a/9. Nach dem jüngsten Zusatz endlich sind auch die 
yon Akhan gestohlenen Sachen mit yerbrannt, wohl im Widerspruch mit der Meinung 
yon y. 23b. D'^aaiia dmc iVpo**i (fehlt Syr.) wird blosse Variante für ^ax — 'nu'^'^i sein; E 
schrieb wohl l^D^% jedoch spätere Abschreiber setzten z. T. dafür das geläufigere im'i'^i, 
cf. Holz. 347. 24 n*^t -ja, d. h. den zum Geschlecht n*iT Gehörigen, nicht Sohn Zerachs, 
of. y. 16 ff. foi Vk^v*« Wi, zweites Subj. zu np-^, daher auch im Folgenden die Änderung 
in 1^9^. Vermutungen über "iiay yo's siehe Buhl 98. 25 lau, zum Akkusatiy cf. G-E 
§ 117ee. Dass die Strafe auch an den Eindern und dem Eigentum des Schuldigen yoll- 

HAndkommentar i. A. T. : Stenernagel, Joaoa. 13 



180 Jo8 7«5--8i. 

[und man verbrannte sie] [und eteimgte sie:] *^und man richtete einen gVOSSen 
Steinhaufen iiber ihm auf * . Da liesB Jahre ab toh seinem hefügen Zorn. 

Darum nennt man diesen Ort bis auf den heutigen Tag Thal AJcho7\ 

8 'Hierauf sprach Jahve zu Josna: Fürchte dich nicht nnd versage nicht; 
nimm das ganze Kriegavolk mit dir, mach dich auf nnd zieh hinauf nach Ai. 



zogen wird, widerspricht dem Gesetz Dtn 24 16, erklärt sich aber daraus, dass Akhan als 
dem wrt Verfallener gänzlich yemichtet werden sollte, sodass sein Name aach in seinen 
Kindern und in seinem Besitz nicht fortlebte. 26 Der Steinhanfe soll ein Denkmal der 
Schande sein und so abschreckend wirken, cf. 8t9 IlSam 18 17. Ist y. a Zusatz des B 
(cf. zu 8»)? mn öf^n ny P fehlt LXX. -»es — aw-^i, cf. Dtn 13 18 (und Jos 7i), yielleicht 
Zusatz des Rd? Zu t. b cf. 59 (E) und zur Erklärung die Inhaltsangabe. 

8, 1 — 29 Die Eroberung Ais. Inhalt: Jahve ermutigt Josua und gebietet 
ihm, Ai zu bannen (y. 1—2). Josua entsendet einen Hinterhalt, der die Stadt einnehmen 
soll, sobald deren Bewohner die Israeliten, die beim Angriff zum Schein fliehen werden, 
verfolgen (y. 3 — 9). Nachdem der Hinterhalt seine Stellung eingenommen hat, r&ckt 
Josua mit dem CLbrigen Volk gegen Ai vor (y. 10 — 18, im Einzelnen unklar, s. u.). Der 
König von Ai zieht ihm entgegen und nimmt, da Josua sich zur Flucht wendet, mit 
seinem ganzen Volke die Verfolgung auf, Ai unbewacht zurücklassend (y. 14 — 17). Da 
giebt Josua mit der Lanze dem Hinterhalt das Zeichen zum Heryorbrechen, und dieser 
nimmt die Stadt und zündet sie an [y. 18—19). Den Aiten entsinkt der Mut, und da 
Josua mit den Seinen sich nun gegen sie wendet, während der Hinterhalt von der Stadt 
aus ihm entgegenkommt, werden sie völlig besiegt und ihr König gefangen (v. 20 — 23). 
Die Stadt wird gebannt und der König bis zum Abend erhängt; dann wird über seinem 
Leichnam ein grosser Steinhaufen aufgerichtet (v. 24— 29). — Analyse. Die Erzählung 
ist in vielen Einzelheiten, namentlich in v. 9 — 13, sehr unklar. Manche Angaben finden 
sich doppelt, so die Entsendung des Hinterhalts (v. 3 ff. und v. 12 [dazu kommt noch 
der Widerspruch, dass nach v. 3 30000 von Jericho aus entsandt werden, nach v. 12 
5000 von dem nördlich von Ai gelegenen Lager aus]), der Marsch Josuas (v. 3 a und 
V. 10) und die Verbrennung der Stadt (v. 19 und v. 28). LXX hat einen weit kürzeren 
Text; es fehlen in ihr: v. 1 'i'^-y n«i "jw mci, v. 2 roMp'i 2*, v. 4 'Jit'i, •^•»s^ und nwa, v. 5 
navx'^a -yvks (asterisciert, cf. Field, Hexapla), v. 6 ürnth laoai (irrtümlich aus v. 5 wieder- 
holt, fehlt auch Syr.), v. 7b->8aa (bis oKa), v. 9 a '^yh d-q (asterisciert, cf. Field, Hexapla), 
V. 9b, IIb— 13, V. 14 na'^jn — imh, v. 15b— 16a, v. 17 h» n'^ai, v. 18 i-ra •!«», v. 20b, 
V. 24 ain — iVr»^, v. 26, v. 27 ■« rnsnan, v. 29 ^> und Vna (einige weitere Abweichungen 
s. u.). Diese Auslassungen erklären sich zum grössten Teil nicht aus einer von dem 
Übersetzer geübten Kritik, auch sind keineswegs alle Schwierigkeiten beseitigt; vielmehr 
wird auch hier das hebräische Original, das LXX vorlag, treu wiedergegeben, die in LXX 
fehlenden Teile werden also jüngste Zusätze zum MT sein. In dem danach gereinigten 
Text scheinen einige wenige fremdartige Elemente vorhanden zu sein. So fallt v. 2 b 
durch seine Abruptheit auf; er ist wohl Zusatz, um Josuas taktische Massregel nicht 
als aus Kleinmut und Mangel an Vertrauen entsprungen erscheinen zu lassen. Ob auch 
V. Afl {ah — p*^) Zusatz ist, kann zweifelhaft sein; der Übergang aus der sing, in die 
plur. Anredeform kann sachlich gerechtfertigt werden. In v. b wird navKna 'voto wie in 
y. 5 Zusatz sein; hätte der Erzähler die Operation gegen Ai als eine zweite hinstellen 
wollen, so hätte er es wohl schon in v. 1 angedeutet, etwa durch ein: »diesmal will ich 
in deine Hand geben etc.« In v. 10 dürfte Wnvr '^apti mn Zusatz sein (cf. 76), denn das 
V. 11 folgende in» nimmt nur auf Josua Bezug. In v. 11 ist das nach D9n syntaktisch 
unmögliche man^n zu streichen. In v. 14 ist mit LXX zu lesen nunpV icc'i -imri. In 
V. 17 ist Vn'itr — '\tirv\ wohl irrtümlich aus v. 16 wiederholt, wo nach LXX für y»irr 
vielmehr ^-ivr zu lesen sein wird. V. 19 b berichtet, dass der Hinterhalt die Stadt an- 



Jos 81— if. 181 

Siehe, leb gebe den König von Ai * * nnd sein Land in deine Gewalt. *ünd dn 
sollst mit Ai nnd seinem Ktaig verfahren, wie dn mit Jericho * * verfahren bist; 
nnr seine Bente nnd sein Vieh mögt ihr für ench nehmen. Lege dir einen Hinter- 
halt im Westen der Stadt. ' Da machte sich Joana mit dem ganzen Kriegsvolk auf, 
nm nach Ai hinanfknniehen. Und Josna wählte 30000(?) Mann, die tüchtigsten 
Lente, ans nnd entsandte sie des Nachts, ^und gebot ihnen: ' 'Ihr sollt ench in 
den Hinterhalt * ' legen, westlich von der Stadt; (aber) haltet ench nicht * ' fem 
von der Stadt, nnd seid allesamt bereit ^Ich nnd das ganze Volk, das bei mir 
ist, werden gegen die Stadt anrficken, nnd wenn sie nns entgegensiehen * *, so 
wollen wir vor ihnen fliehen. *Danii werden sie zn nnserer Verfolgnng ans- 
ziehen, bis wir sie von der Stadt weggelockt haben; denn sie werden denken, 
wir fliehen (wirklich) vor ihnen [wis das vorige Mal\ * '. 'Dann macht ihr ench 
anf ans dem Hinterhalt nnd nehmt die Stadt ein[, und Jdhve^ euer Oott, wird eie in 
eure OewaU gehen. *ünd wenn ihr die Stadt genommen habt, eo zündet die Stadt an], 
*Also' thnt; seht, ich befehle (es) euch! *So sandte sie Josna ans; nnd sie 
zogen in den Hinterhalt nnd lagerten sich zwischen Bethel nnd Ai [westlieh von Ai; 
aber Joeua blieb in Jener Naeht inmitten des * Thaies*], ** Frühmorgens aber musterte 
Josna das Volk nnd zog [samt den Ältesten Israels] vor dem Volk hinanf nach Ai, 
"nnd das ganze * ' Volk, das bei ihm war, zog hinanf, näherte sich nnd kam vor 
die Stadt. [Und sie lagerten sieh nordwärts von Ai, sodass das Thal zwischen ihm und 
Ai war. ^Da nahm er etwa ÖOOO Mann und legte sie als Hintorhalt zwischen Bethel und 



zündet, was anch v. 20 und t. 21a/9 (-^''yn — "oi) voraussetzen; dies ist aber durch v. 24 fF. 
als nicht ursprünglich zu erweisen, denn in y. 24 dringt Israel in die Stadt ein, in ▼. 27 
plündern sie dieselbe, in v. 28 zünden sie sie noch einmal an. Danach dürften v. 19 b — 20 
and T. 21 (n'^^n-s — '^')) Zusatz sein, ygl. den Zusatz ▼. 8aa. Vielleicht stammen diese 
letzteren Zusätze aus einer Parallelerzählung (E?). Die übrig bleibende Erzählung ist 
vollkommen klar; insonderheit besteht eine Schwierigkeit, did Wellh. in v. 18 f. fand 
(s. u.), nach Ausscheidung von t. 26 nicht. Diese Erzählung trägt deutliche Kennzeichen 
der Abfassung durch D*; siehe besonders zu j. 1. 2. 22. 29. — Einzel er klär ung. 
1 cf. Dtn 2si 39 81 8. 2 Zu v. aa cf. Dtn 3f ; die Meinung ist: du sollst sie bannen 
(cf. 621); doch soll der Bann nicht ganz so streng durchgeführt werden, wie bei Jericho 
(wo Jahve ja auch ganz anders half, als bei Ai), sondern in derselben Weise, wie sonst 
bei D*, cf. Dtn 284f. Sef. (gegen Dtn 20 le). rr^nt», nicht »hinter ihr« » auf der der 
Angriffsseite gegenüberliegenden Seite, sondern nach y. 9 »westlich«, cf. Lex. 8 Die 
Aussendung des Hinterhaltes erfolgt (y. b), nachdem Josua mit dem Volke aufgebrochen 
ist (y. a), während der Nacht; am nächsten Morgen (y. 10) zieht Josua gegen Ai. Der 
Marsch yerteilt sich also auf zwei Tage; yermutlich zog Israel am ersten Tage bis in 
die Nähe yon Ai (cf. y. IIb), um am andern Tage früh den Angriff beginnen zu können. 
Dann ist der Hinterhalt also nicht yon Gilgal oder Jericho aus entsandt, sondern yon 
einem in der Nähe Ais gelegenen Punkte aus (also kein Widerspruch mit y. 12). T\hiit larohv 
eine auffallend grosse Zahl, cf. y. 12 (5000); yielleicht liegt ein Schreibfehler yor (rvhv 
vrthtft?), 4 D**a'^K nrw, eig. ihr seid solche, die einen Hinterhalt bilden, dem Sinne nach, 
ihr sollt solche sein, '^mco, cf. y. 2. 6 navtc^ia -y^ms, wohl yon B als Bück weis auf 74 
eingefügt (danach auch in y. 5). 7 &M(1 im Gegensatz zu ''3»') y. 5. anv^ini, cf. Dtn. 
§ 8, 49. y. b rein dtnst., cf. Dtn. § 8, 43. 61. 8 Der Zusatz y. a zur Vorbereitung yon 
y. 19 b. nim nana ist unyerständlich, da eine entsprechende Weisung Jahyes nicht yor- 
liegt; mit LXX lies nrn ^anr. 9 oyn "^tra, lies mit LXX und y. 18 ^ispr^ V^^9 yermutlich 
im Wadi Muhaifin (cf. Buhl 100), yon wo also der Hinterhalt ausgesandt wäre (nV^a 
Kinn, cf. tM y. 8). 10 Vn, aus dem Thale zur Stadt hinauf, nach dem Zusatz IIb 
aher nach der der Stadt gegenüberliegenden Höhe. 11 "an, cf. y. 9. ^*'%, Qere i^a«'^ un- 
nötig, cf. 84; das Suffix bezieht sich auf Josuia oder das Volk, doch erwartete man nach 

13» 



182 Jos 8i2--id. 

Ai, westlieh van dm- Stadt ^*Dann tteUten sie das Volk auf, das ganze Lager, das nord- 
tßärts von der Stadt war, und seinen Hinterhalt westlieh von der Stadt; Josua aber *blieb' 
diese Nacht inmitten des Thaies.] ^^Als der König von Ai ihrer ansichtig warde, 

*zog er' Israel eilends entgegen znm Kampf, er nnd sein ganzes Volk [ ] ; 

er wosBte aber nieht, dass ihm westwärts von der Stadt ein Hinterhalt (gelegt) 
war. ^'Da Hessen sich Josna nnd ganz Israel von ihnen schlagen[, und sie flohen 
in der JRiektung nach der Wüste, ^^und das gante Volk, das in der Stadt war, wurde zu 
ihrer Verfolgung aufgeboten]. Und als sie 'Israel' verfolgten, Hessen sie sich von 
der Stadt weglocken; "kein Mann blieb in Ai, *der* nicht znr Verfolgung Israels 
ausgezogen wäre. Dabei Hessen sie die (Thore der) Stadt oifen steben * *. ^"Da 
sprach Jahve zu Josna: Recke die Lanze, die dn in der Hand hast, in der Rich- 
tung nach Ai ans; denn ich gebe es (jetzt) in deine Gewalt. Da reckte Josna die 
Lanze[, die er in der Hand hatte,] nach der Stadt zu aus. **Der Hinterhalt aber 
machte sich schnell von seinem Standort auf und Uef, als er seine Hand ausreckte, 



lami plur. Suffix. 12 ^y^A, Luc. und orientalisches Qerö rfh, cf. v. 9a. In LXX sind 'vv 
und "> vielfach vertauscht. 18 'w^v^'i, Suhj. unhestimmt, die Führer. Das Volk wird 
eingeteilt in das >Lager« und den apy, nach v. 12 die im Hinterhalt liegende Abteilung. 
Im Lager bleiben die Weiber und Kinder, während Josua mit den Kriegern noch in der 
Nacht in das Thal hinabsteigt. Da letzteres jedoch durch ptt]>n -ji^a ^^n kaum aus- 
gesagt sein kann, ist wohl nach v. 9 ')V'«i statt '^h'^ zu lesen. Dann sind 3 Abteilungen 
unterschieden : das Lager (Weiber und Kinder), der Hinterhalt und die Angrififsmann- 
schaft. Doch bleibt auch so der Ausdruck unbefriedigend; ist v. 13b irrtümliche 
Wiederholung von v. 9b? V. IIb— 13 sind v. 3— IIa vollkommen parallel. Die Nacht 
v. 13 ist dieselbe wie die von v. 3; denn dass Josua, nachdem er am Morgen das Volk 
aufgestellt und vor die Stadt geführt hat, es noch einmal übernachten lässt, ist un- 
denkbar. Auch die Aussendung des Hinterhaltes v. 12 ist eine Parallele zu v. 3£f. Jede 
Darstellung für sich genommen ist klar. Nach v. 3 — IIa zieht Josua in ein Thal in 
der Nfthe von Ai, entsendet von dort 30000 (3000?) Mann als Hinterhalt und steigt am 
folgenden Morgen zur Stadt hinauf. Nach v. IIb — 13 zieht er auf eine Hohe nördlich 
von Ai, entsendet von dort den Hinterhalt (5000 Mann), und greift dann (wohl am fol- 
genden Morgen^ das Thal überschreitend, die Stadt an. Die geringfügige Differenz lässt 
vermuten, dass die zweite Darstellung lediglich eine in einzelnen Handschriften ent- 
haltenen Variante der andern ist; MT wäre dann eine Kombination der Varianten. 
14 Portsetzung zu v. IIa; zum Text s. ob. naijn •'acV nv^nh unverständlich. Die Kor- 
rektur y\9n nistV ijittV =i »um die Vesper, um die Wende des Abends« (Wellh.) ist nur 
dann annehmbar, wenn man diese v. 10— IIa widersprechende Zeitangabe aus dem Pa- 
rallelbericht herleitet und annimmt, dass nach diesem der Angriff Abends erfolgt, dass 
also V. 13 b zu streichen ist. 15 ijari, toleratives Niph., cf. G-K § 51c. •^a-nan, die Öde 
Abdachung des Gebirges nach dem Jordan zu, cf. Buhl 98. 17 Vk n^ai, sachlich un- 
möglich, da nach beiden Rezensionen zwischen Bethel und Ai der Hinterhalt liegt. 
Kittel, Gesch. d. £br. I 259, hält es mit' Unrecht für ursprünglich, indem er v. 12b/9 
streicht. Der Zusatz geht auf einen gedankenlosen Abschreiber zurück, der die mehr- 
malige Zusammmenstellung von Ai und Bethel (z. B. v. 9) im Sinne hatte. *)Mr', lies 
mit LXX Mä^ dem Sing, «tk entsprechend. 18 naanic "^-na, cf. Dtn. § 8, 61. Hinter v. a 
hat LXX noch: xal rä ive&^ l^ttvaatiiaovTa$ (v rd/ii ix tov ronov aihoSv. 19 "("^rra^i 
'\prx^\ cf. G-K § 120 d. Nach v. 19 war das Ausstrecken der Lanze das Zeichen für den 
Hinterhalt, loszubrechen. Demnach hat auch der Befehl ^ir^aa ntaa (v. 18) die Bedeutung: 
gieb jetzt dem Hinterhalt das Zeichen. Dass ein solches in v. 3 ff. nicht vereinbart war, 
darf gegen diese Deutung nicht eingewandt werden, da ein derartiges Zeichen vielleicht 
allgemein üblich war, also als selbstverständlich in v. 3 fr. nicht ausdrücklich erwähnt 
zu werden brauchte. Ebenso wenig darf eingewandt werden, dass das Zeichen bei der 



Jos 8 19—29. 183 

kam zur Stadt und nahm sie ein [und zündete die Stadt eilends an, *^Al8 $ich nun die 
Männer von Ai umwandten und den Rauch von der Stadt zum Himmel au/steigen sahen, 
hatten sie keine Kraft mehr^ hier oder dahin zu fliehen'\\; das Volk aher^ das zur Wüste 
hin flo\ wandte sieh (nun) gegen die Verfolger^, *^Und als Josna nnd ganz Israel 
sahen, dass der Hinterhalt die Stadt genommen hatte[, und dass der Rauch der Stadt 
aufstieg], machten sie kehrt nnd schlugen die Männer von Ai. ''Und jene zogen 
ihnen von der Stadt ans entgegen, sodass sie in die Mitte Israels gerieten, (da) 
die einen von hier, die andern von dort (kamen). So schlng man sie, ohne auch 
nnr einen Einzigen entrinnen nnd entkommen zu lassen. ''Den König von AI 
aber nahm man lebend gefangen nnd brachte ihn zn Josna. '*Und als Israel alle 
Alten anf dem (freien) Felde, anf dem 'Abhang', wo man sie verfolgt hatte, er- 
wQrgt hatte [und alle durch das Sehwert gefallen waren] bis anf den letzten Mann, 
wandte sich ganz Israel gegen Ai nnd schlag es mit der Schflrfe des Schwertes. 
«^Und * * die an diesem Tage fielen, Männer nnd Weiber, waren 12000, sämt- 
liche 'Bewohner' Ais. ^^[Josua aber hatte seine Hand, die er mü der Lanze ausgereckt 
hatte, nicht xurückgezogen, bis er alle Bewohner Ais gebannt hatte,] '*Nar * * die Bente 
jener Stadt nahmen 'die Israeliten' für sich nach dem Worte Jahves, das er Josna 
anbefohlen hatte. ''Dann steckte Josna Ai in Brand nnd machte es für ewige 
Zeiten zn einer Trümmerstätte, einer Wüstenei, (die) bis znm heutigen Tage (be- 
steht). '^Den König von Ai aber hängte er an einen Banm bis znm Abend ' '; 
als jedoch die Sonne unterging, nahm man auf Befehl Josnas seinen Leichnam 
von dem Baum ab und warf ihn in 'eine Grube' [und errichtete aber ihm einen ' ' 
Steinhaufen(, der) bis zum heutigen Tage (da ist)]. 



grossen Entfernung für den Hinterhalt nicht sichtbar gewesen wäre; beachte das Auf- 
richten von Signalstangon (Da), um auf weite Entfernungen hin Zeichen zu geben. Mög- 
licherweise wurde das Zeichen durch vorher an geeigneten Orten aufgestellte Posten weiter- 
gegeben, y. 26 aber, der für eine andere Deutung des Ausstreckens der Lanze sprechen 
würde (s. d.), ist nicht ursprünglich. Demnach liegt kein Grund vor, v. 18 und 19 aus 
verschiedenen Quellen herzuleiten und 'w^ niisad (v. 19) als Zusatz des B zu streichen. 
20 •'»""on, cf. V. 15. Weiteres über v. 19 b— 20 s. ob. 21 Nach dem gegenwärtigen Text 
erkennt Israel die Einnahme Ais an dem aufsteigenden Bauch; dass dies nicht ur- 
sprünglich ist, zeigt schon das ^^d^ welches die beiden Thatsachen als gleichwertig ver- 
bindet. Woran die Einnahme der Stadt erkannt wurde, ist ursprünglich nicht gesagt. 
22 n^Hi, seil, der Hinterhalt, öpn'^p^, den Aiten. rfr^i, Subj. die Aiten. Sai ntö nV», 
cf. G-K § 156 c, zur korrelativen Bedeutung von nV« — n^s und nt — m cf. Lex. i'^Kton, 
cf. G-K § 531, zum Ausdruck cf. Dtn 3 s (D>). 24 '^av'^ Vd, dem Zusammenhang nach ge- 
nauer nur die Männer, die an der Verfolgung der Israeliten teilgenommen hatten, ^la-naa, 
Erklärung für rn«a, vielleicht verschrieben aus Tiitta (cf. 7ö und LXX in\ xrig xara- 
ßdattos). fi'ar» 19 (cf. Dtn 2i4f., D'), ursprünglich mit a'^nV verbünden, gegenwärtig mit 
ibc^i. hnrw^ Vs, die von Josua zum Angriff geführten Truppen und der Hinterhalt. nrK, 
genauer die Weiber und Kinder. 25 "^yn "^vaM Va, nach nvM tyi »«^Kia wenig passend, ist 
vielleicht zu streichen, oder mit LXX ist ""ao*« zu lesen. 26 Zusatz (s. ob.), nach welchem 
das Ausstrecken der Lanze wie Ex ITsff. zu deuten wäre, s. d. 27 cf. v. 2. Hand- 
schriften und Versionen lesen Vx*»w'' "^aa. 28 dVi> hry m'^\ cf. 626 Dtn 13 17 (zu hv\ cf. 
G-K § 20g). mn ci^n ty, danach bestand der Ruinenhügel noch zur Zeit des D*; das 
Jes 1028 erwähnte 'Ajjath (doch wohl = Ai) lag also wohl an einer etwas anderen Stelle. 
29 ^•'a^n ^ya nrc, LXX vielleicht richtiger r^rven (zum Art. cf. G-K § 126 q). Zur Ab- 
nahme des Leichnams am Abend cf. Dtn 21 »f. Sai "my^^ cf. 726, vielleicht Zusatz des 
R(?); D* berichtete wohl nur von dem in die Grube Werfen = Begraben, das allein 
durch Dtn 2l22f. gefordert war. 



184 Job 8so— s5. 

^^ Damals baute Josua einen Altar für Jahve[, den Gott UraeU,} auf 

dein Serge Ebal, '' wie Moeee, der Knecht Jahves, den Israeliten geboten hatte, wie 

es im Gesetzbuch Moses geschrieben steht, einen Altar aus unbehauenen Steinen^ 
über die man Teein Eisen geschwungen h^itte; und er brachte Jahve auf 
ihm Brandopfer dar und schlachtete HeUsopfer, "»Alsdann schrieb er dort 

auf die Steine eine Abschrift des Gesetzes Moses * * in Gegenwart der Israeliten. 
^[Oanz Israel aber und seine Ältesten, Amtleute und Richter standen zu beiden Seiten der 
Lade den levitischen Priestern gegenüber, die die Lade mit dem Gesetz Jahves trugen, die 
Fremdlinge wie die Vollbürger , die eine Hälfte nach dem Berg Garizim zu^ die andere 
Hälfte nach dem Berg Ebal zu, wie Moses, der Knecht Jahves, befohlen hatte, das Volk ' 
zu segnen, (so) zu Anfang.'] *^[^Danaeh Im er alle Worte des Ges€iMs][, den Segen und 
den Fluch,] [genau so, wie es im Gesetzbuch geschrieben steht. ^ Es gab kein Wort van 
alle dem, was Moses verordnet hatte, das Josua nicht verlesen hätte vor der ganzen Ge- 
meinde Israel samt den Weibern, Kindern und Fremdlingen, die unter ihnen mitzogen]. 



S, 80—85 Auf dem Ebal baut Josua einen Altar und opfert auf ihm (▼. 30—31). 
£r sehreibt auf die Steine das Gesetz Moses (v. 32), stellt das Volk zu beiden Seiten 
der Lade nach dem Ebal resp. Garizim zu auf, um es zu segnen (v. 33), und liest das 
ganze Gesetz dem versammelten Volke vor (v. 34—35). — Analyse: Wie die Rück- 
weisungen auf das Dtn. (v. 31 auf Dtn 21 bS., t. 33 auf Dtn 11 29 27iiff.; beachte auch 
mro r'iip in v. 32 und 34) und Ausdrücke wie a-'t^n o-arran (v. 33, cf. Dtn. § 8, 51 4, 3 a), 
•'"■' n-'^a ii-»» (v. 33, cf. zu Kap. 3—4), s. auch zu v. 35, lehren, ist der Abschnitt von R (Bd) 
überarbeitet worden. Y. 30 — 32 stammen vielleicht aus dem bereits dtnst. bearbeiteten 
E (cf. Dtn. § 5, 1), da dem in E Dtn 276— 7aa gegebenen Befehl wohl auch ein Bericht 
über seine Ausführung entsprach; v. 34 — 35 wohl von B in Anlehnung an E Jos 24 S5; 
ebenso v. 33 in Anlehnung an Dtn 27iiff. Übrigens scheinen v. 33 und in v. 34 die 
Worte nVVpm ns-^an ein jüngerer Bestandteil zu sein als v. 30—32. 34*— 35, s. zu v. 34 
und cf. Kuenen, ThT Xn 297 fif. — Über die Stellung des Abschnittes cf. zu 9i— s und 
Einl. § 5, 5b. - Einzelerklärung. 80—82 Cf. Dtn 275—8. 80 n«-^ t«, cf. G-K 
§ 107 c. hn^v^ -nV«, cf. Einl. § 5, 2 c. 81 i^r-J, LXX h^ji. inari, LXX Tfar; doch wird 
MT durch Dtn 277 geschützt, nur ist hr^i entsprechend wohl nar-i zu lesen. — In v. 30 f. 
erscheint Josua als Begründer des berühmten Heiligtums bei Sichem; cf. dazu Einl. 
§ 6, 2 a. 82 a^aaMrt, doch wohl die v. 31 genannten Altarsteine (so deutlich Syr.); es 
lieg^ also dieselbe Verwechselung vor, wie in Dtn 27 1— 8, s. Vorbemerkungen z. d. St. 
'« n Tti-w:, cf. Dtn 17 18. *iy\ ar: nv», dass Moses das Gesetz im Beisein des Volkes schrieb, 
ist Dtn 31 9 nicht gesagt; ans "sk ist mit LXX zu streichen, '"^ a nt^ mit ara'^*) zu ver- 
binden. 88 ts-^nasi, lies mit Trg. Syr. und Handschriften r^'iisoi; zur Aufzählung cf. Dtn 
299 (31 88). nttt-j r,ra, korrelativ, cf. v. 22. "^n an na (cf. 8, 3, LXX Trg. Syr. schieben 
auch hier »und« ein), die Verteilang des Volkes entspricht also nicht genau Dtn 27 ii — is, 
scheint vielmehr bereits auch auf Dtn 27 uff. Bezug zu nehmen; auch die Lade war 
Dtn 27 nicht erwähnt, n-^twa -», cf. Ez 4722 Lev 24 le etc. 'v? rsrr, cf. 27 uff. In 
V2Bnrti streiche den syntaktisch unmöglichen Artikel, cf. G-K § 127 i. hto Vm (statt Vy 
Dtn 27 uf.), weil die Stellung auf den Bergen für v. 34 f. unbrauchbar war. ^**aV, kurz 
für ^'^a^ und n^Vpn Vy (Dtn 27 la. is). ha^V" nach orn (Artikel!) auffällig, fehlt LXX und 
ist als blosse Variante zu streichen. navM'^a, Gegensatz zu p "'^rr» (v. 34), dem Sinne 
nach nicht zum Befehl Moses gehörig. 84 rhhprt nanan, als Inhaltsangabe der rv^'tr 
wenig passend, weil nur auf den Schluss des Gesetzes weisend, ist wohl Zusatz, zumal 
V. 35 betont, dass das ganze Gesetz verlesen wurde. Damit fällt auch v. 33, weil eine 
Verkündigung von Segen und Fluch neben einer Verlesung des ganzen (Segen und 
Fluch mit enthaltenden) Gesetzes keinen Sinn hat. 85 Vk^it Vnp, cf. Dtn diso, o-'van 



Job 9i. 185 

9 'Und als *die Könige der Amoriter* jenseits des Jordan auf dem Gebirge und 



*'iyi, cf. Dtn 29 10 81 la. — Beachtenswert ist der Nachdruck, der darauf gelegt wird, dass 
Josua genau nach dem Gesetz Moses verfährt, cf. l7f. 

9| 1 — 27 Der Vertrag mit den Gibeoniten. Inhalt: Die kananitischen 
Könige vereinigen sich zum Kampf gegen Israel (v. 1 — 2). Die Bewohner von Gibeon 
aber rüsten Boten an Israel mit alter Kleidung, alten Weinschläuchen und altem Brot 
ans, und diese bitten unter dem Vorgeben, ans fernem Lande zu kommen, um einen 
Vertrag (v. 8 — 6). Die Bedenken Israels und Josuas, sie möchten zu den Kananiten ge- 
hören, überwinden sie durch Hinweis auf ihre abgenützten Kleider und Schläuche und 
ihr alt gewordenes Brot, und ihr Kommen begründen sie damit, dass Jahves Thaten für 
Israel in ihnen das Verlangen nach einem Vertrag erweckt haben (v. 7 — 14). Dement- 
sprechend schliessen Josua und die Israeliten einen Vertrag mit ihnen (v. 15). Nach 8 
Tagen wird der Betrug der Gibeoniten entdeckt; doch tötet man sie nicht, vielmehr 
geben die Fürsten der Gemeinde den Bat, die Gibeoniten zu Holzhackem und Wasser- 
trägem zu machen (v. 16—21). Josua stellt die Gibeoniten zur Bede; sie entschul- 
digen ihren Betrug mit der Furcht, dass man mit ihnen nach dem Befehl Jahves an 
Moses verfahren möchte, erklären sich aber bereit, sich jeder Anordnung Josuas zu 
unterwerfen (v. 22 — 25). Josua macht sie zu Holzhackem und Wasserträgern für das 
Heiligtum (v. 26— 27). — Analyse. Allgemein werden P zugewiesen v. 17 — 21. Dieser 
Abschnitt hebt sich nämlich als Dublette von seiner Umgebung ab: die Verschonung 
der Gibeoniten ist doppelt erwähnt, v. 18 und 26, ebenso ihre Anstellung als Holzhacker 
und Wasserträger, v. 21 und 27, und wohl auch die Entdeckung des Betruges, v. 17 
vgl. mit V. 16. Dabei besteht der Unterschied, dass nach v. 17—21 die tnrvz den Ver- 
trag mit den Gibeoniten abgeschlossen haben, und dass sie dieselben zu Sklaven machen, 
dagegen nach v. 22 ff. Josua. Diese Eigentümlichkeit von v. 17 — 21 spricht aber für P 
als Verfasser, denn myn '^urw werden nur bei ihm erwähnt, auch die Auffassung Israels 
als my ist für ihn charakteristisch, cf. Holzinger 845. Derselbe Gegensatz besteht 
zwischen v. 15a und b, auch v. 15b ist also P zuzuweisen; ebenso wahrscheinlich auch 
V. 14, wo anstatt des sonst in unserer Erzählung nicht vorkommenden D^oaitn (sonst 
steht der Sing, mn, v. 6. 7) mit LXX v^vtmn zu lesen sein wird. Eine Einwirkung von 
P auf den Parallelbericht scheint auch in v. 28(?) und 27 erkennbar zu sein (s. d.). 
Genauer ist der Verfasser übrigens P, cf. Einl. § 4, 1. — Nach Ausscheidung von P 
macht die Erzählung v. 8 — 18. 15 a. 16. 22—27 im Allgemeinen den Eindruck der Ein- 
heitlichkeit, ausgenommen v. 6 — 7. In diesen Versen befremdet die Bezeichnung der 
Gibeoniten als '^'inn (v. 7), die sich sonst in unserm Kap. nicht findet, ferner dass sie 
hier mit dem h^ff^v^ v^k verhandeln, der sonst keine Bolle spielt, und endlich, dass v. 8 f. 
die Verhandlung mit ihnen aufs Neue beginnt. Doch sind v. 6 — 7 nicht ganz auszu- 
scheiden; vielmehr scheint in v. 6 der Text des Einschiebsels teils mit dem zwischen 
V. 5 und 8 notwendigen Bindeglied der Haupterzählung kombiniert zu sein (beachte die 
Dubletten yvtrp hm und narnsn h» und r^H neben ^m^vt v^ ^k), teils nach der Haupt- 
erzählung aufgefüllt zu sein (laKs npin^ P^» ^' ^- ^)' ^^® singularische Konstruktion 
von ""inn (v. 7) und das singularische huever* vm scheint für TJrspmng des Zusatzes aus J 
zu sprechen, cf. Holzinger 107 f. Die Haupterzählung weist einige deutliche Kennzeichen 
dtner Abfassung auf: v. 9 y^rh» '^"•», v. 10 Hinweis auf Sihon und Og, v. 24 T^n^s •»"■^ 
und Hinweis auf das Dtn., z. B. 7iff. (v. 27 ^nv^ ivk Dipion). Entweder liegt ein Bericht 
des D* vor (der übrigens auch hier E als Quelle benutzt haben wird), oder ein von Bd 
überarbeitetes Stück aus £ (da die sicheren Kennzeichen dtner Sprache sich nur in 
solchen Sätzen finden, die als Zusätze angesehen werden können). Da D* nach Ausweis 
von Kap. 10 eine Gibeonitenerzählung gehabt haben muss und B im Allgemeinen D* als 
Hauptquelle benutzt, dürfen wir die Erzählung D* zuschreiben. — Buddes Zuweisung 
der Haupterzählung an J (ZATW 1887, 136 ff.) stützt sich vor allem darauf, dass v. 4—7 



186 Job 9i— 8. 

in der Niederung und an der ganzen Küste des grossen Meeres nach dem Libanon zu, 
die Hittiter, Amoriter, Kananiter, Perizziter, Hiwwiter, 'Girgasiter' und Jebusiter, (davon) 
hörten, 'kamen sie zusammen, um mit Josua und mit Israel gemeinsam zu kämpfen. 
> Als aber die Bewohner von Gibeon hörten, wie Josna mit Jericho nnd Ai veiv 
fahren war, * handelten anch sie listig nnd zogen hin. Sie 'verproviantierten' sich 
nnd nahmen alte Säcke für ihre Esel nnd alte nnd zerrissene * ' Weinschlänche ; 
'nnd (sie zogen) alte geflickte Schnhe nnd alte Kleider an, nnd ' ' ihr Reisebrot 

war trocken (nnd) zerbröckelt (?). ®So zogen sie hin znJosna ins Lager [nach 

Oilyal] und sprachen [zu ihm und] zu den Männern Israels: [Aus fernem Land sind 

wir gekommen, und nun] schliesst einen Vertrag mit uns! 7 Da sprachen die 
Männer von Israel zu den Hiwwitem: Vielleicht wohnt ihr mitten unter uns; 
wie könnten wir da einen Vertrag mit euch schliessen? 'Da sprachen sie 



durch V. 11 S. vorausgesetzt werden (doch gilt das nicht für v. 6 — 7*), sowie auf einzelne 
Wortparallelen zwischen unserer Erzählung und jahv. Abschnitten, die aber nicht cha- 
rakteristisch genug sind, um für J zu beweisen. Albers' s weitergehende Scheidung 
zweier Parallelberichte (J und E) stützt sich vollends auf unzureichende Kriterien (s. 
bei der Einzelerklärung). — V. 1—2 stehen in LXX vor 890. Aber weder hier noch dort 
passen sie in den Zusammenhang; sie sind wohl ein späterer, in verschiedenen Hand- 
schriften an verschiedener Stelle eingefügter Zusatz eines Dtnst. — Einzelerklärung. 
1 y&o^y seil, vom Fall Ais. Q'^sVttn Vs, LXX ■^•löKn -oVa. fr^'^n lay brauchte hier durch 
mo'' nicht näher bestimmt zu werden, weil die Beziehung auf das Westjordanland durch 
*irra etc. schon genügend klar war. Zu '"u*! "^na cf. Dtn l7. y^izkrt h*t^ hat, nicht eine 
4. Ortsangabe (LXX : xal ol ngbs rtp IdmXißtcvtfi), sondern mit vm cjin zu verbinden. Zur 
Aufzählung der kananitischen Völker, in der übrigens die Girgasiter in MT fehlen (in 
LXX hinter -^inn eingefügt), cf. Dtn 7i. 2 -rrw nt, cf. G-K § 118 q. V. 1—2 bilden im 
Sinne des Redaktors eine Einleitung zu Kap. 9 — 11 ; die Erfolge Josuas lehren die Kana- 
niter, dass sie sich zusammenschliessen müssen, wie es inderthat in Kap. 10—11 der 
Fall ist. Das Verhalten der Gibeoniten wird dadurch in scharfer Weise als im Gegen- 
satz zu dem aller übrigen Kananiter stehend gekennzeichnet. Dass ein Kern von v. 1—2 
E angehöre (wegen •»•^»»n, v. 1 LXX) und darum v. 3flf. J (weil mit v. 1—2 nicht zu- 
sammenhängend), cf. Albers, ist ein falscher Schluss. '»'nsK findet sich auch bei D, und 
V. 1 — 2 hängen auch mit der von Albers angenommenen Fortsetzung von E nicht zu- 
sammen. 8 y^9M "^avT*! der Betonung wegen voraufgestellt; zur Lage von Gibeon «» 
Dschib, nordwestl. von Jerusalem, cf. Buhl 168 f. yvim, LXX xvqios. 4 rvon u, etwa: 
wie die Israeliten gegen Ai eine List angewandt hatten? i'^'^sr^i, da vsc sonst nicht 
vorkommt, wohl verschrieben aus i-rtpsf^i, cf. LXX und v. 12. em'i'HorjV e^pw, Proviant- 
säcke, die von den Eseln getragen werden sollten. ts'^^'^xiBi (zusammengebunden, sodass 
brüchig gewordene Stellen abgeschnürt sind) fehlt LXX. 5 ni^Vv), von rra^v » nVao, 
cf. Dtn 24 IS. ünh ^ai, LXX Syr. ohne h^. 6 VaVah, hier schwerlich ein anderes als das 
von Kap. 5, also nicht ein bei Sichem gelegenes, cf. Dtn 11 so. Es ist dtne Vorstellung, 
dass. Josua nach jeder Unternehmung nach Gilgal zurückkehrt, cf. lOis. 4S. Vielleicht 
ist ^a^An von B nach 10 6 in den Text des J eingefügt. 7 Lies mit Qerd *iaK''\ ""a-ipa -«^ik 
av^ n>nK, aus der Oberzeugung heraus gesprochen, dass Israel bereits der Bewohner des 
Landes ist, zwar noch nicht de facto, aber doch kraft göttlicher Bestimmung. Übrigens 
setzt dieser Einwand das laiia npin^i ynueo (v. 6) nicht voraus; sollte die Wahrheit dieser 
Behauptung bezweifelt werden, wäre wohl ein deutlicherer Ausdruck gebraucht ; wer dem 
Andern einen Betrug zutraut, lässt sich auch durch Beweise wie die v. 12 f. nicht 
täuschen, 'na*! ^'^, dass man mit den Kananiten nicht paktieren darf, steht zwar sonst 
bei J nicht, sondern nur bei D resp. Bd zu lesen, wird aber durch unsere Stelle als J 
angehörende Anschauung erwiesen. 8 'fsnsK V^ay, wohl nur ein devoter Gruss, cf. Benz. 



Jos 98—17. 187 

za Josna: Deine Knechte sind wir! Und als Josaa sie fragte: Wer seid ihr nnd 
woher kommt ihr? "antworteten sie ' ': Aas einem gar fernen Land kommen 
deine Knechte am des Rahmes Jahyes, deines OotteSt wiUen ; denn wir haben das 
Gerttcht von ihm vernommen * * '"nnd alles, was er den beiden Amoriterkttnigen 
jenseits des Jordan gethan hat, Sihon, dem König von Hesbon, nnd Og, dem 
König von Basan, der in Astaroth (residierte). ''Und unsere Ältesten nnd alle 
Bewohner nnseres Landes sprachen zu ans: Nehmt Proviant mit each für die 
Reise, zieht ihnen entgegen nnd sagt zn ihnen: Eure Knechte sind wir[, und nun 
sehlütH doch «tn<n Vertrag mit uns]. ''Hier (seht) nnser Brot, es war (noch) warm, 
als wir ans mit ihm verproTiantierten * ' an dem Tage, wo wir anfbrachen, am 
za each za ziehen; nnd jetzt * ' ists trocken geworden nnd zerbröckelt. '*Und 
hier (seht) nnsere Weinschläache, die nea waren, als wir sie fällten; nnd nnn 
sind sie zerrissen. Und * * nnsere Kleider nnd Schabe sind abgenntzt, weil der 
Weg so sehr weit war. ^^Da nahmen die * Fürsten von ihrer Reisekost^ aber * ' Jahve 
befragten sie nieht, '^Und Josna schloss Freundschaft mit ihnen nnd bekräftigte 
sie in feierlicher Weise ' *; und die Fürsten der Gemeinde schwuren ihnen. ''Drei 
Tage, nachdem man den Vertrag mit ihnen abgeschlossen, Ternahm man jedoch, dass 
sie ganz nahe [bei ihnen und mitten unter ihnen wohnten]. ^^Und ah die Israeliten 
weiter zogen, kamen sie ^ ^ zu ihren Städten; ihre Städte aber waren Qtbeon, Kephira, 



171; eigentliche Unterwerfung erfolgt erst v. 25. 9 '»''V» fehlt LXX. yn^y in devoter 
Bedeveise für »wir«, dv^, eig. mit Bezug auf den Euhm. D'^^xna — h^ mki fehlt LXX. 
Zu V. 9—10 cf. 2 10. 11 r*^ ^51 ira-^T (alte Drucke und Handschr. lesen besser irspt, cf. 
Ginsburg), danach hatte Gibeon eine republikanische Verfassung, in der die Ältesten, 
d. h. die Häupter der angesehensten Familien, Beprasensanten des Volkes sind,' cf. Benz. 
299. n^ia — nr»yj, cf. v. 6b, wohl von dorther hier eingefügt, weil den Zusammenhang 
von V. 12 mit dem Vorausgehenden unterbrechend; so auch Albers 131, der sich aber 
damit die Berechtigung zu der Behauptung S. ISO entzieht, dass wegen der Schlussworte 
des V. 11 V. 12 als neuer Anfang der Bede der Gibeoniten zu betrachten und darum aus 
anderer Quelle abzuleiten sei, als v. 11. 12 Zur Eonstr. (dies ist unser Brod; als 
warmes . . . .) cf. G-K § 136 d Note *); zu T«osrT mit Accus, cf. G-K § 117 w (eigtl. als 
mit warmem haben wir uns mit ihm verproviantiert), irns» und nan fehlen LXX. Zu 
rrn-j nach dem Perf. cf. König, Syntax § 370f. (in v. 5 fehlt i!). 18 nViti 2«, LXX einfach 
xtti. -TW3 — anto, eig. wegen des sehr viel seins des Weges. Zu den Ausdrücken cf. 
V. 4—5. 14 Zum Text s. ob. (D^jrwn). •^"•^ -^b (LXX ohne -»), die Entscheidung Jahves, 
die man durch Befragung mittels des Looses hätte einholen können, inp^i bedeutet im 
Zusammenhang : sie nahmen es als wirklich zuverlässigen Beweis für die Wahrheit ihrer 
Worte. 15 oiVw wy^% er stellte friedliche Beziehungen her, n-^^a nna*»'», er bekräftigte sie 
durch die feierliche Zeremonie einer n*>na, cf. zu Dtn 4is; es liegt also in v. 15a keine 
Dublette vor, wie vielfach angenommen wird. tirv)'^rth bezeichnet den Inhalt der Ver- 
pflichtung, die Josua übernimmt; doch fehlt das Wort bei Luc. 16 "^M^a und ly»«''^ 
vielleicht von B unter dem Einfluss von v. 15b aus ursprünglichem Sing. (Subj. Josua) 
hergestellte Formen, wofür die sing. Fortsetzung 'rhvt und la'^pa spricht; besser aber ist 
als Subj. >die Israeliten« (oder das unbestimmte »man« ?) zu denken, als deren Vertreter 
Josna gehandelt hatte. Die Worte o'^av*« — i*^^k klingen nämlich so stark an v. 7 an, 
dass sie wahrscheinlich von dorther hier eingefügt sind (t^k bei flüchtigem Hinsehen 
aus ''h^H verlesen ?). 17 Nach P* ist der Betrug nicht wie in v. b durch Vernehmen der 
Kunde über die Lage Gibeons entdeckt, sondern dadurch, dass Israel selbst nach Gibeon 
gelangt, ^'^^»n ön-^a fehlt LXX. Wie Dn*''^» und v. b zeigen, handelt es sich bei P* 
nicht blos um Gibeon, sondern um 4 Orte. ^i>a5, cf. v. 3. ni^wn = Kefire, WSW von 
Gibeon, cf. Buhl 169. ni^Ma, meist mit Bire, nördl. von Jerusalem identifiziert; doch 
lag es nach Opom. 233, 83 7 röm. Meilen WNW von Jerusalem, cf. Buhl 173. tnhtr r\^^ 



188 Jos 9 17—27. 

Beeroth und Kirjath-Jearitn. i* Die laraeläen töteten eie aber niehi, weil die. FUrtten der 
Crememie ihnen hei Jakoe\j dem OM leraelBj] geeehworen kaUen: do^ mnarie die fmne 
Gemeinde wider die Fürsten, ^^Die * ^ Fürsten sprachen Jedoch zur ganzen Gemeinde: Wir 
haben ihnen hei Jahve[, dem Gott Israels^] geschworen^ und nun dür/en wir nicht Hand an 
sie legen, ^Das wollen wir * * ihun, indem wir sie am Leben lassen^ damit kein Zorn 
über uns komme wegen des Schwurs^ den wir ihnen geleistet haben ''* '; Sie sollen am 
Leben bleiben, *aber* Holzhauer und Wasserträger /Ur die ganze Gemeinde * werden. *Da 
thal die ganze Gemeinde*^ wie die Fürsten ihnen geraten hatten, **ünd Josna rief sie nnd 
sprach sn ihnen: Wamun habt ihr nns getänschtt da ihr sagtet: Wir (wohnen) 
sehr fern von euch, während ihr doch in unserer Mitte wohnt. '^So sollt ihr 
denn nun verflncht sein, nnd niemand nnter ench soll je aufhören, Knecht [und 
Holzhauer und Wauerträger] für den Tempel meines Gottes zn sein. *^Sie ant- 
worteten Josna: Es wurde deinen Knechten berichtet, dass Jahve, dein Gott, 
seinem Knecht Moses geboten hat, dass er euch das * * Land geben wollte, and ihr 
solltet alle Bewohner des Landes vor ench her vertilgen. Da gerieten wir vor 
euch in grosse Angst um unser Leben, nnd so thaten wir dies. ** Jedoch, wir 
sind nun in deiner Gewalt; verfahre mit uns, wie es dir gut und recht scheint. 
''Da that er ihnen also und rettete sie ans der Hand der Israeliten, dass sie sie 
nicht töteten. **Und Josna machte sie jenes Tages zu Holzhauern nnd Wasser- 
trägern fOr [die Gemeinde und] den Altar Jahves. *So wurden die Bewohner Gi- 
beons Holzhauer und Wasserträger für den Altar Jahves* bis auf den heutigen 
Tag an dem Ort, den *Jahve' erwählen würde. 



= Kirjath el-*£nab, am Jafawege westl. von Jerusalem (?), cf. Buhl 166 f. 18 n-ryn ■*ir«9, 
LXX ndvres ol uQxovreg. laV*^, cf. £x 16 2. Das Murren der Gemeinde setzt voraus, dass 
die Ältesten ohne ihre Einwilligung den Eid geleistet hatten. 19 V^ 1® fehlt LXX. 
»mV, cf. G-K § 66b. 20 anh fehlt LXX. rv^m\ cf. G-K § 113 dd. Das nw« rut findet 
seine Erklärung in v. 21 (s. d.); n-nm bekommt dann den Sinn von >indem wir sie am 
Leben lassen«. Nur zu letzterem gehört v. b. Wollte man sie töten, so würde Jahves 
Zorn über Israel kommen, weil man ihn zum Bächer des Eides angerufen hat. 21 
D-^injan — iiidw^ fehlt LXX. Ferner lies mit LXX »itj-i und ergänze mit LXX Cod F 
vor 1WO die Worte ^^'W'Va ^^^l- Der Vorschlag der Altesten will einerseits dem Ver- 
langen des Volkes nach Bestrafung des Betrugs, andererseits dem Eid gerecht werden. 
Sie sollen der Gemeinde dienen, vermutlich am Heiligtum (cf. v. 27 und Ez 44 li), also 
Tempelsklaven werden ; über solche cf. Benz. 429. 22 knüpft an v. 16 an. Die folgende 
Verhandlung findet also nicht in Gibeon, sondern in Gilgal statt, wohin Josua die Gibeo- 
niten rufen lässt. 'isi ar»^, cf. G-E § 141 e. 28 'iai r^^d" k^, eig. nicht soll verschwinden 
unter euch ein Knecht, w^ — **at:nt (« und zwar . . .) fällt durch den Plural auf und 
ist somit vielleicht Zusatz aus v. 21 oder 27. "n^K r**aV, für das demnächst zu errichtende. 
24 T**^a3?V, cf. zu v. 9. •>»» rn, zum Accus, beim Passiv Tjn cf. G-K § 121 a. 151 rrh ist 
inhaltlich eine Verheissung, nicht ein Befehl ; ein solcher beginnt erst mit "r^sTh ; rrh bis 
V'^KH und das folgende *: sind also wohl Zusatz (Va fehlt LXX). Es ist hingewiesen auf 
Befehle wie Dtn 7iff. 20i6ff. Was Moses hier gebietet, ist ihm von Jahve befohlen, Dtn 
588. nv93i, cf. G-K § 75 hb. 26 Vx**i etc., die Israeliten wollten sie also töten. Beachte, 
dass die gereizte Stimmung sich hier nicht gegen Josua richtet (cf. v. 19); das Volk 
weiss, dass er den Vertrag in gutem Glauben abgeschlossen hat. 27 Vor cit: -9 lies 
mit LXX nirr rtarta^ Dts ■a«»'» D*xy -attn injaj -ar- i-n*i; erst dadurch wird rtn dw Tf 
recht verständlich (cf. Hollenberg, ZATW 1881, 98 f.). Das nur im ersten Satz stehende 
1 n-ryV ist als aus v. 21 entlehnt zu streichen. Hinter ^na** ergänze mit LXX mrr. Doch 
wird Ssi D^pttn Vtt wegen seiner Stellung Zusatz sein ; zu der Formel cf. Dtn. § 8, 18. ~ 
Dass in alter Zeit (doch unbekannt, seit wann) zwischen Israel und den Gibeoniten ein 
Vertrag bestand, durch den den letzteren ÜnverletzUchkeit zugesichert war, geht daraus 



Josiia 10 1. 169 

10 ^Al8 nun Adoni^edeq, der König von Jemsaleiii, hörte, dass Josna Ai 
eingenommen und gebannt hatte, — wie er Jericho und seinem König gethan, so 
hatte er auch Ai und seinem Kdnig gethan — , nnd dass die Bewohner Gibeona mit 



hervor, dass Saul durch Tötung einiger Gibeoniten eine Blutschuld auf sich geladen 
hat, die David durch Auslieferung von 7 Sauliden an die Gibeoniten sühnte (IlSam 
21iff.). Unsere Erzählung will augenscheinlich das Zustandekommen dieses Vertrages 
erklären, zugleich aber auch die Stellung der Gibeoniten als Tempelsklaven. Wann 
sie in Wirklichkeit diese Stellung erhalten haben, lässt sich nicht sicher ermitteln; wahr- 
scheinlich geschah es zur Zeit Salomos (IBeg 98of. Esr 2fi6ff.). 

10, 1—48. Die Eroberung der südlichen Landeshälfte. Inhalt: 
Auf die Kunde von dem Fall Ais und dem Bündnis Gibeons mit Israel verbündet sich 
der König Adoni9edeq von Jerusalem mit den Königen von Hebron, Jarmuth, Lakhisch 
und *Eglon, um Gibeon zu erobern (v. 1 — 5). Josua, von Gibeon zu Hilfe gerufen und 
von Jahve ermutigt, zieht des Nachts nach Gibeon, überfallt die Verbündeten, besiegt 
sie mit Jahves Hilfe, der durch Hagel viele der Feinde tötet, und verfolgt sie über 
Beth-Horon bis *Azeqa und Maqqeda (v. 6—11). Der Tag ist auch dadurch ein besonders 
wunderbarer, dass auf Josuas Geheiß die Sonne einen vollen Tag lang mitten am Himmel 
still steht (v. 12—15). Die 5 Könige flüchten sich in eine Höhle bei Maqqeda; auf 
Josuas Befehl wird der Eingang durch grosse Steine verschlossen und durch aufgestellte 
Posten bewacht und zunächst die Verfolgung fortgesetzt (v. 16—19). Dann kehrt Israel 
nach Maqqeda zurück. Josua lässt die Könige aus der Höhle herausholen, lässt die 
Heerführer den Fuss auf ihren Hals setzen, tötet sie und hängt ihre Leichname bis 
zum Abend auf; darauf werden sie in die Höhle geworfen und grosse Steine vor der- 
selben aufgehäuft (v. 20—27). Alsdann werden folgende Städte Judas erobert und ge- 
bannt: Maqqeda (v. 28), Libna (v. 29—30), Lakhisch (v. 31—32), bei deren Eroberung 
auch ihr Bundesgenosse, der König von Gezer, besiegt wird (v. 33), Eglon (v. 34—36), 
Hebron (v. 36—37) und Debir (v. 38—39). Überhaupt ganz Juda wird erobert und all 
seine Bewohner werden gebannt (v. 40—42). Dann kehrt Josua mit Israel nach Gilgal 
zurück (v. 43). — Analyse. Das Kap. gliedert sich deutlich in 3 Teile: v. 1—15. 
16—27. 28 — 43. Der Abschluss des ersten (v. 15) scheint dafür zu sprechen, dass sein 
Verfasser die Fortsetzung nicht kannte; denn mit der Bückkehr Israels nach Gilgal ist 
die Unternehmung deutlich abgeschlossen. Aber v. 15 fehlt, ebenso wie v. 43, in LXX. 
Somit fallt zunächst die Notwendigkeit hin, v. 16 — 27 einem andern Verfasser zuzu- 
schreiben, als V. 1—14; da vielmehr v. 16—27 inhaltlich die natürliche Fortsetzung 
zu V. 1 — 14 bilden, wird es geratener sein, für beide Teile Einen Verfasser anzunehmen. 
Anders steht es mit dem 3. Teil, v. 28—42. Auf den ersten Blick scheint es freilich, 
dass in ihm lediglich die notwendige Ergänzung zu v. 1—27 vorliegt; in v. 1—27 wird 
die Besiegung und Tötung der Könige erzählt, in v. 28 — 42 die Eroberung ihrer Städte. 
Immerhin befremdet, dass unter diesen Städten Jerusalem und Jarmuth nicht genannt 
werden, obwohl nach v. 40 ff. auch sie erobert sein müssten, und dass die Eroberung 
von Städten erwähnt wird, von deren Königen vorher nicht die Bede war, Maqqeda, 
Libna und Debir; cf. auch die Besiegung des Königs von Gezer (v. 33). Auch das ist 
zu beachten, dass die Tötung des Königs von Hebron zweimal erzählt ist, v. 26 und 
v. 37. Freilich fehlen die Worte naV« rn-i (v. 37) in LXX; es ist jedoch leichter er- 
klärlich, dass LXX die Worte mit Bücksicht auf v. 26 ausliess, als dass sie trotz v. 26 
nachträglich beigefügt wären. Auch in v. 28 ist na^ tki von LXX ausgelassen. Die 
Vermutung liegt nahe, dass die Nichterwähnung des Königs in v. 82. 35 (MT) auch auf 
Streichung der betr. Worte mit Rücksicht auf v. 26 beruht. Dann aber ist anzunehmen, 
dass V. 28—42 einen Anhang an v. 1—27 von andrer Hand darstellen. — In v. 12 — 14 
liegt jedenfalls ein Zusatz des K (Bd) vor; beacbte die 52 626 8so ähnliche Einführung 
und die spezifisch dtnsten Wendungen "^ßi y^a (v. 12) und V«n©'>V nnVa ■»"•» (v. 14), cf. 



190 Jos 10 1-8. 

Israel Prieden gemacht hatten * *, 'da 'fürchtete er' sich sehr; denn Gibeon war 
eine grosse Stadt wie eine der KönigB8tädte[, und es war (sogar noch) grösser 
als Ai], und all seine Männer waren (wahre) Helden. * Darum sandte Adoni^edeq, 
der König von Jernsalem« zn Hoham, dem König von Hebron, zn Pir*am, dem 
König von Jarmnth, zn Japhia', dem König von Lakhisch, nnd zn Dehir, dem 
König von *Eglon, und Hess ihnen sagen: ^Zieht herauf zn mir nnd helft mir, 
dass wir Gibeon besiegen, weil es mit Josna nnd den Israeliten Frieden gemacht 
hat. ^* * Da zogen die 5 AmoriterkÖnige, die Könige von Jerusalem, Hebron, 
Jarmnth, Lakbisch und Eglon, mit all ihren Heeren hinauf, belagerten Gibeon 
nnd kämpften mit ihm. "Die Männer von Gibeon aber sandten zn Josua in das 
Lager nach Gilgal und Hessen ihm sagen: Lass deine Knechte nicht im stich, ziehe 
eilends herauf zn uns, errette uns nnd hilf nns; denn alle Könige der Amoriter, 
die auf dem Gebirge wohnen, haben sich gegen nns zusammengethan! 'So zog 
denn Josua mit dem ganzen Kriegsvolk, * ' lauter tüchtigen Leuten, von Gilgal 
aus hinauf. ^Jahve aber sprach zu Josua; Fiirclite dich nicht vor ihnen, denn ich 
gebe sie in deine Gewalt, 'und* keiner von ihnen wird vor dir stand halten können. 



Dtn. § 8, 61. 66 b. Über die Quelle dieser Notiz s. die Einzelerklärung. — Was die 
Quellenzagehörigkeit betrifft a) von v. 1 — 11. 16—27, so ist als Verf. D* anzunehmen, 
der freilich auch hier nur eine elohistische Erzählung wiedergegeben haben wird. Dafür 
sprechen einige unverkennbare dtne Züge; cf. zu v. 8. 19b/9. 25. 26—27. Diese könnten 
freilich auch so erklärt werden, dass Rd den Text des E (dass dieser zu Grunde liegt, 
würde aus der Bezeichnung der Könige als Amoriter folgen, v. 5. 6) bearbeitete; jedoch 
steht fest, dass auch D* die Eroberung des Westjordanlandes durch Josua erzählt haben 
muss (cf. Dtn 328 81?), und da R im Allgemeinen D^ als Quelle benützt, wird der von 
ihm mitgeteilte Bericht auch hier der des D^ sein, b) V. 28—39 sind aus anderer 
Quelle (s. o.), in der gegenwärtigen Form aber durchaus dtnst.; s. die Einzelerklärung. 
Dass die zu Grunde liegende Quelle jahvistisch sei (Budde, Albers), lässt sich nicht 
beweisen, c) V. 40 — 42 dürften erst von einem Rp geschrieben sein, s. Einl. § 5, 5 c 
(Vsnw» •'n^K ! v. 40). — 1 pis-^rw, LXX U^uiviß^Cfx^ cf. Jud 1 sff. ; entweder ist hier Adoni^edeq 
unter dem Einfluss von Malki^edeq (Gen 14 is) aus Adonibezeq verderbt — doch ist dies 
wehiger wahrscheinlich, da die Figur des Malki^edeq wohl erst der des Adoni^edeq 
nachgebildet ist — , oder besser: Adonibezeq ist Verderbnis aus Adoni^edeq unter dem 
Einfluss des Jud l5 folgenden pTaa, sodass LXX den Namen an unserer Stelle zu unrecht 
nach Jud Isff. geändert hat. In diesem Namon wird übrigens pns Name eines Gottes 
sein (cf. Baudissin, Studien I, 15). Der Name Jerusalem findet sich schon in den Teil- 
el-Amarnab riefen als ürusalim. naV^V*) '^yh — noKd, eine Parenthese, die hier wenig an- 
gebracht ist, vielleicht nach v. 28 ff. eingesetzt. Danpa i-n*»i (Sinn: sie waren in ihre 
Mitte E= unter sie aufgenommen, cf. 922ff.) fehlt LXX. 2 ik^*^*^^, dem Zusammenhang 
entsprechend in ttvni zu ändern. Die Furcht ist damit begründet, dass durch den 
Übergang der mächtigen Stadt Gibeon die Macht Israels bedeutend vermehrt ist; daher 
der Plan, Gibeon vor der Vereinigung seiner Streitkräfte mit den israelitischen zu ver- 
nichten, ort •»-!:? nnsa, Gibeon war selbst keine Königsstadt, cf. zu 9ii. "»»n — »»si fehlt 
LXX. 8 ';i"'3n = El-Halil, südl. von Jerusalem, cf. Buhl 161. mw*, wahrscheinlich = 
Jarmük, westl. von Bethlehem, cf. Buhl 194. »■'ai = Tell-el-Hasi, ONO. von Gaza, cf. 
Buhl 191 f. 1*1^5 SB 'Adschlan, nördl. vom vorigen, cf. Buhl 192. Die Namen der Könige 
bietet LXXB in stark abweichender Form: Allu^, ^€i^(6v, *Iiqf^a und AaßtU\ für yhvs 
bietet sie hier und weiterhin Wollafi. 6 lEOiri fehlt LXX. •♦'löKn, wie stets bei E (Holz. 
S. 182) und D» (Dtn. § 8, 11), LXX fälschlich Ifßovaaiory. 6 nWi>ar, cf. 96. Sji tr^f\ *«, 
eig. lass deine Hände (Variante ^-n) nicht los von d. Kn. (zu nt^ cf. Dtn 31 8 Jos lö). 
^nn ■»a»*' •»ittitn, cf. Dtn 1?. 44. 7 isi 2", LXX ohne •». 8 t^-n^a Kethibh, ryr^tL Qere. 
K^, alte Ausgaben vh% cf. Ginsburg. Zu v. a cf. Dtn 3 8 etc. (D*), zu v, b cf. Dtn lii 



Jos 109— IS. 1dl 

*AIb sie JoBua nnn plötzlich überfiel — die ganze Nacht hindarch war er yon 
Gilgal heranfinarschiert — , ^® da setzte Jahve sie vor den Israeliten in Verwirrung, 
sodass *8ie' ihnen bei Gibeon eine schwere Niederlage beibrachten und sie nach 
dem Aufstieg von Beth-Horon zu verfolgten; und sie schlugen sie (weiter) bis 
nach *Azeqa und Maqqeda. ^^Und als sie vor den Israeliten flohen und gerade 
auf dem Abstieg von Beth-Boron waren, da liess Jahve grosse Steine vom Bimmel 
her auf sie fallen bis (sie) nach Azeqa (kamen), sodass sie starben. Die durch die 
Hagelkörner umkamen, waren mehr als die die Israeliten mit dem Schwerte er- 
würgten. '^Damals sprach Josaa zu Jahve[, an dem Tage, als Jahve die Amoriter 
den Israeliten preisgab]: * * 

Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Thale Ajjalon! 

^'Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, 

' Bis das Volk an seinen Feinden Bache genommen. 
[So steht bekanntlich geschrieben im Buch des Redlichen]. Da blieb die Sonne mitten 



Jos I5. V. b ist vielleicht Zusatz des Ed. 9 '"üi riWn is, der Weg von Gilgal nach 
Gibeon konnte in einer Nacbt nicht zurückgelegt werden. Der Ausdruck will also be- 
sagen: Josua hatte das letzte StUck des Weges bei Nacht zurückgelegt und war so 
des Morgens unerwartet zur Stelle. 10 Dttrri, das Suffix bezieht sich auf die 5 ver- 
bündeten Könige und ihre Heere; Sinn: er wirkte einen panischen Schrecken. »">') 1^ 
Subj. Jahve. mwi und ö3'»i 2®, sprich mit LXX Trg. bb7;?5 und dö«5, Subj. die Israeliten. 
Die Niederlage hat Jabve bereits bewirkt; Israel hat den verliehenen Sieg nur auszu- 
beuten. Die Feinde fliehen zunächst nach W. auf der nach Beth-Horon (=» Bet-*Ür, cf. 
Buhl 169; übrigens werden ein Ober- und Ünter-Beth-Horon unterschieden; LXX las 
auch hier D'^a^in, die beiden H.) führenden Strasse, von da weiter nach S., ebenfalls der 
Strasse folgend, bis *Azeqa (in der Nähe von Sokho-Schnweke im SW. von Beth Nettif, cf. 
ISam 17 1, genauere Lage unbekannt) und Maqqeda (nach Onom. 278, 90 7 röm. Meilen 
östl. von Eleutheropolis). Direkt nach S. zu fliehen, machten teils die Terrainverhält- 
nisse unmöglich, teils die Stellung Josnas, der von 0. her angriff. Mit Unrecht behauptet 
daher Albers, dass über die Bichtung der Flucht zwei einander ausschliessende Angaben 
vorliegen, die auf zwei Quellen schliessen lassen. Auch das doppelte 03*«*) beweist dafür 
nicht: das erste besagt die Besiegung, welche die Flucht zur Folge hat, das zweite die 
während der Verfolgung vollendete Besiegung. 11 .«.. ^Ven niw .... Ttflaa on, zur 
Konstr. cf. G-K § 164 a. ni^'jna D-^aaK, Hagelkörner (cf. das folgende nian "aa»), die ajber 
nur die Feinde treffen. Also auch die Vernichtung der Feinde während der Verfolgung 
ist grösstenteils Jahves Werk. 12 Vk^v^ — D^'^a, nachträgliche Auslegung des tk und 
daher wohl dtnst. (cf. ^3e^ -jw, Dtn. § 8, 61 und "»^iök, Dtn. § 8, 11) Zusatz. h»^ir '^'^h 
fehlt LXX, die an seiner Stelle folgenden Zusatz bieten: rivixa awix^t\piv avrovg iv 
Faßaanf xal üwtxqCßrianv dnb nQoattnov vldSv *IaQtti^X. Zum Impf, nach tm cf. G-K § 107 c. 
Die Worte Josuas (v. b) sind ihrer Form nach Befehlsworte an Sonne und Mond, nach 
Meinung dessen aber, der sie hier eingefügt hat, Gebetsworte an Jahve ("«H *>a-T v. a, 
cf. auch V. 14), der den Lauf der Gestirne in seiner Allmacht lenkt; denn selbstverständ- 
lich kann Josua den Lauf der Sonne nicht eigenmächtig aufhalten. Sonne und Mond, 
Gibeon und Ajjalon (= Jälo, westl. von Gibeon, südwestl. von Bet-Nüba, cf. Buhl 198) 
sind nur des Farallelismus wegen nebeneinandergestellt; thatsächlich kommt es nur auf 
den Stillstand der Sonne an (v. 13 b). Zur Form o-n cf. G-K § 67 n. 18 Der Eintritt 
des Wunders wird doppelt berichtet; v. a stehen Sonne und Mond still, in genauer 
Übereinstimmung mit v. 12, v. b nur die Sonne, dem Sinn des v. 12 entsprechend. Doch 
liegt kein Grund vor, die eine der beiden Angaben zu streichen, sobald man die erste 
als dem Liederbuch entlehnt ansieht und beachtet, dass die zweite nicht bloss prosaische 
Wiedergabe, sondern zugleich nähere Auslegung der ersten ist. Sie giebt nämlich 
1) den Standort der Sonne (pr^vn ^xna) und 2) die Dauer des Wunders (ö-»ttn fir»a, d. h« 



193 Jos lOlS— M. 

am Himmel stehen und eilte einen ganzen Tag lang nicht dem Untergang zu. ^^Wie 
dieser Tag ist aber keiner mehr gewesen, weder vorher noch nachher, dass Jahve (so) 
auf die Stimme eines Menschen gehört hätte ; denn Jahve kämpfte für Israel. *' [Darauf 
kehrte Josua und gatiz lerael mit ihm in dae Lager nach Oüyal zurück,^ '* Jene 5 Könige 
aber flohen nnd versteckten sich in einer Höhle bei Maqqeda. *'A1b nun Josna 
gemeldet wurde: Die 6 Könige sind in einer Höhle bei Maqqeda versteckt gefonden, 
^"sprach Josna: Wälzt * * Steine vor den Eingang der Höhle nnd stellt bei ihr 
Männer an ihrer Bewachung anf. **Ihr aber, bleibt nicht stehen; verfolgt eure 
Feinde, tötet die Zurückbleibenden nnd laset sie nicht in ihre Städte (ent)komnien, 
denn Jahve, ener Gott, hat sie in eure Gewalt gegeben. ^Und als * * die Israe- 
liten sie in einer schweren Niederlage vollständig bis anf den letaten Mann ge- 
schlagen hatten, sodass nur einige Wenige * * entrannen * ' in die festen Städte, 
''und als das ganze Volk * ' an Josna nach Maqqeda wohlbehalten zurückgekehrt 
war — ^niemand' hatte den Israeliten auch nnr das Geringste anhaben können ~, 
''sprach Josna: öfbiet die Höhle nnd führt * * Jene 6 Könige ans der Höhle heraus. 
"^ * * Da führte man *die' 6 Könige ' ' ans der Höhle herans, die Könige von Jeru- 
salem, Hebron, Jarmnth, Lakhisch nnd Eglon. **Und als man Jene 6 Könige an 
Josna herausgeführt hatte, rief Josna ganz * ' Israel nnd sprach zu den 'Kriegs- 



etwa 24 Stunden) genauer an. m*M *«id Dp" -19 sind dann nicht Woi-te Josnas, sondern 
des Dichters, der über das Wunder berichtet, abhängig von D-ni und 109. Zum Impf, 
nach 13^ cf. G-K § 107 c. Zu der Form &-m cf. 6-K § 67 g. Das Liedfragment (v. 12 b 
bis 13 aa) ist nach y. a^ aus dem nv^rr -)co entnommen (cf. über dasselbe nSam lis 
IReg 8fi8 LXX und Holz. 228 ff.); doch fehlt ^v^^n — M^n (cf. 6-E § 160e) in LXX. 
Vermutlich stand es in derselben Sammlung, wie 626, mag diese nun den Titel -)v*n ^eo 
geführt haben oder nicht. Und wie 6a6, so wird auch unser Fragment von Bd direkt 
aus jener Sammlung entlehnt sein. — Das Wunder ist selbstverständlich so gemeint, 
wie die Worte es sagen. Alle Versuche, es rationalistisch zu erklären oder ihm eine 
mit dem Kopemikanischen Weltsystem harmonierende Fassung zu geben, sind a limine 
abzuweisen. Über die Geschichtlichkeit cf. Einl. § 6, 3. 14 rrn, Subj. Di^a, welches 
Q\%, »die Gleichheit d. Tages« bedeutet. Zu 9»o^ cf. G-E § 114 0. Unvergleichlich ist 
der Tag, nicht sofern ein so gprosses Wunder sonst nicht geschehen wäre, auch nicht 
sofern Jahve hier in ausserordentlicher Weise ein Gebet erhört hat — da würden ihm 
viele Tage aus der Zeit Moses an die Seite gestellt werden können — , sondern sofern 
Josua selbst das Wunder anordnet und Jahve dieser menschlichen Anordnung Folge 
leistet (^ipn rem). Das that Jahve aber, weil das Wunder seinem Sinn entsprach (v. b). 
Zum Ausdruck y. h cf. Dtn. § 8, 66. 15 Der Vers fehlt LXX, ist auch durch die Fort- 
setzung ausgeschlossen. Der Interpolator hatte das Gefühl, dass der Bericht mit 
V. 12—14 abgeschlossen wäre. 16 nnyaa, cf. G-E § 126 q. Im Gebirge Juda giebt es 
viele Höhlen. 17 a'^Ksna, cf. G-E § 93oo. 18 miV-ta fehlt LXX. 19 aat, cf. Dtn 25i8 
(sonst nicht). Zu ad'^nVK ""'^ und T«a ira cf. Dtn. § 8, 43. 61. Sinn des v. b: jetzt sind sie 
euch schutzlos preisgegeben, lasst euch diesen Vorteil nicht entgehen. 20 Da nach 
V. 21 das Volk zu Josua zurückkehrt, bat er selbst an der weiteren Verfolgung nicht 
teil genommen, sondern ist in Maqqeda geblieben; dann aber ist *) yvirr wahrscheinlich 
zu streichen, wan Tf .,..^ mVsa -»m, cf. Dtn 31 w- 'w D-^-n^wnl, Umstandssatz, cf. G-E 
§ 142 d; eig. : (nur) die Entronnenen waren entronnen, obige Übersetzung giebt den Sinn 
frei wieder. iKS'n amo fehlt LXX. 21 namon Vk fehlt LXX; bei Maqqeda befindet sich 
ja auch gar kein Lager. Der Zusatz stammt wohl aus v. 6, cf. auch 96. Zu v. b cf. 
Ex 11 7; augenscheinlich ist \ vor o^ als dittographisch zu streichen und v*m...kV ss 
>keiner< zu fassen, cf. G-E § 152b. Der Sieg ist auch in der Beziehung ein ganz 
wunderhafter, dass Israel keine Verluste zu beklagen hat, cf. Num 3149 (P). 22 "^k 
fehlt LXX. 28 p lon, i*»^» und h^kh fehlen in LXX. 24 ^k^«^ «pk, LXX ohne v^»; 



Jos lÖM^St. IdS 

obersten*, die mit ilun gesogen waren: Tretet hersn und setst eure Ffisse anf 
den Nacken dieser Könige! Da traten sie hersn und setzten ihre Füsse anf ihren 
Naeken. **Dann sprach Josna zu ihnen: Fürchtet ench nicht und verzagt nicht, 
seid mntig nnd stark; denn genan so wird Jahve allen enren Feinden thnn, mit 
denen ihr kämpfen werdet ""Und Josna liess sie * ' erschlagen nnd an 5 Bänme 
hängen; nnd sie blieben an den Bänmen hängen bis znm Abend« **Um Sonnen- 
nntergang aber befahl Josna» dass man sie von den Bänmen abnähme; nnd er liess 
sie in die Höhle werfen, in der sie sich versteckt hatten, nnd man legte * * Steine 
vor den Eingang der Hölile(, die) bis * * znm hentigen Tage (dort sind). 

"Und Maqqeda eroberte er ' * am selben Tage and schlag es mit der Schärfe 
des Schwertes * *, *indem er es bannte* samt allen Menschen, die darin waren, ohne 
einen Einzigen übrig za lassen; und er verfahr mit dem König von Maqqeda, wie er 
mit dem König von Jericho verfahren war. **Dann zog Josua und ganz Israel mit 
ihm von Maqqeda nach Libna und kämpfte * wider' Libna; ^und Jahve gab auch dieses 
in die Gewalt Israels samt seinem König, und es schlug es mit der Schärfe des Schwertes 
samt allen Menschen, die darin waren, ohne einen Einzigen darin übrig zu lassen; und 
er verfuhr mit seinem König, wie er mit dem König von Jericho verfahren war. ''Dann 
zog Josua und ganz Israel mit ihm von Libna nach Lakhisch, belagerte es und kämpfte 
mit ihm; ''und Jahve gab auch Lakhisch in die Gewalt Israels, und so nahm es das- 
selbe am zweiten Tage ein und schlug es mit der Schärfe des Schwertes samt allen 
Menschen, die darin waren, genau so; wie man es mit Libna gemacht hatte. "Damals 
zog Horam, der König von Gezer, herauf, um Lakhisch zu helfen; aber Josua schlug 
ihn und sein Volk, ohne auch nur einen Einzigen von ihm übrig zu lassen. *^Dann 
zog Josua und ganz Israel mit ihm von Lakhisch nach Eglon ; und sie belagerten es und 
kämpften wider es. ''Und sie nahmen es * ' ein und schlugen es mit der Schärfe des 
Schwertes; und alle Menschen, die darin waren, bannte man an jenem Tage, genau so, 
wie man es mit Ijakhisch gemacht hatte. ''Dann zog Josua und ganz Israel mit ihm 
' * hinauf nach Hebron, und sie kämpften wider es '* * ' und schlugen es mit der Schärfe 
des Schwertes samt seinem König * * und *denen*, die darin waren, ohne auch nur einen 



ebenso fehlt '^m» in LXX. KidVnn, cf. G-K § 231, 1381 (m dittographisch ?). Dass die 
Sieger den Fuss auf den Hals (Nacken) der Besiegten setzen, ist weit verbreitete Sitte, 
durch die die völlige Unterjochung zum Ausdruck gebracht wird, cf. Ps 110 1, siehe d. 
Abbild. HbA 889. 26 cf. Dtn dl4ff. Jos l9. dmik für &m, cf. G-K § 103 b. 26 ->"r?K 
an-ia^ p fehlt LXX. Zum Aufhängen eines Leichnams und Abnehmen desselben am 
Abend cf. Dtn2l29f. Jos 8i9. 27 r^i^'ra fehlt LXX, ebenso ds9, das wohl ein Abschreiber 
nach Analogie von F beigefügt hat, cf. 5ii. Zum Steinhaufen als Kennzeichen der Be- 
gräbnisstätte Hingerichteter cf. 7x6 889. 28—89 Die Erzählung über die Eroberung 
der südkananitischen Städte verläuft (ausgenommen teilweise y. 28) nach einem fest- 
stehenden Schema. In diesem sind dtnste Wendungen: -ra ^ra, cf. Dtn. § 8, 61, und 
T^v Twin K^, cf. Dtn 2m ds. 28 9«im la^, LXX nnaV In LXX stehen übrigens die 
meisten Verbalformen im Flural (Subj. Israel), ns^is r»'\ fehlt LXX. o^rm, lies lanyrn, 
cf. G-K § 113 h. Für DrK lies mit alten Ausgaben nrk, cf. Ginsburg. *n*y« *^-*Ki7n mV, 
cf. G-K § 156 f. Über die Behandlung des Königs von Jericho war Kap. 6 nichts gesagt ; 
gemeint ist wohl: er erhängte ihn, cf. 8s9. Der Bann ist wohl nur an den Menschen 
vollzogen; wäre die schärfere Art des Bannes gemeint, wie Kap. 6, so wäre es wohl 
ausdrücklich bemerkt. 29 ^taaV, unbekannt, cf. Buhl 193. b7, Variante hv, cf. Ginsburg. 
88 B^n, LXX uinafi, cf. y. 3. '^n » Tell-el-Dschezer, südlich von Ljdda (Diospolis), cf. 
Buhl 196; LXX raCris. Mit Recht ist von einer Eroberung Gezers nicht die Bede; denn 
Gezer ist erst zu Salomos Zeit in israelitischen Besitz gekommen, cf. IBeg 9i6. vscvn, 
cf. zu 8». 86 Kinn di-'s 1® (d. h. am zweiten Tage, cf. v. 32) fehlt LXX. 86 naiV»Q 
(cf. G-K § 90e) fehlt LXX. 87 rm9 i>a r«-» n-j-oVi (cf. v. 39) und vnr: ^s !• fehlen in 



194 Job 10s7— lli. 

Einzigen übrig zu lasBon, genau so, wie man mit Eglon verfahren war; und man bannte 
OB samt allen Menechen, die darin waren. "^Dann wandte sich Josna und ganz Israel 
mit ihm nach Debir und kämpfte wider es; ^und er nahm es ein samt seinem König 
und * ' den zu ihm gehörenden Städten, und man schlug sie mit der Schärfe des 
Schwertes und bannte alle Menschen, die darin waren« ohne auch nur einen Einzigen 
übrig zu lassen; wie man mit Hebron verfahren war, so verfuhr man mit Debir und 
seinem König * \ [*^8o besiegte Josua das ganze Land, das Gebirge, das Südland, die 
Niederung und die Abhänge, und all ihre Könige, ohne auch nur einen Einzigen übrig su 
lassen; und alle Mensehen bannte er, wie Jahve^ der Oatt Israels^ geboten halte, ^^* * von 
Qadesoh Barne a bis Gaza, und die ganze Landschaft Gosen und (das ganze Gebiet) bis 
Gibeon. ** Und all jene Könige und ihre Länder gewann Josua mit Einem Sehlage; denn 
Jahve, der Gott Israels, kämpße für Israel.] ^[Dann kehrte Josua und ganz Israel mit 
ihm in das Lager nach Gilgal zurück.] 

11 ^Als (das) Jabin, der König von Ha^or, vernahm, sandte er cn Jobab, 



LXX, ebenso ndVta rto, worüber die Analyse zu vgl. 88 ^"st, in der Nähe Hebrons, cf. 
15 16, genauere Lage unbekannt, cf. Buhl 164. 89 r^'^9 hi r»Kt (LXX ohne ^a), die mit 
Debir zu einem Eeiche vereinigten und von D. abhängigen Städte. tkM'^ — ^moi 2" 
fehlt LXX. 40 na">i, abschliessende Zusammenfassung, cf. G-K § 111k. ^n, a^, rhtv (cf. 
Dtn 1?) und mi-tok sind die verschiedenen Teile des Landes; dabei bezeichnen die nn-no» 
wohl die Abhänge des Gebirges nach West und Ost, obwohl die ersteren teilweise mit 
zur Schephela gerechnet werden. BrrdVra, die der eben genannten Landesteile, '•^mo 
'w nix, cf. Dtn 72 20i6f. 41 To^m d^ii fehlt LXX. Als Grenzpunkte des eroberten 
Gebietes werden genannt im S. : Qadesch-Barnea (cf. zu Dtn I2), im SW. Gaza, im N. 
Gibeon. Was mit der nur hier und 11 16 genannten Landschaft yo^ (cf. die Stadt gleichen 
Namens, nach der wohl die Landschaft genannt ist, lösi) gemeint ist, ist nicht näher 
zu bestimmen. Die Annahme, dass Gosen eine Landschaft ist, die sich vom Süden 
Judas bis nach Ägypten hinein erstreckt (cf. das ägyptische Gosen, Gen 4628 etc.), ist 
falsch, da eine Zusammenfassung dieser Gebiete zu einer Einheit ihrer Natur nach 
undenkbar ist, und da das hier genannte Gosen ganz erobert sein soll. 48 fehlt LXX 
Syr., cf. V. 15. 

11, 1 — 28. Die Eroberung der nördlichen Landeshälfte und Ab- 
schlusB des Eroberungsberichtes. Inhalt: Jabin, der König von Ha^or, ver- 
bündet sich mit den Königen von Madon, Schim'on, *Akhschaph und andern und zieht 
an das Wasser Merom zum Kampf mit Israel (v. 1 — 5). Josua, von Jahve ermutigt, 
überfällt und zersprengt sie, lähmt ihre Bosse und verbrennt ihre Wagen (v. 6—9). 
Sodann erobert er Ha^or (v. 10 — 11) und die übrigen Königsstädte (v. 12) und verbrennt 
letztere mit Ausnahme der auf einem Hügel gelegenen (v. 13). Nach dem Gebot Jahves 
vollstreckt er den Bann an den Menschen, nnr die Beute und das Vieh eignen sich die 
Israeliten an (v. 14—15). So werden die Kananiter in lang andauernden Kämpfen, ver- 
nichtet, abgesehen von den Gibeoniten; Jahve selbst hat sie verstockt, um ihre Ver- 
nichtung zu bewirken (v. 16—20). Damals rottet Josua auch die Enaqiter vom Gebirge 
Juda aus; nur im Philistergebiet bleiben Beste von ihnen übrig (v. 21—22). Dann 
verteilt er das Gebiet (v» 23). — Analyse: V. 1—9 bilden formell und sachlich die 
genaue Parallele zu lOi — 97; auch sie werden also von D* stammen. Wie überall, so 
wird auch hier D* einem Bericht des E gefolgt sein. V. 10—15 bilden sachlich die 
Parallele zu IO28 — 89; auch an formellen Berührungen fehlt es nicht, denn die Eroberung 
Ha^ors wird nach demselben Schema erzählt, wie die Eroberung der südkananitischen 
Städte. Doch besteht der Unterschied, dass in Kap. 10 die wichtigsten Städte einzeln 
behandelt werden, während das in Kap. 11 abgesehen von Ha^or nicht der Fall ist. 
Femer wird die Art der Vollstreckung des Bannes genauer beschrieben und zwar genau 
wie bei D* (cf. zu v. 14). Endlich wird hier keineswegs behauptet, dass alle Städte 



Job lli— €. 196 

dem König von Madon, und snm König von *Seliim*on* and nun König von *Akh- 
Mhaph *and sn den Königen *ini Norden' im Gebirge, im Jordantiinl *bei* Kinne- 
roth, in der Kilttenebene nnd im Hfigelgelände von Der im Westen, *den Eana- 
nitem im Osten nnd Westen, den Amoritern, 'Hiwwitem', Feiizzitern, sn den Jebnsitern 
im Gebirge nnd zn den *Hittitem* am Fnss des Hermon im Lande Mi^pa. ^Da sogen 
sie ans nnd ail ihre Heere mit ihnen * *, an Menge gleieh dem Sand, der am Ufer 
des Heeres ist, und mit sehr vielen Bossen nnd Wagen. *Und all diese Könige 
verabredeten sich, kamen nnd lagerten sich gemeinsam an den Wassern von 
Merom, nm mit Israel an kämpfen. *Aber Jahve sprach an Josna: Fftrchte dich 
nicht vor ihnen; denn morgen nm diese Zeit werde ich sie alle als Erschlagene 



gleich behandelt seien (v. 13). Yermatlich hat hier B den Bericht des D* im Wesent- 
lichen unverändert mitgeteilt, während er ihn in Kap. 10, wo ursprünglich wohl ein 
1110—15 entsprechender Bericht des D' vorlag, durch einen selbständigen detaillierteren 
Bericht ersetzt hat. Auch v. 16 — 20 bilden wohl den ursprünglichen Abschluss des D* 
zu Kap. 9—11, da kein Grund vorliegt, diese Verse einem andern Verfasser zuzuweisen, 
als die vorausgehenden. — V. 21 — 22 sind von einem Dtnst. eingefügt (cf. imn nya, 
Dtn. § 8, 44), der sich für die Enaqiter besonders interessierte, also wohl von dem Über- 
arbeiter des D' (cf. Dtn 2io— ». so—ss Siuitibß). Von D* selbst kann der Abschnitt 
nämlich nicht stammen, da er ihn sonst wohl bereits in Kap. 10 eingefügt hätte. 
Weiteres siehe in der Einzelerklärung. — V. 23 endlich dürfte seiner isolierten Stellung 
wegen kaum von D* stammen, vielmehr eine redaktionelle Oberleitung zu Kap. 13 ff. 
sein, die also älter wäre, als Kap. 12. — Einzelerklärung. 1 yovd, das Objekt ist 
aus dem Zusammenhang zu ergänzen, cf. 9i; hier etwa: die Erfolge Josuas im Süden 
des Landes, "pa*^, LXX cod. B 'laßiig, nach v. 10 das Oberhaupt mehrerer Könige (cf. 
Jud l7). "^"iaKTt, in der Nähe von Qedesch Naphtali gelegen, wohl sttdwestl., wo die 
Ebene Merdsch-el- ladtre und der Dschebel Ha4ire noch den Namen Hafors bewahren; 
cf. Buhl 236. ^-na, LXXB Afa^^cvy, unbekannt, p'nsv, mit LXX in y^rav zu ändern, cf. 
Tell-el-Amama (ed. Winckler) 220, 4: Scham luna = Semünije westl. von Nazareth; cf. 
Buhl 216. ciodM, nach 1985 im Gebiet Assers, unbekannt, doch cf. Buhl 237 ; LXX QiCüp, 
^X^) verwechselt es wohl mit n-^TSK 19 19. 2 ^iBSpa ist in fizi^ zu ändern, da ein Stat. 
cstr. nicht am Platze wäre; gemeint ist natürlich der N. Palästinas (LXX: rovg »arä 
2iS^a rV f^^^^n^f sicher zu verwerfen), ^n, das galiläische Bergland, n^is^ a» na^iyn, 
eng zusammengehörig, das Jordanland südl. vom K. (cf. Dtn3i7). Doch LXX liest statt 
des kaum möglichen aaa (für h nuia) anivavti (tm); dann könnte auch die Ebene im W. 
des Sees gemeint sein. nVtv, die Küstenebene nördlich vom Karmel. "iii msa, sonst 
Sing. *\r\ n|9 (12s8 IBeg 4ii), der Hügelzug südl. vom Karmel, östl. von ^iin (bei Tan- 
türa an der Küste), cf. Buhl 32. 105 und 211 f. 8 trw\ mTws "^yadn, Kananiter scheinen 
also dem Verfasser nur die Bewohner der Niederungen zu sein (der Araba und der 
Küstenebene), cf. 6i. Wie dort, so ist wohl auch hier Bd der Verfasser. Dafür spricht 
auch die nicht ganz passende Aufzählung der kananitischen Völker (Jebusiter, die doch 
in Jerusalem wohnen!). Hiwwiter am Fuss des Hermon sind auffallend, da nach 97 
11 19 die Hiwwiter in Gibeon wohnen; daher sind mit LXX '^nrm und ^wm zu vertauschen, 
die Hiwwiter wie die Jebusiter zu beurteilen und die Hittiter als Angehörige des be- 
kannten Cheta-Beiches in Coelesyrien zu deuten, ms&rr pM, hier deutlich ein Land im 
äussersten Norden des Ostjordanlandes, wohl = n|»3 r^ypa (v, 8), etwa das von der 
»Warte« aus übersehbare Land (Buhl 240). 4 a*i d» fehlt LXX. 6 &i*« "ns, nicht der 
Hule-See, Lage unbekannt (nach Onom. 278, 99 12 römische Meilen von Sebaste [Samaria] 
bei Dothajim [also nördlich]). 6 Zu der Ermutigung Josuas cf. Dtn 28i 8 s Jos 6 s. 8 1 
10 8. "wV pa, cf. Dtn. § 8, 61. Das mith nys ^rro lehrt, dass die Wasser von Merom 
nur Einen Tagemarsch von Josua entfernt sind, dass also Josua entweder den Feinden 
bereits entgegengezogen ist, oder dass die Wasser von Merom ziemlich weit südlich 

Tf— aiTffiiawitw I. AT: Steoerntgel, Jon». 14 



196 Jos 11 6— lt. 

Israel preisgebeii; ihre Rosse sollst du lähmen und ihre Wagen verbrennen. *So 
kam denn Josna nnd das ganae Kriegsvolk * * plötzlieh an den Wassern von 
Merom über sie nnd fiberflel sie. 'Und Jahve gab sie in die Gewalt Israels, so- 
dass sie sie besiegten nnd verfolgten bis nach Gross-Sidon nnd bis nach Misre- 
photh-Mi^im nnd bis in die Thalebene von Hi^pe im Osten; nnd sie sehlngen sie, 
ohne anch nnr einen Einzigen von ihnen übrig sn lassen. *Und Josna verfahr 
mit ihnen, wie ihm Jahve gesagt hatte; ihre Rosse lähmte er, nnd ihre Wagen 
verbrannte er. ^* Damals wandte sich Josna nnd nahm HaQor ein mit seinem 
König * *; Hafor war nämlich ehedem die Hauptstadt all jener Königreiche. *^Und 
man tötete alle Menschen, die darin waren, mit der Schärfe des Schwertes, in- 
dem man sie bannte, kein lebendes Wesen blieb übrig; nnd Hafor verbrannte er. 
IS Und alle * * Königsstädte mit ' * ihren Königen nahm Josna nnd schlng sie mit 
der Schärfe des Schwertes, indem er sie bannte, wie Moses, der Knecht Jahves, 
geboten hatte. ^"Jedoch alle die Städte, die (Je) anf ihren Hügeln standen, ver- 
brannte Israel nicht; nnr Ha^or allein verbrannte 'Israel'. *^Und all 'ihre Rente' 
nahmen sich die Israeliten; Jedoch alle Menschen sehlngen sie mit der Schärfe 
des Schwertes bis an ihrer Vemichtang; kein lebendes Wesen Hessen sie übrig. 
^'^Wie Jahve seinem Knecht Moses geboten hatte, so hatte Moses Josna geboten, und 
so that Josua; er befolgte genau jedes Wort, das Jahve Moses befohlen hatte. '*So 
nahm Josna *das* ganze Land ein, das Gebirge, das ganae Südland, das ganae 
Land Goschen, die Küstenebene, das Jordanthal nnd das Gebirge Israel nnd seine 
Küstenebene, ^*von dem flachen Gebirgsland an, das nach Seir hin ansteigt bis 
nach Ra'al-Gad in dem Libanonthal am Fasse des Hermongebirges, nnd all ihre 



gesucht werden müssen. Zum Lähmen der Bosse (und Verbrennen der Wagen) cf. 11 Sam 
84. Israel hat Reiter und Wagenkämpfer erst seit der Zeit Salomos (IBeg 56), wnsste 
also früher die erbeuteten Bosse und Wagen nicht zu verwenden. Das spätere Israel 
konnte das nicht mehr verstehen und erklärte sich ihre Vernichtung als Folge eines 
göttlichen Gebotes; zu dessen Motivierung cf. Dtn 17i4ff. Jes dliff. 7 cf. 10». ib9 
fehlt LXX. ^9, Variante V^, cf. Ginsburg, snn, LXX + T!^' 8 cf. 10 lo. T«a Tjn, cf. 
Dtn 861. na^ yrrrt, die bekannte phönizische Stadt, n^ nifi'iwo, (LXX B Maai^w) an der 
Küste des Meeres (13 e), doch von unbekannter Lage (Buhl 229). nsva n^ppa, cf. zu v. 3. 
ijt -»nVa "W, cf. 8m. 10 cf. lOssf. imn r>ya, cf. Dtn. § 8, 44. avra nan fehlt LXX. Zu 
V. b cf. V. 1. 11 cf. lOw etc. maw Va «inia «V, cf. G-K § 121a. Zu v. b cf. 6«4. 12 
Summarischer Bericht nach dem Schema von lOssff., doch kürzer, rf^rt fehlt LXX, 
ebenso Vs 2« LXX Syr. o^nn, cf. zu 10». V. b, cf. Dtn 20i6ff. 18 wro, cf. G-K 
§ 143 b(c, 135 (daher auch sVn). Warum Israel die auf einem hr> (Buinenhügel?) liegen- 
den, doch wohl auch eroberten, Städte nicht verbrennt, ist nicht klar. Wollte Israel 
diese durch ihre hohe Lage geschützten Städte für sich selbst als Festungen benutzen? 
9«irr, LXX Vk^^vt. 14 cf. Dtn 285 3?. D-i«vn -9, cf. G-K § &81. LXX liest n)^ und lässt 
nonant — o^yn aus. 16 Diese Betonung, dass Josua genau dem Gesetz entsprechend 
handelte, hat ihre Parallelen in l7f. (88iff.); auch die Vorstellung, dass Moses dem 
Josua besondere Weisungen gegeben hat, ist aus D* nicht erklärlich, hat aber ihre 
Parallele in I7. V. 16 ist also wohl späterer Zusatz, 'vi *inon kV, eig. nicht Hess er 
weichen etwas von . . ., d. h. er liess keine der Gebote ausser Acht. 16 ^Ktn fehlt 
LXX. Zur Erklärung cf. 104of. na*mT, die westliche Hälfte des Ghor. ^mtn ^n, das 
Gebirge des Nordreiches im Unterschied von *)nn, das dem judäischen Schriftsteller 
speziell das Gebirge Juda ist. nnVfiV) (Qerd in^&v), die dem soeben genannten Gebirge 
Israel vorgelagerte Küstenebene. 17 V. a giebt die Ausdehnung des eroberten Gebietes 
von S. nach N. an. 'w pVnn '\nnf das Hochplateau südl. vom Gebirge Juda (cf. Buhl 
16 f.), und zwar genauer der Teil, der sich nach S. zu zum Gebirge Seir erhebt (?). nypa 
ToaVn, die Hochebene Merdsch-Ajjün, 5stl. vom Libanon, cf. Buhl 110. Die Lage von 



Job 11 17—121. 197 

Könige nahm er gefangen, enchlng nnd tötete sie. "Lange Zeit führte Josna 
mit all dieeen Königen Krieg. >*E8 gab keine Stadt, die mit den Israeliten ein 
firiedliches Abkommen getroffen hätte[, ausser den HiwwiUm, die Oibeon bewohnten]; 
alles mnssten sie im Kampfe nehmen. **£s war nllmlich von Jahve geffigt, dass 
er ihre Herzen verstockte, sodass sie Israel im Kampf entgegenxogen, damit 
man sie bannte, dass ihnen keine Gnade widerffthre, sondern dass man sie ver- 
nichtete, wie Jahve Moses geboten hatte. '^ [Damals kam JoBua und rottete die 
Enaqiter vom Gebirge aas Hebron, Debir (and) Anab and vom ganzen Gebirge Jnda 
und vom ganzen Gebirge Israel ans; samt ihren Städten bannte sie Josna. **E8 blieben 
keine Enaqiter im Lande der Israeliten übrig; nar in Gaza, Gath und Asdod erhielten 
sich Beste.] ''So nahm Josna das ganze Land ein, genan so, wie Jahve zu Moses gesagt 
hatte; dann verlieh es Josna als Erbbesitz an Israel [nach seinen Abteilungen' '; dtu 
Land aber hatte Euhe vom Kriege,] 

12 ^[Dies sind die Könige des Landes, die die Israeliten besiegten, und deren 
Gebiet sie einnahmen im Ostjordanland vom Amonfiuss bis zum Hermongebirge nebst 



-u Vyn in dieser Biq*a wird durch das folgende pann ^n nnn näher bestimmt; doch ge- 
lingt seine Identifikation nicht, cf. Buhl 240. 18 Nach B (104S) erfolgte die Brobemng 
wenigstens der südl. Landeshälfte rsrnt D9fe, genauer wohl in 2 Tagen (10 st. 85); D* steht 
der Wirklichkeit noch näher, wenn er von o^n*) s*nr redet, vgl. weiter 14 lO. 19 ^w, 
Variante rw (Ginsburg), cf. 10 1. yvna^ — ■«nVa fehlt LXX und ist keinesfalls in D* 
ursprünglich, da ■"in nur auf 9? (J) Bezug nehmen kann, ist vielmehr ein ganz junger 
Zusatz. D* redete allgemein, von der verschwindenden Ausnahme absehend. Ein skru- 
pulöserer Bearbeiter korrigiert ihn. Übrigens hat LXX für ^mv — *^vm ^v ovx iXaßiv 
^laQarjX. 20 Warum hat Jahve Israel die Mühe der langen Kämpfe auferlegt? Er wollte 
die Kananiter vernichten, damit sie Israel nicht zum Fallstrick würden; es geschah also 
in guter Absicht, cf. Dtn 7iff. 20i6ff. etc. ptn^, Inf. des Zweckes (cf. G-E § 114f); dem- 
nach steht r^tm für riMt rtmrm : dass sie keinen Frieden mit Israel machten, war von Jahve 
aus geschehen, damit . . . a^ pTn wie bei E (Holz. 184); D* ist also auch hierin mit E 
verwandt (Bd aV t^k Dtn 28o). mnpV prägnant: zum Kampfe entgegen. 2! Nach 14ifif. 
15isf. sind die Enaqiter Hebrons von Kaleb besiegt; nach Jud lio aber von den Judäem. 
Wie da die That eines Einzelnen dem ganzen Stamm zugeschrieben wird, so hier dem 
Bepräsentanten des ganzen Volks. Ähnlich ist die Besiegung Debirs Jud luf. (cf. Jos 
15i5ff.) dem Othniel zugeschrieben, hier dem Josua. Während es sich 14ifif. 16 uff. 
Jud lioff. nur um die Enaqiter einzelner Orte handelt, liegt hier eine starke Verall- 
gemeinerung vor, bei der jene Orte nur noch als Beispiele erscheinen. Unsere Stelle 
erweist sich somit als die relativ jüngste. Die Eroberung Hebrons und Debirs waren 
bei Bd bereits lOssff. behandelt. Zu asy, etwa 8 Meilen südwestl. von Hebron, cf. Buhl 
164. 22 "ina (Sing.!), cf. G-K § 121a. Gaza, Gath und Asdod blieben philistäisch, cf. 
13 9; daher wurden dort die Enaqiter nicht vernichtet, cf. ISam 174. 28 np^, resü- 
mierend, cf. G*K § 111k, narr^i vorwärtsweisend auf Kap. 18 ff. Vai na-i nvK Vaa, Dtn 
l7f. etc. D^p^rrea, vielleicht von Bp beigefügt, cf. 127 18 lo [ebenso ist wohl auch srrtnvV 
junger Zusatz (fehlt Luc.)]. Auch v. b — 14i6b dürfte von dort her entlehnter Zu- 
satz sein. 

12, 1—24. Übersicht über die von Israel besiegten Könige, und zwar 
V. 1—6 die ostjordanischen, v. 7—8 die westjordanischen im Allgemeinen, v. 9—24 Auf- 
zählung der im Westjordanland besiegten 81 Könige (in Tabellenform). — Schon die 
Stellung von 11 si lehrt, dass Kap. 12 erst nachträglich eingeschoben ist. Trotz offen- 
kundigen Zusammenhangs mit D' kann dies Verzeichnis auch darum nicht von D* ver- 
fasst sein, weil dieser eine Zusammenfassung bereits gegeben hatte (llieff.), und weil 
es nicht genügend durch D* vorbereitet ist, was besonders von v. 9 ff. gilt. Das Stück 
ist also wohl von einem Dtnsten in Anlehnung an D*, aber doch selbständig verfasst 

14* 



198 Jos 12 1—14. 

der ganzen Osth&lfte des Jordanthaies: *Sihon, der Amoriterkönig, der in Hesbon wohnte; 
er herrschte Ton Aroer am Ufer des Amonflasses und der Mitte des Thaies an and 
über halb Qilead bis zum Jabboq * ', der Grenze der Ammoniter, *and über das Jordan- 
thal bis znr Ostseite des Sees von Kinneroth und bis zur Ostseite des *Arabameeres, 
des Salzmeeres, (bis znm) Weg nach Beth-haj-Jeschimoth, and noch südwärts (über das 
Land) am Fuss der Abhänge des Fisga — ^and * * Og, der König Yon Basan, der za 
den Resten der Bephaiter gehörte, der in Aschtaroth und Edrei wohnte *and herrschte 
über das Gebirge Hermon, über Salkha and ganz Basan bis zum Gebiet der Geschariter 
und Ma*akhathiter, und über halb Gilead 'bis zum* Gebiet Sihons, des Königs von Hesbon. 
'Moses, der Knecht Jahves, und die Israeliten hatten sie besiegt, und Moses * * hatte es 
den Bubeniten, Gaditen und dem halben Stamm Manasse als Besitz verliehen. 

'Und dies sind die Könige des Landes, das Josua mit den Israeliten besiegte, 
im Westjordanlande von Ba'al-Gad im Libanonthai bis zu dem flachen Gebirgsland, das 
nach Seir hin ansteigt, and das Josua den Stämmen Israels [naeh ihren Abteilungen] 
zum Besitz verlieh, *im Gebirge, in der Küstenebene, im Jordan thal, an den Abhängen, 
in der Wüste und im Südland, die Hittiter, Amoriter, Kananiter, Ferizziter, Hiwwiter 
und Jebusiter: 

(Übertrag: 6) 

i*der König von Eglon 1 

der König von Gezer 1 

"der König von Debir 1 

der König von Geder 1 

^^der König von Horma 1 

der König von *Arad 1 

(12) 



*Der König von Jericho 1 

der König von Ai bei Bethel ... 1 

'^der König von Jerusalem . . . . 1 

der König von Hebron 1 

^^der König von Jarmuth 1 

der König von Lakhisch 1 

(6) 



nnd bei irgend einer der späteren Überarbeitungen hier eingefügt worden; s. weiter 
Einl. § 5, 3. — 1 Überschrift zu v. 2—6 und Angabe des Ümfangs des Ostjordan* 
gebietes. 'w Vn», cf. DtnSs. nrnt« na*wrr, cf. nrnro iprt^ -lay Dtn. §8,66. 2—8 Sihon 
mit näherer ümfangsbestimmung seines Gebietes, cf. Dtn 3is und genauer noch die— 17. 
Dabei wird das Gebiet Sihons dem Stammgebiet Bubens und Gads gleichgesetzt. Zar 
Erklärung s. Dtn 8; hier nur die Abweichungen. Der Verfasser ist in v. 3 noch 
pedantischer als Dtn 8i7. Beachte nn^Tio auch bei nri» d** und die genauere Angabe 
über das Sfidende der Araba; na-)9n d^ -9 besagt genau genommen nur bis zur Strasse 
naoh nitoo^ n*ta (-» Suwdme, östl. von der Jordanmfindung, cf. Buhl 265); darum yarrfert 
S)i. Vnan (v. 2) fehlt LXX. 4—5 Og und Beschreibung seines Gebietes. Mit LXX lies 
zu Anfang )*ir, denn die Könige und nicht die Gebiete sollen aufgezählt werden (cf. v. 1). 
ü-'ia'in *imö, cf. Dtn 811. Ssi ar^n, cf. Dtn I4 (nicht in D*). yrenn ina Vwo, nicht in D*. 
ve^a Dtn 810. foan Vd, Dtn 8ifF. *«na9iam *^^nv)n ^laa ny, Dtn 3u. lAxn •«xm, Dtn 3 13. 
Vor iirro ^la^ ist mit LXX ny zu ergänzen, das hinter tAi leicht übersehen werden 
konnte. 6 Schlussbemerknng: dies Gebiet war von Moses besiegt nnd verteilt. "«'^ ^ay 
2* fehlt LXX. rwr^, cf. Dtn. § 8, 49c. Zu v. a cf. Dtn 28i— 3io, zu v. b cf. Dtn 8m— 17. 
7—8 entsprechen v. 1 und 6. 7 pwM, LXX '«'«iin, . durch nan'^i als falsch erwiesen, h^so 
S:ii -T), cf. 11 17. y. b cf. 11 SS und 126b. 8 cf. 11 16, doch ist p>n pM Va ausgelassen; 
dagegen sind nach IO40 nnoiin und der Vollständigkeit wegen auch *a*mn, der wüste 
Ostabhang des Gebirges Juda (cf. Buhl 96), nachgetragen. Sjii *^nn (nur 6 Namen wie 
11s), Apposition zu pim '^h'o (v. 7); ebenso ist \i'\ ^na eng mit j*mi "^aVo zu verbinden. 
9—24 Das Verzeichnis nennt 81 Könige, während D* (resp. Bd) nur 15 (die Könige 
von Jericho [Kap. 6], Ai [Kap. 8], Jerusalem, Hebron, Jarmuth, Lakhisch, Eglon [lOs], 
Gezer {lOss], Debir [lOasf.], Libna [lOssf.], Maqqeda [lOis], Madon, Hafor, Schim'on und 
*Akhschaph [11 1]) erwähnt hatte. Woher die übrigen 16 Namen stammen, lässt sich 
nicht ermitteln. 18 *n), LXXB 'kau, onbestinunbar. 14 min hiess nach Jud I17 früher 



Job 12i5— 13i. 



199 



»»der 

der 
"der 

der 
"der 

der 
"der 
"der 

der 



(Übertrag: 12) 

König von libna 

König von 'Adullam 

König von Maqqeda 

König von Betfael 

König von Tappuach .... 

König von Chepber 

König von Aphek [*in Saron'] 

König von Madon 

König von Ha^or 

(21) 



■•der König 

der König 
** der König 

der König 
■■der König 

der König 

•■der König 

von Dor 

der König 
■^der König 



(Übertrag: 21) 
von *ßchim*on' . . . , 
von Akbschaph .... 

von Ta*anakh 

von Megiddo 

von Qedesch 

von Joqne*am am Karmel 
von Dor am Hügelgel&nde 

der 'galil&iBchen' Völker 
von Tir^a 



Summe der Könige *dO*.] 



Kap. 13— Sl. 

13 'Als nan Josiia alt (und) hochbetagt war, spraoh Jahve sa ihm: Du 
bist (niiB) * * hochbetagt; das Land ist swar noch in * * grosser Ausdehnung einzu- 



m, das gewöhnlich mit Sebaita, weit SSO. von Beerseba, identifiziert wird, cf. Buhl 
184. t^s -> Teil 'Aräd, etwa 4 Meilen südl. von Hebron, cf. Buhl 182; LXXB hat -ny 
doppelt ausgedrückt Alqad und k^J (s. u.). 16 &Vi', unbekannt, doch cf. Buhl 193. 
16 Vtrrr^a, wohl das von 7s. LXXB hat in v. 16 nur ßaailia "Hldd (A Maxn^dl 17 
mtr, wohl das auf der Grenze von Ephraim und Manasse gelegene, 168 17 7f.; seine 
genauere Lage ist wie die von nn unbekannt. 18 LXXB ßaailia ^Oipkx rf; liQiax (ver- 
derbt aus 2a^aiy); danach lies -tttk yvrtk pfiic ^hfo, doch ist ^i*^vV, das LXXA fehlt, wohl 
nur Zusatz, um dies Apheq von andern zu unterscheiden. Die genauere Lage ist unbe- 
kannt, doch muss es da gesucht werden, wo die aus der Ebene Jesreel und von Sichem 
herkommenden Wege sich in der Ebene Saron vereinigen, cf. Buhl 212 f. 218. 19 LXX hat 
nur ßaatXia IdaofA, 20 ywo^ LXX auch hier ywav^ cf. 11 1. "pm«, Qerd ii-^e, ist wohl 
nur durch Dittographie entstanden; LXXB macht daraus ßaatUa MafÄQiSd'; LXXA hat 
davor noch ß, 4»aayd. 21 fehlt LXXB. ^i9t^ s= Ta*annuk am Südrand der Ebene Jesreel 
nordwestl. von Dschennin; vr» = Ledschdschün, nordwestl. davon; cf. Buhl 208 f. 22 
v-ip, ein häufig vorkommender Ortsname, vielleicht >=* Qedesch Naphtali und dann » 
Qedesch, nordwestl. vom Hulesee, cf. Buhl 235. Vta-^aV D99p*«, wohl ^ uyap*> IBeg 4u, 
möglicherweise = Tell-Qaimün, nordwestl. von Ledschdschün, cf. Buhl 210. Zwischen 
diesen beiden nennt LXXB noch die Könige von £a»dx und Magidfo^, 28 S^i '^rr, cf. 
11s. h:^i^ o*'i>, LXXB Fkü rijs raXedaiag, also WV) wohl verschrieben aus h'^i; zu 
h cf. G-K § 129 d. 24 ^:t*1^, Lage unbekannt, cf. Buhl 203 (LXXA BfQfjtd). — Die Gesamt- 
summe ist in LXX 29, was aber nur dann passt, wenn man in ihrem Text in v. 14 die 
eine der beiden Varianten streicht (cf. oben). Die Summe des MT ist wegen der Änderung, 
die in v. 18 vorgenommen werden muss, auf 30 zu erniedrigen, welche Zahl als runde 
wohl auch von Anfang an beabsichtigt war. 



II. Die Verteilung des Landes. Kap. 13—21. 

Cf. Kuenen, ThT XI 478 ff. Im unterschied von Kap. 1—12 ist hier die Quelle 
F zu Grunde gelegt; doch sind aus den älteren Quellen einige Abschnitte zur Ergänzung 
nachgetragen, namentlich aus D' und J. Diese Ergänzungen sind lediglich Fragmente; 
ein Zusammenhang lässt sich zwischen ihnen nicht herstellen. Wie gewöhnlich bei P, 
so ist auch hier die Einteilung in Abschnitte durch besondere Überschriften, z. T. auch 
Unterschriften deutlich herausgestellt: 13 15 (s. d.) st 14i 195i 20» 2l88f. — Für den 



200 Jos 13 1—5. 

nehmen. '[Dies ist das noch übrige Land: Alle Kreise der Philister und alle(8 Land 
der) *Ge2iriter\ 'Yon der * Wüste' östlich von Ägypten an bis zum Gebiet Eqrons im 
Norden — es wird zu den Eananitem gerechnet —, die 5 Fürstentümer der Philister, 
die von Gaza, Asdod, Asqalon, Gath und Eqron, und die *Airwiter ^im Süden; (femer) 
das ganze Land der Eananiter 'von* dem sidonischen Me*ara bis Apheq (und) bis zum 
Gebiet der Amoriter; ^und das Land, das ostlich *an den Libanon grenzt', von Ba'al- 



nachezilischen Ursprung der Beschreibung der Stammgebiete im Allgemeinen spricht 
besonders, dass nur das Gebiet Yon Juda und Benjamin ausführlich und klar beschrieben 
ist, d. h. das von der nachezilischen Gemeinde bewohnte Gebiet. 

A. Das OstjordanlancL Kap. 18. 

Der Bericht des P umfasst nur t. 15 — 32, wie Über- und Unterschrift lehren; 
und zwar behandeln v. 16 — 23 das Gebiet Bubens, y. 24 — 28 das Gebiet Gads, t. 29—31 
das des halben Stammes Manasse. Doch wird der letztere Abschnitt ein jüngerer Zu- 
satz sein (s. u.). Yorangeschickt ist eine Einleitung (v. 1 — 14), in der erzählt wird, 
wie Jahve den Josua mit der Verloosung des Landes beauftragt. Sie dient also inhalt- 
lich eher als Einleitung zu Kap. 14 ff. Ihre Stellung wird aber dadurch gerechtfertigt, 
dass JoBua nur 9^/, Stämmen ihr Gebiet zuweisen soll, weil ja 27a Stämme das ihrige 
bereits erhalten haben. Dies letztere wird in v. 9—12. 15 ff. näher ausgeführt. Diese 
Einleitung ist aus D* entnommen; doch ist seine Erzählung stark erweitert, s. die 
Einzelerklärung. Zum Text von y. 2— 6a cf. Buhl, MuNdDPY 1895, S. 53ff. — Einzel- 
erklärung. 1 nr3pT und tko fehlen in LXX. Für I'^^k bieten sie to^tt h». Nach D* 
ist das ganze Land erobert, llieff.; v. b/9 kann also nicht von D* selbst geschrieben 
sein, ebenso wenig dessen Ausführung in v. 2—6. Dagegen die Vorstellung, dass Josua 
alt geworden ist, passt wohl zu D', cf. 11 18 (a^a^ d*^). Der Ausdruck irv^2 ks ipt (cf. 
Gen 18 11 24 1 J) spricht nicht gegen DS cf. 23 1; für ihn spricht die Fortsetzung y. 7 
(s. d.). Der Überarbeiter ist z. T. abhängig von D, cf. nno^!?, Dtn. § 8, 49 (vgl. auch v. 6 
mj'^ik) und i-n-^is ^vtia (Dtn. § 8, 73). 2 ■^luwn, nach ISam 278 südlich von den Philistern. 
Doch fehlt- dort "iican in LXX; es ist wohl nur Variante für n'ian, Qere und LXX •»•^tan. 
Auch an unserer Stelle lesen LXX o rsan^d. Wenn "^T^n zu lesen ist, ist aber nicht 
an die Bewohner Gezers (10 88) gedacht. Am Schluss haben LXX noch xal 6 Xcevcevalog, 
was wohl aus y. 4 stammt. 8 Ausdehnung des y. 2 genannten Gebietes, ^irrvn, Jes 
238 Jer 2i8 -» Nil, könnte wegen Q'^'^sta ^it h9 nur ein Fluss (Kanal) an der Ostseite 
Ägyptens sein = Schichur; LXX hat für •>irr»n yielmehr -^a-wn. y\^9 « *Aqir, östl. 
yon Jamnia, cf. Buhl 187. nvnM "^andV fügt sich der Konstr. nicht ein, ist also Zusatz, 
der wohl besagen soll, als kananitisch gehörte dies Gebiet yon Bechts wegen zum Erbe 
Israels. Gaza — Ghazze im S. Philistäas; Asdod « Esdüd im SSW. yon Jamnia; 
*Asqalän an der Küste nördl. yon Gaza; Gath, nicht zu bestimmen; Eqron, cf. y. 2 (cf. 
Buhl 187 ff. 196). D'^iyni (womit das folgende yar^rm zu yerbinden ist, cf. LXX) erscheinen 
hier anstelle yon '^^^vxn ('^nun) y. 2; sind sie mit diesen identisch? Über die u'^rp cf. 
Dtn 288, wonach sie yemichtet wären; nach unserer Stelle gab es *Awwiter auch südlich 
yon Gaza, und diese scheinen sich behauptet zu haben. 4 Ein zweites unerobertes 
Gebiet, "a^aan, hier die Bewohner der nördlichen Kfistenebene, cf. 5i 11 s. Statt mjmi 
lies wegen des folgenden ny mit Buhl n^iyiM. n^y« bezeichnet den nördlichsten Punkt, 
wie pKK (cf. 12 18) den südlichsten; es scheint eine Stadt (unbekannter Lage) zu sein 
(cf. Tell-el-Amamabriefe, ed. Winckler 60, 21: alu Ma-ar- . . .?). *^"n3Kn ^laa ny bezeichnet 
die östliche Grenze, das Gebirge; denn in diesem wohnen die Amoriter. 6 Das dritte 
aneroberte Gebiet, ^h^yn ptcn (^Vaa ^a Bewohner der phönizischen Stadt Gebal = Bjblos) 
ist syntaktisch unmöglich (cf. G-K § 127 f.); auch giebt der »Libanon yon Baal Gad am 
FuBse des Hermon an« keinen Sinn. Lies mit Buhl: pa^% ^\^^^ pKni; damit ist Coele- 



Job 135—10. 201 

6ad am Fubs dee Gebirges Hermon bis da, wo man nacb Hamath kommt * — alle Be- 
wohner des Gebirges vom Libanon bis Misrephoth-Majim, alle Sidonier, werde ich vor 
den Israeliten yertreiben — .] Jedoch verloose es immerhin als Erbbesitz an Israel, wie 
ich dir geboten habe. *So verteile denn nnn das Land als Erbbesitz an die 97, 
Stumme« *Mit dem halben Stamm Manasse' * hatten die Rubeniten und Gaditen ihren 
Besitz (schon) empfangen, den ihnen Moses im Ostjordanland gegeben hatte[, wie ihnen 
Moses, der Knecht Jahves, gegeben hatte], *yon *Aroer am Band der Amonschlncht und 
der Stadt mitten im Thale an und die ganze Hochebene *bis* Medeba * \ '®[and alle 
Städte Sihons, des Amoriterkdnigs, der in Hesbon wohnte, bis zum Gebiet der Ammo- 



sjrien gemeint, -i^ ^ya, sein südlichster Fankt, cf. 11 17. 'n itdV ny erklärt sich so, dass 
utiys geradezu als Substantiyum empfunden wurde = Gegend Yon. r^rr, berühmte Stadt 
am Orontes. — Zu y. 3—6 cf. auch die (übrigens stark verderbte) Stelle Jnd Ss und 
£. Meyer, ZATW 1881, 126. 6 V. a ist nicht befriedigend zu erklären. Zu d^ ns^^vo 
cf. 11s. Jedenfalls ist mit dem '^n das galiläische Gebirge gemeint (cf. 11 2), genauer 
der westliche Teil desselben, da seine Bewohner btts genannt werden. Es scheint zu- 
nächst, als solle damit ein viertes noch anerobertes Gebiet bezeichnet werden. Doch 
befremdet, dass es nicht wie v. 2—5 heisst: >übrig ist noch das Gebirge . . .«, sondern 
>die Bewohner des Gebirges will ich vertreiben« (zur Konstr. cf. G-E § 143 ba). Femer 
befremdet, dass nur von den Bewohnern dieses Gebietes verheissen wird, dass Jahve 
sie vertreiben wolle; warum nicht auch von den übrigen? Endlich verlangt das Suffix 
von n^fen vorausgehendes pK, nicht *irtn -*av. V. a ist also wohl ein unverständlicher 
Zusatz, sodass v. b an v. 2—5 anznschliessen ist. Zu n in n^nan cf. G-E § 119 i. 
yr^x *vo¥a, cf. l6. Die Verloosung soll stattfinden, obwohl das Gebiet noch nicht er- 
obert ist; nach Gottes Plan gehört es ja de jure den Israeliten. 7 an v. Iba anzn- 
schliessen: Josua hat die erste seiner Aufgaben, die Eroberung des Landes, gelöst, jetzt, 
da er alt ist, sein Tod also nahe bevorsteht, soll er auch die zweite Aufgabe der Ver- 
teilung des Landes (niitn pitn, nicht das v. 2 ff. beschriebene, denn dies wird nicht an 
9Va Stämme verteilt, sondern das ganze Westjordanland) lösen. 9Vs Stämme, denn 
nach D* haben 2Vt Stämme bereits Besitz erhalten. Nach E und F wohnen im Ost- 
jordanland nur Gad und Buben; sie können also als Verfasser nicht in Frage kommen. 
Dass der Verf. aber von dem von v. 1 b^ — 6 zu unterscheiden ist, lehrt die Dublette von 
V. 6 b und 7. Am Schluss des Verses und am Anfang von v. 8 ist der Text verderbt. 
rmsan tsavn *^ain (wo übrigens der Artikel vor xsso kaum zu erklären ist) ist die west- 
jordanische Hälfte des Stammes; *n9 (v. 8) bezieht sich aber auf die ostjordanische Hälfte. 
LXX liest am Schluss von v. 7: *al riß ^fiian tpvliig Mavaaar^^ dno jov *Io^dvov Hwg 
tijs &aXda<nis r^s fiiydXfis xeträ dvöfiag ^Xiov dwtkiQ avitf» * ^ &aXaaaa 1) fiiydlfi oguZ, und 
V. 8: Ttue tpvXms xa\ x^ i/iiaH fpvX^s Mttvaaai^, r^ Povßiiv xal rtp Fad, IJourey Mtova^s 
iv r^ nigav vf» ^loQ^avtf * xar' dvaroXas ^Xiov didwtiv avrip Mwva^s 6 nais »vgiov. Auch 
hier ist der Anfang von v. 8 verderbt. Die geringste notwendige Änderung des MT, 
nach der oben übersetzt ist, würde die sein, dass man zwischen onvn und monn die 
Worte wq ^ *^, die durch Homoioteleuton leicht ausfallen konnten, einschiebt und die 
Worte von ^^ an zu v. 8 zieht. Zur Eonstr. von 8 cf. dann G-E § 143 b. Zu v. b cf. 
Dtn 3isff. Ss*) nvKs, wohl nur Variante für '"ui p3 "ivit. 9—12 Beschreibung des den 
2V2 Stämmen verliehenen Gebietes, cf. 12iff. Dtn 8sff. Es umfasst: 1) die moabitische 
Hochebene 9. Der Text ist verderbt. Da "pam (=Dibän, wenig nördlich vom Amon) 
nicht am Nordende der Hochebene liegt (cf. Buhl 268), so kann pn'n rt nicht die nörd- 
liche Grenze des *)i«rto bezeichnen, tiarro (a Mädebä, südöstl. von der Jordanmündung, 
cf. Buhl 267) fQgt sich der Eonstr. nicht ein. LXX haben yys^ ty nicht gelesen; vor 
van*^ haben sie dno, doch fordert der Sinn *9, cf. zu v. 16. Zu V^ran — 'rr)*>:pta cf. Dtn 
2s6; zu «iivran cf. Dtn 3io. 2) Das Reich Sihons 10, cf. Dtn 284ff. Während aber 
Dtn 2 die moabitische Hochebene mit zum Reich Sihons gerechnet wird, ist das hier 



202 Jos 1310—18. 

niterj ^'Gilead und das Gebiet der Geschuriter und Ma*akhathiter, das g^nze Gebirge 
Hennon and ganz Basan bis Salkha "[, das ganze Beich Ogs in Basaa, der in Aschtaroth 
und Edrei wohnte; dieser war noch übrig geblieben von dem Best der Bephaiter; und 
Moses hatte sie besiegt und vertrieben]. ^* Die Israeliten vertrieben aber die Qe- 
scburiter und Ma^akbathiter nicbt, und so blieb Geschur und Ma^akhath inmitten 

Israels wohnen bis auf den heutigen Tag. ^* [Jedoch dem stamm Lern gab er keinen 
Erhbesitz; * ' Jahve^ der GoU Israels, der ist sein BrhbesitZy wie er ihm gesagt hat.] 

'Folgendes ist die Verteilung, die Moses für die Israeliten in den Oe- 
filden Moabs im Ostjordanlande vornahm : ^^ Moses gab dem iStomm der 
Bubeniten nach seinen Oeschlechtem, ^^und es wurde ihnen zu teil das Gdnet 
von 'Aroer am Rand der AmonscUucht und der Stadt mitten im Thale an 
und die ganze Hochebene 'bis nacH ^''Hesbon hin und aUe 'Städte, die auf 
der Hochebene liegen: Dibon, BamothrBdal, Beth Ba'al-Meon, ^^Jah^a, Qede- 



nicht der Fall, vielleicht weil nach Num 21m Sihon die moabitische Hochebene nicht 
von Anfang an beherrschte; 3) Gilead IIa«; s. u. 4) Die Gebiete nördlich von 
Gilead (v. IIa /9b), d. h. das Gebiet der '^'vo> und ■*nd90, das sonst als nichtisraelitisch 
gilt, cf. 125 13 13, das Gebirge Hermon und Basan bis Salkha (cf. 125). 5) Das Beich 
Ogs 12, cf. 124. — Diese 6 Bestimmungen können nicht von Anfang an neben einander 
gestanden haben, denn sie harmonieren nicht miteinander. Nr. 6 könnte freilich als 
Apposition zu 3) und 4) gedacht sein, und so meint es wohl der vorliegende Text. Aber 
dann wäre Gilead (3) zu beschränken auf die nördliche Hälfte Gileads. Dann würde 
ferner das Beich Ogs auch das Gebiet der *»^i«a und 'TOts umfasst haben (gegen 125). 
Auch bliebe die Schwierigkeit, dass Sihons Beich von der Hochebene Moab unterschieden 
wäre. Es dfirfte klar sein, dass Nr. 1. 3 und 4 für sich das ganze Ostjordanland um- 
fassen, und ebenso Nr. 2 und 5 für sich. Es sind also zwei vollständige Beschreibungen 
kombiniert; v. 10 und 12 sind auszuscheiden. Auch die Pluralsuffixe (v. 12b/9) be- 
kommen ihre rechte Beziehung erst, wenn v. 10 und 12 kombiniert werden. 18, an 
V. 11 anschliessend und ihn korrigierend, ist wohl aus J entlehnt, cf. Einl. § 2, 2a. 
n^a nur hier für sonstiges nay«. 14 cf. Dtn 18 if. "«vk ist wegen des folgenden Knn 
zu streichen, cf. v. 33 und LXX. Der Vers passt in den Zusammenhang nur, sofern die 
Zahl 9Vt (▼. 7) durch ihn mitbegründet wird; nur soviel sind noch zu berücksichtigen, 
weil 2Vt bereits ihr Gebiet haben, 1 aber keins bekommen sollte. Doch ist der Vers 
wohl kaum von D* hierher versetzt, sondern erst von Bp, cf. Einleitung § 5, 5c. Ebenso 
kann man zweifeln, ob v. 8. 9 und 11 von D* stammen; die Beschreibung namentlich 
des V. 11 weicht von der des D* (Dtn 3) stark ab, und v. 9 ist » v. 16 (P); v. 8 aber 
befremdet dadurch, dass hier die Bede Jahves in abrupter Weise abbricht. Dann wür- 
den D* nur V. lab« 7 angehören; mit ihnen hätte er den Bericht über die Verteilung 
des Westjordanlandes eingeleitet. 

Vor 15 hat LXX eine Überschrift zu v. 15—31, die der Unterschrift v. 32 
und der Überschrift 14 1 entspricht und daher in MT nur durch Versehen ausgefallen 
ist : xal ouros 6 xatctfAiQUifiog ov xtuifiiQUiev Mmvaijf rois vioig ^lagaril iv jiQaßm& Mwuß 
h T(p niqav rov *logddvov xawa *IkQHx^, Davor gehört sachlich 18 1 (s. d.). Der erste 
Teil V. 15 — 23 behandelt da s Gebiet Bubens mit der Überschrift v. 15 und Unterschrift 
V. 23 b. Abgesehen von diesem Formalismus (cf. Holz. 353) giebt sich P als Verfasser 
zu erkennen durch ntm und DMrrEvmV (v. 15. 23), cf. Holz. 344. 16 cf. v. 9. Für \a 2® 
lies *T9 mit Trg. und alten Ausgaben (cf. Ginsburg). LXX liest riort^ (cf. v. 9) nicht, 
zieht vielmehr statt dessen "pavn (cf. Dtn li) zu v. 16, cf. auch v. 26. 17 rr*>9 Vsi, LXX 
vi^ym Vai. "pa^, cf. v. 9. ^ya ni^a, cf. Num 21 19, nicht sicher zu bestimmen. y^Ta V» t^^ 
— Ma in, südl. von Madebä, cf. Buhl 267. 18 nxrr, cf. Dtn 29S (= yrv). wsip, nicht 



Job ldi8— m. a03 

moth, Mephdath, ^^Qirjathajim, Sibtna, Seret hasch-Schadwr am Thalberg, 
^^Beth'Peor ^atn Fusa der Abhänge des Pisga, BeÜi haj^eschimoth ^^und alle 

übrigen Städte der HothAene [und das ganze Reich Sihone, des Amorüerkönigs, * ' 
den Moses besiegt haue samt den Führern Midians^ *Eun^ JReqem, Sur, Chur und üeba, 
den Fürsten Sihons, die im Lande wohnten; ^und (auch) den Wahrsager BiUam, den 
Sohn Beors^ hatten die Israeliten mit dem Schwert *samf den unter jenen Erschlagenen er- 
würgt]. ^^Die Oreme der Bubeniten aber bildete das Uferland des Jordan. Dies 
ist der Eribesitz der Bubeniten nach ihren OesMedUem, die (genannten) 
Städte samt ihren Dörfern, *^Dann gab Moses dem Stamm ^ ' der Qaditen 
nach ihren QescKUchtem, ^^und es umrde ihnen folgendes Oebiet zu teä: Jazer 
und aUe Städte Gileads und die Hälfte des Landes der Ammoniter bis nach 
^ Aroer, das ösüich von Babba liegt, *^und zwar von Hesbon an bis Bamath 



sicher zu bestimmen ; cf. Buhl 268. rnn, nach Onom. 279, 15 an der Grenze der Wfiste, 
unbekannt, cf. Buhl 269. 19 B'^n'^p ^ Qurejat, nordwestl. von DIbän, cf. Buhl 267. 
maav, nach Hieronymus in der Nähe von Hesbon, doch genaueres unbekannt, cf. Buhl 
265 f. '^nvn n*^x, cf. eff-Sara südl. von der Mündung des Wadi Zerqa-Ma'in, cf. Buhl 268. 
poyn "^n unbekannt; poy ist die Jordaneinsenkung, cf. Buhl 112. — 20 '^'^yt rc*a, nach 
Onom. 233, 78 zwischen Livias und Hesbon, cf. Buhl 265. nADsn nvTvm (cf. Dtn 3i7), 
zwischen den Städtenamen auffallend, ist wohl verschrieben aus *tn m nnr. niQ'^vrn n**a, 
cf. 12s. 21 ^"BTon *n9 ^si, da fast alle die genannten Städte im ^v^ liegen, « »und über- 
haupt alle St.« oder »und alle übrigen St.« V. 21a/9 (von niaVwa Vai an) und 22 sind Zu- 
satz, prro misVm h^ ist unrichtig, da die nördl. Hälfte desselben Gad zufällt (cf. v.26). 
Auch ist die Erinnerung an geschichtliche Ereignisse, die mit der Beschreibung des 
Landes nichts zu thun haben, wenig am Platze. Der Glossator entnimmt den Stoff teils 
aus V. 10 (zu n^dViM cf. v. 12), teils aus Num 318. Er kombiniert beides so, dass er die 
»Könige« der Midianiter (Num 31 s) zu Vasallen Sihons macht, daher a'*M'*va und 'o "aisa. 
pawna ^Ve •>»» (v. 21) fehlt LXX. V» (v. 22), Variante V?, cf. Ginsburg. 28 Viaii ^irrTti 
cf. Dtn 3 17; nach König, Syntax S. 283 N. 1, gehört der Artikel in solchen Wortpaaren zu 
beiden Worten, Sinn: der Jordan und das (daran grenzende) Gebiet, im^xm v^^rn, bei 
P beliebter Ausdruck (cf. Holz. 346). — P identifiziert das Stammgebiet Bubens mit 
der moabitischen Hochebene südlich von Hesbon, unterscheidet sich aber dadurch von 
den alten Quellen, die der Buntheit der wirklichen Verhältnisse besser Bechnung tragen, 
cf. Num 3284ff. — 24—29 Das Gebiet Gads. Zur Überschrift v. 24 cf. v. 15, zur 
Unterschrift v. 28 cf. v. 23b. 24 t» rrtsiah und -u "aa^ sind nebeneinander sehr auffällig; 
mit LXX streiche -ra msth oder lies nach Analogie von v. 15 -ra *« msoh. 25 Zum 
Anfang cf. v. loa«. Das Gebiet Gads umfasst 4 Teile: 1) ^r* das Gebiet der gleich- 
namigen Stadt (diese » Sär, westl. von Philadelphia [= Rabbath-Ammon] ?, cf. Buhl 
263 f.), cf. Num 32 1. 2) nrVan ^-^y l>a, also nicht blos die südliche Hälfte Gileads! 3) "«xn 
ynsy -aa f-^M, was zunächst im Widerspruch mit Dtn 2i9. S7 steht; doch zeigt die Fort- 
setzung, dass P den Jabboq nicht als Grenze Ammons kennt, für ihn reicht also 7*w 
yro9 ^aa viel weiter nach W. Die Lage von •^n'x» ist unbekannt; nach unserer Stelle lag 
es wahrscheinlich östlich von (**aB hy wird so zu deuten sein) na-i = Babbath benS 
Ammon, cf. Dtn 3ii. Diese 3 Teile umfassen das Gebirge (während der vierte das Thal 
umfasst, V. 27). Daher wird 26 zusammenfassend die Ausdehnung derselben von S. 
nach N. angegeben. Über den Südpunkt Hesbon cf. v. 17; nach 21 S8 gehört er mit zu 
Gad. Die die Nordgrenze bestimmenden Orte mtvan rian und D'^aoa sind nicht zu iden- 
tifizieren. Nach V. 25 muss man sie in der Nähe des Jarmuk suchen. (Mit Bamoth 
Gilead [208] hat Bamath ham-Mi^pe jedenfalls nichts zu thun; doch wird es identisch 
sein mit Mi^pe oder Mi^pa in Gilead; über dieses cf. Buhl 262 und MuNdDPV 1897 



SSOi Jos ldS6— 18. 

hanhMi^e und Befonim [und von Maehanajim an bis zum Oebiet van LidebirffJ]^ 

^'^dazu im Thale Beth Haram, Beth Nimra, Sukkoth und Saphonf, der BeH 
des jReiehe» Sihont, de» Kifnig» von ffeehon], das Uferland des Jordan bis zum 
(Süd-)Ende des Kinnerethsees auf der ostjordanischen Seite. ^^Das ist der 
Besitz der Gaditen nach ihren Geschlecktem, die (genannten) Städte samt 



S. 66 ff.; aber die hier angegebene Lage Mi^pes wenig nördl. vom Jabboq scheint mir zu 
südlich za sein; nach Gen 3149 [cf. weiter 32iff.] mnss es nördlicher als Machanajim liegen, 
ist also wohl identisch mit dem I Mak 585 erwähnten Maatfu [lies Maa^>a\), Y. b ist onyer- 
ständlich; welche Ausdehnang soll hier angegeben werden? LXX: xa\ Baav {Mttop^ 
Mttvaifi) fltog rtSv oqifov Jaißta» {JaßiiQ) scheint das yo vor tntro und das V von "^ai^ nicht 
gelesen oder neben dem identischen Konsonanten übersehen zu haben. D^^arno, das weder 
den Süd- noch den Nordpankt Gads bezeichnen kann (doch s. zu v. 29 ff.), vielleicht = 
Mihne, nordwestl. von Gerasa, cf. Buhl 257. ^^^ unbekannt, gewöhnlich mit Lodebar 
(IlSam 94f. 1797) identifiziert, dessen Lage aber gleichfalls unbekannt ist. 27 Der 
4. Teil des gaditischen Gebietes im *Emeq » Jordanthal, of. v. 19. fi'^n n^a » Teil 
er-Bame (Livias), nordöstl. von der Jordanmündung, cf. Buhl 264. rfwi r»-a = Teil 
Nimrin, nördl. vom vorigen, cf. Buhl 264. niao, in der Nähe des Jabboq, genauere Lage 
unbekannt, cf. Buhl 260. "pfix nach dem Talmud mit *Amatha == Teil 'Amate, nördl. 
von der Jabboqmündung am Jordan, cf. Buhl 259. "pavn — ^rr> ist wahrscheinlich Zusatz, 
da im ursprünglichen Text von v. 15-~28 eine entsprechende Bemerkung über den Besitz 
Bubens fehlte. Viaa"> T^'*n, cf. v. 23. Sa-j d" -w, cf. 128. 28 Dn-^ism, Variante imism (cf. 
Ginsburg), wegen des fem. v^^y zu bevorzugen. — Das Gebiet Gads umfasst also nach 
P die östliche Hälfte des Jordanthaies vom Toten Meer bis zum See Genezareth und 
(das ganze) Gilead, von Hesbon bis wahrscheinlich an den Jarmuk, genauer bis nach 
Mifpe. — 29—81 Das Gebiet von Halb-Manasse. Nach Num 32, soweit es zu P 
gehört, haben im Ostjordanland nur Buben und Gad Besitz bekommen. Bestätigt wird 
das dadurch, dass nach P sämtliche Nachkommen Manasses ihren Anteil im West- 
jordanland bekommen, vgl. zu 17iff. Nördlich von Mi^pe ist vermutlich auch nach P 
(wie Gen 3l44ff.) aramäisches Land. Daraus folgt, dass alle Stellen, in denen von Halb- 
Manasse im Norden des Ostjordanlandes die Bede ist, P nicht angehören können. Sie 
geben vielmehr die Anschauung der dtnsten Schule wieder (cf. Dtn. § 7, 4). Demnach 
sind V. 29—81 Zusatz des B, der die Angaben des P nach D ergänzen wollte. Dadurch 
entstand aber die Unklarheit, dass nach P (v. 25) ganz Gilead Gad gehörte, nach v. 31 
aber die Nordhälfte Gileads dem Manasse (cf. Dtn 3i8ff). Diese Schwierigkeit wollte B 
vielleicht durch v. 26 b beseitigen, wenn "^a-iV etwa im Süden Gads gesucht werden darf; 
dann wäre nämlich bei Machanajim die Nordgrenze Gads und die Südgrenze Manasses, 
cf. V. 30. Eine zweite Schwierigkeit bestand für B darin, dass für das Ostjordanland 
Nachkommen Manasses nach P nicht mehr zur Verfügung standen, cf. zu 17iff. Diese 
löste B so« dass er Manasse ausser den 17s genannten nach Gen 50ss noch Makhir als 
Sohn gab und diesen nach Dtn 3i5 in das Ostjordanland versetzte (v. 31 ha). Anderer- 
seits war aber in Num 26s9ff. die Person des Makhir mit dem Stammbaum Manasses so 
verbunden, dass er als der einzige Sohn Manasses und die Jos 17s genannten Kinder 
Manasses als Enkel Makhirs (Söhne Gileads, des Sohnes Makhirs) aufgefasst waren. So 
waren die Nachkommen Manasses mit denen Makhirs identisch ; diese Konsequenz führte 
einen späteren Bearbeiter dazu, Halbmanasse = Halbmakhir zu setzen, sodass im Ost- 
jordanland nur Halbmakhir wohnte (v. 81b/}). Die Verwirrung wird noch grösser da- 
durch, dass das manassitische Gebiet doppelt beschrieben wird, wenn nicht gar dreifach: 
1) pan ^a o-anwa (mit LXX lies Vai), 2) pan — ria^wj Va, nach MT Apposition zum Vor- 
hergehenden, nach LXX, die Vai liest, eine selbständige Bezeichnung des Gebietes (i » 
und zwar, d. h,), 3) der Best von v, 30 und 31a; danach zerfallt das Gebiet in 3 Teile: 



Jos 18n~146. 205 

ihren Dörfern. ^[BruUieh gab Moses dem halben Stamm Manasse * * nach seinen (?«- 
sehleehterny '^und es wurde (ihnen zu teil als) ihr OMet: (das Land) vim Machanajim an 
*und* ganz Basan^ das ganze Reich Ogs, des Königs von Basan, und aüe Zeltdörfer Jairs, 
die in Basan liegen, 60 Städie, *^und halb Oilead und Asehtaroth und Edreiy die Besidenz- 
städte Ogs in Basan(: dies wurde zu teil) den Nachkommen Makhirs, des Sohnes Manasses 

[[, der Sm/ie der Makhiriien]], nach ihren Oeschleehiem.] ^^Dies ists, WOS Moses in 

den Gefilden Moabs ösUi^ vom Jordan bei Jericho als Erbbesüz verteilte. 

^[Dem Stamm Levi aber gab Moses keinen Erbbesitz ; Jahve, der Oott Israels, der ist ihr 
Erbbesüz, une er ihnen gesagt hat,] 

14 ^Und dies ists, was die Israeliten im Lande Kanaan als ErbbesUz 
empfingen, was der Priester Meaaar und Josua, der Sohn Nuns, und die 
Stammeshäupter der Israeliten ihnen ^mit ^dem Loose als ihren Erbbesitz aus- 
teilten, wie Jahve durch Moses befohlen hatte[, den ^Vt Stämmen. *Denn Moses 

hatte den Erbbesitz von 27« Stamm schon jenseits des Jordan angewiesen: aber den Leviten 
hatte er keinen Erbbesitz unter ihnen gegeben, *Die Josephiden waren nämlich 2 Stämme^ 
Manasse und Ephraim , und man gab den Leviten keinen Anteil im Lande, sondern nur 
(einzelne) Städte zum Wohnen samt den zu ihnen gehörenden Weidetriften für ihre Herden 
und ihren Viehbesitz. * Wie Jahve Moses befohlen hatte , so thaten die Israeliten und ver^ 
teilten das Land], 



a) y^ — nn ^, cf. Dtn Su; dabei werden die Zeltdörfer Jairs mit den 60 Städten des 
Bezirkes Argob identifiziert, daher die Zahl 60 gegen Jud 104 (30) und IChr 2ss (28), 
and daher die Verlegung derselben nach Basan statt nach Gilead, cf. zu Dtn 3u, b) 
-ryVan "«xn, cf. oben; c) paa — ninrvr, die beiden Königsstädte Ogs, die also von den nin 
■nnr unterschieden werden und mit diesen zusammen ganz Basan ausmachen sollen, cf. 
Dtn l4. Wieviel von diesen Angaben auf Bp zurückgeht, wieviel noch jünger ist, lässt 
sich nicht bestimmen. 29 Mit LXX streiche nvna — *tpi als Variante des Vorher- 
gehenden. 81 'lai "«aaV, nachträgliche Näherbestimmungen zu ttovo taav ''xnV (v. 29). — 
82 Unterschrift zu v. 15—31 (15—28); cf. die Überschrift vor v. 15 (LXX). Zu n-sa^y 
aKii3 cf. Dtn 34 1. 88 « v. 14, ist von dort irrtümlich wiederholt, fehlt LXX. 

B. Das Westjordanland. Kap. 14—19. 

14, 1—5 Überschrift und Einleitung. Zu ersterer ist die entsprechende 
Überschrift vor 13 15 (LXX) zu vergleichen, zu letzterer IStIT.; wie dort, so wird auch 
hier die Zahl 9Vt (▼•